Forschungsgruppe Biographie- und Kulturanalyse aqua.rium: Arbeitsforum qual.-emp. Abschlussarbeiten Universität Bielefeld

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Zeitaufwand und Prozesshaftigkeit qualitativ-empirischer Forschung


Ebenso wie die meisten anderen Abschlussarbeiten sind qualitativ-empirische Abschlussarbeiten zeitintensiv, und nicht selten lässt sich der tatsächliche Zeitaufwand erst im Verlauf der Arbeit einschätzen. Dennoch lassen sich einige Anhaltspunkte für die zeitliche Planung benennen.

Zunächst bestimmen bereits vorhandene Vorkenntnisse und Erfahrungen mit qualitativen Methoden den Zeitaufwand der Arbeit mit. Das Studium von Methodenbüchern vermittelt keine ausreichende Vorstellung davon, wie Forschung in der Praxis "funktioniert": Was tue ich konkret beim Interpretieren von Transkripten und wie entwickle ich "Kategorien aus dem Material heraus"? Fragen wie diese sind eigentlich nur über "learning by doing" zu beantworten - und das benötigt eben seine Zeit...

Für qualitativ-empirisches Forschen sind Offenheit und Prozesshaftigkeit der Arbeitsabläufe charakteristisch. Daraus können sich Zeitprobleme ergeben. Um die Forschungsfrage und das Methodendesign zu präzisieren, sind häufig erste Felderfahrungen nötig. Erste Auswertungen des empirischen Materials können neue Fragen an theoretische Konzepte aufwerfen. Ein qualitativer Forschungsprozess verläuft nicht strikt linear und erfordert eine gewisse Flexibilität des "Zeitbudgets" - dies sollte von vornherein bedacht und in die Planung einer Arbeit mit einbezogen werden.

Für die Erhebung von empirischem Material spielen nicht nur die eigenen Planungen eine Rolle, sondern auch die Zugänglichkeit des Feldes und dessen Zeitstrukturen. Diese bestimmen mit, wann beispielsweise eine teilnehmende Beobachtung möglich und sinnvoll ist oder wann Interviewtermine vereinbart werden können.

Zu guter Letzt können Probleme eher technischer Art wie das Ausfallen von Interviewterminen oder langwierige Transkriptionen schwer verständlicher Aufzeichnungen zu Zeitverschiebungen innerhalb des Forschungsprozesses führen, die im Vorfeld nicht unbedingt kalkulierbar sind.

Bei der Frage nach zeitlichen Ressourcen sollte also bedacht werden:
Sind bereits methodische Erfahrungen und Kenntnisse vorhanden oder müssen diese erst im Rahmen der Abschlussarbeit angeeignet werden?
Welcher Zeitrahmen steht insgesamt zur Verfügung und wie flexibel ist dieser?
Welche zeitlichen Strukturen sind durch das Forschungsfeld vorgegeben?

 
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