Fakultät für ErziehungswissenschaftWissenschaftliche Einrichtung Oberstufen-Kolleg
 
 
Hintergrundbild
Hintergrundbild
Uni von A-Z
Universität Bielefeld > Oberstufen-Kolleg - Startseite > Wissenschaftliche Einrichtung > Projekte
  

Konzeption,Durchführung und Evaluation

Projektleiter:              Jürgen Elsholz

AntragstellerInnen: Jürgen Elsholz, Hans Hermsen, Beatrix Loghin, Josef Keuffer,

 

Status des Projekts

Der Schwerpunkt des Projekts liegt in der theoretischen Fundierung des Konzepts der Achtsamkeit, der praktischen Erprobung und didaktisch-methodischen Ausgestaltung eines Konzeptes zur Förderung der Aufmerksamkeit/Achtsamkeit/Selbstwirksamkeit von Schülerinnen und Schülern (und Lehrenden). Zudem soll ein Konzept zur Evaluation der Unterrichtseinheiten entwickelt werden. Der Schwerpunkt des ersten Förderjahres soll auf der Reflexion, Konzeption und Durchführung von konkreten Kursen liegen; der Schwerpunkt des zweiten Förderjahres in der Evaluationsforschung.

 

Zusammenfassung

Der Begriff der "Achtsamkeit" scheint zurzeit ein Modewort zu sein. In medizinischen und psychotherapeutischen Settings wird er allerdings schon seit ca. 10 Jahren in Forschung und Praxis benutzt. Mit Heinrich Dauber (2004) Vera Kaltwasser (2009) und Nils Altner (2007 / 2009) erhält der Begriff "Achtsamkeit" verstärkt auch in Schule und Erziehungswissenschaft eine Bedeutung. Wie der Begriff verwendet wird, welche Konzepte damit verbunden sind, welche Vorannahmen und ideologischen Sichtweisen damit verknüpft werden, welche inhaltlichen Differenzen zu Begriffen wie Aufmerksamkeit, Konzentration oder Gespür bestehen, dies soll in einem ersten Schritt geklärt werden. Jon Kabat-Zinn formulierte den Begriff folgendermaßen: "Achtsamkeit ist das Bewusstsein, das entsteht, indem man der sich entfaltenden Erfahrung von einem Moment zum anderen bewusst seine Aufmerksamkeit widmet, und zwar im gegenwärtigen Augenblick und ohne dabei ein Urteil zu fällen" (Kabat-Zinn 2006). Erreicht wird diese Aufmerksamkeit durch einen systematischen Prozess der Selbstbeobachtung (Übung von salutogenetischen Anthropotechniken), der Selbsterforschung und des achtsamen Handelns. Selbstbeobachtung und Selbsterforschung sind in diesem Zusammenhang als Fähigkeiten zu verstehen, alle Körperempfindungen, Sinneseindrücke, Gefühle und Gedanken als sich ständig wandelnde Erscheinungen wahr- und anzunehmen, "jedoch ohne dass dabei dem Impuls zu konditionierten, quasi automatischen Reaktionen nachgegeben wird" (Altner 2009).

In Medizin, Philosophie und Psychologie wird das Konzept der Achtsamkeit seit einigen Jahren intensiv diskutiert. Für dieses Projekt erscheint es daher sinnvoll, bestehende Parallelen zur Achtsamkeit wie etwa die ?gleich schwebende Aufmerksamkeit? (Epstein 1996), die "awareness" in der Gestalttherapie (vgl. Gremmler-Fuhr 1999), der ?felt sense? aus der Focusing-Theorie zu untersuchen und Gemeinsamkeiten und Unterschiede herauszustellen.Zum Thema "Achtsamkeit in derPädagogik" gibt es bisher nur sehr wenige Publikationen, das Thema scheint aber an Bedeutung zu gewinnen. Eine Pädagogik der Achtsamkeit ist ein Desiderat. Man spricht von Achtsamkeit in der Pädagogik, wenn es sich um eine pädagogische Konzepte handelt (vgl. Altner, Kaltwasser und Dauber), welche insbesondere durch folgende Grundsätze gekennzeichnet sind:

Ein besonderer Fokus giltder Kultivierung von Achtsamkeit in Form von praktischen Übungen (Dauber 2004/ Kaltwasser 2008), da ein rein theoretisches Konzept von Achtsamkeit nicht dazu geeignet zu sein scheint, diese hervorzubringen.