Laborschule Bielefeld - Versuchsschule des Landes NRW an der Universität Bielefeld

Laborschule
Versuchsschule des Landes Nordrhein Westfalen an der Universität Bielefeld

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Laborschule Bielefeld

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Die Gruppenfahrten der Laborschule

Susanne ThurnGruppenfahrten sind in der Laborschule keine „Ferienreisen” für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, sie sind Bestandteil der gesamten unterrichtlichen Arbeit und daher immer inhaltlich wichtig und pädagogisch prägend.

Die Reisen bauen ein Stück weit aufeinander auf, die Anforderungen an die Schülerinnen und Schüler wachsen von Jahr zu Jahr. Während die Reisen in Haus I schon allein durch die Trennung vom Elternhaus mit den gewohnten Ritualen (zum Beispiel des abendlichen Schlafengehens) wichtige Herausforderungen für die Kinder der Stufe I mit sich bringen, erweitern sich diese in der Stufe II. Nach wie vor ist die Trennung von zu Hause bedeutsam. Hinzu kommt, dass der Ort, an den die Reise geht, ein Lerngegenstand ist, der zuvor und danach im Unterricht zum Thema wird: Der Wald und was es in ihm zu beobachten gilt; der Bauernhof mit seinen Tieren und Anbauten, das Biologiezentrum in Bustedt, das Wattenmeer… . Manchmal ist es auch ein besonderes Unterrichtsvorhaben, das während der Fahrten intensiver vorangebracht werden kann: Ein Theaterstück, eine Zirkusvorstellung, ein gemeinsames Märchenbuch…

In den Gruppen der Jahrgänge 3/4/5 haben alle Schülerinnen und Schüler der Laborschule den „Haushalts(s)pass” erworben. Die Fahrten ab dem 6. Schuljahr sind überwiegend Selbstversorgerfahrten. Neben den Herausforderungen der vorhergehenden Stufen, die fortbestehen (weiterhin ist der Ort Lerngegenstand und/oder ein besonderes unterrichtliches Vorhaben), kommt nun die Bewährung „im Ernstfall” hinzu. Planen, Kochen und Wirtschaften für die ganze Gruppe.
Im 7. Schuljahr der Stufe III muss dies alles für zwei Wochen organisiert und durchgeführt werden. Hinzu kommt, dass diese Reise eine Fahrt mit sportlichem Schwerpunkt ist, bei der in der Regel eine neue Sportart gelernt und geübt wird. Meist war es in den vergangenen Jahren das Skifahren. Und natürlich ist wieder der Ort ein wichtiger Lerngegenstand – in diesem Fall wären es beispielsweise die Alpen als durch unachtsamen Tourismus gefährdete Region.

Im 8. Schuljahr fahren möglichst alle Gruppen für drei Wochen ins Ausland, leben in ausländischen Familien und besuchen dort die Schulen ihrer Partnerinnen und Partner, die sie beim Gegenbesuch in Bielefeld betreuen. Kosten entstehen für die Fahrt selbst, für die besonderen Ausflüge und die gemeinsamen Vorhaben der ausländischen Schülerinnen und Schüler mit unseren Gruppen. In den letzten Jahren sind wir immer nach Schweden gefahren und konnten wir unser Ziel, drei Wochen dort zu bleiben, nicht mehr realisieren, weil dies den schwedischen Schulen zu aufwändig war.
Im 9. Schuljahr soll die Fahrt eine finanziell bescheidene sein. Einige Gruppen haben vernünftigerweise genau das zum Thema gemacht: Wie vergnügen wir uns ohne (viel) Geld in unserer direkten Umgebung, zum Beispiel mit: Fahrradfahren und Zelten in der Umgebung oder gar auf dem Bauernhof von Verwandten… oder jede Tischgruppe plant und gestaltet einen Tag für den Rest der Gruppe… oder mit Fahrrad und Zug in die umliegenden Städtchen reisen… oder günstige Busangebote beziehungsweise Bundesbahnsonderfahrten ausnutzen (samstags bis in weit entfernte große Städte) oder, oder, oder.

Die Studienfahrt am Ende der Schulzeit ging in den vergangenen Jahren fast immer nach Italien, also in ein Land, dessen Sprache alle gleichermaßen nicht kennen. Die inhaltlichen Ziele kann man am einfachsten so zusammenfassen. Wie kann ich mich zu Hause auf eine Ferienreise vorbereiten, wie finde ich selbstständig viel über das zu besuchende Land heraus, wie bereite ich mich auf wichtige Sehenswürdigkeiten so vor, dass ich sie am Ort auch sehe, denn: „Man sieht nur, was man kennt”, wie vergnüge und ernähre ich mich im fremden Land möglichst „neugierig” auf das „andere” und wo kaufe ich nette Mitbringsel…? Dass dann schließlich das Abschiednehmen in und mit der Gruppe eine wichtige Erfahrung wird, an die sich alle lange erinnern, ist selbstverständlich.

Susanne Thurn

Überblick über die Gruppenfahrten an der Laborschule

Stufe Jahrgang Dauer Ort Hinweise / Besonderheiten
I 0/1/2 2 - 3 Tage Nahbereich Bielefeld  Woanders übernachten, Gemeinschaft erleben, Natur erfahren... sind die wichtigen Anliegen in dieser Stufe.
II 3/4/5 4 - 5 Tage Deutschland Reisen werden thematisch vor- und nachbereitet zum Ort der Fahrt als Thema von Unterricht, z.B.: „Wald”, „Bauernhof”, „Wattenmeer”.
III 6 1 Woche Deutschland ab Jahrgang 6 sind die Fahrten Selbstversorgerfahrten, d.h. eigenständiges Hauswirtschaften soll erprobt werden zusätzlich zu den oben genannten Herausforderungen
7 2 Wochen Sportfahrt möglich als Radtour, Segeln, Kanutour usw., bisher meist Skifahren in (früher) Damüls bzw. (jetzt) Mittelberg Österreich, Ski sind vorhanden, Bekleidung muss selbst angeschafft werden.
IV 8 2-3 Wochen Sprachreise Fahrt zu Austauschschulen in Schweden, ein Jahr später Rückaustausch. Einbindung in das Curriculum Englisch.
9 1 Woche in der Region Zelten, Radtouren oder Ausflüge werden von der Gruppe selbst geplant und organisiert.
10 ca. 2 Wochen Studienfahrt in den letzten Jahren Italien für den ganzen Jahrgang. Alternativen, auch für einzelne Gruppen, sind möglich. Die Sehenswürdigkeiten bzw. Führungen vor Ort werden im Unterricht vorbereitet



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