Christine Thon: Das “Erbe” der Frauenbewegung
Intergenerationale Tradierungs- und Transformationsprozesse in Frauenbiographien
(Diss.)
Die Bilanz nach drei Jahrzehnten westdeutscher Frauenbewegung macht deutlich,
dass die Frage nach dem Erfolg dieser Bewegung inzwischen zur Frage nach ihren
Auswirkungen über Generationen hinweg geworden ist. Die qualitativ-empirische
Untersuchung nimmt daher den Zusammenhang von Frauenbewegung und sozialem Wandel,
wie er im Leben von Frauen unterschiedlicher Generationen sichtbar wird, in den
Blick.
Um einen empirischen Zugang zu diesem komplexen Gegenstand zu finden, werden
Tradierungs- und Transformationsprozesse in Biographien von Großmüttern,
Müttern und Töchtern untersucht. Aus ihren miteinander verknüpften
Lebensgeschichten werden Prozesse sozialer “Vererbung” von kulturellen Praktiken
der Geschlechterkonstruktion, die Rolle kritischer oder affirmierender
Deutungsmuster des Geschlechterverhältnisses und “Spuren” der Frauenbewegung
rekonstruiert.
Die empirischen Daten werden mit Hilfe narrativer biographischer Interviews
gewonnen. Die Auswertung erfolgt in biographischen Fallstudien und
Fallvergleichen und zielt auf eine gegenstandsbezogenen Theoriebildung im
Sinne der Grounded Theory ab.
|