Forschungsgruppe Biographie- und Kulturanalyse Forschungsprojekt »Biografiearbeit« Universität Bielefeld

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Forschungsprojekt »Biografiearbeit«
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Pädagogische Biografiearbeit –
Konzepte, Methoden, Praxisfelder

Die Fortbildung

Von März 2004 bis Januar 2005 führt das Evangelische Bildungszentrum Bad Bederkesa eine berufsbegleitende Fortbildung zum Thema Pädagogische Biografiearbeit – Konzepte, Methoden, Handlungsfelder durch. Die Fortbildung richtet sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Erwachsenenbildung, Sozialpädagogik, Pflegebildung und aus anderen pädagogischen Berufsfeldern.

Ziel der Fortbildung ist es, die Bedeutung einer biografischen Perspektive für professionelles pädagogisches Handeln zu reflektieren und auf die beruflichen Felder der Teilnehmenden beziehbar zu machen. Zu diesem Zweck werden Konzepte und Methoden biografischer Arbeit aus verschiedenen pädagogischen Handlungsfeldern vorgestellt und an ausgewählten Beispielen aus der Praxis verdeutlicht. Dabei orientieren sich die Methoden der Fortbildung selbst an den Prinzipien biografieorientierter Bildungsarbeit. Die Fortbildung vermittelt nicht nur wissenschaftlich fundierte Inhalte, sondern wird zum praktischen Experimentierfeld für die Teilnehmenden. Die Bereitschaft zur Arbeit mit eigenen beruflichen Erfahrungen und zur biografischen Reflexion wird deshalb vorausgesetzt. Schließlich haben die Teilnehmenden Gelegenheit, im Rahmen der Fortbildung ein eigenes Projekt zu entwickeln, in der Gruppe vorzustellen und zu diskutieren.

Die Fortbildung besteht aus folgenden sechs Modulen, fünf Wochenendseminaren und einem Wochenseminar, für das die Anerkennung als Bildungsurlaub beantragt wird.

Modul 1: Biografie und professionelle Reflexivität
Einführung in theoretische Perspektiven, Ziele und Methoden pädagogischer Biografiearbeit
Fr.,  26.03.2004, 17.00 Uhr bis
So., 28.03.2004, 14.30 Uhr

Modul 2: Die Arbeit an der eigenen Biografie
Lebensgeschichte als Deutungshorizont und Ressource
Fr.,  07.05.2004, 17.00 Uhr bis
So., 09.05.2004, 14.30 Uhr

Modul 3: Werkstattwoche
Praxisbeispiele, Arbeitsfelder, Projektentwicklung
Mo., 28.06.2004, 11.30 Uhr bis
Fr.,  02.07.2004, 14.30 Uhr

Modul 4: Lebensgeschichtliches Erzählen
Bedingungen und Möglichkeiten biografischer Kommunikation
Fr.,  01.10.2004, 17.00 Uhr bis
So., 03.10.2004, 14.30 Uhr

Modul 5: Differenzerfahrungen in Lebensgeschichten
Zur Bedeutung von Geschlecht und Generation, sozialer und kultureller Zugehörigkeit in biografischen Konstruktionen
Fr.,  12.11.2004, 17.00 Uhr bis
So., 14.11.2004, 14.30 Uhr

Modul 6: Projektpräsentation und Evaluation
Reflexion und Qualitätssicherung professioneller pädagogischer Biografiearbeit
Fr.,  14.01.2005, 17.00 Uhr bis
So., 16.01.2005, 14.30 Uhr


Kostenbeitrag:
875,- € (DZ)/Einzelzimmerzuschlag: 10,- € pro Nacht
Die Zahlung kann in 3 Raten erfolgen.

Ein Faltblatt mit weiteren Informationen kann angefordert werden. Bei Fragen zur Fortbildung geben wir gern auch persönlich Auskunft.

Auskunft
Helga Flörcken-Erdbrink
Ev. Bildungszentrum Bad Bederkesa - Heimvolkshochschule
Alter Postweg 2
D-27624 Bad Bederkesa

Telefon: 04745 - 949515
Telefax: 04745 - 949596
E-Mail: helga.floercken-erdbrink@ev-bildungszentrum.de

Das Fortbildungsteam

Dr. Bettina Dausien, Dipl.-Psychologin, Sozialwissenschaftlerin, Privatdozentin an der Fakultät für Pädagogik der Universität Bielefeld

Helga Flörcken-Erdbrink, Dipl.-Sozialwissenschaftlerin, Supervisorin (DGSv), Pädagogische Mitarbeiterin des Ev. Bildungszentrums Bad Bederkesa

Dr. Andreas Hanses, Dipl. Soz. Pädagoge, wiss. Mitarbeiter, Universität Bremen

Regina Meyer, Dipl.-Sozialwirtin, Leiterin des Zeitzeugenprojekts der Freien Altenarbeit Göttingen e.V.

Daniela Rothe, Dipl.-Pädagogin, wiss. Mitarbeiterin, Universität Bielefeld

Kirsten Sander, Dipl.-Pädagogin, Lehrbeauftragte an der Universität Osnabrück, Referentin in der Pflegebildung

Das Projekt

Die Fortbildung ist Teil eines Forschungs- und Entwicklungsprojekts, das die Weiterentwicklung und Reflexion eines Qualifizierungskonzepts im Bereich Pädagogische Biografiearbeit zum Ziel hat. Eine explorative Vorstudie zu diesem Projekt, die im Jahr 2001 durchgeführt wurde, hat u.a. gezeigt, dass Professionelle in pädagogischen und sozialen Praxisfeldern zunehmend mit sehr individuellen Problemlagen, Interessen und Perspektiven von Menschen zu tun haben. Allgemeine Konzepte, aber auch zielgruppenspezifische Ansätze verlieren an Tragfähigkeit bzw. müssen ergänzt werden durch Methoden und Konzepte, die für biografische Besonderheiten sensibel sind, an den biografischen Potenzialen und Ressourcen der Einzelnen ansetzen und damit produktiv arbeiten.

Biografiearbeit heißt: neue Möglichkeiten des Lernens und der Entwicklung von Perspektiven zu eröffnen, Reflexionsfähigkeiten und Handlungspotenziale zu stärken. Dabei reicht Biografiearbeit über die individuelle Perspektive hinaus. Sie kann eine Basis dafür schaffen, in Anerkennung biografischer Besonderheiten sowie sozialer und kultureller Differenzen miteinander umzugehen, gemeinsam zu lernen, gemeinsame Interessen zu finden und zu entwickeln. In der Kommunikation über biografische Erfahrungen finden sich Unterschiede und Gemeinsamkeiten, können Eigenes und Fremdes, Neues und Bekanntes zugleich erfahrbar werden. Insbesondere durch biografische Kommunikation in Gruppen können Reflexionsmöglichkeiten angestoßen und Handlungsperspektiven entwickelt werden.

Professionelle in pädagogischen und sozialen Berufsfeldern wissen in der Regel, wie wichtig eine biografische Perspektive in der Arbeit mit Menschen ist. Sie wenden in ihrer Praxis vielfach auch biografisch orientierte Methoden an oder versuchen in der Gestaltung eines Arbeitsbereichs (z.B. in der offenen Altenarbeit, der Erwachsenenbildung oder der Schule) biografische Prinzipien zu berücksichtigen und umzusetzen. Häufig ist im Berufsalltag jedoch zu wenig Zeit oder der institutionelle Rahmen bietet zu wenig Raum, um biografische Ansätze mit ihren Möglichkeiten und Grenzen systematisch zu reflektieren und Konzepte für das eigene Arbeitsfeld zu entwickeln. Auch die für Biografiearbeit erforderlichen Kompetenzen - so ein Ergebnis der Vorstudie - erwerben viele Professionelle eher "nebenbei" und individuell, da es bislang noch kaum systematische Aus- und Fortbildungsangebote in diesem Bereich gibt.

Die Fortbildung, die im Rahmen des Projekts nun zum zweiten Mal durchgeführt wird, orientiert sich selbst an Prinzipien der Biografieorientierung und knüpft systematisch an die beruflichen Erfahrungen, Kompetenzen und Interessen der Teilnehmenden an. Sie bietet einen Rahmen, gemeinsam mit den anderen Teilnehmenden Ansätze und Methoden der Biografiearbeit kennen zu lernen, zu erproben und kritisch zu reflektieren. Als Hintergrund dafür werden theoretische Grundlagen und aktuelle Diskussionen aus der Biografieforschung sowie Erfahrungen aus unterschiedlichen Praxisfeldern eingebracht.

Das Projekt wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert.

Wissenschaftliche Projektleitung:

Dr. Bettina Dausien
Universität Bielefeld
Fakultät für Pädagogik, AG 2
Postfach 100 131
D-33501 Bielefeld

Telefon: 0521 - 1063149
E-Mail: bettina.dausien@uni-bielefeld.de

Pädagogische Leitung der Fortbildung:

Helga Flörcken-Erdbrink
Ev. Bildungszentrum Bad Bederkesa
Alter Postweg 2
27624 Bad Bederkesa

Telefon: 04745 - 949515
E-Mail: helga.floercken-erdbrink@ev-bildungszentrum.de

 
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