Tadeusz Sobolewicz: Lebensgeschichte als Argument
Ein deutsch-polnisches Zeitzeugenprojekt
Ausstellungseröffnung am 17. Februar 2006 um 11 Uhr
in der Bibliothek der Universität Bielefeld (Ebene C1)
Die Generation der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, die den NS-Völkermord
erlebt und überlebt haben, wird nicht mehr lange berichten können. Aus
diesem Grund haben sich zwanzig junge Menschen aus Polen und
Deutschland für ein ungewöhnliches Projekt zusammengefunden. Im
Mittelpunkt standen die Lebensgeschichte des Auschwitz-Überlebenden
Tadeusz Sobolewicz und die Fragen der heute jungen Generation in
Deutschland und Polen an die Vergangenheit. Den Rahmen dafür bot ein
Oral-History-Projekt, in dem Perspektiven aus unterschiedlichen
Generationen, nationalen, kulturellen und fachlichen Kontexten
miteinander ins Gespräch gebracht wurden.
Studierende der Bielefelder Fakultät für Pädagogik und des Instituts
für Geschichte der Jagiellonen Universität Kraków sowie Schülerinnen
und Schüler aus Salzgitter, Poznań und Oświęcim arbeiteten über einen
Zeitraum von gut einem Jahr zusammen. Ihr Ziel war, aus der
Auseinandersetzung mit der Lebensgeschichte des Zeitzeugen zu lernen.
Die Erfahrungen und Ergebnisse des Projekts wurden anschließend unter
der Fragestellung „Was es für mich bedeutet“ zu einer binationalen
Ausstellung aufbereitet. Entstanden ist eine lebendige Dokumentation
deutsch-polnischer Zusammenarbeit und europäisch orientierter
Erinnerungsarbeit.
Die Ausstellung richtet sich an alle, die sich für die Geschichte des
Holocaust und die deutsch-polnische Geschichte interessieren und etwas
über die Sichtweisen der heute jungen Generation erfahren möchten.
Lehrende und MultiplikatorInnen in der politischen Bildungsarbeit, die
sich über didaktische Möglichkeiten biographieorientierten, forschenden
Lernens nach dem Oral-History-Prinzip informieren möchten, können hier
Anregungen für die eigene pädagogische Praxis finden.
Damit das Projekt zustande kommen konnte, kooperierten vier Einrichtungen miteinander:
· die Internationale Jugendbegegnungsstätte in Oświęcim/Auschwitz,
· das Institut für Geschichte der Universität Kraków,
· die Stätte der Begegnung e.V. in Vlotho und
· die Fakultät für Pädagogik der Universität Bielefeld.
Die Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten der Bibliothek
bis zum 9. März 2006 zu sehen.
Kontakt für Informationen (Führungen, Begleitprogramm):
PD Dr. Bettina Dausien,
Fakultät für Pädagogik,
Universität Bielefeld,
Postfach 100 131,
D-33501 Bielefeld,
E-mail: bettina.dausien@uni-bielefeld.de
Dipl.-Päd. Ute Sauer,
Tel.: 0521/84445,
E-mail: utesauer@t-online.de
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