Informations-Management
 
 
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Barrierefreiheit

Seit dem Inkrafttreten des Gesetzes zur Gleichstellung behinderter Menschen ist Barrierefreiheit nicht mehr nur eine nette Geste, sondern für die Behörden des Bundes Pflicht. Seit dem 1. August 2002 müssen alle Seiten, die neu ins Netz gestellt werden, bestimmten Kriterien an die Barrierefreiheit genügen. Entsprechende Gesetze und Verordnungen auf Landes– und kommunaler Ebene sind in Vorbereitung und werden sich an die Vorgaben der BITV anlehnen.

Quelle: http://www.einfach-fuer-alle.de/artikel/bitv-reloaded/

Anforderung 1
Für jeden Audio- oder visuellen Inhalt sind geeignete äquivalente Inhalte bereitzustellen, die den gleichen Zweck oder die gleiche Funktion wie der originäre Inhalt erfüllen.

-> In dieser Anforderung geht es primär darum, das Vorhandensein und die Qualität der seit HTML 4 verbindlich vorgeschriebenen alternativen Texte zu Bildern, Imagemaps und anderen Nicht–Text–Elementen wie <object> zu überprüfen. Eigentlich ein einfaches Unterfangen, da die meisten Editoren hierfür separate Eingabefelder beim Einfügen von Objekten vorgesehen haben. Aber spätestens bei der Frage, was denn nun ein äquivalenter Text sei, scheiden sich die Geister.

Die Vorgabe beschränkt sich aber nicht nur auf alternative Texte zu grafischen Elementen. Wenn man den Text genau liest, stellt man fest, das hier alternative Texte zu sämtlichen optionalen Formaten, die nicht im Text direkt beschrieben werden, gefordert werden. Streng genommen muss also der gesamte grafische Inhalt einer Webseite zusätzlich nochmals in Textform hinterlegt oder beschrieben werden. Der Einfachheit halber haben wir die folgenden Tests in Bilder und deren Alternativen sowie sonstige optionale Formate aufgeteilt. mehr...

Anforderung 2
Texte und Graphiken müssen auch dann verständlich sein, wenn sie ohne Farbe betrachtet werden.

-> Circa zehn Prozent Ihres männlichen Publikums sind farbfehlsichtig, dass heisst diese Besucher verfügen über eine ungenügende Differenzierung von bestimmten Farben. Welche Farben dies sind, hängt von der Art der Farbfehlsichtigkeit ab, da es mehrere, höchst unterschiedliche Varianten gibt. Die wohl am häufigsten anzutreffende Fehlsichtigkeit ist der Rot–Grün–Verwechsler; diese Besucher können mit der Anweisung "Zum Bestellen drücken Sie bitte auf den grünen Knopf” unter Umständen nichts anfangen. mehr...

Anforderung 3
Markup-Sprachen (insbesondere HTML) und Stylesheets sind entsprechend ihrer Spezifikationen und formalen Definitionen zu verwenden.

-> Zu viele Texte werden in Bildern versteckt. mehr...

Anforderung 4
Sprachliche Besonderheiten wie Wechsel der Sprache oder Abkürzungen sind erkennbar zu machen.

-> Sinn dieser Anforderung ist, dass Sprachausgaben, wie sie von Menschen mit Seh– oder Lernbehinderung, aber auch in mobilen Zugangsgeräten wie Autos genutzt werden, einen Sprachwechsel oder andere sprachliche Besonderheiten in einem Dokument erkennen. Sollten in einem hauptsächlich deutschen Text fremdsprachliche Worte vorkommen, so müssen diese auch als solche ausgezeichnet werden. Dazu gehören nicht nur mittlerweile fast eingedeutschte Begriffe wie Browser oder Website, sondern auch Anglizismen. Nur mit einer entsprechenden Kennzeichnung können Fremd– und Lehnwörter nach den Ausspracheregeln ihrer ursprünglichen Sprache vorgelesen werden. mehr...

Anforderung 5
Tabellen sind mittels der vorgesehenen Elemente der verwendeten Markup-Sprache zu beschreiben und in der Regel nur zur Darstellung tabellarischer Daten zu verwenden.

-> Wenn Ihre Seiten tabellarische Daten enthalten (also Wetterdaten, Börsenkurse oder Preislisten), stehen die Chancen nicht schlecht, dass es zu den verschiedenen Zeilen und Spalten auch die entsprechenden Zeilen– und Spaltenköpfe mit den Überschriften der einzelnen Datenzellen gibt. Für diesen Einsatzzweck sieht HTML die entsprechenden Tags wie <caption>, <thead> und <tbody> sowie <th> und <td> mit den Attributen id und headers vor. Ohne diese Tags und Attribute ist es für jeden nicht–grafischen Browser unmöglich, in komplexen Tabellen die Daten in Zeile 29, Spalte 5 noch den entsprechenden Überschriften der Spalte oder Zeile zuzuordnen. mehr...

Anforderung 6
Internetangebote müssen auch dann nutzbar sein, wenn der verwendete Benutzeragent neuere Technologien nicht unterstützt oder diese deaktiviert sind.

-> Wenn Sie in Ihren Seiten den Inhalt sauber von der Verpackung getrennt halten, sollte die Erfüllung dieser Bedingung eigentlich kein Problem sein. Allerdings bedingt der Einsatz von CSS, dass Ihre HTML–Dokumente bereits vorher schon sauber strukturiert sein müssen, um auch ohne CSS noch verwertbar zu sein. mehr...

Anforderung 7
Zeitgesteuerte Änderungen des Inhalts müssen durch die Nutzerin, den Nutzer kontrollierbar sein.

-> Mit Zeitgesteuerte Änderungen des Inhalts können sowohl automatische Weiterleitungen in einer Seite als auch flackernde oder blinkende Inhalte sein. Auch Animationen, sei es per DHTML oder Flash fallen in diese Kategorie. Aber auch der gute alte blink–Tag kommt hier zu neuen Ehren. Bei Menschen mit Epilepsie können in bestimmten Frequenzen flackernde Inhalte einen Anfall auslösen. Daher sollten Sie schnelle Animationen oder zu schnelle Wechsel von Hell und Dunkel vermeiden. Dies gilt sowohl für animierte GIFs als auch alle sonstigen eingebetteten Formate wie Flash oder Java. mehr...

Anforderung 8
Die direkte Zugänglichkeit der in Internetangeboten eingebetteten Benutzerschnittstellen ist sicherzustellen.

-> Nach dieser Anforderung müssen sämtliche Inhalte einer Web–Angebotes genauso zugänglich sein wie der Rest der Seite auch, egal welche Technologie eingesetzt wird. Folgerichtig gelten also für Flash– und Java–Anwendungen oder auch für eingebettete oder verlinkte PDF–Dokumente die gleichen Kriterien für die Ausgabe in alternativen oder assistiven Medien und die Bedienung per Tastatur oder anderen Hilfsmitteln. mehr...

Anforderung 9
Internetangebote sind so zu gestalten, dass Funktionen unabhängig vom Eingabegerät oder Ausgabegerät nutzbar sind.

-> Bei oberflächlicher Betrachtung ist dies eine sehr allgemeine Formulierung, die als Fallback für alle Eventualitäten dient, die nicht explizit in der BITV erwähnt sind. Wenn man allerdings bedenkt, dass Internet nicht mehr ausschließlich auf großen Computermonitoren stattfindet, wird auch der eigentliche Sinn dieser Vorgabe klar: Nicht jedes Ausgabegerät verfügt über die selben Möglichkeiten wie der Rechner, auf dem eine Seite entwickelt wurde und auch ein Drucker ist ein mögliches Ausgabegerät. mehr...

Anforderung 10
Die Verwendbarkeit von nicht mehr dem jeweils aktuellen Stand der Technik entsprechenden assistiven Technologien und Browsern ist sicherzustellen, so weit der hiermit verbundene Aufwand nicht unverhältnismäßig ist.

-> Sollte sich in der Entwicklung einer Website allerdings herausstellen, dass veraltete oder insbesondere nicht Standard–konforme Zugangsformen nur mit unverhältnismäßig hohen Mitteln oder auch gar nicht zu unterstützen sind, so können diese außen vor bleiben. Die BITV spielt damit indirekt den Ball wieder an die Hersteller zurück, die für eine Verbesserung Ihrer Produkte sorgen müssen. mehr...

Anforderung 11
Die zur Erstellung des Internetangebots verwendeten Technologien sollen öffentlich zugänglich und vollständig dokumentiert sein, wie z.B. die vom World Wide Web Consortium entwickelten Technologien.

-> Älteren Auszeichnungssprachen wie HTML 3.2, aber strenggenommen auch HTML 4.x ist damit die Geschäftgrundlage entzogen, da es mit XHTML bereits eine neuere Version gibt. Diese Bedingung gilt insbesondere für Sprachelemente älterer HTML–Versionen wie <font> und ähnliche Tags, die in HTML 4 als depreceated gekennzeichnet sind. mehr...

Anforderung 12
Der Nutzerin, dem Nutzer sind Informationen zum Kontext und zur Orientierung bereitzustellen.

-> keine Frames mehr...

Anforderung 13
Navigationsmechanismen sind übersichtlich und schlüssig zu gestalten.

-> Der Text eines Hyperlinks, sprich der gesamte verlinkte Text muss auch ohne seinen Satzzusammenhang noch zuverlässige Aussagen über das Ziel des Links machen. Viele assistive Browser, aber auch immer mehr herkömmliche grafische Browser können als Orientierungshilfe die Links einer Seite zusammenfassen und getrennt darstellen. Wenn Ihre Links also nicht eindeutig benannt sind, sind sie für diese Hilfen nicht brauchbar. Zudem ist der Text eines Links auch genau der Text, der in den meisten Browsern für ein Lesezeichen (Favorit oder Bookmark) benutzt wird, wenn ein Besucher sich ein solches Bookmark für einen Link setzt.
Tests mit Netz–Neulingen haben gezeigt, daß diese oftmals verwirrt sind, wenn ein Link sie auf eine externe Seite führt, die von einem anderen Server kommt und damit zwangsläufig ein anderes Design präsentiert. Daher sollten Sie externe Links als solche ankündigen und entsprechend kennzeichnen. Gängige Methoden sind hierfür kleine GIFs, die einem externen Link vorgeschaltet sind oder auch das title–Attribut des Link–Ankers, in das Sie zusätzliche Informationen einfügen können. mehr...

Anforderung 14
Das allgemeine Verständnis der angebotenen Inhalte ist durch angemessene Maßnahmen zu fördern.

-> Kein Anbieter kann davon ausgehen, dass die Besucher seiner Website die in der Organisation des Anbieters gängigen Fachtermini beherrschen. Viele Texte, die sich an ein großes Publikum richten, werden trotzdem in einer Sprache verfasst, die fast schon ein abgeschlossenes Studium im jeweiligen Fachbereich voraussetzt. Sofern es sich nicht um Fachtexte handelt, sollten Sie also weitestgehend auf die beliebten Anglizismen und andere fremdsprachliche Formulierungen verzichten. mehr...

 

Quelle: http://www.einfach-fuer-alle.de/artikel/bitv-reloaded/

Barrierefreies PDF

Ist das Quell-Dokument strukturiert erstellt worden, also mit Formatvorlagen, dann ist der wesentliche Schritt zur zugänglichen PDF-Datei getan. (Überschrift 1-9, Fließtext etc.).

Zu den Office-Programmen, die eine brauchbare Dokumentstruktur erzeugen können und diese Informationen bei der Konvertierung (Umwandlung) nicht verlieren, gehören die Microsoft-Produkte Word, Excel und PowerPoint (Windows-Versionen 2000, 2002/XP, Mac-Versionen ab 2000), sowie das immer beliebter werdende OpenSource-Paket »OpenOffice 1.1« bzw. »StarOffice 6.0«. Da ich selber kein Word-Fachmann bin, müssen Sie hier weitere Quellen zur Umsetzung in Word 2007 hinzuziehen.

Gerade bei Antragsverfahren sind PDF-Formulare – aufgrund ihrer
1:1-Darstellung – sehr verbreitet und oft vorgeschrieben. Damit das
Ausfüllen eines Formulars auch für blinde Menschen möglich wird, ist
es erforderlich, neben den bereits angesprochenen Punkten auch
Hilfetexte zum Ausfüllen des Formulars zu hinterlegen, die ggf.  nur für den Screenreader »sichtbar« sind.

Quelle: http://www.einfach-fuer-alle.de/artikel/pdf_barrierefrei/

In einem vorhandenen PDF-Dokument Tags hinzufügen:

Das Erstellen eines mit Tags versehenen Dokuments direkt in der Ausgangsanwendung ist die beste Methode, um PDF-Dokumente barrierefrei zugänglich zu machen. Wenn ein PDF-Dokument ohne Tags erstellt wurde, können Sie die Funktion „Tags zu Dokument hinzufügen“ in Adobe Acrobat Professional 9.0 verwenden, um das Dokument mit Tags zu versehen.

  1. Öffnen Sie das PDF-Dokument.
  2. Wählen Sie „Erweitert“  > „Ein-/Ausgabehilfe“ > „Tags zu
Dokument hinzufügen“.

Hinweis: Bei Ausführung des Befehls „Tags zu Dokument hinzufügen“ werden alle Tags entfernt, die sich zuvor im Dokument befanden.

Die Formularfelder müssen sinnvoll beschrieben werden und nicht TextBox1 - TextBox288. (Belegbogen)

Im Umschreibungsantrag befinden sich gar keine Formularfelder, sondern nur grafische Zeilen, dieses ist so nicht barrierefrei und muss grundlegend umgestellt werden. („Erweitert“  > „Ein-/Ausgabehilfe“ > „Formularfelderkennung ausführen")

Wenn die Dokumentsprache für eine PDF-Datei eingerichtet ist, können einige Bildschirmlesehilfen auf die entsprechende Sprache umschalten. Mit Acrobat Pro, Acrobat Pro Extended und Acrobat Standard können Sie die Sprache für ein ganzes Dokument festlegen. Mit Acrobat Pro und Acrobat Pro Extended können Sie die Dokumentsprache außerdem für einzelne Abschnitte eines mehrsprachigen Dokuments festlegen.

   * Wenn Sie die Sprache für ein ganzes Dokument festlegen möchten, wählen Sie „Datei“ > „Eigenschaften“. Wählen Sie anschließend auf der Registerkarte „Erweitert“ unter „Leseoptionen“ im Menü „Sprache“ eine Sprache.

Weitere Infos bei Adobe:
http://www.adobe.com/de/accessibility/products/acrobat/