<?xml version="1.0"?>
<!DOCTYPE rdf:RDF PUBLIC "-//DUBLIN CORE//DCMES DTD 2002/07/31//EN" "http://dublincore.org/documents/2002/07/31/dcmes-xml/dcmes-xml-dtd.dtd">
<rdf:RDF xmlns:vCard="http://www.w3.org/2001/vcard-rdf/3.0#" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:rdf="http://www.w3.org/1999/02/22-rdf-syntax-ns#"><rdf:Description rdf:about="http://www.uni-bielefeld.de/Universitaet/Aktuelles/Exzellenzinitiative/graduate_school.html"><dc:source>http://www.uni-bielefeld.de/Universitaet/Aktuelles/Exzellenzinitiative/graduate_school.html?__xsl=/templates/null.xsl</dc:source><dc:title>Bielefeld International Graduate School in History and Sociology</dc:title><dc:creator>Markus Paulussen</dc:creator><dc:description>Bielefeld International Graduate School in History and Sociology</dc:description><dc:subject>Bielefeld International Graduate School in History and Sociology</dc:subject><dc:publisher>Universität Bielefeld</dc:publisher><dc:date>2008-10-09</dc:date><dc:language>de</dc:language><dc:format>text/html</dc:format>

   Homepage der BGHS


  Strukturierte Ausbildung von Doktoranden &#x2013; und  Quereinsteiger sind dabei
 Attraktive Stipendien und aktuelle  Forschungsfelder



Starke Partner: Graduiertenschule von Soziologen  und Historikern
Die Universität Bielefeld ist seit  ihrer Gründung stark in den Geistes- und Sozialwissenschaften. Die Bielefeld  Geschichtswissenschaft wurde von international herausragenden Forschern wie Reinhart  Koselleck, Hans-Ulrich Wehler und Jürgen Kocka geprägt. Und an der  (wahrscheinlich weltweit größten) Fakultät für Soziologie der Universität  Bielefeld lehrte mit Niklas Luhmann jahrzehntelang einer der bedeutendsten  Soziologen des 20. Jahrhunderts. Der exzellente Ruf der Bielefelder Soziologen  und Historiker münzt sich nun auch im Rahmen der Exzellenzinitiative aus:

Fast sechs  Millionen Euro aus  dem Topf der Exzellenzinitiative erhält die neu zu gründende Graduiertenschule  &#x201e;Graduate School in History and Sociology&#x201c; in den kommenden fünf Jahren zur  Förderung und Ausbildung hervorragender Doktoranden. &#x201e;Damit sind wir  international konkurrenzfähig&#x201c;, freut sich ihr Sprecher Prof. Dr. Jörg  Bergmann. Getragen wird diese Graduiertenschule von beiden Fakultäten: Die  gleichzeitige Beteiligung von Soziologen und Historikern macht sie im Vergleich  zu anderen einzigartig.
  .
  Die enge Zusammenarbeit kommt nicht  von ungefähr: &#x201e;Es gibt wechselseitig starke theoretische Einflüsse und  etablierte Forschungs- und Ausbildungsbeziehungen&#x201c;, sagt Bergmann. Und nicht  zuletzt haben beide Fakultäten &#x2013; nach wie vor eine Ausnahme in Deutschland -  bereits funktionierende Graduiertenschulen. Der Zusammenschluss, betont  Bergmann, stelle nicht nur eine Herausforderung durch die Auseinandersetzung  mit einer benachbarten Disziplin dar, sondern schärfe auch den Blick für das  eigene Fach.
Anders als in angelsächsischen  Ländern existiert eine wirkliche Doktorandenausbildung  im deutschsprachigen Raum bislang traditionell nicht oder seit wenigen Jahren  erst vereinzelt. &#x201e;Doktoranden werden individuell von ihren Professoren  ausgesucht und sind dann extrem von ihnen abhängig. Überspitzt gesagt, bestand  ihre Ausbildung lange vorrangig darin, für den Professor zu arbeiten; und ab  und an fiel etwas Beratung ab&#x201c;, erklärt Bergmann. Der Soziologe spricht aus  eigener Erfahrung: &#x201e;Ich habe meinen Chef abends stets mit dem Auto zum Bahnhof  gebracht. Da konnte er nicht entkommen, und ich hatte meine Beratung.&#x201c;
  
Strukturierte Ausbildung von Doktoranden &#x2013; und  Quereinsteiger sind dabei
Graduiertenschulen sollen die  Ausbildung der Doktoranden strukturieren. &#x201e;Wir wollen Doktoranden nicht als  fertige Wissenschaftler nehmen, sondern sie auch vor Überbeanspruchung schützen  und ihnen mit einer unterstützenden Infrastruktur zur Seite stehen.&#x201c; Diese  Infrastruktur besteht aus Beratung, Seminaren, Gastvorträgen externer  Referenten, aus Workshops und der Finanzierung der Teilnahme an Konferenzen.  Zugleich soll damit die individuelle Bindung zwischen Professor und Doktorand,  soll die starke Abhängigkeit aufgebrochen werden.
&#x201e;An der Fakultät für Soziologie  haben wir vor fünf Jahren die erste Graduiertenschule eingerichtet&#x201c;, erzählt  Bergmann. Sie hatte Modellcharakter und wurde durch Mittel des Deutschen  Akademischen Austauschdienstes (DAAD) aus dem Topf &#x201e;Promotion an Hochschulen in  Deutschland (PhD)&#x201c; ermöglicht. Nachdem diese Förderung beendet war, lief die  Graduiertenschule mit &#x201e;Bordmitteln&#x201c; der Fakultät und Unterstützung der  Universität weiter &#x2013; aber eben auf Sparflamme. 
Das wird sich nun ändern &#x2013; dank der  Millionen, die fließen werden. Den Doktoranden wird eine Grundstruktur, eine  Minimalanforderung an Ausbildung geboten, spezifische Seminare, die sich nur an  die Graduierten richten &#x2013; ohne, dass sie deshalb weitere Leistungsnachweise  erbringen müssen, wie vielfach gefürchtet. Von den Seminaren werden  ausländische Doktoranden und Quereinsteiger anderer Disziplinen besonders  profitieren. &#x201e;Im Extremfall kann auch ein Ingenieur in Soziologie promovieren.  Aber natürlich muss ich von ihm mehr als Grundkenntnisse des Faches verlangen,  muss erwarten können, dass er Max Weber, Adorno und Niklas Luhmann kennt. Aber  wenn er ein origineller Geist ist, ist das wichtiger als die Frage, was er  bisher gemacht hat.&#x201c;
Die Fördermittel sollen aber auch  helfen, Feldforschungen oder Archivstudien der Doktoranden zu finanzieren und  ihnen die Reise zu Symposien zu ermöglichen. Bergmann und seinen Kollegen  hoffen zudem, einen Gastprofessor für ein Semester einladen zu können und einen  &#x201e;Star&#x201c; ihrer Zunft vielleicht für eine Woche zu gewinnen &#x2013; zu einer &#x201e;Bielefeld  annual lecture series&#x201c;. Regelmäßig soll es zudem eine &#x201e;Autumn school&#x201c; geben,  organisiert von den Doktoranden selbst. Denn auch die Organisation von  Tagungen gehört heute zum &#x201e;Handwerkszeug&#x201c;.
  
Attraktive Stipendien und aktuelle  Forschungsfelder
Ein großer Teil der Gelder aber &#x2013;  etwa 40 Prozent -  wird in Stipendien  fließen. Sie werden höher als üblich dotiert sein und eine Laufzeit von drei  Jahren mit der Chance auf eine zweimalige Verlängerung von jeweils sechs  Monaten haben. &#x201e;Das wird unsere Graduiertenschule sehr attraktiv machen. Und  das ist auch nötig, weil wir mit Paris und Florenz konkurrieren.&#x201c; 
Insgesamt 160  Nachwuchswissenschaftler sollen in den kommenden fünf Jahren an der neuen  &#x201e;Schule&#x201c; auf dem Weg zur Promotion begleitet werden. Neben der Betreuung der  wissenschaftlichen Arbeit, betont Bergmann, werde man den Doktoranden auch  helfen, Berufs- und Tätigkeitsfelder zu erschließen.  Denn erfahrungsgemäß werden nicht alle eine  Laufbahn an einer  Hochschule anstreben  (können).  Für die, die eine akademische  Karriere im Auge haben, wird am Zentrum für interdisziplinäre Forschung  (ZiF) der Universität eine  Nachwuchs-Forschergruppe eingerichtet. 
Es sind, auch wenn individuell  gewählte Dissertationen möglich sind,   vor allem sechs Themenstränge,   die in den Doktorarbeiten verfolgt werden sollen: Etabliert sind die  Felder &#x201e;Wissenschafts- und Technikforschung&#x201c; (&#x201e;Science and technology  studies&#x201c;), &#x201e;Das Politische als Kommunikationsraum in der Geschichte&#x201c; (&#x201e;The  political as a communicative space in history&#x201c;) - dazu existiert an der  Abteilung Geschichtswissenschaft ein Sonderforschungsbereich - und  &#x201e;Weltgesellschaft&#x201c; (&#x201e;World societies&#x201c;). Neu für sich entdeckt haben Historiker  und Soziologen die Themen &#x201e;Historische und vergleichende Semantik&#x201c; (&#x201e;Historical  and comparative semantics&#x201c;) (wobei es um historische und soziologische  Grundbegriffe geht, die im Laufe der Zeit durchaus unterschiedlich verstanden  wurden), &#x201e;Soziale Ungleichheit&#x201c;(&#x201e;Social Inequalities&#x201c;) und  &#x201e;Verwandtschaftsstrukturen&#x201c;(&#x201e;Kinship&#x201c;). Gerade die beiden letztgenannten Themen  liegen in der Luft und werden die Sozial- und Geisteswissenschaftler in den  kommenden Jahren beschäftigen. 
  Bergmann zweifelt daher nicht  daran, dass nicht nur hervorragende junge Wissenschaftler von der Ausbildung an  der neuen Graduiertenschule profitieren werden, sondern dass von ihren  Dissertationen ebenso Anregungen für die Zunft zu erwarten sind.  
 
</rdf:Description></rdf:RDF