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Justice, Pluralism, and Social Criticism
Author's Colloquium with Michael Walzer
January 9th - 10th 2002
Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld

Wissenschaftliche Leitung: Axel Honneth (Frankfurt am Main)

Mit guten Gründen gilt Michael Walzer schon seit geraumer Zeit als einer der produktivsten und interessantesten politischen Theoretiker unserer Tage. Wie nur wenige andere seiner Zeitgenossen ist er dazu in der Lage, aktuelle Fragen der Politik auf höchst originelle Weise im Rückgang auf die Geschichte des politischen Denkens zu klären, indem er traditionelle Konzepte hermeneutisch auf eine vollkommen veränderte Konstellation anzuwenden vermag; dabei sind seine eigenen Lösungsvorschläge stets von dem normativen Impuls geprägt, den Geist jener Ansätze einer partizipatorischen Demokratie wachzuhalten und zu erneuern, den er in den lokalen Gemeinschaften der nordamerikanischen Bürgergesellschaft angelegt sieht. Das Spektrum seines Werkes reicht von grundlegenden Abhandlungen zur Legitimität des Krieges über den Entwurf einer pluralistischen Gerechtigkeitstheorie bis hin zu theoriegeschichtlich angelegten Studien zur Gestalt des modernen Intellektuellen; in den letzten Jahren ist er auch in der Bundesrepublik zu besonderer Prominenz gelangt, weil er sich mit einer Vielzahl von Beiträgen in die Auseinandersetzung zwischen Liberalismus und Kommunitarismus eingemischt hat, indem er gegenüber beiden Positionen auf die Bedeutung einer kommunitär verwurzelten Partizipation hingewiesen hat.

In dem geplanten Workshop zum Werk von Michael Walzer soll der Versuch unternommen werden, die philosophische Bedeutung seiner theoretischen Erneuerungen in drei verschiedenen Bereichen zu diskutieren und zu prüfen. In einem ersten Schwerpunkt wird der Frage nachgegangen, inwiefern seine Sphärentheorie der Gerechtigkeit auf der einen Seite gegenüber stärker prozeduralistisch orientierten Ansätzen, auf der anderen Seite gegenüber strikt egalitaristischen Ansätzen bestehen kann (Plurale Gerechtigkeitstheorie). In einem zweiten Schwerpunkt soll die Frage erörtert werden, wie sich Michael Walzer in neueren Schriften den Zusammenhang von liberaler Gesellschaftsordnung und kulturellem Pluralismus denkt; hier wird vor allem zu berücksichtigen sein, wie die Idee der Zentralität lokaler und ethnischer Gemeinschaften in ein erweitertes Konzept der Staatsbürgerschaft zu integrieren ist (Liberalismus und kultureller Pluralismus). In einem dritten Schwerpunkt schließlich werden die Fragen erörtert, die sich im Zusammenhang von Walzers typisierender Darstellung des modernen Intellektuellen stellen; hier wird zu diskutieren sein, ob es neben den von ihm präferierten Modell einer lokalen, immanent ansetzenden Gesellschaftskritik noch andere, ebenso legitime Modelle der Gesellschaftskritik geben kann (Formen der Gesellschaftskritik).

Die Tagungssprache wird Englisch sein.

Anfragen zur Tagungsorganisation beantwortet das Tagungsbüro des ZiF:
Marina Hoffmann, Tel. (0521) 106-27 68; Fax (0521) 106 60 24;
Email: Marina.Hoffmann@uni-bielefeld.de

 
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