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Besteuerung von Stipendien

Ob Sie in Deutschland Steuern zahlen müssen, hängt davon ab, ob Sie Ihren Forschungsaufenthalt im Rahmen eines Arbeitsvertrages oder eines Stipendiums finanzieren und wie lange das Beschäftigungsverhältnis dauert.

Forschungsstipendien sind steuerfrei, wenn sie die folgenden Bedingungen erfüllen (siehe Einkommensteuergesetz (EStG) § 3 Nr. 44).

  • Sie müssen unmittelbar aus öffentlichen Mitteln zur Förderung der Forschung oder zur Förderung der wissenschaftlichen oder künstlerischen Ausbildung oder Fortbildung gezahlt werden
  • Sie dürfen den für die Deckung des Lebensunterhalts und den für die Erfüllung der Forschungsaufgaben (Sachbeihilfen) erforderlichen Betrag nicht überschreiten

Ihr Stipendiengeber kann Ihnen Auskunft geben, ob das von ihm gewährte Stipendium versteuert werden muss oder nicht.

Der Status der "Steuerfreiheit" bedeutet gleichzeitig, dass Sie keine Sozialabgaben zahlen müssen. Allerdings müssen Sie trotzdem den Nachweis über eine Krankenversicherung erbringen (siehe Krankenversicherung).

Sie sollten sich auf alle Fälle erkundigen, welche Bestimmungen hinsichtlich der Besteuerung von Stipendien in Ihrem Heimatland gelten. Und vor allem sollten die Bestimmungen bestehender Doppelbesteuerungsabkommen berücksichtigt werden.





Steuern bei einem Aufenthalt mit Arbeitsvertrag

Wenn Sie im Rahmen ihres Forschungsaufenthaltes an der Universität Bielefeld beschäftigt sind und länger als ein halbes Jahr (183 Tage und mehr) bleiben, müssen Sie Steuern und Sozialabgaben zahlen. Beides wird von Ihrem Gehalt abgezogen und von Ihrem Arbeitgeber direkt an den Staat abgeführt. Die Höhe der Steuern hängt vom Einkommen, Familienstand und von der Steuerklasse ab.

Wenn Sie weniger als ein halbes Jahr in Deutschland bleiben, wird das Gehalt in Ihrem Heimatland besteuert.

Damit Ausländerinnen und Ausländer nicht gleichzeitig in ihrem Heimatland und in Deutschland Steuern abführen müssen, gibt es mit 75 Ländern so genannte Doppelbesteuerungsabkommen (DBA). Abweichend von der o.g. Halbjahresregelung existiert über das Doppelbesteuerungsabkommen mit einigen Ländern z.B. die Abmachung, dass internationale Gastwissenschaftler und Gastwissenschaftlerinnen, die für maximal zwei Jahre nach Deutschland kommen, um hier in einer öffentlichen Forschungseinrichtung zu forschen, ihre Steuern im Heimatland zahlen können. Auf welche Länder (EU-Mitgliedstaaten und einige andere Staaten) dies im Einzelnen zutrifft und welche sonstigen steuerlichen Regelungen berücksichtigt werden müssen, können Sie im Internet nachlesen.

  • Detailliertere Angaben zu den Abkommen mit einzelnen Ländern finden Sie auf der Internetseite des Bundesministeriums für Finanzen.
  • Und natürlich erteilt Ihnen das Finanzamt Bielefeld ebenfalls Auskunft, die allerdings seit dem 1.1.2007 kostenpflichtig ist.
  • EU-Bürgerinnen und -Bürger finden spezifische Hinweise außerdem auf der Internetseite "Europa für Sie".


Lohnsteuerkarte - Steuerklassen - Kirchensteuer

Die Lohnsteuerkarte beantragen Sie bei Ihrer Anmeldung beim Einwohnermeldeamt. Sie müssen sie anschließend bei der Personalabteilung der Universität Bielefeld abgeben. Am Ende des Kalenderjahres erhalten Sie die Lohnsteuerkarte bzw. einen Computerausdruck mit den Abrechnungsdaten zurück, den Sie zusammen mit der Steuererklärung beim zuständigen Finanzamt einreichen müssen.

Auf der Lohnsteuerkarte wird Ihre Steuerklasse vermerkt. Diese richtet sich nach dem Familienstand, der Anzahl der Kinder und danach, ob der Ehepartner bzw. die Ehepartnerin ebenfalls erwerbstätig ist oder nicht. Die Höhe der Steuern wiederum ist abhängig von der Höhe Ihres Einkommens und Ihrer Steuerklasse.

In Deutschland gibt es eine Kirchensteuer, die für Mitglieder verschiedener Religionsgemeinschaften verpflichtend ist. Durch die Kirchensteuer werden diese Religionsgemeinschaften zum Großteil finanziert. Die größten Empfänger dieser Steuergelder sind die katholische Kirche, die evangelische Kirche und die altkatholische Kirche. Darüber hinaus gibt es noch weitere kleinere Empfänger.
Die Höhe der Kirchensteuer beläuft sich auf etwa 8 - 9% der Einkommenssteuer und wird direkt als Teil des Bruttolohns einbehalten bzw. abgeführt. Sie wird durch die Kirchenleitung vorgegeben und muss durch die einzelnen Landesregierungen der Bundesländer gesetzlich bestätigt werden. Die tatsächliche Höhe der Zahlungen ist von der Höhe des Gehalts abhängig.
Bei der Anmeldung bei der Stadt Bielefeld wird die Frage nach der Religionszugehörigkeit gestellt, die wahrheitsgemäß beantwortet werden muss.





Steuererklärung

Über die Steuererklärung (Einkommensteuer) können Sie nach Ablauf eines Kalenderjahres eventuell zu viel gezahlte Lohnsteuer zurückerstattet bekommen (auch "Lohnsteuerausgleich" genannt).

Die benötigten Formulare erhalten Sie beim Finanzamt, oder über die Internetseite des Bundesministeriums der Finanzen. Die Steuererklärung können Sie dem zuständigen Finanzamt auch "online" übermitteln und Sie können sie auch von Ihrem Heimatland aus schreiben.

Die Steuererklärung sollte bis Ende Mai des folgenden Jahres beim Finanzamt abgegeben werden, spätestens aber bis zum 31. Dezember.
Wenn das Finanzamt die Steuererklärung bearbeitet hat, bekommen Sie einen "Steuerbescheid", in dem die Höhe der rückerstatteten - oder eventuell auch der nachzuzahlenden - Steuer steht.

Da bei der Steuererklärung viele Regelungen zu berücksichtigen sind - verschiedene Einkommensquellen, Doppelbesteuerungsabkommen etc. - ist es ratsam, sich von einem Steuerberater oder einer Steuerberaterin unterstützen zu lassen. Diese Beratung ist kostenpflichtig (ca. 100 bis 150 Euro). Adressen finden Sie im Telefonbuch oder im Internet über die Seite des Deutschen Steuerberaterverbandes e.V. (DStV).Auch so genannte Lohnsteuerhilfevereine bieten Beratung und Unterstützung bei der Steuererklärung. Um die Beratung in Anspruch nehmen zu können, müssen Sie Mitglied werden und einen jährlichen Mitgliedsbeitrag entrichten. Adressen finden Sie ebenfalls im örtlichen Telefonbuch.

Nachfolgend die Adresse des Finanzamts Bielefeld. Welche Stelle des Finanzamtes für Sie zuständig ist, hängt von Ihrem Wohnsitz in Bielefeld ab. Über die Zentrale (Telefon: 0521 - 548-0) oder das Internet werden Sie an die richtige Stelle weitergeleitet.

Öffnungszeiten:
Montag - Freitag: 8:30 - 12 Uhr
Dienstag: 8:30 - 12 Uhr
und 13:30 - 15 Uhr
und nach Vereinbarung

Bürgerbüro:
Montag, Mittwoch, Freitag: 7:30 - 12 Uhr
Dienstag: 7:30 - 15 Uhr
Donnerstag: 7:30 - 17 Uhr

Finanzamt Bielefeld-Innenstadt
Ravensberger Straße 90
33607 Bielefeld

Telefon: 0521 - 5480
Fax: 0800 100 9267 5305
Faxnummer aus dem Ausland: +49 - 521 - 5481200




Öffnungszeiten:
Montag - Freitag: 8:30 - 12 Uhr
Donnerstag: 8:30 - 13:30 - 15 Uhr und nach Vereinbarung

Bürgerbüro:
Montag - Mittwoch,
Freitag: 7:30 - 12 Uhr
Donnerstag: 7:30 - 17 Uhr

Finanzamt Bielefeld-Außenstadt
Ravensberger Straße 125
33607 Bielefeld

Telefon: 0521 - 5480
Fax: 0800 100 9267 5349
Faxnummer aus dem Ausland: +49 - 521 - 5481642

AnsprechpartnerIn:

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