Idee und Entstehungskontext
Die Idee, eine Orientierungshilfe für qualitativ-empirische Abschlussarbeiten zu entwickeln, entstand bereits 2001 im Vorfeld einer Arbeitstagung der Forschungswerkstatt an der Universität Bielefeld, die sich mit der Rolle qualitativ empirischer Forschungsmethoden im erziehungswissenschaftlichen Studium beschäftigte. Das besondere dieser Tagung war, dass sie mit Unterstützung einer kleinen Gruppe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern im wesentlichen von Studierenden konzipiert, vorbereitet und durchgeführt wurde, die sich über mehrere Semester im Rahmen einer Forschungswerkstatt mit qualitativen Forschungsmethoden vertraut gemacht und sie in ihren Diplomarbeitsprojekten ausprobiert hatten. Auf der Tagung gab es u.a. einen Workshop, der insbesondere Studierenden in der Studienabschlussphase die Möglichkeit zum Austausch darüber bieten sollte, was es bedeutet, eine qualitativ empirische Abschlussarbeit zu planen und schreiben. Der Workshop wurde von DiplomandInnen vorbereitet, die selbst noch mitten im Arbeitsprozess steckten oder ihre Diplomarbeit gerade abgeschlossen hatten. Hier entstand die Idee, die eigenen Erfahrungen im Diplomarbeitsprozess systematisch zu sammeln, hatte sich doch schon mehrfach gezeigt, dass es trotz der Individualität solcher Arbeitsprozesse es eine Reihe sehr ähnlicher Erfahrungen gibt. Unabhängig vom gewählten Gegenstandsbereich und den konkreten methodischen Werkzeugen, scheint der Prozess des Schreibens einer qualitativ-empirischen Arbeit einige Charakteristika aufzuweisen, die in einer optimalen Situation schon in der Planung einer solchen Arbeit bewusst bedacht werden können.
Hier setzt der Gedanke zur Entwicklung einer Orientierungshilfe für Studierende an, die sich in der Vorbereitungsphase ihrer Abschlussarbeit befinden. Aus dem ersten Workshop hatte sich die Idee entwickelt, den Austausch mit und unter Studierenden, die am Anfang ihrer Abschlussarbeit stehen, nicht nur für den Austausch von Erfahrungen zu nutzen, sondern genauer herauszufinden, welche Fragen Studierende in dieser Phase beschäftigen. In unterschiedlichen Settings, etwa in der Forschungswerkstatt oder in Diskussionen mit Lehrenden wurde versucht, die beim Schreiben oder in der Betreuung qualitativ-empirischer Abschlussarbeiten stattfindenden Prozesse zu reflektieren, Erfahrungen systematisch zu sammeln und so aufzubereiten, dass sie interessierten Studierenden wieder zur Verfügung gestellt werden können. Auf der Basis vieler Gespräche und gesammelter Materialien und erweitert um den Gedanken eines interaktiven „work in progress“ entstand daraus das Konzept von aqua.rium.
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