Archiv Bielefelder Unizeitung 2001 - 2006


BUZ Nummer Datum Teilüberschrift Überschrift Einleitungstext Beschreibung Bild Bildtitel Link
223/2006 02.08.06 Auszeichnung für Bielefelder Nanochemiker Wilhelm-Manchot-Forschungsprofessur für Professor Achim Müller (BUZ) Die Fakultät für Chemie der Technischen Universität München und die Pinguin-Stiftung haben dem emeritierten Bielefelder Chemieprofessor Achim Müller die Wilhelm-Manchot-Forschungsprofessur 2006 verliehen. Die Verleihung fand am 8. Mai im Rahmen eines Festkolloquiums in der Technischen Universität München statt. "Mit dieser Auszeichnung werden Müllers Beiträge zur anorganischen Nanochemie, insbesondere seine Arbeiten zur Bildung, Struktur und Funktionschemie von Polyoxometallverbindungen gewürdigt", heißt es in der Begründung der TU München. In seinem Festvortrag sprach der Preisträger über das Thema "Poröse Kapseln: Ästhetik und Funktion in Harmonie".

Professor Achim Müller gilt als einer der international führenden Wissenschaftler auf dem Gebiet der löslichen Metalloxide und Metallsulfide und ihrer strukturellen Selbstorganisation. Seine Forschungsschwerpunkte liegen unter anderem im Bereich der anorganischen Nanochemie, wo er richtungsweisende Arbeiten zu Übergangsmetallkomplexen und deren elektronischen Struktur, der bioorganischen Chemie sowie zu Nanostrukturen von Polyoxometallen vorlegte.

Seit 1991 verleiht die Pinguin-Stiftung die Manchot-Forschungsprofessur an herausragende Wissenschaftler und würdigt damit ihr wissenschaftliches Gesamtwerk. Mit dieser Auszeichnung wird zugleich an den Chemiker Wilhelm Manchot (1869-1945) erinnert, nach dem die Pinguin-Stiftung benannt ist - "Manchot" bedeutet im Französischen "Pinguin". Eine wichtige Intention der Stiftung ist der Austausch zwischen dem Preisträger und dem wissenschaftlichen Nachwuchs.

Das Foto zeigt von links: TUM-Präsident Prof. Wolfgang A. Herrmann, Preisträger Prof. Dr. Achim Müller, Thomas Manchot von der Manchot-Stiftung, Prof. Johannes Buchner, Dekan der Fakultät für Chemie der TUM, Prof. Johannes Lercher, Kontaktmann der TUM zur Manchot-Stiftung.

   
221/2005 26.08.06 Personalie Hans-Walter Schmuhl neuer apl. Professor   Dr. Hans-Walter Schmuhl ist im Juni 2005 zum außerplanmäßigen Professor an der Fakultät für Geschichtswissenschaft, Philosophie und Theologie ernannt worden. Er wurde 1957 in Oberhausen/Rheinland geboren und studierte Geschichte, Latein und Deutsch in Bochum und Bielefeld. 1984 bis 1985 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fakultät für Geschichtswissenschaft. 1986 wurde er mit einer Arbeit über "Rassenhygiene, Nationalsozialismus, Euthanasie. Von der Verhütung zur Vernichtung 'lebensunwerten Lebens', 1890-1945" promoviert. Von 1986 bis 1991 arbeitete Schmuhl als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bielefelder Sonderforschungsbereich "Sozialgeschichte des neuzeitlichen Bürgertums: Deutschland im internationalen Vergleich". 1995 habilitierte er sich mit einer Arbeit über "Die Herren der Stadt. Bürgerliche Eliten und städtische Selbstverwaltung in Nürnberg und Braunschweig vom 18. Jahrhundert bis 1918". In der Zeit von 1997 bis 1999 folgten Lehrstuhlvertretungen an den Universitäten Bielefeld und Halle-Wittenberg. 1999 war er als Gastwissenschaftler im Forschungsprogramm "Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus" in Berlin tätig. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen die Geschichte des Nationalsozialismus, vergleichende Genozidforschung, Psychiatriegeschichte, Diakoniegeschichte, Bürgertums- und Stadtgeschichte. Hans-Walter Schmuhl lebt als selbständiger Historiker (Agentur ZeitSprung) in Bielefeld. Er ist stellvertretender Vorsitzender des Instituts für Diakonie- und Sozialgeschichte an der Kirchlichen Hochschule Bethel.    
221/2005 21.11.05   Prof. Dr. Joachim Heberle   Privat-Dozent Dr. Joachim Heberle, Forschungszentrum Jülich (Institut für Biologische Strukturforschung), hat den Ruf auf eine W3-Professur für Biophysikalische Chemie an der Universität Bielefeld (Nachfolge Eberhard Neumann) angenommen. Joachim Heberle (Jahrgang 1960) studierte Chemie an den Universitäten Stuttgart und Würzburg. Er promovierte 1991 bei Norbert A. Dencher an der FU Berlin über Protonentransferreaktionen innerhalb und entlang von Bacteriorhodopsin. Von 1991 bis 1993 war er als Postdoc am Hahn-Meitner-Institut Berlin (Neutronenstreuung) beschäftigt. Danach ging er mit Georg Büldt an das neugegründete Institut für Biologische Strukturforschung des Forschungszentrums Jülich, wo er mit seinem jetzigen Arbeitsgebiet, der zeitaufgelösten Schwingungsspektroskopie an Membranproteinen, begann. Diese Zeit wurde unterbrochen durch Forschungsaufenthalte an der University of Arizona in Tucson (bei George Atkinson) und an der Universität Göteborg (bei Bo Malmström). 1998 habilitierte er sich an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf für das Fach Biophysikalische Chemie. Seine weiteren Forschungsgebiete sind die Analyse des aktiven Elektronen- und Ionentransport durch biologische Membranen sowie die Aufklärung von Signaltransduktionsmechanismen auf molekularer Ebene. Daneben werden verschiedene Photosensoren und das Verhalten von Proteinen an Metalloberflächen untersucht.    
206/2001 31.05.01 DFG richtet Forschergruppe zum Ökosystem Bergregenwald ein Tropenwald- und Afrika-Forschung der Bielefelder Ökologen (BUZ) Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat eine neue Forschergruppe zum Ökosystem des tropischen "Nebelwaldes" Ecuadors eingerichtet, die Wissenschaftler von zehn Universitäten und Forschungsmuseen zusammenführt. Die Ökologen der Fakultät für Biologie der Universität Bielefeld sind in der neuen Gruppe mit zwei Projekten vertreten. Beteiligt sind sie außerdem an einem Afrika-Projekt im BIOLOG-Verbund des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Über die drei Forschungsprojekte berichten wir im Folgenden. Bergregenwälder gehören zu den artenreichsten Regionen der Erde: Dort leben zahllose Tier- und Pflanzenarten pro Quadratkilometer, wie an kaum einem anderen Ort. Zugleich werden tropische Bergregenwälder durch Abholzung und Brandrodung dramatisch zerstört. Die Zeit drängt, will man diese Ökosysteme verstehen lernen - und damit auch ihren Wert für die Welt und die Länder, in denen sie vorkommen. Die absehbaren Gefahren für diese Ökosysteme haben die Bundesregierung sowie die Deutsche Forschungsgemeinschaft veranlasst, in zwei Regionen der Welt, in Ecuador und in Afrika, Großforschungsprojekte einzurichten.

In zwanzig Forschungsprojekten sollen Botaniker, Zoologen, Bodenkundler, Forstwissenschaftler, Geographen und Klimaforscher das Ökosystem des ecuadorianischen Bergregenwaldes enträtseln. Die neue Forschergruppe "Funktionalität in einem tropischen Bergregenwald Ecuadors: Diversität, dynamische Prozesse und Nutzungspotentiale unter ökosystemaren Gesichtspunkten" baut auf Ergebnissen von elf Projekten der Grundlagenforschung auf, die von der DFG in den vergangenen Jahren mit knapp 3,5 Millionen Mark gefördert worden sind.

Die DFG-Forschergruppe will "an einem modellhaft ausgewählten Waldgebiet in den Anden Süd-Ecuadors in einem breiten interdisziplinären Ansatz gänzlich neue Wege gehen", wie der Sprecher der Forschergruppe Professor Konrad Fiedler von der Universität Bayreuth betont. Gute Voraussetzungen bietet den Forschern die im süd-ecuadorianisch-peruanischen Grenzgebiet gelegene Forschungsstation "San Francisco" - eine Station im Urwald, unwegsam im steilen Gelände, in unmittelbarer Nähe zum 15 000 Hektar großen Podocarpus-Nationalpark.

Die Wissenschaftler wollen mit Hilfe Tausender Boden-, Wasser-, Pflanzen- und Tierproben wichtige geowissenschaftliche und biologische Eigenschaften des Bergregenwaldes erfassen: Klima- und Bodendaten, Merkmale der Pflanzen- und Tierarten und ihrer Lebensgemeinschaften. In einem zweiten Schritt wollen die Forscher die Funktionsweise wichtiger Teilsysteme - etwa das Zusammenleben von Pflanzen und Tieren sowie Wechselwirkungen zwischen Vegetation, Boden und Atmosphäre - untersuchen, um daraus Schlussfolgerungen für den nachhaltigen Schutz des Bergregenwaldes zu ziehen.

Bis jetzt fanden die Forscher in der unmittelbaren Umgebung der Forschungsstation mehr als 1500 verschiedene Pflanzenarten. Diese Fülle zu dokumentieren, ist eines der Ziele der Forschergruppe, woran die Abteilung Ökologie der Universität Bielefeld maßgeblichen Anteil hat. Mit Hilfe von Herbaraufsammlungen kann die Biodiversität der Pflanzen wissenschaftlich gut beschrieben werden. Ergänzend hierzu haben die Bielefelder Ökologen unter Federführung von Dr. Helmut Dalitz eine datenbankbasierte Software ("Visual Plants") konzipiert, die dem Nutzer digitalisiertes Bildmaterial als Bestimmungshilfe anbietet. Das Bildmaterial wird durch die Digitalisierung von Fotografien, aber auch durch direktes Einscannen der Pflanzen am Standort gewonnen. Durch vielfältige Suchfunktionen, vornehmlich von vegetativen Merkmalen, können aufgefundene Pflanzen schnell eingeordnet werden.

Mehrere Fotografien sind auf der Homepage der Bielefelder Abteilung Ökologie bereits anzusehen. Das Teilprojekt will den gesamten Pflanzenbestand im Internet als Da-tenbank zugänglich machen.

Im Juli werden die Ökologen der Universität Bielefeld eine Foto-Ausstellung in der Universitätsbibliothek (in C1) präsentieren, die die "Tropische Vielfalt" der Pflanzen (und Tiere) in Costa Rica und Ecuador zum Thema hat. "Vielfalt", sagt Helmut Dalitz, lässt sich nur durch viele Bilder zeigen, und die verwirrende Fülle von Formen und Farben wird auch einen ästhetischen Eindruck nicht vermissen lassen".

Die begonnene artgenaue Erfassung der Pflanzengesellschaften in Costa Rica und in Ecuador zeigt eine sehr variable Artenkombination. Im Gegensatz zur Kulturlandschaft Mitteleuropas, in der oft ganz feste Artengarnituren zusammen vorkommen,...

    Link
206/2001 31.05.01 Jahresempfang der Universität Bielefeld Universität muss sich mehr in die Lebenswelten der Bürger öffnen (BUZ) Der Jahresempfang der Universität Bielefeld war dieses Mal mit einem Rektoratswechsel verbunden sowie mit der Vergabe des Karl-Peter-Grotemeyer-Preises für gute Lehre, den die Bielefelder Literaturwissenschaftlerin Katja Behnke von der Westfälisch-Lippischen-Universitätsgesellschaft erhielt. Der Einladung zum Jahresempfang, an dem auch NRW-Bildungsministerin Gabriele Behler teilnahm, waren über 600 Gäste aus dem In- und Ausland, darunter auch Professor Hans Weiler von der Stanford University, sowie zahlreiche Hochschulangehörige gefolgt. Für Ministerin Behler war der Jahresempfang auch eine gute Gelegenheit, den Amtswechsel mit einer Zwischenbilanz, einer Würdigung der Vergangenheit und mit einem Ausblick in die Zukunft zu verbinden.

"Der Blick zurück offenbart eine erstaunliche Erfolgsgeschichte nicht nur der Universität Bielefeld, sondern des Bildungsstandortes NRW insgesamt", sagte Behler. Habe es in NRW Mitte der 60er Jahre nur drei Universitäten und die Technische Hochschule Aachen und Münster als einzigen westfälischen Universitäts-Standort gegeben, stelle die Universität Bielefeld heute in dem einst hochschulfernen Gebiet Ostwestfalen-Lippe das Zentrum der Wissenschaft dar mit einem Renommee weit über diesen Raum hinaus.

Behler verwies auch auf die außerordentliche positive Beurteilung der Universität Bielefeld durch den Expertenrat und auf den unlängst im stern veröffentlichten Universitätstest, wonach die Universität Bielefeld mit Erziehungswissenschaften neben Mathematik und Geschichte beim Ranking Spitzenplätze einnimmt.

Behler hob ausserdem die Bedeutung der Weiterentwicklung der Genomforschung und Bioinformatik an der Universität Bielefeld hervor. Sie seien derzeit wohl die wichtigsten Forschungsinititativen. Die Ministerin kündigte an, die Universität habe "gute Aussichten, dass sich hieraus eine Graduate School als eines der zunächst fünf Excellenzzentren des Landes entwickelt".

Behler dankte dem scheidenden Rektor Gert Rickheit für dessen Amtsführung, die gekennzeichnet war von Stabilität und Kontinuität. Dabei sei er stets offen für Innovationen - insbesondere auch in seinem eigenen Forschungsgebiet - gewesen. Bei allem Engagement für das Amt an der Spitze der Hochschule habe er immer noch Zeit für seine wissenschaftliche Arbeit auf dem Gebiet der Klinischen Linguistik gefunden. Für Behler um so bewundernswerter, als in die Amtszeit von Rickheit der außerordentlich wichtige Neustrukturierungs- und Umdenkungsprozess fiel, der durch den Qualitätspakt eingeleitet wurde. Auf den von der Öffentlichkeit interessiert verfolgten Qualitätspakt, in dem es der Politik nicht allein um Qualität, sondern auch um Einsparungen gegangen sei, wies auch Gert Rickheit zuvor in seiner rückblickenden Rede hin. Der Qualitätspakt sei ein wichtiger Anlass gewesen, "über das eigene Profil und Weichenstellungen für die nächsten zehn Jahre nachzudenken". Dies sei in einem "wirklich vorbildlich konsensuellen Verfahren geschehen".

In der Begrüßung des neuen Rektors Dieter Timmermann und der neuen Leitungscrew mit den Professoren Christoph Gusy, Katharina Kohse-Höinghaus, Wolfgang Krohn, Gerhard Sagerer und dem künftigen Kanzler Hans-Jürgen Simm machte Behler deutlich, dass Timmermann als Bildungsplaner, aber auch wegen seiner wissenschaftlichen Herkunft als Volkswirt für die verantwortungsvollen Zukunftsaufgaben der Hochschule bestens gerüstet sei. Seine bisherigen Arbeitsschwerpunkte, wie Bildung und Beschäftigung, Effizienz im Bildungswesen, Bildungsmanagement und Qualitätsmanagement, "prädestinieren ihn geradezu für die Leitung der Universität Bielefeld".

Wie Bildungsministerin Gabriele Behler ging auch Timmermann auf Rickheits Amtsführung in den Zeiten des Qualitätspakts ein. "Es ist sicherlich eine große Führungsleistung von Gert Rickheit gewesen", sagte der neue Rektor, "dass er die Fallen und Fallstricke des Qualitätspaktes gemeinsam mit dem Rektorat, der Senatskommission und dem Senat gemeistert hat, und zwar durch einen transparenten Führungsstil, der zum Ergebnis hatte, dass alle Stellungnahmen von Rektorat und Senat zum Qualitätspakt einstimmig den Senat passieren konnten. Zugleich zeigt die Tatsache, dass die Universität Bielefeld aus dem Qualitätspaktprozess nur mit der Auflage kleinerer studienstruktureller Korrekturen und mit dem Verbleib der Primarstufenlehrerausbildung an diesem Standort herausgekommen ist, dass erstens das Feld der Studiengänge gut bestellt ist, zweitens die Absicht, dort, wo es Sinn macht, eine Art Dre...

     
206/2001 31.05.01 Studentenwerk Bielefeld nennt erste Ergebnisse der Gesetzesänderung Das neue BAföG: mehr Geld für mehr Studierende (SWB) Durchschnittlich 17 bis 18 Prozent mehr finanzielle Unterstützung erhalten BAföG-Berechtigte nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) seit der Gesetzesnovellierung am 1. April. Damit finden, wie das Studentenwerk Bielefeld als Amt für Ausbildungsförderung für seinen Zuständigkeitsbereich mitteilt, die "durchschnittlichen" BAföG-Empfänger im Mai dieses Jahres 771 Mark staatliche Studienfinanzierung auf ihrem Konto - gegenüber den 655 Mark im Mai des letzten Jahres eine spürbare Verbesserung. Gestiegen ist aber, so der Leiter der BAföG-Abteilung beim Studentenwerk, Alfred Wolf, nicht nur der Auszahlungsbetrag für fast alle BAföG-Empfänger, sondern auch die Anzahl der überhaupt bewilligten Anträge. "Dabei ist die Zahl der Neuanträge noch nicht einmal nennenswert gestiegen; die höhere Anzahl von bewilligten Anträgen erklärt sich fast ausschließlich daraus, dass wir die wegen Überschreitung der Freigrenzen im vergangenen Semester abgelehnten Anträge nach dem 1. April neu berechnet haben. So haben wir inzwischen eine Steigerung der bewilligten Anträge um ca. 12 Prozent zu verzeichnen."

"Besser" ist noch nicht "gut": Dennoch erhält, und darüber lässt sich bei allen Verbesserungen nicht hinwegsehen, nach wie vor nur ein geringer Teil der Studierenden Ausbildungsförderung nach dem BAföG: im Zuständigkeitsbereich des Studentenwerks Bielefeld kommen bei insgesamt über 30 000 Studierenden im Mai 2001 immer noch nur 3 906 in den Genuss des BAföG, 439 mehr als im Mai des Vorjahres. Die Studentenwerke als Dienstleister und Lobby der Studierenden werden also, wie bisher schon, mit ihrem Dachverband Deutsches Studentenwerk auch weiterhin für Verbesserungen beim BAföG streiten, um wieder mehr Kindern der mittleren und unteren Einkommensschichten ein Studium finanziell zu ermöglichen.

Erreicht werden die aktuellen Verbesserungen vor allem durch die Anhebung der Einkommensfreigrenzen der Studierenden und ihrer Angehörigen sowie durch die Anhebung der zu Grunde gelegten Bedarfssätze. Eine überfällige Verbesserung ist in diesem Zusammenhang, dass das Kindergeld nicht mehr auf das monatliche Einkommen angerechnet wird. In Familien mit einem Studierenden kann man nun bei einem Brutto-Einkommen von bis zu 3900 Mark im Monat mit Vollförderung rechnen, bei einem Einkommen von bis zu 8700 Mark immerhin noch mit einer Teilförderung.

Die Förderbeträge können bis zu 1140 Mark (früher 1030 Mark) betragen, wenn außer dem Grundbedarf von 650 Mark auch noch Kosten für Wohnung, Krankenversicherung und Pflegeversicherung geltend gemacht werden.

Im Zweifel lieber einen Antrag stellen: Da aber außer der Familiengröße und dem Bruttoeinkommen noch eine Reihe anderer Kriterien in Betracht kommt, lädt das Studentenwerk die Studierenden, die sich Hoffnung auf staatliche Studienfinanzierung machen, herzlich ein, die Beratungsangebote des Studentenwerks wahrzunehmen und in Zweifelsfällen lieber einen Antrag zu stellen, anstatt auf mögliche Förderung zu verzichten.

Das Studentenwerk Bielefeld ist in Sachen BAföG zuständig für die Studierenden der Universität und der FH Bielefeld, der FH Lippe, der Hochschule für Musik Detmold, der Hochschule für Kirchenmusik in Herford, der Kirchlichen Hochschule Bethel und des Oberstufen-Kollegs an der Universität Bielefeld.

Sprechstunden des Amtes für Ausbildungsförderung sind in der Universität Bielefeld, Bauteil C, 2. Etage, dienstags bis donnerstags von 9.00 bis 12.00 Uhr und dienstags von 13.30 bis 15.30 Uhr; an der FH Lippe in Lemgo und Detmold während der Vorlesungszeit donnerstags von 9.00 bis 13.00 Uhr und in Minden (FH Bielefeld) und Herford nach Vereinbarung.

Informationen: Links zum Thema BAföG finden sich auch im Internet unter

    Link
206/2001 31.05.01 Ehemalige im Interview Mitglieder des Absolventen-Netzwerks Bielefeld stellen sich vor   Herr Jonk, Sie waren bis vor kurzem im Institut für Innovationstransfer (IIT GmbH) an der Universität Bielefeld tätig. Seit Anfang April leiten Sie die Wissenschaftstransferstelle der Universität Wuppertal. Wie sah ihr Werdegang bis zu dieser Position aus?

Drei Jahre lang habe ich zusammen mit Josef Steffens in der IIT GmbH ein Projekt zur Unterstützung von Existenzgründungen aus der Hochschule umgesetzt und war in diesem Rahmen speziell für das Marketing zuständig. Davor habe ich zwei Jahre lang an der hiesigen Transferstelle Kooperationen zwischen der regionalen Wirtschaft und der Hochschule initiiert und begleitet.

Inwieweit befähigte Sie Ihr Studium für Ihre jetzige Tätigkeit?

Eine wichtige Voraussetzung für meine neue Stelle war sicher meine Promotion als Naturwissenschaftler in einem anwendungsorientierten Fach. Die Universität Wuppertal hat schließlich generell einen größeren Schwerpunkt im naturwissenschaftlich-technischen Bereich. Ich denke, dass ich während meines Studiums insgesamt mit einem breiten Spektrum von Menschen in Kontakt kam und dass dies meine Kommunikationsfähigkeiten förderte. Ich habe Praktikanten und Diplomanden betreut und Resultate meiner Forschungsarbeiten auf verschiedenen Konferenzen präsentiert. Der ausschlaggebende Faktor dafür, dass ich die Stelle in Wuppertal bekam, war meine Mitarbeit an einem Pilotprojet des Landes Nordrhein-Westfalen zur Unterstützung von Existenzgründungen. Dadurch hatte ich übrigens bereits meinen Vorgänger kennengelernt. Aber dieser aktuelle Karriereschritt war insgesamt zufällig, nicht direkt geplant. Es war Glück - oder genauer gesagt Kismet.

Was hätte sich als Alternative für Ihre berufliche Laufbahn angeboten?

Sicherlich wäre ich selbst kein Existenzgründer geworden. Ich sehe mich nicht als Gründernatur und täte mich schwer, mein Privatleben zugunsten des eigenen Unternehmens aufzugeben. Eine Professur an einer Fachhochschule hätte ich mir allerdings gut vorstellen können. Auch eine Tätigkeit im Bereich Marketing oder Produktmanagement wäre in Frage gekommen.

Was bieten die Transferstelle und die IIT GmbH Studierenden in Bezug auf eine berufliche Entwicklung?

Sie bieten Personaltransfer in Form von Praktika oder Diplomarbeiten. Hierzu gibt es zum Beispiel eine Praktika- und Diplomarbeitsbörse im Internet, die über die Homepage der Universität Bielefeld zu erreichen ist. Auch wer Abnehmer für eigene Entwicklungen sucht oder diese schutzrechtlich sichern möchte, kann sich an beide Einrichtungen wenden.

(Das Gespräch führte Susanne Adam)


Zu Ende gedacht

Das Absolventen-Netzwerk bietet ... Kontakte zu Menschen außerhalb der Universität, von denen man einiges für die berufliche Entwicklung lernen kann.

Das Beste an meinem Studium waren ... neben der fachlichen Qualifizierung Möglichkeiten zur Weiterentwicklung im kommunikativen Bereich.

Lieber vergessen würde ich ..., dass mir nicht von Anfang an klar war, wie wichtig es ist, mich mit Themen zu beschäftigen, die mir Spaß machen.

Mein Ziel während des Studiums war ... immer offen zu sein für neue Möglichkeiten und nicht krampfhaft der Erste sein zu wollen.

     
206/2001 31.05.01 Grundordnungskommission will Auftrag des Gesetzes und Tradition der Universität gerecht werden Neue Grundordnung in Vorbereitung Das neue Hochschulgesetz für Nordrhein-Westfalen, das am 1. 4. 2000 in Kraft getreten ist, erfordert so umfassende Veränderungen der Grundordnungen, dass die bislang gültige Grundordnung der Universität Bielefeld, die im Februar 1986 beschlossen worden war und seither fortgeschrieben worden ist - teils aufgrund eigener Initiativen in der Universität, teils aufgrund von Gesetzes-Änderungen - durch eine weitgehend neugefasste zu ersetzen ist. Es steht also, seit der ersten Grundordnung der Universität Bielefeld von 1971, die zweite Totalrevision an. Einen ersten Schritt hierzu hat die Universität schon vollzogen: mit der Erarbeitung einer Teil-Grundordnung im April und Mai des vorigen Jahres, um bereits die neuen Gremien Senat und Erweiterter Senat wählen und konstituieren zu können und so die Wahl des neuen Rektors, die vom NRW-Wissenschaftsministerium - weil noch von den "alten" Gremien durchgeführt - nicht anerkannt worden war, definitiv zu realisieren. In dieser Teil-Grundordnung sind die Gremien Senat, Erweiterter Senat sowie das Rektorat gemäß dem neuen Gesetz definiert worden (siehe "Bielefelder Universitätszeitung" Nr. 201/2000, S. 12). Nach deren Genehmigung im Juni durch das Wissenschaftsministerium konnten die Wahlen im Dezember durchgeführt und die neuen Gremien im Januar bzw. Februar konstituiert werden.

Erarbeitung der neuen Grundordnung und Beschlussfassung darüber ist Aufgabe des neuen Gremiums Erweiterter Senat, der viertelparitätisch zusammengesetzt ist. Da eine enge zeitliche Limitierung besteht für die Fertigstellung der Gesamt-Grundordnung - bis Ende März 2002 - und da die Wahl des Erweiterten Senats einen längeren Zeitraum erforderte, ist bereits vom alten Senat eine Kommission eingesetzt worden, die Grundlagen für die neue Grundordnung erarbeiten sollte. Diese aus zehn Mitgliedern zusammengesetzte Kommission hat intensiv und erfolgreich gearbeitet; sie hat elf Problembereiche für die Satzung identifiziert - unter anderen zu: Verhältnis Rektorat und Senat, zentrale Kommissionen, Struktur der Fakultätsleitung, Berufungsverfahren - und dazu Vorlagen erstellt, die in vielen Fragen einen Konsens enthalten und die jetzt die Grundlage der Arbeit der neuen Kommission bilden.

In der konstituierenden Sitzung am 7. Februar hat der Erweiterte Senat seine Kommission zur Erstellung der definitiven Beschlußvorlage gebildet. Deren acht Mitglieder sind: Friedrich Götze und Detlef Kleindiek (Gruppe der Professorinnen und Professoren), Günther Richter und Gert Schubring (Vorsitz) aus der Gruppe der wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Lars Gerlach und Christian Osinga (Gruppe der Studierenden) und Hans-Dieter Hänsen und Armin Wenske (Gruppe der weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter). Prorektor Christoph Gusy, der Vorsitzender der ersten Kommission gewesen war, arbeitet ebenfalls mit und moderiert die thematischen Diskussionen.

Ausgangspunkt des Gesetzes sind die Debatten um eine Funktionalreform der Hochschulen, die in den letzten Jahren aufgrund der einschneidenden Veränderungen im Hochschulwesen geführt worden sind. In der Begründung des Regierungsentwurfs zum Gesetz heißt es daher: "Das allgemeine Ziel der Funktionalreform ist die Stärkung der Innovationsfähigkeit, Leistungskraft und Selbstverantwortung der Hochschulen".

Umgesetzt wird das einerseits in einer deutlichen Stärkung der Leitungsbefugnisse sowohl auf der Ebene des Rektorats wie auf der der Fachbereichsleitung. Andererseits betonte bereits die Begründung des Regierungsentwurfs, dass die größere Handlungsfähigkeit durch Leitungseffizienz mit einer Stärkung "der demokratischen Willensbildung innerhalb der Hochschule ... in eine zukunftsfähige Balance gebracht" werden solle. Änderungen des Gesetzgebers im Landtag haben darüber hinaus den Einfluß der nichtprofessoralen Gruppen in Beratungs- und Entscheidungsprozessen weiter gestärkt.

In den noch ausstehenden Arbeitsschritten der Kommission geht es darum, dem Auftrag des Gesetzes und der Tradition der Universität Bielefeld gerecht zu werden und eine tragfähige "Balance" zu finden. Sie kann sich dabei nicht nur auf die Vorlagen der ersten Kommission stützen, sondern auch auf die eigenen konzeptionellen Bemühungen in der Universität Bielefeld um eine Funktionalreform, die sogar in einem speziell hierzu durchgeführten dies academicus 1997 zusammengeführt worden waren.

Die Kommission strebt an, zum Beginn des Wintersemesters dem Erweiterten Senat einen beschlussreifen Entwurf vorlegen zu können.

Ger...

     
206/2001 31.05.01 Gesundheitswissenschaften Prioritätensetzung im Gesundheitswesen (BUZ) Im NRW-Forschungsverbund Public Health ist ein Projekt der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld unter der Leitung von Prof. Bernhard Güntert abgeschlossen worden, das sich seit zwei Jahren mit der "Prioritätensetzung im deutschen Gesundheitswesen" befasst und sich mit Fragen zur Rationierung, Rationalisierung und rationalen Ressourcenverteilung im Gesundheitswesen auseinandersetzt. Diese Fragen begleiten die gesundheitspolitischen Diskussionen seit über zehn Jahren. Während die Politik von nicht genau bezifferbaren Einsparungspotentialen ausgeht, die ausgeschöpft werden müssen, befürchtet die Ärzteschaft eine schleichende, sich weiter verschärfende Verweigerung von gesundheitlichen Leistungen, aufgrund ökonomischer Pression. Andere Berufsgruppen wie Psychotherapeuten und Angestellte im Pflegebereich bemängeln eine unausgewogene Verteilung der finanziellen Ressourcen zugunsten der klassischen kurativen Medizin. Damit sei - so Bernhard Güntert - das Dreieck zwischen Rationierung, Rationalisierung und rationaler Ressourcenverteilung gezeichnet, in dem sich eine zukünftig explizitere Prioritätensetzung im deutschen Gesundheitswesen bewegen muß.

Unter der Annahme, dass in allen sozialen Sicherungssystemen zukünftig mit einer zunehmenden Ressourcenknappheit zu rechnen ist und innovative Konzepte zur Lenkung und zum Aufbau einer zielorientierten Gesundheitspolitik bereits heute diskutiert werden müssen, haben die Projektmitarbeiter in einer dreistufigen Fragebogenaktion Experten des Gesundheitssystems hinsichtlich ihrer Einschätzung und Meinung zu den Problemen und zukünftigen Herausforderungen an das Gesundheitswesen befragt .

Die Ergebnisse des Projekts "Prioritätensetzung im deutschen Gesundheitswesen" sind jetzt vorgestellt und mit den Fragebogen-Teilnehmern und anderen Experten des Gesundheitssystems diskutiert worden. Ein Bericht über die Tagung, die von Prof. Dr. Bernhard Güntert, Berit Brose und Behnam Fozouni organisiert wurde, ist in Vorbereitung. Der Tagungsband kann bei Behnam Fozouni, Telefon: 0521 / 106-3882, E-mail: behnam. fozouni@uni-bielefeld.de, bestellt werden.

     
206/2001 31.05.01 Nobelpreisträger im ZiF Autorenkolloquium mit Amartya K. Sen (BUZ) Im Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld findet vom 21. bis zum 24. Juni ein Autorenkolloquium mit Amartya K. Sen statt. Am Freitag, 22. Juni, hält der Wirtschaftsnobelpreisträger des Jahres 1998 um 18.00 Uhr einen öffentlichen Vortrag zum Thema "Justice, Democracy and Social Choice". Professor Amartya Sen steht dem englischen Trinity College in Cambridge vor. Der gebürtige Bengale unterrichtete zunächst in Indien an der Universität Delhi, später in Großbritannien an der London School of Economics und der Universität Oxford sowie in den USA an der Harvard University.

Seine Forschungsarbeit verknüpft wirtschaftliche Realitäten mit philosophischen Fragen. In seinen Arbeiten zur Messung und Bewertung von Armut und Ungleichheit untersucht er unter anderem die Ursachen von Hungersnöten und zeigt Möglichkeiten zu ihrer Verhinderung auf. Das Nobelpreiskomitee hob insbesondere seine Arbeiten zur Theorie des Wohlfahrtsstaates und zu Social Choice hervor.

Sein Interesse an den Zusammenhängen von Wirtschaft und Gesellschaft geht weit über die reine Volkswirtschaft hinaus und erstreckt sich bis in die Moralphilosophie und die Politikwissenschaft.

Amartya Sen war Präsident der Indian Economic Association, der American Economic Association, der International Economic Association und der Econometric Society.

Die wissenschaftliche Leitung des Autorenkolloquiums im ZiF haben Wulf Gaertner aus Osnabrück und Wilfried Hinsch aus Saarbrücken. Mehr im Internet:

    Link
206/2001 31.05.01 Prozesse sozialer Integration Das ehemalige Ostpreußen   (BUZ) Trotz des erschreckenden Umfanges von Flucht, Vertreibung, Deportation und Neubesiedlung in der jüngsten Geschichte Europas gibt es kaum empirische Befunde und theoretische Erkenntnisse über Prozesse sozialer Integration nach erfolgter Neubesiedlung. Die Robert Bosch-Stiftung hat jetzt eine Tagung im Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld unterstützt, auf der am regionalen Fall der Provinz Ostpreußen mit der Beseitigung dieser Defizite begonnen worden ist, und zwar zusammen mit Wissenschaftlern aus Litauen, Russland, Polen und Deutschland, die über verschiedene Aspekte sozialer Integration in der Nachkriegszeit empirisch gearbeitet haben.

Wie die Leiter der Tagung "Prozesse sozialer Integration nach Vertreibung und Neubesiedlung: Das ehemalige Ostpreußen", Barbara Eßer und Professor Ulrich Mai (Foto) von der Universität Bielefeld, festgestellt haben, seien im Sozialismus Forschungen in der Region über Probleme sozialer Integration nach Ende des Zweiten Weltkrieges aus ideologischen Gründen grundsätzlich unterbunden worden. Nach der Wende habe sich im Zuge der Liberalisierung allerdings ein starkes sozialwissenschaftliches Interesse an der Geschichte der Region, so auch an Fragen der gesellschaftlichen Entwicklung in der ersten Nachkriegszeit, durchgesetzt, das inzwischen auch zu beachtlichen empirischen Befunden geführt habe. Allerdings sei bislang ein internationaler wissenschaftlicher Diskurs über die Forschungsergebnisse in den drei Teilgebieten des ehemaligen Ostpreußen nicht zustande gekommen.

Kontakt und weitere Informationen: Prof. Dr. Ulrich Mai, Fakultät für Theologie,Geographie, Kunst und Musik, Telefon 0521/106-3360.

     
206/2001 31.05.01 Bielefeld 2000plus Globalität und Lokalität   (BUZ) In der Vortragsreihe "Bielefeld 2000plus - Forschungsprojekte zur Region" spricht Prof. Dr. Mathias Albert von der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld am 20. Juni über "Globalität und Lokalität: Auswirkungen globalen Strukturwandels auf lokale Politik". Sein Vortrag beginnt um 18.15 Uhr in der Volkshochschule, Ravensberger Spinnerei.      
206/2001 31.05.01 Bundesministerium für Bildung und Forschung Eine Million Mark für die Forschung am teutolab (BUZ) Kann das teutolab der Universität Bielefeld ein Modellprojekt für eine bessere Verzahnung der Universitäten mit den Schulen sein und für Motivationsförderung im Chemieunterricht sorgen? Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) will diesen und ähnlichen Fragen in einer breit angelegten Studie nachgehen und unterstützt ein entsprechendes Forschungsprojekt an der Bielefelder Universität mit einer Million Mark. Seit einem Jahr besteht das teutolab an der Universität Bielefeld, gegründet als ein Experimentier- und Mitmachlabor für Schülerinnen und Schüler der Region, und es erfährt inzwischen als Modell bundesweit steigende Bedeutung. Drei- bis viermal in der Woche erleben Schulklassen aus dem Umland Chemie an der Universität durch eigenes Experimentieren - etwa 3000 Schülerinnen und Schüler nahmen bisher diese Möglichkeit wahr. Zielgruppe des teutolab waren zunächst die Grundschüler, die sogar zweistündige Fahrten zum teutolab in Kauf nahmen. Im Alltagsbild der Universitäts-Halle sind "die Zwerge" oder die "Jungstudenten", wie sie in der Chemiefakultät schon einmal genannt werden, nichts Ungewöhnliches mehr. Seit kurzem wurde das Angebot um Experimentiertage für die Mittelstufe aus Real- und Hauptschulen sowie aus den Gymnasien erweitert, und im Spätsommer sollen Oberstufenschüler an forschungsnahe Themen herangeführt werden.

Die breite Akzeptanz des teutolab, von der die Initiatorin Prof. Dr. Katharina Kohse-Höinghaus von der Bielefelder Fakultät für Chemie bei der Eröffnung vor einem Jahr nur träumen konnte, und das in sich stimmige, durchgängige Konzept eines "Lehrplanes" für alle Schulstufen sowie der große Bedarf an Nachwuchskräften in technischen und naturwissenschaftlichen Fächern haben das Bundesministerium für Bildung und Forschung dazu bewogen, das teutolab als ein bisher einzigartiges Modell für eine breit angelegten Studie vorzusehen.

Drei Jahr lang werden Forscher verschiedener Disziplinen an der Universität Bielefeld die Arbeit des teutolabs begleiten und zum Beispiel untersuchen, was denn eigentlich das motivierende Chemie-Erlebnis im Universitäts-Labor charakterisiert, ob und wie Schülerinnen und Schüler durch solche Impulse in ihrer Wahrnehmung des Fachs Chemie langfristig stimuliert und beeinflusst werden - zum Beispiel bei der Wahl eines Leistungskurses oder des Studienfachs - und welche Möglichkeiten konkret bestehen, aus dem teutolab-Modell etwas für den Schulalltag zu lernen. Zusammen mit Chemiedidaktikern aus verschiedenen Universitäten, vor allem aber mit Wissenschaftlern der Pädagogischen Psychologie um Prof. Dr. Jens Möller von der Universität Bielefeld, wird jetzt mit einer systematischen Beurteilung der Chemieaktivitäten und des Lernens im teutolab begonnen.

     
206/2001 31.05.01 Oberstufen-Kolleg Umwelt-Projekte in Ecuador Erfahrungen von kulturellen, gesellschaftlichen und ökonomischen Unterschieden zwischen den Ländern der Erde sind für die Kollegiatinnen und Kollegiaten des Oberstufen-Kollegs an der Universität Bielefeld wichtige Ergänzungen zum normalen Unterricht. Kooperationen mit ausländischen Bildungseinrichtungen erlauben Arbeitsformen, die diese Erfahrungen ermöglichen. Ob diese Kooperationen erfolgreich sind, entscheiden oft organisatorische Handicaps oder sich rasch verändernde politische und ökonomische Gegebenheiten. Mit dieser Erkenntnis traten am 26. März die Kollegiatinnen und Kollegiaten Lena Steinmetzger, Sandra Pollak, Patrick Hanke, Phillip Krüger und Stephan Schönborn unter der Leitung von Siegfried Berger und Wilfried Zimmermann die zweite Reise mit Arbeitseinsatz nach Ecuador an. Die seit 1998 bestehende Kooperation zwischen der Escuela Superior Politecnica del Litoral (ESPOL) und dem Bielefelder Oberstufen-Kolleg (OS) ermöglichte schon vor zwei Jahren die Beteiligung an der Entwicklung von Konzepten zur Lösung der häuslichen Müll- und Abwasserprobleme an der ecuadorianischen Küste.

In Projekt-Kursen bauten Kollegiatinnen und Kollegiaten Modelle einer Komposttrommel und einer Komposttoilette, die die Reederei Hamburg-Süd (Firma Oetker) kostenlos nach Guayaquil transportierte und die von Kollegiaten des Oberstufen-Kollegs vor Ort zusammengebaut wurden. Die ESPOL betreibt eine eigene Firma, die Häuser für die Unterschicht entwickelt und mit staatlichen Krediten bedürftigen Ecuadorianern ein "Dach über den Kopf" bietet.

Über das Projekt des Oberstufen-Kollegs in Ecuador und die zweite Reise dorthin berichtet im folgenden Wilfried Zimmermann:

Bei unserer zweiten Reise mit Arbeitseinsatz im März und April 2001 konnten wir uns davon überzeugen, dass Komposttoiletten und drehbare Kompostierungstrommeln nun als notwendige Ergänzung dazu in den Werbeprospekten der ESPOL angeboten werden. Natürlich waren wir sehr erfreut darüber, mit unserer Kooperation einen kleinen Beitrag zum Erfolg dieses Projektes geleistet zu haben.

Unsere diesjährigen Kooperationsaktivitäten in Ecuador sind als weitere Ergänzung zu den schon entwickelten Technologien der vergangenen Jahre zu sehen. Die ESPOL in Guayaquil praktiziert akzeptanzfördernde Maßnahmen, um weitere Technologien zur Abwasserbehandlung zu verbreiten. Um dieses Ziel zu unterstützen, beteiligten sich Kollegiatinnen und Kollegiaten an der Planung des Modells einer Pflanzenkläranlage. Die Funktions- und Wirkungsweise dieses Abwassersystems wurde in einem fächerübergreifenden Kurs behandelt und ein Modell im Maßstab 1:10, das während eines Projekts in der Holzwerkstatt des Oberstufen-Kollegs gefertigt wurde, sollte die Funktion veranschaulichen.

Mit den Kenntnissen über die Wichtigkeit aller Konstruktionsdetails und ausgestattet mit technischen Zeichnungen folgten wir einer erneuten Einladung von Victor Fernandez, dem Koordinator des ESPOL-Bauprogramms, nach Guayaquil, um zusammen mit ecuadorianischen Studenten und Arbeitern diese Anlage zu bauen.

Unsere Erfahrungen von der ersten Ecuadorreise mit Arbeitseinsatz bestimmten unsere Erwartung, dass die ESPOL erst einmal gar nichts vorbereitet hatte. Die Arbeiten begannen tatsächlich erst mit unserem Eintreffen in Guayaquil, ebenso die Standortbestimmung der Anlage. Unsere Annahme, dass die Pflanzenkläranlage, wie schon vorher die Komposttoilette und die Komposttierungstrommel, auf dem Hochschulcampus als Anschauungsobjekt dienen sollte, erwies sich als falsch. Sie sollte ihren Nutzen und ihre Leistungsfähigkeit gleich voll unter Beweis stellen. Deshalb wurde ihr Standort außerhalb von Guayaquil auf eine ESPOL-eigene Spargelfinka verlegt. Dort dient sie als Klärsystem für die Bewohner der Finka.

Unsere Arbeit beim Bau der Anlage konzentrierte sich zu unserer Erleichterung mehr auf die technischen Konstruktionsdetails, wie z.B. auf die Herstellung der 3-Kammer-Faulgrube, der Revisionsschächte, die Herstellung der perforierten Drainageleitungen. Die Erdarbeiten (das Ausschachten von ca. 30 cbm Boden) übernahmen die an die Temperaturen von 40 Grad und 90 bis 100 Prozent Luftfeuchtigkeit gewöhnten ecuadorianischen Kollegen. Aber auch die leichteren körperlichen Tätigkeiten brachten uns gehörig ins Schwitzen und oft an die Leistungsgrenze unserer physischen Fähigkeiten. Doch die Arbeit machte sehr viel Spaß, vor allem die Kooperation mit unseren Partnern. Bei Regenwetter wechselten wir unseren Einsatzort und bauten ...

     
206/2001 31.05.01 Career Service Berufseinstiegsmesse Perspektive 2001 (BUZ) Die im vergangenen Jahr erstmals veranstaltete Berufseinstiegsmesse der Universität Bielefeld findet auch in diesem Jahr statt, und zwar am Donnerstag, 29. November, von 10.00 bis 16.00 Uhr. Die Messe "Perspektive 2001" wird in diesem Jahr gemeinsam mit der Fachhochschule Bielefeld in der zentralen Halle der Universität Bielefeld durchgeführt und durch den 1. Bielefelder Ingenieurtag sowie durch eine Schwerpunktsetzung im IT/Multimedia-Bereich ergänzt.

Informationen: Christine Doppler, Koordination Berufseinstiegsmesse, Telefon: 0521/106-4912, Fax: 0521/106-6476, E-mail: christine. doppler@uni-bielefeld.de.

     
206/2001 31.05.01 IFF - Interdisziplinäre Frauenforschungs-Zentrum Karrierefaktor Kommunikation   (BUZ) Das Interdisziplinäre Frauenforschungs-Zentrum (IFF) der Universität Bielefeld bietet in Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt Bielefeld den Workshop "Karrierefaktor Kommunikation" für Studentinnen und berufstätige Frauen an. In einem Training lernen die Teilnehmerinnen grundlegende Instrumente zur Verbesserung ihrer Kommunikationsfähigkeit kennen und erproben sie exemplarisch und praxisnah. Der Workshop findet am 8. und 9. Juni in der Universität, Raum A3-137, statt.      
206/2001 31.05.01 Transferstelle Patentierung, aber wie?   (BUZ) Seit neuestem hat die Transferstelle der Universität Bielefeld eine monatlich stattfindende Patentanwaltssprechstunde eingerichtet. Dieses Angebot richtet sich an Studierende, Absolventen oder Wissenschaftler, die eine konkrete Schutzrechtsanmeldung planen. Die Patentanwaltssprechstunde wird von einer ausgewählten Gruppe ostwestfälischer Patentanwälte unterstützt und ist kostenfrei.

Weitere Informationen finden sich unter www.patentschmiede.de. Anmeldungen bitte an Dipl.-Soz. Anette Traude, Telefon 0521/106-3964, oder E-Mail: anette.traude@ uni-bielefeld.de.

    Link
206/2001 31.05.01 HERTZ JUNIOR Kinderleichte Wissenschaft im Campusradio Bielefeld Wenn man an Wissenschaftler denkt, dann ist das Bild vom zerstreuten Professor im weißen Kittel leider immer noch weit verbreitet. Dieses Bild ist zu großen Teilen der Filmindustrie zu verdanken. Wie soll man sich aber auch sonst ein Bild von Wissenschaftlern machen? Durch direkten Kontakt! Bei HERTZ JUNIOR treffen Kinder auf Wissenschaftler - und das im Radio. Seit dem 3. Mai gibt es HERTZ JUNIOR einmal pro Woche im Programm von HERTZ 87,9 - Campusradio für Bielefeld. Immer donnerstags von 15 bis 16 Uhr, immer mit einem anderen Wissenschaftler als Gast, immer mit verschiedenen Bielefelder Schulklassen und immer live. Angesprochen sind siebte bis neunte Klassen. Die Schüler werden möglichst viel selber machen und an die Radioarbeit herangeführt. Präsentiert werden die Sendungen von einem festen Radioteam der Bielefelder Laborschule (7. Klasse). Unterstützt werden alle durch medienpädagogische Teamer von HERTZ 87,9.

Die Inhalte der Sendungen hängen vom jeweiligen Fachgebiet der Wissenschaftler ab. Es geht um Jugendforschung, lebendige Geschichte, knifflige Chemie und anderes. Neben spannenden Reportagen, Umfragen in der Bevölkerung und kinderleichten Wissenschaftsnachrichten ist ein fester Bestandteil von HERTZ JUNIOR das direkte Gespräch. Dabei sollen die Wissenschaftler sich einfach und verständlich ausdrücken. Damit dies gelingt, haben die Schüler Hilfe: den BIG BUZZER. Auf diesen können sie drücken, wenn ein unverständliches Fremdwort sich unter die Ausführungen der Professoren mischt.

HERTZ JUNIOR wird vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft gefördert.

Sabine Köhn

     
206/2001 31.05.01 ZiF: Public Understanding of Science (PUS) Bringschuld der Wissenschaft - Holschuld der modernen Gesellschaft? (BUZ) Mit dem Problem der Kommunikation zwischen Experten und Laien, die in Deutschland weniger entwickelt ist als in anderen Ländern wie in Großbritannien, befasst sich eine Tagung, die vom 6. bis zum 8. Juni im Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld stattfindet. Die von dem Bielefelder Chemiker Achim Müller (Foto) organisierte Tagung zum "Public Understanding of Science", zu der der Entdecker der Fußball-Moleküle Harald Kroto und der "Vater der Pille" Carl Djerassi eingeladen sind, steht unter der Fragestellung, wie weit die Wissenschaft eine Bringschuld und die moderne Gesellschaft eine Holschuld hat.

Mit atemberaubendem Tempo sind Naturwissenschaft und Technik fortgeschritten. Das Faktenwissen ist explodiert. Dadurch gibt es nach Ansicht des Entdeckers der "Keplerate" Achim Müller Kommunikationsprobleme grundsätzlicher Art: "Auf der einen Seite führt eine extreme Spezialisierung dazu, dass immer weniger Naturwissenschaftler miteinander kommunizieren. Wenn schon innerhalb der Wissenschaft gravierende Verständigungsprobleme auszumachen sind, um wie viel größer ist dann auf der anderen Seite die Kluft zwischen Menschen mit einer 'Allgemeinbildung' und den auf Spezialgebieten forschenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Entstanden ist so eine Situation, die auch gesellschaftspolitische Schwierigkeiten birgt. Mangelndes gegenseitiges Verstehen kann zu Ängsten und Technikfeindlichkeit mit entsprechenden Folgen in Politik und Wirtschaft führen.

Angehörige bestimmter Berufsgruppen, zu denen auch Forscher und Forscherinnen gehören, sehen sich immer häufiger in der Situation, ihre Tätigkeiten in der Öffentlichkeit darstellen oder sogar rechtfertigen zu müssen. Für diese Kommunikation ist jedoch eine Fachsprache völlig ungeeignet, andererseits ist die Aufgabe, sich in allgemein verständlicher Weise über ein Spezialgebiet mitzuteilen, in der Regel nicht Bestandteil des (wissenschaftlichen) Berufsalltags. Obwohl nun Wissenschaftsjournalistinnen und -journalisten zwischen den angesprochenen Welten zu vermitteln suchen, kann deren Tätigkeit das Problem nur teilweise und damit nicht zur Zufriedenheit lösen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat angesichts dieser Problematik einen Communicatorpreis ausgeschrieben."

Als besonderes Problem wird im Rahmen dieser ZiF-Tagung das ambivalente Bild der Chemie in der (nichtwissenschaftlichen) Öffentlichkeit thematisiert. So stellt sich diese Veranstaltung als ein Beispiel dar, wie in einem bestimmten Wissenschaftsgebiet öffentliches Verständnis und nach Möglichkeit auch öffentliche Sympathie hergestellt werden kann. Im Vordergrund steht also der konkrete Anwendungsfall von Öffentlichkeitsarbeit für die Wissenschaft.

     
206/2001 31.05.01 Peptidforscher treffen sich 2003 in Berlin Peptidsymposium in Bielefeld Peptide sind ebenso wie Proteine aus Eiweißbausteinen (Aminosäuren) in einer durch den genetischen Code vorgegebenen Reihenfolge aufgebaut und spielen bei einer Vielzahl von physiologischen und biochemischen Vorgängen im Organismus eine wichtige Rolle. Störungen dieser Vorgänge können zu Krankheiten führen und erklären damit auch das verstärkte Interesse an Peptiden aus pharmakologisch-medizinischer Sicht. Im zeitlichen Abstand von zwei Jahren treffen sich Wissenschaftler aus den unterschiedlichsten Bereichen der Peptidforschung zum Erfahrungsaustausch auf nationaler Ebene.

Das nunmehr 5. Deutsche Peptidsymposium fand unlängst auf dem Campus der Universität Bielefeld statt. Die interdisziplinär angelegte Veranstaltung, an der neben Vertretern der Biochemie und der Organischen Chemie auch Mediziner, Biologen, Physiker und Pharmakologen aus sieben Nationen teilnahmen, wurde von den Arbeitskreisen der Professoren Norbert Sewald sowie Harald Tschesche (siehe Foto v.r.) organisiert. Großzügig gefördert wurde die Tagung durch die Universität Bielefeld, die Stadt Bielefeld, die Deutsche Forschungsgemeinschaft (SFB 549), die European Peptide Society und 16 Sponsoren aus der Industrie, die darüber hinaus als Aussteller in der Halle der Universität Bielefeld sowie mit Gastrednern präsent war.

Das Symposium wurde nach einigen einführenden Worten von Harald Tschesche mit dem Vortrag von Kurt Wüthrich (Zürich) über strukturelle Biologie von Prion-Proteinen und die damit verbundenen Krankheiten eröffnet. Dabei wurde die unter den Wissenschaftlern derzeit favorisierte Prionen-Theorie zur Erklärung des BSE-Problems herangezogen. In dieser Theorie geht man von der Existenz eines so genannten Prion-Proteins aus, das durch strukturelle Veränderungen infektiös wird. Vergleicht man die Struktur des Proteins in den einzelnen Arten (Schaf, Rind, Mensch) miteinander, stellt man große Ähnlichkeiten fest. Dies könnte ein Grund für die Überschreitung der Artengrenze dieses Krankheitserregers sein.

Die folgenden Symposiumstage waren thematisch gegliedert. Zehn Hauptvorträge führten in den jeweiligen Themenblock ein:

Luis Moroder (MPI Martinsried) sprach zur Verwendung photoaktiver zyklischer Cysteinyl-Peptide als Katalysatoren der oxidativen Faltung von Proteinen, Günther Jung (Tübingen) zu synthetischen Peptiden und Peptidmimetika als diagnostische und mögliche therapeutische Hilfsmittel bei der Behandlung von Autoimmunerkrankungen, Hannelore Daniel (München) zu protonenabhängigen Oligopeptid-Transportproteinen, Jean-Pierre Durieux (BACHEM Bubendorf, Schweiz) zum industriellen Aspekt der Peptidchemie, Horst Kunz (Mainz) zu synthetischen Glykopeptiden für die Entwicklung von Antitumor-Vakzinen, Friedrich Lottspeich (MPI Martinsried) zur Proteomforschung als Herausforderung für die biochemische Analytik, Horst Kessler (München) zu nicht-RGD Peptiden und Peptidmimetika zur Inhibierung von Protein-Protein-Wechselwirkungen an Zelloberflächen, Rainer Obermeier (Frankfurt) zum synthetischen Insulin bei der Behandlung von Diabetes, Wolfgang Voelter (Tübingen) zur pharmazeutischen Bedeutung von Lektinen und schließlich Arpad Furka zur kombinatorischen Peptidsynthese.

Weitere Vorträge boten den Teilnehmern eine Gelegenheit, über neue Synthesewege für Peptide sowie ihre Monomerbausteine, über die biologische Bedeutung von Peptiden, ihre Wechselwirkungen mit Proteinen sowie neueste methodische Entwicklungen zu ihrer Untersuchung vor allem in biologisch relevanten Systemen informiert zu werden. Des Weiteren wurden aktuelle Entwicklungen auf dem Gebiet tumorspezifischer Epitope und Tumor targeting sowie die Anwendung der kombinatorischen Chemie zur Entwicklung von Peptidmimetika als pharmakologische Wirkstoffe präsentiert.

Während der zwei Postersessions, in deren Mittelpunkt die 52 inhaltlich und optisch ansprechenden Poster standen, die zur allgemeinen Ansicht in der Halle der Universität Bielefeld aufgestellt waren, konnten die Teilnehmer miteinander diskutieren sowie Erfahrungen und neue Ideen austauschen. Die drei besten Poster von Michael Thutewohl (Dortmund), Sven Rothemund (Berlin) sowie Dominga Deluca (Martinsried) hat am Ende der Tagung eine Jury renommierter Wissenschaftler ausgewählt und prämiert.

Ein gelungenes Rahmenprogramm mit dem Symposiumsdinner in der Ravensberger Spinnerei als Höhepunkt trug zur angenehmen A...

     
206/2001 31.05.01 Informationsverarbeitung in neuronalen Netzwerken Mit "RUBIN" auf der Messe in Vancouver (BUZ) Auf dem "World Education Market" im kanadischen Vancouver haben Wolfram Horstmann und Sören Lorenz im Mai das von dem Bielefelder Neurobiologen Martin Egelhaaf geleitete Projekt "RUBIN: Rechnergestützter Unterricht zur biologischen Informationsverarbeitung in neuronalen Netzwerken" präsentiert. Zusammen mit sechs weiteren Exponaten der Universitäten Aachen, Dortmund, Hagen und Münster war das vom "Universitätsverbund MultiMedia NRW" anschubfinanzierte Projekt RUBIN auf dem Gemeinschaftsstand des Landes Nordrhein-Westfalen auf der Messe zu sehen. Wolfram Horstmann und Sören Lorenz erläutern im Folgenden das in Vancouver vorgestellte Projekt RUBIN, das sie im Wesentlichen durchgeführt haben:

Die Neurowissenschaften können vom Einsatz Neuer Medien in der Hochschullehre ganz besonders profitieren, da ein Verständnis der Funktionsweise von Gehirnen mit Modellsimulationen auf dem Computer viel eher zu erreichen ist als mit herkömmlichen Lehr- und Lernformen.

Man könnte die Erklärung der Funktionsweise von Gehirnen mit der Lösung eines außergewöhnlichen Puzzles vergleichen: Wissen über das Gehirn entspräche dann Puzzleteilen, die zusammengesetzt werden müssen, um die Funktionsweise zu verstehen. Die Dynamik und Komplexität von Gehirnen bedingen jedoch besondere Regeln des Puzzles: Komplexität bedingt, dass es weder auf einer Fläche noch in einem Raum zusammengesetzt werden kann, sondern Berücksichtigung mehrerer Dimensionen erfordert. Dynamik bedingt, dass die möglichen Verbindungen zu anderen Puzzleteilen sich ständig verändern können, also im Fluss betrachtet werden müssen. Da es nahezu unmöglich ist, diese Besonderheiten auf der Basis von Experimenten zu verstehen, werden in der neurowissenschaftlichen Forschung Simulationen verwendet, die eine Analyse der Komplexität und Dynamik an Modellen von Gehirnfunktionen am Computer erlauben.

Was in der Wissenschaft inzwischen zum Alltag geworden ist, hat noch keine entsprechende Würdigung in der grundständigen Lehre erfahren. Um Studierenden Modellsimulation in der Neurowissenschaft zugänglicher zu machen, wurde in einer Kooperationen zwischen der Neurobiologie (Prof. Dr. Martin Egelhaaf) und der Theoretischen Biologie/Biologischen Kybernetik (Prof. Dr. Holk Cruse) der Fakultät für Biologie und der Neuroinformatik (Prof. Dr. Helge Ritter) der Technischen Fakultät das Projekt RUBIN ("Rechnergestützter Unterricht zur Biologischen Informationsverarbeitung in neuronalen Netzwerken") ins Leben gerufen.

Auch wenn Modellsimulationen mit ihren Möglichkeiten der Parametervariation und dynamischen Visualisierung in Laufzeit Wissen transportieren können, das in anderen Medien (z.B. Animationen oder Filmen) vergeblich gesucht wird, und daher zu den vielversprechendsten Neuen Medien in der Lehre gehören, steckt deren Anwendung in der grundständigen Lehre noch in den Kinderschuhen.

Die graphische Oberfläche der als JAVA-Applikation realisierten Anwendung wurde in einer äußerst fruchtbaren Kooperation mit der Fachhochschule Bielefeld, Fachbereich Gestaltung, in zwei Diplomarbeiten entwickelt, die Professor Gerd Fleischmann betreut hat.

RUBIN ist von Anfang an auf Weiterentwicklung aufgelegt worden. Hauptsächlich finden die Konzepte und Programmteile aus RUBIN Anwendung in dem Projekt "MONIST: Modellsimulation neuronaler und kognitiver Informationsverarbeitung - Schule der Techniken". Unter Bielefelder Federführung wurde im Frühjahr 2000 eine bundesweite Projektgruppe ins Leben gerufen, die das Ziel verfolgt, die großflächige Integration von Modellsimulationen in die Lehre der Neuro- und Kognitionswissenschaften voranzutreiben. Das Projekt wird seit Anfang dieses Jahres bis Ende 2003 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung innerhalb des Förderprogramms "Neue Medien in der Hochschullehre" (Innovation und Arbeitsplätze im 21. Jahrhundert) gefördert.

Beteiligt sind neben den drei Bielefeldern Wissenschaftlern Holk Cruse, Martin Egelhaaf und Helge Ritter, Einrichtungen der Neurobiologie in Berlin (Prof. Dr. Menzel), Freiburg (Prof. Dr. Aertsen) und Tübingen (Prof. Dr. Mallot), der Psychologie in Bamberg (Prof. Dr. Dörner ), der Neuroinformatik in Ilmenau (Prof. Dr. Gross) und eine eigens für die Evaluation und die Entwicklung eines "instructional design" für Modellsimulationen zuständige erziehungswissenschaftliche Einrichtung in Freiburg (Prof. Dr. Seel).

Die Zusammensetzung garantiert dieser Projektgruppe, dass sowohl exklusives Wissen in Form von Modellen aus Neuro- und Kognitionswissenschaf...

    Link
206/2001 31.05.01 Fakultät für Soziologie Prof. Dr. Karin Knorr-Cetina   Prof. Dr. Karin Knorr-Cetina, Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld, hat den Ruf an die Universität Konstanz angenommen.      
206/2001 31.05.01 Oberstufen-Kolleg Dr. Helga Jung-Paarmann, Dr. Hans Kroeger und Joachim Kupsch   Dr. Helga Jung-Paarmann, Dr. Hans Kroeger und Joachim Kupsch sind zu Akademischen Direktoren am Bielefelder Oberstufen-Kolleg ernannt worden. Helga Jung-Paarmann koordiniert jetzt die Kollegiatinnen- und Kollegiaten-Aufnahme, Hans Kroeger die Öffentlichkeitsarbeit und Joachim Kupsch den weiteren Ausbau des naturwissenschaftlichen Fachbereichs.      
206/2001 31.05.01 Fakultät für Soziologie Prof. Dr. Hans-Peter Blossfeld   Prof. Dr. Hans-Peter Blossfeld, Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld, hat einen Ruf auf eine unbefristete Forschungsprofessur für Soziologie (Nachfolge von John H. Goldthorpe) an das Nuffield College der Oxford-Universität abgelehnt. Außerdem ist er als stellvertretender Fachgutachter der Deutschen Forschungsgemeinschaft für das Fach "Empirische Sozialforschung" gewählt worden. Im Februar wurde er als Fellow in die European Academy of Sociology berufen.      
206/2001 31.05.01 Fakultät für Soziologie Dr. Mathias Albert   Dr. Mathias Albert, zuletzt TU Darmstadt und Vertreter einer Professur in Bielefeld, ist zum Professor für Politikwissenschaft an der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld ernannt worden. (Mehr in der nächsten "Universitätszeitung".)      
206/2001 31.05.01 Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft Dr. Lore Benz   Dr. Lore Benz, zuvor an der Universität Kiel und Vertreterin einer Professur in Bielefeld, ist zur Professorin für Klassische Philologie (Schwerpunkt Latinistik) an der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft der Universität Bielefeld ernannt worden. (Mehr in der nächsten Ausgabe der "Universitätszeitung".)      
206/2001 31.05.01 Bielefeld - Berlin - München Neuer Studiengang in Epidemiologie (BUZ) Die Universitäten Bielefeld, Berlin und München bieten erstmals in Deutschland einen Postgraduiertenstudiengang zur Höherqualifizierung im Fach Epidemiologie an. Die am 1. Oktober beginnende Weiterbildung richtet sich an Mediziner, Bio- und Gesellschaftswissenschaftler aus Forschung, Industrie und dem Öffentlichen Gesundheitsdienst, die detaillierte Kenntnisse in epidemiologischen Methoden und ihrer praktischen Anwendung in epidemiologischen Arbeitsfeldern erwerben wollen. Die Qualität der Lehre garantieren namhafte deutsche und internationale Dozenten. Der gemeinsame Studiengang an den Universitäten Bielefeld, Berlin (TU) und München umfasst vier Semester und schließt mit dem internationalen Titel "Master of Science in Epidemiology" ab.

Im ersten Semester kann wahlweise in Berlin, Bielefeld oder München studiert werden. Das zweite Semester findet zentral in Bielefeld statt, die folgenden beiden Semester an den ursprünglichen Standorten.

Informationen: Dr. Hiltrud Merzenich, Tel. 0521/106-4262, E-Mail: hiltrud.merzenich@uni-bielefeld.de.

    Link
206/2001 31.05.01 Geschichtswissenschaft / Berufsorientierung im Regelstudium Geschichtsstudierende auf einer Exkursion in der Filmbranche (BUZ) Fernsehmagazine und Filme mit historischen Sujets prägen in hohem Maße das kollektive Geschichtsbewusstsein. Gleichzeitig werden im kommerziellen wie im privaten Filmbereich am laufenden Meter neue Quellen zur Zeitgeschichte produziert. Und als expandierendes Berufsfeld ist die Filmbranche generell für Studierende von Interesse. Genügend Gründe, um die Aneignung von Filmkompetenzen und Branchenwissen schon in das reguläre Studium zu integrieren. Einen Beitrag hierzu bot eine von der Abteilung Geschichte der Universität Bielefeld geförderte berufskundliche Exkursion. Ermöglicht vom Film-Archiv Lippe und organisiert von Jean-Christoph Caron, besuchten 25 Geschichtsstudierende im Rahmen eines zusammen mit Wiebke Kolbe gestalteten Seminars das Medienzentrum Rheinland und das Filmmuseum in Düsseldorf. Sie erlebten ein Tagesprogramm zur Produktion von Kulturfilmen und Filmausstellungen, das die anschauliche Präsentation mit der kritischen Reflexion der Berufsfelder verband. Möglich wurde dies durch das besondere Engagement leitender Mitarbeiter beider Filminstitutionen.

Im Medienzentrum ließ Dr. Michael Troesser die Bielefelder Historiker einen Blick auf die Produktionsstätten werfen und führte zwei gänzlich unterschiedliche Erzeugnisse seines Hauses vor: ein aufwendiger, auf Arte gesendeter Filmessay sowie ein heruntergefilmter Routineauftrag. "Erst dieser Kontrast" - so berichtet Jean Christoph Caron - "gab einen Eindruck von der Produktionsrealität mit ihren wechselnden Phasen der Arbeitsmotivation. Im anschließenden Vortrag machte Michael Troesser Pro und Contra des Berufsfeldes deutlich. Als Einrichtung des Öffentlichen Dienstes könne das Medienzentrum 'kritischere und alternativere Themen anpacken' und es lasse Raum, unseren Umgang mit dem Filmmedium grundsätzlich zu hinterfragen und in medienpädagogischen Veranstaltungen zu thematisieren. Andererseits würde man nicht so gut bezahlt wie in der freien Wirtschaft."

Im Filmmuseum ließen Dr. Sabine Lenk und ihre Mitarbeiter erkennen, dass hinter der glitzernden Ausstellungskulisse aus historischen Filmapparaten, -plakaten, und -requisiten auch alltäglichere Fragen der Museumssicherheit und -technik sowie der Archivierung und Restaurierung von Filmen und Filmschriften stehen. Auch Einstiegswege und notwendige Qualifikationen wurden erläutert. Da es wenig feste Ausbildungswege gebe, habe das "Selbststudium" eine hohe Bedeutung. Erst durch intime Kenntnis der Filmgeschichte und -restauration ließen sich historische Sehgewohnheiten rekonstruieren. So konnten früher die Colorierungen von Filmen trotz gleichlautender Farbbezeichnung nach Kopierwerk, Region und Jahr changieren.

Beachtenswert war für Jean-Christoph Caron das Feedback der Studierenden, die aus unterschiedlichen Fachbereichen kamen. Nach der Exkursion sprachen Studierende von der Faszination, den Berufsalltag und Berufsbiographien einzelner Mitarbeiter kennengelernt und historisches Filmmaterial einmal selbst in der Hand gehabt zu haben, und wünschten sich mehr konkrete Tips zu Ausbildungswegen und Einstiegsmöglichkeiten.

Eine Studentin wertete die Exkursion als "eine Brücke zwischen eigener Situation und den 'Fachmenschen'". Der Bedarf nach weiteren persönlichen Begegnungen mit Praktikern und nach eher informeller Orientierungshilfe war hoch, sagt Caron, denn in den offiziellen, standardisierten Informationen bliebe häufig unklar, "wie stressig, wie interessant, wie bezahlt, wie kreativ" ein Job tatsächlich und auf lange Sicht sei.

Im laufenden Sommersemester 2001 setzen das Film-Archiv Lippe und Jean-Christoph Caron ihre Kooperationsveranstaltung an der Abteilung Geschichte fort, bei der Studierende diesmal ein historisches Filmprojekt mitgestalten können.

     
206/2001 31.05.01 Die Konzerte des Bielefelder Universitätschors verankern die Universität als kulturelles Zentrum im öffentlichen Bewusstsein Universitätschor mit Haydns "Schöpfung"
Honorarprofessur für Werner Hümmeke
(BUZ) Nach der h-Moll-Messe von Bach hat der Universitätschor Bielefeld ein weiteres großes Orchester- und Chorwerk in der Oetkerhalle unter der Leitung von Werner Hümmeke aufgeführt: Haydns "Schöpfung". Im Anschluss an die vom Publikum umjubelte spannungsvolle, 'sensible und denkwürdige' Aufführung erhielt Werner Hümmeke, Mitglied der Abteilung Kunst und Musik der Universität Bielefeld, in einem Festakt im Kleinen Saal der Oetkerhalle die Honorarprofessur verliehen. Für den Dekan der Fakultät für TGKM, Professor Klaus-Ove Kahrmann, lag es nach dem Konzert daher nahe, in seiner Laudatio Werner Hümmekes Verdienste um den Universitätschor in den Mittelpunkt zu rücken. Zuvor erinnerte Kahrmann daran, dass sich Hümmeke seit Beginn der 90er Jahre den Grundproblemen einer integrativen ästhetischen Bildung und Erziehung zuwandte und maßgeblich an der Konzeption des in Deutschland völlig neuen Integrationsstudienganges Kunst und Musik der Universität Bielefeld beteiligt war. Hümmeke habe es in bemerkenswerter, humorvoller und unkonventioneller Art und Weise verstanden, "seine Begeisterung für neue Formen des Lehrens und Lernens auf die Studierenden zu übertragen, so dass die kreative Atmosphäre im Lernbereich zu großen Teilen auf seine Aktivitäten zurückzuführen ist".

Neben der Lehrtätigkeit und dem Engagement für die Studierenden, die den Lehrerberuf ergreifen wollen, galt Werner Hümmekes besonderes Interesse dem Universitätschor, der bei den Aufführungen mit dem Motettenchor der Universität Münster zu einem großen Ensemble zusammengeführt wird. Hierzu sagte Kahrmann: "Im Chor wird den Studierenden aller Fakultäten die Möglichkeit gegeben, sich unabhängig vom alltäglichen Studienbetrieb künstlerischen Aufgaben zu widmen, den kulturellen Horizont zu erweitern und Kolleginnen und Kollegen aus anderen Disziplinen kennenzulernen. Dass der Chor regelmäßigen und starken Zulauf hat, spricht für den hohen Einsatz und die herausragende Qualität des Leiters.

Seit vielen Jahren studiert Dr. Hümmeke mit dem Chor jährlich etwa zwei Konzerte ein, die dann als bedeutendes Universitätsereignis meist in der Oetkerhalle Aufführung finden. Liest man das Presseecho zu diesen Veranstaltungen, so stellt man fest, dass sie jeweils als herausragende Ereignisse des Bielefelder Kulturlebens aufgefasst und dementsprechend positiv beurteilt wurden. Das liegt sicherlich nicht nur an dem musikalischen Können Werner Hümmekes, sondern auch an der großen Begeisterung, mit der er immer wieder die immense Arbeit der Vorbereitung und Durchführung der Konzerte auf sich nimmt. Das gesamte Management versieht er letztendlich selbst, trägt damit eine große Verantwortung und ist ein Ansporn für alle, die ihn dabei beobachten und denen es vielleicht an Mut zur Durchführung eigener, ähnlichen Aktivitäten anfangs mangelt.

Bis heute wurden nach meiner Kenntnis von Werner Hümmeke nicht weniger als 135 Konzerte in Bielefeld und Münster geplant und dirigiert. Unter den aufgeführten Werken finden sich auch sehr schwierige, aufwendige wie Orffs 'Carmina Burana', Bachs 'h-Moll-Messe', Brahms' 'Deutsches Requiem' und Händels 'Messias'.

Wir begrüßen sehr, dass Dr. Hümmeke auch in den nächsten Jahren nach seiner Pensionierung die Absicht hat, die Chorleitertätigkeit mit der gleichen Entschlossenheit wie bisher fortzuführen.

Mit seiner fakultätsübergreifenden Arbeit trägt Dr. Hümmeke einerseits zum kulturellen Selbstverständnis der Einrichtung bei. Andererseits verankert er auch die Universität als kulturelles Zentrum im öffentlichen Bewusstsein und trägt so entscheidend dazu bei, dass die Universität nicht abgekoppelt von der Bielefelder Gesellschaft existiert, sondern sich vielfältig mit ihr verbindet.

Einer Universität steht es gut an, Kunst und Kultur nicht als schönes Beiwerk, sondern als substanziellen Bestandteil von Lehre und Forschung zu begreifen. Die Verleihung des Titels eines Honorarprofessors ist so nicht nur die verdiente Anerkennung für seine künstlerische Leistung, sondern auch ein gewichtiger Hinweis auf das Selbstverständnis der Universität."

     
206/2001 31.05.01 91. Deutscher Bibliothekartag in Bielefeld Verbandsvertreter verfehlen die Zukunft (BUZ/UB) Der 91. Deutsche Bibliothekartag, der vom 2. bis 5. April in Bielefeld stattfand und 2300 Teilnehmer aus der bibliothekarischen Fachwelt des In- und Auslands in die ostwestfälische Metropole zog, stand unter dem Motto "Bibliotheken - Portale zum globalen Wissen". Er sollte die Bedeutung und die Rolle der Bibliotheken in der entstehenden Informationsgesellschaft deutlich machen. Damit war dieser Bibliothekartag auch als Zeichen für den Aufbruch der Bibliotheken in die Zukunft geplant. Dr. Karl Wilhelm Neubauer, Leitender Bibliotheksdirektor der Universität Bielefeld, vertrat die Ansicht, die Bibliothekare müssten sich der Öffentlichkeit mit einer Vorwärtsstrategie präsentieren und ihre Vorbereitungen auf die Informations- und Wissensgesellschaft sowie die möglichen Aufgaben- und Tätigkeitsbereiche im digitalen Zeitalter angehen. Diese Diskussion sei für die aktive Gestaltung der Zukunft für die Bibliotheken geradezu lebensnotwendig.

Neubauer bedauerte deshalb um so mehr, dass die Verbandsvertreter mit dem Slogan "Mehr Geld für Bücher" bibliothekspolitisch "das falsche Signal setzten und damit die Zukunft verfehlten".

Seinen Standpunkt machte Neubauer in einem Offenen Brief an die Verbandsvertreter in Thesenform deutlich. Neubauers fünf Thesen stützen sich im übrigen auch auf Papiere des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, der Hochschulrektorenkonferenz und der Kultusministerkonferenz:

"1. Die durch fehlende Erwerbungsmittel charakterisierte 'Bibliothekskrise' beruht nur vordergründig auf einer Finanzkrise. Vielmehr sind die finanziellen Probleme Ausdruck einer grundlegenden Strukturkrise der Bibliotheken.

2. Die Bibliothekskrise lässt sich durch die konventionellen, d.h. strukturerhaltenden Ansätze nicht lösen. Vielmehr müssen die Bibliotheken die neuen strukturellen Möglichkeiten nutzen, die sich durch die Bereitstellung elektronischer Formen via Internet ergeben und so ein zeitgemäßes und effektives Management für die Informations- und Literaturversorgung aufbauen.

3. Durch die Bibliothekskrise wird deutlich, dass die Bibliotheken nur unzureichend auf das Internetzeitalter vorbereitet sind und sich viel stärker als bisher an den technischen, konzeptionellen und rechtlichen Entwicklungen des Internet und den entsprechenden Diskussionen beteiligen müssen.

4. Die Bibliotheken müssen sich verstärkt um die Entwicklung elektronischer Dienstleistungen und den Ausbau der hierzu notwendigen Infrastruktur bemühen. Hierbei können und müssen sie auch Felder besetzen, die ihre aktive Rolle als Informationsvermittler unterstreichen. Sie müssen zusammen mit der Informationsindustrie neue und intelligente Lösungen zur Auffindung relevanter Informationen bereitstellen, die dem mittlerweile unüberschaubaren Informationszuwachs wirksam entgegengestellt werden können. Die Bibliotheken müssen sich dafür neu organisieren.

5. Aber auch für intelligente Lösungen braucht man mehr Geld. Man soll es allerdings für die richtigen Prioritäten und Konzepte ausgeben."

     
206/2001 31.05.01   Förderunterricht für Schülerinnen und Schüler nicht deutscher Herkunftssprache   Im Kreis von Schülern nicht deutscher Herkunftssprache haben Oberbürgermeister Eberhard David, Beatrix Hinrichs, Dr. Reiner Schmidt und Rektor Dieter Timmermann (v.l.) das Gemeinschaftsprojekt der Universität und der Stadt Bielefeld "Förderunterricht für Schülerinnen und Schüler nicht deutscher Herkunftssprache" eröffnet. Die Initiatoren des Projekts haben sich zum Ziel gesetzt, die Schüler zugleich fachlich und fach(fremd)sprachlich in kleinen, homogenen Gruppen zu fördern, damit "Begabungsreserven" zu entfalten und mitzuhelfen beim Erreichen eines qualifizierten Schulabschlusses. Den Förderunterricht erteilen Lehramtsstudierende und Studierende des Faches Deutsch als Fremdsprache. Das Projekt, für das bereits jetzt eine große Nachfrage von Schulen und Schülern insbesondere der Jahrgangsstufen 7 bis 10 besteht, vernetzt die Ebenen der unmittelbaren Förderung, der Lehrerausbildung, der Lehrerfortbildung, der Forschung und Entwicklung. Weitere Informationen finden sich im Internet unter     Link
206/2001 31.05.01 ERASMUS-Programm Informationswoche für die ausländischen Studierenden   Um den Start in das Studium an der Universität Bielefeld zu erleichtern und den Aufenthalt in Bielefeld interessant gestalten zu können, hat das Akademische Auslandsamt für die ausländischen Studierenden, die im Rahmen des von der Europäischen Union geförderten ERASMUS-Programms an der Bielefelder Hochschule studieren, eine Informationswoche organisiert. Auf dem Programm standen neben einer Einführung in das Studium, in das Schreiblabor für ausländische Studierende und Bibliotheksführungen auch ein Frühstück im "Alex" am Theater, ein Besuch des Historischen Museums, der Sparrenburg und ein gemeinsamer Stadtrundgang.      
206/2001 31.05.01   Karl H. Welge gestorben   Der Bielefelder Physiker Karl H. Welge ist tot. Der Emeritus an der Fakultät für Physik der Universität Bielefeld starb am 2. Mai im Alter von 75 Jahren.

Welge war ein Vollblutwissenschaftler, wie man ihn nur noch selten und in dieser spezifischen Ausprägung vorwiegend unter Naturwissenschaftlern antrifft. Die Faszination durch neue Entwicklungen in der Physik bestimmte sein Leben. Sogar bei einem geselligen Treffen der ehemaligen Mitglieder seiner Arbeitsgruppe wurde er dabei gesehen, wie er auf einer Serviette die Details eines physikalischen Prozesses für einen Gesprächspartner skizzierte. "Es gab keine gemeinsame Kaffeepause der Arbeitsgruppe, bei der Herr Welge nicht gerechnet, abgeschätzt und neue Ideen diskutiert hätte", so ein ehemaliger Mitarbeiter.

Seit Beginn seiner Tätigkeit in Bielefeld hat Professor Welge die Entwicklung der Laserphysik vorangetrieben. Da dies viel Geld kostete, war er darauf angewiesen, laufend Forschungsmittel von außeruniversitären Geldgebern einzuwerben, vorwiegend von der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Das ist gerade im Bereich der Grundlagenforschung nicht einfach und hat nur bei Hochleistungsforschung Erfolg. In den zwanzig Jahren seiner Tätigkeit hat er umfangreiche Drittmittel eingeworben, er nahm darin eine Spitzenstellung innerhalb der Universität ein. Das kam auch seinen Mitarbeitern, Doktoranden und Diplomanden zugute. Viele seiner ehemaligen Mitarbeiter haben inzwischen Professuren inne.

Professor Welge hat in Köln und Bonn Physik und physikalische Chemie studiert und war nach seiner Promotion in Bonn Assistent. 1958/59 hat er an der Universität von Sao Paulo, Brasilien, eine Arbeitsgruppe Massenspektroskopie aufgebaut. Danach ging er wieder zurück nach Bonn, bis er 1964 nach Washington an das National Bureau of Standards, das amerikanische Äquivalent unserer physikalisch-technischen Bundesanstalt und eine der hervorragendsten Forschungsstätten der USA, berufen wurde. Mehrere attraktive Angebote in den USA lehnte er ab, um zur Habilitation nach Bonn zurückzukehren. 1967 bis 1973 hatte er einen Lehrstuhl an der Universität von Toronto, Kanada, inne. Vor allem auf Wunsch seiner Familie kam er 1974 nach Deutschland zurück, um eine Professur an der damals erst fünf Jahre alten und noch kleinen Universität Bielefeld anzunehmen. Als seine Frau wenige Jahre später starb und er mit zwei halbwüchsigen Kindern zurückblieb, entschloss er sich, in Bielefeld zu bleiben. Im Gespräch kam immer wieder zum Ausdruck, dass ihm die Forschungslandschaft jenseits des Nordatlantiks sehr zusagte. Er war noch dreimal für längere Zeit in den USA (1984 in Boulder, University of Colorado, 1985 in San José bei IBM und 1986 an der University of California) und unternahm jedes Jahr mehrere Forschungsreisen in die USA und nach Kanada.

Auch nach seiner Emeritierung hatten sich seine Aktivitäten in der Forschung und in der Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses nicht reduziert. Obwohl grundlagenorientierte Experimentalphysik aufwendig ist, hat ihm die Fakultät für Physik die Weiterarbeit ermöglicht. 1992 erhielt Welge zusammen mit seinem amerikanischen Kollegen Daniel Kleppner (Cambridge) von der Max Planck-Gesellschaft den hochdotierten Max Planck-Forschungspreis für Experimente auf dem Gebiet des Quantenchaos.

     
206/2001 31.05.01 Rechtswissenschaft Wolfgang Grunsky verabschiedet (BUZ) Eine Abschiedsfeier zu Ehren ihres langjährigen Mitglieds veranstaltete die Fakultät für Rechtswissenschaft der Universität Bielefeld am 9. Mai für Professor Dr. Wolfgang Grunsky, der zum Ende des Wintersemesters 2000/2001 emeritiert worden ist. Im Kreis seiner Kollegen, Familie und Freunde - auch aus Italien - ist sein wissenschaftliches Wirken gewürdigt worden. Wolfgang Grunsky, der 1963 über "Rangfragen bei dinglichen Rechten" promovierte und sich 1967 mit einer Schrift über "Die Veräußerung der streitbefangenen Sache" an der Universität Tübingen habilitierte, nahm 1974 den Ruf an die Universität Bielefeld an.

Bis zu seiner Emeritierung hatte er hier einen Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Zivilprozessrecht und Arbeitsrecht inne. Er prägte das Erscheinungsbild der Fakultät durch herausragende wissenschaftliche Tätigkeit, die sich insbesondere durch seine Forschungsschwerpunkte im Schadensersatzrecht, Rechtsmittelrecht und im Verfahrensrecht vor den Arbeitsgerichten auszeichnete. Von besonderer Bedeutung ist in diesem Zusammenhang seine Kommentatorentätigkeit in einschlägigen Standardwerken. Genannt seien hier seine Kommentierungen im Münchener Kommentar und im Stein/Jonas. Überdies ist er Mitherausgeber von zivilrechtlicher Fachliteratur, beispielsweise des Archivs civilistischer Praxis (AcP). Auch war er als Richter im Nebenamt am Oberlandesgericht in Hamm von 1975 bis 1995 tätig.

Seiner besonderen Liebe zum Fußball verleiht Wolfgang Grunsky nicht nur privat, sondern auch beruflich Ausdruck. Dies zeigt sich in seiner Lehrtätigkeit an der Abteilung für Sportwissenschaft der Universität Bielefeld sowie durch die Herausgabe der Zeitschrift Sport und Recht (SpuRt).

Hervorzuheben ist weiterhin seine auf einen Studienaufenthalt in Bologna zurückgehende Verbundenheit mit Italien, der Grunsky noch heute durch seine 1983 aufgenommene Tätigkeit als Gastprofessor an verschiedenen italienischen Universitäten, insbesondere Siena, mit Vorliebe nachgeht. Darüber hinaus ist er Mitglied der deutsch-italienischen Juristenvereinigung, als deren Präsident er 1977 mit dem Verdienstorden der Italienischen Republik, dem Komturkreuz, ausgezeichnet worden ist. Und so war es auch nicht zufällig, dass der Italienkenner Grunsky zu seiner Abschiedsfeier Professor Remo Caponi aus Florenz eingeladen hatte, einen wissenschaftschaftlichen Vortrag über den "Italienischen Kassationsgerichtshof vor dem Hintergrund des deutschen Revisionsrechts" zu halten, und danach Kollegen, Freunde und Familie zu einem deliziösen "Italienischen Buffet" gebeten hatte.

Wolfgang Grunsky hat angekündigt, er werde auch nach seiner Emeritierung Lehrveranstaltungen an der Universität Bielefeld anbieten und zudem als Rechtsanwalt in München arbeiten.

     
206/2001 31.05.01 Fünfköpfige Delegation der Republik Usbekistan in der Universität Bielefeld "Förderung der privaten Landwirtschaft"   Über die Möglichkeiten der Rehabilitierung und Kultivierung im Rahmen der Desertifikationsbekämpfung in Zentralasien informierte sich eine Delegation des Projekts "Förderung der privaten Landwirtschaft" der Republik Usbekistan in der Abteilung Ökologie, Fakultät für Biologie der Universität Bielefeld. Die fünfköpfige Delegation weilte eine Woche lang auf Einladung der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit in Deutschland und besuchte unter anderem das Zentrum für Entwicklungsforschung in Bonn, die deutsche Saatveredelung Lippstadt Bremen GmbH, die Technische Universität Dresden sowie die sächsische Landesanstalt für Forsten. Prof. Dr. Siegmar-Walter Breckle und Dr. Walter Wucherer informierten in Bielefeld unter anderem über das deutsche Netzwerk zur Desertifikationsbekämpfung und diskutierten mit den Delegationsteilnehmern Möglichkeiten der Kooperation. Der Delegation gehörten Fachleute auf den Gebieten Pflanzenzucht, Bodenkunde und Landtechnik, Forstwirtschaft und Aralsee-Forschung an. Das Foto zeigt (v.l.) Walter Wucherer, Siegmar-Walter Breckle zusammen mit Projektkoordinator Naurysbai Hilalow, Dr. Besimbei Mambetnasarov, Prof. Igor Massino, Gulsar Abdikairowa, Prof. Sinoviy Novitzkiy, Murad Ganiew sowie der Dolmetscherin Larissa Moukhamadeeva.      
206/2001 31.05.01 Allgemeiner Studierendenausschuss Qualitätspaket zur Amtseinführung von Rektor Dieter Timmermann   Der Vorsitzende des Allgemeinen Studierendenausschusses, Martin Lücke, und seine Stellvertreterin Stephanie Faber haben zur Amtseinführung von Rektor Dieter Timmermann ein Qualitätspaket geschnürt, das sie ihm beim Jahresempfang überreichten. In dem Paket fanden sich Präsente, die für die besondere Qualität der Universität Bielefeld stehen und die als "Rüstzeug für die Amtszeit des Rektors" gedacht sind. Den Inhalt des Qualitätspakets erläuterten Stephanie Faber und Martin Lücke so: "Die Universitäten sind im Umbruch begriffen. Neue Werte wie Effizienz, Leistungsfähigkeit oder ökonomischer Nutzen erheben den Anspruch auf Geltung auch innerhalb der Universitäten. Deshalb haben wir Herrn Timmermann das Buch 'Ach, die Werte!' von Hartmut von Hentig mit auf den Weg gegeben. In ihm geht es nicht nur um Werte, die im Bildungswesen virulent sein sollten, sondern die auch maßgeblich für die gesamte Gesellschaft sein sollten. Wer genau wissen möchte, um welche Werte es sich dabei genau handelt, der sollte mal einen genauen Blick in dieses Buch hineinwerfen. Besonderes Symbol für den Anspruch dieser Universität auf Interdisziplinarität und Forschungsorientierung ist das ZiF, das durch die Forschungs- und Lehrtätigkeit vieler renommierter Personen weltweite Bekanntheit erreichen konnte. Norbert Elias, der einige Jahre im ZiF lebte, blickte von den Anhöhen des ZiF immer ein wenig skeptisch auf die Universität hernieder und soll gesagt haben, dass das Beste an der Universität das Schwimmbad und die Waldrandlage sei. Um an die Bedeutung des ZiF zu erinnern und gleichzeitig darauf hinzuweisen, dass diese Universität weit mehr zu bieten hat als ein Schwimmbad und eine Lage in idyllischer Landschaft, haben wir Herrn Timmermann eine Publikation des ZiF ('Norbert Elias im ZiF') geschenkt. Die Menschen, die am Hang des Teutoburger Waldes siedeln, sind der Überlieferung nach immer dann besonders resistent gegenüber Einschränkungen ihrer Autonomie und Selbständigkeit, wenn diese von außen bedroht wird. Sinnbildhaft hierfür steht wohl Hermann der Cherusker, dem es gelang, feindliche römische Truppen, die sich vorher am Niederrhein aufgestellt hatten, in die Flucht zu schlagen. Deshalb haben wir Herrn Timmermann einen Bastelbogen des Hermannsdenkmals bei Detmold geschenkt, damit er stets sinnbildlich vor Augen hat, was zu tun ist, wenn die Autonomie der Universität Bielefeld, zum Beispiel durch Rechtsverordnungen, bedroht wird - besonders durch Kräfte, die sich ebenfalls am Niederrhein formieren. Wie genau er die Statue in seinem Arbeitszimmer aufstellt, bleibt ihm natürlich selbst überlassen, je nach dem, von welcher Seite Gefahr droht. Jeder weiß, dass das Amt des Rektors ein anspruchsvolles und schwieriges ist, das schon so manchem einiges Kopfzerbrechen bereitet hat. Deshalb haben wir ihm abschließend eine Packung Kopfschmerztabletten geschenkt, damit er die Sorgen und Nöte, die er ja vielleicht auch von Seiten des AStA bekommen könnte, besser ertragen kann. Wir glauben, dass wir Herrn Timmermann hinreichend für seine Amtszeit ausgestattet haben, wünschen ihm alles Gute und freuen uns auf eine Zusammenarbeit auf gleicher Augenhöhe!"      
206/2001 31.05.01 Wissenschaftsministerium fördert Projekt des Frauenbüros Naturwissenschaft und Technik sind "PEA-NUTS" für Mädchen (U.B./S.K.) PEA-NUTS ist ein Projekt des Frauenbüros der Universität Bielefeld, das vom Ministerium für Schule, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen für den Zeitraum von drei Jahren bis Dezember 2003 gefördert wird. Es zielt auf die Motivierung und Studienorientierung von Schülerinnen in Bezug auf naturwissenschaftliche und technische Studienfächer. Das Projektangebot richtet sich überwiegend an Schülerinnen der Sekundarstufe II aus Schulen der Region (Gymnasien und berufsbildende Schulen) und vereinzelt auch an jüngere Schülerinnen. Mädchen und junge Frauen zeigen nach wie vor eine größere Zurückhaltung bei der Wahl naturwissenschaftlicher und technischer Studienfächer und Berufe als Jungen und Männer. Der Frauenanteil in den entsprechenden Studiengängen an Fachhochschulen und Universitäten ist anhaltend gering. In den meisten naturwissenschaftlichen Fakultäten besteht eine deutliche Unterrepräsentanz von Frauen: Mathematik studierten im Wintersemester 1999/2000 an der Universität Bielefeld 291 Frauen (39,8%), Chemie 191 Frauen (32,4 %), an der Technischen Fakultät studierten 109 Frauen (15,6 %) und in der Physik 64 Frauen (15,6 %). Nur die Fakultät für Biologie weist einen hohen Frauenanteil auf: dort studierten im Wintersemester 1999/2000 593 Frauen (53,6 %). Insgesamt gehen die Studierendenzahlen in diesen Fächern bei gleichzeitig steigender Nachfrage aus der Wirtschaft und zunehmenden Zukunftschancen zurück.

Das Projekt PEA-NUTS (Probieren, Erfahren, Anwenden: Naturwissenschaften und Technik für Schülerinnen) möchte die Chancen für Frauen erhöhen, sich für eine berufliche Laufbahn in diesen zukunftsträchtigen Bereichen zu entscheiden und dadurch an wesentlichen Gestaltungsmöglichkeiten in unserer Gesellschaft teilzuhaben. PEA-NUTS will die vorhandenen Begabungen, Potentiale und Interessen von jungen Frauen für naturwissenschaftliche und technische Studiengänge fördern und verstärken.

Um das zu erreichen, wollen die Bielefelder Hochschulen im Vorfeld der Studien- und Berufswahl umfangreiche Studienorientierungsangebote bereitstellen. Schülerinnen sollen die Möglichkeit erhalten, positive praktische Erfahrungen mit naturwissenschaftlichen und technischen Aufgabenstellungen in projektorientierten Lehrangeboten zu machen. In Gesprächen mit Studentinnen und Dozentinnen sollen Informationen über das Studium "aus erster Hand" vermittelt werden. Der Kontakt mit weiblichen Vorbildern hat einen wesentlichen Einfluss auf Berufswahlentscheidungen; er lässt "ungewöhnliche" Berufsbiographien lebendig und vorstellbar werden.

Der Kern des Projekts ist eine jährlich stattfindende interdisziplinäre Sommerhochschule, in der Schülerinnen der Sekundarstufe II innerhalb einer Woche die Möglichkeit erhalten, einen Einblick in das gesamte Studienangebot der beteiligten Fächer zu erhalten.

Neben diesem zentral stattfindenden Angebot sind ganzjährig semesterbegleitende Schnupperangebote für Schülerinnen geplant. An einem regelmäßig stattfindenden Projektnachmittag (z. B. einmal im Monat) bietet im Wechsel jeweils eine der beteiligten Fakultäten spezielle Workshops, Experimente, Praktika u. ä. für Schülerinnen an. Schülerinnen haben so die freie Wahl, an einzelnen oder mehreren Angeboten im Laufe des Jahres teilzunehmen.

Das dritte Projektelement bietet die Möglichkeit einer sehr individuellen und intensiven Studienorientierung in Hinblick auf ein spezielles Studienfach. Innerhalb von Schülerinnen-Studentinnen-Patenschaften können Schülerinnen über einen begrenzten Zeitraum am Studienalltag von Studentinnen teilnehmen und Aufgaben aus deren Studienprojekten (Diplomarbeit, Laborpraktika etc.) übernehmen. Es ist geplant, diese Patenschaft im Rahmen der pflichtmäßigen Schulpraktika stattfinden zu lassen.

Die einzelnen Angebote zur Motivierung und Studienorientierung von Schülerinnen sollen durch eine Kooperation der naturwissenschaftlichen und technischen Fakultäten der Universität Bielefeld (Biologie, Chemie, Mathematik, Physik, Technische Fakultät) und später auch der Fachbereiche der Fachhochschule Bielefeld bereitgestellt werden.

Naturwissenschaften und Technik sind keine unüberwindbare Hürde für Mädchen und Frauen - sie sind "Peanuts": interessante und zu bewältigende Herausforderungen, die jede Menge Spaß machen können.

Kontakt: Uschi Baaken, Gleichstellungsbeauftragte der Universität Bielefeld, Telefon: 0521/106-4202, e-mail: frauenbuero@uni-bielefeld.de, Sylke Känner, Proje...

     
206/2001 31.05.01 Wahlen zum Senat und Erweiterten Senat Jede Stimme zählt (BUZ) In der Gruppe der Studierenden der Universität Bielefeld finden vom 18. bis zum 21. Juni die Wahlen zum Senat, zum Erweiterten Senat und zu den Fakultätskonferenzen statt. Die Studierenden sind aufgerufen, aktiv vom Wahlrecht Gebrauch zu machen, damit nach Jahren der Wahlenthaltsamkeit endlich wieder eine passable Wahlbeteiligung sichtbar wird.

Gewählt wird nach Listen, die aufgrund gültiger Wahlvorschläge aufgestellt werden. Die Wahllokale befinden sich in der zentralen Universitätshalle in Höhe der Cafeteria. Wahlberechtigte können ihr Wahlrecht auch durch Briefwahl ausüben. Anträgen auf Briefwahl wird stattgegeben, wenn sie spätestens bis zum 18. Juni, 8.00 Uhr, bei der Wahlleitung (Wahlbüro im Raum D0-116 der Universität) eingegangen sind.

     
206/2001 31.05.01 Weiterbildung Personalentwicklung (BUZ) Das Zentrum für wissenschaftliche Weiterbildung an der Universität Bielefeld e.V. und die Arbeitsgruppe Berufsbildung und Bildungsplanung der Fakultät für Pädagogik der Universität Bielefeld wollen in einem Kooperationsprojekt den Berufseinstieg insbesondere von geistes- und sozialwissenschaftlichen Hochschulabsolventinnen und -absolventen fördern. In einer zehnmonatigen Vollzeit-Weiterbildung werden Pädagogen, Soziologen, Lehrer und Psychologen mit Interesse an beruflicher Konzeptions-, Trainings- und Beratungsarbeit systematisch auf das Arbeitsfeld in der Personalentwicklung von Profit- und Nonprofit-Unternehmen vorbereitet. Neben einer viermonatigen theoretischen Schulung beinhaltet das Weiterbildungsprogramm, das mit 25 Teilnehmern gestartet ist, ein sechsmonatiges praktisches "Training on the Job". Projektleiter sind Prof. Dr. Wolfgang Wittwer und Dr. Udo Witthaus von der Arbeitsgruppe Berufsbildung und Bildungsplanung.

Nähere Informationen sind erhältlich bei: Universität Bielefeld, Fakultät für Pädagogik, Berufsbildung und Bildungsplanung, Dipl.-Päd. Steffen Kirchhof, Telefon: 0521/106-3720, E-Mail: steffen-andreas.kirchhof@uni-bielefeld.de.

     
206/2001 31.05.01 Fakultät für Chemie Dr. Wolf-Dieter Schleuning   Dr. Wolf-Dieter Schleuning, Wissenschaftlicher Direktor der präklinischen Arzneimittelforschung der Schering AG in Berlin, ist aufgrund seines hervorragenden Einsatzes bei der Einrichtung und Weiterentwicklung des Studiengangs Biochemie an der Fakultät für Chemie der Universität Bielefeld zum Honorarprofessor ernannt worden. Seit 1996 hat die Fakultät Schleuning, der auch Adjunct Professor für Zellbiologie der New York University ist, für eine Lehrtätigkeit gewinnen können. Seitdem hat er jedes Semester für die Studierenden der Biochemie aus seinem reichen wissenschaftlichen und industriebezogenen Erfahrungsschatz Lehrveranstaltungen abgehalten.      
206/2001 31.05.01 Justitiarin der Universität Bielefeld Ines Meyer   Ines Meyer hat im April ihre Tätigkeit als Justitiarin der Universität Bielefeld aufgenommen und die Nachfolge von Cornelia Stöcklein, die Ende vergangenen Jahres die Universität verlassen hat, angetreten. Die Regierungsangestellte wird - unter der Verantwortung des Dezernenten II - im Wesentlichen folgende Rechtsbereiche bearbeiten: Verwaltungsrecht einschließlich Haus- und Ordnungsrecht, Zivilrecht einschließlich Gesellschafts-, Urheber- und Patentrecht, Personalvertretungsrecht, Strafrecht, Angelegenheiten des Datenschutzes sowie Rechtsfragen aus dem Aufgabenbereich des Dezernats II.      
206/2001 31.05.01 Abteilung Philosophie Prof. Brandon Look   Prof. Brandon Look, Department of Philosophy der University of Kentucky, Lexington, wird sich ab dem 1. September für neun Monate als Stipendiat der Alexander von Humboldt-Stiftung an der Abteilung Philosophie der Universität Bielefeld aufhalten.      
206/2001 31.05.01 40jähriges Dienstjubiläum Reiner Lesemann: Universitätsaufbau engagiert begleitet Seit vier Jahrzehnten ist Reiner Lesemann, Leiter der Abteilung Grundstücks-, Bau-, Miet- und Pachtangelegenheiten im Dezernat IV, im Öffentlichen Dienst tätig. Angefangen hat seine Verwaltungslaufbahn am 1. 4. 1961 mit dem Beginn der Verwaltungslehre bei der Stadtverwaltung Blomberg. Es folgten Angestelltentätigkeiten bei der Stadt Blomberg in der Personalabteilung, Wehrdienst bei der Marine und der Wechsel zur Bezirksregierung nach Detmold. Der gebürtige Detmolder absolvierte eine Ausbildung für den gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienst, die er im Herbst 1969 abschloss.

Am 1. Mai 1970 wechselte er an die Universität Bielefeld, die sich gerade in der Aufbauphase befand. Er begann im damaligen Aufbauzentrum, der heutigen Fachhochschule, in der Personalabteilung und war mit für die Personalrekrutierung für die neue Hochschule zuständig.

1974 erfolgte der Wechsel in das Dezernat IV, und Reiner Lesemann plante und organisierte den Bezug des Hauptgebäudes "generalstabsmäßig". Gleichzeitig mußten die vielen Mietobjekte, in denen einzelne Universitätsmitarbeiter schon arbeiteten und die quer über die Stadt Bielefeld und Nachbargemeinden verstreut lagen, gekündigt werden. "Das war mit die spannendste Zeit", erinnert sich der Jubilar. Aber auch andere Geschehnisse haben sich während seiner mehr als dreißigjährigen Tätigkeit in der Universität ereignet, an die er sich heute schmunzelnd erinnert. Beispielsweise die Entwaffnung eines jungen Mannes nach einem Partnerschaftskonflikt durch einen Pförtner, während sich die Polizei - aus Sicherheitsgründen - zurückhielt und erst die Situation besser einschätzen wollte. Oder das Massenaufgebot der Polizei beim Besuch von Heiner Geissler in der Universität. Ein ganze Hundertschaft habe damals in einem der Hörsäle auf einen möglichen Einsatz gewartet. An einigen Aktionen der Studierenden, die Reiner Lesemann als hilfsbereiten und freundlichen Universitätsvertreter sehr schätzen, hatte der Jubilar weniger Freude: Aus Protest gegen die Bildungspolitik hatten die Studierenden den Haupteingang der Universität zugemauert, ein anderes Mal die Parkhauszufahrten blockiert. Doch Lesemann nimmt es gelassen. "Auseinandersetzungen mit Studierenden halten einen jung".

     
206/2001 31.05.01 Arbeitskreis Umweltschutz Hauptübel: Laxheit und Bequemlichkeit   (BUZ) Der Arbeitskreis Umweltschutz, der vor zehn Jahren als "Gesprächskreis" begründet wurde, trat im Mai zu seiner 50. Sitzung zusammen. In den zurückliegenden Jahren ist eine Reihe von kleineren und auch größeren umweltbezogenen Verbesserungen erreicht worden. Beispiele hierfür sind, so weist der Arbeitskreis Umweltschutz hin: die getrennte Entsorgung von Papier mit der blauen Papiertonne, die Abfallsammelstellen in der Zentralen Halle und in verschiedenen Bereichen (mit den drei Säcken), die Verbesserung des Nichtraucherschutzes in der Cafeteria und im gesamten Universitätsgebäude (wenngleich nach Ansicht des Arbeitskreises eine akzeptable Lösung für die zentrale Halle nach wie vor noch aussteht), die Verbesserung der Radwegesituation, Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Bau der U-Bahnlinie 4, Einführung wassersparender Maßnahmen und im Einvernehmen mit der Technischen Betriebsverwaltung weitere Maßnahmen zur Energieeinsparung.

Im Wintersemester 1998/99 hat sich der Arbeitskreis schwerpunktmäßig mit den Umweltleitlinien für die Universität Bielefeld befasst, darüber hinaus die Möglichkeiten und die Ausgestaltung der Tätigkeiten eines hauptamtlichen Umweltbeauftragten diskutiert. Die Umweltorientierung der Universität Bielefeld hat, so weist der Arbeitskreis darauf hin, insbesondere in der jüngsten Vergangenheit konkrete Erfolge gezeigt: die Abteilung Arbeitssicherheit und Umweltschutz ist wesentlich gestärkt worden, ein Umweltmanagementsystem und ein Umweltforum wurden eingerichtet und ein Öko-Audit-Verfahren für die gesamte Universität Bielefeld durchgeführt, das den Umweltschutz an der Universität weiter vorantreiben soll.

Der Arbeitskreis Umweltschutz hat anlässlich seiner 50. Sitzung betont, dass viele Umweltprobleme der Universität technisch keine Probleme sind: Sie können durch das Engagement und die Vernunft der Universitätsangehörigen selbst gelöst werden. Hauptübel sind nach Ansicht des Arbeitskreises die Bequemlichkeit und Laxheit: Papier wird keine 10 Meter von der blauen Tonne entfernt einfach fallengelassen; Zigarettenkippen liegen, trotz Aschenbechern, haufenweise in der zentralen Halle, insbesondere rund um die Sitzbänke. Offensichtlich ist, "dass das Bewusstsein für saubere Umwelt bei zahlreichen Mitgliedern der Universität erschreckend unzureichend ist, sonst würde die zentrale Halle nach einem Tag nicht so aussehen, wie sie derzeit abends aussieht", meint der Arbeitskreis Umwelt und fordert "restriktivere Maßnahmen auf verschiedenen Ebenen. Nur so wird eine bessere soziale Kontrolle der Unsitten und ein gesteigertes bewusstes Handeln in 'Sachen eigener Umwelt' erreichbar sein. Dabei ist Umweltschutz im weiteren Sinne auch Arbeitsschutz und Gesundheitsvorsorge. Verbesserter Umweltschutz bedeutet fast stets auch verbesserte Sicherheit und verbesserte Bedingungen für die Gesundheit."

Bei der Vielzahl der beratenen Umweltprobleme hat der Arbeitskreis stets nach pragmatischen Lösungen gesucht und auf möglichst großen Konsens aller der im Arbeitskreis vertretenen Gruppen geachtet. Auch nach seiner 50. Sitzung ist der Arbeitskreis davon überzeugt, dass Umweltschutz eine permanente Aufgabe ist, und auf die Mithilfe aller Mitglieder der Universität angewiesen. Er ist für Vorschläge, Informationen und Hinweise in Sachen Umweltschutz an der Universität Bielefeld dankbar.

Vorsitzender des Arbeitskreises Umweltschutz ist Prof. Dr. Siegmar-Walter Breckle, stellvertretender Vorsitzender Prof. Dr. Rüdiger Blume und Geschäftsführer Stefan Burchert.

Kontakt: E-mail: sbreckle@biologie. uni-bielefeld.de; Fax: 0521/106-2963, Geschäftsstelle: E-Mail: stefan.burchert@uni-bielefeld.de; Raum E3-110, Telefon: 0521/106-6134.

     
206/2001 31.05.01 Bielefeld 2000plus Umwelt-Exkursion (E.S.-D.) Auf Einladung von "Bielefeld 2000plus" nahmen unlängst Wissenschaftler sowie Vertreter aus Wirtschaft, Politik und öffentlichen Einrichtungen an einer Exkursion zum Thema "Wasser: Gewinnung und Umgang" teil. Die Exkursion führte zunächst an die in Deutschland einmalige Regenwasser-Reinigungsanlage an der Autobahn A2, dann zum Wasserwerk I in Sennestadt und endete mit Fachvorträgen zu folgenden Themen: Bedeutung des Wassers für das Leben, Liberalisierung des Wassermarktes, Wassergewinnung- und Versorgung und Niederschlagswasserbewirtschaftung in Zusammenhang des § 51a Landeswassergesetz NRW. Im Anschluss an die Exkursion erörterten Vertreter der Universität sowie städtische und staatliche Akteure Möglichkeiten der Kooperation im Bereich Umwelt und Wasserwirtschaft. Ergebnisse dieses Gesprächs sind zum einen Praktikaangebote in städtischen wie staatlichen Einrichtungen für Studierende des Studiengangs Umweltwissenschaften und des Programms "Studierende und Wirtschaft" sowie das Vorhaben, Exkursionen dieser Art in Zusammenarbeit mit der Unteren Wasserbehörde der Stadt und den Stadtwerken Bielefeld als Lehrveranstaltungsangebot für Studierende des Studiengangs Umweltwissenschaften anzubieten.

Die nächste Exkursion von Bielefeld 2000plus wird am 28. Juni zum Thema "Wasserreinigung: Biotechnologie im Klärwerk" stattfinden. Anmeldungen werden erbeten unter: Projekt Bielefeld 2000plus, Fakultät für Wirtschaftswissenschaften, Postfach 10 01 31, 33501 Bielefeld, oder Telefon 0521/106-4874, oder E-mail: eschropp@wiwi.uni-bielefeld.de.

Das seit vier Jahren an der Universität bestehende Projekt Bielefeld 2000plus will einerseits den in der Universität vorhandenen Sachverstand für die Beantwortung von Zukunftsfragen der Stadt Bielefeld und der Region nutzen. Andererseits soll das Erfahrungswissen in städtischen und regionalen Einrichtungen für die Universität leichter zugänglich sein, um aus der Praxis Anregungen für die Forschung zu erhalten. Mit diesen Zielrichtungen werden Vortragsveranstaltungen, Fachgespräche und in unregelmäßigen Abständen auch Exkursionen angeboten, die für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus wissenschaftlichen und städtischen Einrichtungen die Gelegenheit bieten, sich über Fachfragen auszutauschen und Kontakte zu knüpfen.

Die Initiative von Bielefeld 2000plus wird von Professor Joachim Frohn von der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften verantwortlich geleitet. Bis zum März 2001 hat Diplom-Volkswirtin Ute Niermann den Aufbau mitgestaltet und das Projekt hochengagiert und erfolgreich betreut. Ihre Nachfolgerin ist Diplom-Geographin Erika Schropp-Dietmair, die bereits seit einem Jahr für Bielefeld 2000plus arbeitet.

     
206/2001 31.05.01 Universitätsverwaltung Hiemer folgt Schomborg   Oberregierungsrat Wolfgang Hiemer ist mit Wirkung vom 1. Mai die Funktion des Dezernenten im Dezernat Z der Universität Bielefeld übertragen worden. Er tritt die Nachfolge von Oberverwaltungsdirektor Helmut Schomborg an.

Im Rahmen der Neustrukturierung des Dezernats Z gehören neben den bisherigen Aufgaben Innerer Dienstbetrieb, Organisation und Zentrale Dienste nunmehr die Zentrale Beschaffungsabteilung und die Abteilung Umweltschutz und Abfallwirtschaft ebenfalls zum Verantwortungsbereich des Dezernenten Z.

Wolfgang Hiemer war als stellvertretender Kassenleiter von 1972 bis 1981 für den Aufbau der Universitätskasse Bielefeld zuständig. Danach übernahm er die Leitung der Zentralen Beschaffungsabteilung, die er zu einer kundenorientierten zentralen Serviceeinrichtung ausbaute.

     
206/2001 31.05.01 Europäisches Jahr der Sprachen Festival der Sprachen: Frankreich und Benelux (BUZ) Französisch und die Sprachen der Benelux-Länder stehen im Mittelpunkt des vierten "Festivals der Sprachen", zu dem Universität und Volkshochschule Bielefeld am 31. Mai ab 14.30 Uhr in die Universität Bielefeld einladen. Mit Live-Musik, Theater, Vorträgen, Filmen und Schnupperkursen will das breitgefächerte Programm Appetit auf das Sprachenlernen machen und uns unsere westlichen Nachbarn näher bringen. Lehrende der Bielefelder Universität werden in vielen Einzelveranstaltungen von Austauschstudenten unterstützt. Weitere Referenten kommen vom Deutsch- Französischen Jugendwerk, vom Zentrum für Niederlande-Studien in Münster und aus der Volkshochschule. Alexandre Pajon, der Leiter des Institut Français, Düsseldorf, führt um 18.00 Uhr in die Ausstellung "Spleen(s) de Paris" ein, die Fotos der Stadt aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert zeigt. Zugleich thematisiert "Spleen(s) de Paris" die literarischen Reaktionen berühmter Dichter auf die Metropole. Das Institut Français schickt außerdem seinen Biblio-Bus, in dem gestöbert werden darf.

Das Festival ist zugleich eine Feier dessen, was schon gelernt und geleistet ist: Gabriele Behler, Ministerin für Schule, Wissenschaft und Forschung in NRW, wird den Gewinnern eines Französisch-Vorlesewettbewerbs, den die Deutsch-Französische Gesellschaft, Bielefeld, ausgerichtet hat, ihre Preise überreichen. Auf einer offenen Bühne präsentieren Schülerinnen und Schüler aus fünf Schulen der Region Szenen und Lieder. Es bestehen vielfältige Informationsmöglichkeiten zum Sprachenlernen und Sprachenstudium. Die Orte der einzelnen Veranstaltungen werden am Informationsstand in der Universitäts-Halle bekannt gegeben. Der Eintritt ist frei.

     
206/2001 31.05.01 Tropische Vielfalt / Foto-Ausstellung vom 2. bis 31. Juli Pflanzen und Tiere aus Costa Rica und Ecuador (BUZ) Tropische Vielfalt in der "Grünen Hölle" - Schönheit und Schrecken verbinden sich mit diesem Begriff. Doch die beispiellose Biodiversität der tropischen Regenwälder ist stark gefährdet. Die Fläche der heutigen tropischen Regenwälder ist nur noch knapp halb so groß wie ursprünglich. Die enorme Zahl an Organismen zeigt sich darin, dass auf einer Fläche von unter 15 Prozent der Landoberfläche weit über 60 Prozent aller Organismen der Erde vorkommen. Dabei wird geschätzt, dass viele Arten dieser einzigartigen tropischen Biotope noch nicht bekannt sind.

Die verwirrende Vielzahl an Pflanzen und Tieren, an Formen und Farben, an Blüten und Früchten ist jetzt in einer Ausstellung in der Bielefelder Universitätsbibliothek vom 2. bis zum 31. Juli zu sehen. Die Fülle der Arten lässt erahnen, wieviel Sorgfalt und Mühe, Studium und Untersuchungen des tropischen Regenwaldes den Forschern abverlangen und welches komplexe Unterfangen es ist, ein solches vielfältiges Ökosystem mit seinen eng vernetzten Prozessen zu verstehen, aber dann auch wirksam zu schützen, beispielsweise in Nationalparks und großen Schutzgebieten.

     
206/2001 31.05.01 Carl Djerassi im ZiF / Lesung "This Man's Pill" 50 Jahre Pille (BUZ) "Der Mann, der die Frauen befreite", so titelte die Süddeutsche Zeitung am 3. März über den Biochemiker, Science-in-fiction-Schriftsteller, Kunstmäzen und Geschäftsmann Carl Djerassi. 1923 in Wien als Sohn eines jüdischen Arztehepaars geboren, musste er 1938 Österreich verlassen und ging in die USA . Noch nicht einmal 28 Jahre alt, synthetisierte er erstmalig das Nebennierenhormon Cortison, das mittlerweile Anwendung in einer Unzahl von Arzneizubereitungen gefunden hat, und kurz darauf das Hormon Gestagen, das zu einem entscheidenden Bestandteil der "Antibaby"-Pille wurde.

"Ob der Professor aus Stanford nun in der legendären Royal Institution in London auftritt, auf Fachkongressen oder bei Sabine Christiansen: Djerassi gilt sowohl in elitären wissenschaftlichen Kreisen als auch beim Massenpublikum als ein Grenzgänger. Er ist einerseits hochdekorierter Chemiker und andererseits schillernder Exot ... Djerassi ist ein begnadeter Selbstdarsteller", schrieb Karin Steinberger in der Süddeutschen Zeitung.

Carl Djerassi ist am 7. und 8. Juni in Bielefeld, um im Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld an einer von Professor Achim Müller veranstalteten Tagung zum "Public Understanding of Science", zu dem er selbst schon zahlreiche Beiträge geliefert hat, mitzuwirken. Am Freitag, den 8. Juni, um 19.00 Uhr wird Djerassi im Plenarsaal des ZiF aus seinem neuen Buch "This Man's Pill" lesen. Diese Veranstaltung ist offen für jedermann.

     
206/2001 31.05.01 Nobelpreisträger Sir Harold W. Kroto Der "Shooting Star" des "Public Understanding of Science" wird Ehrendoktor der Universität Bielefeld (BUZ) Professor Sir Harold W. Kroto von der Universität von Sussex in Brighton, England, ist einer der Entdecker der Fullerene, der so genannten Fußball-Moleküle. Hierfür ist er 1996 mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet worden. Kroto, geboren 1939 in Wisbech, Cambridgeshire, besuchte die Universität Sheffield und promovierte dort 1964 bei R.N. Dixon über ein Thema aus der hochauflösenden Molekülspektroskopie. Nach Forschungsaufenthalten beim National Research Council of Canada und den Bell Laboratories, USA, kam er an die Universität von Sussex in Brighton, wo er noch heute als Royal Society Research Professor tätig ist. 1996 adelte ihn Königin Elisabeth II.

Ein zur Zeit auch in Deutschland aktuelles Gebiet, auf dem H.W. Kroto internationalen Rang erreicht hat, ist das des "Public Understanding of Science", die Art und Weise also, wie man komplexe Resultate der aktuellen wissenschaftlichen Forschung einem breiten Publikum zugänglich macht. Kroto leitet in England das multimediale VEGA-Programm, im Rahmen dessen Wissenschaft in vorbildlicher Weise öffentlich und allgemein verständlich präsentiert wird. Zahlreiche Beiträge aus diesem Programm sind von der BBC ausgestrahlt worden und haben von den Zuschauern Bestnoten erhalten.

Für seine Verdienste um das Public Understanding of Science wird ihn nun die Fakultät für Chemie der Universität mit dem Ehrendoktor auszeichnen. Dazu findet am 7. Juni um 18.00 Uhr im Hörsaal 1 der Universität Bielefeld eine akademische Feier statt, zu der auch die Öffentlichkeit herzlich eingeladen ist. Von besonderem Interesse dürfte wohl Harold Krotos anschließender Vortrag "Architecture of the Microcosmos" sein. Seine Vorträge haben Kroto weltweit lebhafte Resonanz und "standing ovations" eingebracht.

     
206/2001 31.05.01 Internationale ZiF-Tagung bildet Auftakt einer intensiven deutsch-französischen Forschungskooperation Welt und Wissen - Monde et Savoir Über die Konstruktion wissenschaftlicher Erkenntnisse (BUZ) Alan Sokal und Jean Bricmont, beide Physiker, haben mit Sokals verdeckter Parodie "Transgressing the boundaries: Toward a transformative hermeneutics of quantum gravity" und ihrem gemeinsamen Buch "Impostures Intellectuelles" eine der heftigsten Kontroversen zwischen den auf einem kulturunabhängigen Objektivitätsanspruch beharrenden Naturwissenschaften und den von den französischen Postmodernen und ihren relativistischen Tendenzen geprägten Geisteswissenschaften ausgelöst. Diese Kontroverse, dieser so genannte Wissenschaftskrieg, entfaltete sich nicht nur unter Beteiligung der führenden Theoretiker der Natur- und der Geisteswissenschaften, sondern fand auch das breiteste Interesse der intellektuellen Weltöffentlichkeit. Da die Auseinandersetzung teilweise sehr polemisch geführt wurde, zielte aber der größte Teil der Diskussion mehr auf den Stil der Debatte als auf die Inhalte der gegensätzlichen Positionen ab.

Die im Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld vom 18. bis 20. Juni stattfindende Tagung "Welt und Wissen - Über die Konstruktion wissenschaftlicher Erkenntnisse" soll den Fokus wieder auf die inhaltliche Auseinan-dersetzung zurücklenken. Die Dramaturgie der Tagung führt von der Aktualisierung der Sokal-Kritik auf der inhaltlichen Ebene über die systematische Diskussion benennbarer Positionen im Streit um den wissenschaftlichen Realismus zur Betrachtung neuerer einzelwissenschaftlícher Perspektiven aus den Bio- und Neurowissenschaften und der Ethnologie.

Die Thematik der Tagung wird im Rahmen einer öffentlichen Abendvorstellung am 19. Juni um 18.00 Uhr in gedrängter Weise von Jochen Hoock (Universität Paris 7) präsentiert und auf einem Podium mit Reinhart Koselleck und Alan Sokal diskutiert. "Welt und Wissen - Monde et Savoir" bildet zugleich den internationalen Auftakt einer intensiven deutsch-französischen Forschungskooperation zwischen der Universität Paris 7 - Denis Diderot und der Universität Bielefeld. Aus diesem Anlass werden der französische Botschafter in Deutschland, S.E. Claude Martin, und der Präsident der Universität Paris 7, Michel Delmar, zur Eröffnung der Veranstaltung erwartet.

Die wissenschaftliche Leitung der Tagung haben Jochen Hoock aus Paris sowie Philippe Blanchard, Martin Carrier, Günter Küppers, Johannes Roggenhofer (alle Bielefeld). Mehr im Internet:

    Link
206/2001 31.05.01 Colloquium Neue Poesie Friederike Mayröcker erhält Büchner-Preis   (BUZ) Friederike Mayröcker, Wiener Schriftstellerin, Ehrendoktorin der Universität Bielefeld und der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft durch ihre Zugehörigkeit zu den Autoren des Bielefelder Colloquiums Neue Poesie verbunden, erhält von der Darmstädter Akademie für Sprache und Dichtung den Büchner-Preis 2001, der ihr am 27. Oktober in Darmstadt verliehen wird. Die bedeutendste literarische Auszeichnung, die in Deutschland vergeben wird, ist mit 60 000 Mark dotiert. Die Akademie für Sprache und Dichtung, so schreibt der Bielefelder Literaturwissenschaftler Jörg Drews in der Süddeutschen Zeitung, "würdigt diesmal das Werk einer Autorin, die seit mehr als fünfzig Jahren schreibt, einer Autorin auch, die eine ganz besondere Stellung innerhalb der Experimentellen Poesie der fünfziger und sechziger Jahre innehatte und der, insbesondere seit ihren umfangreicheren Prosa-Büchern, seit dem Roman 'Die Abschiede' von 1980, viele Leser schon früher diesen Preis gewünscht hätten. Denn sie ist die einzige ihrer Art, wie Lessing vom Phönix sagt: Sie ist die einzige unter den deutschsprachigen Schriftstellern, welche nicht die Handlung, sondern die Assoziation und das assoziative Umkreisen eines Zustandes zum konstruktiven Element ihrer Literatur gemacht hat, die Bilder schwebend zu Texten zusammentreten lässt und damit in ihrer Lyrik wie in ihrer Prosa der Sprache alle Härte genommen hat."      
206/2001 31.05.01 Verhaltensforschung Oliver Krüger erhält Preis der Leopoldina   Dr. Oliver Krüger, zur Zeit Post-Doc an der Universität Cambridge (UK), ist von der Deutschen Akademie der Naturforscher, Leopoldina, für seine Promotionsarbeit am Lehrstuhl für Verhaltensforschung der Universität Bielefeld über das Thema "Life history strategies and population dynamics of Common Buzzard, Buteo buteo, and Goshawk, Accipiter gentilis (Lebenslaufstrategien und Populationsdynamik des Mäusebussards und Habichts)" mit dem mit 2000 Mark dotierten Preis für junge Wissenschaftler ausgezeichnet worden.

In seiner Arbeit, die er bei dem Bielefelder Verhaltensforscher Fritz Trillmich schrieb, gibt Oliver Krüger einen Überblick über die Populationsdynamik und den Fortpflanzungserfolg beim Mäusebussard und Habicht und zeigt, wie sich die Populationsdynamik aus dem Verhalten der Individuen erklären lässt. Ein besonders überraschender Befund seiner Doktorarbeit ist, dass Bussarde mit verschiedener Gefiederfärbung unterschiedliche Fortpflanzungserfolge und Überlebensraten haben: Dunkle und helle Morphen überleben schlechter als die mittleren Morphen. Aufgrund seiner Beobachtungen kann Krüger ein genetisches Modell vorschlagen, das erklärt, warum die ungünstigen Morphen trotzdem noch existieren. Weiter zeigt seine Arbeit, dass Habicht und Mäusebussard ganz ähnliche Habitatansprüche haben. Durch ein Freilandexperiment, das in seiner Art an Greifvögeln bisher einmalig ist, konnte er belegen, dass das Vorkommen des konkurrenzstärkeren Habichts die Habitatnutzung des Bussards stark beeinflusst. Er fügt seine Befunde zu einem Gesamtbild zusammen, das bereits umrisshaft erklärt, wie sich die Populationsdynamik der Arten aus dem Verhalten und den Eigenschaften der Individuuen innerartlich sowie der Interaktion zwischen den Arten ableiten lässt.

     
206/2001 31.05.01 Studentenwerk Mensa-Chipkarte wird angenommen Das Studentenwerk Bielefeld hat Ende vergangenen Jahres die Bezahlung des Mensa-Essens von Marken auf Chipkarten umgestellt. Die weitaus größte Zahl der Mensagäste nahm die Einführung der Karte als modernes Zahlungsmittel an. Nach kleinen technischen Anfangsproblemen läuft der Betrieb jetzt reibungslos. Zwei Aufladegeräte am Kartenverkaufsstand, zwei Lesegeräte auf den Rückgabebändern und die Abbuchungsautomaten an den Essensausgaben gewährleisten den sicheren Ablauf. Die langen Betriebszeiten der Aufladegeräte von 8.15 bis 17.45 ermöglichen es jedem Mensakunden, lästige Wartezeiten, wie sie am früheren Markenverkaufsstand üblich waren, zu vermeiden. Falls es Probleme mit der Bedienung der Aufladegeräte geben sollte, sind die Mitarbeiterinnen des Studentenwerks während der Öffnungszeiten des Kartenverkaufsstandes (11.00 bis 14.00 Uhr, freitags bis 13.45 Uhr) gern bereit, die Karten zu laden.

Das Studentenwerk plant, im Laufe der nächsten Jahre auch in seinen anderen Verpflegungsbetrieben, also in der Caféteria, dem Westend und den Mensen und Caféterien in den Fachhochschulen, die Service-Card einzuführen.

     
206/2001 31.05.01 Hannover Messe Neues Gerät charakterisiert Proteine umfassend (BUZ) Mit einem Exponat aus der Bioanalytik hat sich die Universität Bielefeld auf der diesjährigen Hannover Messe beteiligt. Im Arbeitsbereich von Prof. Dr. Katharina Kohse-Höinghaus von der Fakultät für Chemie ist ein Gerät entwickelt worden, das die umfassende Charakterisierung von Proteinen möglich macht und das auf dem Gemeinschaftsstand Forschungsland NRW vom 23. bis 28. April in Hannover zu sehen war.

Proteine sind Grundbausteine von Zellen und damit jeglichen Lebens. Als Botenstoffe kontrollieren sie Stoffwechselvorgänge. Viele Proteine können zur Behandlung von Krankheiten verwendet werden. Gerade nach der Entschlüsselung des menschlichen Genoms zeichnet sich ab, dass die Charakterisierung der Funktion und Wechselwirkung von Proteinen eine Schlüsseltechnologie des neuen Jahrtausends sein wird.

Für die Untersuchung sind entsprechend leistungsfähige diagnostische Anlagen notwendig. Das in Hannover von Dr. Andreas Brockhinke vorgestellte Anregungs-Emissions-Spektrometer erlaubt die simultane Messung aller Emissionsspektren von Proben nach Anregung mit Licht verschiedener Wellenlänge. Damit ist eine umfassende Charakterisierung von Proteinen unter realitätsnahen Bedingungen möglich.

Anwendungsbeispiele sind die Identifizierung von Substanzen auch bei starker Verdünnung, das Studium von Reaktionen zwischen Proteinen und die Analyse ihrer Struktur sowie deren Veränderung in Abhängigkeit von den Umgebungsbedingungen. Die Messungen erlauben darüber hinaus eine eindeutige Identifizierung von Energietransferprozessen. Damit sind quantitative Abstandsbestimmungen in und zwischen Molekülen im Bereich zwischen 10 und 100 A möglich.

Kontakt: Prof. Dr. Katharina Kohse-Höinghaus, Dr. Andreas Brockhinke, Fakultät für Chemie der Universität Bielefeld, Telefon 0521/106-2189, Internet:

    Link
206/2001 31.05.01 Mitgliederversammlung in Bielefeld Studentischer Dachverband "fzs" will grundlegende Strukturreform (BUZ) Mit einer grundlegenden Strukturreform will sich der "freie zusammenschluss von studentInnenschaften" (fzs) auf seiner 19. Mitgliederversammlung vom 13. bis zum 17. Juni in der Universität Bielefeld befassen. An diese Mitgliederversammlung, so weist Marion Döpker, Beauftragte des Allgemeinen Studierendenausschusses der Universität Bielefeld in Dachverbandsfragen, darauf hin, "werden von verschiedenen Seiten viele Hoffnungen geknüpft. Sollte die strukturelle Reform beschlossen werden, können wir mit vielen Eintritten von Studierendenvertretungen rechnen. Der Verband käme so seinem Ziel, möglichst viele StudentInnen zu vertreten, ein großes Stück näher. Damit würde der fzs seinem Anspruch, als Stimme der Studierenden gesehen zu werden, mehr als gerecht werden."

Der fzs ist der bundesweite Dachverband von zur Zeit 60 Allgemeinen Studierendenausschüssen, Unabhängigen Studierendenausschüssen sowie Studierendenräten an Universitäten, Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen. Er hat sich zum Ziel gesetzt, wie der Allgemeine Studierendenausschuss der Universität Bielefeld in einer Pressemitteilung zur 19. Mitgliederversammlung erklärt, "den koordinierten Informationsaustausch der Studierendenschaften zu fördern und zu unterstützen. Er will studentische Politik entwickeln, koordinieren sowie in die Öffentlichkeit tragen und dort vertreten."

Weitere Informationen: Sven Goedde, fzs-MV-Organisation.

     
206/2001 31.05.01 Fakultät für Chemie Dr. Wolfgang Jahn   Dr. Wolfgang Jahn, Veterinärmediziner und Leiter des Instituts für Toxikologie der Firma ASTA Medica AG, der Pharma-Tochter der Degussa AG, Dresden/Frankfurt/Halle in Westfalen, ist zum Honorarprofessor an der Fakultät für Chemie der Universität Bielefeld ernannte worden. Die insbesondere auch für die Ausbildung der Studierenden der Chemie und Biochemie immer wichtiger gewordenen Fragen der toxikologischen Beurteilung von Substanzen und ihrer Herstellungsverfahren hatten die Fakultät für Chemie veranlasst, Wolfgang Jahn zu bitten, Vorlesungen für Allgemeine Toxikologie und Spezielle Toxikologie als Pflichtveranstaltung im Hauptstudium zu übernehmen. Seit 1993 ist Jahn Lehrbeauftragter der Fakultät. Mit der Verleihung der Honorarprofessur würdigt die Fakultät für Chemie die wissenschaftlichen Verdienste sowie Jahns freiwillige Lehrangebote, die sich bei den Studierenden größter Beliebtheit erfreuen.      
206/2001 31.05.01 Fakultät für Soziologie Dr. Erhard Berner   Dr. Erhard Berner vertritt im Sommersemester 2001 an der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld die Professur für "Entwicklungssoziologie und Entwicklungsplanung" (Professor Dr. Hans-Dieter Evers). Erhard Berner hat in Bielefeld Soziologie studiert und 1990 eine Diplomarbeit zum Thema "Lokale Machtstrukturen und Elitegruppen in den Philippinen" abgeschlossen. 1995 wurde er mit der Dissertation "A Place to Live in the City of Man: Localities and the Struggle for Urban Land in Metropolitan Manila" mit Auszeichnung promoviert. Seit 1997 ist Dr. Berner Senior Lecturer in Local and Regional Studies am Institute of Social Studies, Den Haag. Zu seinen Lehr- und Forschungsschwerpunkten zählen: Lokale Effekte der Globalisierung; Urban Governance, Armutsbekämpfung und Wohnungsbau für einkommensschwache Gruppen; Stadtentwicklung; Nicht-Regierungsorganisationen und community-based organizations; informelle Arbeits- und Landmärkte; Mikrokredit- und Sparprogramme. Bekannt geworden ist Berner mit seinem Buch "Defending a Place in the City: Localities and the Struggle for Urban Land in Metropolitan Manila. Quezon City".      
206/2001 31.05.01 "Meet an International Student" Interkulturelle Begegnung in der Schule (BUZ) Im Hochschul- und Schulalltag kommt es nur selten zu Kontakten zwischen ausländischen Studierenden und deutschen Schülern. Das will die Universität Bielefeld mit Unterstützung des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) jetzt ändern. Mit dem Projekt "Meet an International Student" sollen Möglichkeiten der Begegnung zwischen ausländischen Studierenden und Gastwissenschaftlern der Universität Bielefeld und deutschen Schülerinnen und Schülern verschiedener Jahrgangsstufen initiiert werden. Ausländische Studierende mit ihren im Studium erworbenen Kompetenzen und ihren Kenntnissen über die kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Besonderheiten ihrer Heimatländer sollen für Unterrichtsprojekte vermittelt werden. Die themenbezogene interkulturelle Begegnung soll einerseits zu einem besseren Verständnis zwischen In- und Ausländern und zum Aufweichen möglicher stereotyper Schülervorstellungen führen. Auf der anderen Seite ist es für viele ausländische Studierende sicherlich interessant, eine deutsche Schule kennenzulernen. Engagierte Studierende sollen durch das Projekt die Gelegenheit erhalten, als Experten aus dem Ausland authentisch über außerschulische Welten zu berichten und den Alltag einer deutschen Schule zu bereichern.

So könnte beispielsweise ein kolumbianischer Student sein Wissen über die Probleme von Großstädten in Lateinamerika im Erdkundeunterricht oder im Fach Sozialwissenschaften vermitteln. Gäste der Elfenbeinküste könnten über die modernen und traditionellen Kulturen ihrer Heimat im Fach Französisch berichten. Vorgesehen ist in der Regel ein zeitlicher Rahmen von ein bis zwei Unterrichtsstunden.

Das Hans-Ehrenberg-Gymnasium in Bielefeld-Sennestadt hat die Pilotfunktion übernommen und war der erste Gastgeber in diesem Projekt. Nilgün Yüce aus der Türkei und Lektorin an der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft der Universität Bielefeld stellte im Deutschunterricht einer 5. Klasse türkische Märchen vor. Darüber hinaus sprach die Bielefelder Studentin Anita Adamczyk aus Polen im Städtischen Gymnasium in Gütersloh im Geschichtsunterricht einer 10. Klasse über "Stereotype: Deutschland - Polen".

Nähere Informationen zum Projekt, das vom Deutschen Akademischen Austauschdienst im Rahmen eines Programms gegen ausländerfeindliche Tendenzen gefördert wird, sind bei Simone Kuhlmann, Telefon 0521/106-3342, oder simone.kuhl-mann@uni-bielefeld.de, erhältlich.

     
206/2001 31.05.01 Einblick in die Berufswelt Girls' Day - Mädchen-Zukunftstag (BUZ) Am ersten bundesweiten "Mädchen-Zukunftstag" hat sich die Universität Bielefeld Ende April mit einem speziellen Angebot beteiligt. Der Girls' Day oder Mädchen-Zukunftstag sollte jungen Mädchen im Alter von 10 bis 15 Jahren die Berufswelt näher bringen und die Augen auch für technische Berufe öffnen. In der Universität Bielefeld präsentierten Studentinnen der Biologie, der Chemie, der Physik und der Informatik den Mädchen ihre Ausbildung und gaben Auskunft über mögliche Berufsperspektiven. Zudem öffnete das teutolab - das Mitmachlabor der Fakultät für Chemie - seine Türen und lud die Mädchen zum Experimentieren ein.

Obwohl Mädchen heute wie selbstverständlich mit Handy, Videorecorder, CD-Player und dem PC umgehen, entwickeln sie wenig Nähe zu technischen oder techniknahen Berufen. Die neuen IT-Berufsausbildungen interessieren sie kaum, und Praktika absolvieren sie selten in technischen Betrieben. Das will der auch im nächsten Jahr bundesweit stattfindende Girls' Day ändern.

Die Idee des Girls' Day stammt aus den USA. Dort strömen jeden vierten Donnerstag im April Millionen von Mädchen in Unternehmen, Behörden, Forschungseinrichtungen und Technologiezentren. Am "Take Our Daughters to Work Day", an dem 11 Millionen Eltern ihre Töchter mit zur Arbeit nehmen, beteiligen sich in Amerika mittlerweile 30 Prozent der Unternehmen, darunter die NASA, die Vereinten Nationen, technische Unternehmen, Medien, Hochschulen und viele andere Einrichtungen.

Auch in Deutschland gibt es viele einzelne Aktionen wie Praktika, Schnuppertage oder Tage der offenen Tür, die den Schülerinnen und Schülern die Arbeitswelt näher bringen. Erfahrungen mit speziellen "Mädchen-Tagen" haben gezeigt, dass der Anteil der Frauen in technischen und techniknahen Berufen gesteigert werden kann. Um eine größere Breitenwirkung dieser Einzelinitiativen zu erzielen, startete das Bundesministerium für Bildung und Forschung gemeinsam mit dem DGB mit dem Girls' Day eine bundesweite Kampagne, in der den Mädchen ein breites Spektrum an Berufen und Tätigkeiten vorgestellt werden sollte. Organisiert wurde die bundesweite Kampagne vom Bielefelder Kompetenzzentrum "Frauen in Informationsgesellschaft und Technologie".

     
206/2001 31.05.01   18. Tag des Schulsports   Etwa 200 Sportlehrer aller Schulformen und Referendare konnten Dr. Elisabeth Sahre und Michael Feix (rechts) zum 18. Tag des Schulsports an der Universität Bielefeld begrüßen, den sie zusammen mit Professor Dietrich Kurz von der Abteilung Sportwissenschaft organisierten. Das Programm der jährlich stattfindenden Fortbildungsveranstaltung für Sportlehrer der Region ließ erkennen, dass das Konzept für einen sinnvollen Schulsportunterricht nicht in der reinen Schulung der Sportarten liegen kann, sondern in der Vielfalt, in neuen Inhaltsbereichen wie Ringen, Gleiten, Fahren, Rollen. In verschiedenen Workshops und Kursen konnten die Lehrer aktuelle Erkenntnisse aus der Sportwissenschaft und neue Ideen für den Sportunterricht kennenlernen. Das Spektrum der Themen reichte unter anderen von "Spielen in und mit Regelstrukturen: Takeshi" über "Boy-Group-Dancing", "Ruck-Zuck-Tänze", Inlineskating, bis zu "Streetball - Kooperieren, wettkämpfen und sich verständigen" und "Alice im Wunderland - Choreographische Arbeit: Von der Schule ins Theater". Ziel des Schulsporttages war auch, über die neuen Richtlinien und Lehrpläne in Nordrhein-Westfalen zu informieren und auszuloten, welche Möglichkeiten das neue Lehrplankonzept bietet. Eine wichtige pädagogische Vorgabe des neuen Konzeptes sei, so wiesen Elisabeth Sahre und Michael Feix darauf hin, der "erziehende Sportunterricht", in dem Fairplay, Teamfähigkeit, das Einhalten von Regeln eingeübt werden und der außerhalb der Sportstunde nachwirken soll.      
206/2001 31.05.01   Bildungsarbeit und Personalentwicklung   Unternehmen müssen immer schneller und flexibler reagieren, um konkurrenzfähig zu bleiben. In diesem Zusammenhang nehmen Personalentwickler, Aus- und Weiterbildner eine zentrale Stelle ein. Sie müssen die zentralen Fragen und Probleme der beruflichen Bildung kompetent beantworten können und Lösungen entwickeln. Und sie benötigen hierfür eine wissenschafts- und praxisbezogene Weiterbildung. Genau dies will das "Weiterbildende Studium Personalentwicklung und betriebliche Bildung" (PEBB) der Fakultät für Pädagogik der Universität Bielefeld leisten. Bereits zum vierten Mal startete jetzt in Kompaktkursen die PEBB-Weiterbildung für Berufstätige in der betrieblichen Bildungsarbeit und Personalentwicklung, insbesondere aus dem mittleren Management. Die Leitung hatten Prof. Dr. Wolfgang Wittwer und Dr. Udo Witthaus. Weitere Informationen im Internet unter     Link
206/2001 31.05.01 Technische Fakultät und Fachhochschule Neuartiger Studiengang "Mediengestaltung"   Die Universität Bielefeld und die Fachhochschule Bielefeld bieten seit vergangenem Semester den neuartigen Studiengang "Mediengestaltung" an. Die Technische Fakultät der Universität Bielefeld ist für den computertechnischen Bereich, die Fachhochschule für den künstlerisch-gestalterischen Bereich zuständig. In sieben Semestern werden die Studierenden zum "Bachelor of Science" oder zum "Bachelor of Arts" ausgebildet. Der Studiengang, für den im kommenden Wintersemester 2001/2002 25 Studienplätze zur Verfügung stehen, richtet sich an künstlerisch-gestalterisch und technisch-mathematisch interessierte Studienbewerber, die vor allem an praktischer Medienarbeit interessiert sind. Die Auswahl der Studierenden sieht einen künstlerisch-gestalterischen Eignungstest anhand gestalterischer Arbeitsproben vor, in Verbindung mit einem Aufnahmegespräch. Wer sich für den Studiengang Mediengestaltung im kommenden Wintersemester bewerben will, muss die Arbeitsproben-Mappe bis zum 8. Juni abgeben. Zuvor hatten Studienbewerber die Möglichkeit, sich über den Studiengang und die Gestaltung der Arbeitsproben-Mappe im Fachbereich Gestaltung der Fachhochschule Bielefeld bei den Professoren Gerd Fleischmann und Gottfried Jäger zu informieren. Weitere Informationen im Internet:     Link
206/2001 31.05.01 Neues Graduiertenkolleg Auf dem Weg in die Wissensgesellschaft (DFG/BUZ) Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) wird im Herbst 2001 neunzehn neue Graduiertenkollegs einrichten. Unter den neuen Kollegs befindet sich auch das von der Universität Bielefeld beantragte Graduiertenkolleg "Auf dem Weg in die Wissensgesellschaft: Institutionelle und epistemische Transformationen der Wissensproduktion und ihre gesellschaftlichen Rückwirkungen". Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert seit 1990 in Graduiertenkollegs besonders qualifizierte Doktoranden in allen wissenschaftlichen Disziplinen. Jeweils 15 bis 25 Doktoranden arbeiten in einem meist interdisziplinären Forschungs- und Studienprogramm unter der Anleitung von Professoren, die in Forschung und Lehre besonders ausgewiesen sind.

Das neue Kolleg ist angebunden am Institut für Wissenschafts- und Technikforschung der Universität Bielefeld, die nunmehr über neun Graduiertenkollegs verfügt.

     
206/2001 31.05.01 Umweltmanagement Internet-Auftritt des Umweltforums (BUZ) Das Umweltmanagement-System der Universität Bielefeld konnte in den letzten Monaten erfolgreich weiterentwickelt werden. Anfangsschwierigkeiten bei der Umsetzung eines für Hochschulen ungewöhnlichen Managements konnten im Wesentlichen überwunden werden. Das System funktioniert und ist in Übereinstimmung mit den Forderungen der EG-Öko-Audit-Verordnung und der internationalen DIN ISO-Norm, wie Lloyds Register Quality Assurance nach einer zweitägigen Überprüfung bestätigte. Als herausragend wurde insbesondere das internetbasierte Informations- und Kommunikationssystem des Umwelt-Forums bewertet. Mit dem Internet-Auftritt werden die umweltbezogenen Aktivitäten der Universitätsangehörigen vernetzt und einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Die Web-Seiten des Umwelt-Forums sind direkt von der Homepage der Universität aus zu erreichen, menügesteuert können hier Umweltprojekte eingegeben und Informationen abgerufen werden. Gewürdigt wurden außerdem die Ideenwettbewerbe und die hohe Teilnahme der Studierenden und Beschäftigten sowie die Bereitschaft aller bisher angefragten Fakultäten und Einrichtungen, sich mit eigenen Untersystemen dem Management anzuschließen. So wurden in den vergangenen Monaten Interne Audits in der Biologie, der Chemie, der Soziologie und dem Oberstufen-Kolleg mit einer Begehung der Bereiche, Workshops zur Ermittlung der Umweltaspekte und der Aufstellung von Programmen zur Minderung negativer Umweltauswirkungen abgeschlossen. Die Fakultäten und das Oberstufen-Kolleg sind damit berechtigt, die Öko-Siegel der EG und der ISO-Norm zu verwenden.      
206/2001 31.05.01 25 und 40 Jahre Jubiläen im Öffentlichen Dienst (BUZ) In den letzten Monaten konnten viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Universität Bielefeld ihr Dienstjubiläum feiern. Unter ihnen auch der Leiter der Fakultätsverwaltung der Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaft Wolf-Rüdiger Heitlindemann, der auf eine 40jährige Tätigkeit im Öffentlichen Dienst zurückblicken kann. Im Dezernat II (Akademische und studentische Angelegenheiten) feierte Dr. Ruth Großmaß (Foto oben rechts) ihr 25jähriges Dienstjubiläum. Sie ist in der Zentralen Studienberatung (ZSB) tätig. Im Dezernat IV (Technische Direktion, Bau- und Liegenschaftsangelegenheiten, Betriebstechnik, Gebäudemanagement, Arbeitsschutz, Abfallwirtschaft, Umweltschutz) kann Günter Kaminski sein silbernes Dienstjubiläum feiern. Bernardo Betancor-Velazquez blickt im Dezernat V (Haushalt, Rechnungs- und Kassenwesen, Beschaffung, Vermögensangelegenheiten, Lehrmittel) auf ein Vierteljahrhundert im Öffentlichen Dienst zurück. In der Verhaltsensforschung der Fakultät für Biologie feiert der Technische Mitarbeiter Werner Jamin sein 25jähriges Jubiläum, wie auch der Schlosser Erhard Hilbert an der Falkultät für Chemie. Gleich zwei Sekretärinnen begehen ihr silbernes Jubiläum an der Fakultät für Pädagogik: Ingrid Mannel (Foto links) ist in der Arbeitsgruppe Schule und Unterricht tätig, Inge Pautz in der Arbeitsgruppe Diagnose und Beratung. Am Institut für Bevölkerungsforschung und Sozialpolitik (IBS) kann Brigitte Ballhause auf ein Vierteljahrhundert im Öffentlichen Dienst zurückblicken. Der stellvertretende Direktor Dr. Michael Höppner (Foto) kann in der Universitätsbibliothek sein 25jähriges Dienstjubiläum feiern. An der Laborschule der Universität Bielefeld begehen Regina Mahnke und Brigitte Schneider ihr silbernes Jubiläum, und am Oberstufen-Kolleg ist Friedrich Hoffmeister seit 25 Jahren im Öffentlichen Dienst tätig. Der Akademische Oberrat unterrichtet dort das Fach Künste.      
206/2001 31.05.01 Strahlenschutzkommission Maria Blettner als Vorsitzende zurückgetreten (BUZ) Die Bielefelder Epidemiologin Maria Blettner hat am 14. Mai den Vorsitz sowie alle anderen Ämter in der Strahlenschutzkommission beim Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit niedergelegt. In einem Brief an Bundesminister Jürgen Trittin wendet sich Maria Blettner gegen die Behinderung der 'effektiven wissenschaftlichen Arbeit', die Berufungspolitik und die Entscheidung des Bundesministers, entgegen der klaren Empfehlung der Strahlenschutzkommission, ein Mitglied in den Ausschuss "Strahlenrisiko" nicht aus wissenschaftlichen, sondern aus rein politischen Gründen zu berufen. "Für mich", so Prof. Dr. Maria Blettner, "ist diese Entscheidung ein weiteres Glied in der Kette, dass die Strahlenschutzkommission und deren Ausschüsse vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit nicht mehr als wissenschaftliche Beratergremien ernstgenommen werden, sondern mehr und mehr politisch gebraucht werden". Mit den letzten Berufungen in die Strahlenschutzkommission sei erkennbar geworden, dass "nicht allein die fachliche Reputation der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler als Kriterium für eine Ernennung ausschlaggebend waren". Die Arbeit der Strahlenschutzkommission "als naturwissenschaftliches und technisches Beratungsgremium ist unter diesen Umständen nicht möglich".      
206/2001 31.05.01 Kontaktstelle Wissenschaftliche Weiterbildung der Universität Bielefeld Dr. Magdalene Malwitz-Schütte   Dr. Magdalene Malwitz-Schütte, Kontaktstelle Wissenschaftliche Weiterbildung der Universität Bielefeld, ist von der Mitgliederversammlung der "Bundesarbeitsgemeinschaft Wissenschaftliche Weiterbildung für Ältere" in den Sprecherrat gewählt worden. Die Bundesarbeitsgemeinschaft ist der Zusammenschluss der für die Wissenschaftliche Weiterbildung an Hochschulen Beauftragten und Verantwortlichen. Inzwischen bieten 50 Hochschulen in Deutschland unterschiedliche Formen von Weiterbildungsprogrammen für Ältere an. Neben Malwitz-Schütte, die anlässlich der Mitgliederversammlung über "Selbstbestimmtes und selbstgesteuertes Lernen im Alter - ein Konzept macht Furore" sprach, gehören dem Sprecherrat noch an: Ulrike Strate-Schneider (Vorsitzende, TU Berlin), Olaf Freymark (Magdeburg) und Dr. Monika Sosna (Leipzig).      
206/2001 31.05.01 Humboldt-Forschungspreis Prof. Dr. Nicolai Krylov   Prof. Dr. Nicolai Krylov, University of Minnesota, USA, ist von der Alexander von Humboldt-Stiftung mit einem Humboldt-Forschungspreis ausgezeichnet worden. Mit dem Preis zeichnet die Humboldt-Stifung international renommierte Spitzenwissenschaftler für ihre Lebensleistung aus. Zudem sind die Preisträger eingeladen, gemeinsam mit ihren Fachkollegen in Deutschland Forschungen eigener Wahl durchzuführen. Nicolai Krylov, der den Humboldt-Forschungspreis für seine international hochangesehenen Leistungen im Fachgebiet Wahrscheinlichkeitstheorie erhielt, wird an der Universität Bielefeld gemeinsam mit Professor Michael Röckner von der Fakultät für Mathematik forschen. Insgesamt zeichnete die Humboldt-Stiftung in diesem Jahr 47 Spitzenforscher aus elf Ländern mit Humboldt-Forschungspreisen aus. Die Preise sind dotiert mit bis zu 150 000 Mark.      
206/2001 31.05.01 Namen und News Ludger Stüve   Ludger Stüve, der an der Universität Bielefeld Sozialwissenschaften und Geschichte studierte, ist zum Bürgermeister der Gemeinde Schöneck bei Hanau gewählt worden und tritt seine sechsjährige Amtszeit am 16. Juli an. Stüve, 1959 geboren, beendete 1986 in Bielefeld sein Lehramtsstudium. Nach dem Staatsexamen sattelte er aber beruflich um und ließ sich als EDV-Organisator ausbilden. Bis jetzt arbeitet Stüve als EDV- und Controlling-Spezialist bei der Commerzbank AG in Frankfurt. Erste kommunalpolitische Erfahrungen sammelte er in seinem Geburtsort Ennigerloh/Westfalen und als Mitglied der SPD-Bezirksvertretung Bielefeld Mitte.

Kontakt zum Absolventen-Netzwerk: Telefon 0521/106-3794, V10-102, E-Mail: absolventen-netzwerk@uni-bielefeld.de, Internet:

    Link
206/2001 31.05.01 Namen und News Dr. Herbert Mandelartz   Dr. Herbert Mandelartz, der von 1969 bis 1974 an der Universität Bielefeld Rechtswissenschaft studierte und der ebenso wie Wolfgang Grunsky der Fußball-Traditions-mannschaft der Bielefelder Jurafakultät angehört, ist seit Mitte Februar dieses Jahres Ministerialdirektor im Presse- und Informationsamt der Bundesregierung. Er leitet dort die Zentralabteilung, die für Personal, Haushalt und Organisation sowie für Koordination, Herstellung und Vertrieb von Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Zuvor war er von 1978 bis 1984 Richter am Verwaltungsgericht in Minden. Nach einer kurzen Tätigkeit in der Verfassungsabteilung des Bundesinnenministeriums wechselte Mandelartz 1985 in das saarländische Innenministerium, wurde 1996 zum Staatssekretär ernannt und nach dem Regierungswechsel 1999 in den einstweiligen Ruhestand versetzt.

Kontakt zum Absolventen-Netzwerk: Telefon 0521/106-3794, V10-102, E-Mail: absolventen-netzwerk@uni-bielefeld.de, Internet:

    Link
206/2001 31.05.01 Studiengänge im Bereich Heilpädagogik, Pflege, Gesundheit und Soziale Arbeit Akkreditierungsagentur (AHPGS) gegründet   Die Vertreterinnen und Vertreter der Fachbereichstage und Dekanekonferenzen der Heilpädagogik, Pflege, der Sozialarbeit/Sozialpädagogik sowie der Gesundheitswissenschaften haben im April in Bielefeld eine gemeinsame Akkreditierungsagentur für Studiengänge im Bereich Heilpädagogik, Pflege, Gesundheit und Soziale Arbeit (AHPGS) gegründet. Als Gründungsmitglieder unterzeichneten die Satzung (v.l.): Prof. Dr. Doris Schaeffer (Institut für Pflegewissenschaft an der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld), Prof. Dr. Norbert Störmer (Vorstand Fachbereichstag Heilpädagogik), Prof. Margot Sieger (Vorstand Dekanekonferenz Pflegewissenschaft), Prof. Dr. Jürgen von Troschke (Deutsche Koordinierungsstelle für Gesundheitswissenschaften), Prof. Dr. Johannes Korporal (Vorstand Dekanekonferenz Pflegewissenschaft), Prof. Dr. Wilhelm Klüsche (Vorstand Fachbereichstag Soziale Arbeit) sowie - nicht auf dem Foto - Prof. Dr. Neuser (Dekanekonferenz Sozialwesen, Sozialarbeit und Sozialpädagogik NRW). Die AHPGS ist ein interdisziplinärer und unabhängiger Zusammenschluss von Einrichtungen der Wissenschaft und Berufspraxis mit dem Ziel, Studiengänge der Heilpädagogik, der Pflege, Gesundheits- und Sozialberufe zu akkreditieren. Mit der Akkreditierung sollen für Studierende wie spätere Arbeitgeber und natürlich für die Hochschulen selbst Lehre und Studium durch die Festlegung von (Mindest-)Standards transparent und vergleichbar werden. Akkreditierungsverfahren, die sich insbesondere auf die neu einzuführenden Bachelor- und Masterstudiengänge beziehen, sollen den Beteiligten verlässliche Orientierungen bieten und die Qualität der Ausbildung sichern. Die AHPGS muss noch durch den von der Kultusminister- und Hochschulrektorenkonferenz eingerichteten Akkreditierungsrat selbst akkreditiert werden.      
206/2001 31.05.01 Universitätsverwaltung Helmut Schomborg verabschiedet   Nach mehr als 47 Jahren Berufstätigkeit - davon über 43 Jahre im Öffentlichen Dienst - ist Oberverwaltungsdirektor Helmut Schomborg, Leiter der Dezernates Z: Organisation, innerer Dienstbetrieb, Zentrale Dienste und Fortbildung des Personals der Universität Bielefeld, mit Ablauf des Monats April 2001 in den Ruhestand verabschiedet worden.

Schomborg absolvierte zunächst in seiner Geburtsstadt Osnabrück eine kaufmännische Berufsausbildung. Nach dem Wehrdienst begann er seine Verwaltungslaufbahn bei der Bezirksregierung Detmold. Den Dienst an der Universität nahm er am 1. November 1972 zunächst als Verwaltungsleiter der Aufbaukommissionen Laborschule und Oberstufen-Kolleg auf. Zum 1. September 1974 übernahm er die Leitung der Beschaffungsabteilung. Zu den wichtigen Aufgaben der Beschaffungsabteilung der folgenden Jahre gehörte der Einkauf der wissenschaftlichen Ersteinrichtung der im Aufbau befindlichen Universität. Am 1. April 1981 wurde Helmut Schomborg die Leitung des Dezernats Z übertragen. Der Beamte war damit zuständig für die zentralen Dienste der Hochschule, die Verwaltungsorganisation und die Fortbildung des Personals.

Nicht zuletzt durch den Einzug der Computer in die Arbeitswelt erhöhten sich rasch die Anforderungen an das Aufgabengebiet Fortbildung, so dass schon früh neben dem allgemeinen Fortbildungsprogramm ein besonderes hauseigenes Programm für die Datenverarbeitungsfortbildung entstand. Helmut Schomborg konnte hier sein seit 1980 bestehendes Interesse an Computertechnik und -anwendungen einbringen und sachkundig auf die Fortbildungsnotwendigkeiten reagieren. Wenn fachkundige Ausbilder nicht zu finden waren, hat der Dezernatsleiter gelegentlich auch selbst die Unterrichtsdurchführung übernommen.

     
206/2001 31.05.01 Brockensammlung Bethel Secondhand-Shop in der zentralen Universitäts-Halle   Gelungen und wiederholenswert, so war die einhellige Meinung der drei Mitarbeiterinnen der Brockensammlung Bethel, die vier Tage lang den Secondhand-Shop in der zentralen Universitäts-Halle betreuten. Ulrike Driediger, Jorinde Wormsbecher und Brigitte Hiller freuten sich über das große Interesse und nicht zuletzt über die Einnahmen, die den diakonischen Aufgaben Bethels zugute kommen. Geboten wurde alles, von Haushaltsgegenständen bis hin zu qualitativ hochwertigen Kleidungsstücken zu "studentenfreundlichen" Preisen. Erklärtes Ziel ist natürlich, den Kundenkreis zu erweitern und Lust auf eine Einkaufstour in den eigenen Räumen der "Brosa" zu wecken. Eine Wiederholung der Aktion ist zum Ende des Sommersemesters geplant.      
206/2001 31.05.01 91. Bibliothekartag "Bibliotheken - Portale zum globalen Wissen"   "Bibliotheken - Portale zum globalen Wissen" hieß das Motto des 91. Bibliothekartags, der Anfang April in Bielefeld stattfand und der von der Bielefelder Universitätsbibliothek organisiert wurde. Auf dem Programm standen zum Beispiel Vorträge zur digitalen Informationsversorgung, integrierten Erschließung vernetzter Ressourcen, zu den Anforderungen an Fachportale sowie etwa Bestanderhaltung und Präsentation alter Drucke im Internet. Aus- und Fortbildungsveranstaltungen nahmen einen großen Teil im Vortragsprogramm ein. Angeboten wurden rund 200 Vorträge, die größtenteils zeitgleich in den verschiedenen Veranstaltungsräumen der Stadthalle, des Mövenpick Hotels, der Ravensberger Spinnerei stattfanden sowie im Ratssaal des Neuen Rathauses, im Vortragssaal der Stadtbibliothek und last but not least im Multimedia-Seminarraum der Bibliothek in der Universität. Im Foyer und im großen Saal der Stadthalle präsentierten zudem Aussteller aus dem Verlags- und Bibliotheksbereich und der Informationsindustrie ihre Dienstleistungen. Das Foto zeigt die Verbandsvertreter und Organisatoren bei der Pressekonferenz in der Stadthalle (von links) Dr. Andreas Flemming (Deutscher Bibliotheksverband) , Dr. Wolfgang Dittrich (Verein Deutscher Bibliothekare), Klaus Peter Böttner (Berufsverband Information Bibliothek) und Dr. Karl Wilhelm Neubauer (Bielefelder Universitätsbibliothek).      
206/2001 31.05.01 Namen und News Prof. Dr. Wolfgang Grunsky   Prof. Dr. Wolfgang Grunsky, Fakultät für Rechtswissenschaft der Universität Bielefeld, ist anlässlich seiner Emeritierung im Kreise seiner Kollegen, Freunde und Familie am 9. Mai feierlich verabschiedet worden. Der fußballbegeisterte Juraprofessor geht zwar nach München in eine Rechtsanwaltskanzlei, er bleibt aber der Universität durch weitere Lehrtätigkeiten und durch seine Mitgliedschaft im Bielefelder Absolventen-Netzwerk verbunden.

Kontakt zum Absolventen-Netzwerk: Telefon 0521/106-3794, V10-102, E-Mail: absolventen-netzwerk@uni-bielefeld.de, Internet:

    Link
206/2001 31.05.01 Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft / Public Understanding of Science and Humanities (PUSH) Wettbewerbs-Ausschreibung Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft (BUZ) Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft schreibt zum dritten Mal sein Aktionsprogramm "PUSH - Dialog Wissenschaft und Gesellschaft" aus. Es zielt darauf ab, Beispiele guter Praxis im Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft zu fördern und sichtbar zu machen. Mit dem Aktionsprogramm sollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und ihre Einrichtungen angesprochen werden, die sich mit ihren Projekten beispielsweise an die folgenden Dialogpartner wenden wollen:

Kinder, Schüler, Jugendliche, Familien, die "institutionalisierte Öffentlichkeit" und Medien.

Bei der Auswahl legt die Jury besonderen Wert auf neue mediale Formen der Umsetzung, die kreative, zum Beispiel künstlerische Gestaltung möglichst lebendiger und auf den jeweiligen Dialogpartner zugeschnittener Vermittlungs- und Kommunikationsformen. Um nicht nur angebotsorientiert, sondern auch nachfrageorientiert zu fördern, hat der Stifterverband das Programm in diesem Jahr auch für die "institutionalisierte Öffentlichkeit", das heißt beispielsweise Gemeinden, Kirchen, Verbände, Vereine, Museen, Einrichtungen der Kulturpflege - vorzugsweise in Kooperation mit Hochschulen - geöffnet. Antragsschluss ist der 15. September 2001.

Ein Merkblatt zur Antragstellung sowie eine Übersicht der bisher geförderten Projekte kann abgerufen werden übers Internet: www.stifterverband.de.

    Link
206/2001 31.05.01 Mitgliederversammlung der Westfälisch-Lippischen Universitätsgesellschaft Erfolgreiches Geschäftsjahr   Die Westfälisch-Lippische Universitätsgesellschaft kann aufgrund ihrer guten finanziellen Basis und ihrer vielfältigen Förderaktivitäten auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurückblicken. Dies stellte der Vorstandsvorsitzende der Gesellschaft, Ortwin Goldbeck, auf der diesjährigen Mitgliederversammlung im Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld fest. Er verwies aber darauf, dass es immer schwieriger werde, neue Mitglieder für den Förderverein der Universität Bielefeld zu gewinnen. "Wir brauchen dringend jüngere Mitglieder. Bitte helfen Sie uns bei der Werbung neuer Mitglieder", sagte Goldbeck und kündigte an, dass die Universitätsgesellschaft die Werbeaktivitäten verstärken werde, um ihre Förderaktivitäten im bisherigen Umfang aufrecht erhalten zu können. Goldbeck nannte in seinem Bericht unter anderem folgende Förderschwerpunkte: Stipendien für deutsche Studierende im Ausland und Nothilfe für ausländische Studierende in Bielefeld; Unterstützung des Universitätschors, des Hochschulorchesters, der Kunstausstellungen im ZiF sowie Mitfinanzierung bei der theatergemäßen Ausstattung des AudiMin; Unterstützung des Colloquiums Neue Poesie, des FORUM OFFENE WISSENSCHAFT und der Vortragsreihe "Biologie und Umwelt". Highlights der Aktivitäten der Gesellschaft seien die Verleihung der Dissertationspreise und des Habilitationspreises sowie des Karl-Peter-Grotemeyer-Preises für gute Lehre. Besonders erwähnte Goldbeck auch das finanzielle Engagement beim teutolab, dem Mitmach-Labor der Fakultät für Chemie, und beim Campusradio. Auf HERTZ 87.9, dessen Programmbeirat Geschäftsführer Helmut Steiner angehört, wies auch der ehemalige Rektor Gert Rickheit in seinem Bericht aus der Universität hin und sagte: "Sehr stolz sind wir darauf, dass auch die Universität Bielefeld nun über ein Campusradio verfügt, das allein auf studentische Initiative zurückgeht. Seit dem 6.12.2000 können Sie in Bielefeld und Umgebung auf der Frequenz 87,9 Megahertz ein nahezu ganztägiges, abgesehen von einigen Übernahmen etwa aus dem Deutschlandfunk, ausschließlich von Studierenden gestaltetes, durchaus anspruchsvolles Programm empfangen. Das Engagement dieser Studierenden, die das natürlich neben ihrem regulären Studium leisten, ist einfach bewundernswert! Für die so genannte Corporate Identity der Universität spielt das Campusradio sicher eine wichtige Rolle". Das Foto zeigt von links den Geschäftsführer der Universitätsgesellschaft Helmut Steiner, den ehemaligen Rektor Gert Rickheit, die Kuratoriumsvorsitzende Margit Harting-Kohlhase, den Vorstandsvorsitzenden Ortwin Goldbeck und den Bielefelder Verhaltensforscher Fritz Trillmich, der im Anschluss an die Mitgliederversammlung über "Probleme des Naturschutzes in Galapagos: Das Labor der Evolution in Gefahr?" sprach.      
206/2001 31.05.01 Fakultät für Gesundheitswissenschaften Gynäkologischen Krebsvorsorge   Die Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld hat in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe "Mammographie-Screening" der Strahlenschutzkommission (SSK) des Bundesministeriums für Umwelt im Neuen Rathaus der Stadt Bielefeld ihr diesjähriges Fakultätskolloquium der gynäkologischen Krebsvorsorge gewidmet. Wie die Organisatoren der Veranstaltung, Professorin Maria Blettner, die jüngst als SSK-Vorsitzende zurückgetreten ist (auf dem Foto 4. v.l.), Dr. Stefanie Klug und Dr. Andreas Ullrich betonten, seien Früherkennung und Prävention von Krebserkrankungen durch bevölkerungsbezogene Screeningprogramme organisations- und kostenintensiv. Nur Screening-Programme mit hoher Qualität und ausreichenden Teilnahmeraten könnten zu einer Senkung der Mortalität führen. Vor allem durch neue, widersprüchliche Forschungsergebnisse werde das Mammographie-Screening zunehmend kontrovers beurteilt. Nicht anders verhalte es sich mit der Vorsorgeuntersuchung für das Zervixkarzinom, das in Deutschland von den Kassen getragen und von niedergelassenen Gynäkologen durchgeführt wird, ohne dass es hierzu evaluierende Studien gebe. Die Qualität dieser Untersuchungen werde zunehmend kritisiert. Zudem blieben neuere wissenschaftliche Erkenntnisse zur viralen Ursache des Zervixkarzinoms unberücksichtigt. Weitere Informationen: Dr. med. Andreas Ullrich, Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld, Telefon 0521/106-5177.      
206/2001 31.05.01 Arbeitsgruppe Organisationssoziologie "Theoretische Ansätze in der soziologischen Organisationsforschung"   Unerwartet große Resonanz fand die Auftakttagung der 'Arbeitsgruppe Organisationssoziologie', die am 23. und 24. März in der Universität Bielefeld stattfand. Rund neunzig Sozialwissenschaftlerinnen und Sozialwissenschaftler aus allen Teilen der Bundesrepublik kamen in Bielefeld zusammen, um "Theoretische Ansätze in der soziologischen Organisationsforschung" zu diskutieren und vergleichend auf den Prüfstand zu schicken. Eingeladen zu dieser Veranstaltung hatten Dr. André Kieserling vom Institut für Soziologie der Universität München und Dr. Veronika Tacke von der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld. Die Tagung stand im Zusammenhang mit ihrer Initiative, in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) den formellen Status einer Arbeitsgruppe (später 'Sektion') zu erlangen und damit zur Institutionalisierung der Organisationssoziologie in Deutschland beizutragen. "Denn anders als im angloamerikanischen oder skandinavischen Sprachraum", so sagt Veronika Tacke, "führt die Soziologie der Organisationen in Deutschland bisher institutionell eher ein Schattendasein. In der Soziologie als theoretischer und empirischer Disziplin ebenso wie im Anwendungskontext zeichnet sich heute allerdings ab, dass Organisationsprobleme und 'Prozesse des Organisierens' an Bedeutung gewinnen." Die Bielefelder Auftakttagung der Arbeitsgruppe Organisationssoziologie vergewisserte sich zunächst der Konzepte und paradigmatischen Grundlagen der soziologischen Organisationsforschung. An zwei Tagen wurden akteurstheoretische, interaktionistische, evolutionstheoretische, institutionalistische, herrschafts-, strukturations- und systemtheoretische Ansätze der Organisationssoziologie anhand von ausgewählten Vergleichsgesichtspunkten kontrovers diskutiert. Weitere Veranstaltungen der Arbeitsgruppe sollen sich spezielleren Fragestellungen der Organisationssoziologie und der Präsentation empirischer Forschung widmen. Die nächste Tagung wird im Herbst an der Universität München stattfinden und sich mit der Diversität von Organisationen im Kontext gesellschaftlicher Differenzierungsprozesse befassen.      
206/2001 31.05.01 Physik-Kolloquium zum 65. Geburtstag von Helmut Satz Quarkmaterie - Fakten und Träume (F.K.) Einen Großteil seiner wissenschaftlichen Laufbahn hat Professor Helmut Satz von der Fakultät für Physik der Universität Bielefeld der Erforschung der Physik stark wechselwirkender Elementarteilchenmaterie, Quarkmaterie, gewidmet. Ja mehr noch, er hat die Entwicklung dieses Mitte der sechziger Jahre neu entstandenen Forschungsgebietes von Anfang an entscheidend mitgeprägt. Insbesondere hat er maßgeblichen Anteil daran, eine Vielzahl experimenteller Kollegen davon zu überzeugen, nach der Quarkmaterie in hochenergetischen Schwerionenexperimenten zu suchen. Mit der Entwicklung der theoretischen Konzepte für das Schmelzen der Bindungszustände schwerer Quarks, die er Anfang der achtziger Jahre zusammen mit Professor T. Matsui entwickelt hat, hat Helmut Satz den Experimentatoren auch gleich ein experimentell überprüfbares Signal an die Hand gegeben. Dieser Effekt wurde tatsächlich Anfang der neunziger Jahre experimentell am europäischen Kernforschungszentrum CERN (Genf) entdeckt und bildete die Grundlage für die im Frühjahr 2000 verkündete Entdeckung des Quark-Gluon-Plasmas am CERN.

Helmut Satz feierte am 13. April seinen 65. Geburtstag. Es war daher naheliegend, das erste physikalische Kolloquium im Sommersemester diesem faszinierenden Forschungsgebiet zu widmen. Mit Professor Hans Specht von der Universität Heidelberg war ein experimenteller Kollege als Sprecher eingeladen, der sich mit gleichem Enthusiasmus der Suche nach der Quarkmaterie verschrieben hat. Als Experimentator am CERN, Sprecher von zwei Schwerionenexperimenten und bis 1999 auch als Direktor der Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI), hat auch er die Entwicklung dieses Forschungsgebietes entscheidend mitgeformt. In seinem sehr lebendigen Vortrag "Quarkmaterie - Fakten und Träume", hat Prof. Specht den Stand der experimentellen Suche nach der Quarkmaterie dargestellt, die bisher erzielten Erfolge gewürdigt und die mit den neuen Teilchenbeschleunigern RHIC in Brookhaven (USA) und LHC am CERN vorgezeichneten Zukunftsperspektiven kritisch betrachtet. Er machte dabei deutlich, dass bei weitem noch nicht alle Fragen zur Entstehung von Quarkmaterie und ihren Eigenschaften geklärt sind. Die neuen Experimente am RHIC und ab dem Jahr 2006 auch am LHC in Genf, werden wesentlich langlebigere Plasmen erzeugen und dazu in den nächsten zwei Jahrzehnten eine Vielzahl neuer Daten produzieren, die immer für eine Überraschung gut sein könnten - man kann ja noch träumen...

Um die Verwirklichung von Träumen kann sich Helmut Satz demnächst verstärkt kümmern. In diesem Sommersemester wird er der Fakultät für Physik allerdings noch als Dekan zur Seite stehen und so lange noch mit harten Fakten zu tun haben. Danach jedoch steht ihm alle Zeit der Welt zur Verfügung, um noch tiefer in die dichte Materie der Elementarteilchen einzudringen.

     
206/2001 31.05.01 Siegfried "Siete" Gromm 25 Jahre Segellehrer   Siegfried Gromm, Verwaltungsleiter der Fakultät für Physik der Universität Bielefeld und passionierter Segler, hat seine Laufbahn als Segellehrer nach 25 Jahren beendet.

Segeln hat sich durch seinen Einsatz zu einem festen Bestandteil des Hochschulsports in Bielefeld entwickelt. Studierende, Professorinnen und Professoren, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, alle kamen in seine Kurse, die er Mitte der 70er Jahre in der Universität Bielefeld anbot. Segeln als Breitensport, und das in einer Stadt ohne Seen und weitab von der Küste. Neben den Kursen für die Binnengewässer wurde von ihm auch die Ausbildung bis hin zur so genannten großen Küstenfahrt angeboten, für alle Bereiche der Ostsee, der Nordsee und des Mittelmeeres. Und von der Verbindung zur Segelschule eines Freundes haben viele profitiert. Sport und Spaß, auf See mit Respekt und Erfahrung, "richtige" Segler, keine Operettenmatrosen, das war und ist ihm wichtig. Scheine allein sind wertlos, weiß er aus langer Erfahrung.

Was stand da im Wachbuch am Dümmer See: Anlaufen eines fremden Hafens. Da wurde so mancher Schulschluss im Piratenkeller am anderen Seeufer verpasst, umso fröhlicher segelte man zurück.

Oder die Törns in der Nordsee, Holland, Sylt, Weser, Elbe, Helgoland oder in der Ostsee von Travemünde nach Bornholm und Skagen, in die dänische Inselwelt. Zwei Mal, ja da war's wirklich eng, gibt der alte Seebär leise zu. Wirklich gefährliche Stürme? Vielleicht fünf in all den Jahren, erinnert er sich. Andere erleben jedes Jahr einen Höllensturm auf See, sagt Gromm und lacht. Angeber mag er nicht. Dabei hat er nichts gegen ein gutes Stück Seemannsgarn.

Neben seinem Einsatz für die Universität war und ist er auch heute noch Segellehrer und Prüfer für den Deutschen Segler-Verband und das Bundesverkehrsministerium. Ehrenamtlich. Die Seglergemeinschaft der Uni Bielefeld hat er gegründet. "Werden Sie Mitglied, es lohnt sich", rät er allen Seglern. Im Dümmer Shanty-Chor singt er, ist Mitglied der Vereinigung PASSAT-sailing.

Jetzt will "Siete", wie ihn Ostfriesen "getauft" haben, mehr privat segeln. An seinem geliebten Dümmer See zählt er schon zu den Einheimischen, arbeitet aktiv für die Erhaltung und Sanierung dieses Reviers. Wetten, dass er dort bald als Pensionär in den Sommermonaten wohnt? Und die See, das Meer, lässt ihn nicht mehr los. Er muss einfach raus auf die Ost- und Nordsee. In Ostfriesland hat er aushilfsweise Angelkutter und ein kleines Ausflugsschiff gefahren. Von den "Ossis" hat er gelernt: Geiht nich, gift dat nich. Und die sind davon überzeugt: Wer im "feuchten Dreieck" der Deutschen Bucht als Sailor besteht, der kann es weltweit.

Die Aufnahmeprüfung als Kadett der christlichen Seefahrt für die PAMIR, die hatte er bestanden, seine Zukunft schien klar. Aber dann ging dieses stolze Schiff verloren. Er spricht nicht gern darüber.

Verwaltungsleiter? Wollte er ja eigentlich nicht werden, höchstens bei den Friesen oder auf Helgoland. Und jetzt arbeitet er doch schon dreißig Jahre in der Uni Bielefeld.

"Wie viele Menschen hast Du zum Segeln gebracht", wird er oft gefragt. "Weiß ich nicht", sagt er dann. Aber wenn wir für ihn nachrechnen: Zwischen 50 und 150 im Jahr, das 25 Jahre lang. Und so wünschen wir ihm weiterhin allzeit glückliche Fahrt, Mast- und Schotbruch, und stets eine Handbreit Wasser unterm Kiel. Moin moin min Jung, hol di stief.

     
206/2001 31.05.01 Berufsbildung und Bildungsplanung Wissensmanagement lernen (BUZ) Die Arbeitsgruppe Berufsbildung und Bildungsplanung der Fakultät für Pädagogik der Universität Bielefeld veranstaltet am 15. und 16. Juni den Workshop "Wissensmanagement lernen: Konzepte - Perspektiven - Grenzen". Personal und Organisationsentwickler, Weiterbildner sowie Berater können gezielt aktuelle Projekte kennenlernen, Instrumente zum Wissensmanagement ausprobieren und mit anderen Experten reflektieren. Eine Internet-Plattform zum Workshop steht unter <a href="http://www.ammma.de/dialog/" class="intern">www.ammma.de/dialog/</a> zur Verfügung.

Weitere Informationen: Universität Bielefeld, Fakultät für Pädagogik, Arbeitsgruppe Berufsbildung und Bildungsplanung, Prof. Dr. Dieter Timmermann, Prof. Dr. Wolfgang Wittwer, Dr. Udo Witthaus, Telefon 0521/106-3143.

    Link
206/2001 31.05.01 Institut für Didaktik der Mathematik (IDM) Dr. Gert Schubring   Dr. Gert Schubring, Institut für Didaktik der Mathematik (IDM) der Universität Bielefeld, erhielt vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und der brasilianischen Partnerorganisation CAPES Projektmittel für einen deutsch-brasilianischen Wissenschaftleraustausch. Das Projekt "História e Ensino da Matemática" (Beziehung von Geschichte und Lehre der Mathematik - Modernisierung der Wissenschaft und ihre Transmission) ist auf drei Jahre angelegt und sieht den Austausch von Wissenschaftlern zwischen dem IDM und der Arbeitsgruppe Geschichte der Mathematik der Universität Mainz auf deutscher Seite und den Postgraduierten-Programmen der drei brasilianischen Universitäten PUC, Rio de Janeiro, UNICAMP, Campinas (SP), und UNESP, Rio Claro (SP), auf brasilianischer Seite vor. Schwerpunkt wird die Doktoranden-Ausbildung sein.      
206/2001 31.05.01 Fakultät für Chemie Dr. Jürgen Wienands   Dr. Jürgen Wienands, zuletzt wissenschaftlicher Assistent an der Universität Freiburg, ist zum Professor für Biochemie an der Fakultät für Chemie der Universität Bielefeld ernannt worden. (Mehr in der nächsten "Universitätszeitung".)      
206/2001 31.05.01 FORUM OFFENE WISSENSCHAFT Werte und Normen heute (BUZ) "Werte und Normen heute" lautet das Thema des FORUMS OFFENE WISSENSCHAFT der Universität Bielefeld im Sommersemester 2001. Versucht werden soll hier aus der Sicht verschiedener akademischer Disziplinen eine Bestandsaufnahme dessen, was Moral unter den heutigen gesellschaftlichen Bedingungen leisten kann und leisten soll. Die Veranstaltungsreihe des Sommersemesters ist mit einem Vortrag von Dorothee Sölle (Hamburg) eröffnet worden und widmet sich der Rolle der Moral in der Politik, in der Rechtsordnung, in der Erziehung. Die Vorträge behandeln moralische Probleme der Einwanderungspolitik, der Sozialpolitik und der globalen Wirtschaftsordnung. Sie beleuchten die Funktion von Moral in der Gesellschaft und den Konflikt zwischen Moral und ökonomischen Anforderungen.      
206/2001 31.05.01 Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft "Lili" erscheint jetzt nur noch online (BUZ) In das Sommersemester 2001 ist die Zeitung der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft der Universität Bielefeld mit einem neuen Konzept gestartet. "Lili", die seit Dezember 1998 in einer Printausgabe von der Fakultät herausgegeben worden ist, erscheint jetzt ausschließlich als Online-Ausgabe. Das Internet bietet die Möglichkeit der permanenten Aktualisierung von Artikeln und Terminhinweisen. Unter www.lili.uni-bielefeld.de/~zeitung/ wird allen Mitgliedern und Angehörigen der Fakultät sowie allen Studierenden neben dem üblichen Forum für Berichte aus Forschung und Lehre nun ein Medium zur Verfügung stehen, mit dem schnell informiert und unkompliziert auf aktuelle Themen der Fakultät reagiert werden kann. Die an literarischen, literaturwissenschaftlichen und linguistischen Fragen interessierte Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen, das neue Medium intensiv zu nutzen.     Link
206/2001 31.05.01 Die Rolle länderspezifischer Institutionen beim Übergang vom Jugendlichen zum Erwachsenen im Zeitalter der Globalisierung Globalisierung verändert Jugendphase
Zunehmende Unsicherheit - abnehmende Berechenbarkeit
Miriam aus Berlin hat gerade das Abitur erfolgreich bestanden, aber was nun? Studieren? Aber was? Die Zukunft erscheint zunehmend unberechenbar, und was heute gefragt ist, ist morgen vielleicht überholt. Theresa aus Madrid ist da schon einen Schritt weiter - aber nur im Prinzip. Sie hat einen Uni-Abschluss in Ökonomie in der Tasche, aber jetzt steht sie auf der Straße. Zu wenig Jobs für Berufsanfänger. Die Quote der Arbeitslosigkeit unter jungen Leuten beträgt in Spanien mehr als 30 Prozent. Ihr Freund Carles konnte, wie viele seiner Freunde, leider auch nur einen befristeten Job finden. Theresa und Carles würden gerne heiraten und eine Familie gründen. Doch bei all der beruflichen Unsicherheit rückt dieser Wunsch in weite Ferne. Die Erfahrungen, die junge Leute heute in modernen Dienstleistungsgesellschaften machen, sind durchaus sehr verschieden. Doch eines haben sie gemeinsam: Im Zeitalter der Globalisierung wachsen die Unsicherheiten bei der Wahl von Ausbildung und Studium wie auch beim Einstieg in den Beruf. Junge Leute werden mit Arbeitslosigkeit, befristeten Jobs und Teilzeitbeschäftigungen konfrontiert, die den Zeitpunkt der ökonomischen Unabhängigkeit im Lebenslauf immer weiter verzögern. Das beeinflusst auch die Bereitschaft, langfristige Bindungen einzugehen: zu heiraten und eine Familie zu gründen.

Expertenstudien aus 16 Ländern

Mit diesen Fragen und Problemen beschäftigte sich eine international vergleichende Konferenz zum Thema "Übergang vom Jugendlichen zum Erwachsenen im Zeitalter der Globalisierung. Die Rolle länderspezifischer Institutionen", die vom 23. bis 24. März 2001 an der Universität Bielefeld stattfand. Prof. Dr. Hans-Peter Blossfeld von der Fakultät für Soziologie und seine Kollegen aus dem von der Volkswagen-Stiftung geförderten GLOBALIFE-Projekt hatten dazu hochkarätige Experten aus 14 OECD-Ländern (Deutschland, die Niederlande, Frankreich, Irland, das Vereinigte Königreich, die Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada, Schweden, Norwegen, Estland, Ungarn, Italien, Spanien, und Mexiko) eingeladen. Die Forscherinnen und Forscher diskutierten vergleichbare empirische Längsschnittstudien, in denen sie die Schwierigkeiten von jungen Erwachsenen beim Übergang zu Beruf, Partnerschaft und Elternschaft vor dem Hintergrund der weltweiten Globalisierung und den spezifischen Länderkontexten diskutierten.

Globalisierung und wachsende Unsicherheit

Natürlich ist der Prozess der Globalisierung kein neues Phänomen, aber die Intensität und Reichweite weltweiter Interaktionsbeziehungen, seien es ökonomische Transaktionen oder informationelle, kulturelle oder politische Austauschprozesse, haben seit dem Beginn der 80er Jahre und insbesondere seit dem Ende des Ost-West-Gegensatzes in den meisten modernen Industrieländern schubartig zugenommen. Ein besonders charakteristisches Merkmal der gegenwärtigen Globalisierung ist ihre Verbindung mit der raschen Verbreitung von Informations- und Kommunikationstechnologien. Diese erlauben nicht nur intensivere Interaktionsprozesse mit Akteuren in aller Herren Länder, ohne dabei den Ort wechseln zu müssen, sondern machen regionale Distanzen und Landesgrenzen insgesamt zunehmend bedeutungsloser. Die Effekte dieser regionalen Entgrenzung des Wissens um die besten Produktionsverfahren, die erfolgreichsten Innovationen oder die neuesten Produkte sind dabei durchaus widersprüchlich. Auf der einen Seite führen sie zu einer beeindruckenden Steigerung der Produktivität, zu einem Anstieg der Anforderungen an die Qualifikation der Arbeitskräfte und zu einer nie da gewesenen Bedeutung des Wissens. Auf der anderen Seite bewirken sie aber auch einen beschleunigten Wandel der Berufsstruktur und eine zunehmende Flexibilisierung der Beschäftigungsverhältnisse. Die gegenwärtigen Prozesse der Globalisierung bedeuten deswegen nicht nur rascheren sozialen und ökonomischen Wandel, sondern vor allem zunehmende temporäre Unsicherheit und abnehmende Berechenbarkeit zukünftiger Entwicklungen. Insbesondere die Firmen sehen sich wachsenden Marktunsicherheiten gegenüber, denen sie unter anderem mit der Flexibilisierung von Beschäftigungsverhältnissen oder Entlassungen begegnen. Berufsanfänger, die noch nicht auf Berufserfahrung oder soziale Kontakte am Arbeitsmarkt und innerhalb von Firmen zurückgreifen können, sind diesen Prozessen besonders schutzlos ausgesetzt. Für sie heißt es deshalb immer mehr, dass sie sich flexibel verhalten müssen und mit Arbeitslosigkeit, befristeter Beschäftigung, erzwungener Selbständigkeit und insgesamt mit einem langsameren Einstieg in eine dauerhafte Beschäftigung rechnen müssen. Individuelle Biographien werden durch diese Entwicklung insgesamt weniger prognostizier...

     
206/2001 31.05.01 Workshop Internationale Bewerbungsmodalitäten (BUZ) Im Rahmen des Europäischen Jahres der Sprachen 2001 bietet das Akademische Auslandsamt der Universität Bielefeld einen Workshop zu internationalen Bewerbungsmodalitäten an, der sich an Studierende und Graduierte der Universität und der Fachhochschule richtet. Vier parallel laufende Workshops sind am 6. Juli in der Zeit von 13.30 bis 17.00 Uhr vorgesehen: British English, American English, Französisch und Spanisch. In der jeweiligen Sprache sollen Bewerbungsunterlagen (Lebenslauf, Bewerbungsschreiben) formuliert werden. Zudem wird über die allgemeinen Bewerbungskonventionen verschiedener Länder informiert.

Information: Karin Kruse, Akademisches Auslandsamt, Tel. 0521 / 106-4087, Friederike Neumann, Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft, Tel. 0521 / 106-3651.

     
206/2001 31.05.01 "Schlüsselthema" in den Geisteswissenschaften Erinnerung und Gedächtnis - Wie funktioniert das autobiographische Gedächtnis? (BUZ) Die Volkswagen-Stiftung hat der Universität Bielefeld zwei Vorhaben im Programm "Schlüsselthemen der Geisteswissenschaften" bewilligt. Mit dem Thema "Wissenschaft im Umbruch: Auf dem Weg in die Wissensgesellschaft" werden sich - wie in der letzten Ausgabe der "Bielefelder Universitätszeitung" kurz berichtet - Martin Carrier, Wolfgang Krohn, Peter Weingart, Günter Küppers (alle Bielefeld) sowie Paul Hoyningen-Huene (Hannover) befassen. Die Volkswagen-Stiftung unterstützt dieses Vorhaben mit 905 000 Euro. Als zweites Schlüsselthema in den Geisteswissenschaften wird mit 620 000 Euro das Forschungsunternehmen "Erinnerung und Gedächtnis"gefördert. Am Projekt, das wir hier im Folgenden vorstellen, sind Hans-Joachim Markowitsch (Bielefeld) und Harald Welzer (Hannover) beteiligt. Im Zentrum des Vorhabens der beiden Wissenschaftler steht das autobiographische Gedächtnis. Sie fragen, wie dieses funktioniert und wie es sich modellhaft fassen lässt. Die Basis der Studie bilden die geistes- und sozialwissenschaftliche Erinnerungsforschung sowie die neurowissenschaftliche Gedächtnisforschung. Markowitsch und Welzer wollen sowohl Erwachsene als auch Jugendliche mittels autobiographischer Interviews und anderer Testverfahren befragen und dabei unter Einsatz von bildgebenden Verfahren aus der Medizin Hirnaktivitäten messen lassen. Ergänzend dazu sind Untersuchungen geplant, in denen zum Beispiel besonders kritischen Lebensereignissen nachgegangen wird. So sollen aus der DDR übergesiedelte Personen ihre Erlebnisse erneut erinnern und nacherzählen.

In einem zur Veröffentlichung vorgesehenen Beitrag für die Psychologische Rundschau umreißen Markowitsch und Welzer das von der Volkswagen-Stiftung geförderte Projekt:

Fragen im Zusammenhang von Erinnerung und Gedächtnis haben seit etwa zwei Jahrzehnten in der geistes- und naturwissenschaftlichen Forschung Konjunktur. Dabei kommt insbesondere dem autobiographischen Gedächtnis Aufmerksamkeit zu, weil es die zumindest für hoch-individualisierte Gesellschaften unverzichtbare Funktion sicherstellt, dass die Subjekte über ein kohärentes Selbstbild und ein konsistentes Identitätsgefühl verfügen müssen, um gerichtete Zukunftsorientierungen auf der Grundlage ihrer vergangenen und gegenwärtigen Erfahrungen entwickeln zu können und diese institutionell wie sozial abstimmen und synchronisieren zu können. Bemerkenswert ist allerdings, dass die einzelwissenschaftlichen Ansätze geistes-, sozial- und naturwissenschaftlicher Erinnerungs- und Gedächtnisforschung bislang weitgehend unverbunden nebeneinander stehen, obwohl wechselseitige Bezugnahmen auf die jeweils entwickelten Modellvorstellungen und Konzepte gerade bei diesem Forschungsgegenstand naheliegend scheinen. In der geistes- und sozialwissenschaftlichen Forschung ist zum einen eine Vernachlässigung der Befunde der neueren neurowissenschaftlichen Gedächtnisforschung, insbesondere hinsichtlich der Ausdifferenzierung unterschiedlicher Gedächtnissysteme, zu verzeichnen. Daneben findet das Konzept der emotionalen Erinnerung noch kaum Berücksichtigung, und es lässt sich eine erhebliche Unterdeterminiertheit auf der begrifflichen Ebene ("kollektives Gedächtnis", "traumatische Erinnerungen" etc.) konstatieren.

Die neurowissenschaftlichen Ansätze lassen einstweilen eine Berücksichtigung der sozialen Formbestimmtheit der Gedächtnisinhalte und auch der mit ihnen verbundenen Emotionen vermissen, und das autobiographische Gedächtnissystem bleibt im Rahmen der Modellvorstellung von einem episodischen Gedächtnissystem noch weitgehend unbestimmt. Der Versuch einer Zusammenführung der disziplinären Forschungsfragen und -ansätze verspricht mithin nicht nur ein besseres Verständnis der Ausgangsbedingungen, Modi und Funktionen des Erinnerns, sondern auch die Entwicklung methodologisch innovativer Zugänge zur Erforschung des autobiographischen Gedächtnisses. In jüngster Zeit ist sowohl von kulturwissenschaftlicher wie von entwicklungspsychologischer wie von neurowissenschaftlicher Seite die bei Menschen außerordentliche große Neuroplastizität des Gehirns bei der Geburt und die Bedeutung der postnatalen erfahrungsabhängigen Gehirnentwicklung hervorgehoben worden.

Der Befund, dass weite Bereiche der Entwicklung der neuronalen Verschaltungsmuster und entscheidende Phasen der organischen Hirnreifung nachgeburtlich, also unter sozialen und kulturellen Einflüssen geformt werden, markiert aus unserer Sicht eine zentrale Schnittstelle sozial- und naturwissenschaftlicher Erinnerungs- und Gedächtnisforschung. Auch finden sich zunehmend Belege dafür, dass sich Nervenzellen nachgeburtlich, ja sogar lebenslang, neu bilden - eine Erkenntnis, die bis vor ganz wenigen Jahren für das menschliche Gehirn für unmöglich gehalten wurde. Diese Ei...

     
206/2001 31.05.01 Internationale Zusammenarbeit zwischen Tunesien und Deutschland Tunesischer Wissenschaftler und Parlamentarier arbeitet seit 25 Jahren mit Bielefelder Mathematikern zusammen (BUZ) Zu einer weiteren internationalen Konferenz über Potentialtheorie hatten der Bielefelder Mathematiker Wolfhard Hansen und Abderrahman Boukricha aus Tunesien in das Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld eingeladen. Im Mittelpunkt standen hierbei die Anwendungen potentialtheoretischer Methoden und Resultate auf konkrete Problemstellungen der Naturwissenschaften, der Technik, der Wirtschaft und natürlich der Mathematik. Die mathematische Disziplin der Potentialtheorie entstand aus praktischen Problemen der Astronomie und Physik, genauer gesagt aus dem Studium der Gravitations- und elektrischen Feldpotentiale. Diese Interdisziplinarität hat sich nicht nur erhalten, sondern auch auf andere, zum Teil unerwartete Probleme der Biologie, Chemie, Geologie, Physik, Technik und Wirtschaft erweitert. Dabei profitiert sowohl die Potentialtheorie von der Heuristik der angewandten Fragestellungen als auch jedes Anwendungsfeld von der Rigorosität mathematischer Resultate. Die Tagung, die unter anderem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt wurde, versuchte, diese Wechselwirkung zu nutzen und zu intensivieren.

Einer der wissenschaftlichen Leiter der Tagung, Dr. Abderrahman Boukricha aus Tunesien (auf dem Foto rechts), den mit Bielefeld sehr viele persönliche Erinnerungen verbinden, nutzte die Tagung auch für einen Dank an Prof. Dr. Wolfhard Hansen (links) von der Fakultät für Mathematik der Universität Bielefeld. Hansen habe eine sehr erfolgreiche internationale Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Tunesien auf den Weg gebracht und über viele Jahre gefördert.

Vor 26 Jahren hatte alles angefangen. Wolfhard Hansen war für ein Jahr an der Universität Tunis und bot dort mathematische Vorlesungen an. Einer seiner damaligen graduiererten Studierenden war Abderrahman Boukricha. Mit Hilfe des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) und unterstützt von Wolfhard Hansen erhielt der junge Tunesier damals ein Doktorandenstipendium und kam für zwei Jahre an die Bielefelder Universität. Im März 1978 promovierte der tunesische Nachwuchswissenschaftler in Bielefeld und kehrte in sein Heimatland zurück. Das war der Anfang einer fruchtbaren Zusammenarbeit und wissenschaftlichen Weiterentwicklung im Bereich der reellen Analysis, speziell der Potentialtheorie, und die Geburtsstunde einer jungen Forschergruppe in Tunesien. Eindrucksvoll belegt Dr. Abderrahman Boukricha diesen Erfolg mit Zahlen: Mehr als 20 Diplomarbeiten, 15 Doktorarbeiten und sechs Habilitationsschriften seien seitdem entstanden.

Die anfängliche vertikale Nord-Süd-Kooperation zwischen den deutschen und tunesischen Mathematikern habe sich erfolgreich ausgeweitet und weiterentwickelt. Inzwischen existiere auch eine horizontale Süd-Süd-Kooperation zwischen den nordafrikanischen Staaten, besonders zwischen Tunesien und Marokko. Über die Universität Tunis erhielten viele marokkanischen Studierende Unterstützung durch die Bielefelder Universität und den DAAD, so dass sie in ihren Forschungsaktivitäten auf internationalem Niveau mithalten konnten.

"Ich bin überzeugt, dieser Erfolg wäre ohne das professionelle sowie das humane Engagement von Prof. Dr. Hansen nicht erreicht worden." So sei Hansen mehrmals auf eigene Kosten nach Tunesien und Marokko geflogen, um an Prüfungen teilzunehmen, Vorträge zu halten oder mathematische Seminare auf den Weg zu bringen, verdeutlicht Abderrahman Boukricha. "Ich bin sicher, Wolfhard Hansen wird die erfolgreichen Aktivitäten auch weiter mit Enthusiasmus vorantreiben, um die Entwicklung des Wissens zu fördern."

Dr. Abderrahman Boukricha, der 1978 nach seinem ersten Deutschlandaufenthalt nach Tunesien zu-rückkehrte und in der Folge in ständigem Kontakt mit Wissenschaftlern in Deutschland blieb, gehört seit 1999 dem tunesischen Parlament an. Seit dem vergangen Jahr ist er Mitglied des Parlamentarischen Ausschusses für Erziehung, Kultur, Information und Jugend. Mit Bielefeld verbinden den Mathmatiker aber nicht nur wissenschaftliche Beziehungen, sondern auch ganz private: Während eines Aufenthalts im ZiF im Jahr 1988, als Boukricha seine Habilitationsarbeit verfaßte, wurde seine Tochter Hana hier im Franziskushospital geboren.

     
206/2001 31.05.01 NRW-Bildungsministerin Gabriele Behler legt Eckpunkte-Papier für neue Form der Lehrerausbildung vor Modellversuch in NRW geplant: Mit Bachelor und Master in die Schulen (MSWF/BUZ) Bildungsministerin Gabriele Behler hat am 17. Mai ein Eckpunkte-Papier vorgelegt, in dem die Rahmenbedingungen für den geplanten Modellversuch zur Lehrerausbildung in Nordhein-Westfalen abgesteckt werden. Dieses Konzept dient den interessierten Hochschulen nun als Basis, auf der sie konkrete Bachelor- und Master-Studiengänge entwickeln können, die eine spätere Tätigkeit als Lehrer im Schuldienst ermöglichen. "Wir folgen damit grundsätzlich den Empfehlungen des Expertenrates für die Hochschulen in NRW, der einen entsprechenden Modellversuch angeregt hat", erklärte Behler. "Nach intensiven Fachgesprächen sehe ich mich dabei in meiner Überzeugung gestärkt, dass im Bachelor-Studium zwar die Fachwissenschaft im Vordergrund stehen sollte, aber auch fachdidaktische und vermittlungswissenschaftliche Elemente sinnvoll sind." Entscheidend sei, dass die in der Kultusministerkonferenz festgelegten Bedingungen für ein Lehramtsstudium durch die Kombination von Bachelor- und Master-Studiengängen erfüllt werden.

Der unabhängige Expertenrat zur Begutachtung der NRW-Hochschullandschaft hatte in seinem Abschlussbericht im Februar vorgeschlagen, auch die Lehrerausbildung auf konsekutive Studiengänge umzustellen. Er zog damit die Konsequenz aus der Vereinbarung der europäischen Bildungsminister von Bologna im Jahr 1999, in der die zügige Anpassung der Studienstrukturen an europäischen Universitäten angestrebt wird. Davon dürfe die Lehrausbildung nicht ausgenommen bleiben, so der Expertenrat.

"Entscheidend für unseren Modellversuch ist,", so Ministerin Behler, "dass die bundesweite Anerkennung der Abschlüsse gewährleistet ist, die Studierenden also nicht zum Versuchsobjekt werden". Deshalb halte sich das Eckpunkte-Papier in der Festlegung der Anteile von fach- und erziehungswissenschaftlichen Studienanteilen streng an die Rahmenvereinbarungen der Kultusministerkonferenz.

Ziel des Modellversuchs, so betonte die Ministerin, sei zum einen, das Studium so zu organisieren, dass eine Straffung der tatsächlichen Studienzeiten möglich wird. Zum anderen soll die konkrete Berufswahlentscheidung junger Leute bis zum Abschluss des Bachelor-Studiums offen gehalten werden. Dadurch soll es Studierenden ermöglicht werden, schneller und flexibler auf die tatsächliche Situation am (Lehrer-)Arbeitsmarkt zu reagieren.

Ein rein fachwissenschaftlicher Bachelor-Studiengang, der den Weg in den Schuldienst offen hält, ist nach Ansicht der Ministerin angesichts der vielfältigen didaktischen und erzieherischen Herausforderungen im Arbeitsfeld Schule denkbar, aber eher schwierig. Behler: "Das Bachelor-Studium sollte nicht speziell auf den Lehrerberuf zielen, könnte aber bereits grundlegende Qualifikationen im Bereich Wissenstransfer und Wissensmanagement vermitteln." Die Frage, wie das erworbene Wissen weiter vermittelt werden kann, stelle sich schließlich nicht nur in der Schule, sondern auch in vielen anderen Bereichen - von der Museumspädagogik über den gesamten Medien- und Freizeitbereich bis hin zu Management-Aufgaben in der Führungsebene von Wirtschaftsunternehmen.

Ministerin Behler stellte klar, dass es keinen "Lehramts-Bachelor" geben solle. Im Gegenteil: Die Hochschulen seien aufgefordert, breiter angelegte Bachelor-und anschließende speziellere Master-Studiengänge zu entwickeln; gemeinsam müssten beide Studiengänge aber die notwendigen fachwissenschaftlichen und fachdidaktischen Studienanteile enthalten, um zu einer Lehrbefähigung in zwei Unterrichtsfächern zu führen. "Hier gelten die in der Kultusministerkonferenz vereinbarten Standards", betonte Behler. Der fachwissenschaftliche Anteil für Studierende, die später beispielsweise an Gymnasien unterrichten, wird daher deutlich höher sein als für jene, die an Grund-, Haupt- und Realschulen arbeiten wollen. Entsprechend sollte für künftige Gymnasial-, Berufskolleg- und Sonderschullehrer das Bachelor- und Master-Studium zusammen zehn Semester und für Grund-, Haupt- und Realschullehrer acht Semester nicht überschreiten. Während des gesamten Studiums sind Praxisphasen einzuplanen - im Bachelor-Studiengang in einem sehr breiten Feld vermittlungsbezogener Berufe, im Masterstudiengang dann konkre...

     
207/2001 16.07.01 Wirtschaftswissenschaften Dissertation von DFG ausgezeichnet (BUZ) Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) in Bonn hat die von Ralf Wagner an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Bielefeld angefertigte Dissertation "Multiple Wettbewerbsreaktionen durch den Einsatz von Promotion-Instrumenten" mit 5000 Mark zur Verbreitung der Forschungsergebnisse ausgezeichnet. Mit der Analyse der Art und Intensität von Wettbewerbsreaktionen auf Änderungen im Einsatz von Promotion-Instrumenten (wie beispielsweise Produktproben, Handzettel oder Sonderplatzierungen in Geschäften) ist die von Wagner vorgelegte Dissertationsschrift eine der zentralen Herausforderungen der Marketing-Praxis an die Wissenschaft gewidmet. Der Einsatz von Promotion-Instrumenten hat in den vergangenen Jahren zunehmend an Bedeutung für das Marketing kurzlebiger Konsumgüter gewonnen. Obwohl in zahlreichen Branchen das Budget für den Einsatz dieser Instrumente mittlerweile das Budget für die klassische Werbung übersteigt, ist der Erfolg der Maßnahmen aufgrund entsprechender Konkurrenzreaktionen oftmals eher verhalten.

Die in der Literatur mehrfach dokumentierte Forderung nach der Entwicklung eines interdisziplinären Ansatzes zur Untersuchung der Art, der Intensität und der Umstände, unter denen Wettbewerbsreaktionen auftreten, aufgreifend, sind verschiedene Aspekte aus Preis- und Oligopoltheorie, Spieltheorie, empirischer Marketingforschung sowie aus Ökonometrie und Stochastik in dem Dissertationsprojekt miteinander kombiniert worden.

Der von Ralf Wagner entwickelte Ansatz unterscheidet sich durch die Modellierung des Wettbewerbs als dynamischer Prozess von der Mehrzahl der in der Literatur dokumentierten Modelle. ?Dieses ermöglicht unter anderem" - so Wagner - "die explizite Untersuchung zeitlicher Lags von Wettbewerbsreaktionen aber auch des 'Vergessens und Vergebens' länger zurückliegender Verhaltensweisen. Anstelle der Auswirkungen der von den individuellen Anbietern kaum zu beeinflussenden Marktstruktur sind die Interaktionen konkurrierender Anbieter Gegenstand der Arbeit, so dass die gewählte Perspektive mit der Entscheidungssituation des Management korrespondiert. Neben der Intensität der Wettbewerbsreaktionen werden auch der Wahlaspekt der Instrumente und deren gemeinsamer Einsatz im Verständnis eines Promotion-Mix explizit berücksichtigt. Den Kern der Forschungsbemühungen bildet die Erweiterung des Modell- und Methodenspektrums zur Analyse realer multipler Wettbewerbsreaktionen. Insbesondere durch die Anwendung statistischer Tests konnten Eigenschaften real beobachteter Wettbewerbsinteraktionen aufgezeigt werden, die auf Defizite und fälschliche Annahmen bisher publizierter Studien hinweisen." Darauf aufbauend ist Wagner die Entwicklung eines inhaltlich konsistenten und zugleich operationalen Erklärungsansatzes des reaktiven simultanen Einsatzes mehrerer Instrumente auf der Basis eines multivariaten Polya-Prozesses gelungen.

Die Arbeit hat Reinhold Decker, Professor für Betriebswirtschaftslehre und Marketing an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Bielefeld, betreut. Die Schrift erscheint unter dem Titel "Multiple Wettbewerbsreaktionen im Produktmanagement" in der Reihe Produkt- und Markenmanagement der Gabler Edition Wissenschaft.

     
207/2001 16.07.01 Fakultät für Rechtswissenschaft Jura-Promotionen (BUZ) Im vergangenen Wintersemester 2000/2001 wurden an der Fakultät für Rechtswissenschaft der Universität Bielefeld siebzehn Juristinnen und Juristen, deren Namen wir im Folgenden samt Thema der Dissertationen veröffentlichen, promoviert. Malaika Ahlers: Die deutsche Strafverfolgungspraxis im Vergleich mit der Strafverfolgungspraxis in England und Wales.

Ralf Bockelmann: Das Geldwäschegesetz - Zur Effizienz des GwG in der Praxis.

Michael Brück: Das Vorabentscheidungsverfahren vor dem Europäischen Gerichtshof als Bestandteil des deutschen Zivilprozesses - Rechtsschutzhemmendes Integrationsproblem oder kohärente Rechtsschutzerweiterung?

Ingelore Gösslinghoff: Einbeziehung nahestehender Dritter in Wettbewerbsverbote.

Markus Graunke: "Abschiebungshaft". Eine rechtssoziologische Untersuchung zur Umsetzung des Rechts der Abschiebungshaft.

Frank Haddenhorst: Die allgemeine Umweltnutzungsfreiheit. Das Grundrecht auf Umweltnutzung.

Thomas Hartmann: Das Verhältnis der wasserrechtlichen Gestattungen zu den fachgesetzlichen Planfeststellungsverfahren.

Lutz Meinken: Emissions- versus Immissionsorientierung. Rechts- und Effizienzfragen der Gestaltung materieller Umweltschutzanforderungen im Genehmigungsrecht für ortsfeste Anlagen.

Boris Schinkels: Die Verteilung des Haftungsrisikos für Drittmissbrauch von Medien des bargeldlosen Zahlungsverkehrs.

Philip Spoerri: Die Fortgeltung völkerrechtlichen Besetzungsrechts während der Interimsphase palästinensischer Selbstverwaltung in der West Bank und Gaza.

Stephanie Strathmann: Der Wiedereinstellungsanspruch des wirksam gekündigten Arbeitnehmers unter Außerachtlassung der Verdachtskündigung.

Olaf Suchsland: Die zweckmäßige Regelung von Grundpfandrechten und Darlehen in Grundstückskaufverträgen.

Christian Vierrath: Anrechnung und Aufrechnung.

Sandra Vyas: Die Verfassungswidrigkeit von § 1933 S. 1, 1. Alt. BGB als Chance zur Reform des Ehegattenerbrechts.

Christian Winsel: Die Rechtsstellung des sachkundigen Bürgers nach der Gemeindeordnung NRW.

Katja Ziegler: Fluchtverursachung als völkerrechtliches Delikt. Die völkerrechtliche Verantwortlichkeit des Herkunftsstaates für die Verursachung von Fluchtbewegungen.

Georg Zimmermann: Die Entwicklung der hoheitlichen Befugnisse zum heimlichen Abhören von Gesprächen in der Bundesrepublik Deutschland unter besonderer Berücksichtigung der Möglichkeiten zur Verwertung von Erkenntnissen im Strafverfahren.

     
207/2001 16.07.01 Fakultät für Rechtswissenschaft Magister Legum Europae   (BUZ) Im Rahmen des Zusatzstudiums Magister Legum Europae der Universitäten Bielefeld und Nottingham haben Kai Jens Egerlandt (mit der Arbeit "Gemeinschaftliche Beihilfenaufsicht gem. Art. 87 EGV und Umweltschutzbeihilfen") sowie Peter Schneider (mit der Arbeit "Das Subsidiari- tätsprinzip nach Amsterdam - Bedeutung und Anwendung eines dynamischen Grundsatzes") ihren Magister Legum Europae (LL.M.Eur.) erhalten.      
207/2001 16.07.01 Arbeitsgemeinschaft "Menschen in Heimen" Ist der Embryo nach unserer Verfassung Grundrechtsträger? (BUZ) Auf Einladung des Bielefelder Philosophen Martin Carrier und des Vereins für Philosophie Bielefeld hielt Reinhard Merkel, Professor an der Universität Hamburg, einen Vortrag über "Rechte für Embryonen? Normative Grundlagen von Präimplantationsdiagnostik, Stammzellenforschung und therapeutischem Klonen". Merkel ist in den vergangenen Jahren wiedelholt mit markanten Thesen zu ethischen Problemen der Gentechnik hervorgetreten. Zuletzt in der Zeit am 13. Juni, in der er wie zuvor auch in seinem Vortrag in Bielefeld darauf hinwies, dass es in Deutschland keinen grundrechtlichen Schutz für den Embryo gebe. Dies zeige nicht die Verfassung, sondern das Abtreibungsrecht. Der Rechtsphilosoph aus Hamburg zog am Ende seiner Überlegungen, die in einer Langfassung im Oktober als Festschrift-Beitrag für den Saarbrückener Strafrechtler Heinz Müller-Dietz unter dem Titel "Grundrechte für frühe Embryonen?" erscheinen werden, folgendes Resümee:

"Der früheste Embryo ist bei uns nicht nur de lege lata nicht subjektiv-grundrechtlich geschützt; vielmehr gibt es darüber hinaus auch rechtsethisch keine einleuchtenden Gründe, dies künftig zu tun. Die Schutzpflicht ihm gegenüber wurzelt primär im normativen Grund des Solidaritätsprinzips. Verstärkt wird sie durch einen gewichtigen Aspekt des Normenschutzes: Die konkrete Ausgestaltung aller unserer Pflichten zum Schutz jedes menschlichen Lebens hat stets einen besonders offenkundigen Bezug zur normativen Physiognomie der Gesellschaft, zu dem, was ich ... deren moralische wie rechtliche Gesamttextur genannt habe. Eine humane Normenordnung ist nicht nur - wenn auch in Grenzen - solidarisch selbst mit dem erst künftigen personalen Leben jedes Individuums; sie garantiert und verstärkt vielmehr die entsprechende Norm über deren Wirkung im einzelnen Fall hinaus stets auch mit dem Bewusstsein ihrer Bedeutung für die Gesamtheit.

Das alles ändert nichts an der prinzipiellen Abwägbarkeit dieses Schutzes. Was die Solidaritätspflicht angeht, so ist dies, wie im Falle anderer Solidaritätspflichten auch, einigermaßen offensichtlich. Und was den Aspekt des Normenschutzes betrifft, so dürfte es einleuchten, dass er als ein primär gemeinschaftsbezogener Schutz in der Kollision mit anderen normativ hochrangigen Belangen der Gemeinschaft sich möglicherweise als nachrangig erweisen kann und dann legitimerweise zurücktritt. Eine humane Gesellschaft kümmert sich eben nicht nur um die Entwicklungspotentiale früher Embryonen, sondern auch um das aktuelle Leiden und Sterben schwerkranker Menschen und um die Chancen, ihnen therapeutisch zu helfen. Und sie nimmt die Sorgen künftiger Eltern ernst und erkennt deren Wunsch nach einem gesunden Kind als legitim an, ohne deshalb behindert geborenen Menschen auch nur im Geringsten die gebotene Hilfe und vor allem die selbstverständliche Achtung als ethisch wie rechtlich gleiche, grundrechtsgeschützte Personen zu verkürzen.

Damit ist die Frage, ob eine verbrauchende Embryonenforschung erlaubt, das ESchG insofern geändert werden sollte, gewiß noch nicht beantwortet. Manche der oben in der Einleitung angedeuteten Einwände jener zweiten, ebenfalls gesellschaftsbezogenen Provenienz wären zuvor zu klären. Das kann hier nicht mehr geschehen. Eine Vermutung sei aber gestattet: Viele der heute kursierenden Ängste vor abschüssigen Entwicklungen dürften sich als unbegründet, die meisten echten Gefahren als hinreichend kontrollierbar erweisen. Soweit dies nicht der Fall ist, dürften in einem demokratischen Staat stets Korrekturen der Entwicklung möglich sein. Der Gesetzgeber sollte die prohibitiven Klammern der grundlosen strafbewehrten Verbote des ESchG vorsichtig lockern und die von ihnen festgeschriebene, buchstäblich erbarmungslose Verweigerung einer Hoffnung für Hunderttausende schwerkranker Menschen beenden. Dass keine Zukunft menschlicher Entwicklung gänzlich risikofrei zu haben ist, ist trivial und nicht neu. Daraus die Legitimation einer a-limine-Blockade jeder noch so positiven Entwicklung wegen denkbarer unerwünschter Nebenfolgen abzuleiten, ist moralisch verwerflich. Politisch wie ethisch dürfte es nicht zu den kleinsten Risiken einer modernen Gesellschaft gehören, keine mehr eingehen zu wollen."

     
207/2001 16.07.01 Internationalisierung der Ausbildung International Graduate School in Bioinformatics and Genome Research (BUZ/MSWF) Das Land Nordhein-Westfalen richtet ab Wintersemester 2001/2002 an sechs Universitäten Graduate Schools ein, darunter auch eine "International Graduate School in Bioinformatics and Genome Research" an der Universität Bielefeld im Centrum für Biotechnologie (CeBiTec). Die Graduate School ist in das Gesamtkonzept "Bioinformatik und Genomforschung in Bielefeld" der DFG-Initiative Bioinformatik integriert. Die Graduate School - unter Federführung der Professoren Robert Giegerich (Informatik) und Alfred Pühler (Genetik) - nutzt sowohl das Forschungspotenzial der beiden am CeBiTec angebundenen Einrichtungen "Institut für Bioinformatik" und "Institut für Genomforschung" als auch relevante Einrichtungen der beteiligten Fakultäten und steigert die Attraktivität am Standort durch zukunftsorientierte Studienangebote. Sie schärft das Profil Bioinformatik/Genomforschung, sie stärkt die Internationalität, sie basiert auf breiter, interdisziplinärer Kooperation und sichert durch intensive fachliche Betreuung die erfolgreiche Doktoranden- und Nachwuchsausbildung.

Graduate Schools, an denen Nachwuchsforscher in kleinen Gruppen schnell und unter optimalen Bedingungen zur Promotion gebracht werden sollen, werden neben Bielefeld auch in Bochum, Dortmund, Köln, Münster und Paderborn eingerichtet. Sie sollen im Vollausbau mit jeweils bis zu zwei Millionen Mark jährlich gefördert werden. Elf Anträge zur Gründung einer Graduate School hatten vorgelegen und waren einer Fachjury zur Bewertung vorgelegt worden. Ministerin Behler betonte bei der Bekanntgabe der Entscheidung in Düsseldorf: "Mit den neuen Graduate Schools setzen wir ein wichtiges Signal, das zeigt: Wir wollen den Forschungs- und Wissenschaftsstandort NRW ausbauen und den Spitzennachwuchs unter optimalen Bedingungen fördern. Ich verbinde mit den Graduate Schools die Hoffnung, dass es uns in wenigen Jahren gelingen wird, an einigen Universitäten in ausgewählten Fächern Zentren von Weltruf für die Förderung von Spitzennachwuchswissenschaftlern zu etablieren."

In den NRW-Graduate Schools, an denen in der Regel mehrere Fakultäten interdisziplinär zusammenwirken - in Bielefeld sind dies die Fakultäten für Biologie, Chemie, Mathematik und die Technische Fakultät -, sollen pro Jahr etwa 20 nach Leistungskriterien ausgewählte Doktoranden in einen eigens konzipierten Promotionsstudiengang aufgenommen und möglichst innerhalb von drei Jahren zur Promotion geführt werden. Für sie stehen Vollstipendien für drei Jahre zur Verfügung. Über den gesamten Verlauf der Graduiertenausbildung sollen die Doktoranden intensiv betreut werden. Die NRW-Graduate-Schools leisten durch ihre internationale Ausrichtung - bei den Stipendiaten ist ein Ausländeranteil von 30 Prozent angestrebt, das Lehrangebot wird überwiegend in Englisch sein - einen wichtigen Beitrag zur Internationalisierung der Hochschule, zur Sicherstellung des wissenschaftlichen Nachwuchses und zur Eliteförderung, so die Ministerin. Sie tragen somit zu einer Attraktivitätssteigerung des Standortes Nordrhein-Westfalen in Forschung und Lehre bei. Vor diesem Hintergrund besitzt die Einrichtung landeseigener - auf anglo-amerikanische Vorbilder zurückgehende - Graduate Schools, so Wissenschaftsministerin Gabriele Behler, "eine hohe forschungspolitische Relevanz".

   
207/2001 16.07.01 Nobelpreisträger Sen in der Universität Justice, Democracy and Social Choice (BUZ) Fast ein Vierteljahrhundert ist es her, seit Professor Amartya K. Sen, Wirtschaftsnobelpreisträger des Jahres 1998 und Master des Trinity College im englischen Cambridge, in der Universität Bielefeld sprach. Damals im November 1977 hielt er zwei Vorlesungen: Die eine trug den Titel "Alternative Concepts of Justice", die andere hieß "Moral Principles as Informational Constraints". Jetzt referierte der gebürtige Bengale, der zunächst an der Universität Delhi, später an der London School of Economics und an der Universität Oxford sowie an der Harvard University unterrichtete, in der Universität Bielefeld über "Justice, Democracy and Social Choice". Sen, den das Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld zu einem von Wulf Gaertner (Osnabrück) und Wilfried Hinsch (Saarbrücken) organisierten Autorenkolloquium im Juni eingeladen hatte, verknüpft wirtschaftliche Realitäten mit philosophischen Fragen. In seinen Arbeiten zur Messung und Bewertung von Armut und Ungleichheit untersucht er unter anderem die Ursachen von Hungersnöten und zeigt Möglichkeiten zu ihrer Verhinderung auf. Sein Interesse an den Zusammenhängen von Wirtschaft und Gesellschaft geht weit über die reine Volkswirtschaftslehre hinaus und erstreckt sich bis in die Moralphilosophie und die Politikwissenschaft, wie in seinem Vortrag deutlich wurde.

Sen wies darauf hin, dass mit dem Siegeszug der Demokratie aus globaler Sicht Recht und soziale Gerechtigkeit nicht Schritt gehalten hätten. Nach Ansicht von Amartya Sen sollten in der freien Marktwirtschaft Werte wie Freiheit, Gleichheit und Solidarität zählen. Notwendig sei eine "globale Gerechtigkeit", die sich zum Anwalt der Menschen unter anderem in den Entwicklungsländern mache.

Sen setzte sich in seinen Ausführungen sehr ausführlich mit Adam Smiths Idee eines unvoreingenommenen Beobachters und John Rawls Begriff von Gerechtigkeit als Fairneß in einem hypothetischen Urzustand auseinander. Sen hält das Smithsche Konzept für leistungsfähiger bei der Verwirklichung globaler Gerechtigkeit. Amartya Sen: "The Rawlsian contractarian approach, despite its remarkable achievements, is seriously limited by (1) underexamination of the social choice problems that arise in the original position, (2) incongruity and inadequacy of group specification, and (3) neglect of causal relations as well as of affiliations that cut across borders. The need for impartiality that lies behind the motivation for the contractarian approach to justice, can be effectively used with greater flexibility by utilizing Adam Smith's framework of the 'impartial spectator'. The difference it makes can be critical in understandig the demands of global justice, which must be distinguished from international justice. Social choice theory can make a contribution in clarifying the nature, relevance and reach of alternative approaches to justice."

Der Vortrag von Amartya Sen ist in vollem Umfang von "Boxmind Corporate Information", London, aufgezeichnet worden und kann im September unter www.boxmind.com und auf den Internetseiten der Universität Bielefeld abgerufen werden.

Der Wissenschaftliche Leiter des ZiF-Autorenkolloquiums, Professor Wulf Gaertner von der Universität Osnabrück, hatte zuvor in seinen einleitenden Bemerkungen zum öffentlichen Vortrag von Sen darauf hingewiesen, dass die Schwedische Akademie der Wissenschaften sich bei der Vergabe des Nobelpreises insbesondere auf Sens Arbeit zur Social Choice Theory , auf seine Beiträge zur Messung von Ungleichheit und Armut und auf seine angewandten Forschungen zur Entwicklungsökonomie bezogen habe. "Schon diese einfache Aufzählung skizziert die Bandbreite von Amartya Sens wissenschaftlicher Arbeit", sagte Gaertner. Seine Beiträge reichten von reiner axiomatischer Theorie über die Definition und Charakterisierung von Wohlfahrts-Indizes bis zu empirischen Untersuchungen von Hungersnöten. Allerdings gebe es noch mindestens eine weitere Säule, auf die sich Sens Arbeiten stützen, nämlich die Philosophie, besonders die Politische Philosophie. Andererseits stehe Sen auch in einer ganz bestimmten angelsächsischen Tradition. Gaertner nannte hier Adam Smith und John Stuart Mill, die beide grundlegende Beiträge sowohl zur Ökonomie als auch zur Philosophie geliefert haben. "Ich darf daran erinnern", sagte Gaertner, "dass Adam Smith vor Veröffentlichung seines Werkes 'Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations' im Jahre 1776 seine 'Theory of Moral Sentiments' geschrieben und darin die so häufig zitierte Metapher der 'unsichtbaren Hand' entwickelt hat."

     
207/2001 16.07.01 Geräteturnen 3. Platz für Bielefelder Geräteturnerinnen   (BUZ) Bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften im Geräteturnen, die am 25. und 26. Mai in Leipzig stattfanden, belegten die Studentinnen der Universität Bielefeld den dritten Platz. Dem Bielefelder Turnerinnen-Team gehörten an: Susanne Hörning, Britta Meister, Yolande Natasha Tyler, Julia Telthörster, Claudia Völker und Uta Welzel.      
207/2001 16.07.01 Fakultät für Biologie / Promotionen Die zelluläre Spaltung des Prionproteins der Maus   Marius Ader: The Myelinogenic Potential of Transplanted Neural Precursor Cells.

Ulrike Albus: Nachweis der biologischen Aktivität von Sinorhizobium meliloti-Oberflächenkohlenhydraten in der Interaktion mit Zellen der Wirtspflanze Medicago sativa.

Jörg Dieter Becker: Lokalisierung und Funktionsanalyse von Symbiose-relevanten Proteinen der Ackerbohne Vicia faba L.

Matthias Bergtold: Untersuchungen benthischer Organismen im Profundal unter besonderer Berücksichtigung der Sedimentation.

Hubertus Gerlach: Funktionelle Verhaltensdifferenzierung. Theoretische Analysen zur Funktionalität von Verhalten unter Einbeziehung von Ergebnissen empirischer Untersuchungen an gehegegehaltenen Gruppen von Liszt-Affen (Saguinus oedipus oedipus).

Anna Lisa Picciolo: Untersuchungen zur Kern-Cytoplasma-Translokation der katalytischen Untereinheit C der Proteinkina-se A.

Stefan Rathjen: Die Dynamik der Entstehung kolumnärer Systeme in der Sehrinde von Katzen.

Karin Resch: Interspezies-Genom-Vergleich im Bereich des humanen Chr 2p13: Neue Kandidatengene für die neurologische Mutation wobbler der Maus.

Alice Römer: Die zelluläre Spaltung des Prionproteins der Maus.

Christian Schwarzer: Expression von humanem Typ-1 Porin in Xenopus Oocyten und Studien zu seiner Funktionalität.

Dirk Paul Stephan: Wechselbeziehungen zwischen Cyanophycin-Synthese, L-Arginin-Katabolismus und Photosynthese in dem Cyanobakterium Synechocystis PCC 6803.

Susanne Talke: Morphologische und molekularbiologische Untersuchungen zur Evolution der Euglenida.

Frank-Jörg Vorhölter: Analyse und Charakterisierung einer 35 Kilobasen großen Genregion aus Xanthomonas campestris pathovar campestris, deren Gene vorwiegend an der Biosynthese des Lipopolysaccharids beteiligt sind.

Caren Wegener: Symbiont oder Pathogen? Symbiontische Eigenschaften einer genetisch homogenen Gruppe von Luzerne-nodulierenden Rhizobien.

     
207/2001 16.07.01 Institut für Pflegewissenschaft / Symposium Bundestag soll Kommission zur "Enquête der Heime" einsetzen (BUZ) Die Arbeitsgemeinschaft "Menschen in Heimen" hat die Fraktion des Deutschen Bundestages aufgefordert, eine Kommission zur "Enquête der Heime" einzusetzen. Die Arbeitsgemeinschaft "Menschen in Heimen" ist eine interdisziplinäre Forschungsarbeitsgemeinschaft an der Universität Bielefeld und beschäftigt sich seit Jahren mit der Situation von Menschen in Heimen. Aus dieser Arbeitsgruppe ist eine Initiative entstanden, die sich an die Fraktionsvorsitzenden und die Mitglieder des Deutschen Bundestages mit der Aufforderung gewandt hat, in der nächsten Legislaturperiode eine Kommission zur "Enquête der Heime" einzusetzen. In dem Aufruf heißt es unter anderem: Das heutige Anstalts- und Heimsystem entstand als Problemlösung des 19. Jahrhunderts für den Ausgleich zwischen Stärkeren und Schwächeren - unter den Bedingungen der beginnenden Industrialisierung und Marktwirtschaft war es segensreich und oft lebensrettend. Viele Gründe zwingen jedoch im 21. Jahrhundert das Heimsystem auf den Prüfstand, um zu klären, ob und in welchem Umfang es heute noch den Belangen der Alten, Pflegebedürftigen, geistig Behinderten, psychisch Kranken und der (behinderten) Kinder und Jugendlichen angemessen sein kann - und überhaupt muss. In all diesen Bereichen der Hilfebedürftigkeit sind längst ambulante kommunale Alternativen, die eine Integration der Betroffenen ermöglichen, bekannt. Sie werden bisher aber nur unzureichend angeboten. Insofern sind wir in den Umbau des Heimsystems bereits eingestiegen, es ist aber an der Zeit, ihn systematisch zu erfassen und behutsam zu steuern, damit nicht gerade die Verletzlichsten in der Gesellschaft seine Opfer werden. Der Umbau ist insbesondere gesetzgeberisch sowie sozialpolitisch zu begleiten, wie dies z.B. in einigen skandinavischen Staaten bereits geschieht.

Die Solidarität mit den Hilfebedürftigen wird in Zukunft stärker als bisher zu einer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe werden, da dem - vor allem demographisch bedingten - Anstieg der Zahl der Hilfebedürftigen eine Abnahme der verfügbaren Geldmittel und eine Abnahme der Tragfähigkeit familiärer Netzwerke gegenüberstehen. Hinzu kommt, dass immer weniger alte wie behinderte Hilfebedürftige bereit sind, in ein Heim zu gehen, weil sie dies für unvereinbar mit ihren Persönlichkeitsrechten halten. Sie treffen ihre Entscheidung häufig in einer Notsituation mangels anderer Alternativen. Dies wirft auch die Frage nach der Verantwortbarkeit des Lebens in Heimen für heutige Menschen auf. Schließlich können wir auch nicht mehr die Augen davor verschließen, dass es Heimen zunehmend schwerfällt, auch nur die Mindeststandards der Versorgung einzuhalten oder entlassbare Heimbewohner auch tatsächlich zu entlassen. Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe spricht in der gegenwärtigen Versorgungssituation in Heimen von "aufgezwungenem Pflegeverzicht", einige Heimbetreiber sprechen gar von "gefährlicher Pflege". Es fehlen weitgehend integrierte Versorgungsverbünde, die eine Vernetzung zwischen dem ambulanten und dem stationären Versorgungsbereich vor allem für Menschen ermöglichen, die in ihrem Wohnumfeld kein stabiles Unterstützungsnetzwerk haben, und für die Gruppe der schwerstpflegebedürftigen alten und der schwerstmehrfachbehinderten Menschen. Diesen Menschen bleibt häufig nur eine dauerhafte Unterbringung in einem Heim.

Das "Heim" kann jedoch den Ansprüchen der Individualisierung und der expandierenden Persönlichkeitsrechte der post- oder spätmodernen Menschen des 21. Jahrhunderts nicht mehr gerecht werden. Daraus ergibt sich eine Doppelaufgabe: Zum einen müssen schon jetzt real existierende Mißstände pragmatisch angegangen werden. Ebenso gilt es, ambulante kommunale Hilfestrukturen weiterzuentwickeln und auf eine breite Basis zu stellen, um den notwendigen Halt in die Lebenswelt der Menschen zu holen. Der Gesellschaftsvertrag zwischen Menschen mit mehr und Menschen mit weniger Sorgebedarf ist auf eine neue, zeitgemäße Basis zu stellen.

Haben wir also aus all diesen Gründen das Hilfesystem für den Ausgleich zwischen Schwächeren und Stärkeren im Sinne der "community care" dahin zu entwickeln, dass Heime so weit wie möglich reduziert und dafür besser ausgestattet werden, damit an deren Stelle zunehmend ein ambulantes kommunales Hilfesystem tritt? Oder gibt es bessere Wege? Und haben wir die eher zunehmende Bereitschaft der Bürger zu (selbstbestimmtem) freiwilligem sozialen Engagement als Signal zu verstehen, solidarisch für Andere einzustehen, um ihren Anspruch auf soziale Teilhabe zu erfüllen und dies für den richtigen Weg zur Weiterentwicklung einer Bürger- oder Zivilgesellschaft zu halten?

Di...

     
207/2001 16.07.01 Verein zur Förderung ausländischer Studenten in Bielefeld e.V. Generationenwechsel im Vorstand   Ein Generationenwechsel hat sich im Vorstand des Vereins zur Förderung ausländischer Studenten in Bielefeld e.V. vollzogen. Bei der letzten Mitgliederversammlung des Vereins Mitte Mai hat ein Großteil der Vorstands- und Gründungsmitglieder, die zum Teil seit fünfzehn Jahren die Vorstandsarbeit geleistet und den Verein aufgebaut haben, nicht mehr erneut kandidiert. Es sind dies der langjährige Vorsitzende und scheidende Universitätskanzler Karl-Hermann Huvendick (oben Mitte), die stellvertretende Vorsitzende und Ehrenbürgerin der Universität Bielefeld, Karen Leffers (Mitte rechts), und Kassenprüfer Günther Remmel, Leiter des Studentenwerks Bielefeld (oben rechts). Zum neuen Vorstandsvorsitzenden wählte die Mitgliederversammlung Falk-A. von Oeynhausen (links neben Karen Leffers), zum stellvertretenden Vorsitzenden den künftigen Kanzler der Universität, Hans-Jürgen Simm (vorne links), zur Kassenführerin Sigrid Schreiber vom Studentenwerk (2. von links). Für Kontinuität sorgt weiterhin Schriftführer Werner Aufderlandwehr, Leiter des Akademischen Auslandsamts (oben links). Als weitere Mitglieder gehören jetzt dem Vorstand an: Andrea Frank, Referentin des Prorektors für Lehre und studentische Angelegenheiten (3. von links), und der Bielefelder Rechtswissenschaftler Armin Hatje (r.), der im Anschluss an die Mitgliederversammlung den von ihm initiierten Zusatzstudiengang "Europa intensiv" vorstellte. Der Verein hat mit mehr als zehntausend Mark im vergangenen Jahr ausländischen Studierenden mit Stipendien und Nothilfen unter die Arme gegriffen, Computer sind verlost worden, und mehr als 3000 Mark wurden für interkulturelle Veranstaltungen ausgegeben. Mit Blick auf die Währungsumstellung werden die Mitgliedsbeiträge auf Euro umgestellt. Demnächst wird der Jahresbeitrag 30 Euro, für Studierende 15 Euro und für Firmen 100 Euro betragen. Künftig plant der Verein, die Öffentlichkeitsarbeit, auch über Internet, und die Mitgliederwerbung zu intensivieren, mehr gemeinsame Veranstaltungen für Studierende und Mitglieder durchzuführen sowie die Job- und Praktikumsvermittlung für ausländische Studierende zu verbessern.      
207/2001 16.07.01 Fakultät für Physik Dr. Ulf Kleineberg   Dr. Ulf Kleineberg erhielt von der Fakultät für Physik der Universität Bielefeld die Lehrbefugnis für das Fach Physik.      
207/2001 16.07.01 Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft Prof. Dr. Norbert Hopster   Prof. Dr. Norbert Hopster, Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft der Universität Bielefeld, ist im Kreise seiner Kollegen, Freunde und Familie im Internationalen Begegnungszentrum feierlich verabschiedet worden. Zuvor hatte er sich anlässlich seiner Emeritierung in einer Abschiedsvorlesung dem Thema "Zur Frage der Begründung der Notwendigkeit oder der notwendigen Abschaffung des Literaturunterrichts in der heutigen Gesellschaft" gewidmet. Norbert Hopster studierte Germanistik, Philosophie, Katholische Theologie und Pädagogik in Bonn. Als Stipendiat der Volkswagen-Stiftung wurde er 1969 mit einer Arbeit über das "Frühwerk Johannes R. Bechers" promoviert. Im Anschluss an eine Professur in Hamburg erhielt er im Wintersemester 1973/74 einen Ruf an die Pädagogische Hochschule (PH) in Bielefeld und war nach der Integration der PH in die Universität im Jahr 1980 dann Professor an der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft. Die wissenschaftlichen Arbeiten von Hopster umfassen in den 70er Jahren Studien über den Expressionismus, sprachkritische Analysen, Untersuchungen zur literaturwissenschaftlichen Terminologie, zu epischen und lyrischen Gattungsformen und vor allem Versuche zur Neukonzeption der Literaturdidaktik. Mit seinen literaturdidaktischen Arbeiten bestimmte er die Diskussion jener Jahre maßgeblich. Dabei setzte er sich mit der bisherigen Literaturdidaktik ebenso energisch wie kritisch auseinander. Norbert Hopsters Interesse am Zusammenhang von Literatur und Politik fand mit Beginn der 80er Jahre seinen Niederschlag in dem kontinuierlichen Aufbau eines Forschungsschwerpunktes "Literatur und Nationalsozialismus", der mit einer Reihe von Drittmittelprojekten von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem nordrhein-westfälischen Wissenschaftsministerium gefördert wurde. In enger Kooperation mit der Bibliothek der Universität Bielefeld entstand eine umfangreiche Sondersammlung von etwa 10.000 Büchern aus der NS-Zeit, die zu einem erheblichen Teil Kinder- und Jugendbücher enthält. Auf dieser Basis konnte das von der DFG über viele Jahre geförderte Forschungsprojekt "Handbuch Kinder- und Jugendliteratur 1933-1945" durchgeführt werden, dessen Ergebnisse in zwei Bänden publiziert wurden (Hopster/Josting/Neuhaus). Das Anschlussprojekt "Kinder- und Jugendliteratur 1900-1933" wurde ebenfalls von der DFG finanziert. Eine breite Öffentlichkeit erreichten die von Hopster initiierte Ausstellung "Träume und Trümmer" (Hopster/Moll) im Jahre 1984 sowie die Wanderausstellung "Märchen und Mühsal: Arbeit und Arbeitswelt in Kinder- und Jugendbüchern aus drei Jahrhunderten" (Hopster/Nassen/UB Bielefeld) im Jahre 1988. Auch zukünftig will Norbert Hopster sich der Wissenschaft widmen. Für das seit letztem Jahr laufende Projekt zur Erforschung der "Rumäniendeutschen Kinder- und Jugendliteratur 1944-1989" (Hopster/Josting) wurde eine Weiterfinanzierung beim Beauftragten der Bundesregierung für Angelegenheiten der Kultur und der Medien im Bundeskanzleramt beantragt.      
207/2001 16.07.01 Fakultät für Physik Dr. Andreas Hütten   Dr. Andreas Hütten erhielt von der Fakultät für Physik der Universität Bielefeld die Lehrbefugnis für das Fach Physik.      
207/2001 16.07.01 Fakultät für Mathematik Dr. Stefan Schwede   Dr. Stefan Schwede hat sich mit der Arbeit "Formal groups and stable homotopy of commutative rings" an der Fakultät für Mathematik der Universität Bielefeld habilitiert.      
207/2001 16.07.01 Fakultät für Biologie Dr. Thomas Schmitt-John   Dr. Thomas Schmitt-John erhielt von der Fakultät für Biologie der Universität Bielefeld die Lehrbefugnis für das Fach Genetik.      
207/2001 16.07.01 Fakultät für Rechtswissenschaft Prof. Dr. Wolfgang Schild   Prof. Dr. Wolfgang Schild, Fakultät für Rechtswissenschaft der Universität Bielefeld, ist in den Vorstand der Bielefelder Theater- und Konzertfreunde e.V. gewählt worden. Ferner hielt Schild, der Straf- und Strafprozessrecht, Rechtsphilosophie und Strafrechtsgeschichte lehrt, zur Eröffnung des 52. Kongresses für Neurochirurgie in der Bielefelder Stadthalle den Festvortrag zum Thema "Neurologie und Hexerei".      
207/2001 16.07.01 Fakultät für Chemie Dr. Ning-Ning Lin   Dr. Ning-Ning Lin von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in Peking erhielt von der Alexander von Humboldt-Stiftung ein Forschungsstipendium, das sie seit dem 1. Juni in der Arbeitsgruppe Physikalische Chemie von Prof. Dr. Katharina Kohse-Höinghaus an der Fakultät für Chemie der Universität Bielefeld wahrnimmt. Ning-Ning Lin wird sich in den nächsten zwölf Monaten mit der Anwendung moderner laserspektroskopischer Methoden auf Verbrennungsprozesse befassen.      
207/2001 16.07.01 Fakultät für Geschichtswissenschaft und Philosophie Prof. Dr. Heinz-Gerhard Haupt   Prof. Dr. Heinz-Gerhard Haupt, Fakultät für Geschichtswissenschaft und Philosophie der Universität Bielefeld, ist auf Vorschlag des Senats der Deutschen Forschungsgemeinschaft in die Auswahlkommission "Promotion an Hochschulen in Deutschland" berufen worden.      
207/2001 16.07.01 Institut für Wirtschaftsrecht (IWB) Ausbildungsprogramm für junge Juristinnen und Juristen zum europäischen Unternehmens- und Wirtschaftsrecht   Im zu Ende gehenden Sommersemester veranstaltete das Institut für Wirtschaftsrecht (IWB) der Bielefelder Fakultät für Rechtswissenschaft sein jährliches Ausbildungsprogramm für junge Juristinnen und Juristen zum europäischen Unternehmens- und Wirtschaftsrecht. An dem viermonatigen Kurs nahmen in diesem Jahr wieder etwa 35 Juristinnen und Juristen teil, um eine Zusatzqualifikation im internationalen Wirtschaftsrecht zu erwerben. Ziel des Kurses ist es, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im europäischen Handels-, Unternehmens- und Wettbewerbsrechts fit für den künftigen Beruf zu machen. Besonderen Wert legten die Veranstalter daher auf die internationale Ausrichtung des Kursprogrammes. Die Tatsache, dass die Anforderungen des internationalen Handelsverkehrs eine Orientierung am modernen US-amerikanischen Wirtschaftsrecht verlangen, war der Anlass, den Kursteilnehmern einen Experten auf diesem Gebiet zu präsentieren. Mit dem amerikanischen Professor Richard W. Painter von der University of Illinois (auf dem Foto in der Mitte) war es den Professoren Wolfgang Oehler (l.) und Detlef Kleindiek (r.) bereits zum dritten Mal seit 1999 gelungen, eine Kapazität auf dem Gebiet des Bank- und Börsenrechts für eine Gastprofessur in Bielefeld zu gewinnen. Painter machte in einer Vorlesung zum US Corporate and Securities Law im Rahmen des Kursprogrammes deutlich, dass die Grenzen der verschiedenen nationalen Wirtschaftsrechtsordnungen immer fließender werden. Gerade für junge Juristinnen und Juristen seien daher Kenntnisse im internationalen Wirtschaftsrecht in Zukunft unerlässlich.      
207/2001 16.07.01   Humboldt-Preisträger bei den Mathematikern   (BUZ) "Algebraic Groups in Vogue" hieß eine Tagung der Fakultät für Mathematik der Universität Bielefeld, zu der die Bielefelder Mathematiker Claus M. Ringel und Gerhard Röhrle Wissenschaftler von internationalem Renommee eingeladen hatten. Aus Yale kam Gregory A. Margulis, Träger der Fields-Medaille, ehemaliger Humboldt-Preisträger in Bielefeld und Ehrendoktor der Fakultät für Mathematik. Weitere Teilnehmer der Tagung, auf der ein Überblick über neue, richtungsweisende Entwicklungen auf dem Gebiet der Algebraischen Gruppen und ihnen verwandter Gebiete gegeben wurde und künftige Richtungen erörtert worden sind, waren: Ernest B. Vinberg (Moskau, ehemaliger Humboldt-Preisträger in Bielefeld), Gustav Lehrer (Sydney, zur Zeit Humboldt-Preisträger an der Fakultät für Mathematik) und Rolf Farnsteiner aus Milwaukee, seit dem 1. Juni Mercator-Gastprofessor in Bielefeld.      
207/2001 16.07.01 Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft Dr. Ulrich Dausendschön-Gay   Dr. Ulrich Dausendschön-Gay, Privatdozent an der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft der Universität Bielefeld, nahm eine vom DAAD geförderte Kurzzeitdozentur an der Universität Yaoundé I in Kamerun wahr. Er hat am Germanistischen Institut Seminare zur Gesprächsanalyse und zu neueren Entwicklungen in der Linguistik durchgeführt, Forschungskooperationen intensiviert und in Gesprächen mit der Universitätsleitung ein Kooperationsabkommen für die nächsten Jahre vorbereitet. Zusammen mit einem Kollegen aus Saarbrücken wird er für die Durchführung der Doktorandenausbildung in Yaoundé zuständig sein. Im kommenden Wintersemester erwartet Dausendschön-Gay zwei Magisterkandidaten aus Yaoundé, die mit einem Stipendium des DAAD an der Universität Bielefeld studieren werden.      
207/2001 16.07.01 Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft Dr. Heiko Hausendorf   Dr. Heiko Hausendorf, Privatdozent an der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft der Universität Bielefeld, erhielt im Studienjahr 2001/2002 eine Gastprofessur am Sprachwissenschaftlichen Institut der Universität Wien.      
207/2001 16.07.01 Fakultät für Geschichtswissenschaft und Philosophie Prof. Dr. Ansgar Beckermann   Prof. Dr. Ansgar Beckermann, Fakultät für Geschichtswissenschaft und Philosophie der Universität Bielefeld und Präsident der Gesellschaft für Analytische Philosophie (GAP) erinnert in einer Presseerklärung der GAP an den 10. Todestag des österreichisch-deutschen Philosophen Wolfgang Stegmüller, der am 1. Juni 1991 starb und dessen Lebenswerk zur Etablierung der analytischen Philosophie und der Wissenschaftstheorie in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg wie kein anderes beigetragen hat. Seine Schriften zur analytischen Sprachphilosophie, Erkenntnistheorie, Logik und Wissenschaftstheorie haben nicht nur für Philosophen, sondern auch für viele Fachwissenschaftler der verschiedensten Disziplinen jahrzehntelang den Orientierungsrahmen abgegeben. In der Presseerklärung heißt es unter anderem: "Stegmüller übte einen entscheidenden Einfluss bei der Wiedergeburt der analytischen Philosophie und der mit logischen Methoden arbeitenden Wissenschaftstheorie im deutschen Sprachraum nach der 'dunklen Zeit' des Nationalsozialismus und der unmittelbaren Nachkriegszeit, als diese Formen des Philosophierens verpönt waren. Neben seinen Arbeiten in formaler Logik und Grundlagen der Mathematik gewannen in den 60er Jahren wissenschaftstheoretische Fragestellungen an Gewicht, besonders diejenigen, die der sog. klassischen Wissenschaftstheorie zuzuordnen sind: die Erklärung empirischer Phänomene durch Theorien, das Wesen der Naturgesetze, das Problem der Kausalität, die typologische Unterscheidung zwischen verschiedenen wissenschaftlichen Begriffsarten usw. Monumentaler Ausdruck dieser philosophischen Interessen ist die vierbändige Reihe 'Probleme und Resultate der Wissenschaftstheorie und analytischen Philosophie', die zwischen Ende der 60er und Anfang der 80er Jahre erschien. Durch diese Reihe, die die vollständigste Ausarbeitung der Problematik der klassischen Wissenschaftstheorie dieses Jahrhunderts darstellt, wurde Stegmüller zum Wissenschaftstheoretiker par excellence im deutschen Sprachraum und in Kontinental-Europa. Was die Vollständigkeit, Ausführlichkeit und Ausgewogenheit bei der Behandlung der zentralen Themen der Wissenschaftstheorie anbelangt, so gibt es kein vergleichbares Werk in irgend einer Sprache. In dieser Zeit versuchte Stegmüller zwar stets, allen Autoren, Schulen und Strömungen der zeitgenössischen Wissenschaftstheorie gerecht zu werden, unleugbar ist allerdings der Einfluss, den vor allem Rudolf Carnap und Carl G. Hempel auf ihn ausübten. Jahrzehntelang verstand es Stegmüller, eine große Anzahl von jüngeren Forschern aus aller Welt ans Münchner Seminar heranzuziehen. Bisweilen sprach man von der 'Münchner Schule' in der analytischen Philosophie, obwohl diese Bezeichnung eher irreführend ist, da die Gemeinsamkeit aller Forscher, die in München für kürzere oder längere Zeit unter Stegmüllers Einfluss verweilten, nicht in Inhalten, sondern eher in einem charakteristischen, methodischen Zugang zu den zentralen Fragen der Philosophie, der Logik und der Wissenschaftstheorie bestand - eine Art des Denkens, die, unabhängig von irgendwelchen Schulen oder Strömungen, vor allem auf die Klarheit der eingesetzten Begriffe und die Fundiertheit der aufgestellten Argumente Wert legt. Eine ganze Reihe von nicht nur in Deutschland bekannten Philosophen und Wissenschaftstheoretikern können als mehr oder weniger direkte Schüler Wolfgang Stegmüllers betrachtet werden. Zu diesen Philosophen gehört auch Eike von Savigny, der seit 1977 in Bielefeld lehrt."      
207/2001 16.07.01 Fakultät für Soziologie / Promotionen Die Allianz von Wissenschaft und Politik im Treibhaus (BUZ) An der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld haben unlängst neunzehn Doktorandinnen und Doktoranden ihre Promotion abgeschlossen. Hier im Folgenden die Namen und Titel der Doktorarbeiten:

Grzegorz Adamczyk: Werthaltungen Jugendlicher im internationalen Vergleich: Deutschland-Polen.

Silke Beck: Das Klimaexperiment. Die Allianz von Wissenschaft und Politik im Treibhaus.

Joachim Brüß: Onlar ve Biz, Wir und Die. Wechselseitige Wahrnehmungen und Bewertungen bei Jugendlichen deutscher und türkischer Herkunft.

Sunjong Choi: Zwischen Sozialstruktur und Kultur. Ein theoretischer und empirischer Beitrag zum Lebensstildiskurs in der Ungleichheitsanalyse am Beispiel Koreas.

Fridrik Hallsson: Xenos und Zentrum: Grundlagentheoretische Konzepte, Typen und Instrumente der Analyse interethnischer Beziehungen auf der Grundlage empirischer Untersuchungen der Kulturbegegnung in Keflavik/Island und in Frankfurt am Main und das Erklärungspotenzial einer qualitativen Einstellungsforschung.

Martin Johanntoberens: Industrie-Haftpflichtversicherung und Risikomanagement. Eine organisationssoziologische Untersuchung zur Entscheidungsfindung in Fragen der Versicherbarkeit.

John Kleba: Risiken, Bedarf und Regulierung gentechnisch veränderter Pflanzen in Brasilien - Eine Studie aus der Sicht der Cultural Theory.

Carolin Länger: Die Herstellung von Blindheit in einer visuellen Infrastruktur. Eine ethnographische Annäherung.

Gero Lipsmeier: Vieldimensionale Armut - eindimensionale Maße?

Aldo Mascareño: Funktionale Differenzierung und Steuerungsprobleme in Lateinamerika. Entstehung, Entwicklung und Auflösung der konzentrisch orientierten Ordnung.

Petra Müller: An der Schnittstelle von kommunaler Gesundheitspolitik und Verwaltung. Eine empirische Untersuchung zur Aufgaben- und Organisationsentwicklung im Öffentlichen Gesundheitsdienst Berlins.

Salma Nageeb: Stretching the Horizon: New Spaces and Old Frontiers. Womens Construction of Social Space in Sudan.

Ulrich Pekruhl: Partizipatives Management - Konzepte und Kulturen.

Gerlind Schneider: Auf der Suche nach Sicherheit und Gemeinschaft: Die Wirtschaft der Frauen in Harare, Simbabwe.

Nobuo Takebayashi: Die Entstehung der Kapitalismustheorie in der Gründungsphase der deutschen Soziologie: Von der historischen Nationalökonomie zur historischen Soziologie Werner Sombarts und Max Webers.

Winnifred Lois Wanzala: Female Economy in Urban Namibia: Another Namibia within itself?

Christine Weinbach: Die Geschlechterdifferenz aus der Perspektive der Systemtheorie nach Niklas Luhmann.

Sylvia Wilz: Organisation und Geschlecht: zwischen Differenz, Hierarchie und Kontingenz.

Wilfried Zech: Technische Innovation und betriebliche Arbeitspolitik.

     
207/2001 16.07.01 NRW-Universitätsbibliotheken Wie zufrieden sind die Benutzer? (BUZ) Die Bibliothek der Universität Bielefeld wie auch Bibliotheken anderer Hochschulen in Nordrhein-Westfalen sind dabei, ihre Benutzer zu befragen. Die Befragung ist in einer ersten Phase im Sommersemester abgeschlossen worden und sieht eine zweite Datenerhebung vom 20. August bis zum 1. September vor.

Das Ziel ist eine vergleichende Analyse der Kundenzufriedenheit der einzelnen Bibliotheken und eine darauf basierende Optimierung des Dienstleistungsangebotes.

Als kompetenter Projektpartner konnte "infas" in Bonn gewonnen werden. Das Institut für angewandte Sozialwissenschaft verfügt über zahlreiche Erfahrungen zur Kundenzufriedenheit und zum Nutzerverhalten in Bibliotheken. Die Umfrageergebnisse werden zum Wintersemester 2001/2002 im Netz präsentiert unter:

    Link
207/2001 16.07.01 Ehemalige im Interview Mitglieder des Absolventen-Netzwerks stellen sich vor Im Rahmen der Interview-Reihe stellt sich dieses Mal Martina Holz für ein Kurzporträt zur Verfügung. Martina Holz, Jahrgang 1964, studierte an der Universität Bielefeld Pädagogik und im Nebenfach Psychologie. Im Juni 2000 erwarb Martina Holz, die sich schwerpunktmäßig im Studium mit Jugend- und Erwachsenen-Weiterbildung sowie Diagnose und Beratung befasste, ihr Diplom im Fach Pädagogik. Derzeit ist sie Beraterin und Jugendcoach bei der Regionalen Personalentwicklungsgesellschaft m.b.H. (REGE).
Frau Holz, das Betätigungsfeld von Diplom-Pädagogen ist sehr vielfältig. Von Ihnen kann man jedoch behaupten, dass Sie heute in einem Berufsfeld arbeiten, welches viele Pädagogik-Absolventen ins Auge fassen. Können Sie kurz die wichtigsten Stationen Ihrer beruflichen Laufbahn umreißen?

Wichtige Stationen waren zunächst meine studentische Hilfskraftstelle in der Arbeitsstelle "Praktikum Pädagogik". Hier konnte ich Kommilitonen bei der Suche nach Praktikumsplätzen beraten und unterstützen. Mein Praktikum im Rahmen von "Studieren und Wirtschaft" absolvierte ich bei der REGE mbH im Bereich präventive Arbeitsmarktpolitik und konnte mir so einen guten Einblick in die verschiedenen Arbeitsbereiche verschaffen. Glück hatte ich, als das Esta-Bildungswerk mich während meines Studiums zunächst als Honorarkraft und später fest für berufsorientierte und berufsvorbereitende Kurse für Jugendliche und Erwachsene einstellte.

Inwieweit befähigte Sie Ihr Studium für Ihre jetzige Tätigkeit? Wo würden Sie heute Ihre Schwerpunkte setzen?

Im Studium setzte ich meine Schwerpunkte in der Jugend-Erwachsenen-Weiterbildung, Diagnose und Beratung und studierte im Nebenfach Psychologie. Das Studium hat mich theoretisch gut auf meine Tätigkeit als Jugendcoach vorbereitet, zumal ich auch meine Diplomarbeit speziell über meinen jetzigen Arbeitsplatz geschrieben habe. Die Moderationskurse sind sehr praxisnah durchgeführt worden und legten eine gute Grundlage für meine spätere Arbeit. Im Grunde genommen würde ich heute meine Schwerpunkte genauso setzen, nur dass ich diesmal neben den Schwerpunkten Gruppen und Kommunikation in der Psychologie mehr den Schwerpunkt Arbeitspsychologie setzen würde. Wirklich befähigt haben mich jedoch meine vielen Nebenjobs und Praktika. Schlüsselqualifikationen erwirbt man sich doch eher in der praktischen Arbeit.

Sie haben auch das Programm "Studieren und Wirtschaft" absolviert. Glauben Sie, dass diese Zusatzqualifikation heutzutage ein Muss ist?

Ein Muss ist sicherlich übertrieben, allerdings sind einige Bausteine aus dem Programm sehr empfehlenswert und nützlich. Bewerbungstraining und Selbstpräsentation, Rhetorik und Kenntnisse im betriebswirtschaftlichen Bereich helfen mir immer wieder in meiner täglichen Arbeit. Ich kann das Programm nur empfehlen.

Worauf sollten Studierende - aus Ihrer Sicht eines Insiders - bei der Planung des beruflichen Einstiegs achten? Gibt es bestimmte Defizite, die Ihnen bei Bewerbungen immer wieder auffallen?

Im Berufsleben werden verstärkt Schlüsselqualifikationen wie z.B. Kommunikationskompetenz oder Teamfähigkeit nachgefragt. Schlüsselqualifikationen eigne ich mir in der Regel in der praktischen Arbeit an, deswegen kann ich die Vielfältigkeit von Nebenjobs und Praktika nur empfehlen. Eine Auseinandersetzung mit den eigenen Stärken, Schwächen und Fähigkeiten finde ich absolut notwendig. Je mehr ich über meine eigenen Fähigkeiten weiß, desto besser kann ich mich anbieten auf dem Markt.

Wie sehen Berufschancen für Pädagogen aus Ihrer Sicht aus?

Der Traumjob fällt nicht vom Himmel und bestimmt muß man dafür etwas tun, um dahin zu gelangen. Umwege können sich im Nachhinein als Chance entpuppen, wie bei mir meine Anstellung beim Esta-Bildungswerk. Unterrichten war für mich immer etwas, das ich nie den ganzen Tag machen wollte, und doch habe ich viel gelernt, durchaus auch Spaß gehabt, und für den Bereich Jugendcoaching war es optimal. Sich vielfältig, jedoch gezielt weiterzubilden und zu qualifizieren hilft ebenso, die Berufschancen zu erhöhen. Monika Riedenklau

Von Martina Holz zu Ende gedacht:

Das Absolventen-Netzwerk bietet ...vielfältige Informationen und Kontakte. Es bietet die Chance, in andere Bereiche hineinzuschauen und in einen Austausch zu treten.

Das Beste an meinem Studium war ..., mich in den unterschiedlichsten Bereichen ausprobieren zu können.

...

     
207/2001 16.07.01 Fakultät für Pädagogik / Promotionen Computer und Bildung   (BUZ) An der Fakultät für Pädagogik der Universität Bielefeld hat Mohamed Elnasr Hassan Mohamed Ahmed aus Ägypten mit einer "Vergleichenden Studie zwischen den Kindergartensystemen in Ägypten und Deutschland" promoviert. Ebenso ist Wenzel M. Götte aus Stuttgart mit einer Arbeit zum Thema "Erfahrungen mit Schulautonomie. Das Beispiel der Freien Waldorfschulen" promoviert worden. Weiterhin erhielten ihren Doktortitel: Katrin Höhmann: "Was wird durch eine Lehrplanrevision verändert? Die Einführung der hessischen Rahmenpläne (1993-1997) in innovationstheoretischer Perspektive"; Kai-Uwe Hugger: "Medienpädagogik als 'vernetzende' Profession. Zur Entwicklung eines Konzepts professionellen medienpädagogischen Handelns"; Christian Swertz: "Computer und Bildung. Eine medienanalytische Untersuchung der Computertechnologie in bildungs-theoretischer Perspektive".      
207/2001 16.07.01 ZiF-Tagung zum "Public Understanding of Science" Sir Harold Kroto neuer Ehrendoktor der Universität Bielefeld "Wissen in die Köpfe schmuggeln" (BUZ) Das Problem, wie Wissenschaft und Forschung für eine Öffentlichkeit von Laien aufbereitet und verständlich gemacht werden kann, stand im Mittelpunkt der von der Westfälisch-Lippischen Universitätsgesellschaft geförderten Tagung "Public Understanding of Science", die im Juni im Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld stattfand. Als Experten dieser allgemeinverständlichen Vermittlung von Wissenschaft und Forschung hatte der Bielefelder Chemiker Achim Müller unter anderem Carl J. Djerassi, den "Vater der Pille", und den Entdecker der so genannten Fußballmoleküle, Nobelpreisträger Sir Harold W. Kroto, eingeladen. Djerassi wies in einer Diskussionsrunde im ZiF darauf hin, dass schon junge Wissenschaftler und Studierende sich mit "Public Understanding of Science" befassen sollten. Auch er hätte mit der Vermittlung von Wissenschaft und Forschung in die Öffentlichkeit viel früher beginnen müssen. Sobald über pure Wissenschaft gesprochen werde, so wisse er aus Erfahrung, gehe beim großen Publikum der Vorhang herunter. Um diesen wieder zu öffnen, vermittle er Wissenschaft auch literarisch in Romanen und auf der Bühne. Er beabsichtige als ernst zu nehmender "Science-in-Fiction"-Schriftsteller mit seinen Stücken, Interessierte ins Theater einzuladen, "um sie teilweise zu amüsieren, aber auch um ihnen etwas von meinem Standpunkt in den Kopf zu schmuggeln. Ich will den Leuten nicht Antworten geben, nur weil ich Wissenschaftler bin. Das wäre eine Frechheit." Die Wissenschaftskultur müsse sich ändern, "damit wir wirklich verstehen, dass wir auch eine soziale und gesellschaftliche Funktion haben und nicht nur - was auch wichtig ist - unsere persönliche Neugier befriedigen".

Die Wissenschaft habe keinen Fußballstar wie David Beckham, um das verlorene Publikum zu gewinnen, merkte Sir Harold Kroto an. Deshalb müsste jeder Wissenschaftler verschiedene Strategien entwickeln, die Öffentlichkeit für Wissenschaft und Forschung zu interessieren. Er sehe in dem von ihm in Großbritannien geleiteten multimedialen VEGA-SCIENCE-Programm, in dem Wissenschaft mediengerecht, humorvoll und allgemein verständlich präsentiert wird, einen Weg, das Publikum für Wissenschaft zu begeistern.

Bestes Beispiel ist Sir Harold Kroto selbst im VEGA-Programm mit den "Harry Kroto Lectures". Darin wendet er sich nicht nur an ein erwachsenes Publikum, sondern auch an Kinder, so in "Harry's Buckyball workshop" mit einer Gruppe von Schülern. Fazit von Sir Harold Kroto: Angesichts der enormen Bedeutungszunahme der Wissenschaft in der Öffentlichkeit, die beispielsweise wissen will, warum die Wissenschaftsexperten das BSE-Problem nicht lösen können, müsse von Wissenschaftlern und den Hochschulen mehr für "Public Understanding of Science" getan werden und auch deutlich werden, dass Wissenschaft nicht auf alle Fragen Antworten parat habe.

Beiträge für die ZiF-Tagung "Public Understanding of Science", die in einer im Herbst erscheinenden Publikation dokumentiert werden sollen, steuerten bei: H.W. Bellwinkel, Bochum (Thomas Mann und die Naturwissenschaften) Sir Harold Kroto, Sussex (Science, a Round Peg in a Square World), Henri Brunner, Regensburg (Rechts oder links in Natur, Kunst, Technik, Wirtschaft und Wissenschaft), Wolf Peter Fehlhammer, München (100 Jahre Deutsches Museum - 100 Jahre PUS pur), Andreas Dress, Bielefeld (The Evolution of Man: The Evolution of Mathematics), Harald Jockusch, Bielefeld (Vom biologischen Labor in den Medien: Schauergeschichten, Spaß oder ein neues Zeitalter der Aufklärung), Henning Genz, Karlsruhe (Alles voll Gewimmels - Das Vakuum der Physik), Reinhard Kögerler, Bielefeld (Wie materiell ist Materie?), E. Constable, Birmingham (Making Chemistry Comprehensible), Peter Atkins, Oxford (Making Molecules Matter), Günter Schmid, Essen (Chemistry Meets Physics: The Smallest Switches), Achim Müller, Bielefeld (Chemie und Ästhetik. Die Formenvielfalt der Natur als Ausdruck ihrer Kreativität), Hans-Jürgen Quadbeck-Seeger, Ludwigshafen (Chemie - 'Old Economy' oder 'New Frontiers'?), Martin Jansen, Stuttgart (Rationales Design oder Kombinatorik, wie steigert man die Effizienz bei Festkörpersynthesen?), Heinrich Vahrenkamp, Freiburg (Kein Leben ohne Metalle, z.B. ohne Zink), Katharina Kohse-Höinghaus, Bielefeld (Das teutolab: eine chemische Verbindung zwischen Schule und Universität), Carl Djerassi, Stanford (This Man's Pill. Reflections on the 50th Birthday of the Pill).

In einer öffentlichen Abendveranstaltung verlieh die Fakultät für Chemie außerdem Sir Harold Kroto als "einem der wenigen Wissenschaftler auf der Welt, die die Kluft zwischen d...

     
207/2001 16.07.01 60. Geburtstag des Bielefelder Mathematikers Herbert Abels Festkolloquium der Fakultät für Mathematik   Aus Anlass des 60. Geburtstages des Bielefelder Mathematikers Herbert Abels (7. v.l.) hatte die Fakultät für Mathematik der Universität Bielefeld ein Festkolloquium organisiert, an das sich eine internationale Tagung über 'Lie groups, transformation groups and related topics' anschloss. Abels studierte in Würzburg, promovierte und habilitierte an der Universität Bochum und hat seit 1972 eine Professur für Mathematik an der Universität Bielefeld inne. Neben einjährigen Aufenthalten als Research Fellow und als Visiting Professor an den Universitäten Berkeley und Cornell verbrachte er zahlreiche längere Forschungsaufenthalte in Berkeley, Yale, Columbia und Cambridge. Seine Hauptforschungsgebiete sind Transformationsgruppen in der komplexen Analysis, der Differential- geometrie und Topologie sowie homologische Endlichkeitseigenschaften von Gruppen und Fragen der Dynamik und Geometrie von algebraischen Gruppen und deren arithmetischen Gruppen. Er war Leiter eines Projektes am Sonderforschungsbereich "Diskrete Strukturen in der Mathematik". Mit dem Teilprojekt 'Dynamik und Geometrie linearer algebraischer Gruppen' gehört Abels auch der im Oktober 2000 eingerichteten Forschergruppe 'Spektrale Analysis, asymptotische Verteilungen und stochastische Dynamik' an. Er ist an mehreren europäischen Netzwerken und Programmen maßgeblich beteiligt und hat eine Reihe von internationalen Tagungen in Oberwolfach, auf Kreta, in Kortrijk und natürlich auch in Bielefeld organisiert. Neben Humboldt-Preisen für international herausragende Mathematiker wie Gregory A. Margulis (auf dem Foto 5. v.r.) und Ernest B. Vinberg, hat er mehrere Humboldt-Stipendien für Forschungsaufenthalte auswärtiger Mathematiker in Bielefeld einwerben können.      
207/2001 16.07.01 Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) Tagung über das französische Staatsdenken   Der Bielefelder Rechtswissenschaftler Christoph Gusy (l.) und Professorin Constance Grewe aus Straßburg - hier zusammen mit Guy Kirsch und Jochen Hoock (r.) - hatten zu einer Tagung über das französische Staatsdenken in das Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld eingeladen. Die Tagung versammelte Rechts-, Politik- und Geschichtswissenschaftler mit dem Ziel, die französische Sichtweise von Staat, Politik und Verfassung in Deutschland bekannter zu machen sowie die Ursachen des unterschiedlichen Umgangs mit Politik in den beiden Nachbarländern zu beleuchten. "Frankreich und sein Staatsverständnis", so sagte Gusy, "sind aus deutschem Blickwinkel manchmal schwer verständlich." Polizisten, die mit gelassener Selbstverständlichkeit die Hände in den Schoß legen, wenn französische Bauern spanische Tomaten und holländischen Spargel im Supermarkt vernichten, um die Wettbewerbsfähigkeit ihrer eigenen Produkte zu erhöhen, seien im deutschen Staatswesen nicht vorstellbar. Auch kilometerlange LKW-Blockaden auf den Autobahnen, um für niedrigere Dieselpreise zu protestieren, gehörten in Frankreich zu den legitimen Mitteln des demokratischen Meinungskampfes. Dennoch funktioniere trotz aller Merkwürdigkeiten das französische Staatswesen, ohne demokratischen Grundsätzen untreu zu sein.      
207/2001 16.07.01 Wahlen Studierende wählten ihre Senatsvertreter (BUZ) Mit der niedrigsten Wahlbeteilung aller Zeiten endeten die Wahlen der Studierenden für den Senat, den Erweiterten Senat und die Fakultätskonferenzen. Nur knapp fünf Prozent der 18 097 wahlberechtigten Studierenden gaben ihre Stimmen ab. Bei den letzten Wahlen waren es noch neun Prozent. Die "Grüne Hochschulgruppe/Offene Liste" holte sowohl bei der Senatswahl als auch bei der Wahl zum Erweiterten Senat die meisten Stimmen. Sie stellt zwei Sitze im Senat, die Stephanie Faber und Tobias Langer einnehmen werden. Für die "Juso-Hochschulgruppe" zieht Jan Kunkel in den Senat ein, für den Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) Jürgen Holtvogt. Dem Senat, der insbesondere für die Wahlen des Rektors und der Prorektoren zuständig ist, gehören neben den für ein Jahr gewählten vier Studentischen Senatoren zwölf Professoren, vier wissenschaftliche Mitarbeiter und zwei nichtwissenschaftliche Mitarbeiter an.

Im Erweiterten Senat kann die Grüne Hochschulgruppe/Offene Liste jetzt fünf Sitze beanspruchen; gewählt wurden Sandra Schniederkötter, Sven Goedde, Hannes Oenning, Christian Osinga und Gilberto Rescher. Für den RCDS konnten Matthias Zimmermannund Sebastian Dold einen Platz gewinnen, und von der Liberalen Studenteninitiative (LSI) wurde Tanja Herking gewählt. Komplettiert wird die Gruppe der Studentischen Vertreter im Erweiterten Senat durch die vier Senatsmitglieder. Der Erweiterte Senat, dem insgesamt je zwölf Vertreter der Professoren, wissenschaftlichen und nichtwissenschaftlichen Mitarbeiter sowie der Studierenden angehören, ist zuständig für die Grundordnung der Universität Bielefeld.

Bei den Wahlen zu den einzelnen Fakultätskonferenzen wurden in der Regel je drei Vertreter der Fachschaftslisten gewählt.

     
207/2001 16.07.01 Alexander von Humboldt-Stiftung Bielefeld ist für ausländische Spitzenforscher attraktiv (AvHS/BUZ) Die großen Universitäten in München und Berlin sowie die Universität Heidelberg sind die attraktivsten deutschen Hochschulen für ausländische Spitzenwissenschaftler. Dies ist das Ergebnis einer Auswertung, die die Alexander von Humboldt-Stiftung vorgestellt hat. Erhoben wurde, an welchen Universitäten in den vergangenen fünf Jahren die meisten der von der Stiftung geförderten Wissenschaftler geforscht haben. Die Alexander von Humboldt-Stiftung hat die absoluten Zahlen auch nach der Anzahl der deutschen Professorinnen und Professoren gewichtet, die an den einzelnen Hochschulen mit den Gästen aus dem Ausland zusammenarbeiten können. In einer entsprechenden Rangliste verteilt sich die Hälfte der Gastwissenschaftler auf 24 Hochschulen. Wie in der Auswertung im vergangenen Jahr liegt die Universität Konstanz wieder an erster Stelle. Auf 100 Professoren kommen dort 24 Gastwissenschaftler aus anderen Ländern. An zweiter Stelle liegt - wie auch bei der ungewichteten Auswertung - die Universität Heidelberg. Neben mehreren großen Universitäten, die ebenfalls bei beiden Auswertungsverfahren zur Spitzengruppe gehören, rücken die Universitäten Bayreuth, Ulm, Bielefeld, Karlsruhe sowie die Technischen Universitäten Darmstadt und Clausthal, die Medizinische Hochschule Hannover und die Universität Kaiserslautern in die Gruppe der attraktivsten Hochschulen auf.

Der größte Teil der ausländischen Spitzenforscher, die an die Universität Bielefeld kamen, hielt sich in der Fakultät für Mathematik auf.

   
207/2001 16.07.01 Fakultät für Biologie Qualitative Gesundheits- und Pflegeforschung (BUZ) Qualitative Forschung gewinnt in den Gesundheits- und Pflegewissenschaften zunehmend an Bedeutung. Das Institut für Pflegewissenschaft (IPW) an der Universität Bielefeld hat sich mit einem am 21. und 22. September in der Stadthalle Bielefeld stattfindenden Symposium vorgenommen, Methoden der qualitativen Forschungspraxis in den beiden im deutschsprachigen Raum noch jungen Wissenschaftsdisziplinen zusammen mit Experten aus dem In- und Ausland zu reflektieren. Im Zentrum des Symposiums steht die Erörterung ausgewählter methodologischer Traditionen und Strategien der qualitativen Sozialforschung mit Blick auf ihre Bedeutung und Anwendung in der Gesundheits- und Pflegeforschung. "Dabei geht es vorrangig auch darum, anhand konkreter Forschungsbeispiele den potentiellen Ertrag unterschiedlicher Forschungsstrategien und methodischer Zugänge im gemeinsamen Diskurs auszuloten", sagt Professorin Doris Schaeffer vom IPW.

Mit Adele Clarke, School of Nursing der University of California, San Francisco (USA), und Juliet Corbin vom International Qualitative Research Institute der University of Alberta in Edmonton (Kanada) werden zwei herausragende Promotorinnen qualitativer Gesundheits- und Pflegeforschung aus dem angloamerikanischen Raum am Symposium teilnehmen. Mit Tillmann Allert (Frankfurt am Main), Bruno Hildenbrand (Jena), Ulrike Höhmann (Darmstadt), Martin Moers (Osnabrück), Susan Rifkin (London), Gabriele Rosenthal (Göttingen), Wilfried Schnepp (Witten-Herdecke) und Elisabeth Seidl (Wien) konnten namhafte Vertreterinnen und Vertreter aus der Sozialforschung sowie der Gesundheits- und Pflegeforschung im europäischen Raum als Mitwirkende gewonnen werden.

Das Symposium findet in Anbindung an die ebenfalls im September in Bielefeld terminierte Gemeinsame Wissenschaftliche Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP) und der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS) "Gesundheit in der Region" statt.

Nähere Informationen und das jeweils aktuelle Programm zum Symposium "Qualitative Gesundheits- und Pflegeforschung" unter: <a href="http://www.uni-bielefeld.de/IPW" class="intern"> www.uni-bielefeld.de/IPW</a>; zur DGSMP/DGMS-Tagung 2001 "Gesundheit in der Region" unter: www.loegd.nrw.de/dgsmp-2001/index.htm.
    Link
207/2001 16.07.01 Titel verteidigt Bielefelder Uni-Handballerinnen erneut Deutscher Hochschulmeister (BUZ) Das Frauenhandball-Team der Universität Bielefeld ist bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften im Frauenhandball vom 30. Juni bis 1. Juli in Bielefeld seiner Favoritenrolle gerecht geworden. Den Bielefelder Studentinnen gelang nach einem in der ersten Halbzeit ausgeglichenen und hochklassigen Spiel mit einem 22:17-Sieg (10:8) gegen die Gesamthochschule-Universität Kassel das Unternehmen Titelverteidigung. Trotz der Belastung, die das von den Bielefelder Studentinnen und ehrenamtlichen Helfern organisierte Turnier mit sich brachte, ging das mit Ex-Nationalspielerinnen und Bundesligistinnen besetzte Bielefelder Team selbstbewusst und entspannt in die Finalrunde, für die sich die Universitäten Bremen, Berlin, Chemnitz, Bochum, Heidelberg, Kassel und Regensburg qualifiziert hatten.

Mit Vorrundensiegen über Regensburg (26:4), den Vorjahreszweiten Heidelberg (19:17) und die Bochumer Frauschaft (18:11) legten die Bielefelder Studentinnen den Grundstein für die Titelverteidigung, die mit einem Sieg über die dann drittplazierten Berlinerinnen (17:13) im Halbfinale und dem Sieg gegen die Universität Kassel im Finale letztendlich überzeugend nach fünf Spielen und fünf Siegen gelang.

Schon kurz vor dem Schlusspfiff gab es anhaltenden Jubel und danach Gratulationen von allen Seiten für die erfolgreichen Bielefelder Sportlerinnen sowie eine Sektdusche für Betreuerin Renate Schubert, die die beiden Turniertage kurz und bündig zusammenfasste: Hochklassiger Handball, freundschaftliche Atmosphäre und lange Nächte für die Bielefelder Studentinnen und Organisatoren sowie die Gästeteams im Zentrum der Handball-Region Ostwestfalen-Lippe.

Hauptsponsoren der diesjährigen Deutschen Hochschulmeisterschaft im Frauenhandball waren: Die Westfälisch-Lippische Universitätsgesellschaft, die Sparkasse Bielefeld und die Bielefeld Marketing GmbH.

     
207/2001 16.07.01 19. Finnbahn-Meeting "OS-Schnecken" verteidigen ihren Titel beim Uni-Lauftreffen (BUZ) Bereits zum 19. Mal trafen sich am letzten Mittwoch im Mai Mann- und Frauschaften auf dem 500 Meter langen Rundumkurs der Finnbahn zum großen Lauftreffen der Universität Bielefeld. 20 Runden, also 10 000 Meter, mussten zurückgelegt werden. Sieger waren - wie im Vorjahr - die gar nicht so langsamen "OS-Schnecken" vom Bielefelder Oberstufen-Kolleg in 33:59 Minuten vor den "Running Gag" (34:25) aus der Technischen Fakultät und dem Team "WiWi" aus der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften (34:57). Zum Finnbahn-Meeting hatten sich fast alle Fakultäten und Einrichtungen angemeldet, insgesamt 29 Teams, die aus je zehn Läufern bestanden, darunter mindestens drei Frauen. Die Summe des Alters der jeweiligen Mann- und Frauschaften musste mindestens 300 Jahre betragen. Für jedes Jahr, welches das Team älter als 300 Jahre war, erhielt es beim Start fünf Meter Vorsprung. Ältestes Team waren wieder die "Zentralen Pfennigfuchser" der Verwaltung mit 437 Jahren. Sie erhielten 685 Meter Vorsprung. Lehrgeld musste das jüngste Team (glatte 300 Jahre) "Hertzrasen" vom Campusradio zahlen. Die studentischen Radiomacher waren zum ersten Mal dabei und konnten sich mit Müh' und Not auf den vorletzten Platz retten.

Die weiteren Plazierungen: 4. Kurz und Gut (Sportwissenschaft, 36:10 Minuten), 5. Die rasende Flammenfront (Chemie, 37:04), 6. Natur-Talente (Biologie, 37:05), 7. Cp-Sternschnuppe (Chemie, 37:10), 8. Kerngesund (Biologie, 37:45), 9. Zentrale Pfennigfuchser (Zentrale Verwaltung, 37:57), HEALTH ANGELS (Gesundheitswissenschaften, 38:24), 11. Leisure Heros (Pädagogik, 38:24), 12. UNS SCHLAGEN ALLE (Konflikt- und Gewaltforschung, 38:38), 13. Soziologische Klassiker (Soziologie, 38:47), 14. Feuerstein's Rache (Biologie, 39:02), 15. D2-Mission (Physik, 39:38), 16. Die müden Quanten (Physik 39:38), 17. Laufwerk://UB (Bibliothek, 39:45), 18. Die Fußkranken (Chemie, 40:02), 19. "Die Geräderten" (Chemie, 40:06), 20. IMWaliden (Institut für Mathematische Wirtschaftsforschung, 40:32), 21. Lokomotive David (Biologie, 40:40), 22. DNA-Die Nano Athleten (Physik, 40:49), 23. Run for Fun (Chemie, 41:03), 24. Die Laufmaschinen (Biologie, 41:46), 25. Slow Motion (Pädagogik, 41:51), 26. Die lahmen Puschen (Biologie, 42:06) 27. Die Unwilligen (Biologie, 42:27), 28. Hertzrasen (Campusradio, 44:00), 29. Uni-Chor (44:31).

     
207/2001 16.07.01 Medienkompetenz DFG-Projekt zum Erwerb fremdsprachlicher Kompetenz (BUZ) "Zur Funktion der mündlichen L2-Produktion und zu den damit verbundenen kognitiven Prozessen für den Erwerb der fremdsprachlichen Sprechfertigkeit" heißt das Thema eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekts, das an der Abteilung Deutsch als Fremdsprache der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft der Universität Bielefeld durchgeführt wird. Wie die Leiter des DFG-Projekts Gert Henrici und Karin Aguado zu der von ihnen anvisierten "Entwicklung eines fremdsprachenerwerbsspezifischen Sprachproduktionsmodells" bemerken, "spielt der lernersprachliche Output beim Erwerb der fremdsprachlichen Kompetenz eine bedeutende Rolle, zum Beispiel als Auslöser für korrektives Feedback, zur Ermöglichung der syntaktischen Verarbeitung und der Automatisierung von Sprachproduktionsprozessen sowie als Voraussetzung für aktives Hypothesentesten und für den Erwerb der Diskursfähigkeit".

Henrici und Aguado bemängeln jedoch, dass einschlägige Arbeiten zum Erwerb der fremdsprachlichen Kompetenz bisher hauptsächlich Beschaffenheit und Funktionen des Input, also Lernmaterialien, Instruktionen und Interaktion, untersucht und in entsprechenden Sprachproduktionsmodellen berücksichtigt haben. Angesichts dieser Situation verfolgt das Bielefelder DFG-Projekt das Ziel, die wechselseitige Abhängigkeit von lernersprachlicher Performanz und Kompetenz zu untersuchen und in ein angemessenes Sprachproduktionsmodell einzubetten. In einer auf elf Monate angelegten Longitudinalstudie mit ausländischen Studierenden werden dazu drei wesentliche Faktoren mündlicher Sprachproduktion mittels eines Mehrmethodenansatzes im Detail erforscht: Aufmerksamkeit, Monitoring und Automatisierung.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Gert Henrici, Dr. Karin Aguado, Sabine Beyer M.A., Telefon 0521/106 3629. Internet:

    Link
207/2001 16.07.01 FrauenStudien informierten während des Projekttages FrauenStudien wirken sich positiv auf die spätere Berufstätigkeit aus (BUZ) Durchweg positiv haben sich die Absolventinnen der FrauenStudien der letzten Jahre über die Inhalte und die Verwertungsmöglichkeiten dieses weiterbildenden Studiums der Universität Bielefeld geäußert. Regina Lehmann, Mitarbeiterin der FrauenStudien, konnte diese erfreuliche Bilanz aus einer Absolventenbefragung während des Projekttages der FrauenStudien präsentieren. 40 Frauen hatten sich an der Befragung beteiligt. Von diesen waren 75 Prozent erwerbstätig. 25 Prozent der Frauen, die nicht berufstätig waren, hatten entweder ein Regelstudium aufgenommen oder konnten Beruf und Familie nicht miteinander vereinbaren. Einige waren krankheitsbedingt nicht in der Lage zu arbeiten.

Die berufstätigen Absolventinnen sind etwa zu gleichen Teilen fest angestellt oder freiberuflich oder als Honorakraft tätig. In der Gruppe der Angestellten gaben die Frauen an, die Teilnahme an den Frauenstudien habe dazu geführt, dass sie eine Stelle erhalten hätten. Bei den freiberuflich tätigen Frauen habe das Studium mehr Aufträge und eine bessere Bezahlung nach sich gezogen.

Nach der Präsentation der Absolventinnenbefragung stand die Vorstellung zweier Projektarbeiten und die Übergabe der Zertifikate an erfolgreiche Teilnehmerinnen im Mittelpunkt. Beate Klemp, Anette Meier-Eikhoff und Marlies Ruberg präsentierten "Zeit leben - zeitlebens: Sinnvolle Zeiteinteilung im Alltag". Brigitte Büker, Bettina Diekmann, Christiane Schimmack und Doris Schmidt stellten ihr Projekt "Meine Brust gehört mir?!" vor. Professorin Katharina Gröning von der federführenden Fakultät für Pädagogik konnte an sechs Frauen Zertifikate mit dem Titel "Referentin für Frauenfragen" überreichen: Rosemarie-Christel Balk (Ein Behandlungs- konzept gemäß dem Bad Herrenalber-Modell in der Hochgrat-Klinik in Wolfsried), Monika Gruszecki (Konsum unter dem Aspekt einer nachhaltigen Entwicklung), Irmgard Janotta (Lebenssituation und Wohnversorgung älterer Menschen), Karin Leonhardt (Die Hausarbeit wird unsichtbar - Eine Analyse zur Technisierung der Hausarbeit am Beispiel eines Werbefilms von 1930), Renate Stukenbrock-Krückemeyer (Alkoholismus-Hilfe durch Selbsthilfe am Beispiel der Anonymen Alkoholiker) und Rosemarie Welscher (Dialektisch-Behaviorale Therapie bei Borderline-Persönlichkeitsstörungen).

     
207/2001 16.07.01   Namen und News   Zu Vorträgen über Berufe im Non-Profit-Bereich hatte das Absolventen-Netzwerk an der Universität Bielefeld Dr. Simon Golin, der an der Universität Bielefeld Physik und Mathematik studierte, und Martina Holz (Pädagogik, Psychologie) eingeladen. Martina Holz, die nach einer praktischen Berufsausbildung erst mit knapp 30 Jahren ihr Studium in Bielefeld aufgenommen hatte, arbeitet heute als Jugendcoach bei der REGE m.b.H. Dr. Simon Golin hat nach mehreren Jahren in der wissenschaftlichen Forschung den Weg zur Körber Stiftung gefunden, wo er heute Geschäftsführer für das Projekt Deutscher Studienpreis ist. Auch wenn beide Absolventen heute in sehr unterschiedlichen Non-Profit-Bereichen tätig sind, die sehr ausführlich und lebhaft beschrieben wurden, so zogen die Vortragenden doch ein gemeinsames Fazit. Der akademische Abschluss ist zwar die unabdingbare Eintrittskarte. Die persönlichen Erfahrungen aber, die jeder Einzelne in seiner Vita aufzuweisen hat und in Form von Praktika oder Nebenjobs gesammelt hat, sind für das spätere Bestehen und den Erfolg in der Praxis nicht zu unterschätzen. So werde im Zweifel der Bewerber mit viel praktischer Erfahrung in unterschiedlichen Bereichen dem Schnellstudierer, der nichts von der Welt gesehen hat, vorgezogen.

Monika Riedenklau

     
207/2001 16.07.01 Fakultät für Mathematik Promotionen (BUZ) An der Fakultät für Mathematik der Universität Bielefeld sind sechs Promotionen abgeschlossen worden. Ihren Doktortitel erhielten: Stefan Grünewald: Chromatic index critical graphs and multigraphs.

Dietmar Guhe: Hall polynomials for Dynkin Quivers.

Thomas Hausberger: Uniformisation des variétés de Laumon-Rapoport-Stuhler et application à la correspondance de Langlands locale. (Co-tutelle mit der Universität Louis Pasteur Strasbourg I).

Jörg Kienitz: Convergence of Markov chains via analytic and isoperimetric inequalities.

Carla Merschmeyer-Brüwer: Räumliche Strukturierungsprozesse bei Grundschulkindern zu Bildern von Würfelkonfigurationen - Empirische Untersuchungen mit Augenbewegungsanalysen.

Mircea Radu: Nineteenth century contributions to the axiomatization of arithmetic - a historical reconstruction and comparison of the mathematical and philosophical ideas of Justus Graßmann, Hermann and Robert Graßmann, and Otto Hölder.

     
207/2001 16.07.01 Schule, Wirtschaft, Arbeitsleben Unternehmen, Hochschulen und Schulen richten "runden Tisch" ein (SWA/BUZ) Entscheidungshilfen für Studium und Beruf durch intensive Berufsorientierung für Schülerinnen und Schüler anzubieten, ist das Ziel eines "runden Tisches", der im Juni in der Fachhochschule Bielefeld erstmals zusammen gekommen ist. Der sich abzeichnende Mangel an Ingenieuren und anderen Fachkräften erfordert besondere Initiativen. Die Fachhochschule Bielefeld, verschiedene Unternehmen und Schulen planen zusammen mit einem Projektteam der Universität deshalb, zukünftigen Studienberechtigten schon während der Schulzeit Einblicke in naturwissenschaftlich-technische Studiengänge und Berufe zu ermöglichen, um sie für die entsprechenden Ausbildungsgänge zu motivieren.

Als wirkungsvoll hat sich ein Modell erwiesen, das an der Universität Bielefeld in Zusammenarbeit mit dem GILDENHAUS Institut im Rahmen des Projekts "Schule - Wirtschaft/Arbeitsleben" unter der Leitung von Professor Dieter Timmermann entwickelt und erprobt wurde.

Oberstufenschülerinnen und -schüler der allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen lernen während eines Praktikums eine Woche lang jeweils einen Studiengang kennen, um in einer weiteren Woche als Hospitant in einem bestimmten Beruf den gewählten Schwerpunkt in einem Unternehmen zu erkunden. So hat zum Beispiel eine Schülerin in den Studiengang Rechtswissenschaft "geschnuppert" und anschließend in einer Kanzlei hospitiert. Dieses Modell soll nun auf den Bereich ingenieurwissenschaftlicher Studiengänge und Berufe ausgedehnt werden. Das Interesse der Unternehmen an diesem Modell ist groß.

Die Vor- und Nachbereitung dieses dualen Orientierungsangebotes koordiniert die Geschäftsstelle des Projekts der Universität im Rahmen eines bundesweiten vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Programms. Neben der gezielten Berufsorientierung der Schülerinnen und Schüler soll die regionale Vernetzung von Schulen, Hochschulen, Unternehmen und Arbeitsämtern mit Blick auf Berufsorientierung und Berufswahlvorbereitung intensiviert werden.

Kontakt: Universität Bielefeld, Barbara Koch, Telefon 0521/106 3134, und Elke Backendorf, Telefon 0521/106 3119.

     
207/2001 16.07.01 Fakultät für Biologie Dr. Thomas Steinlein   Dr. Thomas Steinlein, Fakultät für Biologie der Universität Bielefeld, hat erfolgreich am Ausstellerwettbewerb "Science Street" teilgenommen. Er wird sein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 15 000 Mark gefördertes Projekt mit dem Titel: "Aliens unter uns: Vom Umgang mit gebietsfremden Arten" vom 31. Oktober bis 8. November in Köln im Gürzenich unter dem Veranstaltungsthema "Lebenslinien - Natur in Bewegung" präsentieren.      
207/2001 16.07.01 Oberstufen-Kolleg Dr. Adelheid Schumann   Dr. Adelheid Schumann, Akademische Oberrätin am Oberstufen-Kolleg an der Universität Bielefeld, hat sich an der Universität Saarbrücken habilitiert und die Venia legendi für "Französische Kulturwissenschaft und Didaktik der französischen Sprache und Kultur" erhalten.      
207/2001 16.07.01 Technische Fakultät Dr. Ralf Hofestädt   Dr. Ralf Hofestädt, zuletzt Professor an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, ist zum Professor für Bioinformatik/Medizininformatik an der Technischen Fakultät der Universität Bielefeld ernannt worden. Hofestädt, 1958 in Overath geboren, kann als einer der wenigen Vorreiter der Bioinformatik genannt werden. Zu einer Zeit, als Bioinformatik noch nicht etabliert war, hat er an der Universität Bonn Informatik mit Nebenfach Biologie studiert und wurde dort 1990 mit der interdisziplinären Arbeit "Vom Metabolismus zur genetischen Sprache" promoviert. Stationen seiner Tätigkeit danach waren die Universität Koblenz-Landau (an der er sich mit der Schrift "Theorie der regelbasierten Modellierung des Zellstoffwechsels" habilitierte), die Universitäten Leipzig und Magdeburg. Hofestädt ist Herausgeber des Forschungsführers Bioinformatik und ist 1999 zum Sprecher des wissenschaftlichen Beirats der Bioregion Halle/Leipzig gewählt worden.      
207/2001 16.07.01 9. Bielefelder Konferenz des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung vom 20. bis 22. September im Oberstufen-Kolleg Schule in der Zuwanderungsgesellschaft (IKG) Die politische Migrationsdebatte in Deutschland hat in jüngster Zeit neue Dynamik erhalten. Die Berufung einer Zuwanderungskommission durch die Bundesregierung markiert den Abschied von der längst schon anachronistisch gewordenen Doktrin, dass die Bundesrepublik Deutschland kein Einwanderungsland sei. Alle maßgebenden politischen Parteien haben mittlerweile Unterstützung für das Projekt eines Einwanderungsgesetzes signalisiert, dessen Konturen derzeit noch recht verschwommen bleiben. Schulpolitik, Bildungsplanung, Pädagogik und vor allem die alltägliche Schulpraxis waren von der faktischen Zuwanderung von Anfang an unmittelbar betroffen. Sie haben - sei es unter den Vorzeichen einer "Ausländerpädagogik", sei es unter dem Anspruch "interkultureller Pädagogik" oder auch in kritischer Abgrenzung zu solchen Konzepten - jene Integration zu leisten versucht, die von der offiziellen staatlichen Politik teils verweigert worden war. Es steht zu erwarten, dass auch eine künftige "förmliche" Zuwanderungspolitik, um deren Gestaltung derzeit gerungen wird, neue (oder auch gar nicht so neue?) Herausforderungen an Schulen, Bildungsplanung und Pädagogik stellen wird.

Eine Grundfrage, um die sowohl in der Politik als auch in der Pädagogik seit längerem gestritten wird, betrifft den Umgang mit kulturellem Pluralismus in der Zuwanderungsgesellschaft. Brauchen auch Zuwanderungsgesellschaften eine allen gemeinsame Ebene kultureller Verständigung; und wenn ja, wie breit muss diese Ebene sein? Ist es sinnvoll, politisch und pädagogisch eine verbindliche Leitkultur zu propagieren, oder enthält der Begriff der "Leitkultur" per se schon eine Tendenz zur Marginalisierung und Diskriminierung von Zuwanderern? Kann eine multikulturelle Gesellschaft überhaupt auf Dauer Bestand haben? Wie lässt sich verhindern, dass der Multikulturalismus in einen autoritären "Ethnopluralismus" abgesteckter kommunitärer Claims abrutscht? Ist es vielleicht an der Zeit, den Kulturbegriff als eine Zentralkategorie von Politik und Pädagogik überhaupt zu überwinden, weil er - sowohl in der konservativen Variante der "Leitkultur" als auch in der links-liberalen Variante einer "multikulturellen Gesellschaft" - Stigmatisierungen Vorschub leistet? Oder erweist sich umgekehrt die gelegentlich praktizierte bewusste Nicht-Thematisierung kultureller Differenz bei näherem Hinsehen als eine geschickte Strategie zur Aufrechterhaltung einer etablierten kulturellen Dominanz?

Im Blick auf diese politischen und pädagogischen Grundfragen will eine vom Institut für Interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld in Zusammenarbeit mit dem Oberstufen-Kolleg geplante Tagung vom 20. bis 22. September Perspektiven für die Schule in der Zuwanderungsgesellschaft entwickeln. Dabei sollen wissenschaftliche Analysen und Prognosen einerseits und praktische Erfahrungen aus Unterrichtspraxis und Schulverwaltung andererseits zu Gehör gebracht werden. Sowohl zu den Plenumsvorträgen als auch vor allem in den parallel tagenden Workshops soll ausreichend Zeit für die Diskussion der anstehenden Fragen gegeben sein.

Neben der Analyse allgemeiner gesellschaftlicher Entwicklungen und ihrer Folgen für Schulpraxis und Pädagogik sollen auch Erfahrungen und Perspektiven einzelner Schulfächer vorgetragen und diskutiert werden. Dazu zählen beispielsweise die Entwicklung eines islamischen Religionsunterrichts, die künftige Rolle des "muttersprachlichen Unterrichts", die aktuellen Anforderungen an das Fach "Deutsch als Fremdsprache" für die Integration von Spätaussiedlern, Erfahrungen mit dem Geschichtsunterricht in einer deutsch-türkischen Schulklasse, neue Herausforderungen für den Sportunterricht in "multikulturell" zusammengesetzten Schulklassen. Schließlich sollen auch konkrete Unterrichtsprojekte aus verschiedenen Fächern erläutert werden.

Die Tagung, die am 20. September um 14.00 Uhr im Bielefelder Oberstufen-Kolleg beginnt, will nicht nur Probleme analysieren, sondern auch Lösungsstrategien aufzeigen, wie sie von Schulverwaltung oder den Beteiligten im Schulunterricht entwickelt worden sind oder entwickelt werden. Dabei mag sich unter Umständen herausstellen, dass manche der in der politischen und in der wissenschaftlichen Diskussion genannten Probleme sich am besten dadurch lösen lassen, dass man sie als "Scheinprobleme" erkennt.

Die Tagungsorganisation liegt in den Händen von Dr. Heiner Bielefeldt, Prof. Dr. Rainer Dollase und Dr. Johannes ...

    Link
207/2001 16.07.01 Historischer Verein für das Land Lippe Auslobung des Otto-Weerth-Preises (BUZ) Der Naturwissenschaftliche und Historische Verein für das Land Lippe e.V. schreibt zum Gedenken an seinen langjährigen Vorsitzenden zum zweiten Mal den mit 6000 Mark dotierten Otto-Weerth-Preis aus. Durch den Preis sollen der wissenschaftliche Nachwuchs gefördert, die naturwissenschaftliche Forschung sowie die Forschung zur Ur- und Frühgeschichte, Geschichte, Landeskunde, Volkskunde und Kunstgeschichte des ehemaligen Landes Lippe angeregt sowie die Beziehungen zwischen der Region und den Hochschulen in Ostwestfalen-Lippe verstärkt werden.

Die Arbeiten - versehen mit einem kurzen Lebenslauf - sind bis zum 1.9.2001 an die nachfolgende Adresse zu senden: Naturwissenschaftlicher und Historischer Verein für das Land Lippe e.V., Willi-Hofmann-Straße 2, 32756 Detmold.

     
207/2001 16.07.01 Zwei interdisziplinär ausgerichtete Universitäten stellen Weichen für internationale Kooperation Universitäten Paris 7 - Denis Diderot und Bielefeld wollen Zusammenarbeit in Forschung und Lehre stärken (BUZ) Der Präsident der Universität Paris 7, Michel Delamar, und Rektor Dieter Timmermann von der Universität Bielefeld haben am 18. Juni ein Abkommen über eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen den beiden Universitäten unterzeichnet. Die Unterzeichnung des deutsch-französischen Kooperationsvertrags fand vor einer internationalen, von der französischen Botschaft in Berlin unterstützten Tagung im Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld über "Welt und Wissen" statt, die sich mit einer der brisantesten wissenschaftstheoretischen Auseinandersetzungen der letzten Jahre befasste. Daran nahmen auch die Protagonisten dieser bisweilen als "Krieg der Wissenschaften" bezeichneten Kontroverse teil: Alan Sokal aus New York und Jean Bricmont aus Louvain. Die Universitäten Paris 7 und Bielefeld sind übereingekommen, in den Natur-, Geistes- und Sozialwissenschaften den regelmäßigen Austausch von Lehrenden und Forschern zu betreiben, um Lehrveranstaltungen durchzuführen und integrierte Studienprogramme umzusetzen, an Forschungsseminaren und Forschungsaktivitäten mitzuwirken, vor allem im Rahmen von gemeinsam betreuten Promotionen. Beide Universitäten haben ihre Absicht erklärt, die Einrichtung von gemeinsamen Forschergruppen und die Etablierung gemeinsamer Forschungsprogramme zu fördern.

Die beiden Universitäten wollen laut Abkommen den wechselseitigen Austausch von Studierenden sämtlicher Studienabschnitte fördern. Ermöglicht werden soll auch ein langfristiger Studienaufenthalt mit dem Abschluss eines Diploms beider Universitäten. Des Weiteren sind beide Universitäten bestrebt, Programme für gemeinsame Doktorandenprüfung und integrierte Studien im Rahmen von Programmen der EU und der Deutsch-Französischen Hochschule einzurichten und auszubauen.

Den Anfang einer Zusammenarbeit haben die Historiker beider Universitäten gemacht. Seit über zwei Jahren bieten die Bielefelder und die Pariser Universität den integrierten deutsch-französischen Studiengang Geschichte an, in dessen erster Hälfte die Studierenden in Deutschland, in der zweiten in Frankreich studieren und am Ende beide üblichen Abschlussdiplome erhalten.

Jetzt wollen auch die Fakultäten für Biologie, für Chemie und für Physik gemeinsame Studiengänge einrichten. Im geplanten Studiengang Biologie - zum Beispiel - soll das Vordiplom an der jeweiligen Heimathochschule abgelegt werden. Im Hauptstudium sind dann Übungen für Fortgeschrittene an der jeweiligen Partnerhochschule vorgesehen. In Veranstaltungen erbrachte Leistungen beispielsweise in den Fächern Zellbiologie oder Physiologie werden auf der Basis des neu eingeführten Credit-Point-Systems anerkannt. Angestrebt wird ein in beiden Ländern voll anerkannter Studienabschluss "Biologie-Diplom"/"Maîtrise de Biologie".

     
207/2001 16.07.01 Wissenschaftspreis 2002 Genom- und Proteomforschung (WZNRW/BUZ) In Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftszentrum Nordrhein-Westfalen vergibt der Industrie-Club Düsseldorf zum fünften Mal den mit 30 000 Mark dotierten Wissenschaftspreis im Land Nordrhein-Westfalen. Der Wissenschaftspreis 2002 ist ausgeschrieben im Bereich der Lebenswissenschaften. Ausgezeichnet werden hervorragende biotechnologische Forschungsarbeiten im Bereich der Basistechnologien für die Genom- und Proteomforschung. Die eingereichten Arbeiten sollen sich mit innovativen biotechnologischen Methoden und Verfahren aus den Bereichen der Genomik, Proteomik/Funktionalen Genomik bzw. Bioinformatik befassen, die vielfältige Anwendungsfelder für den Einsatz in den Lebenswissenschaften eröffnen.

Der Preis richtet sich an Forscherinnen und Forscher, die zum Zeitpunkt des Einsendeschlusses nicht älter als 35 Jahre sind. Die Bewerber müssen die Forschungsarbeit an Hochschulen oder Forschungseinrichtungen des Landes Nordrhein-Westfalen angefertigt haben. Einsendeschluss ist der 30. November 2001.

Die Ausschreibungsunterlagen können im Internet abgerufen werden unter der Adresse:

    Link
207/2001 16.07.01 "Schule-Wirtschaft/Arbeitsleben" Berufsorientierung Jugendlicher Innovative Wege in den Beruf (BUZ) Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert in Zusammenarbeit mit den Ländern und den Sozialpartnern und mit Unterstützung durch den Europäischen Sozialfonds neue Wege zur Stärkung der Ausbildungs- und Arbeitsfähigkeit von Jugendlichen. Durch ein besseres Zusammenspiel von Schulen, weiterführenden Bildungseinrichtungen, Unternehmen, Gewerkschaften und Kommunen soll der Übergang von der Schule in das Berufsleben verbessert werden. Gefördert werden Projekte, die für das jeweils federführende Land innovativ sind. Es gibt daher ein große Vielfalt an Kooperationspartnern und -formen, Zielgruppen und thematischen Schwerpunkten in den Projekten. Die Förderung dient der Erprobung und Vorbereitung der flächendeckenden Anwendung sowie dem überregionalen Erfahrungsaustausch. Der Bund fördert die Projekte aus berufsbildungspolitischem Interesse und mit dem Ziel, die gemeinsame Verantwortung aller Beteiligten für diese wichtige und schwierige Übergangsphase zu stärken.

Derzeit werden 23 Projekte in allen Ländern sowie mit den Sozialpartnern gefördert. Einige Projekte arbeiten in länderübergreifenden Verbünden zusammen, andere - wie das nordrhein-westfälische - in regionalen. Weitere 14 Projekte stehen in diesem Sommer vor der Bewilligung.

Das Programm "Schule-Wirtschaft/Arbeitsleben" ist mit einer Mittelausstattung von zunächst jährlich ca. 6,5 Millionen Mark für den Zeitraum bis 2005 gestartet. Seit Beginn des Jahres 2001 ist das Programm schrittweise mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds aufgestockt worden, so dass ab 2003 eine Summe von jährlich ca. 12,5 Mio. Mark zur Verfügung stehen wird.

Um die Ergebnisse der Projekte und des Programms zu sichern, wurde eine wissenschaftliche Begleitung eingerichtet. Diese hat vor allem die Aufgabe, die Projekte in Bezug auf die Realisierung der Projekt- und Programmziele zu beraten und eine wissenschaftsgestützte Begutachtung durchzuführen.

Zusätzlich vernetzt die wissenschaftliche Begleitung die Projekte durch eine Internetplattform, sorgt für die Organisation und Dokumentation themenzentrierter Fachtagungen zum Programm und erarbeitet zusammen mit den Projekten veröffentlichungsfähige Berichte. Die wissenschaftliche Begleitung des Programms "Schule-Wirtschaft/Arbeitsleben" erfolgt in Kooperation mit der Universität Flensburg und dem Zentrum für Lehrerbildung der Universität Bielefeld.

Professor Gerd Famulla von der Universität Flensburg, der die wissenschaftliche Begleitung des Programms leitet, hatte Ende Mai nach Bielefeld zu einer Fachtagung "Berufsorientierung: Berufswahl, Ausbildung und Beschäftigung" Vertreter der Schulen, Wirtschaft, Gewerkschaften, Politik und Wissenschaft eingeladen. Im Rahmen der Tagung präsentierten die beteiligten Projekte ihre Ideen für einen besseren Übergang von der Schule in den Beruf und stellten Maßnahmen zur Berufsorientierung vor. Verabredet wurde für November ein Workshop, der sich mit der Internetpräsentation befassen wird und der Frage nachgehen soll, welche Medienkompetenz Schüler haben müssen, die sich auf einen Beruf hin orientieren.

Weitere Informationen zum Programm:

    Link
207/2001 16.07.01 Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft "Tarry" - ein realer Animat für Bielefelder Biokybernetiker (BUZ) Pünktlich zu ihrem zwanzigjährigen Jubiläum an der Universität Bielefeld konnte die Abteilung "Biologische Kybernetik und Theoretische Biologie" von Professor Holk Cruse ihren Laufroboter "Tarry" in Betrieb nehmen. In der Fakultät für Biologie der Universität Bielefeld wird seit langem mit verhaltens- und neurophysiologischen Methoden das Laufsystem von Insekten untersucht. Dabei haben die Biologen herausgefunden, dass, anders als in ingenieurswissenschaftlichen Ansätzen, das Gehirn der Tiere die Koordination der Beine untereinander sowie die Koordination der verschiedenen Gelenke jedes Einzelbeines nicht explizit und mathematisch exakt berechnet. Die Tiere arbeiten vielmehr mit Näherungslösungen, die gerade genau genug sind, um sich in ihrer Umwelt erfolgreich durchzusetzen. So existiert kein übergeordnetes, zentrales Steuerprogramm, welches jedem Bein zu jedem Zeitpunkt vorschreiben würde, wann es welche Bewegung ausführen muss. Jedes Bein kann vielmehr als autonomer Agent angesehen werden. Diese Agenten tauschen untereinander Informationen über ihren jeweiligen Status aus und berücksichtigen bei ihrer Entscheidung, wann sie von der Unterstützungsphase (Bein am Boden) zur Schwingphase (Bein abgehoben) übergehen, Meldungen von den Nachbarbeinen. Durch diese Kooperation der Agenten ergibt sich für jede Schrittgeschwindigkeit das adäquate Koordinationsmuster der Beine (also die Gangart) automatisch.

Für die Generierung der Einzelbeinbewegung muss das Tier die Bewegungsbahn ebenfalls nicht explizit vorausberechnen. Vielmehr nutzen die biologischen neuronalen Systeme, welche die Beinbewegung kontrollieren, die vielfältigen Sinnesmeldungen aus, die aus der Interaktion des Tieres mit seiner Umwelt resultieren. Es wird immer nur, ausgehend von der aktuellen Stellung des Beines, jeweils der nächste, kleine Bewegungsabschnitt berechnet. Dies scheint die Grundlage dafür zu sein, dass die Tiere sehr schnell auf äußere Störungen der Beinbewegungen reagieren und sich dadurch auch in sehr unstrukturiertem Gelände schnell und sicher fortbewegen können.

Aufgrund ihrer Erkenntnisse haben die Biologen ein neuartiges Kontrollsystem entwickelt und in Simulationen, welche zum Großteil aus künstlichen neuronalen Netzen bestehen, erfolgreich getestet. Nun haben sie die Möglichkeit, dieses Steuerungskonzept auch an einer eigenen, realen Maschine anzuwenden, die dauerhaft in Bielefeld stationiert ist.

Die Laufmaschine "Tarry" wurde in den vergangenen Jahren in enger Zusammenarbeit zwischen den Bielefelder Biokybernetikern und den Ingenieuren am Lehrstuhl für Mechanik von Professor Martin Frik, Universität Duisburg, entwickelt. Diese Kollaboration wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen des Schwerpunktprogramms "Autonomes Laufen" finanziert. Für die geometrische Auslegung der Maschine stand die indische Stabheuschrecke Pate, die in Bielefeld als Versuchstier für die neurobiologischen Untersuchungen gezüchtet wird. Bei der Entwicklung von "Tarry" wurde vor allem Wert auf die Einfachheit der elektro-mechanischen Konstruktion sowie auf die unkomplizierte Erweiterbarkeit um biologisch inspirierte Sensorik gelegt. Wie die beiden Bielefelder Biokybernetiker Holk Cruse und Josef Schmitz darauf hinweisen, bestand die Hauptschwierigkeit darin, "Servomotoren kleiner Bauart zu finden, die ausreichend starke Drehmomente erzeugen, um die Maschine, trotz der langen Beine und einem 'Körpergewicht' von immerhin 3 Kilogramm bewegen zu können. Hier hat die Natur, was das Gewichts-Leistungs-Verhältnis angeht, durch den Einsatz von Muskeln immer noch einen großen Vorsprung vor der Technik".

Ihre erste Bewährungsprobe hat die neue Laufmaschine bereits erfolgreich bestanden. Sie kam unmittelbar nach Auslieferung bei der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und der "Deutschen Neurowissenschaftlichen Gesellschaft" im Rahmen des "Jahres der Lebenswissenschaften" durchgeführten Ausstellung "Kosmos Gehirn 2001" in Göttingen zum Einsatz. In der von Dr. Josef Schmitz für eine breitere Öffentlichkeit konzipierten und betreuten Präsentation war "Tarry" eine der Hauptattraktionen. Nicht nur bei den Fachkollegen der "Göttinger Neurobiolog...

     
207/2001 16.07.01 Mentoren gesucht Starthilfe für ERASMUS-Studierende   (BUZ) Im kommenden Wintersemester werden zahlreiche ERASMUS-Studierende aus europäischen Ländern an der Universität Bielefeld erwartet. Die ERASMUS-Initiative der Universität sucht für das Mentorenprogramm wieder viele Studierende, die Zeit und Lust haben, den ERASMUS-Studierenden das Leben in Bielefeld und das Studium an der Universität Bielefeld zu erleichtern.

Kontakt: Stephanie Müller, Akademisches Auslandsamt (A4-122), E-Mail: erasmus-initiative@uni-bielefeld.de,Tel: 0521/106 4089.

     
207/2001 16.07.01 Welt und Wissen: Bielefelder ZiF-Tagung zum Streit zwischen den Wissenschaften mit Alan Sokal und Jean Bricmont Kriegsbeil eingepackt (M.S.) Bringen die Naturwissenschaften Wahrheiten über die Natur zu Tage? Oder beruht ihr Objektivitätsanspruch auf einer Selbsttäuschung? Ist wissenschaftliches Wissen, auch das "harte" der Naturwissenschaften, von beschränkter Gültigkeit, nur relativ? Ist es eine geistige Konstruktion? In den 90er Jahren entstand um solche Fragen eine Auseinandersetzung, die für manche Beobachter den Charakter eines "Kriegs der Wissenschaften" annahm. Im Lager der Geisteswissenschaften unterminierten seit längerer Zeit die Denker der Postmoderne das Ethos der Vernunft, die - aufklärerisch - der Menschheit das Glück im Fortschritt der unbestechlich neutralen und objektiven Wissenschaft versprochen hatte. Das traf die sozialen Utopien - der Sozialismus kriselte in diesen Jahren und trat ab -, das verstärkte das offene Unbehagen an der Technik und daran, woraus sie stammte, aus den Naturwissenschaften. In der Wissenschaftstheorie beunruhigte schon seit den 70er Jahren ein irrlichternder Geist die Zunft. Paul Feyerabend stellte Wissenschaft, Religion, Mythos, Astrologie - gemessen an Wahrheitsgehalt und Erkenntnistiefe - auf eine Stufe: "Anything goes - alles geht".

In dieser sich für die Naturwissenschaften fatal zuspitzenden Lage gelang dem US-amerikanischen Physiker Alan Sokal Mitte der 90er Jahre ein - wie es schien - entlarvender Gegenschlag: durch eine Aufsehen erregende Eulenspiegelei. Vor-Denker, Denker und Nach-Denker der Postmoderne bedienen sich freigiebig in den großen Theorien der Physik und der Mathematik, um zu belegen, dass Objektivität - Naturwissenschaften philosophisch richtig verstanden - in diesen selbst schon abgeschafft war. Sokal reichte bei einer US-amerikanischen Zeitschrift, in der die Anhänger der Postmoderne zu Wort kommen, einen Aufsatz ein, der den dort üblichen Umgang mit naturwissenschaftlichen Begriffen nachahmte und - parodierte.

Der Artikel wurde ohne Bedenken angenommen. Und Sokal gelang damit spektakulär der Nachweis, dass die Postmoderne bar jeden Verständnisses der Naturwissenschaften feuilletonisiert. Eine umfangreiche Blütensammlung missbräuchlicher und irreführender mathematischer und physikalischer Begriffe aus Schriften, meist aus der französischen strukturalistischen Vorgeschichte der Postmoderne, hat Sokal zusammen mit seinem belgischen Kollegen Jean Bricmont unter dem Titel "Fashionable Nonsense - Eleganter Unsinn" 1998 veröffentlicht. Wenn auch die zunächst erheiternde Lektüre bald monoton und langweilig wird, die beiden Physiker führen genüsslich vor, wie sich französische Meisterdenker wie Jacques Lacan oder Julia Kristeva, Jean Baudrillard oder Paul Virilo blamieren.

"Krieg der Wissenschaften"? Die Auseinandersetzungen haben - militärisch betrachtet - allenfalls noch den Charakter von Geplänkeln. Die Leidenschaft der Polemik wird heute in wissenschaftlichen Sachdebatten kanalisiert. Dort erweisen sich wissenschaftlicher Fortschritt wie die Durchschlagskraft einer Position in der Gegenrede der Kolleginnen und Kollegen meist kleiner als erhofft. Auch die "enfants terribles" der jüngsten Grenzstreitigkeiten zwischen Natur- und Geisteswissenschaften, Alan Sokal und Jean Bricmont, erlebten das auf einer Konferenz am Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld - obwohl sie sich dem sanften Zwang zur Zivilisierung, der von den Gepflogenheiten eines wissenschaftlichen Treffens ausgeht, heftig, aber vergeblich erwehrten.

Vielleicht ist das bedauerlich. Denn Sokals und Bricmonts Polemiken gegen den aufgelegten Unsinn französischer Meisterdenker belebten die Tagung, auf der das Thema "Welt und Wissen" verhandelt wurde. Dort ging es vor allem um eine Auseinandersetzung mit einer philosophischen Position der beiden Physiker, die sie in ihrem Buch "Eleganter Unsinn" ebenfalls zu begründen suchen. Sokal und Bricmont verteidigen die Idee eines wissenschaftlichen Realismus gegen alle Versuche zur Relativierung von Wissen, Wahrheit und Wissenschaft.

Was können wir tatsächlich von der Welt wissen? Seit dem Aufkommen neuzeitlicher Wissenschaft wiederholt sich zwischen Skeptikern und Realisten in jeder Generation derselbe Streit - natürlich, die Waffentechnik modernisiert - mit neuen Mitteln. Aus dem Bielefelder ZiF ist von keinem Geländegew...

     
207/2001 16.07.01 Fakultät für Wirtschaftswissenschaften Prof. Dr. Fred G. Becker   Prof. Dr. Fred G. Becker, Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Bielefeld, wurde zum Leiter der Arbeitsgruppe Nachwuchsförderung im Verband der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft e.V. bestellt. Die Arbeitsgruppe hat den Auftrag, den Vorstand in hochschulpolitischen Fragen betreffend des wissenschaftlichen Nachwuchses sowie in einer entsprechenden Verbandsarbeit zu beraten, verbandsübergreifend ein Qualifi- zierungsangebot sowie die Netzwerkbildung zu initiieren und teilweise auch zu organisieren sowie die Arbeit der Nachwuchsobleute zu koordinieren.      
207/2001 16.07.01 Prorektoren für Forschung aus NRW in Brüssel Der Europäische Forschungsraum soll Konturen annehmen (U.G/BUZ) Hartmut Krebs, Staatssekretär im nordrhein-westfälischen Wissenschaftsministerium, hatte die Prorektorinnen und Prorektoren für Forschung der Universitäten des Landes Ende Mai nach Brüssel in die Landesvertretung NRW eingeladen. Mitten in der heißen Phase der Vorbereitung des 6. Forschungsrahmenprogramms der EU sollte es hier für die Hochschulvertreter, darunter auch Forschungsprorektorin Katharina Kohse-Höinghaus, Gelegenheit geben, sich mit verantwortlichen Akteuren aus der Europäischen Kommission und dem Europäischen Parlament über die Gestaltung des Forschungsrahmenprogramms der Europäischen Gemeinschaft auszutauschen. Der Workshop war optimal terminiert: Druckfrisch erhielten die Teilnehmer die Informationen zum Entwurf des 6. EU-Forschungsprogramms und seinen Schwerpunkten für die Jahre 2002 bis 2006. Die Kommission hatte soeben ihren Vorschlag für das neue Forschungsprogramm und die nächsten Schritte auf dem Weg zu einem "Europäischen Forschungsraum" verabschiedet.

Staatssekretär Krebs forderte die Hochschulen auf, die Herausforderungen dieses neuen 6. Forschungsrahmenprogramms anzunehmen, und ermutigte die Hochschulen, das bisher durch Kooperationen deutlich gewordene Engagement im europäisch-internationalen Forschungszusammenhang auch unter den veränderten Bedingungen des 6. Rahmenprogramms aktiv weiterzuführen.

Die Prorektoren setzten sich in Brüssel mit Vertretern der Kommissionen und des Europäischen Parlaments zum neuen Forschungsprogramm, das für einen Zeitraum von vier Jahren mit einem Umfang von vorgeschlagenen 17,5 Milliarden EURO auf den Weg gebracht werden soll, auseinander und konnten dabei auf die Erfahrungen einer besonders leistungsfähigen nordrhein-westfälischen Hochschulbeteiligung zurückgreifen. Sie diskutierten sowohl über die inhaltlichen Ausrichtungen der neuen Maßnahmen als auch die Instrumente, die zu ihrer Umsetzung von der Kommission ersonnen sind. Zu den thematischen Schwerpunkten des zukünftigen Programms gehören neben ausgewählten Gebieten der Lebenswissenschaften - wie der Genomik und Biotechnologie im Dienste der Medizin - auch die folgenden Gebiete: Technologien für die Informationsgesellschaft; Nanotechnologien; intelligente Werkstoffe - neue Produktionsverfahren; Luft- und Raumfahrt; Lebensmittelsicherheit und Gesundheitsrisiken; nachhaltige Entwicklung und globale Veränderung; Bürger und modernes Regieren in der Wissensgesellschaft.

Die Vertreter der nordrhein-westfälischen Hochschulen konnten den Vertretern der Kommission und auch dem Parlament gegenüber durchaus mit guten Antragserfolgen im Rahmen der europäischen Forschungsprogramme aufwarten. Dennoch soll mit Hilfe der an den Hochschulen tätigen EU-Referenten und nicht zuletzt durch Unterstützung des vom NRW-Wissenschaftsministerium geförderten Europa-Kompetenznetzwerkes der nordrhein-westfälischen Hochschulen die Schwellenangst vor der europäischen Bürokratie weiter überwunden werden, um die nordrhein-westfälischen Potenziale einzubringen. Auch für die Zukunft beabsichtigt das NRW-Wissenschaftsministerium die nordrhein-westfälischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit einer Anreizfinanzierung bei der Antragstellung im Bereich der Förderprogramme zu unterstützen.

   
207/2001 16.07.01 Fremdenfeindliche Gewalt und Antisemitismus heute Was ist eigentlich schief gelaufen? (BUZ) Für den Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, war es eine Premiere: Erstmals sprach er - auf Einladung des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung - in einer deutschen Hochschule: in der Universität Bielefeld vor überwiegend studentischem Publikum, dessen Diskussionsbereitschaft und kluge Debattenbeiträge ihn beeindruckten. Paul Spiegel, kürzlich ausgezeichnet mit verschiedenen Preisen aufgrund seines pointierten und beharrlichen Eintretens für eine humane Republik und - wie Rektor Dieter Timmermann sagte - für eine "humane Weltgesellschaft", ging in seinem Beitrag in der Universität Bielefeld auf "Versäumnisse und notwendige Maßnahmen gegen Antisemitismus und fremdenfeindliche Gewalt" ein und fragte: "Was ist eigentlich schief gelaufen?".

Zuvor wies Wilhelm Heitmeyer, Leiter des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld, auf die nicht zu unterschätzenden rechtsautoritären Entwicklungen auch im universitären und studentischen Milieu hin.

Zwar sei er der Einladung, erstmals in einer Universität zu sprechen, gern nachgekommen, für ihn sei das Thema "aber nicht unproblematisch", wie Spiegel in seiner Rede, die wir im Folgenden in Auszügen veröffentlichen, sagte:

Es scheint in Deutschland, aber auch im deutschsprachigen Raum insgesamt, eine merkwürdige Selbstverständlichkeit geworden zu sein, ausgerechnet Juden zum Thema Antisemitismus zu befragen. Immer wieder werden wir Juden von den Medien, von Institutionen und Privatpersonen zu diesem Thema interviewt oder zu Rate gezogen. Und jeder erwartet, dass ausgerechnet wir Juden Fachleute in Sachen Antisemitismus sind, dass ausgerechnet wir die psychologischen und psychosozialen Hintergründe dieser Pest begreifen und erklären können und dass wir es sind, die genau wissen, wie sich die Gesellschaft von dieser Seuche befreien kann.

Dieser Reflex der deutschen Gesellschaft wird von der Mehrheit nicht mehr hinterfragt, im Gegenteil, er wird sogar als political correctness angesehen, und eine Abwehr von jüdischer Seite gegenüber dieser Haltung würde mit Sicherheit Befremden und Irritation auslösen.

Die in Israel lebende Schriftstellerin Cordelia Edvardson, die in ihrer Biographie "Gebranntes Kind scheut das Feuer" ihre fürchterlichen Erfahrungen in Auschwitz beschreibt, wurde bei ihrer Lesereise durch Deutschland immer wieder von ihrem Publikum zum Antisemitismus befragt. Lakonisch und sehr distanziert antwortete sie immer dasselbe: "Was geht mich der Antisemitismus an? Das ist kein jüdisches Problem, das ist euer Problem." Wie Recht sie hat. Was geht uns Juden der Antisemitismus an? Wir sind ganz gewiss keine Antisemiten, wenn wir den jüdischen Selbsthass eines Otto Weininger oder eines Theodor Lessing mal beiseite lassen.

Der Antisemitismus betrifft uns, aber unser Problem ist er nicht. Er ist das Problem der nichtjüdischen Gesellschaft, für deren demokratische und ethische Verfassung er eine Katastrophe ist.

Über viele Jahrhunderte versuchten Juden auf den Antisemitismus mit einer Ghetto-Mentalität zu reagieren: Man benahm sich "anständig", versuchte nicht aufzufallen und verhielt sich auf alle Fälle so, wie man glaubte, dass die nichtjüdische Gesellschaft es von den Juden erwartete. Man tat dies in der Hoffnung, auf diese Weise der Feindschaft zu entgehen, keine Angriffsfläche zu bieten und somit einem Pogrom, der Verfolgung und der Vernichtung zu entgehen. Spätestens seit Auschwitz wissen wir, dass dieses Verhalten unsinnig ist. Nirgendwo auf der Welt waren die Juden so angepasst, so "deutsch" wie in Deutschland. Genutzt hat es ihnen nichts. Und dennoch gibt es noch heute Juden, die der Meinung sind, "ein Jude repräsentiert alle, im Guten wie im Schlechten".

Für einen Antisemiten spielt unser Verhalten überhaupt keine Rolle. Je nach Bedarf sind wir für Antisemiten die Bolschewiken oder Kapitalisten, Imperialisten oder Blutsauger, Gottesmörder oder das "eingebildete" auserwählte Volk. Und auch die Funktion des "Alibijuden" ist uns nicht unbekannt: Man hasst die Juden, doch Herrn Cohn von nebenan, den meint man natürlich nicht, der ist ein ganz anständiger Kerl.

Und inzwischen kennen wir auch den Antisemitismus ohne Juden, besonders in Deutschland. Dieses Phänomen hat es bereits vor der Shoah gegeben, umso m...

     
207/2001 16.07.01 Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft Prof. Dr. André Stoll   Prof. Dr. André Stoll, Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft der Universität Bielefeld, nutzte einen Teil seines Forschungsfreisemesters, um einer Einladung des Department of Romance Languages und Literatures der Harvard University nachzukommen. Während dieses Forschungsaufenthaltes konnte Stoll vor allem die seit Jahren an der Universität Bielefeld entwickelte Kooperation mit dem bedeutendsten Experten der hispano-arabischen und hispano-jüdischen Kulturinterdependenzen in Mittelalter und Früher Neuzeit, Prof. Dr. Francisco Márquez Villanueva, entscheidend vertiefen und - nicht zuletzt im Interesse der Bielefelder Graduierten und Studierenden des hispanistischen Hauptstudiums - ausweiten. Die Erfahrungen aus seiner Mitwirkung an der Betreuung romanistischer Examensarbeiten und Dissertationen durch die Kollegen der Harvard University will Stoll als Beitrag zur weiteren Internationalisierung der Lehre in seine Seminar- und Colloquiumsveranstaltungen einbringen. Auf effiziente Weise konnte André Stoll in den hervorragenden Beständen der Bibliotheken und Museen Harvards (Widener, Houghton; Fogg Art, Busch Reisinger, Sackler) seine Dokumentation zu mehreren literatur-, kultur- und kunstwissenschaftlichen Forschungspro- jekten vervollständigen. Gleichzeitig boten sich dem Bielefelder Romanisten zahlreiche Gelegenheiten, etwa durch seine Teilnahme an dem internationalen Vortragsprogramm des Humanities Center, die an der Heimatuniversität entwickelten Ergebnisse der semiologischen wie kultursoziologischen Erschließung und öffentlichkeitswirksamen Vermittlung (z.B. in Ausstellungen) exemplarischer Interaktionsfelder der romanischen Kulturdiversität (Literatur, Kunst, Photographie in Europa und Amerika) vorzustellen. Gastvorträge hielt Stoll auf Einladung von einigen Universitäten der Ivy League, vor allem an der Princeton University und am Graduate Center der City University of New York. Besondere Beachtung der Fachwelt ernteten dabei seine Erkenntnisse zu den literarischen Hintergründen der Kunst des spanischen Barockmalers Jusepe de Ribera, die er im Rahmen der von ihm gemeinsam mit den Bielefelder Kolleginnen Monika Bosse und Barbara Potthast herausgegebenen Akten des ZiF-Colloquiums La creatividad femenina en el mundo barroco hispánico (Edition Reichenberger: Kassel 1999) veröffentlicht hatte.      
207/2001 16.07.01 Fakultät für Soziologie Prof. Dr. Jürgen Feldhoff   Prof. Dr. Jürgen Feldhoff, Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld, wird im September an der Universität Samara, Russische Föderation, eine Gastdozentur wahrnehmen. Ab 1. August erwartet Feldhoff Prof. Dr. Ilyin von der russischen Universität Syktyvkar zu einem Forschungsaufenthalt an der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld.      
207/2001 16.07.01 Technische Fakultät Dr. Jianwei Zhang   Dr. Jianwei Zhang, Akademischer Rat an der Technischen Fakultät der Universität Bielefeld und Leiter eines Teilprojekts im Sonderforschungsbereich "Situierte Künstliche Kommunikatoren", erhielt die Lehrbefugnis für das Fach "Technische Informatik".      
207/2001 16.07.01 Forschergruppe nimmt Arbeit zu einem "Schlüsselthema" in den Geisteswissenschaften auf "Man kann nie wissen..." - Zum Wandel der Wissensordnung (IWT) Alle Welt spricht plötzlich von der Wissensgesellschaft, die an die Stelle der Industriegesellschaft trete, so als sei Wissen nicht schon immer grundlegend für jede gesellschaftliche Ordnung gewesen. Gemeint ist offenbar etwas Spezifischeres: Wissenschaftliches und technisches Wissen erhalten in dieser neuen Gesellschaftsform eine größere Bedeutung als jemals zuvor. Wenn immer sich ein Problem stellt: Ist Fasten ungesund? Macht zu viel Fernsehen dumm? Vererbt sich schlechter Charakter? - verlassen wir uns bei der Beantwortung dieser Fragen nicht mehr auf das Alltagswissen. Vielmehr werden Experten zu Rate gezogen, und wenn sie auch nichts wissen, wird ein Forschungsprogramm aufgelegt. Mehr noch: Auf eine Vielzahl von Problemen, mit denen sich die Menschen in modernen Gesellschaften beschäftigen - die Veränderung des Klimas, der Abbau der Ozonschicht, die Strahlenbelastung durch Mobiltelefone und Hochspannungsleitungen, die Übertragbarkeit von BSE auf den Menschen -, ist oft erst durch die Wissenschaft hingewiesen worden. Ohne feinste Meßmethoden oder die Rechenleistungen von Supercomputern, ohne wissenschaftliche Forschung und den Einsatz von Technik würden diese Probleme gar nicht als solche wahrgenommen werden.

Die Wissensgesellschaft ist also offenbar durch zweierlei charakterisiert. Einerseits wird das Alltagswissen, auf das sich die Menschen verlassen haben, zunehmend durch wissenschaftliches Wissen ersetzt. Dies geschieht in der Erwartung, mit seiner Hilfe ließe sich größere Sicherheit erlangen. Zum anderen generiert die Wissenschaft fortlaufend neue Probleme, für die das Alltagswissen keine Antworten haben kann, weil sie in der Alltagserfahrung gar nicht vorkommen. Auf eine vereinfachte Formel gebracht: Je mehr Sicherheitserwartungen an die Wissenschaft gestellt werden, desto mehr Forschung wird betrieben, umso raffinierter werden das Wissen und die Methoden zu seiner Erzeugung, umso weiter entfernt sich das Wissen von den Alltagserfahrungen und umso mehr Probleme ergeben sich aus dem neuen Wissen. Diese Probleme werden als Risiken wahrgenommen, weil sie für den Laien undurchschaubar sind.

Diese Risiken werden ihrerseits wieder zum Ausgangspunkt neuer Erwartungen an die Wissenschaft, das Wissen zur Vermeidung und Bewältigung der Risiken zu liefern, und so weiter. Eine wichtige Begleiterscheinung dieser Dynamik ist, dass Forschung zur Aufklärung immer komplexerer Phänomene getrieben wird, sie gleichzeitig immer unsicherer in ihren Aussagen wird. So sind die Modelle zur Wettervorhersage zwar immer genauer geworden, gleichzeitig ist aber das Wissen um die Unsicherheiten der Wetterprognosen gestiegen. Für lange Zeit blieb dieser paradoxe Zirkel undurchschaut. Es galt die traditionelle Wissensordnung, die sich etwa im 19. und frühen 20. Jahrhundert etabliert hatte. Die Wissenschaft war diejenige Institution, die das allen anderen Formen überlegene, objektive Wissen produzierte. Oberstes Ziel war die Erkenntnis von Naturgesetzen und die Formulierung umfassender Theorien (Grundlagenforschung), in der Annahme, dass dieses Wissen über kurz oder lang auch zu praktischen Zwecken einsetzbar sei. Wissenschaftler waren dementsprechend Experten im Besitz von Spezialwissen, die den Laien gegenüber eine nahezu uneingeschränkte Definitionsmacht und folglich auch ein hohes Sozialprestige besaßen. Obgleich dieses Bild noch immer weithin mit der Realität überein zu stimmen scheint, haben sich unter der Oberfläche doch wichtige Veränderungen vollzogen.

Zum Teil betreffen sie die Art, wie Wissenschaft betrieben wird. Zum Beispiel unterliegt sie einem sehr viel stärkeren Anwendungsdruck, der sie dazu zwingt, auf die Nutzungsanforderungen einzugehen, die ihr aus der Gesellschaft zuwachsen. Statt der Orientierung an der Entschlüsselung von Naturgesetzen ist sie darauf verwiesen, innovative Lösungen für praktische Probleme zu entwickeln. Infolgedessen verschwimmen die Grenzen zwischen Wissenschaft und Ingenieurswesen. Eine andere Entwicklung besteht darin, dass komplexe Phänomenbereiche wissenschaftlich kontrolliert werden sollen, herkömmliche Erklärungen aus grundlegenden Theorien aber an der großen Zahl interdependenter Komponenten scheitern. Die Wissenschaft versucht deshalb, mit Hilfe von Computersimulationen oder durch Realexperimente (also durch Unter- suchungen nicht im Labor, sonder...

     
207/2001 16.07.01 Fakultät für Physik Dr. Markus Drescher   Dr. Markus Drescher erhielt von der Fakultät für Physik der Universität Bielefeld die Lehrbefugnis für das Fach Physik.      
207/2001 16.07.01 Medienkompetenz Ein Tag - Ein Ort - Ein Film (BUZ) Studierende der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft der Universität Bielefeld haben im Anschluss an das von Walter Blohm geleitete Seminar "Ein Tag - Ein Ort - Ein Film" ihren ersten "Kinofilm" im "Lichtwerk" auf die Leinwand gebracht. Die Seminar-Aufgabe klang recht einfach: "Dreht einen Film, erzählt eine Geschichte." Ein "Spiel und Spaß"-Seminar für Filmbegeisterte? Weit gefehlt, denn die Auflagen waren: nur ein Drehtag, nur ein Drehort. Zudem sollte eine Begegnung von wenigstens drei Personen geschildert werden.

Film, nicht nur Theorie, sondern auch die Arbeitspraxis am Markt wollte Walter Blohm den rund fünfzig Teilnehmern zeigen, die die Veranstaltung besucht haben. Das bedeutete: effiziente Planung und Umsetzung vom ersten Entwurf der Idee bis zum Drehtag. Das Rüstzeug dazu, die theoretischen Grundlagen, wurden im Seminar vermittelt. Die Ausgestaltung vom Exposé bis zum Dreh- und Regiebuch war "Hausaufgabe" und musste von Woche zu Woche bearbeitet werden, bis es in die enge Produktionsvorgabe passte, eben wie in der Wirklichkeit des Filmgeschäftes. So wurde durch das Gestalten des Mediums ein wichtiges Stück Medienkompetenz erworben, denn die Studenten konnten selbst erfahren, wie viel Sachzwänge Einfluss auf das endgültige Produkt nehmen.

Während der Planung, beim Dreh und schließlich beim Schnitt stand den Kleingruppen mit Oliver Manthey, der als Kameramann seit vier Jahren am Audiovisuellen Zentrum der Universität Bielefeld arbeitet, eine qualifizierte Fachkraft beratend zur Seite, um technische Grenzen und filmische sowie erzählerische Möglichkeiten aufzuzeigen. Seinem Einsatz ist es besonders zu verdanken, dass alle Studierenden schließlich ihren Film im regulären Programm des Kinos "Lichtwerk" sehen konnten.

Am Ende wurden elf Kurzfilme zwischen vier und zwölfeinhalb Minuten zu einem Potpourri unterhaltsamer und auch nachdenklich stimmender Filme in einem Gesamtwerk von 94 Minuten zusammengefasst, an dessen Realisierung schließlich über 80 Personen beteiligt waren. Und da bereits wieder viele Nachfragen eingegangen sind, steht für Walter Blohm vom Audiovisuellen Zentrum der Universität Bielefeld fest: "Das Seminar wird im kommenden Wintersemester wiederholt".

     
207/2001 16.07.01 Fakultät für Mathematik Prof. Dr. Rolf Farnsteiner   Prof. Dr. Rolf Farnsteiner von der University of Wisconsin, Milwaukee, USA, hat zum 1. Juni an der Universität Bielefeld eine zwölfmonatige Mercator-Gastprofessur angetreten, die von den Professoren Claus Michael Ringel, Detlef Voigt und Privatdozent Gerhard Röhrle aus der Fakultät für Mathematik von der DFG eingeworben wurde. Farnsteiner lehrt nach seinem Studium in Hamburg und Berkeley seit vielen Jahren Mathematik in den USA. Zu seinen Arbeitsgebieten zählen unter anderem Lie- und Darstellungstheorie und homologische Algebra. Insbesondere beschäftigt sich Farnsteiner, der zahlreiche Forschungsbeiträge in internationalen mathematischen Fachzeitschriften publiziert hat und gefragter Wissenschaftler auf Tagungen und Kongressen weltweit ist, mit der Darstellungstheorie algebraischer Gruppen.      
207/2001 16.07.01   Europäischer Museumspreis für Bauernhaus-Museum   Das Europäische Museums-Forum hat in Pisa bei einem internationalen Wettbewerb das Bielefelder Bauernhaus-Museum mit dem zweiten Preis ausgezeichnet. Der erste Preis ging an das Eisenbahnmuseum in York. Das Forum beurteilte insbesondere innovative und kreative Lösungen bei Konzeption, Gestaltung, pädagogischer Qualität und Museumsatmosphäre. Es würdigte in erster Linie die neue Herangehensweise, das inhaltliche Konzept der Bielefelder Museumsmacher. Es geht darin nicht um Heimattümelei, sondern um das "System Bauernhof" in 25 Ausstellungsabteilungen. Auch Peter Böhning und Jörg Werner vom Oberstufen-Kolleg an der Universität Bielefeld können sich freuen, waren sie doch an der historischen Konzeption und der gestalterischen Linie des Bauernhaus-Museums beteiligt.

Den Bielefeldern ist es seit Jahrzehnten ein Begriff: Das Bauernhaus-Museum, nur wenige Autominuten vom Bielefelder Zentrum entfernt, an der Dornberger Straße, nicht weit vom Tierpark Olderdissen. Das älteste Freilichtmuseum Westfalens (gegründet 1917) wird seit dem Wiederaufbau vor zwei Jahren privatwirtschaftlich in Form einer gemeinnützigen Gesellschaft von der GAB und dem Historischen Verein betrieben. Das Museumsensemble besteht aus dem Haupthaus von 1590 sowie dem Spieker, dem Backhaus, einer Bockwind- und einer Bokemühle. Unter dem Leitthema "System Hof" wird bäuerliches Leben und Arbeiten im 19. Jahrhundert gezeigt. Das Museum will neugierig machen. Es fordert auf, sich mit Fragen der ländlichen Geschichte auseinander zu setzen. Das Museum bietet Führungen und museumspädagogische Aktivitäten - Brotbacken, Buttern und Flachsbearbeitung - und lädt auch zur Einkehr und zum Feiern in das Café im Bauernhaus-Museum ein oder zu größeren Betriebs- und Privatfeiern auf der Deele des Haupthauses.

Für Anfragen und individuelle Absprachen ist Kerstin Fahrenkrug zuständig. Sie ist dienstags bis freitags von 10-13 Uhr zu erreichen unter der Telefonnummer 0521/ 5218550 oder über Fax 0521/ 5218552 und E-Mail: bauernhausmuseum@owl-online.de.

     
207/2001 16.07.01 Dienstjubiläen 25 Jahre im Öffentlichen Dienst (BUZ) Zwei Mitarbeiterinnen der Universität können in diesem Monat ihr Silbernes Arbeitsjubiläum im Öffentlichen Dienst feiern. Im Dezernat für Organisation, Innerer Dienstbetrieb, Zentrale Dienste feiert Annette Spreen ihr 25jähriges Dienstjubiläum. Sie ist im Dezernat Z unter anderem für den Posteingang und KfZ-Angelegenheiten zuständig. Am Zentrum für interdisziplinäre Forschung kann Hilda Severens auf ein Vierteljahrhundert im Öffentlichen Dienst zurückblicken. Sie ist im Sekretariat der ZiF-Geschäftsführung tätig.      
207/2001 16.07.01 DFG bewilligt Sonderforschungsbereich Das Politische als Kommunikationsraum in der Geschichte (BUZ) Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat zum 1. Juli fünfzehn neue Sonderforschungsbereiche eingerichtet, darunter auch einen an der Universität Bielefeld im Bereich der Geistes- und Kulturwissenschaften. "Das Politische als Kommunikationsraum der Geschichte" ist das Thema des neuen Sonderforschungsbereiches an der Universität Bielefeld. Er fragt nach dem Wandel des Politischen, seinen Erscheinungsformen und Funktionen von der Antike bis zur Gegenwart, wobei der Schwerpunkt auf dem 19. und 20. Jahrhundert liegt. Das Hauptaugenmerk der Forscher gilt nicht dem Staat, sondern einer umfassend verstandenen Kommunikations- und Kulturgeschichte des Politischen. Damit rücken Rituale, Symbole und andere Medien ebenso in das Blickfeld wie die Faktoren, die Veränderungen des politischen Raumes, seiner und Praktiken herbeigeführt haben.

In dem Sonderforschungsbereich, dem als Sprecherin Ute Frevert vorsteht, arbeiten Geschichtswissenschaftler und Philosophen, Soziologen, Rechtswissenschaftler und Literaturwissenschaftler in dreizehn Forschungsprojekten zusammen. Das Gros der Projekte wird von Mitgliedern der Fakultät für Geschichtswissenschaft und Philosophie der Universität Bielefeld getragen. Die Bandbreite der Themen reicht von Altersgrenzen politischer Partizipation in der Antike und Moderne bis zum Jahre 1968 als Kommunikationsereignis, von Ritualen, Gruppenkultur und der Transformation des Politischen im London des Mittelalters zu Prozessen der politischen Konversion im 20. Jahrhundert.

In den verschiedenen Projekten geht es nicht darum, das Politische als zielgerichteten Prozess zu untersuchen, an dessen Ende verbindliche Entscheidungen stehen, noch dessen Begrenzung durch restriktive Bedingungen sozialer oder wirtschaftlicher Art zu betonen. Vielmehr steht neben dem Wie des politischen Prozesses die Konzentration auf die Akteure des Politischen im Mittelpunkt. Unter dieser generellen Fragestellung widmet sich der Sonderforschungsbereich in einem ersten Teil den Formen politischer Repräsentation und den Medien, in denen das Politische vermittelt wird. In einem zweiten Teil wird sich der neue Bielefelder Sonderforschungsbereich mit den Formen politischer und gesellschaftlicher Integration und Exklusion befassen.

Unter den Medien und den Inszenierungen, in denen das Politische repräsentiert wird, werden Rituale der Londoner Stadtgemeinde und der Huldigungen ebenso einbezogen wie die Kurorte als spezifische Orte der Selbstdarstellung der Herrscher und des Adels im 19. Jahrhundert, das Theater und das Fernsehen im Jahre 1968 und die sowjetische Propaganda der 1930er Jahre, in denen Familienmetaphern zur Darstellung des Politischen benutzt wurden. In allen Projekten wird untersucht, ob und wie sich politische Praktiken unter dem sich verändernden Verständnis von Kommunikation und neuen Konzepten des Verhältnisses von Gesellschaft und Kommunikation modifizierten.

Mit der Frage nach Deutungen und Umdeutungen des Politischen gehen einige Projekte des ersten Teils auf einen Grundzug des Politischen ein, für den der Kampf um die Grenzen des Politischen zentral ist. Die diskursiven Zuschreibungen und Umdeutungen des Politischen unter dem Einfluss religiöser Bezugssysteme im Frankreich und Deutschland des 18. Jahrhunderts, unter dem Einfluss von Geschlechterbildern und -metaphern im Deutschland des 19. Jahrhunderts und unter dem Einfluss demokratischer Prinzipien in der Weimarer Republik gehören zu diesem Fragenkomplex. In weiteren Projekten geht es um die Frage, warum gerade Akteure in der Moderne die Bereiche ästhetischer und künstlerischer Repräsentation benutzen, um die Grenzen des Politischen neu zu ziehen und neue Ausdrucksformen des Politischen zu entwerfen. Die Bedeutung der Sprache rückt dabei für das 19. Jahrhundert in den Mittelpunkt, während für das 20. Jahrhundert die Abgrenzung von politisierter und unpolitischer Literatur in Deutschland und Frankreich sowie die diskursive Ausgrenzung von politischen Positionen durch den Verrats- und Renegatenvorwurf behandelt werden.

In einem zweiten Teil des Sonderforschungsbereiches geht es mit In- und Exklusion um die Wirkung von Mechanismen, die die Binnen...

   
212/2002 19.11.01 Gesundheitswissenschaften Handys und Gesundheit (BUZ) Schlagzeilen wie "Mobilfunk macht krank" gehen immer wieder durch die Medien. Noch ist nichts bewiesen. Die Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld ist an einer Studie zu gesundheitlichen Risiken beteiligt, die mit Unterstützung des Internationalen Krebsforschungszentrums der Weltgesundheitsorganisation in dreizehn Ländern durchgeführt wird. Während eines dreijährigen Zeitraums werden rund 7000 Patienten mit Hirntumoren und gesunde Personen zur Handynutzung befragt. Wie die Bielefelder Gesundheitswissenschaftlerinnen Prof. Dr. Maria Blettner und Dr. Gabriele Berg erst kürzlich in einer Informationsveranstaltung zum Thema Handynutzung und Gesundheit erklärt haben, soll mit Hilfe dieser Studie voraussichtlich im Jahr 2004 beantwortet werden können, ob es einen Zusammenhang zwischen Handynutzung und der Entstehung von Hirntumoren gibt.    
208/2001 27.11.01   Die Dekaninnen und Dekane in den Fakultäten (BUZ) Zu Beginn des Wintersemesters 2001/2002 sind in den Fakultäten der Universität Bielefeld mehrere Dekane neu gewählt worden. Wir veröffentlichen hier einen Überblick über alle Dekaninnen und Dekane, die die jeweilige Fakultät leiten und sie innerhalb der Universität vertreten. Sie sind unter anderem verantwortlich für die Vollständigkeit des Lehrangebots, für die Studien- und Prüfungsorganisation sowie den Lehrbericht der Fakultät. Dekan der Fakultät für Biologie ist Wolfram Beyschlag, Professor für Experimentelle Ökologie und Ökosystembiologie.

Dekan der Fakultät für Chemie ist Jochen Mattay, Professor für Organische Chemie.

Dekan der Fakultät für Geschichtswissenschaft und Philosophie ist Winfried Schmitz, Professor für Allgemeine Geschichte mit besonderer Berücksichtigung der Alten Geschichte.

Neue Dekanin der Fakultät für Gesundheitswissenschaften ist Maria Blettner, Professorin für Gesundheitswissenschaften, Epidemiologie und Medizinische Statistik.

Reinhard Meyer-Hermann, Professor für Romanistik/Linguistik, ist Dekan der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft.

Dekan der Fakultät für Mathematik ist Stefan Bauer, Professor für Mathematik.

Neue Dekanin der Fakultät für Pädagogik ist Katharina Gröning-Lienker, Professorin für Pädagogik mit dem Schwerpunkt Pädagogische Beratung unter besonderer Berücksichtigung der gesellschaftlichen Geschlechterverhältnisse.

Neuer Dekan der Fakultät für Physik ist Hans Otto Lutz, Professor für Experimentalphysik. Er tritt die Nachfolge von Professor Helmut Satz an, der im Sommersemester 2001 emeritiert worden ist.

Neuer Dekan der Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaft ist Michael Brambring, Professor für Klinische Psychologie/ Rehabilitation. Er tritt die Nachfolge von Professor Wolfgang Hartje an.

Neuer Dekan der Fakultät für Rechtswissenschaft ist Wolfgang Oehler, Professor für Bürgerliches Recht, Wirtschafts- und Handelsrecht sowie Rechtsvergleichung.

Neue Dekanin an der Fakultät für Soziologie ist Birgit Geissler, Professorin für Sozialwissenschaften. Sie tritt die Nachfolge von Professor Rudolf Stichweh an.

Dekan der Technischen Fakultät ist Jürgen Lehmann, Professor für Zellkulturtechnik.

Dekan der Fakultät für Theologie, Geographie, Kunst und Musik ist Klaus-Ove Kahrmann, Professor für Kunst und ihre Didaktik.

Dekan der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften ist Volker Böhm, Professor für Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftstheorie.

     
208/2001 27.11.01 Neue Stadtbahnstation "Universität" ihrer Bestimmung übergeben 10 000 Besucher beim Einweihungsfest Symbol der Verbundenheit zwischen Stadt und Universität (BUZ) Mit der Stadtbahn zur Universität - das erscheint bei der Eröffnung der Universität 1969 noch wie ein Traum. Mehr als 30 Jahre später ist die Vision von einst Wirklichkeit: Die Universität ist über die Linie 4 mit dem Nahverkehr vernetzt. Eine der architektonisch aufwändigsten und größten Stadtbahnhaltestellen Bielefelds ist vollendet und in Betrieb. Nach achtmonatiger Bauzeit ist die neue Stadtbahnstation am 27. Oktober durch den stellvertretenden NRW-Ministerpräsidenten, Dr. Michael Vesper, den Rektor der Universität, Professor Dieter Timmermann, sowie Oberbürgermeister Eberhard David offiziell ihrer Bestimmung übergeben worden. Zu diesem besonderen Ereignis, die ganze Stadt betreffenden "Event" konnte Rektor Dieter Timmermann die landes- und kommunalpolitische Prominenz sowie Tausende von Besuchern begrüßen. Der sonst etwas abgegriffene Spruch: "Was lange währt, wird endlich gut" sei hier wirklich einmal angebracht, sagte Timmermann. Mit nur sieben Minuten zwischen Bahnhof und Universität sei die neue Stadtbahn das konkurrenzlos schnellste Verkehrsmittel auf dieser Strecke, und sie werde die "am stärksten frequentierte der vier Bielefelder Linien sein", prophezeite Timmermann. Die große Investition lohne sich also. Die Universität habe die architektonisch markanteste, "fast möchte man sagen imposanteste und schönste aller Haltestellen in der Stadt bekommen". Zudem sei die von den Architekten Kalkowski und Köpke entworfene Haltestelle durch Notrufsäulen und andere Sicherheitseinrichtungen eine der sichersten in der Stadt. Die Stadtbahnlinie 4 habe aber nicht nur eine praktische, sondern auch eine symbolische Bedeutung. "Mit ihr rückt die Universität auch im übertragenen Sinne näher an die Stadt heran", sagte Timmermann. Für das Zusammenwachsen von Wissenschaft, Kultur und Stadt spiele die Stadtbahn eine wichtige Rolle. Insofern zeige das Programm zur Einweihung der Haltestelle, "dass die Universität als Ort der Forschung und Lehre auch der nicht in die Wissenschaft eingebundene Öffentlichkeit etwas zu sagen hat. Wir freuen uns über die Möglichkeit zu zeigen, dass es hinter den dicken Betonmauern viel Interessantes, Spannendes und auch Lustiges zu erleben gibt."

"Ende gut, alles gut", meinte Dr. Michael Vesper, stellvertretender NRW-Ministerpräsident, und erinnerte an die langwierigen Überlegungen und Diskussionen über die Haltestelle, wobei sich letztendlich der für Wissenschaft und Forschung günstigere Hallestellen-Standort durchgesetzt habe. Die neue architektonisch gelungene Haltestelle sei eine "Visitenkarte", die über die Akzeptanz der Linie entscheide, und er habe "Lust, wieder in seiner Universität zu arbeiten", sagte Michael Vesper, (beurlaubtes) Mitglied der Bielefelder Fakultät für Soziologie.

Oberbürgermeister Eberhard David stellte fest, dass sich mit der Verkehrsfreigabe der Stadtbahnlinie 4 das "Gesicht des Bielefelder Westens" verändert habe. Wo bisher noch Autos und Busse oft im Stau standen, sei mit der Stadtbahnlinie 4 vielen Menschen die Möglichkeit gegeben, den Bielefelder Westen und damit auch die Universität schneller und umweltfreundlicher zu erreichen. Auch der Oberbürgermeister wies darauf hin, dass jetzt Universität und Stadt noch näher zusammengerückt sind. Er verstehe dies nicht nur im verkehrstechnischen Sinne, "sondern durchaus symbolhaft in unserem gemeinsamen Bemühen, die enge Verbundenheit zwischen Hochschule und Stadt zu pflegen und weiterhin zu intensivieren. Auch deshalb besteht Grund zum Feiern."

Die Stadt als Bauherr, die Universität als Anliegerin, moBiel als Betreiber der Uni-Linie hatten in Koordination mit der Bielefelder Marketing GmbH zum Einweihungsfest ein attraktives ganztägiges Non-Stop-Programm realisiert. Kunst, Kultur, Sport und Wissenschaft präsentierte die Universität Bielefeld rund um die Haltestelle und im Universitätsgebäude. Ein reichhaltiges, unter der Federführung von Prorektor Prof. Dr. Wolfgang Krohn zusammengestelltes Programm, sorgte für einen erlebnisreichen Tag an der Universität: Jazz vor dem Haupteingang, Theaterstücke, Filmvorführungen, Tanz, Experimente und Demonstrationen in Physik und Chemie zum Anschauen und Anfassen sowie multimediale Informationen des "Forums für Wissenschaft und Gesellschaft" über Forschungen zu gesellschaftlich relevanten Problemfeldern wie Handystrahlen, Gentechnik, Umweltforschung und Globalisierung. Zur Geschichte der Stadtbahn gab es Bild-, Film- und Textpräsentationen.

Spiel und Spaß kamen auch nicht zu kurz: Experimentieren für Kinder und Jugendliche im "teutolab", Inline-Skating und Fahrradparcours im Parkhaus standen zum Mitmach...

     
208/2001 27.11.01 Anpassungsstrategien photosynthetischer Organismen an die Umwelt Photosystem I-Super-Komplex in Cyanobakterien (BUZ) Forscher der nordrhein-westfälischen Universitäten Bielefeld und Bochum sowie der niederländischen Universität Groningen haben erstmals einen bisher unbekannten und für Cyanobakterien außergewöhnlichen Chlorophyll-Protein-Komplex identifiziert. Cyanobakterien sind oxygene photosynthetische Prokaryonten, die weit verbreitet sind und deren globale Bedeutung sich in der Tatsache widerspiegelt, dass sie als Bestandteile des Phytoplanktons durch den Prozess der Photosynthese bis zu 40 Prozent zur jährlich produzierten Biomasse auf der Erde beitragen. Photosynthese ist der Prozess, der zur Synthese von energiereichen organischen Verbindungen aus energiearmen anorganischen Molekülen unter Ausnutzung der Strahlungsenergie des Sonnenlichtes führt - ein Prozess von dem alles Leben auf unserem Planeten abhängt.

Wie die Leiterin der Bielefelder Forschergruppe, Prof. Dr. Elfriede Pistorius, anlässlich der Identifikation des Photosystem I-IsiA-Super-Komplexes erläutert, werden "die Lichtreaktionen der oxygenen Photosynthese in Cyanobakterien wie in Pflanzen durch zwei in der Thylakoidmembran lokalisierte Multiproteinkomplexe, die Photosysteme I und II, katalysiert. Beide Photosysteme enthalten Chlorophyll-bindende Proteine, die als interne Lichtsammelantennen fungieren. Zusätzlich existieren in Cyanobakterien periphere Lichtsammelstrukturen, die Phycobilisomen, die ebenfalls an der Lichtabsorption beteiligt sind. Während es jedoch unter Nährstoff-suffizienten Wachstumsbedingungen keine weiteren integralen Lichtsammel-Systeme gibt, erfolgt eine vollständige Umstrukturierung der Thylakoidmembran und der in ihnen eingebetteten Photosysteme unter Eisenmangelbedingungen. Obwohl Eisen als vierthäufigstes Element in der Erdkruste vorkommt, ist seine generelle biologische Verfügbarkeit gering, und sehr häufig ist es der limitierende Faktor für das cyanobakterielle Wachstum in aquatischen Ökosystemen. Neben einer Reihe von Anpassungsreaktionen, führt Eisenmangel u. a. auch zur Induktion eines Proteins von 35 kDa, genannt IsiA, dessen exakte Funktion bisher unbekannt war."

In der in Nature (Vol. 412/2001) erschienenen Veröffentlichung berichten die Forscher über die Reinigung eines völlig neuartigen spezifischen Photosystem I-IsiA-Superkomplexes in dem Cyanobakterium Synechococcus sp. PCC 7942, der unter Eisenmangelbedingungen neu synthetisiert wird, in großen Mengen vorhanden ist und die dominante Photosystem I-Struktur repräsentiert. "Elektronenmikroskopische Analysen zeigen", - so heißt es in Nature - "dass dieser Superkomplex aus Photosystem I-Trimeren besteht, die von einem Ring aus 18 IsiA-Proteinen umgeben sind und etwa 180 Chlorophyll a-Moleküle gebunden enthalten. Dies ist die erste strukturelle Charakterisierung eines zusätzlichen Chlorophyll-bindenden, Membran-integralen Antennenkomplexes in einem cyanobakteriellen Photosystem. Dieser Photosystem I-IsiA-Superkomplex unterscheidet sich deutlich von allen bisher charakterisierten peripheren Membran-gebundenen Antennen-Komplexen, zeigt jedoch eine gewisse Ähnlichkeit zu Lichtsammel-Komplexen in anoxygenen Purpurbakterien. Mit dieser Entdeckung sind jetzt drei periphere Chlorophyll-bindende Antennen-Systeme bekannt: Lichtsammel-Ringe in Purpurbakterien, IsiA-Ringe in Cyanobakterien und Lichtsammel-Trimere/Dimere in Chloroplasten Höherer Pflanzen und Algen. Obwohl eine gewisse Ähnlichkeit in der Organisation vorliegt, sind alle drei Komplexe strukturell unterschiedlich und repräsentieren Beispiele einer konvergenten Evolution. Aus diesen Daten ergeben sich interessante evolutionäre Einsichten. Darüber hinaus dokumentieren die Daten eine hohe Flexibilität von photosynthetischen Proteinkomplexen und erweitern somit unsere Kenntnisse über Anpassungsstrategien photosynthetischer Organismen an ihre jeweilige Umwelt ganz erheblich."

Das Hauptgewicht der Forschungsaktivitäten der Bochumer Gruppe (Dr. Jochen Kruip) und der Groninger Gruppe (Dr. Egbert J. Boekema) ist in der Strukturaufklärung von Membranproteinkomplexen zu sehen. Vorrangig mit der Aufklärung von spezifischen Anpassungsmechanismen an verschiedene Umweltbedingungen befasst sich die Bielefelder Gruppe, der die Biochemikerin Elfriede Pistor...

     
208/2001 27.11.01 Fakultät für Gesundheitswissenschaften Ehemaligen-Tag der Gesundheitswissenschaftler
AOK-Preise für beste Diplomarbeiten
(BUZ) Die Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld hat im Oktober zum siebten Mal ihren Tag der Ehemaligen veranstaltet. Zum einen stellten Studierende des zweiten Studienjahres Ergebnisse ihrer berufsfeldbezogenen Projektarbeiten vor, zum anderen hat sich der 7. Alumni-Tag mit dem Thema des Berufseinstieges und der Berufschancen für Public Health-Absolventen befasst. Im Mittelpunkt des Alumni-Tages stand traditionell die Verleihung des AOK-Preises für die besten Diplomarbeiten der Public-Health-Studierenden. Die AOK stiftete hierfür einen namhaften Geldpreis, der in diesem Jahr auf drei Preisträgerinnen verteilt wurde. Durch die prämierten Diplom-Arbeiten habe die AOK Westfalen-Lippe "wertvolle Erkenntnisse erhalten, die es ihr ermöglichten, sich künftig noch qualifizierter in gesundheitspolitische Planungs- und Entscheidungsprozesse einzubringen", sagte AOK-Vorstandsvorsitzender Fred Nadolny.

Erste Preisträgerin ist Claudia Kaiser aus Köln. In ihrer Arbeit über "Ernährungsweisen von Familien mit Kindern in Armut" greift sie ein hochaktuelles Thema auf, das in den letzten Jahren zunehmend Beachtung in Wissenschaft und Öffentlichkeit gefunden hat. Zielsetzung der Arbeit war die Beschreibung von Formen und Funktionen des Ernährungsverhaltens in Abhängigkeit der sozialen Lebenslage und die damit verbundenen Auswirkungen auf das gesundheitliche Befinden. Neben einer Analyse internationaler Forschungsarbeiten zum Thema führte Claudia Kaiser eine eigene empirische Untersuchung mit problemzentrierten Interviews bei Sozialhilfeempfängerinnen mit Kindern zu deren Ernährungsverhalten durch. Dabei gelang es ihr, ein breites Spektrum von familialen Lebensbedingungen zu beschreiben und ihre Auswirkungen auf das jeweilige Ernährungsverhalten der Familienmitglieder zu dokumentieren. Im Anschluss daran entwickelte die Autorin ein eigenes Messinstrument zur Feststellung der "Ernährungsarmut".

Die zweite Preisträgerin, Iris Hettinger, beschäftigte sich mit Risikofaktoren für das Auftreten von Hirntumoren. In ihrer Arbeit greift Iris Hettinger vielfältige Forschungsdaten einer international angelegten Fallkontrollstudie in den Ländern USA, Kanada, Australien, Schweden und Deutschland auf. Sie wertete diese Daten gezielt neu aus und verglich ihre Ergebnisse mit den in der Literatur derzeit diskutierten Risikofaktoren, wie z.B. familiäre Faktoren, medizinische Vorgeschichte, Ernährungsgewohnheiten, Rauchen, ionisierende Strahlung und berufliche Faktoren.

Dritte Preisträgerin ist Christiane Wiskow, die mit ihrer Diplomarbeit eine empirische Studie zur Situation des Personalmanagements und der Personalentwicklung im Gesundheitssystems Kameruns vorlegte. Die Erhebung der Daten fand im Rahmen eines Projektes der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) statt. Christiane Wiskow zeigte überzeugend, dass es nicht möglich ist, in Kamerun die üblichen westlichen Managementtechniken auf die politisch-ökonomischen und soziolokulturellen Kontexte zu übertragen. In ihrer Arbeit zeigt sie jedoch, wie ein "culture fit" zum afrikanischen Kontext geschaffen werden kann.

Neben den drei Preisträgerinnen haben weitere 47 Studierende in diesem Jahr das Public Health-Studium abgeschlossen. Dies ist die höchste bisher erreichte Zahl an Diplomen in der Geschichte der Public Health-Ausbildung an der Universität Bielefeld. Am Schluss des 7. Alumni-Tages übergab der bisherige Dekan, Prof. Dr. Bernhard Güntert, sein Amt an Professorin Dr. Maria Blettner. Günterts Amtszeit war gekennzeichnet durch den so genannten "Qualitätspakt", die Erarbeitung eines Fakultätsleitbildes, durch die Erarbeitung und Einführung eines neuen Studienganges zum Master of Science in Epidemiologie (MSE), durch Vorarbeiten und die jüngst eingegangene Bewilligung eines Bachelor-Studienganges im Bereich Gesundheitskommunikation sowie die Erweiterung der Fakultät um einen siebten Lehrstuhl für Biologie und Ökologie in den Gesundheitswissenschaften unter besonderer Berücksichtigung geschlechterspezifischer Aspekte mit der neuen Professorin Dr. Claudia Hornberg.

     
208/2001 27.11.01 Technische Fakultät Prof. Dr. Ipke Wachsmuth   Prof. Dr. Ipke Wachsmuth, Technische Fakultät der Universität Bielefeld, ist seit September neuer Vorsitzender der Gesellschaft für Kognitionswissenschaft. Die 1994 gegründete Gesellschaft (Sitz Göttingen) fördert die Kommunikation und Kooperation zwischen den an der Kognitionswissenschaft beteiligten Fachdisziplinen - dazu gehören die Psychologie, Philosophie, Linguistik, Informatik / Künstliche Intelligenz und die Neurowissenschaft. Wachsmuth, seit 1989 Professor für Wissensbasierte Systeme (Künstliche Intelligenz) an der Universität Bielefeld, befasst sich gegenwärtig mit Forschungsthemen zur intelligenten Mensch-Maschine-Kommunikation und Virtual Reality. Er ist stellvertretender Sprecher des Bielefelder Sonderforschungsbereichs "Situierte Künstliche Kommunikatoren" und moderiert seit dem letzten Jahr das Netzwerk Kognitionswissenschaft an der Universität Bielefeld.      
208/2001 27.11.01 70. Geburtstag Prof. Dr. Helmut Skowronek   Prof. Dr. Helmut Skowronek, ehemaliger Rektor der Universität Bielefeld, feierte am 31. Oktober seinen 70. Geburtstag. Auch nach seiner Emeritierung engagiert sich Skrowonek innerhalb und außerhalb der Universität. Als Osteuropa-Beauftragter der Universität betreut der Psychologe die zahlreichen Kooperationen zwischen der Universität Bielefeld und osteuropäischen Hochschulen. Für seine Verdienste auf dem Gebiet der deutsch-polnischen Zusammenarbeit und Versöhnung war er 1998 mit dem "Offizierskreuz des Verdienstordens der Republik Polen" ausgezeichnet worden. Zudem hat er den Vorsitz des Copernicus-Kreises e.V. mit Sitz in Oerlinghausen übernommen, der sich besonders für den Austausch polnischer und deutscher Studierender einsetzt. Skrowonek, der auch Vorsitzender der Deutsch-Israelischen Gesellschaft in Bielefeld ist, engagiert sich zudem für die neu konzipierte Wehrmachtsaustellung, die im Januar nächsten Jahres in Bielefeld zu sehen sein wird. Er gehört als Sprecher dem neu gegründeten Kuratorium an, das die Ausstellung unterstützend begleitet. Im September 1971 war Skowronek als Professor für Pädagogische Psychologie Gründungsdekan an der Bielefelder Fakultät, die damals noch die Fächer Pädagogik, Psychologie und Philosophie vereinte. Von 1983 bis 1989 war er Prorektor für Lehre, Studienangelegenheiten und Weiterbildung, von 1992 bis 1996 Rektor der Universität Bielefeld.      
208/2001 27.11.01 Fakultät für Gesundheitswissenschaften und Institut für Bevölkerungsforschung und Sozialpolitik Dr. Johannes Seydel   Dr. Johannes Seydel, Fakultät für Gesundheitswissenschaften und Institut für Bevölkerungsforschung und Sozialpolitik der Universität Bielefeld, ist von der University of Oklahoma, USA, zum Assistant Professor am Department of Biostatistics and Epidemiology berufen worden. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen Untersuchungen zur Ausbreitungs- und Immundynamik von Infektionskrankheiten mit Hilfe von mathematischen Modellen. Von 1997 bis 1999 führte er an der Harvard School of Public Health in Boston ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördertes Projekt zur Populationsdynamik von Retrovirusinfektionen durch. Derzeit arbeitet er an der Entwicklung von Modellen zum Verständnis der Rolle von Infektionen bei chronischen Erkrankungen, insbesondere bei der Entstehung von MALT-Lymphomen. An der University of Oklahoma wird Seydel Lehraufgaben im Fachgebiet Infektionsepidemiologie wahrnehmen und seine Untersuchungen zur Epidemiologie von Retrovirusinfektionen und weiteren Infektionskrankheiten fortsetzen.      
208/2001 27.11.01 Aus dem Universitätsarchiv / Die Kinderjahre der Stadtbahntrasse zur Universität "Ende gut, alles Gut!?" oder "Gut Ding braucht Weile!" Am 27. Oktober 2001 wurde die Stadtbahnhaltestelle Universität der Linie 4 ("Uni-Linie") mit viel Prominenz und mannigfaltigen Aktivitäten in der Universität offiziell eingeweiht. Viele Bielefelder fanden - kostenlos - zum ersten Mal den Weg in die Universität und ließen sich von der architektonisch und finanziell aufwendig gestalteten Haltestelle, die laut Bauminister Vesper keine "08/15-Haltestelle" ist, beeindrucken. In Betrieb genommen wurde die Haltestelle bereits am 2. September des Jahres, die Uni-Linie nahm gar ihren Betrieb mit einer provisorischen Haltestelle vor den Studierendenwohnheimen an der Universitätsstraße Anfang April 2000 auf. Damit ist sie kaum 30 Jahre später gekommen als geplant, denn eine Stadtbahn zur Universität hatten bereits die Planer der Hochschule in den 60er Jahren im Kopf.

Damals sahen die Planungen eine Straßenbahnlinie zur späteren Universität vor. Im Ausschreibungstext des Bauwettbewerbs zur Universität Bielefeld hieß es, dass der Querschnitt der neuen Planstraßen im Bielefelder Westen (u.a. die Kurt- Schumacher-Straße) "für die Zukunft ein schienengebundenes Verkehrsmittel auf[weist], das den Hauptbahnhof mit der Universität verbinden soll". Der im Mai 1969 beim Bauwettbewerb siegreiche Entwurf der Architektengemeinschaft Herzog, Köpke, Siepmann und Töpper sah eine Straßenbahnlinie mit einer - vom Preisgericht als "funktionell günstig" gelobten - Haltestelle in unmittelbarer Nähe zum Haupteingang an der südlichen Erschließungsstraße (jetzt: südliche Universitätsstraße) vor. In den folgenden Jahren war die Ausführung der Straßenbahnlinie und -haltestelle auf dem Universitätsgelände - aufgeständert zwischen Vorplatz und südlicher Erschließungsstraße - unstrittig. Diskussionen wurden allerdings um die Trasse außerhalb des Geländes geführt, wobei für die unterschiedlichen Varianten (Tieflage oder Hochlage) Bausummen von bis zu 200 Mio. Mark kursierten. Der Zeitpunkt der Realisierung der Stadtbahn war zunächst zeitgleich mit der Fertigstellung des Universitätshauptgebäudes, also ca. 1975/76, vorgesehen. Dieser Zeitplan wurde aber bereits Anfang der 70er Jahre von der Realität überholt, was auf Seiten der Universität einen Umdenkungsprozess in Gang setzte.

Bereits 1970 waren aus der Universität Stimmen laut geworden, die eine Störung der naturwissenschaftlichen Institute der Universität durch die Stadtbahn befürchteten. Angesichts der von allen Seiten als unsicher eingeschätzten Realisierung der Stadtbahn - man sprach von einer Fertigstellung frühestens 1980/85 - setzte die Universitätsleitung zunehmend auf eine schienenungebundene Lösung. Folgerichtig plädierte die Universität Ende 1972 für eine Verlegung der Stadtbahn an den Rand des Universitätsgeländes entlang der nördlichen Universitätsstraße, die es zuließ, die Universität ohne ein "Stadtbahnloch" in der Mitte zu bauen und die den Betrieb der naturwissenschaftlichen Fakultäten durch die größere Distanz nicht tangierte.

Die nun einsetzende Diskussion erinnert in Bezug auf Frontstellung und Argumente an die Diskussion der späten 90er Jahre. Während sich Universität, Architektengemeinschaft, der Bauherr HFG (Nordrhein-Westfälische Hochschulbau- und Finanzierungsgesellschaft mbH) und die LEG (Landesentwicklungsgesellschaft NW mbH) aus topographischen, verkehrstechnischen und funktionalen Gründen für die Variante B (nördliche Universitätsstraße) aussprachen, favorisierte die Stadt aus Gründen der Akzeptanz der Stadtbahn die universitätsnähere Variante A (südliche Universitätsstraße). Konkret führten die Befürworter der B-Variante die Störung der naturwissenschaftlichen Institute und die geringeren Kosten als Argumente an. Die Parkplätze könnten gebaut werden, ohne die fraglich gewordene Stadtbahntrasse freihalten zu müssen. Der Weg zum UHG über einen "Fußgängersteg zur Erschließung und Überquerung der Parkierungs- und Verkehrsanlagen" sei mit ca. 300 Metern immer noch kurz, wobei ohnehin die Entscheidung zur Nutzung der Stadtbahn auf dem Hinweg fallen würde und nicht auf dem Weg von der Universität nach Hause. Die Stadt, die dem ÖPNV eine höhere Priorität als dem Individualverkehr einräumte, sah mit der um 100 Metern größeren Entfernung zum UHG die Akzeptanz der Linie gänzlich in Frage gestellt, und führte darüber hinaus noch an, dass die Zufahrt zum Heizwerk durch die B-Variante unterbrochen würde und sich die Universität noch im Juli 1972 f...

     
208/2001 27.11.01 Kanzlerwechsel nach 12 Jahren: Verabschiedung von Karl Hermann Huvendick und Einführung von Hans-Jürgen Simm (HMK) Ein Abschied nach so langer Zeit fällt schwer: seit 1971 stand Karl Hermann Huvendick in Diensten der Universität Bielefeld, zunächst als Personaldezernent, dann seit 1989 auf Vorschlag der Hochschule als Kanzler. Der damalige Rektor Karl-Peter Grotemeyer hatte, als es um die Nachfolge von Eberhard Firnhaber ging, Huvendicks Fairness im Umgang mit anderen Personen, seinen Ideenreichtum bei der Lösung von Problemen und seine Standfestigkeit gegenüber der Ministerialbürokratie hervorgehoben. Huvendick selbst hatte damals erklärt, er verstehe sein neues Amt als das eines "Anwalts für die Universität". Bei der offiziellen Verabschiedung am 13. Juli im Plenarsaal des Zentrums für interdisziplinäre Forschung wurde immer wieder deutlich, dass die Einschätzung des Rektors sich als absolut zutreffend erwiesen und die programmatische Äußerung des Kanzler von 1989 sich erfüllt hat. Karl Hermann Huvendick entsprach in seiner Amtsführung in keiner Weise dem Klischeebild eines trockenen Verwaltungsbeamten. Kaum ein anderes Amt in der staatlichen Verwaltung fordert so viel Kreativität und Gestaltungskraft, so viel persönliche Flexibilität und auch Identifikation mit der Institution wie das eines Universitätskanzlers. Dass gerade die Buntheit, Lebendigkeit und Vielfalt einer Hochschule ihn reize, hat Huvendick mehr als einmal durchblicken lassen (und auch, dass es ihn gerade wegen dieser Besonderheiten nicht unbedingt etwa in ein Ministerium ziehe). Ein ganz außergewöhnlich breites Spektrum persönlicher Interessen und Fähigkeiten wiesen ihn als wachen Beobachter des Zeitgeschehens und sensiblen, mit einem hintergründigen Humor begabten Schöngeist zugleich aus. Über alle kulturellen Erscheinungen urteilte er genauso kompetent und originell wie über Merkwürdigkeiten in der Politik. Wer eine Kostprobe seines pianistischen oder zeichnerischen Könnens erleben durfte, vergaß das nicht so schnell. Einer seiner prägenden Charakterzüge war das nie nachlassende Interesse für Neues, der ihn für eine wissenschaftsnahe Arbeit - in seiner Abschiedsrede sprach er von seiner "heimlichen, nicht ausgelebten Liebe zur Wissenschaft" - geradezu prädestinierte. Er kannte sich in den unterschiedlichen Wissenschaftsdisziplinen erstaunlich gut aus und hatte ein genuines Interesse nicht zuletzt an der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Besonders hervorzuheben - so Rektor Timmermann bei der Verabschiedung - sei die menschliche Komponente. Ihm sei nichts Menschliches fremd, in großer Offenheit sei er Ansprechpartner für alle gewesen: "Sein Umgang mit Personen war beispielhaft. Er hat vielen Angehörigen der Universität in konkreten, persönlich schwierigen Situationen wertvolle Hilfestellung geleistet. Insoweit war er nicht nur Anwalt der Universität, sondern gleichzeitig aller ihrer Mitglieder und Angehörigen." Auf diesen Eigenschaften beruht auch sein gesellschaftliches Engagement, so im Vorstand der Gesellschaft für Epilepsieforschung und als langjähriger Vorsitzender des Vereins zur Förderung ausländischer Studierender. Naheliegend, dass die Verabschiedung als besonderer Rahmen für die diesjährige Verleihung des Preises des Vereins an die chinesische Studentin Jianya Dou gewählt wurde.

1989 übernahm Huvendick von seinem Vorgänger die Leitung einer funktionierenden Hochschulverwaltung. Die "fetten Jahre" waren für die nordrhein-westfälische Hochschullandschaft damals schon vorbei. Dennoch ist es ihm zusammen mit seinen Mitstreitern in Rektorat und Verwaltung trotz erheblicher Ressourcenprobleme gelungen, die Leistungs- und besonders die Innovationsfähigkeit der Universität zu erhalten. Dass die Gründung neuer Fakultäten und Einrichtungen gewagt werden konnte und der mit enormen Ausstattungsproblemen verbundene augenblickliche Generationswechsel bei den Wissenschaftlern in Bielefeld bisher gut funktioniert hat, ist in hohem Maße auch seiner Kreativität als prägendes Rektoratsmitglied und geschickter Ausleger von Gesetzen, Verordnungen und Erlassen zu verdanken. Er konnte dabei auf eine effektive, weitgehend geräuschlos arbeitende Verwaltung zurückgreifen, um die die Universität vielerorts beneidet wird, der er aber zugleich seinen persönlichen Stempel aufgedrückt hat. Mitdenken und Gestalten machten nach seiner Überzeugung erst die Einheitsverwaltung aus, die nicht aufgeteilt sein sollte in strategische (Wissenschaftler) und operative Ebene (Verwaltung). In Vertretung des Staatssekretärs wies Dorothee Dzwonnek (Ministerium für Schule, Wissenschaft und Forschung) bei der Verabschiedung darauf hin, dass Karl Hermann Huvendick auch auf Landes- und Bundesebene durch seine hohe Kompetenz eine der prägenden Figuren in der Runde der Hochschulkanzler war. Ein tiefempfundener Dank für 30 Jahre im Dienst der Universität Bielefeld war die Quintessenz dieser Verabschiedung.

Seit 1. August hat die Universität mit Hans-Jürge...

     
208/2001 27.11.01 Fakultät für Biologie Dr. Josef Schmitz   Dr. Josef Schmitz, Privatdozent an der Fakultät für Biologie der Universität Bielefeld, ist die Bezeichnung "außerplanmäßiger Professor" verliehen worden. Die Forschungsarbeiten von Schmitz, der in die Arbeitsgruppe des Bielefelder Bionikers Holk Cruse eingebunden ist, haben sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene Anerkennung gefunden, insbesondere in dem interdisziplinären Grenzbereich zwischen Neurobiologie, Biokybernetik und Robotik.      
208/2001 27.11.01 Fakultät für Geschichtswissenschaft und Philosophie Dr. Michael Schäfer   Dr. Michael Schäfer erhielt von der Fakultät für Geschichtswissenschaft und Philosophie der Universität Bielefeld die Venia legendi für das Fach Neuere und Neueste Geschichte.      
208/2001 27.11.01 Fakultät für Rechtswissenschaft Dr. Christian Rolfs   Dr. Christian Rolfs, zuletzt Hochschuldozent an der Fernuniversität Hagen, ist im Oktober zum Professor für Bürgerliches Recht, Arbeits- und Sozialrecht, Privatversicherungsrecht an der Fakultät für Rechtswissenschaft der Universität Bielefeld ernannt worden. Christian Rolfs, 1966 in Düsseldorf geboren, studierte Rechtswissenschaft an der Universität Mainz, promovierte 1994 an der Universität Köln und habilitierte sich 1999 an der Fernuniversität Hagen mit der inzwischen in der Schriftenreihe des Instituts für Arbeits- und Wirtschaftsrecht der Universität Köln erschienen Schrift "Das Versicherungsprinzip im Sozialversicherungsrecht". Seit mehreren Jahren ist Christan Rolfs Referent im Bielefelder Kompaktkurs Anwalts- und Notartätigkeit.      
208/2001 27.11.01 Fakultät für Soziologie Dr. Peter M. Hejl   Dr. Peter M. Hejl erhielt von der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld die Lehrbefugnis für das Fach Soziolgie.      
208/2001 27.11.01 Jubiläen 25 Jahre im Öffentlichen Dienst (BUZ) In den vergangenen drei Monaten konnten mehrere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Universität Bielefeld ihr "Silbernes Jubiläum" feiern. Seit 25 Jahren im Öffentlichen Dienst sind beschäftigt: Renate Blum (Bibliotheksinspektorin in der Bielefelder Universitätsbibliothek); Uwe Dettmer (Tierpfleger im Arbeitsbereich Verhaltensforschung der Fakultät für Biologie); Lothar Kaiser (Technische Betriebsverwaltung, Kältewerk); Heide Lindemann (Fakultät für Soziologie); Birgit Mersch (Fakultät für Biologie); Waltraud Neudenberger (Foto) (Bielefelder Universitätsbibliothek); Dr. Christoph Nahrgang (Oberregierungsrat im Hochschulrechenzentrum); Brigitte Schweer (Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaft); Gabriele Spreen (Innerer Dienstbetrieb, Organisation, Beschaffung); Helga Tiemann (Bibliotheksoberinspektorin in der Bielefelder Universitätsbibliothek); Ute Wiessner (Bibliotheksamtsrätin in der Universitätsbibliothek); Wolfgang Pollhans (Foto) (Innerer Dienstbetrieb, Organisation, Zentrale Beschaffung).      
208/2001 27.11.01 Soziologie Karrieren von Ehepartnern in der modernen Gesellschaft   (BUZ) Wie stimmen junge (Ehe-) Partner in Europa und anderswo ihre beruflichen Karrieren in verschiedenen Ländern aufeinander ab? In welcher Weise hat sich durch die steigende Erwerbstätigkeit der Frauen die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung innerhalb von Partnerschaften verändert? Wie wirken sich die relativen Ausbildungsniveaus und Einkommenschancen der Partner auf diese Entscheidungen in der Familie aus? Fördert oder hemmt hoher beruflicher Status der Ehemänner die Erwerbstätigkeit ihrer Ehefrauen? Wie entwickeln sich die Karrieren der Partner, wenn Kinder ins Spiel kommen, und welche Rolle spielen berufliche Erfolge oder Misserfolge eines Partners für die Erwerbstätigkeit des jeweils anderen? Gibt es dabei geschlechtsspezifische Reaktionsmuster? "Opfern" sich die jungen Frauen auch heute noch, wenngleich nicht durch Erwerbsunterbrechungen, so zumindest durch Teilzeitarbeit und Karriereverzichte?

Diesen und ähnlichen Fragen geht das gerade erschienene Buch "Careers of Couples in Contemporary Society: From Male-Breadwinner to Dual-Earner Familie" (Oxford: Oxford University Press, 2001) nach. Es handelt sich dabei um die erste systematische international vergleichende Studie über die Veränderung der Karrieren von (Ehe-) Partnern auf dem Wege von der traditionellen (männlichen) Alleinverdiener- zur modernen Doppelverdiener-Gesellschaft.

Unter der Leitung von Professor Dr. Hans-Peter Blossfeld (Universität Bielefeld) und Dr. Sonja Drobnic (Universität Bremen) untersuchte ein internationales Forscherteam auf der Grundlage repräsentativer Längsschnittdaten und mit aufeinander abgestimmten Untersuchungsdesigns, wie sich die Berufskarrieren von (Ehe-)Paaren seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges in zwölf sehr unterschiedlichen Gesellschaften verändert haben. Zu den in die Analyse einbezogenen Ländern gehören Deutschland, die Niederlande, der flämische Teil von Belgien, Italien, Spanien, Großbritannien, die Vereinigten Staaten, Schweden, Dänemark, Polen, Ungarn und China.

Die Studie weist darauf hin, dass sich in den letzten 30 Jahren durch die zunehmende Verbreitung von Doppelverdiener-Familien in den Alleinverdiener-Gesellschaften zumindest in einer Übergangszeit die soziale Ungleichheit deutlich verstärkt hat. Der Grund dafür ist in der hohen Neigung zu homogamer Heirat zu sehen. Das heißt, Männer und Frauen wählen (Ehe-)Partner, die sich hinsichtlich ihrer Bildung und ihres sozialen Status sehr ähnlich sind - und diese Tendenz nimmt sogar noch weiter zu. Konnten deswegen in den 60er und 70er Jahren Familien aus unteren sozialen Schichten einen Teil ihrer Ungleichheitsdistanz zu den höheren sozialen Schichten durch die Beteiligung der Frauen an der Erwerbstätigkeit abbauen, so vergrößert sich heute mit zunehmender Erwerbstätigkeit der verheirateten Frauen mit guter Bildung und verbesserten Karrierechancen aus den Mittelschichten die Ungleichheitsdistanz zu den unteren sozialen Schichten wieder stärker. Das heißt, nicht nur die Alleinverdiener-Familien (mit meist vielen Kindern), sondern auch untere soziale Schichten mit traditionell hoher Frauenerwerbstätigkeit zählen zu den relativen Verlierern dieser Entwicklung. Auf sie müsste die Politik mit sozial- und steuerpolitischen Maßnahmen rasch reagieren.

Weitere Informationen zum Buch im Internet: www.oup.co.uk/isbn/0-19-924491-X und unter <a href="http://bis.uni-bielefeld.de/infomanager/SilverStream/Pages/Pressemitteilungen_Detail_Web.html?query=+PRESSEMITTEILUNGEN.ID+%3d+6781" class="intern">www.uni-bielefeld.de | Aktuelles | Pressemitteilungen | Pressemitteilung Nr. 143/2001</a>.

    Link
208/2001 27.11.01 OWL Innovationspreis "Marktvisionen" / Vier Preisträger Preis für Plasmid-Factory
Spin-off aus der Universität
(BUZ) Der von der OstWestfalenLippe Marketing GmbH ausgeschriebene OWL Innovationspreis "Marktvisionen" geht in diesem Jahr an die Schüco International KG (Bielefeld) und das von der Siemens AG sowie der Universität Paderborn getragene C-LAB (Paderborn). Zudem zeichnete die Jury zwei junge Unternehmen (start-ups) mit Sonderpreisen aus: die Firma Eisedicht mit Sitz im lippischen Extertal und die Plasmid-Factory GmbH & Co. KG (Bielefeld) für ein in Zusammenarbeit mit der Technischen Fakultät der Universität Bielefeld entwickeltes und bereits mehrfach erfoglreich für die Arzneimittelforschung eingesetztes neues Analyseverfahren von "Plasmid-DNA-Wirkstoffen". Insgesamt hatten sich 50 Unternehmen aus Ostwestfalen-Lippe mit 55 Produkten und Prozessen um den Preis beworben. Die Qualität der Innovationen unterstreicht nach Einschätzung von Jurysprecher Thomas Niehoff, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld, das hohe kreative Potential in den Unternehmen in OWL. Für die OWL Marketing GmbH hob Geschäftsführer Herbert Weber hervor, dass der Wettbewerb als ein wichtiges Instrument im Regionalmarketing für Ostwestfalen-Lippe (OWL) "die Innovationskraft der Unternehmen in OWL hervorragend abbildet und damit zur Imageprofilierung der Region beiträgt".

Der Innovationspreis ist mit insgesamt 30 000 Mark dotiert. Ausgeschrieben wird der Wettbewerb alle zwei Jahre von der OWL Marketing GmbH. Kooperationspartner sind die Industrie- und Handelskammern und die Hochschulen der Region.

Nach Einschätzung der Jury stellt Plasmid-Factory einen besonders gelungenen Spin-off aus dem Hochschulbereich dar. In der Sonderkategorie der "start-ups" erhielt das aus der Universität Bielefeld hervorgegangene junge Unternehmen den Innovationspreis für ihr Analyse-Verfahren von "Plasmid-DNA-Wirkstoffen". Mitgründer des Unternehmens ist Professor Erwin Flaschel von der Technischen Fakultät. Plasmid-DNA wird insbesondere für die Herstellung einer neuen Generation von Impfstoffen benötigt, die sich Erkenntnisse der Gentechnologie zu Eigen machen. Die von Plasmid-Factory entwickelte "Kapillargelelektrophorese" ist nach Unternehmensangaben der erste zuverlässige Qualitätstest zur Prozessanalyse und Endkontrolle von Plasmidstrukturen. Zudem kann die Methode auch zur Reinigung von Plasmiden eingesetzt werden oder Erkenntnisse über Lagerung und Haltbarkeit von DNA-Wirkstoffen liefern. Die neu entwickelte Technologie zur Quantifizierung und Charakterisierung von Plasmid-Topologie-Varianten biete, so die Jury, dem jungen Unternehmen auf dem künftigen Markt biotechnologischer DNA-Wirkstoffe (Gentherapeutika, genetische Impfstoffe) hervorragende Perspektiven.

Seit Januar 2001 bietet die Plasmid-Factory ihren Service in Europa und mittlerweile auch in den USA an.

     
208/2001 27.11.01 "Stunt" beruft Kuratorium ein Studentische Unternehmensberatung: Schnittstelle zwischen Hochschule und der Wirtschaftspraxis (BUZ) "Stunt", die erste Studentische Unternehmensberatung in Bielefeld, hat sich die breite Unterstützung verschiedener Universitäts- und Fachhochschullehrer gesichert. Die 1. Vorsitzende des Vereins "Stunt", Christien Zedler, hat jetzt erstmals das Kuratorium einberufen. Das Kuratorium besteht aus Vertretern der Universität Bielefeld und der Fachhochschule, die die Studentische Unternehmensberatung und die Studierenden beim Brückenschlag zwischen Theorie und Praxis unterstützen wollen. Ihm gehören an: Professor Fred G. Becker von der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften, Christine Doppler (Career Service), die Professoren Karl Krahn (Soziologie), FH-Prorektor Uwe Rössler, Prorektor Gerhard Sagerer (Technische Fakultät), Rektor Dieter Timmermann, Elke Wild (Psychologie), Wolfgang Wittwer (Pädagogik) und Dr. Wolff-Dietrich Webler vom Interdisziplinären Zentrum für Hochschuldidaktik.

Zu den Mitgliedern der Studentischen Unternehmensberatung, die im vergangenen Jahr gegründet worden ist, zählen Studierende der Universität und der Fachhochschule Bielefeld. Charakteristisch für "Stunt" ist der interdisziplinäre Pool der studentischen Berater, die aus nahezu allen Fachbereichen stammen.

"Stunt" sieht sich so: "'Stunt' versteht sich als Schnittstelle zwischen Hochschule und Unternehmen. Die Studierenden erhalten die einzigartige Gelegenheit, ihre Praxiserfahrungen bei der selbständigen Durchführung von Projekten zu erweitern. 'Stunt' ist durch die Vielzahl der bestehenden Fakultäten in der Lage, ein breites Beratungspektrum anzubieten. Dies reicht von klassischen wirtschaftlichen Aufgabenstellungen wie Marketing oder Controlling, über den Human Resource-Bereich bis hin zum IT-Consulting. Eins unserer Anliegen ist es dabei, offen für alle Studierenden zu sein, die sich und ihre Kenntnisse aktiv in die unternehmerische Praxis einbringen möchten. Unser Ziel ist es:

... den Studierenden die Möglichkeit zu geben, das in der Universität erworbene Wissen schon während des Studiums in den Unternehmen zur Geltung zu bringen.

... engagierten Studierenden die Erweiterung ihrer praktischen Erfahrung durch Projekte zu ermöglichen.

... den Unternehmen der Region eine kompetente Beratung kostengünstig anzubieten.

... die Kontakte zwischen den Studierenden und den Unternehmen zu intensivieren sowie neue aufzubauen.

... einen wertvollen Beitrag zum Profil der Bielefelder Hochschulen zu leisten."

     
208/2001 27.11.01 Kunstorte in Gender-Perspektive Arbeitsbedingungen Bildender Künstlerinnen und ihre Präsenz im Kunstbetrieb (BUZ) Im Rahmen des vom Ministerium für Schule, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen geförderten Forschungsprojekts "Provinz und Metropole - Professionalisierungsstrategien von Künstlerinnen im internationalen Vergleich" fand im September ein dreitägiger Workshop über "Kunstorte in Genderperspektive" in der Kunsthalle und in der Universität Bielefeld statt. Seit 1999 befasst sich am Interdisziplinären Frauenforschungs-Zentrum (IFF) der Universität Bielefeld eine Projektgruppe unter Leitung der Bielefelder Kunsthistorikerin Irene Below mit der beruflichen Situation Bildender Künstlerinnen. Nach Ansicht der Projektgruppe kommt es innerhalb des sich zunehmend globalisierenden Kunstbetriebs zu grundlegenden Änderungen der Lebens- und Arbeitsbedingungen Bildender Künstlerinnen und der Rezeption ihrer künstlerischen Arbeit. Ausgehend von dieser Untersuchungshypothese wurde ein mehrstufiges Forschungskonzept ins Auge gefasst, um die Auswirkungen der Veränderungen im internationalen Vergleich an Orten zu untersuchen, die im Kunstbetrieb unterschiedliche Wertigkeiten besitzen. Mit einer ersten empirischen Pilotstudie zu Lebens- und Arbeitsbedingungen Bildender Künstlerinnen und zu ihrer Präsenz in Ausstellungsinstitutionen wurde in der Region Ostwestfalen-Lippe begonnen. Die Ergebnisse sind in der Schriftenreihe des Interdisziplinären Frauenforschungs-Zentrums im Band 11/2001 publiziert: Susanne Albrecht, Irene Below, Angela Kahre: "Die Vorteile des Künstlerinnendaseins. Zur beruflichen Situation von Bildenden Künstlerinnen aus Ostwestfalen-Lippe und zu ihrer Präsenz in Ausstellungsinstitutionen, Verbänden und Netzwerken seit 1970".

Der Expertinnen-Workshop bildete jetzt den Auftakt für die Ausdehnung des Untersuchungsfeldes. Bevor in einem größeren Forschungsprojekt Ausschluss- und Einschlussmechanismen im internationalen, nationalen und regionalen Kunstbetrieb in den verschiedenen Kontinenten exemplarisch unter den Gesichtspunkten von Geschlecht und Geographie untersucht werden, sollten kompetente Gesprächspartnerinnen aus unterschiedlichen Ländern spezifische Kunstorte aus der Sicht von dort Arbeitenden vorstellen. Der Austausch mit Künstlerinnen, Kuratorinnen und Wissenschaftlerinnen aus West- und Osteuropa, Afrika sowie Nord- und Südamerika bot der Projektgruppe zudem die Chance, das bisher konzipierte Projektdesign zur Diskussion zu stellen und einen Kooperationsverbund für die kommende Forschung zu initiieren.

Für nähere Informationen zu den Referentinnen und den Redebeiträgen befindet sich zur Zeit im Internet eine Seite im Aufbau, die unter folgender Adresse zu finden ist: www.uni-bielefeld.de/IFF/aktuelles/akt-tag.html. Kontakt zur Projektgruppe ist über womenartists@ web.de möglich.

    Link
208/2001 27.11.01 Unterstützung und Beratung für Frauen und Mädchen Frauennotruf Bielefeld e.V. Im Folgenden stellt sich hier in der "Bielefelder Universitätszeitung" der "Frauennotruf Bielefeld e.V." vor, der eine "parteiliche Unterstützung und Beratung für Frauen und Mädchen bei (versuchter) Vergewaltigung und anderen sexualisierten Gewalterfahrungen" anbietet. Der FRAUENNOTRUF Bielefeld ist 1982 nach mehreren Jahren der Selbsthilfearbeit entstanden. Heute sind wir eine Beratungsstelle für Frauen aller Nationalitäten ab 16 Jahren, die eine (versuchte) Vergewaltigung oder andere sexualisierte Gewalterfahrungen zum Beispiel Belästigung am Arbeitsplatz oder an der Universität, Telefonterror, Übergriffe durch Ärztinnen und Ärzte oder Therapeutinnen und Therapeuten erleben mussten oder müssen.

Das Beratungsangebot kann sowohl persönlich als auch telefonisch genutzt werden. Beratungen sind kostenlos und auf Wunsch anonym.

Der Verein FRAUENNOTRUF Bielefeld setzt sich aus Psychologinnen, Sozialpädagoginnen und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen zusammen, die ihre Qualifikationen ständig weiter entwickeln.

Mit unserem Beratungs- und Unterstützungsangebot geben wir Frauen die Möglichkeit, sich in einem geschützten Rahmen mit der erlebten Gewalt auseinander zu setzen. Wir helfen bei der Suche nach kompetenten Ärztinnen und Ärzten, Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten, Therapeutinnen und Therapeuten und begleiten die Klientinnen auf Wunsch auch zu den genannten Institutionen und der Polizei. Ein wichtiger Schwerpunkt unserer Arbeit ist auch die Vorbereitung und Begleitung der Klientin bei einem Gerichtsprozess. Bei entsprechender Nachfrage organisieren wir angeleitete Selbsthilfegruppen. Weitere Schwerpunkte unserer Arbeit sind unter anderem die fremdsprachigen Beratungen, die auf russisch und türkisch geführt werden. Innerhalb der interkulturellen Beratung nehmen wir an Fortbildungen teil und geben die Informationen im kollegialen Austausch weiter. Ein anderer Schwerpunkt unserer Arbeit ist die Beratung bei sexueller Gewalt und Diskriminierung an der Hochschule, die alle zwei Wochen an der Universität Bielefeld stattfindet.

Weitere Informationen, Kontakt und Ansprechpartnerinnen: Susanne Ruppert, Melanie Rosendahl, Telefon 0521/124248, Fax 0521/176478, E-Mail: FRAUENNOTRUF.Bielefeld@t-online.de.

     
208/2001 27.11.01 Genomforschung - Internationales Gemeinschaftsprojekt Genom eines Stickstoff-fixierenden Bodenbakteriums unter Bielefelder Beteiligung entschlüsselt (BUZ) Bielefelder Genetiker haben im Rahmen eines vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts in Zusammenarbeit mit einem internationalen Wissenschaftlerkonsortium das dreiteilige Genom eines Bakteriums entziffert und annotiert. Das Bakterium heißt Sinorhizobium meliloti. Es gehört zu den Knöllchenbakterien, die mit Leguminosen-Pflanzen eine Symbiose eingehen, in deren Verlauf es zur Ausbildung von Wurzelknöllchen kommt, in denen die Bakterien leben und den für die Pflanze essenziellen Stickstoff fixieren. Zur Entschlüsselung des Bakteriums äußern sich die daran beteiligten Wissenschaftler der Fakultät für Biologie der Universität Bielefeld, Professor Alfred Pühler und Dr. Stefan Weidner, wie folgt:

Die meisten Pflanzen verwerten mineralischen Stickstoff aus dem Boden oder aus zugeführten Düngemitteln. Die symbiontische Stickstoff-fixierung zwischen Bakterien der Gruppe der Rhizobien und Pflanzen der Gruppe der Leguminosen dagegen stellt eine weitere alternative Quelle fixierten Stickstoffs dar und ermöglicht den Pflanzen Wachstum selbst in nährstoffarmen Böden. Daher kommt dieser Symbiose eine enorme landwirtschaftliche Bedeutung zu. Leguminosen sind eine bedeutende Proteinquelle sowohl für Menschen als auch für die landwirtschaftliche Tierzucht. Sie lassen sich unterteilen in Körnerleguminosen, zu denen bedeutende Pflanzen wie etwa die Sojabohne, Ackerbohne oder Erbse gehören, und Futterleguminosen wie Luzerne oder verschiedene Kleearten. Die Rhizobien-Leguminosen-Symbiose ist meist eine sehr spezifische Interaktion. So geht beispielsweise Sinorhizobium meliloti nur mit Pflanzen der Gattungen Medicago, Melilotus und Trigonella eine Symbiose ein. Die Symbiose zwischen S. meliloti und Medicago sativa (Luzerne) und Medicago truncatula stellt mittlerweile ein Modellsystem dieser Bakterien-Pflanzen-Interaktion dar und wird seit Jahrzehnten weltweit erforscht. Aufgrund der enormen Bedeutung und des großen Interesses an diesem Modellsystem wurde S. meliloti für eine umfassende Genomanalyse ausgewählt.

Das Genom von S. meliloti besteht aus einem Chromosom und aus zwei Megaplasmiden, die als pSymA und pSymB bezeichnet werden. Die Aufteilung des Genoms in drei Replikons gab den Anlass, die Sequenzierung als ein internationales Gemeinschaftsprojekt durchzuführen. Die Sequenzierung des Chromosoms wurde dabei von einem europäischen Konsortium unter französischer Koordination durch das Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS) in Rennes im Rahmen eines durch die Europäische Union geförderten Projektes übernommen. An der Sequenzierung beteiligt waren Gruppen aus Frankreich, Belgien und Deutschland, darunter auch der Lehrstuhl für Genetik der Universität Bielefeld. Das Megaplasmid pSymA wurde an der Stanford-Universität in den USA sequenziert. Das Megaplasmid pSymB wurde als BMBF-Projekt an der Universität Bielefeld unter Leitung von Dr. Stefan Weidner sequenziert. Auch eine Forschergruppe der McMaster-Universität in Hamilton, Kanada, steuerte Teilsequenzen des pSymB-Megaplasmids bei.

Die Sequenzierung des Chromosoms startete im November 1998. An den regelmäßig abgehaltenen Treffen nahmen jeweils alle beteiligten Gruppen teil. Der intensive Austausch zwischen Gruppen mit großer Erfahrung auf dem Gebiet der Genomsequenzierung einerseits und Gruppen mit wissenschaftlicher Expertise auf dem Gebiet der Rhizobien-Forschung andererseits war dem gesamten Vorhaben überaus dienlich. Diese enge Kooperation ermöglichte, den durch eine späte Genehmigung des Bielefelder Megaplasmid pSymB-Sequenzierungsvorhabens eingefahrenen Rückstand wieder wett zu machen. Im Sommer des vergangenen Jahres wurde die Nukleotidsequenz des gesamten S. meliloti-Genoms fertiggestellt.

Die Kenntnis der reinen Basenabfolge eines Genoms lässt direkt noch keine Aussagen über die darin verschlüsselte Information, über Eigenschaften und Fähigkeiten eines Organismus zu. Dazu bedarf es einer genauen Analyse der Sequenz, der Identifizierung potentieller Gene und der Zuweisung möglicher Funktionen, die in der DNA-Sequenz kodiert werden. Dieser Vorgang wird als Annotation bezeichnet und setzt zunächst einen intensiven Computereinsatz voraus. Mittels bioinformatorischer Algorithmen können Vorhersagen über die Lage von Genen getroffen werden. Aus den vorhergesagten Genen lässt sich dann problemlos die Aminosäuresequenz der zugehörigen Proteine ableiten. Diese Sequenzen wiederum werden mi...

     
208/2001 27.11.01 Career Service Die Stelle finden, die zu mir passt (BUZ) Das Büro "Studierende & Wirtschaft" organisiert in Zusammenarbeit mit dem Absolventen-Netzwerk der Universität Bielefeld einen Workshop zum Thema "Life/Work Planning", der am Montag, den 10. Dezember 2001, von 9.30 bis 17.30 Uhr in der Universität Bielefeld stattfindet. Der Workshop wendet sich an Studierende und Absolventen, an Berufstätige und Erwerbslose - kurz an alle, die sich über ihren (weiteren) Berufs- und Lebensweg mehr Klarheit verschaffen möchten. Durchgeführt wird der Workshop von John Carl Webb. Er bietet seit zehn Jahren Seminare zum "Life/Work Planning" in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Schweden, Frankreich und den Niederlanden an.

Dem Workshop liegt das Konzept des "Life/Work Planning" zu Grunde, das der US-amerikanische Arbeitsforscher R.N. Bolles entwickelt hat. Sein 1975 erschienener und jährlich aktualisierter Ratgeber "What Colour is Your Parachute?" gehört in den USA zu den Klassikern zum Thema Arbeits- und Lebensgestaltung.

In diesem Workshop werden zum einen praktische Methoden vorgestellt und in Übungen angewandt, die helfen sollen, eigene Fähigkeiten kennen zu lernen und klar benennen zu können. Zum anderen wird gezeigt, wie man in den gewünschten Tätigkeitsfeldern mit den relevanten Ansprechpartnern zielführenden Kontakt aufnehmen kann.

Für die Teilnahme an dem Workshop ist ein Kostenbeitrag von 30 Mark (Studierende und Nicht-Berufstätige) und 60 Mark (Berufstätige) zu entrichten.


Weitere Informationen und Anmeldung: Career Service, Telefon: 0521/106-4912, oder Absolventen-Netzwerk, Telefon: 0521/106-3794/4147, E-Mail: absolventen.netzwerk@uni-bielefeld.de.

     
208/2001 27.11.01 Vom 27. Januar bis 21. März 2002 im Historischen Museum Nach Berlin ist Bielefeld zweite Station der neuen Wehrmachtsausstellung (H.S.) Unter dem Titel "Verbrechen der Wehrmacht. Dimensionen des Vernichtungskrieges 1941/1944" wird vom 27. Januar bis zum 21. März 2002 im Historischen Museum der Stadt Bielefeld die revidierte "Wehrmachtsausstellung" des Hamburger Instituts für Sozialforschung gezeigt. Es handelt sich nicht um eine Überarbeitung, sondern um eine Neukonzeption. Nach Berlin wird Bielefeld die zweite Station sein. Die erste Ausstellung war von 1992 bis 1994, als Beitrag zum 50. Jahrestag seit Ende des Zweiten Weltkriegs, vorbereitet worden. Zwischen 1995 und 1999 hatte sie in 34 Städten der Bundesrepublik und Österreichs 850000 Besucher angezogen.

Veranstaltet wird die Bielefelder Ausstellung von einem eigens dafür gegründeten Verein. Die alte Ausstellung hatte heftige öffentliche Kontroversen ausgelöst, die in München - dort zeichnete übrigens die Stadt als Veranstalter - einen Höhepunkt erreichten und sogar eine Bundestagsdebatte veranlassten. Kontrovers war und ist die Ausstellung, weil sie jene in der Nachkriegszeit, begünstigt durch Kalten Krieg und Wiederbewaffnung, gepflegte Legende von der "sauberen Wehrmacht" zerstört - ähnlich wie die Judenvernichtung erst wirklich im kollektiven Gedächtnis verankert wurde, nachdem Fernsehserien und der Film "Schindlers Liste" unübersehbar gemacht hatten, was den Historikern längst bekannt war. Vorwürfe der Manipulation und Fälschung, die schließlich auch von Historikern, vor allem in Bezug auf Bilddokumente, erhoben wurden, führten Ende 1999 zu einem Moratorium von rund zwei Jahren. In dieser Zeit prüfte eine unabhängige Historikerkommission die Stichhaltigkeit der Vorwürfe, legte vor einem Jahr einen Bericht vor, und nach dessen Empfehlungen entwickelte das Hamburger Institut die neue Konzeption.

Die Überprüfung hatte ergeben, dass "die Grundaussagen der Ausstellung über die in der Sowjetunion verübten Verbrechen und die teils aktive, teils passive Beteiligung der Wehrmacht an ihnen in der Sache richtig" sind und dem internationalen Forschungsstand entsprechen (Bericht, S. 67). Später (S.76) heißt es: "Die Ausstellung enthält ... keine Fälschungen im Sinne der leitenden Fragestellungen und Thesen." Von den 1433 gezeigten Fotos übrigens haben die Prüfer nur 20 als nicht das Thema betreffend zurückgewiesen. Es gibt wohl keine Ausstellung, die strenger geprüft wurde.

Die neue Ausstellung jedenfalls ist bemüht, durch mehr Differenzierung möglichst weitgehend Missverständnisse zu vermeiden. Gleichwohl wird der geschichtspolitische Kampf um die "richtige" Erinnerung nicht beendet sein.

Die Professoren Eduard Ebel, Peter Lundgreen, Gertrude Lübbe-Wolff und Helmut Skowronek von der Universität Bielefeld sind im Kuratorium der Ausstellung engagiert. Andere Mitglieder der Universität bieten Veranstaltungen im umfangreichen Rahmenprogramm an. Insbesondere Studierende werden als Guides durch die Ausstellung führen. Schon in der Eröffnungsveranstaltung wird Professor Hans-Ulrich Wehler über "Wehrmacht und Nationalsozialismus" sprechen.

     
208/2001 27.11.01 Rasterfahndung Daten müssen gelöscht werden (dpa/BUZ) Die nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerin Gabriele Behler hat an die Studentenwerke und Hochschulrektoren appelliert, arabische Studenten vor Stigmatisierungen zu schützen. In einem Gespräch mit der dpa in Düsseldorf forderte sie die Studentenwerke auf, freie Plätze in Studenten-Wohnheimen vordringlich an arabische Studierende zu vergeben. Nach Berichten arabischer Studenten sind ihre Chancen auf dem freien Arbeitsmarkt nach den Terroranschlägen in den USA und dem Beginn der Rasterfahndung drastisch gesunken.

Die Rasterfahndung bedeute keineswegs das Ende der Internationaliserung an den Hochschulen, unterstrich Behler. Entsprechende Befüchtungen waren aus der deutschen Hochschulrektorenkonferenz und den Allgemeinen Studierendenausschüssen geäußert worden.

"Wir werden die Internationalisierung der Hochschulen in Forschung und Lehre weiterhin mit allem Nachdruck nach vorne bringen", sagte die Wissenschaftsministerin.

Zur Forderung, die Universitäten nach Abschluss der Rasterfahndung über die Ergebnisse ihres Bereiches zu informieren, sagte die Ministerin: "Das ergibt sich automatisch aus dem Polizeigesetz. Selbstverständlich müssen die Hochschulen Wert darauf legen, dass alle Daten, die erhoben werden, entsprechend den Bestimmungen anschließend wieder gelöscht werden."

     
208/2001 27.11.01 Studierendenvertretung Gegen Weitergabe der Daten (BUZ) Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Universität Bielefeld hat sich in Zusammenhang mit der Rasterfahndung an den nordrhein-westfälischen Hochschulen in einer Pressemitteilung vom 12. Oktober "klar gegen die Herausgabe von personenbezogenen Daten" ausgesprochen. In der Presseerklärung heißt es: "Wir wenden uns gegen die Weitergabe dieser Daten, vor allem aus datenschutzrechtlichen Bedenken und einem grundsätzlichen Zweifel am Sinn dieser Ermittlungsmaßnahme." "Es ist unklar, ob und wie die Daten nach Abschluss der Fahndung wirklich gelöscht werden", so AStA-Vorsitzender Martin Lücke.

In Bielefeld und an anderen Hochschulstandorten sei es bereits zu massiven Problemen für muslimische Studierende gekommen, von gekündigten Jobs, Problemen bei der Wohnungssuche bis hin zu verbalen Attacken. "In dieser Situation sollten sich die Hochschulen klar zu einer offenen und multikulturellen Gesellschaft bekennen, um rassistischen Entwicklungen entgegenzuwirken", so Martin Lücke weiter, "statt dessen geben sie fast kommentarlos die Daten ihrer Studierenden weiter".

Abschließend heißt es, dass der AStA die Universität auffordere, "klar Stellung zu beziehen und die Betroffenen schriftlich über die Weitergabe ihrer Daten zu informieren".

     
208/2001 27.11.01 Fakultät für Soziologie "Medien" - Neuer Praxisschwerpunkt (BUZ) Mit Beginn des Sommersemesters 2002 wird an der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld ein neuer Praxisschwerpunkt "Medien" für Studierende des Hauptstudiums eingerichtet. Vor dem Hintergrund der Dynamik im Medienbereich, der zunehmenden Omnipotenz und Differenzierung der Massenmedien gewinnen mediensoziologische Kompetenzen in vielfältigen Gesellschafts-, Forschungs- und Anwendungsbereichen an Relevanz. Der zukünftige Praxisschwerpunkt wird sich daher insbesondere der theoretischen und empirischen Analyse der gesellschaftlichen Rolle der Medien sowie ihrer Operationsbedingungen widmen. Darüber hinaus wird angestrebt, neue Berufsperspektiven für Soziologinnen und Soziologen zu eröffnen.

Weitere Informationen sind im Dekanat der Fakultät für Soziologie oder bei Dr. Barbara Hölscher, Telefon: 0521/106-3850, E-Mail: barbara.hoelscher@uni-bielefeld.de, sowie Dr. Petra Pansegrau, Telefon: 0521/106-4672, E-Mail: petra@iwt.uni-bielefeld.de), zu erhalten.

     
208/2001 27.11.01 Gesundheitswissenschaften Gesundheitszirkel für Studierende (BUZ) An der Universität Bielefeld ist unlängst zum ersten Male ein Gesundheitszirkel für Studierende eingerichtet worden. Das Modell der Gesundheitszirkel wird bereits vielfach erfolgreich in Betrieben der unterschiedlichsten Branchentypen eingesetzt, so auch für Beschäftigte der Universität Bielefeld. Initiiert haben das Modellprojekt die Arbeitsgruppe Bevölkerungsmedizin der Fakultät für Gesundheitswissenschaften (Leiter: Prof. Dr. Krämer), der Steuerkreis Gesundheit, der die Einbindung des Projektes in die Betriebliche Gesundheitsförderung der Universität Bielefeld gewährleistete, und die Landesunfallkasse (LUK) NRW, die das Projekt sowohl finanziell als auch inhaltlich unterstützte.

Ziel des Gesundheitszirkels war eine subjektive Analyse der Beeinträchtigungen des Wohlbefindens von Studierenden im Arbeits- und Lebensraum Hochschule sowie die Entwicklung von Verbesserungsvorschlägen.

In einem Diskussionsforum auf der Homepage des Gesundheitszirkels (www.uni-bielefeld.de/gesundhw/ag2/gesundhz) haben nun alle Studierenden die Möglichkeit, sich an der Diskussion mit Vorschlägen zur Förderung der Gesundheit an der Hochschule zu beteiligen. Ansprechpartnerinnen für das Modellprojekt Gesundheitszirkel für Studierende sind Sabine Meier, MPH, Telefon 0521/106-4266, und Dr. Christiane Stock, Telefon 0521/106-4257.

    Link
208/2001 27.11.01 Neuer Internet-Auftritt der Universität Bielefeld www.uni-bielefeld.de und eKVV - Übersicht und Nutzwert dominieren (M.P.) Die Internet-Seiten der Universität Bielefeld haben ein neues Gesicht. Seit diesem Wintersemester präsentiert sich die Universität mit einem komplett überarbeiteten Internet-Auftritt. Im Gegensatz zum alten Auftritt stehen gute Übersichtlichkeit, klare Gestaltung und benutzerfreundliche Zugänge im Mittelpunkt der neuen Web-Site. Eine besondere Bedeutung kommt den Benutzer-Portalen zu, die Informationen für Gäste, Schüler und Schülerinnen, Studierende, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Universität sowie Wissenschaftler bieten. Auch für die Presse, die Absolventen der Universität und Interessenten aus den Reihen der Wirtschaft wurden eigene Zugänge geschaffen. Dabei stehen Aktualität und Verlässlichkeit der Information sowie ein schneller Zugriff auf die Inhalte im Mittelpunkt.

Eingebettet werden diese Informationen in ein konsistentes Erscheinungsbild. Ausgehend von der Homepage, auf der die drei Blöcke Universität, International und Benutzer erste Wege vorgeben, gelangt der Nutzer zu übersichtlich gestalteten Folgeseiten mit einheitlicher Menüführung. Pull-Down-Menüs auf jeder Seite führen zu den Inhalten der Homepage, wobei eine hierarchische Nutzerführung - verbunden mit einem dementsprechend angelegtem Dateisystem - Orientierung in der komplexen Struktur der Universität bietet.

Erstmals wird an der Universität Bielefeld ein "Content-Mangement-System" (Roxen) eingesetzt, das Inhalt und Form voneinander trennt. Es bietet die Möglichkeit, vorhandene und neue Inhalte leicht in das neue Gerüst zu übertragen. Das bringt erhebliche Vorteile für diejenigen, die Daten einpflegen. Farben, Schriftarten und Logos werden automatisch angepasst, so dass vorhandene Inhalte unmittelbar in das neue Layout integriert werden können.

Darüber hinaus stehen mit einer datenbankbasierten Termin- und Veranstaltungsdatenbank, einer A-Z-Liste und dem neuen eKVV zentrale Dienste zur Verfügung, die den Nutzwert des neuen Internet-Auftritts erhöhen.

Vor allen Dingen das eKVV - das elektronische Kommentierte Vorlesungsverzeichnis -, das im Rahmen des Bielefelder Informationssystems (BIS) entwickelt wurde, stellt in Sachen Aktualität und Nutzwert eine wesentliche Bereicherung des bisherigen Angebots dar (<a href="http://bis.uni-bielefeld.de" class="intern">http://bis.uni-bielefeld.de</a>). Studierende haben die Möglichkeit, aus Vorlesungen und Seminaren ihre persönlichen Stundenpläne zusammenzustellen und diese auch auszudrucken. Dabei können Kriterien wie Studienfach, Lehrender, Zeit, Semesterzahl und freie Suchangaben kombiniert werden. Die daraus resultierende Liste kann dann in einem visuellen Stundenplan ("myKVV") angezeigt werden, so dass zum Beispiel zeitliche Überschneidungen zu sehen sind und Alternativtermine unmittelbar ausgewählt werden können. Die übersichtliche Informationsgestaltung und die durchdachte Programmierung werden jedoch nicht nur die Studierenden zu schätzen wissen, auch für die Fakultäten, die die Daten für das gedruckte Vorlesungsverzeichnis jetzt nur noch über eine browserbasierte Schnittstelle in die Datenbank eingeben müssen, ergeben sich große Vorteile. Das gedruckte Vorlesungsverzeichnis wird zwar weiterhin erscheinen, aber es erhält seine Daten direkt aus dem eKVV. Auch müssen kommentierte Vorlesungsverzeichnisse der Fakultäten nicht mehr gesondert angefertigt werden, diese werden vielmehr über eine Druckoption unmittelbar erstellt.

Verantwortlich für den neuen Internet-Auftritt ist der Informationsmanager der Universität Bielefeld, Dr. Markus Paulußen. Auf seinen Seiten - www.uni-bielefeld.de/im - erfährt man mehr über den neuen Auftritt und die Umsetzung. Markus Paulußen hat zusammen mit dem Hochschulrechenzentrum innerhalb eines Jahres die neue Web-Site gestalterisch, konzeptionell und technisch realisiert. Da ein solches umfangreiches Projekt nicht von Anfang an alle Bereiche der Universität abdecken kann, werden Fakultäten und Institute sukzessive umstellen, dabei aber im Rahmen der Vorgaben ihre eigenen Identitäten behalten und entwickeln. Das eKVV wurde vom Bielefelder-Informations-System unter Leitung von Volker Möhle initiiert und von Henning Brune programmiert.

  Link
208/2001 27.11.01 Vortragsreihe von Rektorat und Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung Unkontrollierbare Gewaltspirale? (BUZ) Die terroristischen Ereignisse des 11. September haben manche Gewissheiten, Sicherheiten und Zukunftsaussichten ins Rutschen gebracht. Zahlreiche Fragen werden aufgeworfen, und die Suche nach Deutungen des Terrors, der damit verbundenen politischen und religiösen Motive sowie der gesellschaftlichen Folgen, auch für die deutsche Gesellschaft, haben zugenommen. Das Rektorat und das Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld veranstalteten deshalb eine Vortragsreihe mit renommierten Wissenschaftlern bundesrepublikanischer Universitäten. In dieser öffentlichen Vortragsreihe "Unkontrollierbare Gewaltspirale?" sollten die Ereignisse des 11. September in New York und in Washington sowie die Folgen aus dem Blickwinkel eines Amerikanisten, Islamwissenschaftlers, Historikers und Politikwissenschaftlers sowie eines Konfliktforschers aufgearbeitet werden. Das Leitmotiv der Vortragsreihe war wohlweislich mit einem Fragezeichen versehen, weil die Dynamiken, die mit dem "11. September" in Gang gesetzt worden sind, in ihren Ursachen, ihren zukünftigen Abläufen und den internationalen wie nationalen Folgen bisher kaum angemessen beschrieben werden können. Wenn schon keine definitiven Erklärungen vorrätig seien, so die Anlage der Vortragsreihe, so sollten doch aus fünf verschiedenen Perspektiven wenigstens Deutungen und plausible Annahmen über den Terror und seine gesellschaftlichen Folgen angestellt werden.

Herfried Münkler, zuständig für die Theorie der Politik an der Humboldt-Universität in Berlin, konzentrierte sich auf die Frage: Sind wir im Krieg? Dass er dies bejahte, hängt mit den ständigen Veränderungen des Krieges, vor allem mit seiner Entstaatlichung zusammen. Bestenfalls zehn Prozent aller Kriege seien noch Staatenkriege. Gewaltmärkte und warlords, so in Anklang an Georg Elwert, bestimmten zusehends die verdunkelte Szenerie. Terrorismus, so Münkler nun, sei nicht etwas ganz anderes als die herkömmliche Kriegsführung, sondern nur eine Verschiebung der Schwerpunkte und Kampfzonen. Er sei, so Münkler mit Bezug auf Clausewitz, eine Re-Barbarisierung der Kampfweise, durch die der Kampf vom Schlachtfeld als Ort des physischen Kräftemessens in einen Angriff auf die zivilen Nervenzentren und die Moral des zum Feind Erklärten verlagert wird, und das ohne vorherige Ankündigung und Kriegserklärung.

Die religiöse Unterfütterung der Terroranschläge in den USA lag im Fokus des Augsburger Gewaltforschers Peter Waldmann. Seine Ausgangsprämissen gruppierten sich einerseits darum, dass es Terrorismus nicht eigentlich um den Zerstörungseffekt seiner Aktion geht, sondern um das Signal. Danach ist Terrorismus eine Art Kommunikationsstrategie, die zugleich als Provokation der Macht verstanden werden muss. Diese sei in den USA auf die Spitze getrieben worden, zumal keine Forderungen gestellt, sondern die Qualität der Tat selbst schon zum Signal wurde; sie ist aufs Ganze gerichtet. Es bleibt eine vieldiskutierte Frage, in welchem Verhältnis in diesem Fall die islamistische Ausdeutung des Islam und der Terrorismus stehen. Insbesondere eine Aufklärung des starken Anstiegs islamistischen Terrors seit den 80er Jahren gelte es nachzugehen, so Waldmann. Den Hauptnährboden sieht er in der Abwehr des globalen Modernisierungs- und Säkularisierungstrends einerseits sowie dem Schutz und der Rückkehr zu einer ausschließlich auf religiösen Grundlagen beruhenden Gemeinschaftsform. Zusammengeschlossen wird dies durch die enge Verknüpfung von Religion und Politik. Die Antriebskraft der Ausweitung des islamistischen Terrors durch Gruppen insbesondere aus der arabischen Welt sind nach Waldmann durch die drei Elemente der fehlgeleiteten Modernisierung, der Staatskrisen und der neo-kolonialen Situation in diesen Ländern markiert.

Dass es Reaktionen auf die Terroranschläge geben würde, war abzusehen. Welche Qualität sie haben und auf welchem kulturellen und politischen Untergrund sie basieren, stand im Mittelpunkt des Vortrages von Berndt Ostendorf, Experte für nordamerikanische Kulturgeschichte der Universität München. Die Versuchungen der Rache und die Grenzen der Vergeltung markierten seinen Rahmen. Dabei zeigte er sechs Gründe für die Popularität von Rache in der amerikanischen politischen Kultur auf: das Fortwirken und die zeitweilige Radikalisierung der theokratischen Gründungsideologie, die Personifizierung von Schuld, die manichäische Einteilung zwischen Gut und Böse - so genannte "killer-oppositions", die Tradition des Populismus, ein religiös und fundamentalistisch motivierter Rechtsruck und schließlich die "win-or-loose"-Ideologie.

Ostendorf, ein bekennender Sympathisant Nordamerikas, warnte mit dieser Analyse vor fatalen falschen Strategien, die vor allem aus amerikanischer Sicht eines ausblenden: Die Suche nach den strukturellen Ursachen des Terrors.

Als vorletzte Redn...

     
208/2001 27.11.01 Qualitative Methoden in der Gesundheits- und Pflegeforschung Zurück zum Patienten ? (DS/ME) Methodenfragen standen im Zentrum der Aufmerksamkeit, als vom 21. bis 22. September annähernd 160 Forscher und Interessierte zum Symposium "Qualitative Gesundheits- und Pflegeforschung" in der Stadthalle Bielefeld zusammen kamen. Die vom Institut für Pflegewissenschaft an der Universität Bielefeld (IPW) und der Fakultät für Gesundheitswissenschaften verantwortete Veranstaltung war Teil der gemeinsamen wissenschaftlichen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP) und der Deutschen Gesellschaft für Medizinsoziologie (DGMS). International seit langem etabliert, hielten die Gesundheitswissenschaften wie auch die Pflegewissenschaft in Deutschland erst in den 1990er Jahren Einkehr in die Hochschullandschaft. Mittlerweile aber schreitet der Ausbau der Forschung in beiden Disziplinen rasant voran, weshalb Methodenfragen zunehmend auf die Tagesordnung rücken. Weil qualitative Verfahren in beiden Disziplinen traditionell hohes Gewicht haben, konzentrierte sich die Veranstaltung auf verschiedene interpretative Forschungstraditionen und deren Anwendung. Ziel war es, den Methodendiskurs anzuregen und einen interdisziplinären Gedankenaustausch zu ermöglichen. Folglich waren nicht nur Gesundheits- und Pflegewissenschaftler zu dem Symposium geladen. Auch ausgewiesene Vertreter der Sozialwissenschaften beteiligten sich an der zweitägigen Veranstaltung. Zu den namhaften Referenten zählten u.a. Fritz Schütze (ehemals Universität Bielefeld, derzeit Marburg), Tilman Allert (Frankfurt/Main), Gabriele Rosenthal (Göttingen) und Stefan Hirschauer (Bielefeld). Aber auch ausländische Gäste, wie Adele Clark, Nachfolgerin von Anselm Strauss auf dem Lehrstuhl für Soziologie an der University of California/USA, sowie dessen langjährige Mitarbeiterin Juliet Corbin (Edmonton/Alberta, Kanada) und schließlich Susan Rifkin von der London School of Economics beteiligten sich an dem Symposium.

Den Eröffnungsvortrag hielt Doris Schaeffer, Professorin an der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld und selbst seit langem in der qualitativen Forschung engagiert. In ihrem Beitrag hob sie die gewachsene Tradition der qualitativen Forschung in Deutschland hervor. Gesundheitsfragen hätten dabei lange vor der universitären Etablierung der Gesundheitswissenschaften und der Pflegewissenschaft eine entscheidende Rolle gespielt. Während sie die Anfangsära der Methodendiskussion als eine "Blütezeit der patientenorientierten Forschung" charakterisierte, würde sich das Interesse der Forscher inzwischen allerdings mehr und mehr auf das Versorgungssystem richten. Es gehe immer seltener darum, Erkenntnisse für eine bedarfs- und bedürfnisgerechte Versorgung und Betreuung der Patienten zu gewinnen. Statt dessen dominieren Effektivitäts- und Effizienzgesichtspunkte in der Forschung. Diese Abkehr vom Patienten ist - so Doris Schaeffer - nicht ohne Auswirkungen auf den Umgang mit Methodenfragen geblieben. Sie werden in der Gesundheits- und Pflegeforschung heute eher pragmatisch gehandhabt. Trotz unbestreitbarer Vorteile dürfte diese Entwicklung für die beiden noch jungen Wissenschaftsdisziplinen langfristig abträglich sein. Fragen der Methodenentwicklung kommen auf diese Weise zu kurz. Dies gilt auch für die Methodenausbildung, die in beiden Disziplinen insbesondere im Bereich der qualitativen Forschung noch keineswegs die ihr gebührende Aufmerksamkeit erfährt.

Wie sehr sich die deutsche Situation von der im englischsprachigen Ausland unterscheidet, wurde in dem Vortrag von Adele Clark deutlich. Sie zeigte, wie breit das Spektrum der Themen, aber auch der Ansätze und Vorgehensweisen in der internationalen qualitativen Gesundheits- und Pflegeforschung inzwischen ist. Ursächlich dafür sei u.a., dass beide Disziplinen im englischsprachigen Ausland sehr viel längere Zeit existierten, universitär breiter verankert seien und in den vergangenen Jahren viel in die Methodenentwicklung und -ausbildung investiert hätten. Clark betonte, dass diese Anstrengungen nicht monodisziplinär angegangen wurden. Vielmehr seien sie von einem disziplinübergreifenden Methodendiskurs begleitet und inspiriert worden. Es bestand Einvernehmen dahingehend, dass eine vergleichbare Entwicklung hierzulande noch aussteht.

Eines aber zeichnete diese Methodenveranstaltung vor allem anderen aus: die gelungene Verbindung von Grundsatzreferaten und Anwendungsbeispielen. Zugleich wurde das mittlerweile beachtliche Themenspektrum der qualitativen Gesundheits- und Pflegeforschung anschaulich gemacht. E...

     
208/2001 27.11.01 Fakultät für Gesundheitswissenschaften Moderne Unterrichtsprogramme zur Persönlichkeitsstärkung (BUZ) Seit ihrer Gründung hat sich die Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld intensiv um die Gesundheitserziehung und die Entwicklung moderner Lehrpläne bemüht. Unter maßgeblichem Einfluss der Arbeitsgruppe "Prävention und Gesundheitsförderung" von Professor Dr. Klaus Hurrelmann ist inzwischen ein Bestseller für den Unterricht an allen weiterführenden Schulen der Jahrgänge 6 bis 9 auf dem Markt: Das soziale Lernprogramm "Erwachsen werden". Die in den letzten Jahren erstellte deutschsprachige Fassung dieses ursprünglich in den USA eingesetzten, von der gemeinnützigen Lehrplanorganisation "Quest" entwickelten Programms wurde inzwischen über 12.000 Mal von Lehrern aus ganz Deutschland angefordert. "Hier handelt es sich wohl um den ersten Lehrplan in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschlands, der nicht von den Kultusministerien initiiert wurde und trotzdem eine flächendeckende Verbreitung an insgesamt schon etwa 5.000 Schulen in Deutschland gefunden hat", sagt Klaus Hurrelmann.

Unter seiner Leitung wurde mit Unterstützung von NRW-Schulministerin Gabriele Behler nach einer Erprobungsphase die erste deutsche Fassung des Unterrichtsprogramms an mehreren Schulen im Bielefelder Raum erprobt. Anfang 1997 lag dann die vollständige deutsche Ausgabe vor. Sie wurde von der Wohltätigkeitsorganisation "Lions Club Germany" tatkräftig unterstützt. Vor kurzem ist eine völlig überarbeitete Auflage des Unterrichtsprogramms fertiggestellt worden, die auf die Anregungen von vielen Lehrern und Eltern eingeht.

Ziel der Unterrichtsmaterialien ist es, Schülerinnen und Schüler im Alter von 10 bis 15 Jahren auf die selbstständige Bewältigung der Aufgaben ihrer Lebensphase vorzubereiten. "Die Philosophie des Programms ist, Jugendliche mitsamt den Problemen ihres Alters und ihres Alltags ernst zu nehmen, auf ihre Gefühle einzugehen und ihnen den Wert gesellschaftlicher Werte zu verdeutlichen. Dazu gehören Toleranz und Achtung anderen Menschen gegenüber, Verantwortung für sich und andere und Engagement in sozialen Angelegenheiten. Das Programm setzt also in erster Linie auf die Stärkung des jugendlichen Selbstvertrauens", so Hurrelmann.

An der Universität Bielefeld sind noch weitere Unterrichtsprogramme entstanden: das "Bielefelder Suchtpräventionsprogramm" und das "Anti-Ecstasy-Programm".

In einer der letzten Ausgaben der Zeitschrift "Test" der Stiftung Warentest wurden die neuen Unterrichtsprodukte zusammen mit anderen in Deutschland entwickelten Programmen zur Stärkung der Lebenskompetenz von Schülerinnen und Schülern positiv bewertet. "Darüber haben wir uns natürlich besonders gefreut. Die Stiftung Warentest hat damit zum Ausdruck gebracht, dass auch Unterrichtsmaterialien einer ganz normalen öffentlichen Qualitätskontrolle unterliegen sollten." Mehr im Internet unter
<a href="http://bis.uni-bielefeld.de/infomanager/SilverStream/Pages/Pressemitteilungen_Detail_Web.html?query=+PRESSEMITTEILUNGEN.ID+%3d+6844" class="intern">www.uni-bielefeld.de | Aktuelles | Pressemitteilungen | Pressemitteilung Nr. 150/2001</a>.

     
208/2001 27.11.01 Förderverein gegründet Schüler aus 25 Ländern erhalten Förderunterricht durch Studierende (BUZ) Bessere Noten, erfolgreiche Versetzung oder Schulwechsel von der Hauptschule zu Real- und Gesamtschulen - das sind erste Erfolgsmeldungen des Projektes "Förderunterricht für Schülerinnen und Schüler nicht deutscher Herkunftssprache". Im März dieses Jahres war das Projekt von der Universität Bielefeld in Kooperation mit der Stadt Bielefeld, den Schulen und der Schulverwaltung sowie der Regionalstelle zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien aus der Taufe gehoben worden. Mittlerweile kommen 135 Schülerinnen und Schüler ein bis drei Mal pro Woche in die Universität und werden von 36 Lehramtsstudierenden und Studierenden des Faches "Deutsch als Fremdsprache" unterrichtet. Die Schülerinnen und Schüler kommen aus 25 Ländern und besuchen die Schulkassen fünf bis elf aller Schulformen. Sie erhalten gezielten Förderunterricht nicht nur in Deutsch sondern auch in den anderen Fächern. Davon profitieren nicht nur die Schüler, sondern auch die Studierenden, die Praxiserfahrung sammeln können. Sie können sich in einem Begleitsseminar zusätzliche Qualifikationen aneignen, zudem wird der Förderunterricht wissenschaftlich begleitet und konzeptionell weiterentwickelt. Finanziert wird das Projekt zur Zeit von der Stadt Bielefeld, der Sparkassen-Stiftung, dem Verein "Pro Bielefeld" und der Universität Bielefeld.

Mittlerweile gibt es eine Warteliste mit interessierten Schülerinnen und Schülern. Grund genug für die Initiatoren des Projektes, Dr. Reiner Schmidt und Beatrix Hinrichs M.A. von der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft der Universität Bielefeld, einen Förderverein zu gründen. Der Verein hat sich zur Aufgabe gemacht, weitere Sponsoren für das Projekt zu werben, aber auch grundsätzlich Fördermaßnahmen zusätzlich zum regulären Unterricht zu unterstützen. Zudem sollen spezielle Lehrmaterialien entwickelt und die Schulabschlussmöglichkeiten von Schülerinnen und Schülern nicht deutscher Herkunftssprache gefördert werden.

Die Gründungsmitglieder des neuen Vereins - unter ihnen Jürgen Heinrich, OWL-Marketing GmbH, und Prof. Dr. Joachim Frohn, Bielefeld 2000plus -, wählten Dr. Andrea Frank, Referentin des Prorektors für Lehre, Studienangelegenheiten und Weiterbildung, zur Vorsitzenden. Ihr Vertreter ist Emir Sag vom Interkulturellen Büro der Stadt Bielefeld. Zudem gehören dem Vorstand Mürsel Pamuk, Vater zweier am Projekt beteiligter Kinder, und der Projektinitiator Reiner Schmidt, an. Damit sind die Projekt tragenden Gruppen - wie die Stadt Bielefeld, die Universität, die Eltern und die Projektmitarbeiter - im Vorstand vertreten.

     
208/2001 27.11.01 Fakultät für Soziologie Prof. Dr. Jörg Bergmann   Prof. Dr. Jörg Bergmann, zuletzt Justus-Liebig-Universität Gießen, ist im September zum Professor für Methoden der empirischen Sozialforschung mit dem Schwerpunkt qualitative Methoden an der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld ernannt worden. Jörg Bergmann, 1946 in Landsberg/Lech geboren, studierte zunächst Theaterwissenschaft, dann Psychologie an der Universität München und promovierte 1980 in Konstanz mit der Arbeit "Interaktion und Exploration: Eine konversationsanalytische Studie zur sozialen Organisation der Eröffnungsphase von psychiatrischen Aufnahmegesprächen". Ebenfalls an der Universität Konstanz habilitierte sich Bergmann 1986 mit der Habilitationsschrift "Klatsch als Gattung der alltäglichen Kommunikation: Zur Sozialform der diskreten Indiskretion".      
208/2001 27.11.01 Deutsche Physikalische Gesellschaft Aktionsbündnis für die Schulphysik (DPG/BUZ) Veranstaltungen für junge Leute haben an vielen Universitäten Tradition. Der Nachwuchsmangel in den Naturwissenschaften - etwa im Fach Physik - ist für die Hochschulen längst ein Thema. Die Angebote für Schülerinnen und Schüler sind vielfältig und reichen von Schnupperkursen bis hin zu Laborbesuchen. In diesen Rahmen fällt auch die "Herbstakademie Physik", die Anfang Oktober an den Universitäten in Bielefeld, Bonn und Dortmund stattfanden. Trotz Ferienzeit nahmen an Vorlesungen und Workshops einige hundert Mittel- und Oberstufenschüler teil. Eine weitere Veranstaltung wandte sich explizit an Lehrerinnen und Lehrer: Der "Tag der Schulphysik" am 6. November, dessen Ursprung auf das Jahr 1998 zurückgeht und zu dem die Universitäten in Nordrhein-Westfalen - ebenso die Fakultät für Physik der Universität Bielefeld - Vorträge und Diskussionsrunden anboten, um den Dialog zwischen Lehrkräften und Wissenschaftlern zu fördern und damit die Kooperation zwischen Schule und Universität voranzutreiben. Die Veranstaltungen wurden vom Land Nordrhein-Westfalen unterstützt und standen unter der Schirmherrschaft der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG).

Weitere Informationen im Internet unter:

    Link
208/2001 27.11.01 Fakultät für Rechtswissenschaft Feierstunde für die erfolgreichen Absolventen   Eine Rose und eine Fakultätsbroschüre überreichten Dekan Prof. Dr. Stephan Barton und seine Kollegen im Rahmen einer Feierstunde an die erfolgreichen Absolventen der Fakultät für Rechtswissenschaft. Fakultät und die Fachschaft Jura hatten Ende des vergangenen Semesters zu dieser Veranstaltung eingeladen, in deren Mittelpunkt die Festansprache "Zukunftsperspektiven junger Juristinnen und Juristen" von Dr. Dieter Finzel, Präsident der Rechtsanwaltskammer beim Oberlandesgericht Hamm, stand. Ihrem humorvollen Rückblick auf Studien- und Prüfungszeit gab die Absolventin Katrin Holtgrewe den Titel "Echt fertig!" und sprach damit vielen ihrer Juristenkollegen aus der Seele.      
208/2001 27.11.01 Transferstellen auf der Existenzgründer-Messe Kompetenznetzwerk
"Gründung aus Hochschulen"
(BUZ/MSWFNRW) Sieben nordrhein-westfälische Hochschulen haben sich erstmals auf einem gemeinsamen Stand auf der START-Messe in Essen mit dem Kompetenznetzwerk "Gründung aus Hochschulen" präsentiert. Das Netzwerk der Transferstellen der RWTH Aachen, der Universitäten Bielefeld und Wuppertal sowie der Fachhochschulen Aachen, Bochum, Gelsenkirchen und Niederrhein hat sich der Sensibilisierung und Qualifizierung ihrer Studenten und Absolventen für Unternehmensgründungen angenommen.

"Die Initiative der NRW-Hochschulen ist ein weiterer wichtiger Baustein, um das Gründungsklima an den Hochschulen entscheidend zu verbessern und die Strukturen der Gründungsunterstützung weiter zu entwickeln", sagte Wissenschaftsministerin Behler. Die Gründung innovativer, technologieorientierter Unternehmen aus Hochschulen sei eine effiziente Form des Wissens- und Technologietransfers. "Aufgrund der oftmals überdurchschnittlichen Wachstumsdynamik tragen diese neuen Unternehmen zur Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit unserer Volkswirtschaft bei." Die Schaffung eines "gründerfreundlichen Klimas" an den Hochschulen sei deshalb von großer Bedeutung.

Das noch im Aufbau befindliche Kompetenznetzwerk "Gründung aus Hochschulen" will die Leistungsvielfalt der NRW-Hochschulen im Bereich der Gründungsförderung darstellen. Das Netzwerk ist im Internet unter www.gruendung-aus-hochschulen.de zu erreichen.

    Link
208/2001 27.11.01 Emeritierung Peter Lundgreen   Anlässlich seiner Emeritierung erhielt der Bielefelder Historiker Peter Lundgreen (l.), mehrmaliger Dekan der Fakultät für Geschichtswissenschaft und Philosophie sowie ehemaliger Prorektor für Struktur, Planung und Bauangelegenheiten, von Jürgen Büschenfeld die u.a. mit Unterstützung durch die Universitätsgesellschaft publizierte Festschrift "Wissenschaftsgeschichte heute", deren Beiträge von der Wissenschaft als sozialem System, von ihrem Verhältnis zu Wirtschaft und Politik sowie zur Kultur handeln.      
208/2001 27.11.01 Fakultät für Geschichtswissenschaft und Philosophie Dr. Paul Nolte   Dr. Paul Nolte, Privatdozent an der Fakultät für Geschichtswissenschaft und Philosophie der Universität Bielefeld, hat den Ruf auf eine Professur für Geschichte an der International University Bremen angenommen.      
208/2001 27.11.01   Reiner Niebuhr   Reiner Niebuhr, Regierungsangestellter an der Universität Bielefeld, ist im September im Alter von 53 Jahren gestorben. Reiner Niebuhr war seit dem 1. Juni 1975 in der Technischen Betriebsverwaltung als Meister für Schwachstrom- und Telekommunikationsanlagen beschäftigt. Die Universität trauert um einen allseits geschätzten Kollegen und Mitarbeiter.      
208/2001 27.11.01 Fakultät für Gesundheitswissenschaften Prof. Dr. Klaus Hurrelmann   Prof. Dr. Klaus Hurrelmann, Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld, setzt sich in der Ende Oktober erschienenen Beilage zur Wochenzeitung Das Parlament in einem Essay für eine stärkere Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an politischen Entscheidungen ein. Er plädiert für eine Machtverlagerung in den demokratisch gewählten Parlamenten. Die junge Generation sei hier gar nicht vertreten. Sie gehöre nach den Spielregeln des parlamentarischen Systems faktisch nicht zum "Volk". In den Parlamenten sei daher neben der Frauenquote auch eine Jugendquote erforderlich.      
208/2001 27.11.01 Gleichstellungsplan Zielvorgaben sollen bis 2003 erreicht sein (BUZ) Der Kanzler der Universität Bielefeld, Hans-Jürgen Simm, hat im September den "Gleichstellungsplan für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Technik und Verwaltung der gesamten Universität" bekannt gegeben. Der Gleichstellungsplan ergänzt und konkretisiert den "Rahmenplan zur Gleichstellung von Frauen und Männern an der Universität Bielefeld" im Bereich Technik und Verwaltung fakultäts- und einrichtungsübergreifend für die gesamte Universität (mit Ausnahme der Universitätsbibliothek) und ist Teil des Frauenförderplanes der Universität gemäß den Vorgaben des Landesgleichstellungsgesetzes.

Der Gleichstellungsplan ist im Verwaltungsnetz eingestellt (Laufwerk "X:", Ordner "rundverfuegungen") und steht somit auch in elektronischer Form zur Verfügung.

     
208/2001 27.11.01 Fakultät für Physik Einweihung der Stadtbahnhaltestelle   Zur Einweihung der Stadtbahnhaltestelle zeigte die Fakultät für Physik neben einfachen Physik-Experimenten auch ein Spektrum von so genannten XMR-Technologien als Resultate aktueller Spitzen-Forschung. Hinter dem Begriff XMR verbirgt sich eine neue Klasse von spinabhängigen elektrischen Transport-(GMR) oder Tunnel-(TMR) Phänomenen, die als eine der aufregendsten Entdeckungen der Physik der letzten Jahre gewertet werden. Innerhalb kürzester Zeit haben beide Effekte Anwendung in der state-of-the-art Sensor- oder Computertechnologie gefunden und z.B. entscheidend in den Wettlauf um immer höhere Speicherdichten eingegriffen. Die Eigenschaft der Elektronen, nicht nur Ladung zu tragen, sondern auch über ein magnetisches Moment, den Spin, zu verfügen, spielt bei diesen Phänomenen die entscheidende Rolle. In der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Günther Reiss in der Fakultät für Physik wird an diesen Phänomenen geforscht und damit bereits das Pionierzeitalter der Spinelektronik begonnen. Neben der XMR-Technologie stellte Dr. Bernhard Holzapfel vom IFW-Dresden, einem mit der Fakultät für Physik kooperierenden Forschungsinstitut, ein Modell einer supraleitenden Schwebebahn vor. Wie von Geisterhand geführt, konnten die Besucher beobachten, wie eine Modellbahn über magnetische Schienen geführt wird. Kernstück dieses Modells ist ein Hochtemperatursupraleiter. Dieser stellt in der aktuellen Festkörperforschung ebenfalls eine auf Magnetismus beruhende Innovationstechnologie dar.      
208/2001 27.11.01 Fakultät für Biologie Duftgarten und Garten für Blinde   Duftgarten und Garten für Blinde: Einige größere botanische Gärten haben seit längerem eine Ecke eingerichtet, in der neben den normalen Etiketten auch solche in Blindenschrift angebracht sind. Diese Idee ist jetzt an der Universität Bielefeld von der Abteilung Ökologie und der Gärtnerei der Fakultät für Biologie ebenfalls verwirklicht worden. "Die typischen Gewürz- und Küchenpflanzen", - sagte der Bielefelder Ökologe Siegmar-Walter Breckle bei der Eröffnung des Duftgartens - "haben oft einen charakteristischen Geruch, andere fühlen sich besonders typisch an, wie die kalten, glatten Rhabarberblätter. Hier ist der Tastsinn und der Geruchssinn gefragt. Je nach Jahreszeit können unterschiedliche Pflanzen in den Containern wachsen, das Sortiment wird also nicht immer dasselbe sein. Man kann also immer wieder daran vorbeigehen und sich in Ruhe die verschiedenen Düfte einprägen oder die verschiedenen Oberflächen der Blätter abtasten. Ich wünsche diesem kleinen Duft- und Blindengarten einen erfolgreichen Start und wünsche ihm viele Besucher aus nah und fern und später auch zusätzliche Erweiterungsmöglichkeiten. Allen, die zum Gelingen beigetragen haben, nochmals ein herzliches Dankeschön, insbesondere auch der Universitätsgesellschaft." Das Foto zeigt von links Biologie-Dekan Wolfram Beyschlag, Gartenmeister Detlef Balten, Heidi Thielke und Siegmar-Walter Breckle.      
208/2001 27.11.01 Fakultät für Wirtschaftswissenschaften Festkolloquium zum 60. Geburtstag von Professor Joachim Frohn   Die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Bielefeld hatte aus Anlass des 60. Geburtstages von Professor Joachim Frohn zu einem Festkolloquium eingeladen. Frohn gehört zu den ersten Professoren der Bielefelder Fakultät für Wirtschaftswissenschaften und hat ihren Aufbau und ihre Entwicklung entscheidend mitgeprägt. Er gehört, wie in der Laudatio von Professor Lothar Knüppel von der Universität Osnabrück deutlich wurde, zu den profiliertesten Wissenschaftlern auf dem Gebiet der Ökonometrie in Deutschland, der sich auch international engagierte. 1995 wurde er von der EU-Kommission mit dem Aufbau der China Europe International Business School in Shanghai beauftragt und war von 1995 bis 1997 deren Gründungspräsident. Joachim Frohn, ehemaliger Prorektor für Finanz- und Personalangelegenheiten, ist Mitglied im Internationalen Statistischen Institut und im Vorstand der Deutschen Statistischen Gesellschaft, deren langjähriger Vorsitzender er war. Im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Statistischen Gesellschaft erhielt er unlängst zu seinem 60. Geburtstag eine ihm gewidmete Festschrift mit dem Titel "Econometric Studies". Das Foto zeigt (von links): die Professoren Helmut Lütkepohl (Berlin), Ralph Friedmann (Saarbrücken), Volker Böhm, Joachim Frohn, Rektor Dieter Timmermann, Dr. Almut Steger von der Deutschen Statistischen Gesellschaft und Professor Lothar Knüppel (Osnabrück).      
208/2001 27.11.01 Fakultät für Pädagogik Prof. Dr. Dieter Timmermann   Prof. Dr. Dieter Timmermann, Fakultät für Pädagogik und Rektor der Universität Bielefeld, ist Vorsitzender der im Oktober von Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn eingesetzten Kommission zu "Finanzierung lebenslangen Lernens". Der Kommission gehören weitere vier Professoren an: Uschi Backes-Gellner (Köln), Gerhard Bosch (Wissenschaftszentrum NRW), Gisela Färber (Speyer) und Bernd Nagel (Kassel). Die Expertinnen und Experten sollen bis Mitte des Jahres 2002 einen Zwischenbericht und Ende des Jahres 2003 ihren Abschlussbericht vorlegen. Das Gesamtkonzept solle - so Bulmahn - einhergehen mit dem Memorandum der Europäischen Union zum "Lebenslangen Lernen" und auch die Vorstellungen, die im Bündnis für Arbeit oder im Forum Bildung erarbeitet werden, einschließen. Entwicklungen des Arbeitsmarktes, Fragen der Finanzierung und Verbindung von Lern- und Arbeitszeiten stehen dabei im Vordergrund. Es geht darüber hinaus um Fragen, wie sich der demographische Wandel auf die Bildungsbeteiligung auswirkt oder wie ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer oder benachteiligte Gruppen am "Lebenslangen Lernen" teilhaben können.      
208/2001 27.11.01 Fakultät für Rechtswissenschaft Prof. Dr. Hans Schulte-Nölke   Prof. Dr. Hans Schulte-Nölke ist im Oktober zum Professor für Bürgerliches Recht, Europäisches Privatrecht, Rechtsvergleichung, Deutsche und Europäische Rechtsgeschichte an der Fakultät für Rechtswissenschaft der Universität Bielefeld ernannt worden. Hans Schulte-Nölke, 1963 in Brilon geboren, studierte Rechtswissenschaft an der Universität Münster, war anschließend Mitglied im Graduiertenkolleg Rechtsgeschichte in Frankfurt am Main und promovierte 1994 an der Universität Münster, wo er bis 1997 Wissenschaftlicher Assistent war. Von 1998 bis 1999 hielt er sich als Senior Researcher am Forschungszentrum für Unternehmensrecht der Universität Nijmegen auf. Im Jahr 2000 habilitierte sich Schulte-Nölke an der Universität Münster mit der Schrift "Europäisches Verbrauchervertragsrecht und deutsches Bürgerliches Gesetzbuch". Seine Schwerpunkte in Forschung und Lehre liegen sowohl auf dem Gebiet des geltenden Rechts als auch in der Rechtsgeschichte. Das Lehr- und Forschungsprogramm zum geltenden Recht erstreckt sich über die Felder Europäisches und Internationales Wirtschaftsrecht, Europäische Rechtsangleichung, Privatrecht der Europäischen Union, Rechtsvergleichung, Vertragspraxis, Verzug und Zinsen, Vertriebsrecht, Verbraucherrecht. Die rechthistorische Lehre und Forschung umfasst insbesondere die gemeinsamen Grundlagen der Europäischen Rechtsordnungen, das Entstehen der nationalen Rechtsordnungen sowie Justiz und Rechtspraxis vom Sachsenspiegel bis zum 20. Jahrhundert. Außerdem wirkt Hans Schulte-Nölke an der juristischen Fortbildung von Rechtsanwälten in den Bereichen Europäisches Wirtschaftsrecht, Vertriebsrecht sowie neues deutsches Schuldrecht mit.      
208/2001 27.11.01 Fakultät für Pädagogik Prof. Dr. Uwe Sander   Prof. Dr. Uwe Sander, zuletzt Universität Rostock, ist im Oktober zum Professor für Medienpädagogik in Verbindung mit Jugendbildung an der Fakultät für Pädagogik der Universität Bielefeld ernannt worden. Sander, 1955 in Leopoldshöhe geboren, studierte an der Universität Bielefeld Mathematik, Pädagogik, Psychologie und Philosophie und promovierte 1985 bei Dieter Baacke mit der Arbeit "Vorstellungswelten und Handlungspläne 13- bis 15jähriger Jungen und Mädchen im biographischen Zusammenhang". 1996 habilitierte er sich mit der Schrift "Kommunikation im Spannungsfeld von Nähe und Distanz. Pädagogische Konsequenzen mediatisierter Beziehungsmuster", für die er den Habilitationspreis der Westfälisch-Lippischen Universitätsgesellschaft erhielt. Sander, langjähriges Mitglied der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur in der Bundesrepublik Deutschland, gehört zu den profiliertesten Medienpädagogen. Seine Forschungen weisen ihn als Vertreter einer sozialökologischen Medienwissenschaft/ Medienpädagogik aus.      
208/2001 27.11.01 Fakultät für Geschichtswissenschaft und Philosophie Katja Roeckner   Katja Roeckner, Magistra der Fakultät für Geschichtswissenschaft und Philosophie der Universität Bielefeld, erhielt den diesjährigen Gustav-Engel-Preis des Historischen Vereins für die Grafschaft Ravensberg e.V. Durch den Preis, den Katja Roeckner für ihre Magisterarbeit über die Bielefelder Industrie in den Jahren von 1924 bis 1929 vom Vorsitzenden des Vereins, Eberhard Delius, im Bielefelder Rathaus erhielt, sollen der geschichtswissenschaftliche Nachwuchs, die Forschung zur Geschichte der Stadt Bielefeld sowie die Beziehungen zwischen der Region und der Universität Bielefeld verstärkt werden. In ihrer Magisterarbeit erforschte Katja Roeckner die Entwicklung von drei Unternehmen der drei wichtigsten Industriezweige bis zur Weltwirtschaftskrise: die Anker-Werke, die Mechanische Weberei und die Vereinigte Wäschefabrik Juhl & Helmke, heute Museum Wäschefabrik, in dem die Bielefelder Historikerin Mitarbeiterin ist.      
208/2001 27.11.01 Fakultät für Soziologie Dr. Joanna Pfaff-Czarnecka   Dr. Joanna Pfaff-Czarnecka, zuletzt Universität Bonn und Vertreterin einer Professur an der Universität Bielefeld, ist im Oktober zur Professorin für Sozialanthropologie an der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld ernannt worden. Joanna Pfaff-Czarnecka, 1956 in Warszawa geboren, studierte in Zürich Ethnologie, Rechtswissenschaft, Publizistik und Volkskunde, wo sie 1989 mit einer auf ausgiebigen Feldforschungen beruhenden Dissertation über Nepal ("Macht und rituelle Reinheit") promovierte. Ihre Habilitationsschrift, mit der sie sich 2001 an der Universität Zürich habilitierte, bringt mit einer Ethnopolitologie der Entwicklung in Nepal ihre wissenschaftliche Beschäftigung mit der Himalayaregion zu einem Abschluss. Joanna Pfaff-Czarnecka, die sich weiterhin mit ethnologischen Aspekten der Entwicklungszusammenarbeit befasst und mit Themen der Globalisierung, gehört - neben den Professoren Mathias Albert und Rudolf Stichweh - dem Vorstand des Instituts für Weltgesellschaft der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld an.      
208/2001 27.11.01 Fakultät für Chemie Prof. Dr. Drs. h.c. Achim Müller   Prof. Dr. Drs. h.c. Achim Müller, Fakultät für Chemie der Universität Bielefeld, erhielt vom Forschungsminister der Republik Frankreich den Prix Gay-Lussac/ Humboldt für das Jahr 2001. Müller gehört (ebenso wie der Bielefelder Rechtswissenschaftler Christoph Gusy) zu den je bis zu fünf jährlich ausgewählten französischen und deutschen Preisträgern, die auf exemplarische Weise zur Entwicklung der deutsch-französischen Wissenschaftskooperation beigetragen haben. Inzwischen ist dem Bielefelder Chemiker eine weitere Ehrung zuteil geworden. Müller erhält den Sir Geoffrey Wilkinson-Preis 2001 für seine hervorragenden Forschungsbeiträge auf dem Gebiet der Anorganischen Chemie. Dieser Preis wurde 1989 von Elsevier Science gestiftet und gilt als die höchste Auszeichnung für Anorganiker. Er wurde bisher an die international bekannten Anorganiker Sir Geoffrey Wilkinson (Nobelpreis, Imperial College), Richard H. Holm (Harvard), Fred W. Hawthorne (UCLA), Lord Lewis of Newnham (Cambridge, UK) sowie an den Ehrendoktor der Fakultät für Chemie der Universität Bielefeld F. Albert Cotton (Texas A&M) verliehen.      
208/2001 27.11.01 Fakultät für Soziologie Prof. Dr. Franz-Xaver Kaufmann   Prof. Dr. Franz-Xaver Kaufmann, Emeritus an der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld, erhielt den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen. Obwohl Schweizer Staatsbürger, hat Franz-Xaver Kaufmann den größten Teil seines Lebens in Nordrhein-Westfalen verbracht und von hier aus maßgebliche und bleibende Impulse in seiner Fachwissenschaft, der Soziologie, in der Hochschulentwicklung sowie im öffentlichen Leben gesetzt. "Er hat" - so sagte Wissenschaftsministerin Gabriele Behler bei der Verleihung des Verdienstordens - "diese drei Bereiche im Sinne einer gesellschaftlich verantworteten Wissenschaft verbunden. Er hat Forschung und Lehre an der Universität immer in Bezug auf die gesellschaftliche Praxis und das Gemeinwohl gesehen und dazu beigetragen, den Gesellschaftswissenschaften und auch der Universität eine neue Wendung hin zu Gesellschaft und Politik zu geben. Professor Kaufmann hat die Gründungsjahre der Universität Bielefeld und insbesondere der Fakultät für Soziologie entscheidend mitgestaltet. Familie, Sozialpolitik und Religion - das waren und das sind die großen Arbeitsgebiete, auf denen Franz-Xaver Kaufmann die Wissenschaft und die Gesellschaft mitgeprägt hat. Sein Leitgedanke war und ist 'Modernität und Solidarität', wie auch die Festschrift zu seiner Emeritierung heißt."      
208/2001 27.11.01 Fakultät für Soziologie Dr. Wolfgang Hein   Dr. Wolfgang Hein vertritt im Wintersemester 2001/02 an der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld die Professur "Entwicklungsplanung und Entwicklungspolitik". Hein ist Privatdozent am Institut für Politische Wissenschaft der Universität Hamburg und seit 1988 Wissenschaftlicher Referent am Deutschen Übersee-Institut. Er studierte Geschichte, Politikwissenschaft und Soziologie an der Universität Konstanz, an der Ohio State University und am Institute of Development Studies (Brighton, England). Er promovierte an der Universität Konstanz mit einer Dissertation zum Thema "Kapitalakkumulation im Weltmaßstab, Nationalstaat und nationale Entwicklung in einem Ölland: Das Beispiel Venezuela" und habilitierte sich mit der Schrift "Autozentrierte agroindustrielle Entwicklung". Hein ist Mitherausgeber der Zeitschriften Peripherie und Nord-Süd aktuell und publizierte mehrere Monographien und Sammelbände zu Problemen der Entwicklungstheorie, Globalisierung und nachhaltiger Entwicklung.      
208/2001 27.11.01 Technische Fakultät 100. Doktortitel   Die Technische Fakultät der Universität Bielefeld hat zum 100. Mal den Doktortitel verliehen, und zwar an Regine Lümen, die als Chemikerin ihre Ausbildung in der Universität Bielefeld erhalten und sich dann dem modernen Zweig der Biotechnologie zugewandt hatte. Erfreut zeigte sich Professor Jürgen Lehmann, in dessen Arbeitsgruppe die Promotion durchgeführt wurde, dass Regine Lümen der Region Ostwestfalen-Lippe erhalten bleibt. Dies sei, so sagte Lehmann, vor allen Dingen der Gründung der Firma INNOVATIS im Technologiezentrum WEGE zu verdanken, in der sie eine Anstellung gefunden hat. Die hunderste Doktorin in der Fakultät befasste sich in der Arbeitsgruppe Zellkulturtechnik mit Grundlagenforschungsproblemen bei der Isolierung und Charakterisierung von E-Selektin-bindenden Gangliosiden aus humanen Granulozyten, also mit Molekülen, die im menschlichen Körper bei Entzündungsreaktionen das Verhalten weißer Blutkörperchen beeinflussen. Jetzt ist sie für den wissenschaftlichen Einsatz der Produkte der Firma INNOVATIS mitverantwortlich. Mit großem Engagement hat sie ihre Tätigkeit schon vor Abschluss des Promotionsverfahrens dort aufgenommen. Nicht zuletzt wohl auch deshalb, weil sie ihren neuen Chef, Dr. Frank Gudermann, schon aus der Zeit kannte, in der sie beide gemeinsam wissenschaftliche Arbeiten in der der Arbeitsgruppe Zellkulturtechnik durchgeführt haben. Dass Absolventen der Universität Bielefeld in Ostwestfalen-Lippe ihre Zukunft sehen, ist im Bereich der Biotechnologie ein neuer Aspekt, der von der Stadt Bielefeld durch die Ansiedlung des Technologiezentrums ermöglicht wurde und der mit dem Ausbau der Biotechnologie in Ostwestfalen-Lippe einen Anfang genommen hat. Das Foto zeigt (von links): Prof. Dr. Johannes Müthing, Dr. Dirk Lütkemeyer, Dr. Regine Lümen sowie die Professoren Jürgen Lehmann und Heinz Egge.      
208/2001 27.11.01   Nachkontakte mit ausländischen Absolventen sollen verbessert werden   (M.R.)Die Universität Bielefeld will auf Anregung des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) die ausländischen Studierenden stärker als bisher in das Absolventen-Netzwerk integrieren.

Ausländische Studierende sind, wenn sie einmal die Universität verlassen haben, schwer oder gar nicht mehr zu erreichen. Die vom DAAD empfohlene Nachkontaktarbeit ist - obwohl der Netzwerkgedanke in vielen Ländern ausgeprägter ist als hierzulande - dann kaum mehr möglich. Das soll sich jetzt ändern.

Das Absolventen-Netzwerk konzentriert sich in seiner jetzt verstärkt aufgenommenen Nachkontaktarbeit zunächst auf die stark an der Universität Bielefeld vertretenen Länder Südkorea, Polen und China. Vier Studentinnen aus diesen Ländern unterstützen das Absolventen-Netzwerk darin, den Netzwerkgedanken im Heimatland bekannt zu machen. Sie verfolgen das langfristige Ziel, in den Heimatländern regionale Netzwerke aufzubauen. Ganz konkret werden die Bedürfnisse der derzeit in Bielefeld und der bereits ins Heimatland zurückgekehrten Studierenden mit Hilfe eines Fragebogens eruiert. Im Laufe des Wintersemesters wird sich jedes dieser Länder mit einem "Ländertag" präsentieren. Hier soll unter anderem dafür geworben werden, auch nach dem Studium mit der Universität Bielefeld im Kontakt zu bleiben.

Nähere Informationen dazu im Absolventen-Netzwerk, Telefon 0521/106-3794 oder E-Mail: absolventen.netzwerk@uni-bielefeld.de.

     
208/2001 27.11.01 Europäisches Jahr der Sprachen NRW-Abschlussveranstaltung mit Ministerin Behler Festival der Sprachen: Mittelosteuropa (BUZ) In der Universität Bielefeld findet am Donnerstag, 20. Dezember, die Abschlussveranstaltung des Landes Nordrhein-Westfalen zum Europäischen Jahr der Sprachen (EJS) statt. NRW-Wissenschaftsministerin Gabriele Behler und der Saarbrücker Sprachforscher Professor Albert Raasch werden im Auditorium maximum um 10.00 Uhr die Ergebnisse des Jahres der Sprachen vorstellen und die Bedeutung und künftigen Aufgaben des Fremdsprachenunterrichts im vereinigten Europa skizzieren. Das kulturelle Rahmenprogramm gestalten das Musik-Duo Müther/Dasch und mehrere Schulen.

Ausgewählte Projekte, die für das Europäische Jahr der Sprachen realisiert wurden, werden ab 12.30 Uhr in der Zentralen Universitäts-Halle und auf mehreren Bühnen vorgestellt.

Der Nachmittag ist ab 15.00 Uhr dem "Festival der Sprachen: Mittelosteuropa" gewidmet, der letzten Veranstaltung der diesjährigen EJS-Aktivitäten von Universität und Volkshochschule Bielefeld.

Ein breitgefächertes Programm mit Vorträgen, Filmen, Perfomances und sprachlichen Schnupperkursen lädt zur Begegnung mit Sprachen und Kulturen Mittelosteuropas ein. Die "Singenden Herzen", ein Chor, der sich in der Slawistik-Abteilung der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft gegründet hat, werden osteuropäische Lieder vorstellen. Ein Konzert der Musikerinnen Roswitha Dasch und Katharina Müther im AudiMin beschließt das Festival. Das aktuelle Programm findet sich im Internet unter:

    Link
208/2001 27.11.01 Verein zur Förderung ausländischer Studierender Auszeichnung der chinesischen Studentin Jianya Dou   Eine seiner letzten Amtshandlungen, allerdings nicht als Kanzler, sondern als ehemaliger Vorsitzender des Vereins zur Förderung ausländischer Studierender, nahm Karl Hermann Huvendick mit der Auszeichnung der chinesischen Studentin Jianya Dou vor. Sie erhielt den mit 1500 Mark dotierten und zum fünften Mal vergebenen Preis des Fördervereins. Preisträger sind ausländische Studierende, die sich in besonderer Weise um das Miteinander von deutschen und ausländischen Studierenden verdient gemacht haben. Der Verein will damit deutlich machen, dass ausländische Studierende die Hochschulgemeinschaft in kultureller und akademischer Hinsicht bereichern. Jianya Dou studiert im 5. Semester VoIkswirtschaft an der Universität Bielefeld und hat bereits den Großteil ihrer Vordiplomklausuren mit hervorragendem Erfolg bestanden. Sie hat darüber hinaus durch vielfältigen persönlichen Einsatz das Bemühen der Universität Bielefeld um eine verstärkte Internationalisierung unterstützt und zu einem aktiven Zusammenleben ausländischer und deutscher Studierender beigetragen. Engagiert hat sie sich u.a. im "Brother-Sister-Programm" und außerdem im Projekt "Begegnungen in der Schule - Meet an international student", ein vom DAAD gefördertes Projekt gegen ausländerfeindliche Tendenzen. Jianya Dou ist seit Beginn des Jahres Präsidentin des Vereins chinesischer Studenten und Wissenschaftler in Bielefeld. In dieser Funktion ist sie bemüht, eine interkulturelle Brücke zu schlagen, um so eine Integration der chinesischen Gäste zu ermöglichen. Sie wird als eine der ersten "Botschafterinnen" der Universität Bielefeld versuchen, in Kooperation mit dem Absolventen-Netzwerk e.V. ein Netzwerk von ehemaligen Bielefelder Studierenden aus China zu knüpfen, vor allem auch in ihrem Heimatland.      
208/2001 27.11.01 Fakultät für Rechtswissenschaft Prof. Dr. Christoph Gusy   Prof. Dr. Christoph Gusy, Fakultät für Rechtswissenschaft der Universität Bielefeld, erhielt vom französischen Ministerium für Forschung den Prix Gay-Lussac/Humboldt für das Jahr 2001. Der von der französischen Regierung in Kooperation mit der Alexander von Humboldt-Stiftung vergebene Preis wird jährlich an je bis zu fünf französische und deutsche Wissenschaftler verliehen. Er prämiert Forschungsarbeiten über das jeweils andere Land, die deutsch-französischen Beziehungen und gemeinsame Forschungsvorhaben von deutschen und französischen Wissenschaftlern. Christoph Gusy erhielt die Auszeichnung auf Vorschlag der Université Robert Schuman (Straßburg).      
208/2001 27.11.01 Zentrum für Wissenschaftliche Weiterbildung Dritte Bielefelder Weiterbildungsbörse   Die Universität Bielefeld und das Zentrum für Wissenschaftliche Weiterbildung an der Universität Bielefeld e.V. (ZWW) präsentierten sich mit Weiterbildungs- und Transferprogrammen auf der dritten Bielefelder Weiterbildungsbörse im September in der Stadthalle Bielefeld. Mehr als 50 Bildungsträger und Beratungseinrichtungen waren auf der Messe vertreten, die den Besuchern ein breites Spektrum an beruflichen Aus- und Weiterbildungmöglichkeiten boten. Dr. Gernot Graeßner und Ursula Bade-Becker von der Kontaktstelle Wissenschaftliche Weiterbildung, die den Messeauftritt koordinierten, waren mit dem Zuspruch auf der Börse zufrieden. Nicht nur die dort präsentierten Programme, auch allgemeine Informationen zu Studienmöglichkeiten der Universität wurden gut nachgefragt. Am Stand nahmen Petra Hansmersmann (Europa Intensiv), Antje Heuer (Master of Science Epidemiologie), Christine Jendrike (Fernstudium Congress- und Tagungsmanagement), Katrin Fleger (Personalentwicklung und Betriebliche Bildung), Jürgen Kucharz (SAFE/PFAU), Sigrid Matzick (Fernstudium Angewandte Gesundheitswissenschaften), Volker Wittenbröker und Matthias Berghoff (AMMMa AG), Brigitte Suhre, Siegfried Brauner, Heinz-Dieter Kirse und Dr. Bernd Hörster von der Interessenvertretung STUDIEREN AB 50 die Gelegenheit wahr, ihre Projekte zu vertreten.      
208/2001 27.11.01 Technische Fakultät Grundstudiums-Zentrum Informatik eröffnet   Das Grundstudiums-Zentrum der Technischen Fakultät der Universität Bielefeld ist jetzt bezogen worden und bietet angehenden Informatikern hervorragende Studienbedingungen in den Diplom-Studiengängen Naturwissenschaftliche Informatik und Molekulare Biotechnologie sowie in den Bachelor-Studiengängen Mediengestaltung sowie Bioinformatik und Genomforschung. In diesem modernen Dienstleistungszentrum für die Lehre sind 95 Arbeitsplätze, das Digitalelektronische Praktikum sowie ein Tutoren- und Beratungsraum eingerichtet. Fast eine halbe Million Mark sind in das Zentrum investiert worden, 300.000 Mark hat das Land Nordrhein-Westfalen aus Sondermitteln für den Ausbau der Bioinformatik dazugeschossen.      
208/2001 27.11.01 Bachelor-Studiengang und neuer Promotionsstudiengang Bioinformatik und Genomforschung (BUZ) Die Technische Fakultät der Universität Bielefeld hat erstmals zum Wintersemester den neuen Bachelor-Studiengang "Bioinformatik und Genomforschung" angeboten. Mit dem Studiengang reagiert die Universität Bielefeld auf den Nachwuchsmangel in der Bioinformatik und Genomforschung. Bioinformatik und Genomforschung werden in Form eines integrierten Gesamtkonzeptes zusammengefügt. Mit einem spezifischen Lehrkanon wird ein für die Biowissenschaften neuer Denkansatz vermittelt. Das Ausbildungsprogramm lehrt die Studierenden, wie in der Genomforschung Daten in großen Mengen erzeugt werden und wie diese Daten mittels Bioinformatik effizient verarbeitet und interpretiert werden können. Neben allgemeinen Grundlagen der Informatik und der Biologie werden daher Kenntnisse und Methoden der experimentellen Gewinnung, Speicherung, Verarbeitung, Visualisierung und Auswertung biologischer Daten vermittelt.

Die Regelstudienzeit bis zum Abschluss der Bachelor-Prüfung beträgt sechs Semester. Die Prüfungen werden nach einem Leistungspunkte-System studienbegleitend durchgeführt, das kompatibel mit dem European Credit Transfer System (ECTS - Europäisches System zur Anrechnung von Studienleistungen) ist.

Aufbauend auf dem BA-Studiengang wird die Technische Fakultät einen PhD-Studiengang "Bioinformatik und Genomforschung" einrichten. Diesen Promotionsstudiengang im Rahmen der "International Graduate School in Bioinformatics and Genomeresearch" der Universität Bielefeld hat NRW-Wissenschaftsministerin Gabriele Behler jetzt genehmigt.

Weitere Informationen finden sich im Internet unter:

    Link
208/2001 27.11.01 Schülerinnen und Schüler der Laborschule Sponsorenlauf   Eine Rekordsumme in Höhe von 57 500 Mark konnten die Schülerinnen und Schüler der Laborschule an der Universität Bielefeld nach ihrem Sponsorenlauf präsentieren. Insgesamt 3500 Kilometer sind die 680 Kinder gelaufen, gehüpft, getanzt, geklettert oder mit dem Kickboard und den Inline-Skatern gefahren. Insgesamt gab es zehn Sportstationen. Für die sportlichen Anstrengungen haben sie sich von der Familie, den Nachbarn oder Freunden finanziell unterstützen lassen. Mindesteinsatz für eine Aktionsrunde war eine Mark. Das Engagement der Kinder hat sich vor allem für die Partnerschaftsschulen in Nicaragua - in Esteli und Miraflor - gelohnt. Von der gesponsorten Summe übergaben die Organisatorinnen Brunhild Zimmer, Rita Deterding und Christine Biermann sowie beteiligte Kinder 41 500 Mark an Erika Stückrath (vorn in der Mitte) vom Welthaus Bielefeld. Damit sollen in den Schulen in Nicaragua unter anderem neue Klassenräume eingerichtet und Lernmaterial angeschafft werden. Die restlichen 15 000 Mark werden für die Anschaffung von Sportgeräten in der Laborschule genutzt.      
208/2001 27.11.01 Wissenschaft im Radio Campusradio Bielefeld erhält GMK-Preis (BUZ) Das Campusradio für Bielefeld, "Hertz 87,9", gehört zu den diesjährigen Dieter Baacke-Preisträgern der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK). Der von Bielefeldern Studierenden betriebene Sender wird für das Projekt "Hertz Junior" ausgezeichnet. "Hertz Junior" vermittelt "kinderleichte Wissenschaft im Radio" und wird vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft im Rahmen des Programms "Wissenschaft und Gesellschaft im Dialog" gefördert.

Mit dem bundesweit ausgeschriebenen Preis werden beispielhafte Projekte prämiert, die im Umfeld der Bildungs-, Sozial- und Kulturarbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien entstanden sind. Im Mittelpunkt der Auszeichnung steht - wie bei "Hertz Junior" - die medienpädagogische Projektarbeit. Der in diesem Jahr zum ersten Mal vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und der GMK gemeinsam ausgelobte neue "Dieter Baacke-Preis" erinnert an den 1999 gestorbenen Professor für Medienpädagogik an der Universität Bielefeld und langjährigen GMK-Vorsitzenden.

     
208/2001 27.11.01 Neue ZiF-Forschungsgruppe Wie man zu einem fairen Kompromiss findet (BUZ) Verhandlungserfolge sind keine Glückssache. Ob es um Unternehmensfusionen geht, wie bei Deutscher Bank und Dresdner Bank, oder um politische Lösungen, wie sie für die Konflikte auf dem Balkan oder im Nahen Osten gesucht werden. Verhandlungserfolge sind auch keine Glückssache bei Ehescheidungen oder internationalen Bürgerprotesten am Beispiel des jüngsten G7-Treffens in Genua - stets geht es um die Befriedigung und den Ausgleich von Interessen auf bilateraler oder multilateraler Ebene. Am Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld diskutierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen Ländern und Disziplinen vom 11. bis zum 13. Oktober im Rahmen einer Eröffnungskonferenz zum Thema "Modeling Group Decision Processes", wie Verhandlungsprobleme über strukturgebende Verfahren gelöst werden können.

Die Eröffnungskonferenz war die Auftaktveranstaltung der ZiF-Forschungsgruppe "Procedural Approaches to Conflict Resolution - Designing Analytical Support for Interactive Group Decision Making", die sich bis August 2002 mit der theoretischen Entwicklung und empirischen Überprüfung praktikabler und gegebenenfalls institutionalisierbarer Prozeduren zur Unterstützung von Gruppenentscheidungen und zur Mediation von Konflikten befassen wird. Die Forschungsgruppe schöpft dabei aus dem interdisziplinären Querschnitt von Ökonomie, Politik, Rechtswissenschaft, Spieltheorie, Philosophie, Psychologie, Mathematik und Informatik. Wissenschaftliche Leiter der Forschungsgruppe sind die Professoren Matthias Raith, Fakultät für Wirtschaftswissenschaft der Universität Magdeburg, sowie Joachim Rosenmüller und Walter Trockel von der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Bielefeld.

Eine ausführliche Beschreibung findet sich auf der Webseite der Forschungsgruppe: http://www.uni-magdeburg.de/entrepreneurship/ZIF/


Kontakt und weitere Informationen: Olaf Gaus, Telefon 0521/106-2776, oder Tagungsbüro des ZiF: Telefon 0521/106-2768.

    Link
208/2001 27.11.01 Institut für Bevölkerungsforschung und Sozialpolitik Prof. Dr. Herwig Birg   Prof. Dr. Herwig Birg, Institut für Bevölkerungsforschung und Sozialpolitik (IBS) der Universität Bielefeld, ist zum Präsidenten der im Juni 2001 neu gegründeten Deutschen Gesellschaft für Demographie (mit Sitz in Berlin) gewählt worden. Vizepräsident ist Prof. Dr. Eckart Elsner vom Statistischen Landesamt Berlin. Die Geschäfte der neuen Gesellschaft führt Dr. E.-Jürgen Flöthmann (IBS). In einer Erklärung der Deutschen Gesellschaft für Demographie heißt es, dass die Bevölkerungsentwicklung "nicht nur die Industrieländer, sondern auch die Entwicklungsländer mit ihren wachsenden Populationen und die durch internationale Wanderungsströme geprägte Welt als Ganzes vor drängende Probleme" stelle, für deren Lösung Fachwissen unabdingbar sei. Dieses Wissen soll durch die Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Demographie geschaffen, in die Praxis umgesetzt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Die Gesellschaft habe sich zum Ziel gesetzt, "Politik und Öffentlichkeit bei der Nutzung dieses Wissens zu unterstützen".      
208/2001 27.11.01 Tagung des Europäischen Netzwerkes "CROME" Männer in Europa Lange Zeit galten Begriffe wie "Mann" und "Männlichkeit" als unhinterfragte Selbstverständlichkeiten. "Geschlecht" (Gender) wurde mit "Weiblichkeit" verbunden, während in beruflichen und politischen Kontexten Männer als "geschlechtsneutral" galten. Diese Situation hat sich jedoch im letzten Jahrzehnt deutlich verändert. Heute ist unbestritten, dass "Geschlecht" und "Geschlechterverhältnisse" genauso von Frauen wie von Männern handeln. Diese "Vergeschlechtlichung" (Gendering) von Männern gibt wissenschaftlichen und politischen Analysen über Männer in der Gesellschaft eine neue Richtung und bedeutet zugleich einen Wandel im persönlichen Alltag von Männern. "Mannsein", "Männlichkeit" und "Männlichsein" wird verändert und weniger eindeutig empfunden und wahrgenommen.

Das Netzwerk "CROME" (Critical Research on Men and Masculinities in Europe), das vom 5. bis 7. Oktober 2001 in Köln tagte, versucht durch vergleichende Analysen die Praktiken von Männern zu verstehen, die Geschlechterverhältnisse und politische Antworten auf diese im jeweiligen sozialen und kulturellen Kontext hervorbringen. Ausgangspunkt ist das Verständnis von "Männern" und "Männlichkeit" als soziale und kulturelle Konstruktionen, die reale Formen und Auswirkungen auf das Alltagsleben haben. Von der EU gefördert, setzt sich das Netzwerk aus weiblichen und männlichen Geschlechterforschern aus zehn Ländern - Estland, Finnland, Deutschland, Irland, Italien, Lettland, Norwegen, Polen, Russische Föderation und England - zusammen. Deutschland wird von Prof. Dr. Ursula Müller von der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld vertreten. Langfristig ist die Einbeziehung weiterer europäischer Länder geplant.

Ein Hauptinteresse des Netzwerkes ist der Austausch mit anderen Forschungsgruppen, Politikverantwortlichen und Praktikerinnen. Dazu wurde erstmalig der so genannte Interface-Workshop in Köln veranstaltet, bei dem Vertretern und Vertreterinnen aus Politik, Wissenschaft und verschiedenen Praxisfeldern ein Austauschforum geboten wurde. Erste Ergebnisse der Forschungsarbeit des Netzwerkes und deren Bedeutung für politische Entscheidungen wurden diskutiert und Barrieren in der Geschlechterpolitik, insbesondere von der Perspektive der "Männerpolitik" identifiziert. Diese mit einer begrenzten Fachöffentlichkeit begonnene Diskussion soll im nächsten Jahr auf einem zweiten Interface-Workshop in Polen im Rahmen einer größeren Öffentlichkeit weitergeführt werden.

Astrid Jacobsen

     
208/2001 27.11.01 Kommission für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs Fakultät für Soziologie Auszeichnung der besten Abschlussarbeiten im Rahmen der Absolventenverabschiedung   Das sehr hohe Qualitätsniveau der Diplomarbeiten lobte Prof. Dr. Elmar Lange, Vorsitzender der Kommission für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs der Fakultät für Soziologie, bei der Auszeichnung der besten Abschlussarbeiten im Rahmen der Absolventenverabschiedung der Fakultät für Soziologie. Zehn von 28 Diplomarbeiten hätten das Prädikat "sehr gut" erhalten. Den Preis für die beste theoretische Arbeit erhielt Michael Scherf (auf dem Foto in der 2. Reihe rechts) für seine Arbeit "Systembildung in der Organisationsberatung. Beobachtung systemischer Organisationsberatung". Die Arbeit wurde von Prof. Dr. Helmut Willke und Dr. Christoph Wehrsig betreut. Für die beste empirische Arbeit wurde Tina Ruschenburg (auf dem Foto vorn, 2. v.r.) ausgezeichnet. Ihre Diplomarbeit "Verkehrsunfälle als gesellschaftliches Risiko. Eine Fallstudie zur Differenzierung des Risikobegriffs in der soziologischen Theorie" wurde betreut von Prof. Dr. Peter Weingart und Dr. Oscar Reuter vom Wuppertaler Institut für Klima, Umwelt und Energie.      
208/2001 27.11.01 Neues Programm des Hochschulteams Berufliche Starthilfen für Studierende Das Hochschulteam des Arbeitsamtes Bielefeld hat für das Wintersemester 2001 ein neues Veranstaltungsprogramm veröffentlicht und bietet Studierenden und Absolventen wieder Beratungen und Informationsveranstaltungen in allen Fragen der Berufswahl und des Berufseinstiegs an. * "Berufsideen und Berufsziele entwickeln": In verschiedenen Workshops und Einzelgesprächen werden Hilfen zur persönlichen Berufsfindung angeboten, spezielle Veranstaltungen richten sich an Studierende der Geisteswissenschaften und an potentielle Studienaussteiger.

* "Berufsfelder und Anforderungen der Arbeitswelt kennen lernen": Hier gibt es Veranstaltungen zum Einstieg in die IT-Berufswelt und in den Journalismus sowie Tipps und Hinweise zur berufsbezogenen Studienplanung für angehende Juristen, Geisteswissenschaftler und zu außerschulischen Berufsfeldern für Lehramts-Studierende.

* "Erfolgreich bewerben": Hier bietet das Hochschulteam Bewerbungstrainings, Assessment-Center-Trainings sowie Tipps zur Bewerbung auf Arbeits- oder Praktikumsstellen an.


Alle Angebote sind kostenlos, für einige Veranstaltungen ist eine Voranmeldung erforderlich.


Das aktuelle Veranstaltungsprogramm des Hochschulteams ist im Büro des Hochschulteams in der Universität Bielefeld, Raum C0-254, erhältlich oder kann telefonisch unter 0521/91128-0 angefordert werden. Darüber hinaus ist es im Internet abrufbar unter

    Link
208/2001 27.11.01 Fakultät für Soziologie Neues Telefonstudio für praxisnahe Ausbildung (BUZ) Die Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld verfügt seit dem Sommersemester 2001 über ein Telefonstudio für telefonische Umfragen. An fünf Arbeitsplätzen können "Computergestützte Telefonische Umfragen (CATI)" durchgeführt werden. Die wichtigste Komponente dieses Studios ist die zur Abwicklung der Befragungen eingesetzte Software. Hier hat sich die Fakultät für Soziologie für das relativ weit verbreitete System "WinCati" der Firma Sawtooth Technologies entschieden. Mit diesem System ist sowohl die Benutzerführung der Interviewer durch den programmierten Fragebogen mit gleichzeitiger Erfassung der Daten, als auch eine flexible Verwaltung und Zuweisung der anzuwählenden Telefonnummern möglich.

Telefonische Befragungen haben gegenüber der persönlichen (mündlichen) Befragung verschiedene Vorteile und werden deshalb in jüngerer Zeit sowohl in der kommerziellen Markt- und Meinungsforschung, als auch im akademischen Bereich häufig angewendet. Zu den spezifischen Vorteilen gehören u.a. die relativ geringen Kosten einer breiten regionalen Streuung durch den Wegfall von Wegekosten, die gut kontrollierbare Interviewsituation durch die zentralisierte Durchführung, die schnelle Verfügbarkeit der erhobenen Daten durch die automatische Erfassung und die Möglichkeit von Plausibilitätskontrollen bereits während der Datenerhebung. Dennoch ist die telefonische Durchführung nicht für alle Befragungsvorhaben geeignet. Sehr umfangreiche Befragungen eignen sich z.B. immer noch besser für die persönliche-mündliche Befragung. Eine Befragungsdauer von mehr als 30 Minuten gilt für die telefonische Befragung (von Ausnahmefällen abgesehen) als problematisch.

Das neue Telefonstudio, das seinen ersten Bewährungstest im Rahmen einer Lehrveranstaltung "Telefonische Befragung in Theorie und Praxis" von Dr. Gero Lipsmeier und Robert Glowienka bestanden hat, ermöglicht der Fakultät für Soziologie nun eine praxisnahe (und damit berufsqualifizierende) Ausbildung in einer der am häufigsten eingesetzten Formen sozialwissenschaftlicher Datenerhebung. Darüber hinaus stehen diese Datenerhebungsmöglichkeiten natürlich auch für Forschungsvorhaben zur Verfügung und können im Rahmen der verfügbaren Kapazitäten auch von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern anderer Fakultäten genutzt werden. Interessierte Personen wenden sich bitte an Dr. Gero Lipsmeier, Telefon: 0521/106-3848, E-Mail: gero.lipsmeier@uni-bielefeld.de.

     
208/2001 27.11.01 Verhaltensforschung Sexuelle Prägung beim Zebrafinken (BUZ) Nadia Sawka hat die Nachkommen von Zebrafinken auf ein künstliches neues Merkmal sexuell geprägt, indem die Nachkommen von geschmückten Eltern aufgezogen worden sind. In ihrer Diplomarbeit, die die Bielefelder Verhaltensforscherin Dr. Klaudia Witte betreut hat, kommt Sawka zu dem Ergebnis: Die Töchter geschmückter Väter bevorzugen später Männchen mit einer roten Scheitelfeder, die Söhne allerdings nicht. Im Folgenden fasst Nadia Sawka ihre Ergebnisse kurz zusammen:

Seit einigen Jahren wird die sexuelle Prägung als ein möglicher Mechanismus für die Evolution neuer Schmuckmerkmale diskutiert. In einer monomorphen Prachtfinkenart konnte schon gezeigt werden, dass sich beide Geschlechter auf ein neues künstliches Schmuckmerkmal prägen ließen. Im Rahmen meiner Diplomarbeit habe ich beim dimorphen Zebrafinken Taeniopygia guttata castanotis eine rote Scheitelfeder als zusätzliches künstliches Schmuckmerkmal eingeführt. Es sollte untersucht werden, ob bei beiden Geschlechtern eine sexuelle Prägung auf das neue Merkmal stattfand und inwieweit eine Generalisierung der Farbe des Merkmals auftrat. Außerdem wurden die Präferenzen der Tiere für potenzielle Partner mit andersfarbigen Scheitelfedern (gelb und blau) getestet.

Die Zebrafinken wurden wie folgt aufgezogen: 1. beide Eltern ungeschmückt, 2. beide Eltern mit einer roten Feder geschmückt, 3. nur der Vater geschmückt, 4. nur die Mutter geschmückt. Als Erwachsene wurden ihnen in einem Zweifachsimultanversuch gegengeschlechtliche ungeschmückte Tiere und solche mit einer roten, orangen, gelben oder blauen Scheitelfeder zur Auswahl gestellt. Die Federn hatten etwa die Größe einer Schwungfeder, wurden aus bunten Federboas hergestellt und mit doppelseitigem Klebeband auf dem Kopf eines Tieres befestigt. Die vor einem bestimmten Tier verbrachte Zeit, bei den Männchen zusätzlich die gezeigte Balz, wurde als Präferenz für das jeweilige Tier gewertet.

Weibchen, deren Vater eine rote Scheitelfeder trug, verbrachten signifikant mehr Zeit vor einem rot-geschmückten Männchen. Sie scheinen sexuell auf das Merkmal als Kennzeichen für ein Männchen geprägt worden zu sein. Es konnte jedoch keine Generalisierung von Rot auf Orange festgestellt werden. Auf eine gelbe und blaue Scheitelfeder reagierten die Weibchen überwiegend neutral. Lediglich Weibchen aus der Gruppe "Vater geschmückt" lehnten tendenziell blau-geschmückte Männchen ab.

Bei den Männchen waren die Ergebnisse weniger deutlich. Bei ihnen hat wahrscheinlich eine Modifizierung der Prägung stattgefunden, so dass die ursprüngliche Prägung nur noch an Hand leichter Tendenzen bei der Balz erkennbar war. Diese geben Hinweise darauf, dass die Mutter bei der Prägung als positiver Stimulus und der Vater als negativer gewirkt hatte. Eine Generalisierung von Rot auf Orange fand nicht statt. Die blaue Scheitelfeder hatte keinen Einfluss auf die Präferenzen der Männchen. Männliche Zebrafinken scheinen aber eine latente Präferenz für gelbe Gefiedermerkmale zu besitzen.

Sexuelle Prägung kann in einer dimorphen Art zur Evolution neuer Schmuckmerkmale führen. Dabei wird durch die nachhaltige Wirkung der Prägung auf die Weibchen die Evolution zusätzlicher Schmuckmerkmale bei den Männchen gefördert. Die Evolution von Schmuckmerkmalen bei den Weibchen ist weniger wahrscheinlich, weil die Prägung auf die Merkmale der Mutter modifiziert werden könnte.

     
208/2001 27.11.01 "Lebenslinien - Natur in Bewegung"
Verleihung "Dialogpreis Lebenswissen" auf der "Science Street"
Raumschiff "Neoprise" der Bielefelder Ökologen landete auf Platz eins (BUZ) Zwölf Forschungseinrichtungen und Universitäten aus ganz Deutschland stellten neun Tage lang auf der "Science Street" im Kölner Gürzenich auf spannende und anschauliche Art ihre Arbeit vor - multimedial, zum Anfassen, Zuschauen, Verstehen und Staunen. Die "Science Street" war Bestandteil der Veranstaltung "Lebenslinien - Natur in Bewegung", die vom 31. Oktober bis zum 8. November im Gürzenich stattfand. Sie war einer der Höhepunkte im "Jahr der Lebenswissenschaften", eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung sowie "Wissenschaft im Dialog". Die Besucherinnen und Besucher selbst stimmten darüber ab, welche Wissenschaftlerteams ihre Forschung am besten - anschaulich, spannend und kreativ - präsentiert hatten und damit den "Dialogpreis Lebenswissen" erhalten sollten für gelungene Aktivitäten, die den Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit fördern.

Auf Platz 1, dotiert mit einem Preisgeld in Höhe von 20 000 Mark, landete das Raumschiff "Neoprise" ("Aliens unter uns - Vom Umgang mit gebietsfremden Arten"), das sich mit "Aliens" in Gestalt von eingeschleppten gebietsfremden Tier- und Pflanzenarten beschäftigte. Hier konnten die Besucherinnen und Besucher eine Zeitreise von 1492 bis heute machen. Dieses Raumschiff wurde präsentiert vom Lehrstuhl für Experimentelle Ökologie und Ökosystembiologie der Universität Bielefeld.

Den 2. Preis erhielt das Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik Tübingen mit dem "Turm der Sinne - Erleben, Staunen, Be-Greifen". Platz 3 ging an das Max-Planck-Institut für Züchtungsforschung in Köln für "Petri Heil - Oder wie man im Erbgut von Pflanzen nach Genen fischt".

"Aliens unter uns" - Science fiction? Bedrohung aus dem Weltall? Nicht ganz. "Aliens" - so sagt die mit dem ersten Preis ausgezeichnete Crew des Raumschiffs "Neoprise" -, "das sind eingeführte oder sogar künstlich angesiedelte gebietsfremde Arten, die in ihrem neuen Lebensraum oft zu einem Problem werden. Mangelt es dort beispielsweise an natürlichen Feinden, droht die unkontrollierte Ausbreitung der neuen Arten. Viele Wissenschaftler sehen in diesen so genannten Neubürgern eine der weltweit größten Bedrohungen der Artenvielfalt. Waschbären, Riesenbärenklau, Mink, Wollhandkrabben, Staudenknöterich sind nur einige dieser Problemarten, die sich in Europa breit machen. Allein im Ballastwasser großer Hochseeschiffe erreichen täglich fast 10 000 fremde maritime Lebensformen deutsche Küsten. Unter den Pflanzen schätzen Wissenschaftler die Zahl etablierter neuer Arten auf 800, etwa 30 davon gelten als gefährlich. Unter den einheimischen Tieren sind etwa zwei Prozent Neubürger. Dabei gibt es nicht nur ökologische Probleme - oft kommt es zu wirtschaftlichen Schäden, wie zum Beispiel durch die Bohrmuschel."

     
208/2001 27.11.01 Multikulturelles Bielefeld Ausländische Studenten erkunden die Stadt (BUZ) "Herzlich willkommen in Bielefeld", so heißt es im "Blickpunkt Bielefeld", der von der Bielefeld Marketing GmbH herausgegeben wird. Seit dem Beginn des Wintersemesters 2001 werden ausländische Studierende an der Universität Bielefeld auf eine besondere Weise willkommen geheißen: Neben einer individuellen Stadtrundfahrt und der Begrüßung durch Oberbürgermeister Eberhard David erhalten alle ein Begrüßungspaket mit zahlreichen Informationen und nützlichen Produkten über ihre neue Heimat auf Zeit.

"Blickpunkt" schreibt: "Gern nutzte Bielefeld Marketing die willkommene Gelegenheit, über direkte positive Assoziationen bei den Bielefelder Neubürgern gezieltes Standortmarketing vor Ort zu betreiben. Die gute Kooperation zwischen Stadt und Hochschule, seit Jahren für Bielefeld Marketing nicht nur über die Initiative 'Bielefeld 2000plus' geübte Praxis, wird auf diese Weise um eine weitere Facette bereichert."

     
208/2001 27.11.01 Deutlich mehr Einschreibungen in Lehramtsstudiengängen Studienanfängerzahlen nehmen zu (F.S.) Nach Abschluß der Einschreibungen und der Losverfahren haben sich mit Stand vom 15. November 2810 neue Studierende an der Universität Bielefeld eingeschrieben: 2190 Studienanfänger im ersten Hochschulsemester und 620 Hochschulwechsler. Auch in diesem Wintersemester ist mit 1324 Studienanfängerinnen der Frauenanteil mit 60,5 Prozent sehr hoch. Gegenüber dem Vorjahr (2012 Studienanfänger im ersten Hochschulsemester) ist die Studienanfängerzahl an der Universität Bielefeld deutlich angestiegen (+ 8,8 Prozent).Die Zahl derjenigen Studierenden, die von einer anderen Hochschule an die Universität Bielefeld gewechselt sind, ist ebenfalls gestiegen, von 570 im Wintersemester 2000/2001 auf nunmehr 620 (+ 8,8 Prozent).

Die Gesamtstudierendenzahl ist mit 19 303 gegenüber dem Vorjahr (19269) nur leicht gestiegen.

Rechnet man zu dieser Zahl der "ordentlich" Studierenden noch die Nebenhörer aus anderen Hochschulen, die Gasthörer ("Studieren ab 50": 737 (691), "FrauenStudien": 108 (104), "Fernstudium Angewandte Gesundheitswissenschaften": 154 (135), "Epidemiologie": 23) und die Studierenden im Deutschkurs hinzu, so steigt die Gesamtzahl aller im Wintersemester Studierenden auf knapp 21 000.

Die in den letzten Jahren deutlich rückläufigen Studienanfängerzahlen in den Lehramtsstudiengängen haben sich in diesem Wintersemester - wohl auch aufgrund der landesweiten Werbekampagne - deutlich nach oben entwickelt. Die Gesamtsumme der Einschreibungen (ohne Berücksichtigung der Erweiterungsprüfungen) hat sich gegenüber dem Vorjahr von 382 auf 523 erhöht (+36,9 Prozent). Dieser Zuwachs bezieht sich auf alle Lehramtsstudiengänge.


Steigende Fachanfängerzahlen weisen vor allem die Studiengänge Wirtschaftsmathematik-Diplom, mit 68 gegenüber 48 Anfängern im Vorjahr, sowie Mathematik-Diplom (69 gegenüber 63) und Chemie-Diplom (49 gegenüber 37) auf. Alle anderen Studiengänge werden relativ konstant nachgefragt.


Herkunft der Studierenden

65,2 Prozent der Studierenden sind in der Hochschulregion Bielefeld (Stadt Bielefeld, Kreise Herford, Gütersloh, Lippe und Minden-Lübbecke) beheimatet, und rund 82,2 Prozent kommen aus Nordrhein-Westfalen, sind also "Landeskinder". Die anderen Studierenden stammen vorwiegend aus dem angrenzenden Bundesland Niedersachsen (1606 Studierende). Aus den fünf neuen Bundesländern sind in Bielefeld 207 (Vorjahr: 212) Studierende eingeschrieben.


Herkunft der Studierenden aus dem Ausland

An der Universität Bielefeld sind in diesem Wintersemester 1818 ausländische Studierende eingeschrieben, einschließlich 120 Studierende im Deutschkurs, die sich auf die vor Aufnahme des Studiums obligatorische Deutschprüfung vorbereiten. Gegenüber dem Wintersemester vor einem Jahr (1744) bedeutet dies einen Anstieg von 4,2 Prozent. Davon haben 666 (651) ausländische Studierende ihr Abitur in Deutschland abgelegt ("Bildungsinländer").

Die größten Anteile an der Gesamtzahl der Ausländer stellen die Studenten aus der Türkei (380 = 20,9 Prozent), aus Griechenland (146 = 8,0 Prozent) und aus Polen (107 = 5,9 Prozent). Eine relativ große Zahl ausländischer Studierender kommt aus der VR China (99), Russland (89), Südkorea (89), Spanien (72), Taiwan (49), Italien (49), Serbien und Montenegro (41) sowie Frankreich (37).

Weitere Daten finden sich im Internet unter <a href="http://www.uni-bielefeld.de:8081/Universitaet/Ueberblick/Organisation/Verwaltung/Dez_I/Controlling/daten.html#Statistisches%20Jahrbuch" class="intern">www.uni-bielefeld.de/Universitaet/
Ueberblick/Organisation/Verwaltung/Dez_I</a>.

     
208/2001 27.11.01   OWL-Management-Kolloquium   Beiräte in mittelständischen Unternehmen - als Institution zwischen Geschäftsleitung und Gesellschaftern - sind in der Regel rechtlich nicht notwendig, insofern auch vielgestaltig als Instrument einsetzbar. Tragen sie nun zur Verbesserung der Unternehmensführung bei? Wie sieht die adäquate Besetzung aus? Sollten Unternehmenseigentümer im Beirat einen Sitz haben? Was soll, was darf der Beirat, was sollte er nicht tun? Berät, steuert, kontrolliert der Beirat - oder ist er nur ein "Schmuckstück"? Diese und ähnliche Fragen standen im Mittelpunkt des diesjährigen "OWL-Management-Kolloquiums", zu dem das Institut für Unternehmungsführung an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Bielefeld, die Westfälisch-Lippische Universitätsgesellschaft und die Wirtschaftsjunioren Ostwestfalen Anfang November Gesellschafter und Geschäftsführer kleinerer und größerer mittelständischer Familienunternehmen der Region eingeladen hatten. Die inzwischen bestehenden intensiven Beziehungen zwischen Wissenschaft und insbesondere der regionalen Wirtschaft machten allein schon die Referenten aus namhaften Unternehmen deutlich. Im Management-Kolloquium wiesen die Redner immer wieder darauf hin, dass trotz aller guten Erfahrungen mit Beiräten Beiräte als rein fakultative Organe klare Regelungen brauchen. Das Foto zeigt (v.l.) Referenten und Organisatoren des OWL-Management-Kolloquiums: Prof. Dr. Fred G. Becker (Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Bielefeld), Dr. Peter Lohse (Vorsitzender der Geschäftsführung der Lenze Holding in Hameln), Dr. Guido Sandler (Geschäftsführendes Kuratoriumsmitglied der Rudolf-August Oetker-Stiftung), Dr. Bernhard von Schubert (Geschäftsführender Gesellschafter der Gundlach-Gruppe, Bielefeld), Prof. Dr. Helmut Steiner (Geschäftsführer der Westfälisch-Lippischen Universitätsgesellschaft), Rektor Dieter Timmermann, Ulrich Teppe, Dr. Thomas Bentz (Melitta Unternehmensgruppe Bentz KG in Minden) und Helge Werner. Weitere Informationen:     Link
208/2001 27.11.01 Interview mit Rechtsanwalt Michael Ketzinger Marken sind wertvoll für (Jung-)Unternehmen Die Universität Bielefeld führt im Wintersemester 2001/2002 mit der Fachhochschule (FH) Bielefeld, der FH Lippe sowie weiteren Partnern eine Veranstaltungsreihe unter dem Motto "Patent- und Verwertungstage" durch. Diese wird vom Bundesministerium für Forschung und Technologie gefördert. Zu den Referenten gehört der Bielefelder Rechtsanwalt Michael Ketzinger (Foto). Der Sozius der Rechtsanwaltskanzlei Seliger & Bothe arbeitet seit 1997 schwerpunktmäßig in den Bereichen Markenrecht, Urheberrecht, Gebrauchs- und Geschmacksmusterrecht, Wettbewerbsrecht sowie EDV- und Internetrecht. In diesem Interview fasst der Anwalt, der sein Jurastudium an der Universität Bielefeld absolvierte, Fakten und Tipps zum Marken- und Produktschutz zusammen. ? Warum sind Schutzrechte für Marken und Produkte so wichtig, wenn ich mich beispielsweise gerade erst selbstständig gemacht habe, meine Erfindung noch ganz unbekannt ist und ich damit noch gar kein Geld verdienen kann?

Ketzinger: Mit einer etablierten Marke wird häufig das Unternehmen identifiziert. Eine Marke hat einen Verkehrswert. Früher war sie an ein Unternehmen gebunden, heute kann sie verkauft oder lizenziert werden. Der Schutz der eigenen Idee ist auch für jüngere Unternehmen wichtig und kann auch in finanzieller Hinsicht interessant sein. Sobald es sich um Produkte und Dienstleistungen handelt, sollten die Chancen der Vermarktung eingeschätzt und sodann die Notwendigkeit eines effektiven Schutzes überprüft werden. Das Ergebnis dieser Prüfung und die Festlegung, in welcher Art und Weise das Produkt oder die Dienstleistung geschützt werden können, bedingen in der Regel auch die praktische Vorgehensweise, da es zahlreiche unterschiedliche Schutztatbestände gibt. Wichtig ist, dass auch jüngere Unternehmen durch ausreichenden Produktschutz letztlich ihren Firmenwert erhalten. Nur durch diesen Schutz können Nachahmungen und Plagiate vermieden werden.

? Werden für die Absicherung nicht ziemliche Investitionen nötig?

Ketzinger: Die Entwicklung und der Aufbau einer Marke kann nicht unerheblich wenig Geld kosten. Das ist jedoch davon abhängig, welcher Schutztatbestand eingreift, beispielsweise Patent, Gebrauchtsmuster, Geschmacksmuster und so weiter. Aber die Finanzierung lohnt häufig.

? Woher sollen Studierende und Jungunternehmer das Kapital nehmen?

Ketzinger: Da gibt es Möglichkeiten, Kontakte herzustellen, zum Beispiel über die Bielefelder Patentschmiede oder die WEGE. Mit Hilfe von Fördermitteln oder Investoren kann man an etwas Startkapital herankommen.

? Was kostet die Anmeldung einer Marke?

Ketzinger: Eine nationale Marke kostet ungefähr zwischen 1500 und 2000 Mark. Weiterhin besteht die Möglichkeit, eine so genannte Gemeinschaftsmarke zu beantragen, womit mit einer einzigen Eintragung Schutz für die Länder der EU erlangt werden kann. Die Kosten dafür liegen ungefähr zwischen 5000 und 6000 Mark. Zudem bestehen verschiedene internationale Abkommen, die es ermöglichen, mit beispielsweise einer deutschen Marke als Basismarke Schutz in verschiedenen Ländern zu erlangen. Voraussetzung dafür ist häufig, dass ein so genannter ständiger Vertreter in dem jeweiligen Land präsent ist. Entsprechend arbeiten wir in vielen Ländern mit Kollegen vor Ort zusammen.


Die Fragen stellte Martina Bauer im Auftrag der Patentschmiede für die Bielefelder Hochschulen, die an der Transferstelle der Universität Bielefeld angesiedelt ist. Weitere Informationen zum Themenfeld bei Anette Traude unter Telefon: 0521/106-3964 oder E-Mail: anette.traude@ uni-bielefeld.de oder bei Rechtsanwalt Michael Ketzinger unter Telefon: 0521/967830.

     
208/2001 27.11.01 Studentische Organisationsberatung Pilotfisch gegründet (BUZ) Eine Gruppe von 27 Studierenden der Universität Bielefeld hat jetzt den gemeinnützigen Verein "Pilotfisch e.V. - Studentische Organisationsberatung" gegründet. Die Studierenden gehören unterschiedlichen Fachrichtungen an. Sie kommen überwiegend aus der Fakultät für Soziologie und auch aus den Fächern Pädagogik, Psychologie, Informatik, Philosophie und Geschichte - eine interdisziplinäre Besetzung, "aber die erste studentische Unternehmensberatung mit soziologischem Ansatz", meinen die Gründer von Pilotfisch. Ihrer Ansicht nach sei gerade die "Vielfalt unser Kapital". "Wir wollen dieses Kapital nutzen, um Professoren, Dozenten, Praktikern eine Plattform zu bieten, die den Austausch zwischen den unterschiedlichsten Personen aus Theorie und Praxis ermöglicht." Betätigungsfelder sieht Pilotfisch in den Bereichen Unternehmenskultur, Personal und Organisation, in Strategieberatung und Umfrageforschung.

Die "Pilotfische" mit ihrer Vorsitzenden Hannah Leichsenring wollen mit originär soziologischen Konzepten ihre Beratungsarbeit leisten und sich so, wie sie meinen, von "konventionellen Unternehmensberatungen - von der es mit 'Stunt e.V.' auch eine studentische an der Universität gibt - abgrenzen". "Pilotfisch", so heißt es in der Profilbeschreibung des Vereins, "soll für den kritischen und kontextabhängigen Umgang mit Theorie stehen - zum Vorteil des Kunden." Dr. Christoph Wehrig von der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld, einer der Initiatoren des Vereins, drückte dies in seiner Grußbotschaft auf der Gründungsveranstaltung so aus: "Die Pilotfische treten in Schwärmen auf und begegnen der Vielzahl von Problemen in einer Organisation mit einer Vielzahl von Beobachtungsperspektiven."

Zur Vorbereitung erster erkennbarer Aufträge führt der Verein in Selbstorganisation und in Kooperation mit universitären Einrichtungen interne Weiterbildungen zu verschiedenen tätigkeitsrelevanten Kompetenzen wie Moderation und Präsentation durch. Im nächsten Semester wird sich die Kooperation mit der Bielefelder Fakultät für Soziologie unter anderem in einem gemeinsam mit dem Praxisschwerpunkt "Personal- und Organisationswesen" veranstalteten Seminar zeigen.

Der studentische Verein ist zu erreichen über Jan-Thomas Bachmann unter Telefon: 0160/1762430 oder E-Mail: pilotfisch@yahoo.de und im Internet:

    Link
208/2001 27.11.01 Career Service der Universität Bielefeld
Mehr als 70 Unternehmen auf der "Perspektive 2001"
Berufseinstiegsmesse (BUZ) In diesem Jahr laden die Universität Bielefeld und die Fachhochschule Bielefeld gemeinsam zur zweiten Berufseinstiegsmesse ein: Die Perspektive 2001 findet am 29. November von 10.00 bis 16.00 Uhr in der Zentralen Halle der Universität statt. Ergänzt wird die Messe durch das IT- und Ingenieur-Forum, für das die WEGE mbH / Initiative Pro Mittelstand verantwortlich zeichnet. Das Arbeitsamt Bielefeld unterstützt die Durchführung der Messe wie im vergangenen Jahr durch die Bereitstellung von finanziellen Mitteln. Außerdem gehören das Gildenhaus Institut, die IHK Ostwestfalen zu Bielefeld und der Unternehmerverband der Metallindustrie zu den Kooperationspartnern der Perspektive 2001. Die Veranstaltung steht unter der Schirmherrschaft von Eberhard David, dem Oberbürgermeister der Stadt Bielefeld, und Dietrich Kramer, dem Vorsitzenden des Unternehmerverbandes der Metallindustrie Bielefeld e.V. Gefördert wird die Messe außerdem von zahlreichen Unternehmen und Institutionen der Region.

Die Berufseinstiegsmesse spricht neben Absolventinnen und Absolventen aller Fachrichtungen auch Studierende an sowie Akademikerinnen und Akademiker, die eine berufliche Neuorientierung oder den Wiedereinstieg planen.

Dass sich die Perspektive 2001 einen wichtigen Stellenwert in der Region erworben hat, beweist die auch in diesem Jahr erfreulich hohe Zahl teilnehmender Unternehmen: Mehr als 70 Unternehmen und Institutionen aus unterschiedlichsten Branchen, von der Traditionsfirma bis hin zu Start-ups, von kleinen und mittelständischen Unternehmen über Non-Profit-Organisationen bis hin zu Großkonzernen sind auf der Messe vertreten. Darüber hinaus stellen 13 Einrichtungen, die in der Universität Bielefeld und der Fachhochschule Bielefeld angesiedelt sind, ihre Angebote für Studierende und Absolventinnen und Absolventen zum Thema Berufseinstieg vor.

Die Perspektive 2001 bietet Raum für einen Dialog über die gesamte Palette der Berufseinstiegsmöglichkeiten: Feste Stellen, Trainee-Programme, Volontariate, Projekte und freie Mitarbeit gehören ebenso dazu wie Praktika und Themen für Diplom- und Magisterarbeiten. Durch Informationsgespräche am Stand, spontane Bewerbungsgespräche oder durch im Vorfeld vereinbarte Vorstellungs- gespräche können Möglichkeiten einer künftigen Zusammenarbeit ausgelotet werden. Vor diesem Hintergrund erhoffen sich die Veranstalter, dass, wie im vergangenen Jahr, wieder die Atmosphäre eines Arbeitsmarktes entstehen wird.

Wer also Kontakt mit Unternehmen im Hinblick auf einen möglichen Berufseinstieg knüpfen möchte, sollte sich den 29. November 2001 auf jeden Fall vormerken.

Wie im vergangenen Jahr liegt die Vorbereitung der Perspektive 2001 in den Händen eines Organisationsteams, das im Büro "Studierende und Wirtschaft", der Koordinationsstelle des Career Service der Universität Bielefeld, angesiedelt ist. Weitere Informationen: Telefon: 0521/106-4913/4896/4912, E-Mail: perspektive@uni-bielefeld.de sowie im Internet unter

    Link
208/2001 27.11.01 Stellungnahme von HRK und DAAD zum Europäischen Jahr der Sprachen Maßnahmen zur Förderung des Fremdsprachenlernens an Hochschulen (HRK/DAAD) Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) haben im November eine Stellungnahme zum "Europäischen Jahr der Sprachen - Maßnahmen zur Förderung des Fremdsprachenlernens an Hochschulen im Hinblick auf den europäischen Einigungsprozess und die akademische Mobilität" abgegeben, die wir hier in Auszügen veröffentlichen. Der Europarat und die Europäische Union haben das Jahr 2001 zum Europäischen Jahr der Sprachen erklärt. Vor dem Hintergrund des zusammenwachsenden Europa, der Erweiterung der Europäischen Union und der zunehmenden Mobilität europäischer Bürger ist es angemessen, den Rang des Fremdsprachenlernens in allen Bildungsstufen, also auch im Hochschulbereich, hervorzuheben.

Es gilt, Mehrsprachigkeit zu fördern, das Bewusstsein für die kulturelle Bedeutung der sprachlichen Vielfalt zu erhöhen und den mit dem Fremdsprachenerwerb verbundenen persönlichen und beruflichen Gewinn zu unterstreichen. Toleranz und Verständnis für andere Menschen sowie die Fähigkeit zum interkulturellen Dialog hängen eng mit Fremdsprachenkenntnissen zusammen.

Dabei kommt den Hochschulen eine zentrale Verantwortung zu, weil sie zum einen die Ausbildung von Fremdsprachenlehrern, Fachwissenschaftlern, Dolmetschern und Übersetzern betreiben und zum anderen vielen Studierenden studienbegleitendes Fremdsprachenlernen anbieten.

Die Attraktivität des Hochschulstandortes Deutschland für deutsche und ausländische Studierende wird nicht unwesentlich davon abhängen, dass für ausländische Studierende genügend Möglichkeiten geboten werden, studienbegleitend Deutsch zu erlernen oder zu vertiefen und das Fach Deutsch als Fremdsprache zu studieren. Und alle Studierenden müssen andere Fremdsprachen nach aktuellen Maßgaben und Methoden an den Hochschulen erlernen und durch integrierte Auslandsaufenthalte vertiefen können. Deutschunterricht für Ausländer und Fremdsprachenerwerb für Studierende sind somit zwei Seiten derselben Medaille.

Die Hochschulen sollten es sich zum Ziel machen, allen Studierenden das Erlernen oder Vertiefen zweier moderner Fremdsprachen zu ermöglichen.

Dazu sollten die Hochschulen

* überall dort, wo Fremdsprachenkenntnisse noch nicht in den Prüfungsanforderungen vorgeschrieben sind, ein ausreichendes und variables Angebot, auch in Kooperation mit externen Anbietern, schaffen.

* exemplarische Studiengänge in verschiedenen Disziplinen einrichten, in denen obligatorisch Englisch und eine weitere Fremdsprache belegt werden müssen. Dies heißt: ausreichend Lehrangebote bereit zu stellen (unter Nutzung der neuen Medien und Selbstlernmethoden) sowie die Organisation von Auslandsstudien und -praktika, bis hin zu integrierten bi- oder multinationalen Studiengängen.

* alle Formen des Fremdsprachenerwerbs in bestehende Kreditpunktsysteme aufnehmen, um den Anreiz zu erhöhen und Europäische Zertifizierungssysteme (z.B. Europäisches Sprachenportfolio) zu implementieren, die Fremdsprachenkenntnisse auch in internationalem Kontext messbar und vorzeigbar werden lassen.

* Studierenden mit vorzüglichen Sprachkenntnissen bereits in der Frühphase des Studiums ermöglichen, den Nachweis der ausreichenden Sprachkenntnisse zu erbringen. Dies wird positiv auf das Fremdsprachenlernen in den Schulen mit studienqualifizierendem Abschluss zurückwirken. Auch deshalb sollten sich die Hochschulen gemeinsam mit den anderen Bildungsträgern über die kontinuierliche Gestaltung von "Sprachbildungskarrieren" verständigen. Ähnliche Initiativen in anderen Ländern - z.B. in Frankreich - sollten zu Konsultationen auf internationaler Ebene führen.


Die vollständige Fassung findet sich im Internet unter:

    Link
208/2001 27.11.01 Erstsemesterbegrüßung Herzliches Willkommen für Studienanfänger aus Deutschland und aller Welt (BUZ) Ein Großteil der knapp 3000 Erstsemester und Hochschulwechsler war zum Semesterstart im Auditorium Maximum der Universität Bielefeld erschienen. Dort sind die Neuen in Bielefeld vom Rektorat und vom Allgemeinen Studierendenausschuss, von Oberbürgermeister Eberhard David und Theaterintendantin Regula Gerber begrüßt worden. Katja Behnke, die den von der Universitätsgesellschaft gestifteten Karl Peter Grotemeyer-Preis für gute Lehre im Jahr 2001 erhielt, ermunterte die neuen Studierenden, im Verlauf des Studiums auch "Nebenwege" einzuschlagen, sich etwa hochschulpolitisch oder in Einrichtungen wie dem Campusradio zu engagieren. Rektor Dieter Timmermann hieß alle neuen studentischen Mitglieder der Universität Bielefeld herzlich willkommen, insbesondere aber die ausländischen Studierenden; in diesem Jahr erstmals deutlich über 200. Mit ihren knapp 20 000 Studierenden sei die Universität Bielefeld eine der mittelgroßen Hochschulen in der Bundesrepublik, sagte Timmermann. Sie sei allerdings "alles andere als mittelmäßig": "Die Universität Bielefeld genießt einen hervorragenden Ruf - in der Lehre und insbesondere in der Forschung, national und international. Das ist aber nur ein Grund, warum die Universität Bielefeld als Studienort eine gute Wahl ist. Auch die praktische Seite des Hauptgebäudes, das 'Alles unter einem Dach' von Fakultäten und Serviceeinrichtungen, die starke interdisziplinäre Orientierung, dies alles werden Sie sicher im Laufe Ihres Studiums schätzen lernen." Besonders wies Timmermann auf das "Patenschaftsmodell" hin, mit dem sich die Universität seit einem Jahr bemüht, bereits im ersten Studienjahr die persönlichen Kontakte zu den Lehrenden zu fördern.

"Sie werden dabei" - so Timmermann, "von einem Lehrenden zu mindestens zwei Gesprächen eingeladen und, wenn Sie es wünschen, auch beraten und betreut. Ich kann Ihnen nur ganz dringend raten: Nutzen Sie diese Gelegenheit. Und wenn nicht, bitte geben Sie auch dann eine kurze Rückmeldung. Mir wäre es allerdings viel lieber, Sie alle würden dieses Patenschaftsmodell annehmen und nutzen."

Mit Blick auf die Ereignisse des 11. September bemerkte Rektor Dieter Timmermann das Folgende:

"Liebe Studienneulinge, ich sagte zu Beginn, dass wir uns sehr über die steigende Zahl von ausländischen Studierenden freuen, wobei wir uns der Tatsache bewusst sind, dass das Studieren und Leben für ausländische Kommilitonen, insbesondere wenn sie aus Ländern kommen, in denen der Islam eine bedeutsame Rolle spielt, in Deutschland schwieriger geworden ist. Ich denke es ist vertretbar festzustellen, dass die Welt auch ohne Terroranschläge nicht in Ordnung war und ist. Armut, Elend, Hunger und dadurch bedingtes Sterben von Menschen einerseits und Reichtum sowie Überfluss andererseits, das Neben- und Gegeneinander von beidem können aber Terrorismus keinesfalls rechtfertigen.

Ich glaube, wir alle sind voller Zukunftsoptimismus und voller Hoffnung auf Frieden in Europa und in wachsendem Maße in der ganzen Welt in das neue Jahrhundert aufgebrochen. Es scheint, als seien dieser Glaube und diese Hoffnung verfrüht, vielleicht trügerisch gewesen. Sorge, Trauer, Angst, Verunsicherung und Wut bewegen nach dem 11. September viele von uns, zum Teil aus unterschiedlichen Motiven. Aber Sie müssen wissen: Wir und Sie sind Mitglieder einer Universität, die sich einerseits ihrer Pflichten als öffentliche bzw. staatliche Einrichtung nicht entziehen kann und darf. Das bedeutet: die Universität kann und wird die im Rahmen der Rasterfahndung qua gerichtlichen Beschluss angeforderten Daten nicht zurückhalten, wie es manche Studierende fordern.

Die Universitätsleitung ist sich dabei des Umstandes bewusst, dass auf diese Weise die Daten vieler Studierender in Ermittlungen einbezogen werden. Sie geht allerdings davon aus, dass keiner dieser Studierenden Verbindungen zu den Geschehnissen am 11. September hatte und hat.

Andererseits können Forschung und Studium nur in einer offenen, nicht von Misstrauen geprägten Kommunikation gedeihen. Diese Universität hat sich u.a. Internationalität und Internationalisierung als ein Markenzeichen in ihr Leitbild geschrieben. Sie ist dabei, sich ausländischen Studierenden stärker als bisher schon zu öffnen, wobei es keine Ausgrenzungen von Studierenden aus bestimmten Länden gibt und geben wird. Diese Universität braucht und will ein Klima der offenen internationalen Begegnung.

Misstrauen zerstört dieses Klima, aber Kommunikation, zwischenmenschliche Begegnungen und offenes, vorurteilsfreies aufeinander Zugehen können und werden aufkeimendes Misstrauen überwinden. Dahe...

     
208/2001 27.11.01 Das Forum Offene Wissenschaft / Von Peter Finke Das Eigene und das Fremde Es ist nicht immer leicht, bei der Wahl eines neuen Semesterthemas für das "Forum Offene Wissenschaft" an der Universität Bielefeld zu einem Konsens zu kommen. Der fachlich höchst unterschiedlich zusammengesetzte Initiativkreis braucht dafür bisweilen lange Diskussionen. Diesmal war es einfach. Wir haben uns entschieden, eine Abgrenzung zu thematisieren, die in vielfältigster Form durch unser aller Leben hindurchgeht: den Unterschied zwischen dem "Eigenen" und dem "Fremden". Klaus Reisinger, Heiner Bielefeldt und Peter Finke wurden beauftragt, die Federführung für dieses Semester zu übernehmen. Dasjenige, woran sicherlich die meisten denken, wenn sie dieses Thema hören, wird an vielen Abenden natürlich im Vordergrund stehen: das Aufeinandertreffen, das Gegen- und vielleicht auch Miteinander verschiedener Kulturen. Die Angst vor dem und den Fremden, alles, was daraus erwachsen kann und erwächst. Lange vor den grässlichen Terroranschlägen in den USA haben wir dieses Thema geplant, aber durch diese erhält es eine weitere, bedrückende Aktualität. Wir dachten, dass die Zuwanderungsproblematik in Deutschland im Mittelpunkt der verschiedenen Beiträge von Kolleginnen und Kollegen unserer Universität und einer ganzen Reihe namhafter Gäste stehen sollte. Jetzt wird dies mehr ein Thema unter anderen Themen sein.

Wenn es um das Aufeinandertreffen verschiedener Kulturen geht, ist seit New York das Verhältnis des Islam zur so genannten westlichen Welt noch mehr als vorher in aller Munde. Wir werden uns damit auseinandersetzen, auch damit, dass der schon halbtot geglaubte Bestseller von Samuel Huntington ("The Clash of Civilizations") nun erneut zur Erklärung herangezogen wird. Neben Wissenschaftlern verschiedener Fachrichtungen werden auch Politiker, in Ausländerbehörden tätige Personen, auch ein türkischer Schriftsteller zu Wort kommen.

Aber das Forum ist keine eindimensionale Veranstaltung. Wir können aus Zeitgründen zwar bei weitem nicht alle interdisziplinären Bezüge des "Eigenen und Fremden" ausloten, aber wir legen Wert darauf, auch Disziplinen und Aspekte einzubinden, die andere Facetten des Themas hervortreten lassen: die Geografie zum Beispiel, die Linguistik, die Literaturwissenschaft oder die Systemtheorie. Unser Thema öffnet sogar wichtige Rückbezüge zur Idee des Forums Offene Wissenschaft selbst.

Die Idee dieses äußerst erfolgreichen Experiments einiger Lehrender, Studierender und Bürger der Region, die vor nunmehr fast sechs Jahren meinten, es fehle etwas Wesentliches im großen Lehrangebot unserer Universität, ist nämlich selbst ein Experiment an den Grenzen des Eigenen und des Fremden. Wissenschaftler, die jahrein jahraus immer nur innerhalb der Grenzen ihres eigenen Fachs reden und schreiben, verkommen im Laufe der Zeit zu Fachidioten. Laien können sie sich schon gar nicht mehr mitteilen. Sie leben und wirken letztlich gefährlich, weil sie Zusammenhänge aus dem Blick verlieren, die die Realität prägen. Die eigene Wissenschaft ist immer ein künstlicher Ausschnitt aus einem weit größeren Ganzen.

Wer von Studierenden erwartet, sie sollten als mündige Zeitgenossen Verantwortung übernehmen, muss sich sehr kritisch gegenüber der Lehrpraxis unserer Universitäten verhalten. Auch in Bielefeld hätte es neben dem hervorragenden "Zentrum für interdisziplinäre Forschung" längst ein "Zentrum für interdisziplinäre Lehre" geben müssen. Statt dessen haben nicht wenige Kolleginnen und Kollegen unser Engagement im Forum als Privatsache einiger Generalisten angesehen, die sich den Luxus leisten, ständig anstrengende fachübergreifende Seminare für ein großes, allgemein interessiertes Publikum durchzuführen. Dies ist aber kein Luxus und es ist auch keine Privatsache, denn die Ausbildung zum Denken in Zusammenhängen wird in der heutigen Welt immer nötiger. Sie ist aber eines der großen Defizite der heutigen Universitäten und Studiengänge.

     
208/2001 27.11.01 Ausbildungsprogramm Gesundheitswissenschaften an der Universität Bielefeld komplett Gestuftes Programm nach internationalem Vorbild: Bachelor - Master - Doctor (BUZ) Die Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld hat von Wissenschaftsministerin Gabriele Behler grünes Licht für die Vervollständigung ihres Ausbildungsprogramms erhalten. Das Ministerium folgte dem Antrag der Fakultät, vom kommenden Jahr an einen neuen grundständigen Studiengang für Abiturienten in den Gesundheitswissenschaften einzuführen, der nach drei Jahren mit einem international anerkannten Bachelor-Abschluss endet Zuvor hatte das Ministerium schon zugestimmt, den bisherigen Aufbau-Studiengang in einen Studiengang mit dem international üblichen Abschluss Master of Public Health umzuwandeln. Eine Möglichkeit zur Promotion und zum Erwerb des Titels "Doctor of Public Health" existiert bereits seit fünf Jahren, ebenfalls ein Fernstudiengang für berufstätige Fachleute in den Gesundheitsberufen. "Das Ausbildungsprogramm der Fakultät ist damit komplett", so die neu gewählte Dekanin, Professor Dr. Maria Blettner, und der für die Studiengangsentwicklung zuständige Vorsitzende der Lehr- und Prüfungskommission, Professor Dr. Klaus Hurrelmann. "Wir sind damit die erste Ausbildungseinrichtung im deutschen Sprachraum, die ein dreigestuftes Programm für die Gesundheitswissenschaften anbietet. Auch innerhalb der Universität Bielefeld gehören wir zu den ersten Fakultäten, die dieses europa- und weltweit geltende Ausbildungskonzept umsetzen."

Der Bachelor-Studiengang soll in einer dreijährigen Ausbildung eine Qualifikation in fünf Bereichen vermitteln, die einen Bezug zu modernen Strategien der Kommunikation, des Managements und der Datenverarbeitung haben. Dazu gehören Gesundheitsinformation, Gesundheitstelematik, Gesundheitserziehung, Gesundheitsplanung, Gesundheitsorganisation und Gesundheitsberichterstattung. Anwendungsgebiete sind Patienten-Informationssysteme bei Gesundheitsstörungen und Krankheiten, Beratungsdienste im Internet, Berichte in den Massenmedien, Gesundheitsjournalismus, Internet-Portale und moderne Formen von Gesundheitsförderung und Gesundheitsmanagement. Untersuchungen der Fakultät für Gesundheitswissenschaften und der deutschen Dachverbände für Public Health hatten gezeigt, dass ein großer Bedarf für qualifizierte Fachleute in diesen Bereichen besteht.

Die Absolventen des Bachelor-Studienganges können nach drei Jahren Ausbildung, in die intensive praktische Qualifikationen und Praxisaufenthalte in den Kooperationseinrichtungen der Fakultät für Gesundheitswissenschaften eingegliedert sind, direkt in den Beruf gehen oder aufbauend den Studiengang "Master of Public Health" absolvieren, der bereits seit 13 Jahren in Bielefeld angeboten wird und seit einem Jahr in einen Master-Studiengang umgewandelt wurde. Dieser Studiengang setzt die Qualifikationen aus dem grundlegenden Studium fort und bietet professionelle Spezialisierungen in Bevölkerungsmedizin, Gesundheitsforschung, Gesundheitsförderung, Rehabilitation, Epidemiologie, Prävention, Gesundheitsmanagement, Versorgung und Pflege an. Aus diesem Studiengang sind bereits 280 Absolventinnen und Absolventen hervorgegangen. Viele von ihnen gehen in das sich anschließende Promotionsprogramm über, das mit dem "Doctor of Public Health" endet.

Die Fakultät für Gesundheitswissenschaften betreibt außer dem dreistufigen Ausbildungsprogramm noch ein erfolgreiches Fernstudium für Angehörige aus medizinischen und anderen Berufsgruppen, die parallel zu ihrer Tätigkeit als Arzt, Pflegekraft, Krankenkassenmanager und Gesundheitsberater ein Zertifikat in Gesundheitswissenschaften erwerben wollen.

Als Modellprojekt des Bundeswissenschaftsministeriums läuft an der Fakultät in diesem Semester auch der neue Studiengang mit dem Abschluss Master of Science in Epidemiology an, der zusammen mit den Universitäten München und Technische Universität Berlin betrieben wird.

     
208/2001 27.11.01 Verhaltensforschung Wenn Fischmännchen "nicht ankommen" (BUZ) Wenn ein Fischmännchen bei einem Weibchen "nicht ankommt", hat es ebenso bei anderen Weibchen keine Chance. Fischweibchen kopieren also auch die Ablehnung eines Partners. Zu diesem Ergebnis kommt Kirsten Ueding in ihrer Examensarbeit, die sie an der Fakultät für Biologie der Universität Bielefeld geschrieben hat. Das Ergebnis ihrer Untersuchung fasst sie hier im Folgenden kurz zusammen. Inzwischen ist bei einigen polygynen Vogel- und Fischarten experimentell nachgewiesen, dass Weibchen bei der Partnerwahl kopieren. Kopieren ist eine sozial determinierte Partnerwahlstrategie, bei der die Partnerwahl eines Weibchens durch die Partnerentscheidungen anderer Weibchen beeinflusst wird. Weibchen kopieren, indem sie ein anderes Weibchen bei der Partnerwahl beobachten und anschließend mit demselben Männchen kopulieren wie das beobachtete Weibchen zuvor.

Bisherige Studien zum Kopieren zeigen, dass ein Männchen für Weibchen attraktiver wird, wenn sie zuvor eine sexuelle Interaktion dieses Männchens mit einem anderen Weibchen beobachtet hatten. Kopieren Weibchen aber auch die Ablehnung eines Männchens, falls sie diese bei einem anderen Weibchen beobachten? Mit Videopräsentationen habe ich nun untersucht, ob weibliche Breitflossenkärpflinge die Ablehnung eines Männchens durch ein Weibchen kopieren. Der Versuchsaufbau bestand aus einem ein Meter langen Becken mit je einem TV-Monitor, verbunden mit einem S-VHS-Videorekorder, an jeder Seite.

Das Kopierexperiment bestand aus drei Phasen: Im ersten Präferenztest konnte das Testweibchen zwischen zwei etwa gleich großen und gleich gefärbten Männchen wählen. Ich habe die Zeit gemessen, die das Weibchen in definierten Präferenzzonen vor den beiden Männchen verbrachte. Dasjenige Männchen, vor dem sich das Weibchen mehr Zeit aufhielt, galt als das attraktivere. Anschließend erhielt das Testweibchen die Gelegenheit zum Kopieren. Das Video des attraktiven Männchens wurde durch ein Video ausgetauscht. Es zeigte ein Weibchen, das ständig vor diesem balzenden Männchen floh. Durch die schnellen fluchtartigen Bewegungen weg vom Männchen signalisierte es dem Testweibchen die Ablehnung des Männchens. Während dieser zehn minütigen Beobachtungsphase wurde dieses neue Video des zuvor präferierten Männchens und das ursprüngliche Video des unattraktiven Männchen präsentiert. Danach wurde wieder das Video des ersten Präferenztests eingesetzt und in einem zweiten Präferenztest wieder die Zeit gemessen, die das Testweibchen vor beiden Männchen verbrachte. Die Weibchen hielten sich nach der beobachteten Ablehnung signifikant weniger Zeit vor dem attraktiven Männchen auf als im ersten Präferenztests. Acht der 15 Testweibchen kehrten sogar ihre Präferenz um und verbrachten jetzt ca. 67 Prozent der Wahlzeit in der Zone vor dem zuvor abgelehnten Männchen. Kontrollen haben gezeigt, dass die signifikant geringen Zeiten vor den ehemals attraktiven Männchen weder durch eine geringe Wahlmotivation im zweiten Präferenztest noch durch Inkonsistenz der Weibchen bei der Wahl erklärt werden konnten. Auch eine Fluchtreaktion eines Weibchen ohne sexuellen Kontext konnte diesen Zeitabfall nicht erklären. Dies ist der erste experimentelle Nachweis, dass Weibchen eine Ablehnung eines Sexualpartners kopieren.

     
208/2001 27.11.01 Internationale Spitzenforscher trafen sich am ZiF Kurz nach dem Urknall (F.K.) Wie sah es in unserem Universum kurz nach dem Urknall aus, zu einer Zeit als die uns heute bekannten Bausteine der Materie noch nicht existierten? Welche drastischen Prozesse waren notwendig, um die frühe Urmaterie in die uns bekannten Protonen und Neutronen, aus denen alle Materie und alles Leben aufgebaut ist, umzuwandeln? Diesen Fragen widmeten sich über 100 internationale Spitzenforscher, die sich zu einer Tagung am Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld trafen. Am Anfang, wenige milliardstel Bruchteile einer Sekunde nach dem Urknall, war das Universum ein Feuerball unvorstellbar heißer Materie. Die Temperaturen überstiegen das Milliardenfache der Temperatur unserer Sonne. Die Bausteine unserer heutigen Welt, die Elementarteilchen wie Protonen und Neutronen, können bei solchen Temperaturen gar nicht existieren. Sie schmelzen und zerfallen dabei in Quarks, die kleinsten uns bekannten Bestandteile der Materie. Nach unserem heutigen Verständnis der Physik dichter und heißer Materie war der Feuerball des frühen Universums daher ein aus Quarks bestehendes Plasma, das sich rasch ausdehnte und dabei abkühlte. Im Verlauf der Abkühlung dieser heißen Urmaterie entstanden die neuartigen Erscheinungsformen der Materie, wie sie uns in unserer heutigen Welt bekannt sind. Dabei liefen Prozesse ab, wie wir sie auch aus der Beobachtung der Umformung von Wasserdampf in Wasser oder von Wasser in Eis kennen. Wie sich in Wasserdampf bei Abkühlung zunächst Tröpfchen und dann flüssiges Wasser bilden, so entstanden im Verlauf eines Phasenübergangs aus dem Quark-Plasma die Elementarteilchen und aus diesen dann Atomkerne und letztlich die heutige Materie.

Die Grundlagen für die Erforschung solcher Urmaterie wurden nach Meinung vieler Wissenschaftler auf zwei Tagungen gelegt, die in den Jahren 1980 und 1982 am Bielefelder Zentrum für interdisziplinäre Forschung stattfanden. Damals trafen sich hier die in diesem Bereich arbeitenden Theoretiker und Experimentalphysiker, um sich einen Überblick über die Vorhersagen der Theorie zu schaffen und die Möglichkeit der experimentellen Überprüfung dieser Vorhersagen zu analysieren. Etwa zwanzig Jahre später trafen sich in Bielefeld wieder die international führenden Experten. Einige der frühen Protagonisten dieses Forschungsgebietes waren ebenso erschienen wie eine Vielzahl junger Forscher, die sich in den letzten Jahren mit den noch immer vielfältigen offenen Fragen dieses Forschungsgebietes beschäftigt haben. Am ZiF der Universität Bielefeld haben sie erneut den letzten Stand der Forschung dargestellt, diskutiert und mit den heute vorliegenden experimentellen Ergebnissen zur Struktur heißer Materie verglichen. Solche Experimente werden am Europäischen Kernforschungszentrum CERN in Genf und am Brookhaven National Laboratory in New York durchgeführt: im Zusammenprall von zwei auf nahezu Lichtgeschwindigkeit beschleunigten Kernen entsteht, so erwartet man, kurzzeitig die gesuchte heiße Quark-Materie.

Die Tagung am ZiF leiteten Frithjof Karsch und Helmut Satz, Professoren an der Bielefelder Fakultät für Physik. Für Helmut Satz war die Tagung ein weiterer Meilenstein in seiner hiesigen Tätigkeit. Er wurde 1971 nach Bielefeld berufen und führte die Untersuchung extremer Materieformen hier als ein zentrales Forschungsgebiet ein. Außerdem war Satz als theoretischer Berater am Aufbau der Experimente in Genf und New York maßgeblich beteiligt. Ende Juli dieses Jahres wurde er emeritiert, so dass die Tagung für ihn gleichzeitig eine Abschiedsveranstaltung darstellte.

     
208/2001 27.11.01 Bielefeld 2000plus: Projekte und Termine Wissenstransfer zwischen Universität und Stadt Bielefeld (ESD) Das Projekt Bielefeld 2000plus will den Sachverstand der Universität Bielefeld stärker für städtische und regionale Belange nutzen und das in städtischen und regionalen Einrichtungen vorhandene Erfahrungswissen für Wissenschaftler der Universität leichter zugänglich machen. Mehr als 90 Wissenschaftler der Universität Bielefeld arbeiten in Bielefeld 2000plus mit, und erst kürzlich ist ein wissenschaftlicher Beirat eingerichtet worden. Ihm gehören folgende Professoren an: Stephan Barton (Fakultät für Rechtswissenschaft), Alfons Bora (Institut für Wissenschafts- und Technikforschung), Wolfgang Krohn (Prorektor für Struktur, Planung und Bauangelegenheiten), Rolf Mannesmann (Fakultät für Biologie) sowie Helmut Skowronek (ehemaliger Rektor der Universität Bielefeld). Koordiniert wird Bielefeld 2000plus von Professor Joachim Frohn und Erika Schropp-Dietmair.

Zahlreiche Kooperationsprojekte konnte Bielefeld 2000plus inzwischen realisieren, andere befinden sich in Planung. Wichtige Beispiele aus allerletzter Zeit sind: Im Bereich Bildung das Projekt "Förderunterricht für Kinder und Jugendliche nicht deutscher Herkunftssprache", in dem Bielefeld 2000plus, Stadt Bielefeld, Pro Bielefeld e.V. und die Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft zusammenarbeiten.

Im Bereich Umwelt setzt sich Bielefeld 2000plus für einen Austausch zwischen Mitarbeitern des städtischen Umweltamtes und des Umweltforums der Universität ein. Es ist beabsichtigt, die Erfahrungen der Universität im Öko-Audit-Verfahren für kommunale Projekte und auch für städtische Betriebe nutzbar zu machen.

Im Bereich Wirtschaft wurde über Bielefeld 2000plus von Wirtschaftswissenschaftlern eine Stärken-Schwächen-Analyse der Bielefelder Wirtschaftsstruktur durchgeführt, die als eine Grundlage der städtischen Initiative "Pro Mittelstand" dient. Darüber hinaus wird zur Zeit an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften eine Forschungsarbeit zum Thema "Wirtschaftliche Auswirkungen des kulturellen Angebots auf die Stadt Bielefeld" bearbeitet.

Im Bereich Verwaltung kooperieren Stadtverwaltung und Mitarbeiter der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft: Neu zu gestaltende Formulare der Stadtverwaltung werden von Studierenden optimiert.

Im Bereich Stadtentwicklung ergänzt Bielefeld 2000plus Kontakte zwischen Universität und Stadt durch gezielte Vermittlung von Know-how: Ein Projektantrag der Stadt Bielefeld zum Thema "Geschichtswerkstatt im Quartier" ist konzipiert und wissenschaftlich begleitet worden.

Mit Zukunftsfragen beschäftigt sich die regelmäßig angebotene offene Vortragsveranstaltung "Bielefeld 2000plus - Forschungsprojekte zur Region". Sie soll das Gespräch zwischen der Universität und den gesellschaftlichen Gruppen der Stadt fördern und Anregungen für politische Entscheidungsträger liefern. Auf dem Programm stehen noch folgende Veranstaltungen, die jeweils ab 18.15 Uhr in der Ravensberger Spinnerei stattfinden.


* 12. Dezember 2001, Prof. Dr. Carsten Stahmer (Statistisches Bundesamt Wiesbaden): Magische Dreiecke: Ökonomische, ökologische und soziale Dimensionen einer nachhaltigen Gesellschaft.


* 16. Januar 2002, Dr. Johann Fuchs (Nürnberg), Gabi Straßburger (Essen), Annegret Grewe (Interkulturelles Büro der Stadt Bielefeld), Dr. Reiner Schmidt (Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft der Universität Bielefeld): Problematik der Altersstruktur in Deutschland und Integration von Migrantinnen und Migranten.


* 6. Februar 2002, Prof. Dr. Klaus-Jürgen Tillmann (Fakultät für Pädagogik der Universität Bielefeld): Schulleistung in Deutschland: International nur mittelmäßig?


* Zum festen Bestandteil von Bielefeld 2000plus gehören Exkursionen. Die nächste findet am 7. Februar 2002 zum Genomforschungszentrum der Universität Bielefeld statt (mit Anmeldung).


Weitere Informationen im Internet unter www.uni-bielefeld.de/bi2000plus. Für Anregungen oder Nachfragen steht Erika Schropp-Dietmair jederzeit gerne zur Verfügung, Telefon 0521/106- 4874; E-Mail: eschropp@wiwi.uni-bielefeld.de.

    Link
208/2001 27.11.01 Kompetenznetzwerk offiziell eröffnet Genomforschung an Bakterien für den Umweltschutz, die Landwirtschaft und die Biotechnologie (BUZ) NRW-Wissenschaftsministerin Gabriele Behler und Ministerialdirigent Dr. Ludwig Baumgarten vom Bundesministerium für Bildung und Forschung haben am 22. Oktober in der Universität Bielefeld das Kompetenznetzwerk "Genomforschung an Bakterien für den Umweltschutz, die Landwirtschaft und die Biotechnologie" eröffnet. Es gehört zu einem von drei Kompetenznetzwerken in der Genomforschung an Mikroorganismen, die vom Bundesforschungsministerium mit rund 50 Millionen Mark insgesamt in den nächsten drei Jahren gefördert werden. Das Kompetenznetzwerk, dem unter anderem die Universitäten Bielefeld, Bremen, Gießen, Halle, Köln, Ulm, Dresden und das Forschungszentrum Jülich, die Gesellschaft für Biotechnologische Forschung in Braunschweig sowie die DEGUSSA AG und die Combinature-Biopharm AG angehören, wird von einem an der Universität Bielefeld angesiedelten Kompetenzzentrum koordiniert.

Die Universität Bielefeld hatte mit der erfolgreichen Bewerbung im BMBF-Wettbewerb "GenoMik - Genomforschung an Mikroorganismen" die Grundlagen dafür gelegt, sich als ein Zentrum für Genomforschung in Deutschland zu etablieren. Das Kompetenzzentrum besteht aus dem Projektmanagement und einem Technologieknoten, der als Ressourcen-, als Entwicklungs- und als Ausbildungszentrum dient. Zur Verwertung der wissenschaftlichen Ergebnisse des Kompetenznetzwerks soll eine industrielle Plattform etabliert werden, die den Austausch zwischen Wissenschaftlern und Vertretern aus Industrie, Wirtschaft und Verbänden für einen regionalen und überregionalen Transfer von der Forschung in die Anwendung fördern hilft.

Das Bielefelder Kompetenznetzwerk ist vom Bundesministerium und dem Land Nordrhein-Westfalen mit Finanzmitteln in Höhe von mehr als 22 Millionen Mark ausgestattet. Zudem soll die projektbezogene Bioinformatik im Kompetenzzentrum ausgebaut werden.

Das Kompetenznetzwerk bündelt deutschlandweit die Forschungsaktivitäten der beteiligten zehn Universitäten, drei Großforschungseinrichtungen und Firmen. Hauptaufgabe des Netzwerkes soll es sein, die bakterielle Genomforschung auf den Gebieten Umweltschutz, Landwirtschaft und Biotechnologie wissenschaftlich voranzubringen und die Ergebnisse wirtschaftlich zu nutzen.

Zur Eröffnung des Kompetenzzentrums sagte NRW-Wissenschaftsministerin Gabriele Behler, dass die Universität Bielefeld in dieser breiten, nachhaltigen Vernetzung von Partnern aus Hochschulen, Firmen und Großforschungseinrichtungen die zentrale Stelle einnehme. "Mit dieser Koordinationsfunktion, die das Land NRW in den nächsten drei Jahren mit drei Millionen Mark unterstützen wird, gelingt es der Universität Bielefeld, sich auf dem Gebiet der Genomforschung an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft in expliziter Form nachhaltig zu verankern. Die Entscheidung für Bielefeld sei auch ein Zeugnis für die exzellente Forschung und Lehre, für die Internationalität, Anwendungs- und Wirtschaftsnähe, die hier mit Unterstützung des Bildungsministeriums in den vergangenen Jahren aufgebaut wurde", hob Ministerin Behler hervor. "Es deckt sich mit dem Ziel des Landes, diese Exzellenz international deutlich zu positionieren."

Rektor Dieter Timmermann erinnerte daran, dass das Forschungsgebiet der Genomanalyse in Bielefeld seit längerem etabliert sei. Mit dem Aufbau eines Genomforschungszentrums sei vor etwa vier Jahren begonnen worden. Tragende Säule sei der Lehrstuhl für Genetik aufgrund erfolgreicher Drittmitteleinwerbung. Die Notwendigkeit einer interdisziplinären Vernetzung, wie sie u.a. auch von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Jahre 1999 herausgestellt wurde, sei jedoch stets im Blick gewesen. Das von Wissenschaftsministerin Behler im April 1999 eröffnete Zentrum für Genomforschung sei stark interdisziplinär ausgerichtet. Es weise inzwischen eine noch engere Wechselbeziehung mit Wissenschaftsfeldern in der Biologie selbst, den Nachbardisziplinen Chemie, Physik und Mathematik sowie Anwendungsbereichen der industriellen Biotechnologie auf. "Fragen der Sicherheit und Technikbewertung werden ohne Vorbehalte ebenso einbezogen wie Impulse aus sich weiter entwickelnden wirtschaftlichen Bedarfsfeldern aufgenommen. Von den bereits angesprochenen interdisziplinären Kooperationen ist besonders die starke gemeinsame Sache mit der Bioinformatik der Technischen Fakultät hervorzuheben", sagte Timmermann.

In den letzten zwölf Monaten hätten sich so die engen wissenschaftlichen Kooperationen zwischen Bioinformatik und Genomforschung zusam...

     
208/2001 27.11.01 Rasterfahndung Universität braucht Klima der offenen internationalen Begegnung (BUZ) In Zusammenhang mit der auch an die Universität Bielefeld ergangenen richterlichen Anordnung zur Rasterfahndung hat sich die Leitung der Universität am 12. Oktober wie folgt geäußert: In Folge der Terroranschläge auf die USA wird auch in Nordrhein-Westfalen wie in den anderen Bundesländern die so genannte Rasterfahndung durchgeführt. Zum Zwecke dieses automatisierten Abgleichs von personenbezogenen Daten haben die ermittelnden Behörden inzwischen auch die Leitung der Universität Bielefeld aufgefordert, die Daten der männlichen Studierenden bestimmter Geburtsjahrgänge zu übermitteln. Grundlage ist ein Beschluss des Amtsgerichts Düsseldorf, der unter Hinweis auf Paragraph 31 des Polizeigesetzes (Rasterfahndung) unter anderem auch die Hochschulen des Landes zur Weitergabe von bestimmten Daten eines Teils ihrer Studierenden an die Polizeibehörden verpflichtet.

Die Leitung der Universität Bielefeld wird dieser richterlichen Anordnung Folge leisten. Sie tut dies auch in dem Bewusstsein, dass angesichts der aktuellen Bedrohungen alles rechtlich noch Vertretbare getan werden muss, um die Ermittlungsbehörden bei den notwendigen Aufklärungen zu unterstützen. Sie erwartet, dass nach Beendigung der Maßnahme die zusätzlich angefallenen Daten entsprechend geltendem Recht gelöscht werden.

Der mit dem Instrument der Rasterfahndung verbundenen Problematik ist sich die Leitung der Universität bewusst. Die Daten vieler Studierender, die keinerlei Verbindungen zu den Geschehnissen haben, werden auf diese Weise in die Ermittlung einbezogen. Dies führt nicht nur bei ausländischen Studierenden zu einer ernstzunehmenden Verunsicherung. Die Leitung der Hochschule betont deshalb ausdrücklich, dass sie keinen ihrer Studierenden verdächtigt. Die Universität Bielefeld braucht - auch und gerade angesichts der jüngsten terroristischen Akte in den USA - ein Klima der offenen internationalen Begegnung. Die Universität wird deshalb den friedlichen Umgang der Kulturen und Religionen weiterhin nachdrücklich unterstützen und sieht dazu keinen anderen Weg als den einer offenen international orientierten Scientific community.

     
208/2001 27.11.01 Fakultät für Wirtschaftswissenschaften Bielefeld Graduate School for Economics and Management (BUZ) Die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Bielefeld hat eine "Bielefeld Graduate School for Economics and Management" (BiGSEM) eingerichtet und im Oktober mit der international orientierten akademischen Ausbildung begonnen. Die Verknüpfung der in Deutschland traditionell getrennten Bereiche der Volks- und Betriebswirtschaftslehre in der Doktorandenausbildung der BiGSEM passt sich in die Internationalisierungsbestrebungen der Universität Bielefeld ein.

Die Bielefeld Graduate School for Economics and Management will eine wissenschaftliche Ausbildung auf höchstem Niveau ermöglichen. Sie ist darauf ausgerichtet, Absolventen heranzubilden, "die in Wissenschaft, Gesellschaft und Wirtschaft als kompetente Analysten und Entscheidungsträger Verantwortung für zukunftsweisende Entwicklungen in wichtigen Bereichen der Gesellschaft übernehmen".

Die Graduiertenausbildung in der BiGSEM wird ähnlich wie in entsprechenden Einrichtungen im angelsächsischen und europäischen Raum organisiert.

Anders als die in Deutschland bestehenden Graduiertenkollegs konzentriert sich die Graduiertenausbildung nicht auf ein spezielles eng definiertes Forschungsthema. Die BiGSEM ist breiter und flexibler angelegt und umfasst mehrere unterschiedliche, aber methodisch verknüpfte Lehr- und Forschungsschwerpunkte, die im Zeitablauf flexibel neuen Strömungen und Entwicklungen angepasst werden können. Damit wird den Studenten eine Auswahl von neuen und praxisbezogenen Forschungs- und Ausbildungsthemen ermöglicht. "Eine solche Graduate School, die auf der Basis quantitativer Methoden und theoretischer Modellbildung die Einheit der Wirtschaftswissenschaften betont und damit die überholte Trennung in Betriebswirtschaftslehre und Volkswirtschaftslehre aufgibt, ist bislang in der deutschen Hochschullandschaft nicht vorhanden", heißt es in den Informationen der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften zu BiGSEM.

Mit der BiGSEM werde die Effizienz der Doktorandenausbildung in Bielefeld entscheidend gesteigert. Neben einer allgemeinen Qualifizierung werden Spezialisierungsmöglichkeiten in verschiedenen Schwerpunkten angeboten, an denen jeweils mehrere Professuren mit unterschiedlichen Profilen beteiligt seien. Die enge Verbindung von Ökonomik und Management stelle eine besonders attraktive und für den deutschsprachigen Raum innovative Kombination dar, die eine große Anzahl hochqualifizierter Bewerber anziehen werde.

Die BiGSEM - deren Chairman Professor Volker Böhm, Ph.D., ist - wendet sich mit ihrem Ausbildungsangebot an herausragende Absolventen wissenschaftlicher Studiengänge auf Diplom- oder Master-Niveau im nationalen und internationalen Bereich. Inzwischen hat BiGSEM eine zweite Ausschreibung im Internet mit Studienbeginn für das Sommersemester 2002 bekannt gemacht. Bewerbungstermin ist der 31. Dezember 2001. Weitere Informationen zur BiGSEM und zur Bewerbung finden sich im Internet unter

    Link
208/2001 27.11.01 Fakultät für Mathematik Oliver Gronau   Oliver Gronau, der zu Beginn des Wintersemesters 2001/2002 sein Studium an der Fakultät für Mathematik der Universität Bielefeld aufgenommen hat, ist Sieger des Bundeswettbewerbs Informatik. Der 20jährige Herforder erhielt - ebenso wie fünf weitere Sieger - einen Geldpreis von 1500 Mark von Bundesministerin für Bildung und Forschung Edelgard Bulmahn.      
208/2001 27.11.01 Fakultät für Biologie Prof. Dr. Thomas Bartolomaeus   Prof. Dr. Thomas Bartolomaeus, Fakultät für Biologie der Universität Bielefeld, erhielt einen Ruf auf eine Professur für Systematik und Evolution der Tiere an der Freien Universität Berlin.      
208/2001 27.11.01 Humboldt-Stiftung fördert: Zusammenarbeit zwischen Zagreb und Bielefeld (BUZ) Die Alexander von Humboldt-Stiftung hat vor kurzem ein neues Programm zur Unterstützung der Forschung in den verschiedenen Ländern Südosteuropas eingerichtet, den "Stabilitätspakt Südosteuropa". Das Programm will ehemaligen Humboldt-Stipendiaten aus dieser Region, die heute dort führende Stellen in der Forschung innehaben, die Gelegenheit geben, zusammen mit einem jüngeren Mitarbeiter einige Monate an eine deutsche Universität ihrer Wahl zu kommen, um die neuesten Entwicklungen auf ihrem Gebiet zu verfolgen und von ihren deutschen Kollegen neue Forschungsanregungen zu erhalten.

Im Rahmen dieses Programms wird sich Professor Dr. Ivan Andric, Zagreb/Kroatien, der 1973/74 anderthalb Jahre lang als erster Humboldt-Stipendiat an der neu gegründeten Fakultät für Physik der Universität Bielefeld bei Professor Helmut Satz gearbeitet hat, nun bis Dezember in Bielefeld aufhalten. Zusammen mit einem seiner Doktoranden, Daniel Jurman, wird er wieder mit Helmut Satz aktuelle Themen der Theoretischen Physik diskutieren, wobei das Verhalten von Elementarteilchen-Materie unter extremen Bedingungen für beide Seiten von besonderem Interesse ist.

Ivan Andric ist heute einer der führenden Theoretiker am renommierten Ruder Boskovic-Institut in Zagreb, das dort einen Status vergleichbar mit dem der Max-Planck-Institute in Deutschland hat. Er hat in den vergangenen Jahren die Zusammenarbeit zwischen seinem Institut und der Bielefelder Physik intensiv unterstützt und gefördert, so dass heute auch die meisten seiner Zagreber Kollegen auf längere und erfolgreiche Forschungsaufenthalte an der hiesigen Fakultät für Physik zurückblicken können.

     
208/2001 27.11.01 Thesen zu einer kritischen Interkulturalität / Von Heiner Bielefeldt Religiös-kulturelle Vielfalt in der Zuwanderungsgesellschaft Die multikulturelle und multireligiöse Gesellschaft ist kein utopisches Projekt, sondern in Deutschland und anderswo längst nüchterne - und zum Teil ernüchternde - Normalität geworden. Daran wird sich in absehbarer Zeit nichts ändern. Die allmähliche kulturelle Assimilation der Immigrantinnen und Immigranten (die manche erhoffen, andere fürchten) wird aufgewogen werden durch immer wieder neue Zuwanderung. Und selbst wenn der Großteil der Migranten sich dereinst kulturell und sprachlich völlig der neuen Heimat angeglichen haben sollte, steht zu erwarten, dass viele von ihnen ihre religiöse Eigenständigkeit auch weiterhin wahren wollen. Im Übrigen ist kulturelle und religiöse Vielfalt nicht lediglich ein Resultat von Migrationsbewegungen, sondern auch Ausdruck der Pluralisierung von Lebens- und Glaubensformen in einer immer stärker kommunikativ vernetzten Welt. Allein schon deshalb wird sie in Zukunft vermutlich nicht geringer werden, sondern eher noch zunehmen.

Wie sollen und wie wollen wir mit der neuen Vielfalt politisch und pädagogisch umgehen? Auf diese Frage werden nach wie vor unterschiedliche Antworten gegeben. Während die einen dafür plädieren, Begegnung auf der Grundlage einer Anerkennung von kulturellen Differenzen zu stiften, warnen andere vor der Gefahr, dass die Thematisierung kultureller Differenz zu Abschottungen und Stigmatisierungen führen könnte. Ich möchte im Folgenden einen dritten Weg skizzieren, nämlich ein Konzept kritischer Interkulturalität, das die kulturelle und religiöse Vielfalt politisch ernst nimmt und zugleich darauf abzielt, fixierende "kulturalistische" Zuschreibungen zu überwinden. Als Orientierung dient mir dabei die säkulare Idee der Menschenrechte, die in den radikal-pluralistischen Gesellschaften der Gegenwart als Grundlage des Zusammenlebens wichtiger denn je geworden ist.

In welcher Weise bieten Menschenrechte für den Umgang mit kulturellem Pluralismus Orientierung? Drei Aspekte möchte ich herausgreifen und thesenhaft zuspitzen:

Meine erste These lautet, dass Menschenrechte eine normative Fundierung des schuldigen Respekts vor der Vielfalt der Kulturen und Religionen leisten können. Hinter diesem Respekt steht letztlich das Gebot der Achtung der Menschenwürde, mit dem der Grundrechtekatalog des Grundgesetzes und die Menschenrechtserklärung der Vereinten Nationen gleichermaßen beginnen. Kulturen und Religionen sind demnach vor allem deshalb Gegenstand rechtlich gestützter Achtung, weil sie die geistigen Horizonte bilden, in denen Menschen um persönliche Orientierung ringen, Gemeinschaft finden, ihre tragenden Überzeugungen ausbilden und eine Solidarität praktizieren, die auch die bereits Gestorbenen einbeziehen kann. Um der Würde des Menschen willen sind wir gefordert, die Prägungen und Überzeugungen, die für einen Menschen - als Individuum und in Gemeinschaft mit Anderen - maßgebend sind, in Ehren zu halten.

Respekt, auch dies gilt es zu bedenken, schulden wir nicht nur den geschichtlich einflussreichen Kulturen und Religionen, sondern gerade auch den an den Rand gedrängten Minderheitenkulturen und den traditionell verfolgten Religionsgemeinschaften, die aufgrund ihrer historischen Marginalisierung vielfach immer noch mit dem (im Deutschen sehr negativ klingenden) Begriff der "Sekten" belegt werden. Interkulturelle oder interreligiöse Dialogveranstaltungen, die ausschließlich zwischen den "Großen" stattfinden und die "Kleinen" systematisch aus dem Blickfeld halten (oder sie gar verächtlich machen), werden der bestehenden Vielfalt gerade nicht gerecht. Eine Verständigung zwischen Christen und Muslimen etwa, die mehr als nur einen "faulen Frieden" ergeben soll, muss auch die heikle Thematik des Umgangs mit den internen Minderheiten und Dissidenten ansprechen.

Meine zweite These besagt, dass die Orientierung an den Menschenrechten ein kritisches Korrektiv gegen kulturalistische Zuschreibungen darstellt. Unmittelbaren Rechtsschutz im Namen der Menschenrechte genießen nämlich nicht die Kulturen oder Religionen als solche, sondern die Menschen, die sie tragen, pflegen und praktizieren. Kulturelle Lebensformen oder religiöse Traditionen können folglich nur dann einen Anspruch auf menschenrechtl...

     
208/2001 27.11.01 Gemeinsames Projekt zwischen den Universitäten in St. Petersburg und Bielefeld sowie dem DAAD Zentrum für Deutschland- und Europastudien (M.K.) Die bereits auf mehreren Feldern bestehende Zusammenarbeit zwischen der Universität Bielefeld und der Staatlichen Universität St. Petersburg ist um ein weiteres Kooperationsvorhaben erweitert worden. Im September hat das neu gegründete Zentrum für Deutschland- und Europastudien (ZDES) in der "zweiten" russischen Hauptstadt seine Arbeit aufgenommen. Rektor Dieter Timmermann konnte während seines Besuchs im September in der St. Petersburger Universität zusammen mit Rektorin Ludmilla Verbitskaja bereits einen Blick auf die künftigen Räumlichkeiten des auf dem Campus gelegenen Zentrums werfen. Das Zentrum für Deutschland- und Europastudien ist ein gemeinsames Projekt der beiden Universitäten und des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), der die Grundfinanzierung gewährleistet und für die Dauer von zunächst zwei Jahren Dr. Michael Kleineberg als Aufbaubeauftragten nach St. Petersburg entsandt hat. Mit der Durchführung von Bielefelder Seite ist Dr. Markus Kaiser, Fakultät für Soziologie, betraut. Von Deutschland aus wird das Zentrum ferner durch die Universität Magdeburg und die FernUniversität Hagen unterstützt. Die offizielle Eröffnung ist für die zweite Runde der unter dem Titel "Petersburger Dialog" firmierenden deutsch-russischen Regierungskonsultationen im kommenden Frühjahr geplant.

Das St. Petersburger ZDES wird seinen Schwerpunkt in den Sozial- und Kulturwissenschaften haben. Sein Ziel ist die Förderung der wissenschaftlichen Zusammenarbeit zu deutschland- und europabezogenen Themen in Russland. Es wird eng mit staatlichen und privaten Hochschul- und Forschungseinrichtungen, mit den Instituten der Russischen Akademie der Wissenschaften sowie mit gesellschaftlichen Organisationen - auch über St. Petersburg hinaus - zusammenarbeiten. Besonderes Augenmerk wird auf die Förderung wissenschaftlicher Nachwuchskräfte durch deutschland- und europabezogene Ausbildungs- und Fortbildungsangebote gelegt. Zugleich dient das Zentrum dazu, an deutsche Hochschulen, wissenschaftliche Institute sowie einzelne Forscher, Hochschullehrer und Studierende Informationen über Forschung und Lehre der Sozial- und Kulturwissenschaften in Russland zu vermitteln. Als Kontaktstelle internationalen wissenschaftlichen Austauschs fügt sich das ZDES in Bestrebungen zur Internationalisierung der deutschen Hochschullandschaft ein. Nicht zuletzt eröffnet es deutschen Nachwuchswissenschaftlern die Chance zur Gewinnung von Lehrerfahrungen im Ausland und zur Weiterqualifizierung in internationalen Berufsfeldern.

Erste konkrete Arbeitsvorhaben des St. Petersburger Zentrums werden eine Bestandsaufnahme der Deutschland- und Europaforschung in Russland sowie der Beginn einer Vortragsreihe mit wichtigen Vertretern der deutschen Sozial- und Kulturwissenschaftlern sein.

Kontakt: Dr. Michael Kleineberg, DAAD-Aufbaubeauftragter, Zentrum für Deutschland- und Europastudien St. Petersburg, c/o Deutsches Generalkonsulat, Ul. Furschtadtskaja 39, 191123 St. Petersburg, Tel. ++7-812-3101850, E-Mail: klbrg@online.ru.

     
208/2001 27.11.01 Ehemalige im Interview Mitglieder des Bielefelder Absolventen-Netzwerks stellen sich vor Im Rahmen der Interview-Reihe des Absolventen-Netzwerks stellt sich dieses Mal Christoph Illner (Foto) vor. Illner, Jahrgang 1969, hat an der Universität Bielefeld Erziehungswissenschaften studiert und arbeitet heute in Düsseldorf bei der persona service GmbH als Abteilungsleiter IT-Neue Medien, mit Aufgabenschwerpunkten in der Personalauswahl und -Beurteilung sowie im Mitarbeitercoaching. Das folgende Interview führte Monika Riedenklau.
? Sie haben nach Ihrem Studium an der Univerität Bielefeld - beruflich betrachtet - schnell Fuß fassen können. Was waren die wichtigsten Stationen Ihres beruflichen Werdegangs?

Nach meinem Abitur am Max-Planck-Gymnasium habe ich zunächst eine Lehre als Groß- und Außenhandelskaufmann bei der Thyssen-Schulte GmbH in Bielefeld abgeschlossen. Begonnen habe ich mit Rechtswissenschaft in Münster, habe dann aber mein Studium in Erziehungswissenschaften an der Uni Bielefeld aufgenommen und dieses als Diplom-Pädagoge abgeschlossen. Die ersten Erfahrungen in meinem jetztigen Berufsfeld habe ich während eines Praktikums im Personalwesen bei der Weidmüller Interface GmbH&Co in Detmold gemacht. Eine weitere wichtige Etappe waren die eineinhalb Jahre, die ich als Koordinator für betriebswirtschaftliche Weiterbildung bei der IHK tätig war. Zu dieser Tätigkeit bin ich übrigens über eine Initiativbewerbung für ein Praktikum gekommen.


? Inwieweit befähigte Sie Ihr Studium für Ihre jetzige Tätigkeit? Wo würden Sie heute Ihre Schwerpunkte setzen?

Meine praktischen Kenntnisse aus der Lehrzeit haben es mir erleichtert, im Studium die Schwerpunkte mit Blick auf meine heutige Tätigkeit bereits frühzeitig zu setzen (Betriebliche Weiterbildung, Medienpädagogik). Darüber hinaus glaube ich, dass das Studium mich dazu befähigt hat, mich schnell in neue Themenbereiche einarbeiten zu können. Außerdem sind in meinem Studienfach Kommunikationskompetenz und Kontaktfähigkeit des Einzelnen gefordert. Beide Fähigkeiten sind im Berufsfeld Personalwesen unabdinglich.


? Sie haben auch das Programm "Studierende & Wirtschaft" absolviert. Hatten Sie mit dieser Zusatzqualifikation Vorteile beim Berufseinstieg?

Unbedingt. Betriebswirtschaftliche Kenntnisse waren beim Berufseinstieg notwendig und sind auch heute noch eine wichtige Zusatzqualifikation, die im täglichen Geschäft ständig erweitert wird.


? Worauf sollten Studierende bei der Planung des beruflichen Einstiegs achten? Gibt es bestimmte Defizite, die Ihnen bei Bewerbungen immer wieder auffallen?

Es fällt immer wieder auf, dass die Studierenden unzureichend auf potenzielle Einsatzfelder vorbereitet sind, d. h. sich nicht konkret informiert haben. Meiner Meinung nach sollte mit Abschluss des Vordiploms der rote Faden des weiteren beruflichen Werdegangs für den Einzelnen deutlich erkennbar sein. Das Ziel sollte deutlich sein und durch Schwerpunkte im Studium gesetzt werden.


? Wenn Sie heute auf das Studium zurückblicken, welche Defizite sehen Sie in der Ausbildung - wo sollte der einzelne Studierende von Seiten der Universität mehr Unterstützung erfahren?

Die Suche und auch die Auswahl von Praktikumsplätzen sollte stärker unterstützt und vielleicht auch begleitet werden. Mir ist immer wieder aufgefallen, dass man bei der Anerkennung von Praktika - die im Vorfeld schwer genug zugänglich sind - Schwierigkeiten hatte. Hier müsste im Sinne der Verkürzung von Studienzeiten und des Brückenschlags zwischen Theorie und Praxis den Studierenden stärker unter die Arme gegriffen werden.


? Wie sehen die Berufschancen für Pädagogen in Ihrem Berufsfeld aus?

Momentan ist Zeitarbeit ein boomender Markt, und damit liegen die Personaldienstleistungen auf Wachstumskurs. Da das Studium eher auf "weiche Faktoren" angelegt ist, bringen Pädagogen in der Regel ein für Personaldienste wichtiges hohes Maß an sozialer Kompetenz mit. Aus meiner Sicht haben daher die Pädagogen, die mit Zusatzkenntnissen ausgestattet sind - wie zum Beispiel EDV-Kenntnissen und betriebswirtschaftlichem Know-how - gute Berufsaussichten. Wertvolle Informationen zum Berufseinstieg erhalten Absolventen im Büro für Berufsstrategien in Berlin (www.berufsstrategie.de). Als Literaturtip kann ich Hesse-Schrader empfehlen, wo man unter anderem gute Hinweise für Bewerbungsgespräche findet.


...

     
208/2001 27.11.01 Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft Bielefelder Linguist koordiniert neue DFG-Forschergruppe Texttechnologie (BUZ) "Texttechnologische Informationsmodellierung" - so nennt sich die neue Forschergruppe, die kürzlich von der Deutschen Forschungsgemeinschaft eingerichtet wurde. Internationale Standards für die Strukturierung, den Austausch und die Verarbeitung von Dokumenten in elektronischer Form stehen im Mittelpunkt der Untersuchungen. Koordinator der Forschergruppe ist Prof. Dr. Dieter Metzing, Computerlinguist an der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft der Universität Bielefeld. Neben der Universität Bielefeld gehören der Forschergruppe Wissenschaftler der Universitäten Gießen und Tübingen sowie des Instituts für Deutsche Sprache in Mannheim an. Unter Texttechnologie verstehen die Forscher die Elemente eines Textes, die Informationen über seine Struktur enthalten. Dieter Metzing macht dies an dem einfachen Beispiel eines Kochrezeptes deutlich: ein Kochrezept habe neben dem Inhalt auch eine eindeutige Struktur, nämlich den Titel des Gerichts, die Zutatenliste und die einzelnen Schritte der Zubereitung. Mit diesen Strukturangaben versehen, können von weiteren Kochrezepten mit ähnlichen Inhalten zum Beispiel nur die Zutaten ausgegeben werden. Strukturelle Angaben von Texten dienen in diesen Fällen einer leichteren Definition von inhaltlichen Zusammenhängen, was für die Nutzer wieder eine bessere Orientierung in komplexen Texten mit sich bringt.

Zu den Aufgaben der Forschergruppe gehört es, zum einen formale Grundlagen der technologischen Aufbereitung und der verarbeitungsbezogenen Informationsanreicherung von Texten zu untersuchen, zum anderen die Nutzungs- und Anwendungsmöglichkeiten neuer Standards für den elektronischen Austausch und die maschinelle Weiterverarbeitung von Dokumenten zu ermitteln.

Die Arbeit der Forschergruppe verteilt sich auf sechs Projekte: An der Universität Bielefeld untersucht Dieter Metzing mit seinem Mitarbeiter Andreas Witt "Multilinguale Korpora und Dokumentengrammatiken". Hierbei wird zum Beispiel untersucht, inwieweit typologische Eigenheiten über verschiedene Sprachen hinweg wieder verwendbar sind. Prof. Dr. Dafydd Gibbon und Dr. Ulrike Gut, Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft der Universität Bielefeld, arbeiten an "Theorie und Design multimodaler Lexika". Sie erforschen, wie verschiedene Medien zum Beispiel Bilder, Töne, Animationen sinnvoll strukturiert mit Texten verknüpft werden können.

Dr. Angelika Storrer, Institut für Deutsche Sprache in Mannheim, untersucht in dem Projekt "Textlinguistik und bidirektionale Texte - Hypertext-Konversion" die Möglichkeiten linearen Text, z.B. in einem Lehrbuch, mit Hypertext (Verweise auf andere Textstellen) zu verbinden. In diesem Zusammenhang wird analysiert, wie die inhaltliche Struktur über Informationsknoten so angelegt werden kann, dass nur sinnvolle Textverweise generiert werden. Prof. Dr. Henning Lobin, Universität Gießen, erforscht die "Semantik von Dokumentgrammatiken im künftigen Document Lifcycle". Hierbei müssen Kontrollmechanismen entwickelt werden, die überprüfen, ob die Strukturinformationen zu den Inhalten der Dokumente passen. Logisch-mathematische Grundlagenforschung betreibt Prof. Dr. Uwe Mönnich, Tübingen, in seinem Projekt "Formal-semantische Grundlagen von Hypertexten und Annotationsgraphen". Besonders in Hypertexten werden die Verknüpfungsstrukturen immer komplexer und damit nicht mehr kontrollierbar. In diesem Projekt wird nach exakten Methoden der Auswertung dieser Strukturen gesucht.

Die auf sechs Jahre angelegten Arbeiten der Forschergruppe sind fokussiert auf theoretische Grundlagenforschung, die allerdings das breite Spektrum von Entwicklungsprojekten und Anwendungssystemen im Blick hat. Zu den Planungen der Forschergruppe gehört die Einrichtung eines thematisch verbundenen DFG-Forschungsschwerpunktes.

     
208/2001 27.11.01 Universität Bielefeld und Dresdner Bank vereinbaren Kooperationsprojekt Wissensmanagement steigert Qualität der Kundenbetreuung (BUZ) Der Finanzsektor ist Schrittmacher bei der Verbreitung neuester Informations- und Kommunikationstechnologien. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden allerdings oftmals zu spät oder nicht in geeignetem Maße in entsprechende Veränderungsprozesse eingebunden. Daher bleiben die erzielten Resultate teilweise hinter den Erwartungen zurück. Vor diesem Hintergrund wollen die Universität Bielefeld und die Dresdner Bank AG in den nächsten zwei Jahren in einem Gemeinschaftsprojekt mitarbeiterorientierte Kommunikationskonzepte entwickeln und erproben. Das Forschungsprojekt wird geleitet von Professor Helmut Willke und Dr. Torsten Strulik von der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld. Es baut auf den von beiden Wissenschaftlern entwickelten Instrumenten eines "systemischen Wissensmanagements" auf. Gefördert wird das Vorhaben vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), das mit seiner Fördermaßnahme "wissensintensive Dienstleistungen" auf eine stärkere Ausschöpfung der Wachstums- und Beschäftigungspotenziale im Dienstleistungsbereich zielt.

Die deutschen Banken stehen gegenwärtig vor der Herausforderung, eine neue Vertriebsstruktur zu gestalten, die der wachsenden Nachfrage nach internetbasierten Dienstleistungen Rechnung trägt. Universität Bielefeld und Dresdner Bank gehen davon aus, dass der Auf- und Ausbau eines erfolgreichen "Multikanalvertriebs" zukünftig erheblichen Einfluss auf das traditionelle Filialgeschäft hat. Über E-Commerce und Call-Center können Kunden bestimmte Finanztransaktionen einfacher, transparenter und kostengünstiger abwickeln. Daher werden sich die Filialen künftig stärker auf Dienstleistungen mit höherer Wertschöpfung und Beratungsintensität konzentrieren. Dies setzt nach Ansicht der Projektleiter eine frühzeitige und intensive Einbindung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter voraus: "Entgegen einer bisher häufig zu beobachtenden einseitigen Ausrichtung auf die technologischen Faktoren von Innovationen, sollen die anstehenden Veränderungen als ein mehrdimensionaler Prozess organisationalen und personalen Lernens ausgelegt und flankiert werden, um auf diese Weise die gegebenen Erfolgspotentiale nachhaltig zu erschließen."

Die Dresdner Bank beteiligt sich am Forschungsprojekt mit ihrem Bereich E-Commerce/Internet im Unternehmensbereich Private Kunden. Dieser Bereich unter Leitung von Ulrich Pöttgens vernetzt derzeit die Kundenberatung in den Geschäftsstellen mit seinem Service- und Beratungsangebot über das Privatkundenportal und Call Center. Dafür werden im Kontext des Customer Relationship Managements (CRM) neue intranetbasierte Beratungsmodule entwickelt. Die Mitarbeiter der Dresdner Bank sollen damit alle notwendigen kundenbezogenen Informationen flexibel nutzen können. Dies soll die Qualität der Kundenbetreuung weiter steigern. Da im Forschungsprojekt Vertriebsmitarbeiter aus verschiedenen Funktionen eingesetzt werden, erwartet die Bank am Ende des Projektes sehr praxisbezogene Lösungsvorschläge.

Auf der Grundlage der von Helmut Willke und Torsten Strulik geleisteten konzeptionellen Arbeiten zum systemischen Wissensmanagement bietet das Kooperationsprojekt interessante Anknüpfungspunkte sowohl für wissenschaftliche als auch für unternehmerische Problemstellungen. Durch die Bezugnahme auf konkrete Geschäftsprozesse lassen sich maßgeschneiderte Instrumente und "best practices" erarbeiten. Zugleich eröffnen sich Chancen für wirtschaftliche Transfermöglichkeiten, da die Ausrichtung des gemeinsamen Forschungsprojekts der Universität Bielefeld und der Dresdner Bank eine Übertragbarkeit der erzielten Ergebnisse auch auf andere Branchen sicherstellt.

     
208/2001 27.11.01   Frauennotruf in der Universität   "Sexualisierte Diskriminierung und Gewalt sind in der Universität und im außeruniversitären dienstlichen Umgang verboten", heißt es in der von der Universität Bielefeld verabschiedeten Richtlinie gegen sexualisierte Diskriminierung und Gewalt.

"Hierin übernimmt die Universität Bielefeld" - so sagen Melanie Rosendahl und Petra Stadler anlässlich der vom Frauennotruf Bielefeld e.V. unlängst an der Universität Bielefeld betriebenen Beratungsstelle - "ausdrücklich innerhalb ihres Zuständigkeitsbereiches die Verantwortung für die Förderung der gleichberechtigten Zusammenarbeit zwischen Männern und Frauen, den Abbau von Benachteiligungen von Frauen an der Hochschule sowie für die Anerkennung des Rechtes auf sexuelle Selbstbestimmung. Neben der Feststellung, dass sexualisierte Gewalt im alltäglichen, dienstlichen Umgang sowie im Studienalltag stattfindet, benennt die Richtlinie Folgen sexualisierter Diskriminierung und Gewalt und verbietet sie explizit innerhalb der Universität sowie auch im dienstlichen Umgang außerhalb der Universität. In der Universität soll ein Klima der Sicherheit herrschen, Mitarbeiterinnen und Studentinnen haben ein Recht, in einem gewaltfreien Klima ihrer Arbeit nachzugehen. Betroffene Frauen werden ausdrücklich aufgerufen, sich gegen verbale oder tätliche Übergriffe zu wehren und sich zu beschweren."

Hierbei sollen sie, so weisen Melanie Rosendahl und Petra Stadler darauf hin, "durch externe Beraterinnen unterstützt werden. Insbesondere leitende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Funktionsträgerinnen und -träger sind gehalten, Maßnahmen zur Klärung, Verfolgung und Verhinderung zu ergreifen. Dabei sollen alle Schritte im Einvernehmen mit der betroffenen Frau erfolgen, und es muss sichergestellt werden, dass ihr keine Nachteile entstehen. Weiterhin beschreibt die Richtlinie informelle und formelle Maßnahmen und Sanktionen gegen den Belästiger, wie etwa Belehrung, eine schriftliche Abmahnung, ein Disziplinarverfahren, Versetzung und Kündigung, Ausschluss von Lehrveranstaltungen oder von der Nutzung universitärer Einrichtungen, Hausverbot etc. Schließlich werden in der Richtlinie auch präventive Maßnahmen wie beispielsweise Fortbildungen für Leitungskräfte oder auch räumliche Umgestaltungen beschrieben. Ein noch zu gründender Arbeitskreis soll zur Umsetzung dieser Maßnahmen beitragen", so Melanie Rosendahl und Petra Stadler.

Die Beratungsstelle mit den Beraterinnen Rosendahl und Stadler bietet bei sexueller Belästigung an der Universität "zum einen psychologische Unterstützung im Verarbeitungsprozess als auch ganz konkrete Begleitung zu den zuständigen Stellen der Universität. Sie steht in enger Kooperation zu den Gleichstellungsbeauftragten der Universität Bielefeld sowie im engen Austausch mit Personalräten, dem AStA, der Zentralen Studienberatung".

Die Beraterinnen Melanie Rosendahl und Petra Stadler sind in der Universität persönlich und telefonisch zu erreichen an jedem ersten und dritten Dienstag im Monat von 13 bis 15 Uhr in L3-119, Telefon 0521/106-4208. Außerdem sind sie im Frauennotruf Bielefeld e.V. zu erreichen (Termin nach Vereinbarung), allgemeine Telefonberatungszeiten: Mo 18 bis 22 Uhr, Di 10 bis 12 Uhr und Do 14 bis 18 Uhr.

     
208/2001 27.11.01 Auslandsstipendien der Universitätsgesellschaft Praktikum in England, Sprachkurs in der Türkei und Studium in Australien (BUZ) Für ein Jahr wird sich Ruth Heesen, die an der Universität Bielefeld Umweltwissenschaften studiert, in Sydney über globale und internationale Umweltprobleme informieren, Recyclingmethoden erforschen und die dortige Umweltschutzpolitik studieren. Sie hofft, Erfahrungen im schützenden und nachhaltigen Umgang mit der Natur zu sammeln, da in Australien sehr aktiver Umweltschutz betrieben wird. Mit diesen Plänen für ihren Auslandsaufenthalt konnte Ruth Heesen auch Ortwin Goldbeck und Professor Helmut Steiner aus dem Vorstand der Westfälisch-Lippischen Universitätsgesellschaft überzeugen. Sie unterstützen das Auslandsstudium mit einem Teilstipendium. Ruth Heesen ist eine von elf Studierenden, die mit Hilfe der Westfälisch-Lippischen Universitätsgesellschaft ihre Pläne für einen Auslandsaufenthalt verwirklichen können. Auch Sebastian Huster konnte im Auswahlgespräch überzeugen. Er studiert Soziologie und Philosophie und wird dank der Unterstützung ein Jahr in Florenz verbringen, um an seiner Magisterarbeit über die Philosophie der Globalisierung zu arbeiten. An andere Studierende vergibt die Universitätsgesellschaft ein Teilstipendium für kürzere Praktika. So werden die beiden Biochemie-Studierenden Viola Baumgärtel und Jean Roters ein viermonatiges Blockpraktikum in Natal/Südafrika absolvieren, um neue biotechnische Verfahren kennenzulernen, und auch Sarah Litterscheid wird ein biochtechnologisches Laborpraktikum zur Zellkulturtechnik absolvieren - an der East China University. Darüber hinaus werden folgende Studierende gefördert: Stefan Adler, Rechtswissenschaft: Praktikum in England; Christian Irmer, Geschichte und Latein: sechs Monate Nowgorod/Rußland; Frauke Müller, Betriebswirtschaftslehre: Praktikum in New York; Patrick Otto und Thorsten Scherf, Psychologie: Praktikum in Michigan/USA; Sabrina Engel, Biochemie: ein Semester an der Universität in Vancouver/Kanada, Iris Wolter, Pädagogik: Intensivkurs Türkisch in der Türkei.

Insgesamt wurden 20 500 Mark vergeben. Je nach Aufenthaltsdauer erhielten die Bewerber einen Zuschuss zwischen eintausend und dreitausend Mark. Die Westfälisch-Lippische Universitätsgesellschaft hat damit seit Beginn dieses Programms im Jahre 1983 mehr als 250.000 Mark für Auslandsaufenthalte zur Verfügung gestellt, davon haben über 100 Bielefelder Studierende profitieren können. Aus den Berichten, die die Studierenden nach ihrer Rückkehr einreichen, lässt sich eindrucksvoll belegen, dass dieses Förderinstrument ausgezeichnete Wirkungen erzielt hat. Zahlreiche Teilnehmer haben auf diese Weise weitere Auslandskontakte geknüpft, bei anderen haben sich die Auslandserfahrungen positiv auf das weitere Studium ausgewirkt.

Die Teilstipendien der Universitätsgesellschaft werden in jedem Jahr zu Beginn des Sommersemesters über das Akademische Auslandsamt vergeben. Dort wird auch die Bewerbung eingereicht. Zum Ende des Sommersemesters findet ein abschließendes Vorstellungsgespräch mit dem Geschäftsführer der Universitätsgesellschaft, Helmut Steiner, statt.

Nähere Auskünfte: Akademisches Auslandsamt, Karin Kruse, Dr. Werner Aufderlandwehr, Tel: 0521/106 4088, E-Mail: werner.aufderland-wehr@uni-bielefeld.de, karin.kruse@uni-bielefeld.de.

     
208/2001 27.11.01 ZiF-Arbeitsgemeinschaft Vertrauen als historische Kategorie (ZiF/BUZ) "Vertrauen" ist ein häufig gebrauchter Begriff der zeitgenössischen Sprache, taucht in Talkshows und politischen Reden, aber auch in der Produktwerbung, im Wertpapierhandel und im persönlichen Umgang auf und hat sich zu einem Kernbegriff der Alltagssprache entwickelt. Dass Vertrauen eine kommunikative und emotionale Fähigkeit von Menschen ist, um soziale Beziehungen zu bilden und zu stabilisieren, rückt immer deutlicher in den Blick. Vertrauen gilt als eine wichtige Bedingung für die Entstehung und das Funktionieren hochkomplexer und international verflochtener Gegenwartsgesellschaften. Doch bereits in der Gründungsphase der Soziologie und darüber hinaus in den Schriften frühneuzeitlicher Philosophen, Juristen und Staatswissenschaftler finden sich Ausführungen über die soziale und politische Funktion von Vertrauen. Vertrauen wurde spätestens seit Beginn der Moderne als eine wichtige Ressource politischer, gesellschaftlicher und ökonomischer Kommunikation begriffen, man hat sich über die Bedingungen seiner Erzeugung und Nutzung Gedanken gemacht und das Risiko seines Verschwindens bedacht. Vertrauen ist somit weder als Phänomen noch als Gegenstand wissenschaftlicher Reflexion ein vornehmlich zeitgenössisches Produkt.

Eine von der Bielefelder Historikerin Ute Frevert geleitete Arbeitsgemeinschaft führt im Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld vom 6. bis 8. Dezember Forscherinnen und Forscher aus den Disziplinen Geschichtswissenschaft, Soziologie, Politikwissenschaft, Wirtschaftswissenschaft, Ethnologie und Literaturwissenschaft zusammen, um den interdisziplinären Austausch über theoretisch-systematische und empirische Zugänge zu Vertrauen (und Misstrauen) als historischer Kategorie anzuregen. Im Mittelpunkt steht die historische, sozial- und literaturwissenschaftliche Kritik an der Universalität von Vertrauen, die sich konstruktiv als Frage nach der Historizität von Vertrauen, nach seiner jeweiligen sprachlich-symbolischen und sozial-politischen Produktion und Kodierung wenden lässt.


Weitere Informationen im Internet unter:

    Link
208/2001 27.11.01 60. Geburtstag Gert Rickheit   Frisch aus der Presse erhält der Bielefelder Linguist Gert Rickheit (l.), ehemaliger Rektor der Universität Bielefeld, anlässlich seines 60. Geburtstages von Lorenz Sichelschmidt die Festschrift "Sprache, Sinn und Situation".      
208/2001 27.11.01 Dieter Jannaschk 40 Jahre im Öffentlichen Dienst   Dieter Jannaschk feierte am 26. Oktober sein vierzigjähriges Arbeitsjubiläum im Öffentlichen Dienst. Der Jubilar ist im Dezernat IV (Technische Direktion, Bauangelegenheiten, Hausverwaltung, Gebäudebewirtschaftung) beschäftigt und als Hausmeister im Aufbauzentrum in der Kurt-Schumacher-Straße tätig.      
208/2001 27.11.01 Fakultät für Wirtschaftswissenschaften Dr. Hans Peter Wolf   Dr. Hans Peter Wolf erhielt von der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Bielefeld die Venia legendi für das Fach Computational Statistics.      
208/2001 27.11.01 Fakultät für Biologie Dr. Klaudia Witte   Dr. Klaudia Witte hat sich an der Fakultät für Biologie der Universität Bielefeld mit der Arbeit "Einfluss von Sozialfaktoren und Umwelt auf die intersexuelle Selektion" habilitiert und erhielt die Venia legendi für das Fach Zoologie.      
208/2001 27.11.01 Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft Prof. Dr. Dafydd Gibbon   Prof. Dr. Dafydd Gibbon, Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft der Universität Bielefeld, wurde für seine Forschungsarbeiten sowie seine Verdienste um den wissenschaftlichen Austausch und die Förderung der phonetischen Wissenschaften in Polen zum Ehrenmitglied der Polnischen Phonetik-Gesellschaft ernannt.      
208/2001 27.11.01   Irene Furch   Irene Furch, Regierungsangestellte an der Universität Bielefeld, ist im Oktober im Alter von 56 Jahren gestorben. Irene Furch war seit Juni 1972 in der Technischen Betriebsverwaltung beschäftigt und danach ab Februar 1986 in der Fakultät für Soziologie als Haushaltssachbearbeiterin. Die Universität trauert um eine allseits geschätzte Kollegin und Mitarbeiterin.      
208/2001 27.11.01 Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft Prof. Dr. Helmuth Feilke   Prof. Dr. Helmuth Feilke, Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft, hat den Ruf auf eine Professur für "Didaktik der deutschen Sprache und Literatur (Sprachdidaktik)" an der Justus-Liebig-Universität Gießen angenommen.      
208/2001 27.11.01 Fakultät für Biologie Erste Biologielaborantin "gut" ausgebildet (BUZ) Tanja Thias hat ihre Ausbildung zur Biologielaborantin an der Universität "gut" abgeschlossen. Die Zwanzigjährige ist damit die erste Auszubildende, die den im August 1998 in der Fakultät für Biologie neu eingerichteten Ausbildungsberuf erfolgreich absolviert hat. Ihre Ausbildung erhielt Tanja Thias in verschiedenen Bereichen der Fakultät für Biologie (Stoffwechselphysiologie und Biochemie der Pflanzen, Gentechnologie/Mikrobiologie, Morphologie der Pflanzen/Feinbau der Zelle), der Technischen Fakultät (Arbeitsgruppe Fermentationstechnik) und im Zentrum für Genomforschung der Universität. Ein wesentlicher Teil umfasste dabei aktuelle molekulare Methoden der Biowissenschaften. Auf Grund überdurchschnittlicher Leistungen konnte Tanja Thias die von der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK) abgenommene Abschlussprüfung ein halbes Jahr vorziehen und hat in deren praktischem Teil mit "sehr gut" hervorragend abgeschnitten. Derzeit arbeitet die Ausgebildete auf einer befristeten technischen Mitarbeiterinnenstelle am Lehrstuhl für Stoffwechselphysiologie und Biochemie der Pflanzen. Im Ausbildungsberuf Biologielaborantin stehen zur Zeit drei weitere Auszubildende. Die nächsten Einstellungen sind für August 2002 vorgesehen.      
208/2001 27.11.01 Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaft Prof. Dr. Klaus Cachay   Prof. Dr. Klaus Cachay, Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaft der Universität Bielefeld, hat einen Ruf an die Universität Darmstadt abgelehnt.      
208/2001 27.11.01 Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaft Prof. Dr. Gerd Bohner   Prof. Dr. Gerd Bohner, zuletzt Senior Lecturer im Fach Sozialpsychologie, Statistik und Methodenlehre an der University of Kent at Canterbury, ist im September zum Professor für Sozialpsychologie an der Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaft der Universität Bielefeld ernannt worden. Bohner, 1959 in Karlsruhe geboren, studierte Psychologie und Psychopathologie an der Universität Heidelberg, wo er auch 1990 promovierte. Nach der Habilitation 1997 an der Universität Mannheim erhielt er die Lehrbefugnis für das Fach Psychologie. Gerd Bohners Forschungsinteressen liegen in folgenden Bereichen: Persuative Kommunikation und Einstellungsänderung; Einstellungen zu sexueller Gewalt; Subjektive Erfahrungen und soziale Informationsverarbeitung; Sozialer Einfluss durch Minderheiten und Mehrheiten; Forschungsmethoden der Sozialpsychologie.      
208/2001 27.11.01 Technische Fakultät Achim Baldus   Achim Baldus, Regierungsangestellter an der Technischen Fakultät der Universität Bielefeld, ist am 13. September im Alter von 57 Jahren gestorben. Achim Baldus war seit dem 15. Juni 1994 als Werkstattmeister der Arbeitsgruppe Fermentationstechnik der Technischen Fakultät beschäftigt. Die Universität trauert um einen allseits geschätzten Kollegen und Mitarbeiter.      
208/2001 27.11.01 NRW-Arbeitskreis "Technikfolgenabschätzung": Chancen und Risiken Neuer Techniken im Blick Alfons Bora, Professor für "Technikfolgenabschätzung, insbesondere Gentechnikfolgen-Abschätzung" am Institut für Wissenschafts- und Technikforschung (IWT) der Universität Bielefeld, ist seit dem 1. Oktober Sprecher des Arbeitskreises Technikfolgenabschätzung und -bewertung des Landes Nordrhein-Westfalen. Der Arbeitskreis hat jetzt für zwei Jahre seine Geschäftsstelle in Bielefeld, die von Diplom-Umweltwissenschaftlerin Katharina Drechsler geführt wird. Der Arbeitskreis Technikfolgenabschätzung und -bewertung des Landes Nordrhein-Westfalen (AKTAB NRW) ist ein auf Initiative des nordrhein-westfälischen Wissenschaftsministeriums entstandener Arbeitskreis von Vertretern der Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Öffentlichkeit, die sich in Forschung und Praxis regelmäßig mit gesellschaftlichen und technischen Innovationen, ihren Folgen, ihrer Bewertung und ihrer Gestaltung auseinandersetzen.

Der AKTAB versteht sich als dezentrales Netzwerk mit dem Ziel, an der umwelt- und sozialverträglichen Gestaltung zukunftsrelevanter Innovationen mitzuwirken und einen breiten gesellschaftlichen Dialog über technische Innovationen zu initiieren und moderierend zu begleiten.

Der AKTAB ist Ansprechpartner

* für Politikberatung und Entscheidungsvorbereitung des Landtages und der Landesregierung,

* für die Innovationsberatung und -begleitung in Wirtschaftsunternehmen,

* zur Begutachtung von Förderanträgen sowohl für Antragsteller als auch für Fördereinrichtungen,

* zur Moderation und Mediation von landespolitisch relevanten Innovationsprozessen.

Der AKTAB versteht sich darüber hinaus als Basisnetzwerk für Projekte der Technikfolgenabschätzung und -bewertung in Nordrhein-Westfalen. Er ist Netzknoten für bundesweite und internationale Kooperationen und sorgt für Koordination, Dokumentation, Information und Öffentlichkeitsarbeit. Er will Erfahrungen aus der Forschung in vielfältiger Weise in beratende und gestaltende Tätigkeiten einfliessen lassen.

Die Mitglieder des Arbeitskreises befassen sich in Projektarbeiten mit Querschnittsthemen wie Theorieentwicklung, Technikfolgenabschätzung in der Lehre und mit Wertewandel. In Modellprojekten sollen ausgewählte Schwerpunktthemen behandelt werden.

Am 7. Dezember wird ein solches Schwerpunktthema im Düsseldorfer VDI-Haus mit dem in Bielefeld koordinierten Modellprojekt "Öffentliche Diskurse über neue Technologien - Öffentlichkeit und Technikfolgenabschätzung" vorgestellt. Im Blickpunkt stehen die Folgen, Chancen und Risiken sowie die Gestaltungsmöglichkeiten der "neuen Bildungstechnologien".

Weitere Informationen zum Arbeitskreis Technikfolgenabschätzung und -bewertung finden sich im Internet unter

    Link
208/2001 27.11.01 Fakultät für Rechtswissenschaft Prof. Dr. Thomas Pfeiffer   Prof. Dr. Thomas Pfeiffer, Fakultät für Rechtswissenschaft der Universität Bielefeld, erhielt einen Ruf auf eine Professur für Bürgerliches Recht, Internationales Privatrecht, Rechtsvergleichung und Internationales Verfahrensrecht an der Universität Heidelberg.      
208/2001 27.11.01 Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft Dr. Jurij Murasov   Dr. Jurij Murasov, Hochschuldozent an der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft der Universität Bielefeld, ist zum Professor für Slavische Literaturen an der Universität Konstanz ernannt worden.      
208/2001 27.11.01 Technische Fakultät Dr. Johannes Müthing   Dr. Johannes Müthing, Privatdozent an der Technischen Fakultät der Universität Bielefeld, ist die Bezeichnung "außerplanmäßiger Professor" verliehen worden. Müthing, der 1989 den Bennigsen-Foerder-Preis des Landes Nordrhein-Westfalen erhielt, habilitierte sich 1994 mit der Schrift "Biotechnologie und Glykobiologie: Einsatz der Zellkulturtechnik für die interdisziplinäre Bearbeitung von Fragen zur Struktur und Funktion von Glykosphingolipiden tierischer Zellen" und erhielt hierfür den Habilitationspreis der Westfälisch-Lippischen Universitätsgesellschaft.      
208/2001 27.11.01 Fakultät für Soziologie Dr. Sabine Maasen   Dr. Sabine Maasen erhielt von der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld die Lehrbefugnis für Allgemeine Soziologie.      
208/2001 27.11.01 Fakultät für Soziologie Dr. Volkhard Krech   Dr. Volkhard Krech erhielt von der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld die Lehrbefugnis für das Fach Soziologie, insbesondere Religions- und Kultursoziologie.      
208/2001 27.11.01 Leiter des Dezernats für Planung, Statistik und Datenverarbeitung Hartmut Krauß   Hartmut Krauß, Leiter des Dezernats für Planung, Statistik und Datenverarbeitung der Universität Bielefeld, ist zum Stellvertreter von Universitätskanzler Hans-Jürgen Simm bestellt worden.      
208/2001 27.11.01 Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft Dr. Zsuzsanna Iványi   Dr. Zsuzsanna Iványi, Institut für Germanistik der Universität Debrecen, hält sich bis September 2002 als Stipendiatin der Alexander von Humboldt-Stiftung an der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft der Universität Bielefeld auf, wo sie auf Einladung und im Arbeitsbereich von Prof. Dr. Elisabeth Gülich ihr Forschungsprojekt zum Thema "Interdisziplinarität in der Gesprächsanalyse" weiterführen will.      
208/2001 27.11.01 Oberstufen-Kolleg Prof. Dr. Ludwig Huber   Prof. Dr. Ludwig Huber, Wissenschaftlicher Leiter des Oberstufen-Kollegs an der Universität Bielefeld, ist neuer Ehrendoktor der Staatlichen Universität "Jaroslaw der Weise" Nowgorod. Die Insignien (Urkunde auf Birkenrinde, Schal und "Diplom") sind Huber im Oktober durch den Präsidenten der Universität Nowgorod, Prof. Anatoly L. Gavrikov, im Rahmen des "Tags des Lehrers" feierlich übergeben worden.      
208/2001 27.11.01 Fakultät für Gesundheitswissenschaften Dr. Claudia Hornberg   Dr. Claudia Hornberg, zuletzt Wissenschaftliche Mitarbeiterin an den Universitäten Düsseldorf und Münster, ist im November zur Professorin für Biologie und Ökologie in den Gesundheitswissenschaften unter besonderer Berücksichtigung geschlechterspezifischer Aspekte an der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld ernannt worden. Die Diplom-Biologin, Diplom-Ökologin und Ärztin Claudia Hornberg, 1959 in Bochum geboren, studierte zunächst von 1977 bis 1984 Biologie an der Ruhr-Universität Bochum, von 1985 bis 1989 an der Universität Essen Ökologie und danach Medizin an der Universität Bochum.      
208/2001 27.11.01 150 Lehramtsabsolventen "Rosige Zeiten"   "Rosige Zeiten" für ihre Berufsaussichten prognostizierte Rektor Dieter Timmermann den 150 Lehramtsabsolventen, die im vergangenen Semester feierlich verabschiedet wurden. Dies sei in den vergangenen Jahren nicht immer so gewesen. Volker Möhle vom Zentrum für Lehrerbildung wünschte sich eine stärkere Nachfrage der Mangelfächer seitens der Studierenden und gab den angehenden Referendaren den Ratschlag, mehr Flexibilität und Mobilität bei der Ortswahl zu zeigen, um ihre Chancen zu erhöhen. Ausgezeichnet wurden zudem die besten Lehramts-Absolventen. Das Foto zeigt (v.l.): Professor Helmut Steiner, Geschäftsführer der Universitätsgesellschaft, Karola Pitsch, Mathias Schwengelbeck, Rektor Dieter Timmermann, Cornelia Kohlstädt und Christina Penning.      
208/2001 27.11.01 Herbsthochschule "Seifenblasen" an der Universität Bielefeld Naturwissenschaft und Technik für Schülerinnen Das Thema "Seifenblasen" hat 140 Schülerinnen der Oberstufe während ihrer Herbstferien für eine Woche in die naturwissenschaftlichen Fakultäten der Universität Bielefeld gelockt. Vom 8. bis 12. Oktober haben die Schülerinnen täglich experimentiert, geforscht und gefragt. Uni-Luft zu schnuppern und naturwissenschaftliche Fächer im Vergleich kennen zu lernen, war die Motivation für die Schülerinnen, an der Herbsthochschule teilzunehmen. Die Angebote der Fakultäten für Biologie, Chemie, Mathematik, Physik und der Technischen Fakultät gaben den Schülerinnen vielseitige Möglichkeiten zum "probieren, erfahren und anwenden". Das ist auch die Leitidee des neuen Projekts "pea*nuts" der Gleichstellungsbeauftragten der Universität Bielefeld: "probieren, erfahren, anwenden * naturwissenschaften und technik für schülerinnen".

Im Mittelpunkt der interdisziplinären Woche standen Workshops, in denen die Schülerinnen praktische Erfahrungen mit den wissenschaftlichen Methoden und Anwendungsfeldern der naturwissenschaftlichen Disziplinen machen konnten. In Gesprächsrunden mit Studentinnen, Wissenschaftlerinnen und Absolventinnen hatten die Teilnehmerinnen die Möglichkeit, sich über Inhalte und Anforderungen der Studiengänge und der späteren beruflichen Praxis zu informieren.

An zwei Tagen fand mittags in der Uni-Halle eine Studienbörse statt. Dort haben viele Schülerinnen die Möglichkeit genutzt, sich an den Ständen der beteiligten Fakultäten, des Schreiblabors, der Zentralen Studienberatung und des Arbeitsamtes Bielefeld rund um das Thema Studieren und berufliche Perspektiven zu informieren. Ein vielseitiges kulturelles Abendprogramm und Show-Vorlesungen, wie z. B. die über Uni-Grenzen hinaus bekannte Bumerang-Vorlesung des Bielefelder Physikers Eugenius de Groot, haben neben dem interessanten Fachprogramm für (wissenschaftlichen) Spaß und Unterhaltung gesorgt.

Das Konzept der Herbsthochschule knüpft an Ergebnissen vieler sozialwissenschaftlicher Studien an, dass Frauen nicht etwa Interesse und Begabung für naturwissenschaftlich oder technische Berufe, sondern überwiegend Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten und Kompetenzen fehlen. Die Orientierungsangebote zum Studium des Projekts pea*nuts geben Frauen die Chance, durch praktisches erfolgreiches Erproben von Methoden und Anwendungsfeldern dieses Selbstvertrauen ein stückweit zu stärken.

Am erfolgversprechendsten geschieht dies in Lerngruppen, in denen Schülerinnen nicht durch die Präsenz ihrer männlichen Mitschüler in ihren Aktivitäten gebremst werden. Viele Schülerinnen haben diesen Rahmen sehr positiv aufgenommen: "Jungen nehmen einem leicht schon mal was aus der Hand." "Ich kann das gut nachvollziehen, dass die Herbsthochschule nur für Mädchen ist. Manchmal traue ich mich nicht, Fragen zu stellen, wenn Jungen dabei sind." Auch die Idee, den Schülerinnen weibliche Vorbilder zu präsentieren, wurde als außerordentlich positiv bewertet. Fast alle Teilnehmerinnen schätzten die Möglichkeit, mit Frauen aus den Naturwissenschaften in Kontakt zu kommen als "sehr wichtig" ein.

Die Schülerinnen konnten sich nicht aussuchen, in welche Fakultäten sie hineinschnuppern. Sie mussten sich verbindlich für das gesamte Programm anmelden. Die damit verbundene Hoffnung, dass eventuell vorhandene Vorurteile und Desinformationen über bestimmte Studienfächer abgebaut werden, wurde vielfach erfüllt. Die Informiertheit der Schülerinnen über das Studium ist in allen Fächern gestiegen; viele Schülerinnen wurden durch das Angebot einzelner Fakultäten überrascht: "Ich wusste gar nicht, dass das an der Technischen Fakultät so interessant ist", ist eine der Versionen, die vielfach geäußert wurde.

In Fragebögen vor und nach der Teilnahme an der Herbsthochschule wurden die Erwartungen der Schülerinnen an die Herbsthochschule, ihre Bewertungen des Programms und die Folgen für ihre Studienwahl erhoben. Mit einem differenzierten Auswertungsbericht über die Herbsthochschule ist im Dezember zu rechnen.

Die Schülerinnen haben aber viel mehr als "nur" Studieninhalte kennen gelernt. In ihrer Gruppe, die während der gesamten Woche konstant blieb und von einer Studentin aus den beteiligten Fakultäten betreut wurde, stellten sie viele persönliche Fragen und Fragen zum praktischen Alltag von Studentinnen. Zur Entscheidung, ob und was die Schülerinnen studieren möchten, gehören demnach nicht nur das Interesses und die ...

    Link
208/2001 27.11.01 Zum Jahr der Lebenswissenschaften 2001 Dritte Schülerakademie: Eintauchen in die Wissenschaft (A.N.) Die längste Anfahrt hatten wohl Barbara Spaning aus Emsdetten und Lars Zeidlewicz aus Rheine. Andere kamen aus Steinfurt, Ibbenbüren, Minden, Petershagen, Altenbeken, Rheda-Wiedenbrück, Bünde und Enger zur 3. Schülerakademie der Universität Bielefeld, die sich an "besonders motivierte, leistungsstarke und intellektuell breit interessierte Schülerinnen und Schüler der 13. Jahrgangsstufe" richtete. 90 Schulen waren angeschrieben worden, 50 Schülerinnen und Schüler haben sich schließlich beworben, 30 wurden ausgewählt. Thematisch lehnte sich die Schülerakademie an das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung ausgerufene "Jahr der Lebenswissenschaften" an, war aber in seinem dreitägigen Programm zwischen geistes- und naturwissenschaftlichen Disziplinen ausgeglichen.

Die Schüler hatten vom 26. bis zum 28. Oktober im Zentrum für interdisziplinäre Forschung die wohl einmalige Gelegenheit, vor ihrer Hochschulreife im kommenden Jahr in das Leben der Wissenschaften an der Universität Bielefeld "einzutauchen" und über den direkten Kontakt zu den Wissenschaftlern Aspekte der verschiedenen Disziplinen kennenzulernen. Den Schülern ist in den sehr angeregten Diskussionen deutlich geworden, dass inhaltliche Fragestellungen aus einer Disziplin in den nächsten Vortrag eines anderen Referenten hineingetragen werden konnten. Es ergaben sich Gespräche (die teilweise so lebhaft waren, dass mancher Referent es nicht schaffte, sein Programm in der zur Verfügung stehenden Zeit zu Ende zu bringen) zu Themen, die immer wieder aufgegriffen wurden und die Schülerakademie wie ein roter Faden durchzogen: die Frage des Begriffs der "Kultur" in seiner historischen und sozialen Bedeutung, das Thema der Genomforschung und ihrer ethischen Grenzen und das Thema der didaktischen Vermittlung von Naturwissenschaften in Schulen und Universitäten.

An der Schülerakademie beteiligt waren folgende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler: Prof. Dr. Lore Benz (Latinistik), Dr. Enno Ohlebusch (Technische Fakultät), Prof. Dr. Wolfgang Schild (Fakultät für Rechtswissenschaft), Prof. Dr. Mathias Albert (Fakultät für Soziologie), Prof. Dr. Gisela Lück (ab Sommersemester 2002 Fakultät für Chemie), Prof. Dr. Dario Anselmetti (Fakultät für Physik), Prof. Dr. Martin Carrier (Abteilung Philosophie), Dr. Anke Becker (Fakultät für Biologie), Dr. Manfred Holodynski (Abteilung Psychologie) und Prof. Dr. Andreas Dress (Fakultät für Mathematik).

Sehr großen Anklang fand der erste Abend, der unter dem Motto "WWW-Wissenschaft WeltWeit" den Schülern die Gelegenheit zu Gesprächen mit internationalen Gastwissenschaftlern der Universität Bielefeld bot. Physiker, Soziologen, Historiker, Informatiker und Linguisten aus China, Kolumbien, Russland, Marokko, Ägypten und einigen europäischen Ländern stellten den jungen Deutschen Aspekte ihrer Disziplinen und Forschungsschwerpunkte vor. Sehr positiv bewerteten die Schüler dabei, dass sie - zum Teil auf Englisch und Französisch - neue Perspektiven der Wissenschaften kennen lernten und das deutsche Universitätssystem aus einem anderen Blickwinkel betrachten konnten.

Im Programm enthalten waren außerdem der Besuch der Universität, der Universitätsbibliothek und der Laborräume sowie ein Stummfilm-Abend mit Klavierbegleitung. Die dreitägige Schülerakademie soll auch im nächsten Jahr stattfinden.

     
208/2001 27.11.01 Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft Fremdsprachliche Lesekompetenz durch Multimedia (BUZ) Der nordrhein-westfälische Universitätsverbund Multimedia fördert mit 200 000 Mark ein Projekt an der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft der Universität Bielefeld, das die fremdsprachliche Lesekompetenz durch den Einsatz von Multimedia verbessern soll. Unter der Leitung von Dr. Helmut Stiefenhöfer soll bis Ende Dezember 2002 eine produktionsreife Entwicklung einer Multimedia-CD-ROM mit dem Schwerpunkt "Vertiefung und Erwerb fremdsprachlicher Lesestrategien in berufsbildenden Schulen und der Sekundarstufe II" realisiert werden. Als schulische Partner für die Erprobung der zu entwickelnden Software konnten das Helmholtz-Gymnasium, das Bielefelder Oberstufen-Kolleg, die Carl Severing-Berufschulen und die Rudolf Rempel-Schule gewonnen werden. Mehr im Internet unter:     Link
208/2001 27.11.01 Berufswerkstatt Geschichte Neuer Webauftritt Das Internet-Informationsangebot der Berufswerkstatt Geschichte der Universität Bielefeld <a href="http://www.geschichte.uni-bielefeld.de/bewerk/" class="intern">www.geschichte.uni-bielefeld.de/bewerk/</a> ist überarbeitet worden. Studierende der Geschichtswissenschaft erhalten jetzt verbesserte Informationen über die Möglichkeiten zur Ableistung eines Praktikums innerhalb ihres Studienganges. Die Informationen klären vorab viele der kleineren organisatorischen Fragen zur Praktikumsplanung. Die umfassende Beratung im Büro der Berufswerkstatt, S2-231, soll dadurch nicht ersetzt werden. Der Direktlink zu den Berufsfeldern ist <a href="http://www.geschichte.uni-bielefeld.de/bewerk/amarkt.htm" class="intern">www.geschichte.uni-bielefeld.de/bewerk/amarkt.htm</a>. Dort können die Studierenden weiterführende Informationen zu ihren Berufswünschen erhalten.

Informationen über die formalen Anforderungen an die Praktikumsplanung sind auf <a href="http://www.geschichte.uni-bielefeld.de/bewerk/buero.htm" class="intern">www.geschichte.uni-bielefeld.de/bewerk/buero.htm</a> zu finden. Auf dieser Webseite befinden sich außerdem Links zu weiteren praxisorientierten Projekten an der Universität Bielefeld, zu ähnlichen Projekten an anderen deutschen Hochschulen und zu einer Link-Sammlung mit interessanten Websites rund um das Thema "Geschichte im Internet".

Unter <a href="http://www.geschichte.uni-bielefeld.de/bewerk/boerse.htm" class="intern">www.geschichte.uni-bielefeld.de/bewerk/boerse.htm</a> findet sich neben einer Link-Sammlung mit weiteren Jobbörsen die Praktika-Datenbank der Berufswerkstatt Geschichte.

Zusätzlich zur Vermittlung von studienbegleitenden Praktika vermittelt die Berufswerkstatt Geschichte erste berufspraktische Erfahrungen durch ihre praxisbezogenen Seminarangebote. Über die didaktische Zielsetzung dieser Lehrform informiert die Webseite <a href="http://www.geschichte.uni-bielefeld.de/bewerk/lehre.htm" class="intern">www.geschichte.uni-bielefeld.de/bewerk/lehre.htm</a> im Detail.

Aktuelle Veranstaltungen der Berufswerkstatt Geschichte sind auf <a href="http://www.geschichte.uni-bielefeld.de/bewerk/aktuelles_fra.htm" class="intern">www.geschichte.uni-bielefeld.de/bewerk/aktuelles_fra.htm</a> zu finden, beispielsweise die Termine der Vortragsreihe "Forum", in der Berufspraktiker über ihre Erfahrungen referieren. Außerdem sind hier alle Praktikums- und Praktikumsbegleitseminare des aktuellen Semesters, inklusive ihrer kompletten KVV-Informationen, verzeichnet. "Auf dieser Seite wird außerdem auf kurzfristige Aktionen und brandheiße Jobangebote hingewiesen. Es lohnt sich, diesen Bereich der Website öfters zu besuchen", meint Christian Höfgen, Webmaster der Berufswerkstatt Geschichte.

    Link
208/2001 27.11.01 Zentrum für Lehrerbildung Berufsorientierung und Lebensplanung Jugendlicher (BUZ) Was will ich nach dem Abitur machen? Will ich studieren? Oder doch lieber eine Ausbildung machen? Wie will ich später leben? Was kann ich überhaupt? - Diese Fragen stellen sich viele SchülerInnen am Ende ihrer Schulzeit. Doch ihre Beantwortung wird für Abiturienten immer anspruchsvoller. Durch die zunehmend ausdifferenzierten und entstandardisierten Übergänge von der Schule in Ausbildung und Studium sind Jugendliche mehr denn je mit biographischer Unsicherheit konfrontiert. Abiturienten müssen unter Berücksichtigung ihrer eigenen Fähigkeiten und Interessen und unter Einbeziehung struktureller Rahmenbedingungen eine Reihe von Entscheidungen treffen, ohne die Folgen im einzelnen absehen zu können.

Mit diesem komplexen Prozess der Berufsorientierung und Lebensplanung Jugendlicher in der Sekundarstufe II beschäftigt sich das neu angelaufene Projekt "Berufsorientierung und Lebensplanung - Jugendliche in der Sekundarstufe II" am Zentrum für Lehrerbildung der Universität Bielefeld. Das Projekt wird von Prof. Dr. Mechtild Oechsle geleitet. Weitere Mitarbeiterinnen sind Dr. Helen Knauf, Diplom-Soziologin Christiane Maschetzke und Diplom-Soziologin Elke Rosowski.

Die Studie soll Aufschluss darüber geben, wie Jugendliche die Anforderungen der modernen Arbeitswelt wahrnehmen und wie die Bandbreite ihrer Berufsorientierungen aussieht. Untersucht wird, ob es hierbei relevante Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt oder ob die Gemeinsamkeiten überwiegen. Besonders interessiert die Frage, welche Faktoren Berufs- und Studienwahlentscheidungen beeinflussen und welche Rolle Schule hierbei spielt. Untersucht wird auch, wie Jugendliche die schulischen und außerschulischen Angebote zur Berufs- und Studienorientierung beurteilen und welche Erwartungen sie an Schule, Eltern und Arbeitsamt haben.

Zum Auftakt des Projektes wurde ein Fragebogen an alle Schulen mit Sekundarstufe II des Regierungsbezirks Detmold versandt, um die schulischen Angebote zur Berufsorientierung zu erheben. Auf der Grundlage dieser Erhebung werden an ausgewählten Schulen schriftliche und mündliche Befragungen von SchülerInnen durchgeführt und durch Gruppendiskussionen ergänzt. Erste Ergebnisse werden im Frühjahr des kommenden Jahres erwartet.

Das Forschungsvorhaben wird durch das Ministerium für Schule, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert und von der Bezirksregierung Detmold unterstützt.

Kontakt: Prof. Dr. Mechtild Oechsle, Zentrum für Lehrerbildung, Telefon 0521/106 4248, Projektbüro: 0521/106 3859.

     
209/2002 27.02.02 Verhaltensforschung soll breiter Öffentlichkeit vorgestellt werden Klaus Immelmann-Reihe zur Verhaltensforschung (BUZ) Renommierte Forscher aus dem In- und Ausland werden künftig in der "Klaus Immelmann-Vorlesungsreihe zur Verhaltensforschung" moderne Entwicklungen der internationalen Verhaltensforschung einer breiten Öffentlichkeit vorstellen. Mit dieser von der Westfälisch-Lippischen Universitätsgesellschaft unterstützten Vortragsreihe will Professor Fritz Trillmich an den Gründer der Bielefelder Verhaltensforschung Klaus Immelmann erinnern und eine Verhaltensforschung in den öffentlichen Blick nehmen, die evolutionäre und physiologische Fragen ebenso wie Fragen zur Ontogenese von Verhalten behandelt.

Klaus Immelmann gründete die Verhaltensforschung an der Universität Bielefeld und machte nicht nur das eigene Institut, sondern auch die neue Universität Bielefeld international bekannt. Immelmann hat hier in Bielefeld eine in Deutschland einmalige Verhaltensforschung aufgebaut, die sich zu seinen Zeiten intensiv und erfolgreich um die Erforschung der Ontogenese von Verhalten bemüht hat.

Mit dem Forschungsjahr zum Thema "Vergleichende Verhaltensontogenese bei Mensch und Tier" sowie dem von Klaus Immelmann ausgerichteten Internationalen Ethologenkongress (1977) hat der 1987 gestorbene Verhaltensforscher Klaus Immelmann Bielefeld auf die Karte der wichtigen zoologischen Forschungsstätten in Deutschland eingetragen.

In der ersten Veranstaltung der von Immelmann-Nachfolger Fritz Trillmich organisierten Vortragsreihe sprach jetzt Professor Nicolas B. Davies von der Universität Cambridge, United Kingdom, über "Cuckoo versus hosts: an evolutionary arms race". Der englische Verhaltensökologe hat seit 15 Jahren die vielfältigen Beziehungen zwischen verschiedenen Kuckucksarten und deren Wirten in Großbritannien, Afrika und Australien untersucht. Dabei hat er durch eine Vielzahl eleganter Freilandexperimente das Verständnis für die Interaktion zwischen Parasit und Wirt sowohl auf der Verhaltensebene als auch auf der langfristigen, evolutionären Ebene enorm erweitert. Er ist Mitglied der Royal Society, erhielt die Medaille der Association for the Study of Animal Behaviour und den Teaching Prize der Universität Cambridge.

Davies führte in seinem Vortrag die faszinierenden und trickreichen Strategien vor, mit denen Kuckucksweibchen ihre Wirtsvögel täuschen, und beschrieb, mit welchen Tricks der junge Kuckuck seine Pflegeeltern zu einer derart hohen "Fehlinvestition" verleitet. Obwohl bereits zur Zeit des Aristoteles bekannt war, dass der Kuckuck seine Jungvögel von insektenfressenden Singvogelarten aufziehen lässt, sei der Mechanismus vieler Anpassungen des Kuckucks und der Gegenanpassungen der Wirtsvögel noch nicht geklärt. Davies stellte zwei neue Erkenntnisse vor: Die erstaunlich exakte Eimimikry kommt bei den Kuckucksweibchen dadurch zustande, dass die Gene, die die Eischalenfärbung bestimmen, nur auf dem weibchenspezifischen Geschlechtschromosom liegen. Dadurch wird die Färbung der Eischale ausschließlich von dem Weibchen auf die Tochter übertragen. Es entstehen so genannte Linien, zu denen Individuen gehören, die bei derselben Wirtsart parasitieren. Aus diesen Linien haben sich jedoch keine Unterarten entwickelt, da die männlichen Kuckucke sich nicht "linientreu" paaren. Der junge Kuckuck verleitet seine Pflegeeltern zum intensiven Füttern, indem er die Rufrate einer vielköpfigen Pflegeelternbrut nachahmt.

     
209/2002 27.02.02 Fakultät für Geschichtswissenschaft und Philosophie Dr. Lutz Häfner   Dr. Lutz Häfner erhielt von der Fakultät für Geschichtswissenschaft und Philosophie der Universität Bielefeld die Venia legendi für das Fach Neuere und Neueste Geschichte.      
209/2002 27.02.02 ZiF-Autorenkolloquium mit Michael Theunissen Zwischen Mythos und Philosophie (BUZ) Zu einem Autorenkolloquium hatte das Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld Michael Theunissen, einen der bedeutendsten deutschsprachigen Philosophen der Gegenwart, eingeladen. Das Autorenkolloquium konzentrierte sich auf die Arbeiten Theunissens aus dem letzten Jahrzehnt, in deren Zentrum das Thema "Zeit" steht. In diesen Schriften verfolgt Theunissen die Frage nach der existenziellen und metaphysischen Bedeutung menschlicher Zeiterfahrung in Auseinandersetzung mit Positionen der Philosophiegeschichte, mit Befunden der Psychopathologie sowie mit Zeugnissen der altgriechischen Dichtung. Die im letzten Jahr vorgelegte umfassende Studie "Pindar. Menschenlos und Wende der Zeit" sucht in der Fremdheit und Unzeitgemäßheit der frühen griechischen Dichtung Grundlagen für eine Selbstverständigung des modernen Denkens zu gewinnen. Wie Heidegger (und vor ihm Hölderlin und Nietzsche) sieht Theunissen im Rückgang auf das archaische Griechentum eine Möglichkeit, die Grundentscheidungen, die das abendländische Denken bestimmt haben, bewusst zu machen und zu reflektieren. Die Lyrik Pindars und seiner Vorgänger ist nach Theunissen zutiefst geprägt von einer sich theologisch artikulierenden Zeiterfahrung. In seiner Zeiterfahrung begegnet dem Menschen danach das Göttliche, das sein Leben beherrscht und unvorhersehbar in es eingreift. In der Transformation und Interpretation dieser Zeiterfahrung bietet die frühgriechische Dichtung eine Folie für die Verständigung über den Menschen wie über das philosophische Denken und dessen Geschichte, wie er dies auch in seinem öffentlichen Vortrag zum Thema "Zwischen Mythos und Philosophie. Chaos, Nacht und Zeusherrschaft in Hesiods Theogonie" deutlich machte.      
209/2002 27.02.02 43. Phylogenetisches Symposium Karl Ernst Lauterbach verabschiedet (BUZ) Die Arthropoden (Gliederfüßer) sind die mit Abstand artenreichste Tiergruppe auf unserem Planeten. Der Ursprung dieser Tiergruppe liegt rund 600 Millionen Jahre zurück. Unsere bisherigen Vorstellungen zur Evolution dieser Tiergruppe sind maßgeblich von Professor Karl Ernst Lauterbach, Fakultät für Biologie der Universität Bielefeld, geprägt. Anlässlich des Ausscheidens von Karl Ernst Lauterbach fand das 43. Phylogenetische Symposium unlängst in Bielefeld statt. Zur Ehrung der wissenschaftlichen Leistungen von Lauterbach hatte das Symposium die "Herkunft und Evolution der Arthropoden" zum Thema. 120 Teilnehmer aus dem In- und Ausland nutzten die Gelegenheit, ausgiebig über sieben wissenschaftliche Vorträge zu diskutieren, die allesamt die durch die Einführung molekularer Untersuchungsmethoden aufgebrochenen Vorstellungen zur Evolution der Arthropoden und deren Folgen für die Bewertung klassischer Merkmale und Fossilien behandelten.

Während der Vorträge zeigte sich die nach wie vor aktuelle Bedeutung der seinerzeit bahnbrechenden Erkenntnisse der Arbeiten Lauterbachs. Zwei der sieben Vorträge wurden von Mitarbeitern der Abteilung Zoomorphologie und Systematik gehalten. Dr. Markus Koch sprach über die phylogenetische Bedeutung der Kopfmorphologie von Insekten und Myriapoden (Tausendfüßer) und Dr. Andreas Schmidt-Rhaesa über die Stellung der Arthropoden im System der Tiere. Die übrigen Redner des mit Unterstützung der Universitätsgesellschaft realisierten Symposiums kamen aus Berlin, Osnabrück, Manchester (England) und Uppsala (Schweden).

     
209/2002 27.02.02 Fakultät für Soziologie Dr. Salma A. Nageeb   Dr. Salma A. Nageeb arbeitet derzeit am Forschungsschwerpunkt Entwicklungssoziologie und Sozialanthropologie der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld über ihr Forschungsvorhaben "'Not without each other': Islamism and women's public spaces. Trans-cultural exchange and the construction of public space". Sie wird betreut von Prof. Dr. Gudrun Lachenmann und Dr. Georg Stauth. Nageeb kommt mit einem Georg Forster-Forschungsstipendium von der Afhad University for Women in Omdurman im Sudan, hat nach dem Studium einen MA am Institute for Social Studies in Den Haag gemacht und dann in Bielefeld promoviert mit einer empirischen Arbeit im Sudan. Die inhaltliche Ausrichtung des Forschungsvorhabens gliedert sich ein in die laufenden Forschungsschwerpunkte in Bielefeld, wobei eine empiriegeleitete Theoriebildung und interkulturell vergleichende Forschung im Mittelpunkt stehen. Die Aktualität des Themas der öffentlichen Räume und ihrer geschlechtsspezifischen Strukturierung und Konstruktion durch die Akteurinnen stellt sich derzeit besonders, da das gesellschaftstheoretische Defizit in Bezug auf vorwiegend islamische Gesellschaften - gerade auch in dem am Bielefelder Forschungsschwerpunkt möglichen Vergleich zu süd(ost)asiatischen Gesellschaften wie Malaysia - angegangen werden kann und damit Erkenntnisse über die Translokalität verschiedener 'modernities' erarbeitet werden.      
209/2002 27.02.02 Hochschulsport Henrik Stehlik ist Hochschulmeister im Trampolin (BUZ) Bei den im Januar in Braunschweig ausgetragenen Deutschen Hochschulmeisterschaften im Trampolinturnen belegte Henrik Stehlik, Student an der Fakultät für Rechtswissenschaft der Universität Bielefeld, den ersten Platz. Der neue deutsche Hochschulmeister ist Mitglied der Nationalmannschaft und trainiert seit einigen Monaten bei der SV Brackwede unter Trainer Roland Berger. Der 21-jährige hat sich vorgenommen, an den Olympischen Spielen teilzunehmen, am liebsten schon 2004 in Athen und dann, wenn er im besten Trampolin-Alter ist, 2008 in Peking.


Henrik Stehliks Heimatverein ist die TG Jugenddorf Salzgitter, die der 1. Bundesliga angehört. Der Deutsche Meister im Einzel von 1999 belegte 2000 den dritten Platz im Weltcup-Einzel. Er hat sich für ein Jurastudium in Bielefeld entschieden, weil er hier auch beim Trampolin-Bundesstützpunkt in Brackwede hervorragende Trainingsmöglichkeiten vorfindet. Sein Trainer Roland Berger ist Lehrbeauftragter der Abteilung Sportwissenschaft der Universität Bielefeld.

     
209/2002 27.02.02   Nano-Fußball nach der "Bobby Moore-Methode" (BUZ) "German scientists celebrate nano football breakthrough" titelt der Pressedienst der Londoner Royal Society of Chemistry in seinem Bericht über eine Entdeckung der Bielefelder Wissenschaftlergruppe um den Chemiker Professor Achim Müller. Dort war es gelungen, Molybdänoxid-Riesenkugeln, so genannte "Keplerate", mit Laserpulsen in die Gasphase zu schießen und mittels Massenspektrometrie zu detektieren. Solche Kugeln, die an Fußbälle erinnern, sind mit über 700 Atomen und einer Masse von ca. 17.000 Da um einiges größer und schwerer als die weltberühmten Bucky-Balls, die aus 60 Kohlenstoff-Atomen bestehen und nur 720 Da wiegen. Man schafft es auf diese Weise sogar, bis zu fünf solcher Riesenbälle zusammen herauszuschießen.

Fünf Tore mit einem Schuss zu erzielen, wäre natürlich der Traum eines jeden Fußball-Teams, so der englische Pressedienst. Die Bielefelder Wissenschaftler haben vorgeschlagen, dieses Verfahren als "Bobby Moore Procedure" zu bezeichnen, zu Ehren eines großen englischen Fußballers und respektablen Gegners.

     
209/2002 27.02.02 Deutsches Studentenwerk Günther Remmel im Vorstand (swb) Günther Remmel, Geschäftsführer des Studentenwerks Bielefeld, ist in den Vorstand des Dachverbands "Deutsches Studentenwerk" (DSW) gewählt worden. Präsident des DSW bleibt Professor Hans-Dieter Rinkens von der Universität Paderborn. Dem Vorstand gehören außerdem die Geschäftsführer der Studentenwerke Hannover und Trier sowie zwei Professorinnen und drei Studierende verschiedener Hochschulen an.

Im DSW sind alle 62 Studentenwerke in Deutschland zusammengeschlossen. Die einzelnen Studentenwerke führen die Ausbildungsförderung (BAföG) durch, betreiben Mensen und vermieten Wohnheimplätze für Studierende. Das DSW sieht seine Aufgabe vor allem in der Lobbyarbeit für die Interessen der Studierenden. Auf der Forderungsliste an Bund und Länder ganz oben steht zur Zeit die wirksame Förderung weiteren Wohnheimbaus. Studierende vor allem aus internationalen Austauschprogrammen haben bisher kaum Chancen, auf den privaten Wohnungsmärkten eine Bleibe zu finden. Auch in Bielefeld steigt der Bedarf an Wohnheimplätzen besonders unter den ausländischen Studierenden nach wie vor, so dass ständig Wartelisten für die 2000 bestehenden Wohnheimplätze geführt werden müssen.

Günther Remmel ist seit 1983 Geschäftsführer des Studentenwerks Bielefeld und seit 1995 Sprecher der Arbeitsgemeinschaft nordrhein-westfälischer Studentenwerke.

     
209/2002 27.02.02 Fakultät für Gesundheitswissenschaften Dr. Peter-Ernst Schnabel   Dr. Peter-Ernst Schnabel, Privatdozent an der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld, ist die Bezeichnung "außerplanmäßiger Professor" verliehen worden. Schnabel ist seit 1994 Mitglied der damals neu gegründeten Fakultät für Gesundheitswissenschaften. Er hat maßgeblich am Aufbau der Fakultät mitgearbeitet und durch seine zahlreichen Veröffentlichungen prägend zur Entwicklung des Faches Gesundheitswissenschaften in Bielefeld sowie in der Bundesrepublik beigetragen. Derzeit leitet Schnabel, dessen Forschungsschwerpunkt im Bereich Gesundheitsförderung und Prävention liegt, ein Teilprojekt des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekts "Multimedialer Kooperationsverbund: Hochschulen für Gesundheit".      
209/2002 27.02.02 Drittmittel: Universität Bielefeld erreicht bisher bestes Ergebnis Fast 30 Millionen für die Forschung (BUZ) Mit fast 30 Mio Euro Einnahmen aus Drittmitteln und Zentralmitteln des Landes Nordrhein-Westfalen für Projektforschung im Jahr 2001 hat die Universität Bielefeld ihr bisher bestes Ergebnis aus dem Vorjahr um 4,7 Mio Euro übertroffen. Dies entspricht einer Steigerung um rund 19 Prozent. Mit 7,9 Mio Euro hat die Fakultät für Biologie die meisten Drittmittel im Jahr 2001 eingeworben, gefolgt von der Fakultät für Gesundheitswissenschaften, der Technischen Fakultät, den Fakultäten für Physik und Chemie. Einen erheblichen Zuwachs verzeichnen auch das Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung, das Interdisziplinäre Frauenforschungs-Zentrum und insbesondere das Institut für Wissenschafts- und Technikforschung (IWT), das allein im ersten Halbjahr 2001 (allerdings verteilt auf mehrere Jahre) 4,6 Mio Euro eingeworben hat. Neben der Forschergruppe "Wissenschaft im Umbruch" werden am IWT ein neues Graduiertenkolleg zum Thema Wissensgesellschaft sowie Projekte im Bereich Technikfolgenforschung durch die Europäische Union, das Bundesministerium für Bildung und Forschung und das Land Nordrhein-Westfalen gefördert.      
209/2002 27.02.02 Deutscher Studienpreis der Körber-Stiftung Forschungsarbeiten Bielefelder Studenten beim Wettbewerb "Bodycheck" ausgezeichnet (BUZ) "Bodycheck - Wie viel Körper braucht der Mensch?", lautete das Thema des 3. Deutschen Studienpreises. 640 Studierende aus dem In- und Ausland beteiligten sich an dem Forschungswettbewerb der Hamburger Körber-Stiftung, darunter auch mehrere Studentinnen und Studenten der Universität Bielefeld. Die Jury der Körber-Stiftung hat jetzt die Preisträger des 3. Deutschen Studienpreises ermittelt und dabei 64 Preise vergeben. Unter den Preisträgern findet sich auch Kerstin Brückweh, Studentin an der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld. Sie hatte Erfolg mit ihrer Arbeit "Wie perfekt muss er sein, der Körper des Menschen, um überhaupt leben zu dürfen? Medizinethische Diskussionen über die Behandlung behinderter Neugeborener in den USA (1971-1988)".

Ein weiterer Preis ging an eine Studentengruppe der Technischen Fakultät der Universität Bielefeld. Timo Altenseuer, Christian Becker, Björn Knafla, Alfred Kranstedt, Thies Pfeiffer, Tim Scheele, Matthias Weber und Jure Zakotnik überzeugten die Juroren mit ihrer Arbeit "Gestik und Mimik in der Mensch-Maschine-Kommunikation am Beispiel von MAX, einem virtuellen Montageassistenten".

Die Erfolge der Bielefelder Studierenden beim 3. Deutschen Studienpreis der Körber-Stiftung sind sicherlich auch auf das besonders günstige Klima für studentische Forschung an der Universität Bielefeld zurück zu führen.


Die Preisverleihung fand am 25. Februar im Konzerthaus am Gendarmenmarkt in Berlin statt.

     
209/2002 27.02.02 "Virtuelles Büchergeld" e-fellows.net: Das erste Online-Stipendium (u.b.) Ohne Computer und ohne Internet lässt sich die Universität nur noch schwer bewältigen. Das Internet hat andere Arbeitsweisen geschaffen und zu neuen Kommunikationsformen zwischen Studenten und Dozenten geführt. Wieso also nicht auch das Netz nutzen, um Studierende zu fördern? Die Idee ist eigentlich ganz einfach: kostenlose Datenbankrecherchen, Mentoren aus der Wirtschaft, freier Internetzugang, exklusive Praktikumsangebote online, und schon ist das Internet-Stipendium fertig. Seit Februar 2000 ist e-fellows.net online, das etwas andere Stipendium in der Hochschullandschaft.

Die Idee stammt von McKinsey. Die Gründungpartner sind die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, Deutsche Telekom und McKinsey & Company selbst. E-fellows.net will die besten Studenten aller Studienfächer vom ersten Semester an bis hin zur Diplom- oder Doktorarbeit fördern und ihnen den Karriereeinstieg durch Kontakte zu Wirtschaftsunternehmen vereinfachen. Stipendiaten können gratis in 500 professionellen Datenbanken recherchieren (in Genios, Proquest oder Juris, zum Beispiel), erhalten einen kostenfreien Internet-Zugang in Deutschland, können an Seminaren und Workshops der Partnerunternehmen teilnehmen und werden über die Website von e-fellows.net mit Praktikums- und Jobangeboten versorgt.

Neben den drei Gründern wird e-fellows.net mittlerweile von zehn Partnerunternehmen unterstützt, unter anderem Siemens, Henkel, Bosch, Deutsche Bank, Allianz und KPMG.

Rund 8.700 Stipendiaten gibt es mittlerweile. Auf der e-fellows-Website, die auch Nicht-Stipendiaten nützliche Informationen über das Studium und die Karriereplanung bietet, haben sich bereits jetzt über 70 000 Benutzer registriert.

Wer ein e-fellow werden will, muss sich bewerben - online natürlich. Auf der Website www.e-fellows.net kann man das Bewerbungsformular ausfüllen und abschicken.

    Link
209/2002 27.02.02 Zweite Auflage: Leitfaden für behinderte Studierende   (BUZ) Der Beauftragte des Rektorats für die Belange von Studierenden mit Behinderung, Professor Michael Brambring, hat jetzt in einer zweiten Auflage den "Leitfaden für behinderte Studierende" an der Universität Bielefeld herausgegeben.


Der Leitfaden gibt behinderten Studierenden und Studienbewerbern einen Überblick über die baulichen Gegebenheiten, Informations- und Beratungsangebote und die Kontaktadressen an der Universität und dem Studienort Bielefeld.


Der Leitfaden, der demnächst ins Netz der Universität Bielefeld gestellt wird, ist für Sehbehinderte oder Blinde auch als Diskette erhältlich. Bezug über den Herausgeber: Telefon 0521/106-4345, E-Mail: mbrambring@uni-bielefeld.de.

     
209/2002 27.02.02 29. Studierendenparlament "Grüne" mit den meisten Stimmen (BUZ) Bei den 29. Wahlen zum Studierendenparlament der Universität Bielefeld Mitte Januar konnte die "Grüne Hochschulgruppe / offene Liste" mit 8 Sitzen die meisten Stimmen auf sich vereinigen, gefolgt vom "Ring Christlich-Demokratischer Studenten" mit 6 Sitzen. Wahlberechtigt waren 19 521 Studierende. Von ihrem Wahlrecht machten allerdings nur 1722 Gebrauch, - dies entspricht einer Wahlbeteiligung von nur 8,81 Prozent.


In das 29. Studierendenparlament sind die folgenden Vertreter gewählt worden:


Grüne Hochschulgruppe / offene Liste, 8 Sitze: Jana Görlach, Leyla Boran, Dominik Fröse, Ingo Bowitz, Sven Gödde, Heike Pfaff, Tobias Baumann, Stefan Bienefeld.


Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS), 6 Sitze: Markus Peifer, Heike Orlowski, Matthias Zimmermann, Carsten Hentschel, Marcus Sundermann, Bernhard Carl Stephan Mütter.


Toleranz, 4 Sitze: Kemal Aslan, Stefan Bröhl, Zeycan Yesilkaya, Amid Rabieh.


Uni-Links, 4 Sitze: Melanie Groß, Niels Heinemann, Melanie Abeling, Simone Woermann.


Juso-Hochschulgruppe, 3 Sitze: Tanja Bültmann, Hendrik Langen, Anna Beise.


Chronisch-Schwule-Union (C.S.U.), 2 Sitze: Martin Lücke, Metin Akca.


Zünglein an der Waage, Naturwissenschaftler/innen - Lehrer/innen-liste, 1 Sitz: Christian Osinga.


Liste der freien Studenten, 1 Sitz: Sahin Aybek.

     
209/2002 27.02.02 Deutsche Forschungsgemeinschaft bewilligt neuen Sonderforschungsbereich 613 Physik erforscht jetzt auch Grundlagen der Biowissenschaften (BUZ) An der Universität Bielefeld hat sich ein neuer interdisziplinärer Forschungsschwerpunkt gebildet, in dem Experimental- und Theoretische Physiker, Chemiker und Biologen gemeinsam der Frage nachgehen, welche physikalischen Vorgänge zum Beispiel an biologischen Makromolekülen lebender Zellen ablaufen. Die Formierung dieses neuen, stark zukunftsorientierten und in Deutschland einmaligen Forschungsverbundes in Bielefeld belohnte jetzt die Deutsche Forschungsgemeinschaft mit der Bewilligung eines neuen Sonderforschungsbereiches unter dem Titel "Physik von Einzelmolekülprozessen und molekularer Erkennung in organischen Systemen". Die Universität Bielefeld und dieser Sonderforschungsbereich erhalten in den nächsten drei Jahren für die erste Förderperiode ab 1. Januar 2002 rund drei Millionen Euro zusätzlich. Sonderforschungsbereiche haben in der Regel eine Laufzeit von zwölf Jahren.

Sprecher dieses neuen Sonderforschungsbereichs ist der Experimentalphysiker Professor Ulrich Heinzmann.

Wissenschaftler aus den drei Fakultäten Biologie, Chemie und Physik der Universität Bielefeld bringen die modernsten experimentellen Präparations- und Analyseverfahren der Nanotechnologie, der Gentechnologie, der Biochemie, der organischen Chemie, der atomar auflösenden Mikroskopie sowie der zeitauflösenden Laserspektroskopie ein, um in Zusammenarbeit mit den Theoretikern, die zum Beispiel entsprechende Computersimulationen durchführen, die physikalischen Grundlagen und Abläufe beispielsweise der DNA-Protein- oder Protein-Protein-Wechselwirkungen in lebenden Zellen und in Modellsystemen am einzelnen Molekül zu studieren, zu verstehen und zu steuern.

Die aus diesen Arbeiten der Grundlagenforschung zu erwartende Erkenntnis wird aber über diese Systeme hinaus wichtig sein für das gesamte Gebiet der Genetik, Chemie, Biophysik und Nanowissenschaften. In Bielefeld wendet sich jetzt auch die Physik der Erforschung der Grundlagen der Biowissenschaften auf der Ebene einzelner Moleküle zu. Diese neuen Forschungen im DFG-Sonderforschungsbereich 613 der Universität Bielefeld werden sich auch in der Lehre in Form neuer Studiengänge und Ausbildungsschwerpunkte widerspiegeln.

     
209/2002 27.02.02 Bielefeld 2000plus Sachverstand der Universität stärker für städtische und regionale Belange nutzen   "Bielefeld 2000plus" hat sich zur Aufgabe gemacht, den Sachverstand der Universität stärker für städtische und regionale Belange zu nutzen. Im Rahmen dieser Zielsetzung arbeitet seit Sommer 2001 eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der Fakultät für Pädagogik der Universität Bielefeld, dem Zentrum für Lehrerbildung, der Stadt Bielefeld, dem städtischen Schulamt, der WEGE mbH und der Bezirksregierung Detmold zum Thema "Neue Medien in Bielefeld" unter der Federführung von "Bielefeld 2000plus". Erstes konkretes Ergebnis dieser Arbeitsgruppe war die Auftaktveranstaltung zur Lehrerfortbildung "Forum Neue Medien in Bielefeld", die am 5. Februar in der Ravensberger Spinnerei in Bielefeld von den Professoren Joachim Frohn (l.) und Gerhard Sagerer (r.) sowie Oberbürgermeister Eberhard David (Mitte) eröffnet worden ist. Die Fortbildungsveranstaltung demonstrierte die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Neuen Medien im Unterricht und stellte anhand ausgewählter Beispiele den Einsatz des PC in der Klasse vor. "Schulen ans Netz" war von Anfang an eines der wichtigsten Projekte von "Bielefeld 2000plus". Ziel war dabei, das in Universität, Schulamt und der Bezirksregierung vorhandene Wissen zu bündeln und zur Verbesserung der Medienkompetenz in den Schulen beizutragen sowie die Lehrer bei der Handhabung der Neuen Medien im Unterricht zu unterstützen. Nähere Informationen: Erika Schropp, Bielefeld 2000plus, Fakultät für Wirtschaftswissenschaften, Universität Bielefeld, Telefon 0521/106-4874, E-Mail: eschropp@wiwi.uni-bielefeld.de.      
209/2002 27.02.02 Dr. Ulrike Jureit über die Wehrmachtausstellung "Eine der wenigen Möglichkeiten, sich im Land der Täter mit eben diesen Tätern auseinanderzusetzen"   Dr. Ulrike Jureit, Hamburger Institut für Sozialforschung: "Eine historische Dokumentation bietet die Chance, öffentlich über Vergangenheit zu kommunizieren. Die neue Ausstellung ist nicht nur ein Ort, wo man sich so umfassend wie nirgends sonst über die Beteiligung der Wehrmacht an Kriegsverbrechen informieren kann, sie ist vor allem eine der wenigen Möglichkeiten, sich im Land der Täter - also in dem Land, in dem die Verbrechen gedacht, organisiert und von dem aus sie verübt wurden -, sich in diesem Land mit eben diesen Tätern auseinanderzusetzen. Es gibt bezeichnenderweise in Deutschland nur sehr wenige öffentliche Orte, die eine kritische Vergegenwärtigung der Täter und ihrer Verbrechen ermöglichen. Die neue Ausstellung ist das Angebot, im Sinne eines kritischen Verstehens über Täterschaft nachzudenken, sie versucht dies, ohne anzuklagen oder zu verharmlosen, ohne zu polarisieren oder zu ideologisieren, sie erhebt nicht den moralischen Zeigefinger, sondern sie vergegenwärtigt ein Teil dessen, was geschehen ist und möchte dies öffentlich kommunizierbar machen."      
209/2002 27.02.02 Jubiläen 25 Jahre im Öffentlichen Dienst (BUZ) Mehrere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Universität Bielefeld konnten jetzt auf ihr "Silbernes Dienstjubiläum" zurückblicken. Seit 25 Jahren im Öffentlichen Dienst sind beschäftigt: Karin Fiedler-Hahn (Mitarbeiterin in der Fakultät für Rechtswissenschaft); Gerd Möllering und Dieter Ottlinger (beide Mitarbeiter im Dezernat IV - Technische Direktion, Bau- und Liegenschaftsangelegenheiten, Betriebstechnik, Gebäudemanagement, Arbeitsschutz); Dr. Ulrich Pfingsten (Foto, Studienrat im Hochschuldienst an der Fakultät für Psychologie- und Sportwissenschaft) und Wilfried Zimmermann vom Bielefelder Oberstufen-Kolleg.      
209/2002 27.02.02 Fakultät für Geschichtswissenschaft und Philosophie Dr. Bernhard Jussen   Dr. Bernhard Jussen, früher Technische Universität Dresden und zuletzt Vertreter einer Professur in Bielefeld, ist zum Professor für Geschichte des Späten Mittelalters und Frühen Neuzeit unter besonderer Berücksichtigung der Regionalgeschichte an der Fakultät für Geschichtswissenschaft und Philosophie der Universität Bielefeld ernannt worden. Bernhard Jussen, geboren 1959, studierte an den Universitäten München und Münster Geschichte, Philosopie und Katholische Theologie. Im Jahr 1988 promovierte er an der Universität Münster. Die Arbeit mit dem Titel: "Patenschaft und Adoption im Frühen Mittelalter" erschien 1991 in der renommierten Reihe "Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte" und wurde im Jahr 2000 in einer erweiterten und revidierten Fassung unter dem Titel "Spiritual Kinship as Social practice. Godparenthood and Adoption in the Early Middle Ages" in englischer Sprache publiziert. 1999 habilitierte sich Jussen an der Universität Göttingen und erhielt die Lehrbefugnis für das Fach "Mittlere und Neuere Geschichte". Die Habilitationsschrift mit dem Titel: "Der Name der Witwe. Erkundungen zur Semantik der mittelalterlichen Bußkultur" wurde im Jahr 2000 veröffentlicht, und zwar erneut in der Reihe des Max-Planck-Instituts für Geschichte.      
209/2002 27.02.02 Dr. Rainer Wend "Wehrmachtausstellung nach Berlin in Bielefeld als zweitem Ort in Deutschland"   Dr. Rainer Wend, Bürgermeister der Stadt Bielefeld und Mitglied des Bundestages: "Als Bürgermeister unserer Stadt empfinde ich es als Ehre und freue mich sehr darüber, dass die Ausstellung 'Verbrechen der Wehrmacht. Dimensionen des Vernichtungskrieges 1941-1944' nach Berlin in Bielefeld als zweitem Ort in Deutschland gezeigt wird. Danke vor allem all denen, die sich ehrenamtlich mit großem Zeitaufwand erfolgreich der Aufgabe gewidmet haben, diese wichtige Ausstellung nach Bielefeld zu holen. Gewiss: Sie haben sich damit nicht nur Freunde gemacht. Die Frage bleibt doch: warum polarisiert diese Ausstellung unsere Gesellschaft, auch hier in Bielefeld, so nachhaltig... Gewiss: Wo - wie im Krieg - das Töten von Menschen sozusagen zum System gehört, ist der Schritt zu Exzessen beispielsweise gegenüber Zivilisten oft nicht allzu groß. In diesem Sinne mag es in jedem Krieg und in jeder Armee zu Verbrechen gegenüber Zivilisten kommen. Die Wehrmachtausstellung will aber noch etwas anderes zeigen. Nämlich, dass sich große Teile der Wehrmacht - anders als andere Armeen aus anderen Ländern - über individuelle Verbrechen hinaus vom Nationalsozialismus zum Instrument eines politisch und rassisch motivierten Vernichtungskrieges haben machen lassen, die Wehrmacht also nicht draußen vor stand, sondern Bestandteil des faschistischen Systems war und der grausame Vernichtungskrieg im Osten nur aufgrund dieser Einbindung großer Teile der Wehrmacht in den nationalsozialistischen Machtapparat möglich war."      
209/2002 27.02.02 Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft Prof. Dr. Klaus-Michael Bogdal   Prof. Dr. Klaus-Michael Bogdal, zuletzt Gerhard Mercator-Universität Duisburg, ist zum Professor für Germanistische Literaturwissenschaft, Schwerpunkt: Neue deutsche Literatur, Literaturdidaktik an der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft der Universität Bielefeld ernannt worden. Klaus-Michael Bogdal, 1948 in Gelsenkirchen geboren, hat an der Universität Bochum Germanistik, Slavistik und Philosophie studiert und promovierte dort 1976 mit der Dissertation "Die Arbeiterbewegung in der Metaphorik des deutschen Naturalismus. Studien zum Verhältnis von Schriftsteller und Arbeiter um 1890". Gleichzeitig mit der Aufnahme seiner Lehrtätigkeit an der Schule im Jahr 1977 übernahm er einen Lehrauftrag für Germanistik an der Universität Essen. 1979 wurde Bogdal zum Fachleiter am Studienseminar Dortmund ernannt und bildete bis 1992 Lehramtsanwärter in der zweiten Phase aus. 1992 habilitierte er sich mit der Schrift "'Oh Volk, du Blitz der Weltgeschichte'. Arbeiterliteratur als Diskurs des 19. Jahrhunderts" und erhielt die Venia legendi für das Fach Germanistik/Literaturwissenschaft. Danach nahm er einen Ruf an die Pädagogische Hochschule Freiburg an und 1996 einen Ruf an die Universität Duisburg. Bogdals Dissertation und Habilitation sind in renommierten Verlagen veröffentlicht und intensiv rezipiert worden. Auf große Resonanz sind die beiden Sammelbände "Neue Literaturtheorien" und "Neue Literaturtheorien in der Praxis" gestoßen, die Bogdal herausgegeben hat und in denen zeitgenössische literaturtheoretische Ansätze dokumentiert und kritisch bewertet werden. In beiden Bänden konvergieren fachwissenschaftliche und fachdidaktische Fragestellungen. Bogdal ist unter anderem Mitherausgeber der Zeitschrift "Der Deutschunterricht" und Vorstandsmitglied des Deutschen Germanistenverbandes.      
209/2002 27.02.02 Fakultät für Physik Dr. Dietrich Bödeker   Dr. Dietrich Bödeker, zuletzt wissenschaftlicher Angestellter an der Universität Kopenhagen, ist zum Professor für Theoretische Physik an der Fakultät für Physik der Universität Bielefeld ernannt worden. Er wird mit den Elementarteilchentheoretikern und insbesondere mit der DFG-Forschergruppe "Materie unter extremen Bedingungen" zusammenarbeiten. Dietrich Bödeker, 1963 in Nordenham geboren, studierte Physik an der Universität Hannover, wo er 1989 sein Studium mit dem Diplom abschloss. Mit einer Dissertation über ein Thema aus der Theoretischen Elementarteilchenphysik im Rahmen der Quantenchromodynamik (QCD) promovierte Bödeker 1992 an der Universität Hamburg und ging später mit einem DFG-Auslandsstipendium von 1993 bis 1995 an die School of Physics and Astronomy, University of Minnesota, Minneapolis. In den Jahren 1995 bis 1998 forschte Bödeker am Institut für Theoretische Physik der Universität Heidelberg und seit 1998 am Niels Bohr-Institut der Universität Kopenhagen. Neben wichtigen Arbeiten zu verschiedenen Aspekten der Teilchenphysik ist Bödeker besonders ein entscheidender Durchbruch auf dem Gebiet der thermischen Feldtheorie, die Konstruktion einer effektiven Theorie ("Bödeker's Theory") zur Behandlung der "soft" Dynamik nicht-abelscher Eichtheorien bei hohen Temperaturen, zu verdanken.      
209/2002 27.02.02 Rechtswissenschaft Diplom-Jurist/in in Bielefeld (BUZ/JMNRW) Die Universität Bielefeld vergibt als erste Universität in Nordrhein-Westfalen an Absolventinnen und Absolventen der Ersten Juristischen Staatsprüfung auf Antrag den akademischen Grad einer "Diplom-Juristin" oder eines "Diplom-Juristen". NRW-Justizminister Jochen Dieckmann hat die Initiative der Fakultät für Rechtswissenschaft der Universität Bielefeld ausdrücklich begrüßt und würde sich "freuen, wenn sich die Universitäten zeitnah und landeseinheitlich für die Verleihung eines Diplom-Grades entscheiden könnten".

Nach den Universitäten Göttingen und Osnabrück hat die Universität Bielefeld nunmehr im Dezember 2001 mit der "Ordnung zur Verleihung des Hochschulgrades 'Diplom-Juristin' oder 'Diplom-Jurist'" als dritte Universität im Bundesgebiet die Grundlagen für die Vergabe des Diplom-Grades geschaffen.


Mehr im Internet:

<a href="http://www.jura.uni-bielefeld.de/Dekanat/Ordnungen/Diplomordnung.html" class="intern"> www.jura.uni-bielefeld.de/Dekanat/ Ordnungen/Diplomordnung.html</a>

     
209/2002 27.02.02 Fakultät für Geschichtswissenschaft und Philosophie Prof. Dr. Lothar Albertin   Prof. Dr. Lothar Albertin, Emeritus an der Fakultät für Geschichtswissenschaft und Philosophie der Universität Bielefeld, betreut ein von Dr. Hans F. W. Gringmuth bearbeitetes Forschungsprojekt "Zwangsarbeit in der gewerblichen Wirtschaft in Lippe", das unter dem übergreifenden Deutungshorizont inhumaner "Lagergesellschaften" analysiert wird. Ein Zwischenergebnis ist in dem Begleitband zur Ausstellung "Militär und Rüstung in Lippe" erschienen. Das Projekt gründet nicht zuletzt in einer aufklärerischen Absicht: "Die Bevölkerung soll wissen, warum die bescheidene Geste finanzieller Entschädigung geboten ist", so Albertin, der auch darauf hinweist, dass Ärzte zu einer Aktion "Aktive Solidarität" aufgerufen worden sind. Im Rahmen dieser Aktion haben die Chefärzte Reinhard Brückl vom Klinikum Lippe-Detmold und Gerd Verlohren von der Rose-Klinik Bad Meinberg die Bereitschaft ihrer Kliniken erklärt, jährlich zwei ehemalige Zwangsarbeiter aufzunehmen, die in ihren Heimatländern operativ nicht versorgt werden können. Albertin hat den Kliniken hierfür gedankt und auf die öffentliche Bedeutung dieses Signals hingewiesen: "Zwangsarbeit unter dem Nationalsozialismus war Verstoß gegen die Menschenrechte, gegen Freiheit und Menschenwürde." Unsere Erinnerung sei nicht mit den Generationen abgeschlossen, die den Krieg noch erlebt haben. Die "Spätgeborenen" könnten aus der Geschichte nicht aussteigen. Eine glaubwürdige Botschaft sei diese aktive Hilfe der Mediziner, zumal sie auch die persönliche Begegnung mit Betroffenen einschließe.      
209/2002 27.02.02 Wirtschaftswissenschaft Theorie und Praxis in der Personalarbeit (BUZ) Die Theorie in der Praxis erproben und mit der Praxis vergleichen - dazu hatten die Betriebswirtschaft-Studierenden des Seminars "Personalarbeit" von Prof. Dr. Fred Becker, Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Bielefeld, im letzten halben Jahr ausführlich Gelegenheit. Parallel zu ihrem Seminar in der Universität analysierten sie in Zusammenarbeit mit den Firmen Claas, Harsewinkel, und Dr. August Oetker, Bielefeld, zu konkreten Themen die Situation in den Unternehmen. So untersuchte beispielsweise eine Gruppe der Studierenden die Personaleinführung bei der Firma Claas. Sie stellte einen Vergleich zwischen der Claas-Praxis und den wissenschaftlichen Erkenntnissen an. Eine weitere Gruppe untersuchte in einer empirischen Erhebung die Nutzung der internen Informationsquellen des Personalbereichs. Andere Gruppen befassten sich mit dem Trainee- und dem Praktikanten-Programm der Firma Oetker sowie der Förderung des gewerblichen Führungskräftenachwuchses. Die 27 Studierenden wurden während dieser Zeit intensiv von einem Mitarbeiter der Universität und der jeweiligen Firma betreut. Professor Becker will mit diesem Projekt nicht nur die Studierenden schon frühzeitig an die Praxis heranführen, sondern auch die Möglichkeiten untersuchen, wissenschaftliche Erkenntnisse in betriebliche Entscheidungsprozesse zu integrieren. Zudem will er den Austausch fördern zwischen dem Wissen der Praktiker und dem Wissen der Wissenschaftler. Im Sommersemester 2002 wird Becker das Thema Unternehmensführung und Managementfragen für die Studierenden der Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Organisation, Personal und Management anbieten und in Kooperation mit der Firma Oetker den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis weiterentwickeln.      
209/2002 27.02.02 Fakultät für Biologie Bielefelder Biologe Georg Hans Schmid verabschiedet (BUZ) Die Fakultät für Biologie der Universität Bielefeld hat Anfang Februar Prof. Dr. Georg Hans Schmid feierlich verabschiedet. Neben Ansprachen von Forschungs-Prorektorin Katharina Kohse-Höinghaus und des Biologie-Dekans Wolfgang Beyschlag standen zwei Festvorträge im Mittelpunkt der Verabschiedung: Prof. Dr. Geoffrey Codd, University of Dundee, sprach über "Toxins of cyanobacteria: Properties, health significances, practical applications" und Prof. Dr. Gernot Renger von der Technischen Universität Berlin über "Sonnenenergienutzung durch photosynthetische Wasserspaltung - eine inspirierende Forschungsaufgabe". Die Laudatio auf Georg Hans Schmid hielt der Bielefelder Biologieprofessor Wolfgang Kowallik.

Georg Hans Schmid, geboren 1936 in Stuttgart, studierte Maschinenbau, Elektrotechnik und anschließend Chemie an der Technischen Hochschule Karlsruhe. 1964 erfolgte die Promotion im Bereich Biochemie an der TH Karlsruhe. Danach arbeitete Schmid vier Jahre am Institute for Molecular Biophysics der Florida State University und anschließend am Kölner Max-Planck-Institut für Züchtungsforschung. 1974 habilitierte sich Schmid im Fach Biochemie an der Universität Köln. 1978 wechselte er an das Centre d'Etudes Nucléaires in Cadarache, Frankreich, und arbeitete hier auf dem Gebiet der photosynthetischen Wasserspaltung, ein Forschungsgebiet mit besonderer Bedeutung für die Energiepolitik.

1980 erhielt Schmid den Ruf auf den Lehrstuhl für Zellphysiologie der Fakultät für Biologie der Universität Bielefeld. Sein Forschungsschwerpunkt ist der Mechanismus der Umsetzung von Strahlungsenergie bei der photosynthetischen Wasserspaltung. Schmid, der auch Dekan seiner Fakultät war, kooperierte mit zahlreichen Fachkollegen in aller Welt, unter anderem in Frankreich, Belgien, Polen, Israel, Japan und China, und betreute viele Gastwissenschaftler in Bielefeld. 1996 erhielt er die Ehrenprofessur der Central South Forestry University in Zhuzhou, China.

     
209/2002 27.02.02 Dr. Anina Mischau Interdisziplinäres Frauenforschungs-Zentrum (IFF)   Dr. Anina Mischau, zuletzt wissenschaftliche Mitarbeiterin an der International University of Bremen (mit Arbeitsplatz am Zentrum für Umfragen, Methoden und Analysen in Mannheim), unterstützt seit Anfang des Jahres die Geschäftsführung des Interdisziplinären Frauenforschungs-Zentrums (IFF) der Universität Bielefeld. Ihr Tätigkeitsbereich umfasst die Planung, Entwicklung und Beantragung von Forschungsprojekten sowie die Leitung und Unterstützung bei der Durchführung von Projekten. Ein weiteres Aufgabengebiet liegt in der Veröffentlichung von Forschungsergebnissen.      
209/2002 27.02.02 Wirtschaftswissenschaft Absolvententreffen Bielefelder Controller (BUZ) Hermann Jahnke, Professor für Controlling und Produktionswirtschaft an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Bielefeld, organisierte erstmals ein eintägiges Symposium, zu dem alle Bielefelder Controlling-Absolventen aus der Zeit von 1995 bis 2001 eingeladen worden waren. Dieses von der Universitätsgesellschaft unterstützte Controlling-Symposium war der Auftakt zu einer regelmäßig stattfindenden Veranstaltung, die den Kontakt zwischen Theorie und Praxis intensivieren soll.

Für das zweite Absolvententreffen im Oktober 2002 haben die Planungen unter Einbeziehung ehemaliger Studenten bereits begonnen. Darüber hinaus ist neben der Etablierung des Absolvententreffens eine Homepage eingerichtet worden, die den Kontakt zwischen dem Lehrstuhl für Controlling und ehemaligen Studenten zusätzlich aufrecht erhalten und festigen soll.

Mit drei Vorträgen gelang es, neben einem allgemeinen Gedankenaustausch insbesondere auch fachliche Diskussionen über die theoretischen und unternehmenspraktischen Perspektiven des Controllings zu führen, und zwar mit J. Horstmann, Geschäftsführer der Krause-Biagosch GmbH, und mit den beiden Absolventen Dr. D. Biskup und S. Kleyböcker.

     
209/2002 27.02.02 Fakultät für Pädagogik Promotionen "Kindergartens in Kaohsiung" (BUZ) An der Fakultät für Pädagogik der Universität Bielefeld sind unlängst die folgenden Promotionen abgeschlossen worden. Es wurden promoviert: Mei-Ling Chuang (Kaohsiung, Taiwan): "Teaching and Learning English in Kindergartens in Kaohsiung".

Heidi Kern (Wipperfürth): "Nutzen und Chancen des Outdoor-Trainings. Eine Methodentriangulation zur Überprüfung des Praxistransfers im betrieblichen Kontext".

Dorothee Schmidt (Wissen): "Nutzen und Chancen des Outdoor-Trainings. Eine Methodentriangulation zur Überprüfung des Praxis-transfers im betrieblichen Kontext".

Jutta Standop: "Emotionen und kognitives schulisches Lernen aus interdisziplinärer Perspektive. Emotionspsychologische, neurobiologische und schulpädagogische Zusammenhänge - ihre Berücksichtigung im schulischen Bildungsauftrag wie den Forschungen zum Unterrichtsklima und der Klassenführung".

Jürgen Steinbrück (Bielefeld): "Von der Fürsorge zur Leistung? Neue Personal-(entwicklungs)konzepte in der Sozialen Arbeit - am Beispiel der Diakonie".

Monika Witsch (Bendorf/ Rhein): "Zeichen und Gegenzeichen. Fundamentalistische Agitation im Internet und Möglichkeiten für eine Pädagogik semiotischer Präventionen im Informationszeitalter".

Tomas Zdrazil (Jicin, Tschechische Republik): "Gesundheitsförderung und Waldorfpädagogik".

     
209/2002 27.02.02 Preisverleihung der Universitätsgesellschaft Preise erneut von Unternehmen der Region gesponsert Dissertationen ausgezeichnet - Habilitationspreis an Ansgar Thiel (BUZ) Die Westfälisch-Lippische Universitätsgesellschaft hat ihre Wissenschaftspreise 2001 vergeben und dreizehn Doktorarbeiten, die an der Universität Bielefeld entstanden sind, ausgezeichnet. Den mit 5000 Mark dotierten Habilitationspreis erhielt der Bielefelder Sportwissenschaftler Ansgar Thiel für seine Habilitationsschrift "Konflikte in Sportspielmannschaften des Spitzensports - Entstehung und Management". Mit einem Vortrag des selben Titels gab er den zahlreich erschienenen Mitgliedern der Westfälisch-Lippischen Universitätsgesellschaft einen Einblick in dieses Forschungsgebiet.

Ebenso wie Ansgar Thiel, Privatdozent an der Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaft, stellten auch die für ihre Dissertation ausgezeichneten Nachwuchswissenschaftler ihre Arbeiten kurz vor. Den mit je 1000 Mark dotierten Dissertationspreis der Universitätsgesellschaft, die - so Vorstandsvorsitzender Ortwin Goldbeck und Geschäftsführer Professor Helmut Steiner - mit den Auszeichnungen den "hohen Leistungsstand unserer Universität unterstreichen" will, erhielten folgende Doktoren und Doktorinnen:

Carsten Bäuerl (Literaturwissenschaft), Ondine Solveig von Ehrensteig (Gesundheitswissenschaften), Santo Fortunato (Physik), André Gogoll (Sportwissenschaft), Fridrik Hallsson (Soziologie), Gernot Horstmann (Psychologie), Anke Veronika Jentsch (Biologie), Bernhard Kretschmer (Rechtswissenschaft), Lothar van Laak (Literaturwissenschaft), Marc Erich Latoschick (Informatik), Carla Merschmeyer-Brüwer (Mathematik), Christian Müller (Chemie), Dirk Simons (Wirtschaftswissenschaften).

Sponsoren der Dissertationspreise waren folgende Unternehmen der Region: Benteler AG (Paderborn), Bertelsmann AG (Gütersloh), Böllhoff GmbH (Bielefeld), Claas OHG (Harsewinkel), Goldbeck Bau (Bielefeld), Harting KGaA (Espelkamp), Melitta Bentz KG (Minden), Miele & Cie. (Gütersloh), Neue Westfälische (Bielefeld), Dr. August Oetker (Bielefeld), Textilkontor Walter Seidensticker (Bielefeld), Sparkasse Bielefeld und Gerry Weber AG (Halle/Westfalen).

     
209/2002 27.02.02 Informationstag der Fakultät für Mathematik "Die Absolventen gehen weg wie warme Semmeln"   "Die Absolventen gehen weg wie warme Semmeln", bemerkte unlängst der Karlsruher Mathematik-Professor Norbert Henze. Dies trifft ohne Einschränkung auch auf die Berufsaussichten der Bielefelder Diplom-Mathematiker zu, wie dies während des diesjährigen Informationstages der Fakultät für Mathematik der Universität Bielefeld deutlich wurde. Von den besonderen Standortvorteilen des Mathematikstudiums in Bielefeld konnten sich im Januar nahezu 400 Schülerinnen und Schüler sowie zahlreiche Lehrer aus der Region Ostwestfalen-Lippe überzeugen. Studierende der Fakultät hoben vor allem die intensive Betreuung durch die Professoren, die ausgezeichnete Studienatmosphäre und die moderne und gut ausgestattete Universitätsbibliothek hervor. Hinzu komme die aktive und internationale Forschungsausrichtung, die sich positiv auf den Lehrbetrieb auswirke. Für die künftigen Studierenden besonders wichtig zu wissen: Studienaufenthalte im Ausland sind keine Seltenheit und werden von der Fakultät unterstützt. Neben konkreten Studieninformationen bot der Tag der offenen Tür der Bielefelder Mathematik-Fakultät eine Probevorlesung über "Fraktale Analysis" von Dr. Volker Metz. Die Attraktivität der Mathematiker für den Arbeitsmarkt machte der "Ehemalige" der Fakultät, Dr. Klaus Jürgens (Foto), deutlich. Er berichtete über die Aufgaben eines Mathematikers bei der Lynx Consulting Group. Auf reges Interesse stießen die weiteren Angebote wie Computerpräsentationen zu aktuellen Forschungsthemen, Videos zur Mathematik und Bibliotheksführungen. Ganz aktuell zum Film "Enigma" wurden im Computerlabor Experimente zur Mathematik der Verschlüsselung präsentiert.      
209/2002 27.02.02 Studentische Organisationsberatung "pilotfisch" Studierende sollten schon im Studium in Forschungsprojekten mitarbeiten (BUZ) Die studentische Organisationsberatung "pilotfisch e.V." hatte zusammen mit Soziologie-Professor Hans-Jürgen Andreß Studierende des Faches Soziologie Ende Januar eingeladen, sich über Berufsperspektiven in der außeruniversitären Forschung zu informieren. Gastreferenten waren Thorsten Heien vom Forschungsinstitut Infratest, Henning Lohmann von Forsa sowie Holger Quellenberg vom Deutschen Jugendinstitut, die über Berufsalltag, Einstiegsmöglichkeiten und notwendige Qualifikationen Auskunft gaben.

"Mit der Methodenausbildung an der Fakultät für Soziologie bekommen die Studierenden in Bielefeld das richtige Handwerk für das Ausüben ihres Berufes an die Hand", meinte Heien. Weitere wichtige Voraussetzung für den Einstieg in diesen Berufszweig sei ausserdem, dass die Interessenten bereits im Studium Erfahrungen in Forschungsprojekten sammeln sollten.

Für die Bewerbung bei Infratest oder Forsa empfahlen die Referenten auf eine Initiativbewerbung zu setzen. Das Deutsche Jugendinstitut schreibe seine Stellen in den überregionalen Tageszeitungen aus.

Bei der Suche nach dem potenziellen Arbeitgeber sei zu bedenken, dass das Deutsche Jugendinstitut als öffentliche Forschungseinrichtung an diplomierte Hochschulabsolventen meistens nur befristete Stellen vergibt. Diese könnten für eine Promotion genutzt werden, die Voraussetzung für eine längerfristige Beschäftigung sei. Bei den privatwirtschaftlichen Instituten Forsa und Infratest seien Festanstellungen dagegen eher die Regel.

Weitere Informationen können unter: <a href="http://www.infratest.de" class="intern">www.infratest.de</a> und <a href="http://www.dji.de" class="intern">www.dji.de</a> abgerufen werden.

    Link
209/2002 27.02.02 Klinische Linguistik / Physiologische Psychologie Eröffnung der Bielefelder Gedächtnis- und Sprachambulanzen (BUZ) An der Universität Bielefeld sind jetzt eine Gedächtnisambulanz und eine Sprachambulanz der Klinischen Linguistik eingerichtet worden. Sprache und Gedächtnisleistungen sind eng miteinander verwobene menschliche Leistungen, deren Störungen erhebliche Beeinträchtigungen für das alltägliche Leben in unserer Kommunikationsgesellschaft bedeuten. Eine differenzierte Diagnostik beider Bereich ist speziell bei beginnenden demenziellen Erkrankungen, bei Aphasien und anderen erworbenen Störungen neurogener Ursache im Erwachsenenalter wichtig für die Planung adäquater Behandlungsmaßnahmen und Therapiekonzepte.

In der Universität Bielefeld ergibt sich durch die Kooperation der Studienbereiche der Physiologischen Psychologie (Prof. Dr. Hans-Joachim Markowitsch) und der Klinischen Linguistik (Prof. Dr. Gert Rickheit) eine interessante neue Perspektive, die für Patienten eine differenziertere neurolinguistische und neuropsychologische Diagnostik hinsichtlich dieser spezifischen Störungsbereiche anbietet und so die schon seit Jahren sehr guten Angebote der Neuropsychologischen Ambulanz (Prof. Dr. Wolfgang Hartje) ergänzt.

Die Ambulanz der Klinischen Linguistik existiert seit 15 Jahren. Die neuen Ambulanzräume bieten nun unter anderem verbesserte Möglichkeiten für den didaktischen Einsatz. In der Klinischen Linguistik bietet der Studiengang Klinische Linguistik in begrenztem Rahmen die Möglichkeit einer ausführlichen Diagnostik, die üblicherweise von den Kassen nicht übernommen wird, für Patienten, die über die neurologische Ambulanz des Ev. Johannes-Krankenhauses Bielefeld (Prof. Dr. Peter Clarenbach) betreut werden, oder für Patienten, die aus kooperierenden Praxen und Kliniken der Region kommen.

Entsprechende Angebote werden im Rahmen des Studienganges zu Hospitationszwecken und für die supervidierte Diagnostik und Therapie verwendet, oder sie dienen bestimmten Forschungszwecken, so z.B. der Weiterentwicklung und Evaluierung bestimmter Tests und Behandlungskonzepte. Die Maßnahmen werden von Mitarbeiterinnen des Studienganges durchgeführt und betreut, die auch in der externen Supervision der Studierenden tätig sind.

Die Bielefelder Gedächtnisambulanz ist eine neue Einrichtung zur regionalen Versorgung in ambulanter klinischer Neuropsychologie mit qualitätssicherndem Anspruch. Sie wird betrieben von freiberuflichen Neuropsychologinnen unter Supervision von Hans-Joachim Markowitsch.

Die Arbeit der Bielefelder Gedächtnisambulanz erstreckt sich auf zwei Ziele: Sie bietet neuropsychologische Dienstleistungen in Diagnostik und Beratung von neurologischen und psychiatrischen Patienten an, die - primär aufgrund einer Schädigung des zentralen Nervensystems - Beeinträchtigungen der Hirnfunktionsleistungen erlitten haben. Dies betrifft Funktionsbereiche wie Wahrnehmung und Motorik, Orientierung, Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Sprache und problemlösendes Denken sowie Persönlichkeit, emotional-motivationale und soziale Verhaltensaspekte. Die Gedächtnisambulanz unterhält hierfür bereits enge Kontakte zu verschiedenen Fachabteilungen der Krankenanstalten Gilead (Neurologie / Prof. Dr. Dierk Dommasch) und des Evangelischen Johannes-Krankenhauses (Neurologie / Prof. Dr. Peter Clarenbach) in Bielefeld sowie des Klinikums Lippe-Lemgo (Neurologie / Prof. Dr. Peter Vieregge) in Lemgo. Darüber hinaus bestehen weitere regionale und überregionale Kontakte zu Kliniken und niedergelassenen Ärzten.

Die räumliche Nähe und personelle Überlappung zwischen universitätsunabhängiger Gedächtnisambulanz und der universitären Abteilung Physiologische Psychologie sowie zwischen Sprachambulanz und dem Fach Linguistik / Klinische Linguistik sollen darüber hinaus einen engen Austausch zwischen Forschung und klinischer Praxis fördern. So können neue wissenschaftliche Erkenntnisse und diagnostische Verfahren in der klinischen Arbeit direkt zur Anwendung kommen. Umgekehrt können die alltäglichen diagnostischen und therapeutischen Erfahrungen in klinischer Praxis innovative Fragestellungen und Forschungsprojekte anstoßen. Im Rahmen des Lehrangebotes der Abteilung Physiologische Psych...

     
209/2002 27.02.02 10 Jahre Europäisches Bielefeld-Kolloquium der Universitätsbibliothek Wird die digitale Wissensgesellschaft sehr viel teurer als die alte "Papiergesellschaft"? (BUZ) Mehr als 500 Experten des Informations- und Wissensmanagements aus aller Welt versammelten sich vom 5. bis 7. Februar zur "Bielefeld 2002 Conference" in der Bielefelder Stadthalle. Mit dem diesjährigen 6. Bielefeld-Kolloquium konnte zugleich das zehnjährige Bestehen dieser internationalen Konferenzen gefeiert werden. Seit 1992 diskutieren Experten hier aktuelle Fragen der Bibliotheksentwicklung in einer immer stärker von digitalisierten Informationsmöglichkeiten gekennzeichneten Wissensgesellschaft. Das diesjährige Kolloquium stand unter dem Motto "Informationsqualität für alle und ihre Kosten". Schon an den Kolloquiumsthemen lässt sich die stürmische Entwicklung der Bibliothekstechnik im letzten Jahrzehnt ablesen: beim ersten Kolloquium 1992 standen Aufbau und Gestaltung von CD-ROM-Netzen im Mittelpunkt. 1994 ging es, angestoßen durch den Zuwachs elektronischer Dienstleistungen, vor allem um neue Formen der Kooperation zwischen Bibliotheken und Verlagen. 1996 hatte sich das WWW weitgehend durchgesetzt, und die Auswirkungen dieser neuen Technologien auf die Bibliotheken wurden intensiv diskutiert. 1998 ging es vornehmlich um elektronische Zeitschriften, wobei auch das Konzept für die Digitale Bibliothek NRW entstand. Vor zwei Jahren standen Recherchemöglichkeiten und Suchmaschinen im Vordergrund. Wichtiger Kooperationspartner war von Anfang an der British Council. Eine enge Zusammenarbeit gab es auch mit der Universität Tilburg, mit Verlagen und Softwarefirmen.

Besonderes Merkmal der Konferenzen ist die Tatsache, dass es nicht allein um technische und organisatorische Fragen geht, sondern stets der gesellschaftliche Kontext mit einbezogen wird. Das wurde bei dem diesjährigen Kolloquium besonders deutlich. Rektor Dieter Timmermann wies schon bei der Eröffnung daraufhin, dass der freie Zugang zu Informationen eine der Grundfragen der Demokratie berühre und hier nicht ein weiteres Instrument der sozialen Selektion entstehen dürfe. In den Wissenschaften sei bei immer stärker werdendem Konkurrenzdruck der schnelle Zugriff auf Informationen schon fast eine Überlebensfrage. Bibliotheksdirektor Karl Wilhelm Neubauer, der auf dieser Tagung zugleich nach 16 Jahren in Bielefeld verabschiedet wurde, betonte, angesichts der großartigen Möglichkeiten, die die moderne Bibliothekstechnik biete, aber auch angesichts ihrer komplexeren Handhabung müssten die Informationskompetenzen der Bevölkerung systematisch aufgebaut werden. Dabei sollten die öffentlichen Bibliotheken als Zentren dienen. Allerdings: die digitale Wissensgesellschaft werde sehr viel teurer als die "Papiergesellschaft". Hier entstehe auch eine neue Kluft zwischen armen und reichen Ländern.

Neubauer kritisierte überdies, dass viele Studierende nicht automatisch einen sinnvollen Umgang mit den neuen Informationsmöglichkeiten pflegten. Man verlasse sich viel zu sehr auf das, was Suchmaschinen lieferten, und gehe davon aus, dass, was diese nicht fänden, auch nicht existiere. Studierende müssten im Zusammenhang mit den neuen Recherchemöglichkeiten lernen, die Qualität der gefundenen Informationen sorgfältig zu unterscheiden.


Weichenstellungen für das Bibliothekswesen


Von den Kolloquien, die in der Regel 400 bis 500 Teilnehmer aus mehr als 20 Staaten haben, gehen immer wieder wichtige Weichenstellungen und Impulse für das Bibliothekswesen aus. Dass dies gerade von Bielefeld aus geschieht, ist kein Zufall, denn die hiesige Universitätsbibliothek mit ihren inzwischen über zwei Millionen Bänden gehört international zu den am modernsten ausgestatteten Bibliotheken. Hier liegt ein großes Verdienst des Organisators der Konferenzen, Karl Wilhelm Neubauer, der sich auch überregional und international für Vernetzung und Digitalisierung der Bibliotheken eingesetzt hat. Rektor Timmermann wies aber auch darauf hin, dass die Bielefelder Universitätsbibliothek mit ihren nahezu konkurrenzlos langen Öffnungszeiten und ihrer Übersichtlichkeit schon vorher zu den benutzerfreundlichsten überhaupt gehört habe. Im Gegensatz zu vielen anderen Universitätsbibliotheken, in denen Bücher erst über Leihscheine und in sehr beschränkter Zahl aus Magazinen bestellt werden mussten, konnte man hier schon immer an den Regalen entlanggehen und sich nahezu unbegrenzt "fast möchte man sagen: glückliche Bücher aus Freilandhaltung in aller Ruhe zusammensuchen".

     
209/2002 27.02.02 Nach der BAföG-Reform Jetzt mehr BAföG-Empfänger   (swb) Mehr BAföG für mehr Studierende kann das Studentenwerk Bielefeld als BAföG-Amt für die Hochschulen der Region seit der letzten Reform vom 1. April vergangenen Jahres auszahlen. Was in Anbetracht des Datums, an dem das Ausbildungsreformgesetz in Kraft trat, vielleicht als Witz verstanden werden konnte, zeigt doch ernst zu nehmende Wirkung. Im letzten Auszahlungsmonat stellten Günther Remmel (Geschäftsführer des Studentenwerks) und Alfred Wolf (Abteilungsleiter Ausbildungsförderung) fest: "Wir haben jetzt 800 BAföG-Empfänger mehr als vor einem Jahr, und der durchschnittliche Förderungsbetrag ist um 100 Mark höher."

Bei aller Freude über die positive Entwicklung weist Günther Remmel darauf hin, dass solche Zahlen auch blenden können: "Noch immer erhalten von unseren insgesamt mehr als 30 000 Studierenden nur 4313 Unterstützung nach dem BAföG. Das entspricht etwa 14 Prozent und ist natürlich nach wie vor zu wenig. Wir freuen uns aber über die Trendwende bei den BAföG-Bewilligungen und hoffen, dass die Zahlen sich weiterhin verbessern."

     
209/2002 27.02.02 Elke Bonneß 40-jähriges Dienstjubiläum (BUZ) Bibliotheksdirektorin Elke Bonneß feierte am 3. Januar 2002 ihr 40-jähriges Jubiläum im Öffentlichen Dienst. Ihre Tätigkeit in der Bibliothek der Universität Bielefeld startete sie 1968, damals noch im Schloß Rheda. Elke Bonneß (Foto) ist gebürtige Frankfurterin und hat auch dort ihre Ausbildung zur Diplombibliothekarin abgeschlossen. Zunächst arbeitete sie in der wissenschaftlichen Stadtbibliothek in Mannheim, war zeitweise in Frankreich tätig und interessierte sich schon früh für die neuen Möglichkeiten der Datenverarbeitung und nutzte entsprechende Weiterbildungsmöglichkeiten. Auf einem Bibliothekstag in Bochum traf sie den langjährigen Direktor der Universitätsbibliothek und Ehrenbürger der Universität Bielefeld, Dr. Harro Heim, der gerade dabei war, in Bielefeld die erste Universitätsbibliothek mit einem EDV-basierten Ausleihsystem einzurichten. Damals sollte Elke Bonneß zunächst für ein Jahr zum Aufbau der Bibliothek nach Bielefeld kommen - 40 Jahre sind daraus geworden.      
209/2002 27.02.02 KPMG-Stiftungsprofessur für innovatives Forschungs- und Lehrgebiet: "Externes Rechnungswesen" Stiftungsprofessur mit Stefan Wielenberg besetzt (BUZ) Eines der weltweit führenden Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsunternehmen, die KPMG, finanziert für fünf Jahre bis 2005 eine Stiftungsprofessur für "Externes Rechnungswesen" an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Bielefeld. Nachdem die Stelle zunächst vertreten wurde, ist das Besetzungsverfahren für diese erste privatwirtschaftlich finanzierte Professur an der Universität nun abgeschlossen. Berufen und ernannt wurde jetzt Professor Dr. Stefan Wielenberg. Mit dem in Deutschland neuen Forschungs- und Lehrgebiet "Externes Rechnungswesen" wird das Profil der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften auch im Hinblick auf internationale Standards entscheidend geschärft und ihre Attraktivität für Studierende erhöht. Nicht zuletzt erhöhen Absolventen damit ihre Berufschancen im Ausland.

Wielenberg, 1967 in Damme/ Dümmer geboren, ging nach seinem Diplom, das er 1993 übrigens an der hiesigen Fakultät erwarb, an die Universität Magdeburg. Dort promovierte er mit einer vertragstheoretischen Arbeit zum Thema "Outsourcing". Im Rahmen seines jüngst an der Universität Magdeburg abgeschlossenen Habilitationsverfahrens beschäftigte sich Wielenberg mit ökonomischen Aspekten der außergerichtlichen Unternehmenssanierung.

Ähnlich vielfältig wie seine bisherigen wissenschaftlichen Aktivitäten plant Wielenberg die Ausrichtung von Forschung und Lehre in seinem Fachbereich. Im Einklang mit der quantitativ-theoretischen Ausrichtung der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät kommt es ihm in der Lehre zunächst darauf an, den Studierenden im Rahmen des neu geschaffenen Wahlfachs "Externes Rechnungswesen" die theoretischen Grundlagen der Rechnungslegung zu vermitteln. Im Vordergrund steht dabei die Analyse der Informationsfunktion, die gerade in jüngerer Zeit durch den stark steigenden Einfluß internationaler Rechnungslegungsnormen in den Mittelpunkt der Diskussion gerückt ist. Zusätzlich zur Vermittlung theoretischer Grundlagen soll in anwendungsorientierten Veranstaltungen deutlich gemacht werden, wie zum Beispiel im Rahmen der Unternehmensbewertung und Bilanzanalyse Informationen der Rechnungslegung verwendet werden, Abschlüsse nach internationalen Standards wie US-GAAP oder IAS zu erstellen sind und Wirtschaftsprüfer diese Abschlüsse testieren. "Hier erweist sich die Zusammenarbeit mit dem Stifter der Professur, der KPMG-Bielefeld, als unschätzbarer Vorteil: Durch Lehraufträge erfahrener Wirtschaftsprüfer und das Angebot von Praktikumsplätzen kann den Studierenden neben der theoretischen Ausbildung ein außerordentliches Maß an Praxisnähe geboten werden", sagt Wielenberg.

Die zukünftigen Forschungsaktivitäten in seinem Bereich sieht Wielenberg in der theoretischen Fundierung von Rechnungslegung. Insbesondere die vertragstheoretische Analyse der Normierung von Rechnungslegung erscheint hier als ein interessantes Gebiet, das neben modelltheoretischer Forschung auch interessante empirische Fragestellungen bietet. In einem Forschungsprojekt soll beispielsweise der Frage nachgegangen werden, ob und wie Rechnungslegung die Absicherungskosten und das Nachverhandlungsrisiko von Verträgen verringern kann. Ein weiteres Projekt betrifft Empfehlungen für die Gestaltung von Rechenwerken im Rahmen von Sanierungsverfahren. Selbstverständlich ist es für Wielenberg eine reizvolle Aufgabe, sein Fachgebiet auch an der Bielefeld Graduate School for Economics and Management (BiGSEM) durch Vorlesungen und die Betreuung von Doktoranden zu vertreten.

     
209/2002 27.02.02 Bibliotheksdirektor Karl Wilhelm Neubauer nach 16 Jahren verabschiedet Ein Leben für die moderne Bibliothek als ein Zentrum für Wissenschaft und Studium (BUZ) Nach 16 Jahren an der Universität Bielefeld geht Bibliotheksdirektor Karl Wilhelm Neubauer in den Ruhestand. Die öffentliche Verabschiedung fand im Rahmen eines Empfangs von Oberbürgermeister Eberhard David und Universitätsrektor Dieter Timmermann für die Teilnehmer des 6. Europäischen Bielefeld Kolloquiums zur "Informationsqualität für alle und ihre Kosten" statt. In seiner Rede würdigte Timmermann Neubauers große Verdienste um die Modernisierung wissenschaftlicher Bibliotheken weit über die Grenzen der Universität Bielefeld hinaus. Neubauer (Jahrgang 1939) studierte Evangelische Theologie und Judaistik in Tübingen. Nach der Promotion 1964 absolvierte er die Bibliothekarsausbildung in Köln und war dann an der Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz beschäftigt. Ab 1969 war er maßgeblich an der Einführung der Internationalen Standard-Buchnummer (ISBN) beteiligt, durch die es deutlich einfacher wurde, weltweit auf Literatur und später auch andere Medienarten zurückzugreifen, eine gerade für den Wissenschaftsbetrieb bahnbrechende Neuerung.

Schon sehr früh widmete sich Neubauer auch der Einführung moderner EDV-Technik in die Bibliotheken und erkannte als einer der ersten in diesem Zusammenhang die Möglichkeiten der Netztechnik. Bereits 1975 legte er seine Ideen über Online-Verbundsysteme für die Katalogisierung nieder und befasste sich mit Plänen für effektive Fernleihsysteme. Als Abteilungsleiter der Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz baute er die Zeitschriften-Datenbank auf, die heute Grundlage für alle Dokumentlieferdienste ist.

1985 trat er seinen Dienst in Bielefeld an, um die schon damals außerordentlich moderne und benutzerfreundliche Bibliothek ins digitale Zeitalter zu überführen. Schon zwei Jahre später erschien mit OPAC (Online Public Access Catalog) der erste deutsche Hochschulbibliothekskatalog auf CD-ROM. Zugleich wurde erstmals die PC-Netztechnik in einer Hochschulbibliothek eingesetzt. Neubauer kommentierte dies in einem Aufsatz, dessen zufriedener Titel lautete: "Im Netz, aber nicht gefangen!"

1990 betrieb Neubauer ein Projekt des Bundesbildungsministeriums zur Modernisierung von DDR-Hochschulbibliotheken. Im selben Jahr bildete sich unter seiner Federführung der OWL-Verbund aus Universalbibliotheken zur Verbesserung der regionalen Literaturversorgung. 1992 fand auf seine Initiative hin das erste Europäische Bielefeld Kolloquium statt, das schnell zur Institution wurde. Von hier gingen immer wieder wichtige Impulse für die weitere Entwicklung der Bibliotheken auf internationaler Ebene aus. 1993 wurde in einer Kooperation nordrhein-westfälischer Hochschulen das in Bielefeld entwickelte Dokumentenliefersystem JASON (Journal Articles Sent On Demand) eingeführt und 1996 das internetbasierte Bibliotheksinformationssystem IBIS als erstes deutsches Bibliotheksprojekt zur kooperativen elektronischen Informationsversorgung mit Integration unterschiedlicher Dienstleistungen unter einer gemeinsamen Oberfläche. 1997 begann die Digitalisierung gedruckter Veröffentlichungen und deren Bereitstellung im Internet, in deren Zusammenhang das Großspeicher- und Dokumentenverwaltungssystem BIEBLIS entwickelt wurde. Von 1998 bis 2001 war Neubauer Projektleiter für den Auf- und Ausbau der Digitalen Bibliothek NRW, die 1999 eröffnet wurde und den Online-Zugriff auf etwa 1500 Zeitschriften ermöglichte. Im Jahr 2000 wurden die Dienstleistungen der Digitalen Bibliothek NRW und der lokalen Web-Seiten der Bibliothek zu einem integrativen Serviceangebot zusammengeführt. Der Online-Zugriff auf Zeitschriften im Volltext konnte dabei auf 8000 (!) erhöht werden.

Über diese zahlreichen, zum Teil bahnbrechenden Aktivitäten hinaus betrieb Neubauer diverse weitere Projekte zur Modernisierung der NRW-Hochschulbibliotheken und den Aufbau der Digitalen Bibliothek in osteuropäischen Ländern. Außerdem berät er beim Aufbau der Bibliotheca Alexandria in Ägypten.

In Anspielung auf einen frühen Aufsatz Neubauers über den Propheten Amos sagte Rektor Timmermann beim Abschied: "Sie haben die großen Möglichkeiten, die die elektronische Datenverarbeitung in allen ihren Spielarten für den Bibliotheksbetrieb bietet, sehr früh, früher als andere, erkannt und sich geradezu leidenschaftlich, fast möchte man sagen: visionär und prophetisch, in die Aufgabe gestürzt, aus diesen Möglichkeiten Realität werden zu lassen. Die Universität Bielefeld verdankt Ihnen und Ihren Mitarbeitern eine der modernsten und weiterhin benutzerfreundlichsten Bibliotheken überhaupt,...

     
209/2002 27.02.02 Wehrmachtausstellung im Bielefelder Historischen Museum eröffnet Hans-Ulrich Wehler: Mit der Wehrmachtausstellung steht die deutsche Gesellschaft noch einmal auf dem Prüfstand (BUZ) Nach ihrer ersten Station in Berlin ist jetzt die revidierte Ausstellung des Hamburger Instituts für Sozialforschung "Verbrechen der Wehrmacht. Dimensionen des Vernichtungskrieges 1941 - 1944" in Bielefeld im Historischen Museum eröffnet worden. Die neu konzeptionierte Ausstellung ist bis zum 17. März in Bielefeld zu sehen und geht danach nach Wien. Veranstaltet wird die Bielefelder Ausstellung von einem eigens dafür gegründeten Verein. Die Professoren Eduard Ebel, Peter Lundgreen, Gertrude Lübbe-Wolff und Helmut Skowronek von der Universität Bielefeld haben sich im Kuratorium der Ausstellung engagiert. Andere Mitglieder der Universität Bielefeld bieten Veranstaltungen im umfangreichen Rahmenprogramm an. Insbesondere Studierende werden als Guides durch die Ausstellung führen.

Die Ausstellung, die anhand konkreter Beispiele - in mehr Text als Bild - die Dimensionen des Vernichtungskrieges zeigt und die die Frage nach individuellen Handlungsmöglichkeiten thematisiert, eröffneten Heinz Deppermann, Kuratoriums-Sprecher Helmut Skowronek, Minister Michael Vesper, Bürgermeister Rainer Wend und Ulrike Jureit vom Hamburger Institut für Sozialforschung.

Den Hauptvortrag hielt der Bielefelder Historiker Hans-Ulrich Wehler (Foto) über "Wehrmacht und Nationalsozialismus".(Der Vortrag ist in gedruckter Version im Historischen Museum erhältlich und findet sich im Internet unter: <a href="http://www.uni-bielefeld.de/Universitaet/Einrichtungen/Pressestelle/dokumente/Rede_Wehler_EroeffnungWA.html" class="intern">www.uni-bielefeld.de/Universitaet/Einrichtungen/Presse stelle/dokumente/Rede_Wehler_EroeffnungWA.html</a>)

Er wolle hier nicht, sagte Wehler zu Beginn seiner Ausführungen, "das aussichtslose Spiel weitertreiben, endlich herauszufinden, wie hoch der genaue Prozentsatz derjenigen Wehrmachtsangehörigen gewesen ist", die während des Krieges Kriegsverbrechen nachweislich begangen haben im Sinne des bis Kriegsende gültigen deutschen Militärstrafgesetzbuchs und des internationalen Kriegsrechts. "Das ist empirisch ein aussichtsloses Unternehmen", da bis Mai 1945 rund 18 Millionen Männer in Uniform waren.

Wehler führte in seinem Vortrag weiterhin wie folgt aus:

Es ist mithin kein Wunder, dass es extrem unterschiedliche Kriegserinnerungen gab und gibt. Und da, statistisch gesehen, in jeder deutschen Familie mindestens ein Mann - ob Vater oder Ehemann, ob Sohn oder Bruder oder alle zusammen - bei der Wehrmacht war, häuften sich zuhause zum einen die Berichte über ganz "normale" Kriegserlebnisse, denen zufolge die eigene Einheit an keinem Unrecht beteiligt gewesen sei. Zum andern war die verheimlichte Erinnerung an eigene grausame Kriegsverbrechen so bedrohlich, dass sie in der Regel völlig verschwiegen und verdrängt wurde.

So konnte sich in nahezu jeder Familie der Eindruck festsetzen, dass die Wehrmacht durchweg "sauber" gekämpft habe. Irgendein männliches Familienmitglied stand stets dafür gerade, mit dem ganzen Gewicht der Erfahrungen eines mehrjährigen Kriegsteilnehmers. So wurde, noch ehe die Generäle ihre verklärenden Erinnerungen veröffentlichten, die Kriegsführung der Wehrmacht unter das große Tabu gestellt, dass in einer Zeit namenloser Verbrechen wenigstens sie einen unbefleckten Ehrenschild bewahrt habe. Diese Überzeugung infrage zu stellen hieß Unfrieden, ja Empörung in nahezu jede Familie hineintragen. Die zähe Verteidigung des Tabus bis hin zu den empörten Reaktionen auf die erste und zweite Wehrmachtsausstellung beweist, wie tief diese Schutzbehauptung verankert war und mancherorts noch immer verankert ist...

Auch wenn wir die Mentalität des bereitwilligen Tötens wenigstens etwas genauer zu verstehen suchen, bleibt doch die unabweisbare Frage: Weshalb haben sich nicht mehr Offiziere und Soldaten, unlängst noch friedliche Bürger in ihren Städten und Dörfern, dem widersetzt? Der in der Ausbildung eingeschärfte § 47 des Militärstrafgesetzbuches, das bis zum Mai 1945 unverändert in Kraft blieb, lautete: "Wird durch die Ausführung eines Befehls... ein Strafgesetz verletzt, so ist ... der befehlende Vorgesetzte allein verantwortlich." Untergebene könne die Strafe des "Teilnehmens" treffen, falls ein Befehl überschritten wurde oder ih...

    Link
209/2002 27.02.02 Oberstufen-Kolleg Jörg Werner   Jörg Werner (2.v.l.) vom Oberstufen-Kolleg und Rosa Rosinski (3.v.l.), Leiterin des Bauernhaus-Museums Bielefeld, Kunsthistorikerin und ehemalige Lehrende am Oberstufen-Kolleg, waren sichtbar gerührt, als sie den "European Museum of the Year Award 2001" im Piaggio-Museum in Pontedera bei Pisa aus den Händen von Königin Fabiola (r.) von Belgien in Empfang nahmen; links Patrick Greene, Chairman des Europäischen Museums-Forums.      
209/2002 27.02.02 Regierungspräsident Andreas Wiebe   Im Rahmen seines Antrittsbesuchs in der Universität Bielefeld ließ sich Regierungspräsident Andreas Wiebe (r.) - hier zusammen mit dem Bielefelder Genetiker Alfred Pühler - nach einem Gespräch im Rektorat auch über die Arbeits- und Forschungsbereiche Bioinformatik und Genomforschung informieren. Zudem hatte Wiebe die Gelegenheit, das unter anderem vom NRW-Wissenschaftsministerium und von der Umweltstiftung der ostwestfälischen Wirtschaft geförderte Mitmach- und Experimentierlabor "teutolab" zu begutachten und laufende Schülerexperimente zu beobachten. Der Regierungspräsident zeigte sich u.a. beeindruckt über die vielfältigen Aktivitäten der Universität Bielefeld mit den Schulen der Region, so die zahlreichen Lehrerfortbildungsveranstaltungen wie der Sportwissenschaftler mit dem Tag des Schulsports oder der Bielefelder Fakultät für Mathematik.      
209/2002 27.02.02 Oberstufen-Kolleg Jörg Werner   Jörg Werner, Oberstufen-Kolleg an der Universität Bielefeld, hat unlängst an einer Tagung der "Focus Group" des Europäischen Museums-Forums im italienischen Montecatini Terme teilgenommen und sich in seinem Vortrag "Castle oder Caravan - Mutmaßungen über ein Haus, in dem sich der Europäische Geist wohlfühlt" mit den Plänen eines "Europa-Museums" auseinandergesetzt. Die "Focus Group" ist ein Arbeitsausschuss, der jährlich einmal tagt und zu dem europäische Museums- und Ausstellungsexperten eingeladen werden. "Ausstellung ist ein Medium mit neuer Zukunft", davon ist Jörg Werner ebenso überzeugt wie Dr. Gerlinde Volland, Dr. Peter Böhning und Dr. Rosa Rosinski, die für die Neukonzeption des Bauernhaus-Museums in Bielefeld an der Ochsenheide mit einer "Special Commendation" (wie wir in einer der letzten Ausgaben der "Bielefelder Universitätszeitung" kurz berichtet haben) ausgezeichnet worden sind. Jörg Werner und seine Kolleginnen und Kollegen wollen als Ausstellungsmacher weiterarbeiten und ihr Know-how im Bereich der Universität Bielefeld in Ausstellungsprojekten einbringen.      
209/2002 27.02.02 Neuer Studierendenausschuss Martin Lücke erneut Vorsitzender (BUZ) Das Studierendenparlament der Universität Bielefeld hat auf seiner konstituierenden Sitzung den 29. Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) gewählt. Als Vorsitzender und Referent für politische Bildung ist Martin Lücke in seinem Amt bestätigt worden. Dem neuen Allgemeinen Studierendenausschuss, der von den Listen "Grüne Hochschulgruppe/offene Liste", "Toleranz", "Juso-Hochschulgruppe", "C.S.U." und "Zünglein an der Waage" getragen wird, gehören außerdem an: Jana Görlach (Sozialreferentin), Tobias Langer (Finanzreferent), Jessica Gronemeier und Leyla Boran (Referentinnen für Frauen- und Gleichstellungspolitik).


Im Bereich Internationalismus und Frieden arbeitet Stefan Bröhl als Referent mit Amid Rabieh als Sachbearbeiter. Der Bereich Hochschul- und Bildungspolitik ist im 29. AStA besonders stark vertreten: Nicole Kaschner ist Referentin für Bildungspolitik, Stefan Bienefeld Referent für Hochschulpolitik. Tobias Baumann arbeitet hier als Sachbearbeiter. Jens Herrmann ist abermals als Referent für Gesundheitsförderung und Ökologie gewählt worden. Im Bereich Kultur sind Heiko Eylander als Referent mit Britta Schneider und Kemal Aslan vertreten. Als Referent für Fachschaftskoordination ist Philippe Wagner gewählt worden.


Stellvertreter des AStA-Vorsitzenden sind Leyla Boran und Stefan Bienefeld.

     
209/2002 27.02.02   Wahlen zum Ausländer-Sprecherrat   (BUZ) Bei den Wahlen zum Ausländersprecherrat haben die folgenden fünf Studierenden die meisten Stimmen erhalten und vertreten die ausländischen Studierenden der Universität Bielefeld in dieser Legislaturperiode:


Olga Lakiziouk (Russland), Ming Ye (Volksrepublik China), Kalenda Martin Muanza (Kongo), Adil Horeiby (Marokko) und Helena Christoforidu (Griechenland).

     
209/2002 27.02.02   Gütersloher Projekt Stadtgeschichte   (H.V.) Mit der Präsentation der im Verlag für Regionalgeschichte erschienen "Geschichte der Stadt Gütersloh" fand das Projekt Stadtgeschichte seinen Abschluss (siehe auch "Bielefelder Universitätszeitung", Nr. 208/2001). Damit erfüllte sich ein in Gütersloh lange gehegter Wunsch: eine Stadtgeschichte unter modernen Fragestellungen, welche die bisher vorhandenen Monographien zur Gütersloher Stadtgeschichte ersetzt, die zumeist aus den Anfangsjahren des 20. Jahrhunderts stammen.

Im Jahr 1998 hatte der Kulturausschuss der Stadt Gütersloh aus Anlass des 175jährigen Stadtjubiläums dem Professor für Landesgeschichte der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und ehemaligen Bielefelder Privatdozenten, Dr. Werner Freitag, die Erstellung der Stadtgeschichte Gütersloh übertragen. Dabei sollte - so Freitags Konzept - die wissenschaftlich erarbeitete Stadtgeschichte einen bestimmten Fokus aufweisen, der die Spezifika der Gütersloher Stadtgeschichte herausstellt.

Den Schwerpunkt der Publikation bilden drei Aufsätze, die zwei Absolventinnen der Bielefelder Fakultät für Geschichtswissenschaft und Philosophie, Katrin Minner und Heike Vieregge, verfassten: Der Beitrag von Heike Vieregge zur Urbanisierung und Industrialisierung der Stadt stellt die vergleichsweise späte Stadtentwicklung dar. Katrin Minner befasst sich in ihrer Abhandlung mit der Kulturgeschichte des Bürgertums. Sie vollzieht die Momente nach, die für die neue Führungsschicht Zusammenhalt stifteten. Der dritte Aufsatz, von Katrin Minner und Heike Vieregge gemeinsam bearbeitet, behandelt das Verhältnis von Politik und bürgerlicher Stadtgesellschaft.

Diese Schwerpunktuntersuchungen werden von weiteren Beiträgen umrahmt. Die Voraussetzungen für die Entstehung der Stadt Gütersloh liefert Herausgeber Werner Freitag. Er zeigt, wie aus einem ländlichen Kirchspiel des Mittelalters und der Frühen Neuzeit eine Siedlung entstand, die bereits im 18. Jahrhundert zentralörtliche Funktionen besaß. An das Kapitel "Politik und Stadtbürgertum" schließt sich die Studie des Bielefelder Privatdozenten und selbständigen Historikers Hans-Walter Schmuhl zum Nationalsozialismus an. Aufbauend auf die städtische Politikgeschichte des 19. Jahrhunderts zeichnet er die Stationen der Machtergreifung nach.

Um auch dem nichtwissenschaftlichen Publikum den Einstieg in die Stadtgeschichte zu erleichtern, beginnt der Band mit einem reichbebilderten, fiktiven Stadtrundgang um 1912. Der Historiker und Archivar Eckhard Möller zeichnet damit ein Bild der Stadt nach, das heute weitgehend verloren gegangen ist. Für eine ansprechende Gestaltung sorgt die große Anzahl von ca. 300 Abbildungen, die zum Wiedererkennen anregen sollen. Einen weiteren Leseanreiz schaffen 18 in die drei Kernbeiträge eingeflochtene Personen-, Firmen- und Institutionenporträts.

     
209/2002 27.02.02 Volkswagen-Stiftung unterstützt 10-Jahresprojekt des IKG Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit (BUZ/svw) Die Existenz fremdenfeindlicher und rassistischer Einstellungen in Deutschland und Europa ist nach wie vor ein zentrales Problem. Sie stellen wichtige Elemente des Resonanzbodens und der Legitimationsstrategien zur Gewalt gegen Fremde dar, die in zyklischen Abständen immer wieder aufbricht. Zwar gibt es Erhebungen zu solchen Attitüden in der Bevölkerung, aber sie sind meist nur auf ein Phänomen bezogen, und die entsprechenden Untersuchungen werden in der Regel nur einmal durchgeführt. Weder international noch national gibt es eine Langzeituntersuchung, die über Jahre hinweg unter anderem auch mit einem echten Bevölkerungspanel durchgeführt wird und auf ein breites Band unterschiedlicher Phänomene und Ursachen bezogen ist.

Mit der Schließung dieser Forschungslücke soll jetzt durch ein 10-Jahres-Projekt des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG) der Universität Bielefeld begonnen werden, für das die Volkswagen-Stiftung 700 000 Euro zur Verfügung gestellt hat.

Im Mittelpunkt steht das, was die Forscher unter Leitung von Professor Wilhelm Heitmeyer eine "gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit" nennen, die sich aus Indikatoren wie Rassismus, Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit, Heterophobie, Etabliertenvorrechte und Sexismus zusammensetzt. Zugleich sollen Ursachenkonzepte für abwertendes, diskriminierendes und gewaltbereites Handeln erhoben werden, die unter anderem in komplexen Phänomenen wie Desintegrationsängste und -erfahrungen sowie damit zusammenhängenden Anerkennungsverlusten ebenso gesehen werden wie in gesellschaftlichen Anomiepotentialen oder Deprivationen.

Das Projekt bezieht seine hohe gesellschaftspolitische Relevanz daraus, zur Sensibilisierung über den Zustand dieser Gesellschaft beizutragen, zu deren leitenden Wertvorstellung die Idee der Gleichheit und der Gleichwertigkeit von Menschen zählt. "Es ist von größter Tragweite zu zeigen, inwieweit dieser Wert durch die Verbreitung von Ideologien der Ungleichwertigkeit an Gültigkeit verliert und Menschen in ihrer Integrität psychisch oder physisch verletzt oder zerstört werden", sagt Wilhelm Heitmeyer. Ausmaß und Entwicklung solcher Ideologien der Ungleichwertigkeit würden ein Licht auf problematische Entwicklungen in dieser Gesellschaft, mithin auf Anerkennung oder Nichtakzeptanz von Menschen werfen.

"Das gesellschaftspolitische Ziel ist die regelmäßig 'erinnernde' und prospektiv sensibilisierende Funktion der Untersuchung, um einem Prozess der Normalisierung menschenfeindlicher Einstellungen präventiv entgegenzutreten", so Heitmeyer.

Dazu sollen jährlich 3000 repräsentativ ausgewählte Personen der deutschen Wohnbevölkerung befragt werden, um Entwicklungslinien zeichnen zu können.

Die Daten werden vom Bielefelder Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung in Kooperation mit den Professoren Steffen Kühnel (Göttingen), Peter Schmidt (Gießen) und Ulrich Wagner (Marburg) ausgewertet. Jährlich ist eine Präsentation ausgewählter Ergebnisse in Kooperation mit der Wochenzeitung DIE ZEIT und einer fortlaufenden Zustandsbeschreibung in Kooperation mit dem Suhrkamp-Verlag vereinbart, um die Ergebnisse unabhängig von aktuellen Ereignissen einer interessierten Öffentlichkeit zur Debatte zu stellen.

Der Charakter des Vorhabens als ein zivilgesellschaftliches Projekt von besonderer Bedeutung zeigt sich auch daran, dass andere Stiftungen ihr Interesse bekundet haben, sich dafür zu engagieren: etwa die Fritz Thyssen Stiftung, die Freudenberg- und die Körber-Stiftung. Die Universität Bielefeld finanziert die Pretestphase mit rund 35 000 Euro.

     
209/2002 27.02.02 Universitätsbibliothek e-Learning: Vorlesungsinhalte ins Netz (UB) Die Bibliothek der Universität Bielefeld bietet allen Dozentinnen und Dozenten zu ihren Lehrveranstaltungen eine web-basierte integrierte Lern- und Lehrumgebung an. Mit der eingesetzten e-Learning-Plattform "Blackboard" können - ohne spezielle IT-Kenntnisse - vorlesungsbezogene Inhalte ins Netz gestellt, online-Diskussionen und Chats abgehalten sowie Tests / Quizzes erstellt und ausgewertet werden. Eine für alle Kurse einheitliche Benutzeroberfläche erleichtert die Orientierung. Die Intention von "Blackboard" besteht nicht darin, Präsenzveranstaltungen zu ersetzen, sondern diese über zusätzliche Informations- und Kommunikationsangebote mit einem "Mehrwert" zu versehen. Insofern handelt es sich bei "Blackboard" um eine Fortführung und komfortable Erweiterung des bisherigen Angebots der digitalen Semesterapparate der Bibliothek.

Weltweit setzen mittlerweile 3.300 Institutionen in über 70 Ländern "Blackboard" in e-Learning ein. Mit der Einführung dieses benutzerfreundlichen Lern- und Lehrprogrammes erweitert die Bibliothek ihr bereits bestehendes Service-Angebot um einen erfreulichen Mosaikstein.

Im Einzelnen bietet "Blackboard" folgende Möglichkeiten und Funktionalitäten an:

* Bereitstellung und Verwaltung von kursbezogenen Inhalten wie Ankündigungen, Hinweisen, Skripten, Materialien, Übungen, Referenzen, wobei die Medientypen vom Text bis zum Video Clip variieren können. Sie können flexibel strukturiert und dem Veranstaltungsverlauf angepasst werden. Zusätzliche Organisationshilfen wie Kalenderfunktionen und Adressbuch stehen zur Verfügung.

* Kursspezifische Kommunikationsmöglichkeiten für Diskussionen, Feedback, Tutoring, Gruppen- und Projektarbeit über E-Mail, Virtual Classrooms mit Chat und Whiteboard sowie Bereiche für den Dokumentenaustausch. Vom Kursverwalter können Gruppen mit jeweils eigener Kommunikationsumgebung eingerichtet werden.

* Erstellung von Tests mit differenzierten Evaluationsmöglichkeiten, die in der Regel automatisch ausgewertet und korrigiert werden.

* Start- und Info-Seiten für die Kursteilnehmer u.a. mit persönlichem "schwarzen Brett" für Ankündigungen, Aufgaben, Termine sowie dem Angebot, für den (freiwilligen) Eintrag in das User Directory ein persönliches Profil zu erstellen.

"Blackboard" ist erreichbar unter der Adresse: http://kurse.ub.uni-bielefeld.de:88


Bei Interesse können sich Dozentinnen und Dozenten an Ralf Hofacker, Telefon 0521/106-4032, E-Mail: hofacker@ub.uni-bielefeld.de), wenden.

    Link
209/2002 27.02.02 Gleichstellungspolitik Die Umsetzung von Gender Mainstreaming an Hochschulen Konzepte des "Gender Mainstreaming" in europäischen und deutschen Organisationen waren Thema einer Diskussions- und Informationsveranstaltung in der Universität Bielefeld, zu der die Gleichstellungsbeauftragte und die Arbeitsgruppe "Förderung von Wissenschaftlerinnen" Fachleute für Gleichstellungsmaßnahmen und Hochschulentwicklung eingeladen hatten. In Diskussionen sollten Strategien und eine konkrete Perspektive zur praktischen Umsetzung von Gender Mainstreaming an Hochschulen, insbesondere an der Universität Bielefeld entwickelt werden. Zunächst berichtete Dr. Peter Döge (Berlin) über die erfolgreiche Erprobung und Einführung von Gender Mainstreaming in den skandinavischen Ländern und im anglo-amerikanischen Raum. Die dortigen Projekte transportieren in ihrer Umsetzung die Philosophie des Gender Mainstreaming, Chancengleichheit als Querschnittsaufgabe zu begreifen und die Strukturen von Organisationen zu verändern. Chancengleichheit wird als die Nicht-Hierarchisierung von Differenzen umgesetzt unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Lebenslagen von Frauen und Männern.

Dr. Susanne Baer (Berlin) referierte über die Bemühungen der Bundesregierung, den Ansatz des Gender Mainstreamings aktiv zu fördern. Sie stellte ein Projekt vor, das unter der Federführung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend durchgeführt wird. Den Schwerpunkt des Projektes bildet die interministerielle Arbeitsgruppe auf der Staatssekretärsebene, die im Mai 2000 zur Verbesserung der Gleichstellung in der Bundesverwaltung eingerichtet wurde.

Im Nachmittagsblock zu Konzepten der Umsetzung von Gender Mainstreaming an Hochschulen berichtete Angelika Blickhäuser (Köln) über Instrumente zur Umsetzung geschlechterpolitischer Strategien in Organisationen. Sie erläuterte die Bedeutung von Gendertrainings für den Prozess der Implementierung von Gender Mainstreaming in Organisationen. Prof. Dr. Sigrid Michel (Dortmund) referierte über das Projekt "Total E-Quality Science Award". Mit der Vergabe des Total E-Quality-Prädikats sollen Hochschulen und Forschungseinrichtungen für innovative und erfolgreiche gleichstellungsfördernde Maßnahmen ausgezeichnet werden. Im Blickpunkt der Bewertung stehen das Qualitätsmanagement und die innovative Personalpolitik der jeweiligen Institution. Den Abschluss der Tagung bildete die Podiumsdiskussion "Gender Mainstreaming im Kontext der Gleichstellungspolitik". Teilnehmer und Teilnehmerinnen der Diskussion waren: Ministerialrätin Marie Anne Kaufhold, Leiterin der Abteilung für Gleichstellungsfragen im Schul- und Hochschulbereich des nordrhein-westfälischen Bildungsministeriums, Rektor Dieter Timmermann, Universitätskanzler Hans-Jürgen Simm, Prorektor Wolfgang Krohn, Angelika Blickhäuser, Sigrid Michel und Lydia Plöger, Mitarbeiterin im Interdisziplinären Frauenforschungs-Zentrum der Universität Bielefeld.

Neben der Reflexion der Tagungsbeiträge wurde über Möglichkeiten der praktischen Umsetzung von Gender Mainstreaming diskutiert. Die Veranstalterinnen der Tagung schlagen für die Universität Bielefeld die Einrichtung einer Arbeitsgruppe zur Umsetzung von Gender Mainstreaming vor. Neben Vertretern der Hochschulleitung sollen gleichstellungspolitische Akteure und Akteurinnen miteinbezogen werden. Des Weiteren soll im Jahr 2002 an der Universität Bielefeld ein Aktionstag zum Thema Gender Mainstreaming stattfinden.

Zur Zeit wird ein Tagungsband vorbereitet, der in der wissenschaftlichen Reihe des Kleine Verlags Mitte 2002 erscheinen soll.

Uschi Baaken und Lydia Plöger

     
209/2002 27.02.02   Neue Grundordnung verabschiedet Der Erweiterte Senat hat den Auftrag aus dem neuen Hochschulgesetz des Landes NRW rechtzeitig erfüllt: Er hat nach zweijähriger Arbeit am 6. Februar den Text einer neuen Grundordnung einstimmig beschlossen. Bevor die neue Grundordnung wirksam werden kann, bedarf sie allerdings noch der Prüfung und Genehmigung durch das Wissenschaftsministerium. Das neue Hochschulgesetz war am 1. April 2000 in Kraft getreten und forderte von den Hochschulen des Landes neue Grundordnungen innerhalb von zwei Jahren. Nach den Vorstellungen des Rektorats sollte es eine Grundordnung sein, "die es ermöglicht, die Universität zu einer lernenden, und zwar zu einer schnell lernenden und handelnden sowie dauerhaft innovativen Organisation zu machen, welche neue Steuerungsinstrumente nutzen kann", "die den Deregulierungsspielraum des Hochschulgesetzes soweit wie möglich ausschöpft, flexible Organisationslösungen und flexible Steuerungsinstrumente erlaubt (Projektmanagement)".

In einem ersten Schritt hatte die Universität unmittelbar nach Inkrafttreten eine Teil-Grundordnung beschlossen (vgl. "Bielefelder Universitätszeitung" Nr. 201/2000).

Der vorherige Senat hatte bereits im April 2000 eine Kommission eingesetzt, die Grundlagen für eine neue Grundordnung erarbeiten sollte. Diese Kommission hat elf zu regelnde Problembereiche identifiziert - unter anderem zu: Verhältnis Rektorat und Senat, zentrale Kommissionen, Struktur der Fakultätsleitung, Berufungsverfahren - und dazu Vorlagen erstellt. Diese Arbeit ist von der im Februar 2001 vom Erweiterten Senat eingesetzten neuen Kommission aufgenommen worden. Eine erste Gesamtvorlage ist von ihr Anfang September fertiggestellt und dem Erweiterten Senat vorgelegt worden. Zugleich wurde die Vorlage den Fakultäten, Einrichtungen, Vertretungen und Organen der Universität zur Kenntnis gegeben. Die danach einsetzende Diskussion ist jetzt zum Abschluss gebracht worden - nicht nur mit der erforderlichen Zweidrittel-Mehrheit, sondern einstimmig.

Nach Abschluss der Arbeiten an der Grundordnung äußert sich der Vorsitzende der Grundordnungskommission des Erweiterten Senats, Dr. Gert Schubring, in einem Bericht wie folgt:

"Dieser in der Geschichte der Universität bislang einmalige Grad an Konsens war zunächst durchaus nicht zu erwarten gewesen, da es eine nicht unbeträchtliche Zahl von gegensätzlichen Auffassungen gegeben hatte.

Ein solcher Gegensatzbereich war ein klassischer: er betraf die Paritäten zwischen den Statusgruppen. Der Landtag hatte hierzu, gerade auch um ein Gegengewicht gegen die Stärkung der Exekutive zu setzen, die Möglichkeit einer Stärkung der nicht-professoralen Gruppen vorgesehen, insbesondere über das neue Instrument, qua Stimmengewichtung in Forschung, Lehre und Kunst nicht unmittelbar berührenden Entscheidungen diese Gruppen in den Gremien wie Senat und Fakultätskonferenzen zu stärken. Die Entwürfe für die Grundordnung sahen daher auch lange Zeit solche Stimmgewichtungen vor. Letztlich haben sie sich aber nicht durchgesetzt. Das Mittel, um gleichwohl einfaches Majorisieren durch die Gruppe der Professorinnen und Professoren in zentralen Entscheidungen wie Wahlen zum Rektorat, Dekanat und der Fakultätsstruktur zu verhindern und einen größeren Druck auf Entscheidungen im Konsens zu erreichen, war, solche Entscheidungen an eine Zweidrittelmehrheit zu binden. Das Vorbild für diese Regelungen wurde dem neuen schleswig-holsteinischen Hochschulgesetz entnommen.

Ein weiterer wesentlicher Regelungsbereich war die Leitungsstruktur für die Fakultäten. Das Gesetz sieht nicht nur eine Vermehrung der Aufgaben und Kompetenzen des Rektorats, sondern auch der Fakultäten vor, etwa zu Lasten der Senatskompetenzen bei den Studien- und Prüfungsordnungen. Insbesondere in der ersten Grundordnungskommission bestand daher Konsens, dass die erforderlichen höheren Management-Fähigkeiten und -Leistungen in dieser neuen komplexen Struktur nicht mehr mit den herkömmlichen Leitungsstrukturen erbracht werden können. Da die Universität nach ihrer Gründung mit Dekanaten als Leitungsstrukturen gearbeitet hat und da der Senat nach dem 1986 durch das Hochschulgesetz erzwungenen Übergang zum Dekan-Modell in hochschulpolitischen Stellungnahmen sich stets für die Dekanatsstruktur eingesetzt hatte, ist von der Kommission zur Erreichung ...

     
209/2002 27.02.02 Neue Buchreihe Dimensionen des Sachunterrichts   (BUZ) Sachunterricht zu lehren erfordert angesichts der Vielfältigkeit des Faches zahlreiche Kompetenzen. Hier setzt die neue Buchreihe "Dimensionen des Sachunterrichts" an, die von dem Bielefelder Sachunterrichtsdidaktiker Prof. Dr. Dietmar von Reeken (Zentrum für Lehrerbildung) im Schneider Verlag Hohengehren (Baltmannsweiler) herausgegeben wird und deren erster Band jetzt erschienen ist.

Die Reihe setzt sich zum Ziel, den angehenden und im Dienst befindlichen Lehrerinnen und Lehrern Hilfen bei der Erschließung der schier unüberschaubaren Wissensbestände aus den zahlreichen Bezugsdisziplinen des Sachunterrichts zu geben, um den eigenen Unterricht reflektierter planen und ideenreicher gestalten zu können. Dabei setzen die Darstellungen keine Kenntnisse in der jeweiligen Wissenschaft voraus, sondern liefern kompakte Informationen in allgemein verständlicher Sprache.

     
209/2002 27.02.02 "Sprachen öffnen Türen" Abschlussveranstaltung zum Europäischen Jahr der Sprachen (BUZ) "Ich bin sicher, dass ich im Namen aller Anwesenden spreche, wenn ich Ihnen meine ausdrückliche Anerkennung für dieses bemerkenswerte Projekt und die vielen anderen engagierten Vorhaben in Bielefeld und ganz Ostwestfalen ausspreche. Wir sind mit unserer Veranstaltung auch deshalb nach Bielefeld gekommen, um damit Ihr Engagement zu würdigen, Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen das Sprachenlernen näherzubringen", sagte Bildungsministerin Gabriele Behler bei der Abschlussveranstaltung zum Europäischen Jahr der Sprachen am 20. Dezember 2001 im Auditorium maximum der Universität Bielefeld. Was war der tiefere Grund für dieses ministerielle Lob? Die Universität Bielefeld hatte sich in Kooperation mit der Volkshochschule Bielefeld ein Jahr lang kontinuierlich mit neun aufwändig gestalteten "Sprachenfestivals", die alle Sprachräume Europas abdeckten, am Europäischen Jahr der Sprachen (EJS) beteiligt. Wie wichtig Fremdsprachenkompetenz in einer sich immer stärker internationalisierenden Welt ist, liegt zwar auf der Hand, aber gerade in den größeren Ländern gibt es dazu noch erheblichen Nachholbedarf. Um Impulse für größeres Interesse am Fremdsprachenerwerb zu wecken, proklamierte die EU daher das "Europäische Jahr der Sprachen 2001". Im Rahmen der Bilanzkonferenz des EJS hieß es dazu unter dem Motto "Sprachen öffenen Türen", es sei wichtig, "die Vielfalt der Sprachen als kulturellen Reichtum Europas anzuerkennen und die Sprachen der Nachbarn zu verstehen, um so gegenseitiges Verständnis und Verständigung zu ermöglichen. In diesem Sinne ist Sprachenpolitik auch Friedenspolitik." Aber auch, wer nicht so hochfliegende Ziele verfolgte, sondern einfach nur Spaß am Kennenlernen von Sprachen und fremden Kulturen hatte, kam in Bielefeld auf seine Kosten. Schon der Auftakt zum Englischen verlief im Januar verheißungsvoll. Große Resonanz gab es vor allem bei Schülern aller Altersstufen, nicht zuletzt von einem Harry-Potter-Quiz angelockt. Schüler bildeten wunschgemäß auch bei späteren Festivals eine wichtige Besuchergruppe, etwa beim Vorlese-Wettbewerb der Deutsch-Französischen Gesellschaft - die Preise überreichte Ministerin Behler persönlich. Bei allen Festivals wurden neben Vorträgen, Filmen und manch anderem Schnupper-Kurse zu den jeweiligen Sprachen angeboten, um ein Anfangsinteresse zu befriedigen und Lust auf mehr zu machen. Tatsächlich sind die Teilnehmerzahlen der VHS-Sprachkurse seitdem gestiegen. Aber nicht nur unmittelbar Sprachbezogenes wurde angeboten, sondern Landesspezifisches unterschiedlichster Art vom typisch serbischen Streetballturnier bis zu französischer Popmusik, die von Lehrbeauftragten der Universität gespielt wurde, von Flamenco-Tänzen bis zu kulinarischen Köstlichkeiten der verschiedenen Regionen. Die Festivals wurden z. T. auch zu Treffpunkten von in Deutschland lebenden ausländischen Bevölkerungsgruppen, was besonders beim Südosteuropa-Festival deutlich wurde. Kultur- und Auslandsvereine von Serben, Bosniern, Rumänen, Bulgaren und Kroaten nutzen die Gelegenheit, sich dabei zu präsentieren. Kein Wunder, dass die Festivals nicht zuletzt zum Diskussionsforum über Fragen der Integration von Ausländern in Deutschland wurden. Großes Engagement zeigten auch viele ausländische Studierende der Universität, die die Möglichheit, ihre Heimatländer bekannter zu machen, nicht verstreichen ließen und sich mit Feuereifer in die Arbeit stürzten. Spontaner Kommentar einer polnischen Studentin, die zum ersten Mal in ihrem Leben einen "Schnupperkurs Polnisch" angeboten hatte: "Es war ganz toll!"      
209/2002 27.02.02 Fakultät für Soziologie Promotionen (BUZ) An der Fakultät für Soziologie sind im vergangenen Sommersemester folgende Promotionen abgeschlossen worden: Sangchin Chun: "Bildungsgleichheit - eine vergleichende Studie von Strukturen, Prozessen und Auswirkungen im Ländervergleich Südkorea und Deutschland".

Matthias Groß: "Inventing Nature: Sociological Investigations into Ecological Restoration".

Andreas Mayer: "Vom Labor der Hypnose zum psychoanalytischen Setting. Zur historischen Soziologie klinisch-psychologischer Untersuchungs- und Therapieverfahren".

Katharina Peters: "Alltag der Reformen. Zur Praxis des Budgetierens und Verwaltens".

Pataya Ruenkaew: "Heiratsmigration und transnationale Partnersuche. Eine empirische Untersuchung deutsch-thailändischer Ehen".

     
209/2002 27.02.02 Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaft "Interesseneffekte auf kognitive Repräsentationen und das langfristige Behalten von Textinformationen"   Abdelmajid Naceur ist an der Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaft der Universität Bielefeld mit der Dissertation "Interesseneffekte auf kognitive Repräsentationen und das langfristige Behalten von Textinformationen" promoviert worden. Das Foto zeigt Dr. Abdelmajid Naceur (2.v.r.) nach der Disputation zusammen mit den Professoren Ulrich Schiefele (v.l.) und Jens Möller sowie mit Dr. Gernot Horstmann.      
209/2002 27.02.02 Promotionsstipendium Katecholaminbestimmung   Mohamed Abdelrahman, der vor fünf Jahren nach Deutschland kam, ist an der Universität Bielefeld promoviert worden. Seine Dissertation "Nutzen der Katecholaminbestimmung unter Trainings- und Wettkampfbedingungen im Beach-Volleyball" schrieb er bei Professorin Elke Zimmermann, Sportmedizinerin in der Abteilung Sportwissenschaft der Universität Bielefeld. Gutachter waren Dr. Reinhard von Piechowski und Professor Aly Hassaballa, Universität Kairo und Generalsekretär des Ägyptischen Volleyball-Verbandes. Dr. Mohamed Abdelrahman erhielt 1996 von der ägyptischen Regierung ein Promotionsstipendium. Von 1997 bis 1999 war er an der Sporthochschule in Köln, wechselte danach zur Universität Bielefeld und schrieb hier seine Doktorarbeit. Abdelrahman - in Ägypten selbst Bundesliga-Volleyballspieler und Trainer der ägyptischen Jugendnationalmannschaft - untersuchte an deutschen Volleyball-Spitzenspielern die subjektiven Muskelfasertypen und die psychische Belastung und Stress-Situation während eines Turniers. Das Foto zeigt (v.l.) - nach der Disputation - Abdelrahmans Frau mit Tochter und dem in Deutschland geborenen Sohn, die Medizinerin Mona Zekri, Elke Zimmermann, Mohamed Abdelrahman, Aly Hassaballa und Reinhard von Piechowski.      
209/2002 27.02.02 Akademischer Mittelbau protestiert gegen HRG-Novellierung "Verschrottung" einer Generation (BUZ) Der akademische Mittelbau der Universität Bielefeld hat in einer Resolution gegen die Novellierung des Hochschulrahmengesetzes (HRG) protestiert, die zu einer "Verschrottung" des derzeitigen wissenschaftlichen Nachwuchses führe. Die Resolution vom 21. Januar hat folgenden Wortlaut: Der akademische Mittelbau protestiert gegen die Novellierung des HRG!

Sie darf in der jetzigen Form nicht in Kraft treten. Die Kritik hat in den letzten Monaten vielfältige Argumente vorgebracht, die jedoch keinen Eingang in den Gesetzentwurf fanden. Grundsätzlich gilt, dass das neue HRG nicht geeignet ist, die erklärten Ziele der Reform zu erreichen, nämlich die Leistungs- und Innovationsfähigkeit der deutschen Hochschulen und Forschungsinstitute zu verbessern. Wettbewerbsfähigkeit wird nicht durch international beispiellose bürokratische Gängelung erreicht. Vielmehr beschränken die neuen Regelungen vorhandene Flexibilität und Kompetenz.

Die Reform wird nicht "kostenneutral" sein. Sie geht zu Lasten der Qualität in Forschung und Lehre. Der zur Finanzierung der Juniorprofessur vorgesehene Stellenabbau und die Tatsache, dass WissenschaftlerInnen unterhalb des Professorenstatus nur noch 12 Jahre beschäftigt werden dürfen, führen zum einen zur "Verschrottung" des derzeitigen wissenschaftlichen Nachwuchses. Zum anderen haben sie eklatante Einbrüche in der Lehre zur Folge, die bisher wesentlich von erfahrenen, teilweise habilitierten WissenschaftlerInnen getragen wird. Schließlich werden Qualität und Quantität der Forschung erheblich darunter leiden, dass hochqualifizierte WissenschaftlerInnen in Zukunft für Forschungsaufgaben nicht mehr zur Verfügung stehen. Die einen werden aufgrund von Alter oder Beschäftigungszeiten aussortiert. Andere werden das Wagnis der akademischen Laufbahn scheuen, da es weitgehend unkalkulierbar geworden ist. Frauen sind davon besonders betroffen.

Wir wehren uns dagegen, aufgrund willkürlicher Kriterien in die Arbeitslosigkeit abgedrängt zu werden. Das allgemeine Arbeitsrecht hilft - entgegen den Behauptungen der Bundesregierung - den allermeisten nicht weiter.

Wir fordern: Überarbeitung der Gesetzesnovelle, Ersatzlose Streichung der Befristungsregelungen nach § 47 und § 57, Anpassung des Arbeitsrechts an die Bedingungen wissenschaftlicher Tätigkeit.

Wir rufen alle WissenschaftlerInnen auf, aktiv zu werden und sich mit unseren Aktionen zu solidarisieren. Wir rechnen auch mit der Solidarität aller Studierenden und HochschullehrerInnen.

     
209/2002 27.02.02 5. Änderungsgesetz des Hochschulrahmengesetzes (HRG) Senat nimmt Stellung zur strittigen Dienstrechtsreform und fordert Nachbesserungen (BUZ) Der Senat der Universität Bielefeld hat sich in seiner Sitzung vom 23. Januar mit den umstrittenen, den wissenschaftlichen Nachwuchs betreffenden Teilen der Dienstrechtsreform befasst und dazu Verbesserungen gefordert. In einem Beschluss kritisiert der Senat das Fehlen ausreichender Übergangsregelungen für Beschäftigungsverhältnisse von Nachwuchswissenschaftlern, die sich bereits in befristeten, in der Regel der Weiterqualifikation dienenden Beschäftigungsverhältnissen befinden. Außerdem richtet sich die Kritik auf Einschränkungen bei den Beschäftigungszeiträumen von wissenschaftlichen Mitarbeitern in Forschungseinrichtungen und in über Drittmittel finanzierten Projekten. Durch die Fixierung des Gesetzes ausschließlich auf die Professorenlaufbahn und die daran gebundene Zeitvorgabe von 12 Jahren sieht der Senat die Forschungsqualität substanziell gefährdet.


Beschluss des Senats vom 23. Januar 2002 zur Hochschuldienstrechtsreform


Der Senat der Universität Bielefeld hat in seiner 297. Sitzung die 5. Novelle des Hochschulrahmengesetzes eingehend diskutiert. Ohne den angestrebten Strukturwandel zu kommentieren, kritisiert der Senat jedoch, dass durch Veränderungen der Personalkategorien und Befristungsregelungen für Beschäftigungsverhältnisse des Mittelbaus die nachfolgend genannten Problembereiche entstehen:

* Es gibt keine ausreichenden Übergangsregelungen für jetzige Promovendinnen und Promovenden bzw. Habilitandinnen und Habilitanden. Hochqualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter würden nicht weiterbeschäftigt werden können; die Investition in einen Teil der gegenwärtigen Nachwuchsgeneration wäre umsonst gewesen.

* Die Befristungsregelungen werden nicht nur auf Qualifikationsstellen bezogen, sondern auf alle wissenschaftlichen Mitarbeiterstellen, insbesondere auch auf diejenigen, die wissenschaftliche Dienstleistungen (Drittmittel) erbringen. Die Kontinuität, Qualität und Funktionsfähigkeit von Forschungseinrichtungen werden substanziell gefährdet.


Der Senat fordert deshalb den Gesetzgeber im Bund dazu auf, das Gesetz in folgenden Punkten nachzubessern:

* Schaffung von geeigneten Übergangsregelungen für bestehende Beschäftigungsverhältnisse.

* Möglichkeit der befristeten Beschäftigung aus Drittmitteln nach Abschluss der Qualifikation und Einbeziehung ausschließlich solcher Zeiten, die nachweislich der Promotion dienten.

* Einräumung einer Option für die Landesgesetzgeber zur übergangsweisen Beibehaltung der Personalkategorie C 2.


Der Senat fordert den Gesetzgeber im Land Nordrhein-Westfalen bei der Umsetzung des HRG in Landesrecht zu Folgendem auf:

* Erhalt der Verlängerungsmöglichkeit für die zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des Gesetzes im Dienstverhältnis eines wissenschaftlichen Assistenten befindlichen Beamten gem. § 56 HG für die zweiten 3 Jahre.

* Erhalt der Ernennungsmöglichkeit zum C 2-Oberassistenten/Dozenten für die zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des Gesetzes im Dienstverhältnis eines wissenschaftlichen Assistenten tätigen Beamten sowie für die mit dem Ziel der Habilitation tätigen Angestellten.


Der Senat bittet das Rektorat, Optionen für den Umgang mit den auf der derzeitigen Rechtsgrundlage absehbaren Übergangsproblemen zu erarbeiten.

     
209/2002 27.02.02 Ländertage des Absolventen-Netzwerks stellen Herkunftsländer ausländischer Studierender an der Universität Bielefeld vor Absolventen-Netzwerke in Polen, China und Taiwan im Aufbau Das Studium im Ausland ist für viele Studentinnen und Studenten eine prägende Lebensphase. Nach der Rückkehr ins Heimatland sind die gewonnenen Kontakte allerdings schwer aufrecht zu erhalten. Mit dem Aufbau des Absolventen-Netzwerks gelingt es der Universität Bielefeld zunehmend, Kontakte zu ehemaligen Studierenden zu pflegen und für den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis zu nutzen. Insbesondere ist die Universität Bielefeld und ihr Absolventen-Netzwerk an bleibenden internationalen Kontakten zu ehemaligen ausländischen Studierenden der Universität Bielefeld interessiert.

Vor diesem Hintergrund veranstaltete das Bielefelder Absolventen-Netzwerk im Rahmen des vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) finanzierten Programms "Nachkontakte" so genannte Ländertage. In erster Linie dienen diese Ländertage dazu, die Herkunftsländer ausländischer Studierender der Universität Bielefeld vorzustellen und zu zeigen, dass die ausländischen Kommilitonen die scientific community wissenschaftlich wie kulturell bereichern.

Im Wintersemester 2001/2002 hat das Absolventen-Netzwerk die Ländertage Polen, Volksrepublik China und Taiwan veranstaltet. Zunächst sollen in diesen Ländern regionale Absolventen-Netzwerke aufgebaut werden, die die Kontakte zu ausländischen Absolventen der Universität Bielefeld festigen sollen.

Ein erster "Ländertag Polen" fand Ende vergangenen Jahres statt, den die polnische Studentin Anita Adamczyk zusammen mit der Deutsch-Polnischen Gesellschaft organisiert hat. Die Organisatoren hatten insbesondere auch Vertreter der ostwestfälischen Wirtschaft eingeladen, um auf die Gruppe der polnischen Studierenden in Bielefeld aufmerksam zu machen und beide Seiten ins Gespräch zu bringen. Hierzu kam es in der von Anita Adamczyk moderierten Diskussionsrunde "Polnische Studierende - eine Bereicherung für die Universität und die Region?", an der Studierende, die Professoren Helmut Skowronek, Peter Lundgreen, Gerhard Sprenger, Dr. Rolf Ehnert, IHK-Außenwirtschaftsreferentin Ines Ratajczak und Georg Thaller von Melitta (Minden) teilnahmen. Mit Blick auf den zukünftigen Beitritt Polens in die Europäische Union gelangte die Podiumsrunde bald zu der Auffassung, dass polnische Studierende in Bielefeld mit ihren Kenntnissen beider Kulturen und mit ihren während des Studiums erworbenen Fähigkeiten eine wichtige, bis jetzt allerdings wenig beachtete Ressource für die regionale Wirtschaft sein können.

Zum Ländertag Polen war auch Dr. Dariusz Poplawski von der Polnischen Botschaft erschienen. Er erklärte seine Bereitschaft, solche Veranstaltungen künftig zu unterstützen. Dieses Angebot nahm das Absolventen-Netzwerk dankbar zur Kenntnis, plant es doch für Mitte des Jahres, ein erstes Treffen von polnischen Absolventinnen und Absolventen der Universität Bielefeld in Polen zu organisieren.

Anfang Januar stand Taiwan im Mittelpunkt des zweiten Ländertags, den Hsiu-Ching Lo zusammen mit der Taiwanesischen Studentischen Vereinigung, dem Allgemeinen Studierendenausschuss der Universität Bielefeld und dem Taipei Tourism Office in Frankfurt am Main vorbereitet hatte. Studierende aus Taiwan, die schon immer eine der größten und leistungsstärksten Gruppen ausländischer Kommilitonen in Bielefeld stellen, präsentierten auf der "Uni-Q-Bühne" in der zentralen Halle taiwanesische Löwentänze und Volkslieder, chinesische Kalligraphie und eine Multimedia-Show "Taiwan erleben".

In einem weiteren Programmpunkt informierte Prof. Dr. Chang-Chi Hu vom National Science Council über Möglichkeiten des wissenschaftlichen Austauschs, der in der Regel von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, dem Deutschen Akademischen Austauschdienst oder der Alexander von Humboldt-Stiftung betreut wird. Einen Überblick über Angebote von chinesischen Sprachkursen in Taiwan und den Bedarf an deutschen Lehrkräften in seinem Land gab Prof. Dr. Chiwei Cheng. Der Leiter der Kulturabteilung der Taipei-Vertretung in der Bundesrepublik Deutschland wies darauf hin, dass 26 Gymnasien in Taiwan Deutsch unterrichteten und ein hoher Bedarf an deutschen Lehrkräften bestehe. Auch im universitären Bereich steige die Nachfrage nach deuts...

     
209/2002 27.02.02 Untersuchung dichter Elementarteilchenmaterie in Schwerionenexperimenten Humboldt-Forschungspreisträger Krzysztof Redlich in Bielefeld (BUZ) Mit einem Vortrag zum Thema "Ultrarelativistic Heavy Ion Collisions and Statistical Hadronization Models" hat sich Professor Krzysztof Redlich, diesjähriger Humboldt-Forschungspreisträger von der Universität Breslau, Polen, im Kolloquium der Fakultät für Physik der Universität vorgestellt. Redlich erhielt die begehrte Auszeichnung der Alexander von Humboldt-Stiftung für seine Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der relativistischen Schwerionenphysik. Insbesondere mit der Entwicklung eines statistischen Models zur Beschreibung der in Schwerionenexperimenten bei unterschiedlichsten Energien erzeugten Teilchenraten und der Untersuchung der Erzeugungsmechanismen so genannter seltsamer Teilchen hat er in den letzten Jahren wesentlich zum Verständnis der Struktur dichter Elementarteilchenmaterie beigetragen. Redlich wird ab August 2002 einen einjährigen Forschungsaufenthalt in Bielefeld verbringen. Er wird diese Zeit nutzen, um in der Theoretischen Physik mit den Mitgliedern der DFG-Forschergruppe "Materie unter extremen Bedingungen" zusammenzuarbeiten.

Redlich hat sich in den vielen Jahren seiner Forschungstätigkeit mit einem breiten Spektrum von Fragen zur Physik des Quark-Gluon Plasmas beschäftigt. Einen Schwerpunkt seiner Arbeiten bildete dabei die Analyse und Interpretation von experimentellen Daten aus Schwerionenexperimenten der GSI (Darmstadt) und des CERN (Genf) sowie des neuen Schwerionenbeschleunigers RHIC in Brookhaven (USA). In seinem Kolloquiumsvortrag ist er insbesondere auf die neuen Daten des RHIC eingegangen und hat in beeindruckender Weise dargestellt, wie diese ebenso wie die GSI- und CERN-Experimente in einem einheitlichen, von ihm und seinen Mitarbeitern entwickelten "Statistischen Hadrongasmodell für Hadronisierungsprozesse" beschrieben werden können.

Redlich ist heute zweifelsohne einer der führenden polnischen Wissenschaftler auf dem Gebiet der hochenergetischen Kernphysik und der Thermodynamik der starken Wechselwirkung; weltweit ist er einer der führenden Theoretiker auf dem Gebiet der hochenergetischen Schwerionenphysik.

In Bielefeld ist Krzysztof Redlich kein Unbekannter. Schon in den Jahren 1990 bis 1994 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fakultät für Physik tätig, bevor er 1995 eine Professur an der Universität Breslau annahm. Auch in den folgenden Jahren führten ihn die gemeinsamen Forschungsinteressen mit den Bielefelder Kollegen immer wieder an den Teutoburger Wald zurück, und über die Jahre hat er eine enge wissenschaftliche Zusammenarbeit mit der Bielefelder Theoretischen Physik etabliert. So haben die Professoren Rudolf Baier, Jürgen Engels, Frithjof Karsch und Helmut Satz in den vergangenen Jahren an einer Vielzahl von Forschungsprojekten zu unterschiedlichen aktuellen Fragen der hochenergetischen Kern- und Elementarteilchenphysik und der Gittereichfeldtheorie bei endlichen Temperaturen und Dichten mit Redlich zusammengearbeitet.

Redlich ist schon der vierte Humboldt-Forschungspreisträger, der in den letzten Jahren seinen Forschungsaufenthalt in der Bielefelder Theoretischen Physik verbringt. Zuvor waren hier die Professoren A. Jadczyk (Breslau), G. dell'Antonio (Rom) und J. Cleymans (Kapstadt) tätig.

     
209/2002 27.02.02 FrauenStudien Projekt-Präsentationen und Verabschiedung der erfolgreichen Absolventinnen   Projekt-Präsentationen und die Verabschiedung der erfolgreichen Absolventinnen standen im Mittelpunkt des Informations- und Projektetages des Weiterbildenden Studiums FrauenStudien an der Universität Bielefeld. So stellten Christa Diekmann, Jutta Lindner und Marianne Voß die von ihnen konzipierte Online-Studienberatung für die FrauenStudien vor. Ziel dieser "Frauen-Studien-Beratung" ist zum einen die Vermittlung der Studieninformation an Interessierte, zum anderen sollen die teilnehmenden Frauen während des Studiums stärker unterstützt und in Problemsituationen besser aufgefangen werden. Außerdem soll das Onlineangebot Raum für den Erfahrungsaustausch bieten. "Mädchen machen Masken: Kreativität als präventive Maßnahme" von Inge Vosbein und Barbara Erkan, "Integrationshilfen arbeitsloser Jugendlicher" von Angelika Böckmann und "Wegweiser für Frauen" von Klaudia Buchheim standen als weitere Projekte auf der Präsentationsliste. Die Übergabe der Zertifikate und die Verleihung des Titels "Referentin für Frauenfragen" an die erfolgreichen Absolventinnen bildeten den Höhepunkt der Veranstaltung. Professorin Katharina Gröning (Foto links), Dekanin der Fakultät für Pädagogik, überreichte die Urkunden an folgende Absolventinnen: Angelika Kirchhoff (Thema der Abschlussarbeit: "Computerspiele - über die Faszination, die Wirkungen und die Einbettung in den Alltag und die Freizeit von Kindern und Jugendlichen"), Renate Arlt ("Die Trauer um einen Verstorbenen und die Notwendigkeit unterstützender Begleitung"), Hedda Christine Lückemeier ("Die Förderung von Phantasie, Kreativität und Selbsterkenntnis durch die Arbeit mit Symbolen in der Psychotherapie C.G. Jungs und Nachfolgern am Beispiel des OH-Systems"), Eva-Maria Hagemeier ("Adipositas bei Mädchen"), Michaela Artschwager ("Ursachen und Auswertung von Stress") und Adelheid Rimkus ("Alva und Gunnar Myrdal - gemeinsam für eine bessere Welt. Das Geschlechterarrangement eines genialen Paares"). Informationen über Aufbau und Inhalte der FrauenStudien sowie die Gelegenheit zu Gesprächen mit den Teilnehmerinnen und Mitarbeitern rundeten des Informationstag ab.      
209/2002 27.02.02   Gute Startvoraussetzungen für Lehrerinnen und Lehrer   Auf die solide wissenschaftliche Ausbildung, die die angehenden Lehrer an der Universität Bielefeld erhalten, wies Rektor Dieter Timmermann anlässlich der Verabschiedung eines weiteren Jahrgangs von Lehramtsabsolventen hin. Zwar sei das Referendariat in der Regel "ein harter Brocken", aber aus den Studienseminaren gebe es immer wieder Rückmeldungen über die guten fachwissenschaftlichen Startvoraussetzungen, die die ehemaligen Bielefelder Studierenden mitbrächten. Timmermann ging zudem auf die Ergebnisse der PISA-Studie ein und informierte über die Umstellung der Lehrerausbildung auf das international gängige System gestufter Studienabschlüsse, auf Bachelor und Master. Dies habe neben der internationalen Anschlussfähigkeit den Vorteil, dass bis zum Bachelor nicht berufsfeldbezogen studiert werden müsse. Erst nach vier Semestern müsse man sich festlegen, ob man wirklich Lehrer werden möchte - dies sei besonders dann ein Vorteil, wenn die Beschäftigungskonjunktur für Lehrer wieder einmal schlechter ist. Außerdem werde die Studienorganisation für fachwissenschaftliches und erziehungswissenschaftliches Begleitstudium vereinfacht. Dies gelte besonders für die Primarstufe, wo bisher drei Fächer und das Begleitstudium zu absolvieren waren. In Zukunft werde nur Deutsch oder Mathematik und ein weiteres Fach obligatorisch sein. Im Masterstudium werde es eine stärkere Berufsfeldbezogenheit als bisher geben und das sicher auch in engerem Kontakt mit den Studienseminaren. Es sei zu erwarten, dass das Referendariat daher in Zukunft gekürzt wird. "Wie dem auch sei: die Universität Bielefeld hat immer einen hohen Anteil an Lehramtsstudierenden gehabt, und sie hat daher auch die Aufgabe, die Qualität ihrer Ausbildung zu sichern. Wir hoffen, dass dies mit der neuen Struktur gelingt. Sollte sie sich allerdings nicht bewähren, können Sie sicher sein, dass wir darauf schnell reagieren werden", sagte Timmermann. Er bat die Absolventen, den Kontakt zur Universität zu halten, damit die Universität von der Verbindung zur Praxis profitieren könne, um die Ausbildung zu verbessern. Insgesamt erhielten 251 Studierende ihre Examensurkunde, 115 für die Primarstufe, 35 für die Sekundarstufe I und 101 für die Sekundarstufe I und II. Als Beste mit einem Gesamtergebnis von 1.0 wurden Sascha Thamm, Anja Budde, Nicole Steinbrink und Nadine Harring (v.l.) ausgezeichnet. Den Festvortrag zur Staatsexamensfeier hielt Pädagogik-Professorin Dagmar Hänsel zum Thema "'Schwachsinn des Weibes' - Aktualität eines Denkmusters". Die musikalische Gestaltung übernahmen Matthias Kemper (Klavier), Thomas Schneidewind (Schlagzeug) und Angelika Schneidewind (Kontrabass). Professor Helmut Steiner von der Universitätsgesellschaft wünschte sich von den angehenden Lehrerinnen und Lehrern, dass sie der Universität verbunden bleiben und später einmal als Förderer die vielfältigen Aktivitäten in der Bielefelder Universität unterstützen.      
209/2002 27.02.02 5. Gesetz zur Änderung des Hochschulrahmengesetzes Herbe Kritik (BUZ) Der Dekan der Fakultät für Geschichtswissenschaft und Philosophie der Universität Bielefeld, Professor Winfried Schmitz, hat in einem Schreiben an Bundespräsident Johannes Rau, Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn und NRW-Wissenschaftsministerin Gabriele Behler die politischen Bestrebungen der HRG-Novelle, die Qualifikationsphase für den wissenschaftlichen Nachwuchs zu verkürzen, begrüßt. Gleichzeitig weist er auf die erhebliche "Unruhe und Besorgnis unter den Nachwuchswissenschaftlern" hin. Da das Änderungsgesetz keine Übergangsregelungen vorsehe, "empfinden sich die jetzigen wissenschaftlichen Assistenten, Hochschulassistenten und Hochschuldozenten als eine Generation, die aus den Universitäten und aus der wissenschaftlichen Forschung herausgedrängt werden soll". Außerdem sehe die Fakultät für Geschichtswissenschaft und Philosophie die Gefahr, dass die Durchführung größerer Forschungsprojekte, wie Sonderforschungsbereiche, erheblich von der Neuregelung betroffen ist. Die Fakultät hat darum gebeten, darauf hinzuwirken, "dass im Interesse wissenschaftlicher Forschung und im Interesse der hochqualifizierten Nachwuchswissenschaftler Übergangslösungen... geschaffen werden".

Auch der Bielefelder Historiker Hans-Ulrich Wehler hat sich in die Debatte um die HRG-Novelle eingeschaltet. In dem Beitrag "Bulmahns Berufsverbot: Ab in die PISA-Universität" für Die Zeit (31.1.2002) weist Wehler darauf hin, dass das 5. Gesetz zur Änderung des Hochschulrahmengesetzes (vor allem in § 57) Tausende von jungen Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen aus dem Wettbewerb um die begehrten Lebenszeitprofessuren, aber auch um attraktive Projektstellen kurzerhand "ausschaltet", "um dem im Vergleich mit Assistenten und Wissenschaftlichen Mitarbeitern fahrlässig benachteiligten Juniorprofessor dennoch den Karriereweg frei zu schaufeln". Forschung im Projektverbund sei längst unverzichtbar. Statt Projektarbeit zu diskriminieren, sollte sie großzügig gefördert werden. "Es ist nicht ehrenrührig, langjähriger Mitarbeiter eines attraktiven Großprojekts zu sein." Und: "Es ist beklemmend, dass der Protest so spät, von den Älteren zu zögerlich kommt."

In der Süddeutschen Zeitung, in der die Debatte um die HRG-Novelle am intensivsten geführt wird, hat sich auch die Bielefelder Historikerin Ute Frevert am 5. Februar zu Wort gemeldet und fragt: "Warum also an den angeblich wohlmeinenden, tatsächlich aber autoritären Befristungsregeln festhalten? Weshalb von Flexibilität und Wettbewerb schwärmen, vor Erstarrung warnen und zugleich der Fiktion kalkulierbarer, gleichförmiger Normalbiographien huldigen? Über solchen Exzessen staatlicher - nicht nur ostdeutscher! - Regelungssucht drohen die positiven Ansätze der Reform aus dem Blick zu geraten. Schade drum."

Mit dem Protest des Mittelbaus gegen die Dienstrechtsreform hat sich der Allgemeine Studierendenausschuss der Universität Bielefeld solidarisch erklärt. Der "kritischste Punkt", so heißt es in einer Stellungnahme des Studierendenausschusses, sei die Befristung aller Arbeitsverhältnisse auf zwölf Jahre. Dies stelle eine deutliche Verschlechterung für den wissenschaftlichen Nachwuchs dar. Durch die Festlegung der Zeit für Promotion und Angestelltenverhältnis auf sechs Jahre werde "eine implizite Altersgrenze eingeführt, die sich vor allem für Frauen negativ auswirken könnte". Diese Ansicht werde auch von der Bundeskonferenz der Frauen und Gleichstellungsbeauftragten an den deutschen Hochschulen geteilt, "die zudem zu Recht darauf verweisen, dass mittels einer solchen Regelung die Verbindung von Mutterschaft und Beruf als Hochschullehrerin massivst behindert wird und zudem unorthodoxe biographische (Um) wege auf dem Weg zur Promotion einschränkt".

In der Online-Zeitung der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft weisen Dekan Reinhard Meyer-Hermann und der Literaturwissenschaftler Wolfgang Braungart in einem Interview auf negative Folgen des neuen Hochschulrahmengesetzes und die Konsequenzen für die Geisteswissenschaften hin (<a href="http://www.lili.uni-bielefeld.de/~zeitung/index.htm" class="intern">www.lili.uni-bielefeld.de/~zeitung/index.htm</a>).

Ebenso hat das von Wilhelm Heitmeyer geleitete Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld eine Stellungnahme zum neuen Hochschulrahmengesetz abgegeben, der sich vier weitere Forschungsinstitute aus Frankfurt am Main, Göttingen und Bochum angeschlossen haben. ...

     
209/2002 27.02.02 Politikwissenschaft Die neuen Konturen des globalen politischen Systems (BUZ) Professor Mathias Albert, Politikwissenschaftler an der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld und Vorstandsmitglied des Bielefelder Instituts für Weltgesellschaft, hat Anfang Januar seine Antrittsvorlesung gehalten. Sein Thema lautete: "Weltpolitik in der Weltgesellschaft: Die neuen Konturen des globalen politischen Systems". "In der Weltgesellschaft', sagte Albert, "hat sich bislang kaum etwas abgespielt, was man berechtigterweise als 'Weltpolitik' bezeichnen könnte, so man denn - und dies möchte ich hier vorschlagen - 'Weltpolitik' versteht als diejenigen Operationen und Strukturmuster des politischen Systems der Weltgesellschaft, die sich weder in der wissenschaftlichen Beobachtung noch in der Selbstbeschreibung des politischen Systems auf einen - und sei es nur residualen - 'westfälischen' Blickwinkel verengen lassen, gemäß dem es letztendlich doch wieder notwendigerweise die Staaten sind, die 'etwas tun' - und sei es nur, daß sie es sind, die etwa 'global governance', welche auf 'Weltprobleme' reagiert, kraft des bei ihnen verbliebenen Monopols legitimer Gewaltanwendung und kraft der damit verbundenen Kompetenz-Kompetenz 'umsetzen'. Und genau in der Herausbildung eines solchen Bereiches einer derart verstandenen 'Weltpolitik' scheinen sich mir 'neue' Konturen des globalen politischen Systems abzuzeichnen."

Für diese "neuen Konturen" seien aber die Ereignisse des 11. September 2001 kein Auslöser: Und der "911"-Rhetorik, die über die Gleichführung der amerikanischen Datumsnotation für diesen Tag mit der Notrufnummer in den USA einen - potentiell vergänglichen - Ausnahmezustand für das globale politische System reklamiert, wolle er in diesem Sinne eine Absage erteilen - "ohne damit in irgendeiner Weise die Tragik der mit diesem Datum verknüpften Ereignisse in Abrede stellen zu wollen. Aber die Ereignisse in Folge des 11. September 2001 wirken wenigstens in Teilen als Prismen, hinter denen die Konturen dessen, was ich als 'Weltpolitik' - oder besser vielleicht: die weltpolitische Dimension des Politischen - bezeichnen möchte, hervortreten."

Wo nun sei eine weltpolitische Dimension der Politik zu finden, fragte Albert und antwortete: "Mir will es so erscheinen, als ob sie heute an hervorragender Stelle gerade dort entsteht, wo das, was als 'Weltrisikogesellschaft' bezeichnet wird, der Politik bewusst wird." Zwar sei der Begriff Weltrisikogesellschaft - in der die Politik bisher noch versprechen konnte, "Risiken kalkulierbar und insofern beherrschbar zu machen" - nichts Neues. Aber: "Genau an dieser Stelle kristallisiert sich an den Terroranschlägen des 11. September des letzten Jahres heraus, dass es, um es etwas überspitzt auszudrücken, keine Sicherheitspolitik mehr geben kann und schon gar keine erfolgreiche nationalstaatliche Sicherheitspolitik und dass sich die Politik der Bearbeitung von Risiken heute als Weltpolitik in einer Weltrisikogesellschaft vollziehen muss." Die Politik werde sich zunehmend der Tatsache bewusst, dass es in dieser Weltrisikogesellschaft Risiken gibt, "die sich nicht kalkulierbar machen lassen". Und genau hierüber vollziehe sich "diese 'a-westfälische', weltpolitische Dimension der Politik: über die Herausbildung des Bewusstseins von einer möglichen Regelmäßigkeit des Eintritts nicht plan- und kontrollierbarer Ausnahmezustände in der Politik". (Der vollständige Vortrag von Mathias Albert ist in der Presse- und Informationsstelle der Universität Bielefeld, B3-124, erhältlich.)

     
209/2002 27.02.02 Fakultät für Pädagogik Prof. Dr. Norbert Meder   Prof. Dr. Norbert Meder, Fakultät für Pädagogik der Universität Bielefeld, hat einen Ruf an die Gerhard Mercator-Universität Duisburg angenommen und ist dort seit Beginn des Wintersemesters 2001/ 2002 tätig.      
209/2002 27.02.02 Fakultät für Chemie und Prorektorin für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs Prof. Dr. Katharina Kohse-Höinghaus   Prof. Dr. Katharina Kohse-Höinghaus, Fakultät für Chemie und Prorektorin für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs der Universität Bielefeld, ist auf Vorschlag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung in das Kuratorium der Volkswagen-Stiftung berufen worden. Die Amtszeit beginnt am 1. März 2002 und beträgt fünf Jahre. Das ehrenamtlich tätige 14-köpfige Kuratorium bildet den Vorstand der Volkswagen-Stiftung.      
209/2002 27.02.02 Fakultät für Biologie Dr. Markus Koch   Dr. Markus Koch, Fakultät für Biologie der Universität Bielefeld, wurde für seine Dissertation über "Verwandtschaftsverhältnisse der hochrangigen Teilgruppen primär flügelloser Insekten" auf Vorschlag der Joachim Jungius-Gesellschaft der Wissenschaften (Hamburg) mit dem Förderpreis der Dr. Helmut und Hannelore Greve-Stiftung für Wissenschaften und Kultur ausgezeichnet.      
209/2002 27.02.02 Fakultät für Mathematik Dr. Levon Khachatrian   Dr. Levon Khachatrian, seit Juni 1992 wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Fakultät für Mathematik der Universität Bielefeld, ist am 30. Januar im Alter von nur 48 Jahren gestorben.      
209/2002 27.02.02 Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft Prof. Dr. Clemens Kammler   Prof. Dr. Clemens Kammler, Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft der Universität Bielefeld, hat einen Ruf an die Universität Essen angenommen und ist dort seit November 2001 tätig.      
209/2002 27.02.02 Empfang für ausländische Wissenschaftler Anita Adamczyk erhält DAAD-Preis 2001 (BUZ) Die polnische Doktorandin Anita Adamczyk ist beim Empfang des Rektors für ausländische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der Universität Bielefeld ausgezeichnet worden. Sie erhielt von Rektor Dieter Timmermann den mit 2000 Mark dotierten Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) des Jahres 2001. Der DAAD-Preis wird alljährlich in den deutschen Hochschulen an ausländische Studierende für hervorragende akademische Leistungen und interkulturelles Engagement vergeben. Anita Adamczyk hat zunächst an der Pädagogischen Hochschule in Rzeszow, der Partnerstadt Bielefelds in Polen, Germanistik studiert. Im Wintersemester 1993 nahm sie an der Universität Bielefeld ihr Magisterstudium in der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft mit dem Hauptfach Deutsch als Fremdsprache auf. Im Oktober 2001 schloss sie ihr Studium mit hervorragenden Noten ab. Ihre Magisterarbeit beschäftigt sich mit dem Thema "Polnische Wirtschaft - Der Stellenwert des Stereotyps im deutschen Polenbild in Geschichte und Gegenwart".

Anita Adamczyk hat sich in außerordentlicher Weise sozial und kulturell eingesetzt. Besonders hervorzuheben ist ihre kontinuierliche aktive Mitarbeit in der Deutsch-Polnischen Gesellschaft, beim Deutsch-Polnischen Jugendwerk und vor allem ihr Einsatz an Projekten und Aufgaben innerhalb der Universität.

Anita Adamczyk arbeitet derzeit im Absolventen-Netzwerk mit und will ein Netzwerk polnischer Absolventen der Universität Bielefeld knüpfen. Rektor Dieter Timmermann sieht in Anita Adamczyk, die in Gesprächen ihr Heimatland mit Sympathie zeichnet und sich zugleich ohne Vorurteile auf fremde Kulturen einlässt, eine würdige DAAD-Preisträgerin. Die polnische Doktorandin, die bereits 1997 den Preis des Vereins zur Förderung ausländischer Studierender in Bielefeld erhielt, kann als "hervorragende Botschafterin" der Universität Bielefeld bezeichnet werden.

     
209/2002 27.02.02 Berufsorientierung und Arbeitswelt - Anforderungen an Schule und universitäre Lehrerausbildung Wie sollen Schüler auf die Arbeitswelt vorbereitet werden? (BUZ) Welche Qualifikationen brauchen Lehrer, um Schüler auf die Arbeitswelt vorzubereiten und sie bei ihrer Berufsfindung zu unterstützen? Wie kann die universitäre Lehrerausbildung Studierende für diese Aufgaben besser qualifizieren? Wie kann der Praxisbezug der Lehrerausbildung verstärkt und die Kooperation zwischen Universitäten, Betrieben und Schulen verbessert werden? Diese Fragen standen im Mittelpunkt eines Workshops, den das Zentrum für Lehrerbildung der Universität Bielefeld unter der Leitung von Prof. Dr. Mechtild Oechsle im Januar veranstaltete. Zunächst präsentierte Helga Schröder die Ergebnisse einer Befragung von Experten aus Schule, Wirtschaft, Universität und Schulverwaltung nach den wünschenswerten und den vorhandenen Qualifikationen und Kompetenzen von Lehrern für die Aufgabe der Berufsorientierung. Übereinstimmend ist nach dieser Befragung ein Mehr an didaktisch-methodischen Fähigkeiten und an Schlüsselqualifikationen im Bereich Medienkompetenz, personale Kompetenz und Sozialkompetenz angemahnt worden. Konstatiert wurde der fehlende Praxisbezug in der Lehrerausbildung sowie mangelnde Kenntnis der Arbeitswelt und veränderter Qualifikationsanforderungen. Kritisch beurteilten die Experten auch die institutionellen Rahmenbedingungen an Schulen, die Innovation häufig erschweren.

Anknüpfend an das Praxisdefizit in der Lehrerausbildung hat Mechtild Oechsle das Konzept eines Praxismoduls "Berufsorientierung und Arbeitswelt" vorgestellt. In diesem Praxismodul sollen Lehramtsstudierende im Studiengang Sozialwissenschaft Kenntnisse der Arbeitswelt nicht allein durch Seminare, sondern vor allem durch ein längeres Praktikum in einem Betrieb erwerben und gezielt didaktisch-methodische Kompetenzen für die Berufsorientierung trainieren. Mit Vertretern aus Hochschule und Wirtschaft wurden Möglichkeiten der Implementation eines solchen Praxismoduls in die neuen konsekutiven Studiengänge sowie mögliche Kooperationen zwischen Hochschule und Betrieben diskutiert. Während einige Firmenvertreter auf die damit verbundenen zusätzlichen Belastungen der Betriebe hinwiesen, berichteten andere über positive Erfahrungen mit Praktikanten aus der Universität.

Weiterhin diskutierten Vertreter aus Schule, Wirtschaft und Ministerium über Anforderungen an Schule und universitäre Lehrerausbildung, um die Berufsorientierung an Schulen zu verbessern. Dr. Jutta Obbelode, Schulleiterin der Anne-Frank-Gesamtschule in Gütersloh, plädierte für ein breiteres Konzept von Berufsorientierung, das Aspekte von Berufswahl und -vorbereitung in alle Fächer integriert. Sie betonte die Bedeutung des methodischen, sozialen und selbstgesteuerten Lernens und einer genaueren Selbsteinschätzung der Schüler hinsichtlich ihrer Stärken und Schwächen als wichtige Bestandteile einer besseren Berufsorientierung. Darüber hinaus wünschte sie sich mehr Kooperation zwischen Schulen - nicht jede Schule müsse schließlich das Rad neu erfinden. Gerd Clarfeld, Leiter der Abteilung Schule des Kreises Gütersloh unterstrich das Versagen bürokratischer Konzepte und forderte mehr Selbstverantwortung und Eigensteuerung von Schulen. Nur auf diesem Wege sei auch die Berufsorientierung an Schulen zu verbessern. Gabriele Schrader, Betriebsrätin der Deutschen Telekom AG, wünschte sich von den Schulen, dass sie ihren Schülern mehr Freude am Lernen und generell die Fähigkeit zu mehr selbstverantwortlichem Lernen vermitteln. Ministerialrat Ulrich Thünken vom NRW-Schulministerium wies darauf hin, dass Berufsorientierung heute sehr viel komplizierter geworden sei für alle Beteiligten und deshalb auch professionellere Verfahren entwickelt werden müssten. Berufswahlorientierung sollte zur Philosophie der ganzen Schule gehören und nicht auf einige Experten beschränkt sein. Helmut Flöttmann, Leiter der technischen Ausbildung der Firma Miele und Mitglied des Forum Bildung, plädierte mit Nachdruck dafür, dass die Wirtschaft nicht nur eine Öffnung von Schulen und Universitäten gegenüber der Arbeitswelt fordern, sondern sich auch aktiv an der Entwicklung einer solchen Kooperation beteiligen sollte. Er verwies auf Erfahrungen mit dem Schülerbetriebspraktikum, mit dem trotz anfänglicher Skepsis eine weitgehende Institutionalisierung gelungen sei und die Kooperation zwischen Schulen und Betrieben sich sehr positiv entwickelt habe.

     
209/2002 27.02.02 Ringvorlesung von Philosophie und ZiF Im Angesicht des Terrors: Zur Verteidigung der Aufklärung Die Ereignisse des 11. September werden verbreitet auch als Angriff auf die Werte der Aufklärung und als Bedrohung der offenen Gesellschaft des Westens erlebt. Der fundamentalistische Terror richtet sich danach nicht zuletzt gegen Werte wie Selbstbestimmung, Religionsfreiheit und Gleichberechtigung der Geschlechter. In diesem Streit zwischen liberaler Demokratie und islamistischem Glaubenseifer geht es letztlich um Köpfe, weniger um die Herrschaft über Höhlenfestungen und über Zeltlager im Wüstensand. In einer gemeinsam vom Verein für Philosophie, von der Abteilung Philosophie, dem Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) und dem Rektorat der Universität Bielefeld veranstalteten Vortragsreihe "Im Angesicht des Terrors: Zur Verteidigung der Aufklärung" wurden die weltanschaulichen und politischen Gründe der gegenwärtigen Gewaltausbrüche ausgelotet sowie die Möglichkeiten zur Bewahrung von politischer Rationalität und gesellschaftlicher Liberalität erörtert.

Fundamentalistische Strömungen nehmen bestimmte heilige Texte wörtlich und akzeptieren diese fraglos als Grundlage für Leben und Denken. Die aufgeklärte Gesellschaft des Westens lebt hingegen von der Möglichkeit, verschiedene Vorstellungswelten und Lebensentwürfe gegen einander zu stellen. Sie lebt von kontroverser Argumentation und offener Diskussion. Alle Vortragenden beklagten die Bedrohung bürgerlicher Freiheiten durch die Heilsgewissheit fundamentalistischen Denkens und verlangten deren offensive Verteidigung.

Ulrich Steinvorth, politischer Philosoph an der Universität Hamburg, hielt die militärische Reaktion auf die Anschläge des 11. September für ethisch gerechtfertigt. Es ist legitim, die Bestrafung der Schuldigen auch gegen den Widerstand der diese schützenden damaligen afghanischen Regierung durchzusetzen. Neben diese These des gerechten Kriegs, deren Kritik die nachfolgende Diskussion ausschließlich beherrschte, setzte Steinvorth aber die Ansicht, der afghanische Krieg sei unklug, da ihm eine moralische Botschaft fehle und er als bloße Vergeltung erscheine. Der Kampf um Köpfe könne nicht mit Waffengewalt geführt werden. Vielmehr seien die kulturellen Wurzeln des Fundamentalismus auszutrocknen. In vielen islamischen Ländern wird der Westen nur als oberflächliche Konsumgesellschaft erlebt, als "McWorld", und gegen diesen Eindruck einer sich in infantilen Zerstreuungen ergehenden Lebensart setzen die Islamisten ihren traditionellen Wertekanon.

Wirksamer wäre es gewesen, so Steinvorth, an das ethische und rechtliche Empfinden der moslemischen Öffentlichkeit zu appellieren. Hätte man die Menschenverachtung der Terroristen deutlicher hervorgehoben, so hätte man diese auch in ihrem eigenen geistigen Umfeld isoliert und sie dadurch letztlich wirksamer unschädlich gemacht als mit Marschflugkörpern und Streubomben.

Raif G. Khoury, Islamwissenschaftler an der Universität Heidelberg, rückte die gemeinsamen kulturellen Wurzeln von Judentum, Christentum und Islam in den Blickpunkt und betonte die Reichhaltigkeit der islamischen Kultur in ihrer geschichtlichen Entwicklung. Deren Blüte zwischen dem 10. und 12. Jahrhundert wurde durch die Befreiung des Denkens von der Allmacht der Theologie ermöglicht. In dieser Zeit stellte die arabische Kultur das christliche Mittelalter bei weitem in den Schatten. Verloren gegangen sei alles dies durch einen religiösen Dogmatismus, der durch restriktive Auslegung des Korans Wissenschaft und Geistesleben unterdrückte. Die islamische Welt bedarf danach einer Aufklärung, die insbesondere die Trennung von Religion und Staat herbeiführt.

In der Diskussion des Vortrags wurde das defensive Selbstverständnis vieler Islamisten deutlich. Während der Islam im Westen vielfach als offensive Bewegung wahrgenommen wird, befindet sich dieser im eigenen Verständnis in einer Verteidigungsposition. Es geht danach um die Bewahrung ursprünglicher Werte und Verpflichtungen, die durch die Verlockungen des säkularen Individualismus ausgehöhlt zu werden drohen. Hinzu kommt das Gefühl, Erbe einer großen Kultur zu sein, die lange Zeit diejenige des Westens übertraf, jetzt hingegen herumgestoßen zu werden von der Supermacht. Dafür ist nicht zuletzt die als einseitig erlebte Haltung der USA im Nahostkonflikt verantwortlich.

Hubert Schleichert, Philosoph an der Universität Konstanz, der sich insbesondere mit Argumentationstheorie und außereuropäischer Philosophie befasst, hielt einen interkulturellen Dialog für ...

     
209/2002 27.02.02 Dr. Michael Vesper Schirmherrschaft über Wehrmachtausstellung   Dr. Michael Vesper, stellvertretender Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen: "Die erste Wehrmachtausstellung wurde als Konsequenz aus der fachwissenschaftlichen Kritik nicht nur überarbeitet, sondern völlig neu konzipiert. Die zugrunde liegende These bleibt jedoch dieselbe: Die deutsche Wehrmacht war während des 2. Weltkrieges umfassend an der Planung und der Durchführung eines beispiellosen Rassen- und Vernichtungskrieges beteiligt. Sie war tief in die Verbrechen der Nazidiktatur verstrickt. Das ist und bleibt die historische Wahrheit, auch wenn es immer noch Menschen gibt, die dies nicht wahrhaben wollen. Nach Berlin ist Bielefeld die zweite Station der Ausstellung und in diesem Jahr voraussichtlich die einzige Stadt in NRW, in der sie gezeigt wird. Es war für mich selbstverständlich, die vom Verein zur Aufarbeitung der Geschichte der Deutschen Wehrmacht e. V. angetragene Schirmherrschaft - zusammen mit meiner Kollegin Frau Ministerin Behler - zu übernehmen. Ich wünsche der Ausstellung viele Besucherinnen und Besucher und hoffe, dass sie vor allem das Geschichtsbewusstsein junger Menschen in unserer Region schärft."      
209/2002 27.02.02 Johan Galtung im ZiF "Gewaltlos geht es nicht"? (BUZ) Johan Galtung, Träger des alternativen Nobelpreises aus Versonnex, sprach im Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielelfeld über "Bombing Yugoslawia: Text, Supertext, Subtext, Deep Text, Context and Pretext". "Warum finden wir nicht viel mehr gewaltlose Auseinandersetzungen auf der Welt - gegen unmittelbare Gewaltausübung, und gegen strukturelle Gewalt in den beiden Standardversionen von Unterdrückung und Ausbeutung?", so fragte Galtung in seinem Vortrag. Die Antwort sei wahrscheinlich nicht allein in moralischen Werten zu suchen: "Viele Menschen wären mit uns der Meinung, dass Gandhi einem Lenin oder einem Mao Tse Tung, für welche die politische Macht aus den Gewehrläufen kam, moralisch überlegen ist. Die Antwort wird auch in der Pragmatik von Gewaltlosigkeit zu finden sein."

Die vielfach aufgestellte Behauptung, "gewaltlos geht es nicht", klinge angesichts der verblüffenden Erfolge in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts "nicht gerade kenntnisreich". Galtung wies auf die folgenden historischen Ereignisse hin:


* Freilassung verhafteter Juden in Berlin im Februar 1943;
* Gandhis Swaray-Kampagne für Indien und dessen Unabhängigkeit ab 1947;
* Martin Luther Kings Kampagne im Süden der USA seit 1956;
* Antikriegsbewegung zu Vietnam in den USA und außerhalb;
* Mütterprotest auf der Plaza de Mayo gegen die argentinische Militärdiktatur;
* "People's Power"-Bewegung auf den Philippinen1986;
* "Children's Power"-Bewegung in Südafrika;
* Intifada im besetzten Palästina seit 1987;
* Demokratiebewegung in Peking im Frühjahr 1989;
* Solidarnosc und Bürgerprotest in der DDR und Ende des Kalten Krieges.


Natürlich sei keines dieser Beispiele "lupenrein". Doch sei jeweils umfassendere direkte Gewaltanwendung abgewendet und umfassendere strukturelle Gewalt aufgehoben oder verringert worden. "Doch wenn sich die Bedrohten, Ausgebeuteten und/oder Unterdrückten auf stärkere Gewaltanwendung eingelassen hätten, wäre damit nicht nur umfassende Gegengewalt herausgefordert worden, sondern die drückenden Lebenumstände wären wahrscheinlich unverändert bestehen geblieben. Sicher wissen können wir das nie, weil sich Geschichte nicht alternativ abspulen lässt. Aber höchst plausibel scheint es allemal. Eine Geschichte dieses gewalttätigen 20. Jahrhunderts und seiner Bewegungen zu verfassen, ohne dabei zugleich auch die gewaltlosen zu untersuchen, heißt den üblen Leumund dieses Jahrhundert noch steigern. Solche Erkenntnislücken sprechen für ideologische Scheuklappen und Denkhemmungen, deren Gründe genauer zu untersuchen wären."

     
209/2002 27.02.02 Nachwuchsförderung Achillesferse des Spitzensports (BUZ) Die Achillesferse des Spitzensports ist die Nachwuchsförderung. Nur wenn es gelingt, sportliche Talente frühzeitig zu entdecken und behutsam aufzubauen, lassen sich sportliche Höchstleistungen erzielen. Allerdings ist ein zentrales Problem zu überwinden: die Doppelbelastung. Sie resultiert aus der Tatsache, dass junge Nachwuchssportler zugleich auch Schülerinnen und Schüler sind. Junge Athletinnen und Athleten sind beständig einer "Hochkostensituation" ausgesetzt, die nicht ohne weiteres zu bewältigen ist. Sie bedürfen einer besonderen Unterstützung, die man gegenwärtig durch die bundesweite Einrichtung so genannter Verbundsysteme - also von Sportklassen, sportbetonten Schulen und Eliteschulen des Sports - zu institutionalisieren versucht.

Eine Forschungsgruppe der Universität Bielefeld unter der Leitung von Professor Klaus Cachay und Dr. Ansgar Thiel untersucht jetzt solche Verbundsysteme in Nordrhein-Westfalen. Die Wissenschaftler wollen herausfinden, ob und in welchem Maße die strukturelle Kopplung zwischen Schule und Leistungssport tatsächlich gelingt, ob es den Nachwuchssportlern also möglich ist, die Anforderungen der Schule und des Spitzensports zu bewältigen.

Die Ergebnisse des Projekts, das von der Nordrhein-Westfälischen Stiftung zur Nachwuchsförderung im Leistungssport gefördert wird und das auf zwei Jahre angelegt ist, sollen in differenzierte Beratungskonzepte für die Nachwuchsförderung münden.

     
209/2002 27.02.02 Experimentalphysik / Interview mit Markus Drescher "Schallmauer" bei der Erzeugung ultrakurzer Lichtpulse durchbrochen (BUZ) Dem Bielefelder Experimentellen Physiker Markus Drescher gelang vor kurzem in Zusammenarbeit mit einer Wissenschaftlergruppe um Prof. Dr. Ferenc Krausz (Wien) die Erzeugung ultrakurzer Lichtpulse von 650 Attosekunden (1 Attosekunde = 10-18 Sekunden), mit denen in neue Zeitdimensionen vorgestoßen wurde. Dieser aufsehenerregende Erfolg wurde in den international renommierten Zeitschriften "Science" und "Nature" dargestellt. Nur zum Vergleich: Eine Attosekunde verhält sich zu einer Sekunde wie eine Sekunde zum Alter des Universum - unvorstellbar. Die "Bielefelder Universitätszeitung" stellte Markus Drescher (geboren 1963), Privatdozent an der Fakultät für Physik der Universität Bielefeld im Bereich "Molekül- und Oberflächenphysik", einige Fragen.


? Mit welchen Verfahren haben Sie die bisherige "Schallgrenze" für Lichtpulse, die bei zwei Femtosekunden (10-15) gelegen hat, durchbrochen?

Der offensichtliche Durchbruch war, dass wir jetzt den Attosekundenbereich erschlossen haben. Diese "Schallmauer" ist aber künstlich gemacht, denn sie hängt ja von der von Menschen gemachten Definition der Sekunde ab - der physikalisch relevante Quantensprung ist aber die Tatsache, dass wir Pulse erzeugt haben, die kürzer sind als die Periode des sichtbaren Lichtes, denn das ist ja eine natürliche Grenze und der Bereich, in dem bisher die klassischen Laser gearbeitet haben. Wir haben diese Grenze um fast zwei Größenordnungen verschoben, indem wir nicht sichtbares Licht verwenden, sondern Licht im "Extended UV-" oder "weichen Röntgenbereich" mit einer viel höheren Energie und einer viel kleineren Periodendauer. Die Periode des sichtbaren Lichtes liegt bei zwei Femtosekunden, die Periode für das Licht, das wir verwenden, liegt als neue Grenze bei 40 Attosekunden.


? Welche Messmethode gibt es für diese extrem kurzen Pulse?

Man muss die Zeitstruktur, die man messen will, in diesem Fall also die Länge eines Röntgenpulses, mit etwas vergleichen, das fast so kurz ist. In diesem Fall haben wir die Pulse verglichen mit der Periode des sichtbaren Lichtes. Die wesentliche Idee ist, dass man das Lichtfeld vollständig genau wiedergeben kann, wenn man es mit einem beliebig kurzen Röntgenpuls abtastet. Wenn der Röntgenpuls aber vergleichbar ist mit der Lichtperiode, dann verschmiert man diese Struktur mehr oder weniger. Das Ausmaß der Verschmierung kann man also benutzen als Maß für die Länge dieses abtastenden Pulses, und genau das haben wir getan.


? Welche Anwendungen sind im Zusammenhang mit diesem Durchbruch denkbar?

Wir haben einen sehr fundamentalen Fortschritt gemacht und mit dieser kürzesten Zeitmessung, die es bisher gab, die Grenzen hinsichtlich der Zeitmessungsmöglichkeiten stark verschoben. Das ist zunächst einmal ein wissenschaftlicher Fortschritt, und Anwendungen gibt es daher zunächst erst einmal in der Wissenschaft. Die Möglichkeiten, Prozessabläufe zu untersuchen, die bei der Wechselwirkung zwischen Licht und Materie auftreten, sind jetzt wesentlich verbessert worden. Man muss sich vor Augen halten, dass die Zeitauflösung, die wir jetzt haben, etwa eine Million mal schneller ist, als das, was z.B. in einem Intel-Prozessor vor sich geht. Das zeigt den enormen Abstand zwischen dem, was zur Zeit technisch realisiert ist, und dem, was jetzt prinzipiell möglich geworden ist. Natürlich wird es technische Anwendungen, z.B. in der Informationstechnologie, nicht in den nächsten Jahren geben. Dazu ist dieser Abstand einfach zu groß. Wir haben aber jetzt die Möglichkeit, Abläufe z.B. in Halbleitern mit sehr viel höherer Präzision zu messen als vorher, und das wird sich natürlich indirekt auf die Entwicklungen in der Halbleiterelektronik auswirken. Wir machen konkret hier in Bielefeld - ebenfalls mit kurzen Röntgenpulsen - Messungen zum Transport von Elektronen in Halbleitern. Das zeigt, dass wir mit dieser Methode bereits zu Entwicklungen in technologisch relevanten Feldern beitragen.


? Sind die 650 Attosekunden für Sie jetzt so etwas wie eine neue Schallgrenze oder haben Sie sich neue Ziele gesetzt?

Die große Resonanz, die wir erhalten haben, spornt uns natürlich an, jetzt noch "einen drauf zu legen". Wir werden alles daran se...

     
209/2002 27.02.02 Michael Walzer im ZiF Was sind die Anlässe "humanitärer Intervention"? (BUZ/ZiF) Mit guten Gründen gilt Michael Walzer schon seit geraumer Zeit als einer der produktivsten und interessantesten politischen Theoretiker unserer Tage. Wie nur wenige andere seiner Zeitgenossen ist er dazu in der Lage, aktuelle Fragen der Politik auf höchst originelle Weise im Rückgang auf die Geschichte des politischen Denkens zu klären, indem er traditionelle Konzepte hermeneutisch auf eine vollkommen veränderte Konstellation anzuwenden vermag. Seine eigenen Lösungsvorschläge sind dabei stets von dem normativen Impuls geprägt, den Geist jener Ansätze einer partizipatorischen Demokratie wachzuhalten und zu erneuern, den er in den lokalen Gemeinschaften der nordamerikanischen Bürgergesellschaft angelegt sieht. Das Spektrum seines Werkes reicht von grundlegenden Abhandlungen zur Legitimität des Krieges über den Entwurf einer pluralistischen Gerechtigkeitstheorie bis hin zu theoriegeschichtlich angelegten Studien zur Gestalt des modernen Intellektuellen.

Im Rahmen eines ZiF-Autorenkolloquiums zum Werk von Michael Walzer hat sich der amerikanische Philosoph aus Princeton in einem Vortrag "Humanitarian Interventions Revisted" zum Streit über die "humanitäre Intervention" geäußert. Walzer wies im Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld darauf hin, dass von Menschen verursachte menschliche Katastrophen nichts Neues seien. Allerdings biete das 20. Jahrhundert allerhand Neuerungen, zunächst und vor allem deswegen, wie diese Katastrophen geplant und organisiert wurden, und in letzter Zeit darin, wie sie öffentlich werden.

In der Welt von heute "passiert nur noch wenig 'weit hinten in der Türkei, wo die Völker aufeinanderschlagen', außer Sichtweite, oder hinter den Kulissen, denn die Kameras sind eher da als die Leichenstarre. Wir sind ständige Gaffer jeder Greueltat; wir hocken im Wohnzimmer und können die Kinderleichen, die verzweifelten Flüchtlinge selber zählen. Und so erhebt sich eine nie zuvor - oder zumindest nicht so aktuelle und unausweichlich gestellte Frage: Wo liegt unsere Verantwortung? Was sollen wir tun?".

Vier Fragen zur humanitären Intervention suchte Walzer in seinem Vortrag zu beantworten: "Erstens, was sind die Anlässe? Zweitens, wer sind die besten Handlungsträger? Drittens, wie sollen diese Organe vorgehen, um den Anlässen gerecht zu werden? Viertens, wann ist es geboten, die Intervention zu beenden?".

Die Anlässe müssten, so Walzer, sehr extrem sein, wenn sie Gewaltanwendung über Staatsgrenzen hinweg rechtfertigen oder gar zwingend erforderlich machen sollen. Nicht jede Verletzung von Menschenrechten genüge. "Wenn aber erst einmal eine Provinz oder ein Land 'ethnisch gesäubert' oder eine Religions- oder Stammesgemeinschaft systematisch abgeschlachtet wird, scheint es nicht mehr möglich, auf Abhilfe im eigenen Land selbst zu warten. Wir befinden uns dann jenseits der Kluft, beim Völkermord."

Zur vierten Frage, wann es geboten sei, die Intervention zu beenden, sagte Walzer: "Die Intervention muss ein Ende haben, sobald wirklich Schluss gemacht wurde mit den Massakern und ethnischen Säuberungen und die neuen Machthaber sich verpflichtet haben, keinen Rückfall zuzulassen. Das neue Regime braucht nicht demokratisch, liberal, pluralistisch oder (auch nur) kapitalistisch zu sein. Es reicht schon, wenn keine Mörderbande mehr am Ruder ist. Wird Intervention derart minimalistisch verstanden, könnte es einfacher werden, sie durchzuhalten. Ich betone jedoch, dass wir eine klare Übereinkunft dazu brauchen, was mit 'Minimum' wirklich gemeint ist. Davon sind wir noch weit entfernt."

Der Vortrag von Michael Walzer ist in englischer Fassung in der Informations- und Pressestelle der Universität Bielefeld erhältlich.

     
209/2002 27.02.02 Fakultät für Biologie Prof. Dr. Alfred Pühler   Prof. Dr. Alfred Pühler, Fakultät für Biologie der Universität Bielefeld, ist von Bundespräsident Johannes Rau und von Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn mit Wirkung vom 1. Februar 2002 für weitere drei Jahre zum Mitglied des Wissenschaftsrates berufen worden. Der Wissenschaftsrat ist ein Beratungsgremium des Bundes und der Länder. Er ist beim Bundespräsidenten angesiedelt. Seine Aufgabe besteht in der Entwicklung von Empfehlungen zu Fragen, die generell die Hochschulen und Forschungseinrichtungen betreffen. Der Bielefelder Genetiker Alfred Pühler hat im Rahmen seiner Mitgliedschaft den Vorsitz in den Arbeitsgruppen zur Strategischen Forschungsförderung, zu Großgeräten der naturwissenschaftlichen Grundlagenforschung und zur Situation der biomedizinischen Forschung übernommen. Außerdem ist er Mitglied im Ausschuss für Lehre, im Ausschuss für Hochschulausbau, im Akkreditierungsausschuss und im Ausschuss für Medizin.      
209/2002 27.02.02 Fakultät für Biologie Dr. Marc Naguib   Dr. Marc Naguib, wissenschaftlicher Assistent im Arbeitsbereich Verhaltensforschung, hat sich an der Fakultät für Biologie der Universität Bielefeld habilitiert und erhielt die Lehrbefugnis für das Fach Zoologie.      
209/2002 27.02.02 Helmut Skowronek über die Wehrmachtausstellung "Wer die Fehler der Vergangenheit nicht aufklärt, ist verdammt, sie zu wiederholen"   Helmut Skowronek, Sprecher des Kuratoriums der Wehrmachtausstellung und ehemaliger Rektor der Universität Bielefeld: "Im Kuratorium haben sich Bürgerinnen und Bürger zusammengefunden, die öffentliche Verantwortung getragen haben oder noch tragen, und von denen viele die Wirklichkeit der nationalsozialistischen Herrschaft, des Zweiten Weltkrieges und des Nachkriegselends aus eigenem Erleben und Erleiden kennen. Sie haben sich zusammengefunden, um mit dieser Ausstellung die adäquate Wahrnehmung und Erinnerung jener Vergangenheit zu unterstützen. Übernommen haben wir diese Verpflichtung nicht zuletzt mit Blick auf die jüngeren Generationen, die mit uns gemeinsam die Bedeutung jener Vergangenheit für die Gegenwart und für unseren Generationen übergreifenden Weltbezug auszuloten haben. Als wir uns fragten, was jeden von uns persönlich motiviert, die Ausstellung zu fördern, wurde in unterschiedlichen Formulierungen dieser Gegenwarts- und Zukunftsbezug deutlich: 'Wer die Fehler der Vergangenheit nicht aufklärt, ist verdammt, sie zu wiederholen'."      
209/2002 27.02.02 Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft Internationale Tagung zum Thema "Compétences rédactionnelles, compétences traductologiques et leur acquisition"   An der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft der Universität Bielefeld fand im Dezember eine internationale Tagung zum Thema "Compétences rédactionnelles, compétences traductologiques et leur acquisition" statt, mit der die langjährige Zusammenarbeit der Romanistischen Linguistik der Universität Bielefeld mit dem Institut für Traduktologie der Adam-Mickiewicz-Universität Poznan fortgesetzt wurde. Unter der Leitung der Professorinnen Elisabeth Gülich (Bielefeld) und Teresa Tomaszkiewicz (Poznan) referierten und debattierten 26 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Polen, Rumänien, der Schweiz, Frankreich und Deutschland über Probleme der Übersetzung und der fremdsprachlichen Textproduktion in Forschung und Lehre. Am Rande der Fachdiskussionen wurde die Fortsetzung der Kooperation (Aufenthalte von Studierenden, Forschungsaufenthalte von Wissenschaftlern, gemeinsame Seminare) geplant. Das Foto zeigt (v.l.) Elisabeth Gülich und Teresa Tomaszkiewicz sowie Dr. Ulrich Krafft.      
209/2002 27.02.02 Rechtswissenschaft Bielefelder Ringvorlesung zur Schuldrechtsreform (BUZ) Als großen Erfolg kann die Fakultät für Rechtswissenschaft der Universität Bielefeld unter ihrem Dekan Wolfgang Oehler, die Ringvorlesung zur Schuldrechtsreform verbuchen, die jetzt zu Ende ging. An neun Abenden führten Professoren der Fakultät in die seit dem 1. Januar geltende tiefgreifendste Reform des Zivilrechts seit Inkrafttreten des Bürgerlichen Gesetzbuches im Jahre 1900 ein. Im einzelnen behandelten Wolfgang Grunsky das neue Leistungsstörungsrecht, Ingo Reichard die Neuregelung der Unmöglichkeit, Hans Schulte-Nölke Verzug und Zinsen im neuen Recht, Peter Schwerdtner die Auswirkungen der Reform auf das Arbeitsrecht, Fritz Jost das neue Werkvertragsrecht, Gerhard Otte die Neuregelung der Verjährung, Detlef Kleindiek das neue Kaufrecht, Thomas Pfeiffer die Änderungen im AGB-Recht und im sonstigen Verbraucherschutzrecht sowie Burghard Piltz die Gestaltung von Außenhandelsverträgen nach der Schuldrechtsreform. Das Interesse der Jurastudenten aller Semester sowie der Anwälte, Anwaltsnotare und Richter aus Stadt und Region an allen Vorträgen war so groß, dass die Reihe in das Auditorium maximum verlegt werden musste. Die zum neuen Schuldrecht von der Universität Bielefeld gebotene Trias aus Ringvorlesung, Crashkurs für Anwälte sowie einer eigenen vierstündigen Veranstaltung für Studierende höherer Semester darf nach Ansicht der Fakultät für Rechtswissenschaft als einmalig gelten.      
209/2002 27.02.02   "Nano-Igel" hält Weltrekord (BUZ) Einen neuen Weltrekord melden die Professoren Achim Müller und Andreas Dress von der Universität Bielefeld in ihrem Bericht ("Inorganic Chemistry Goes Protein Size") in der kommenden Ausgabe der international renommierten Zeitschrift "Angewandte Chemie". Den Bielefelder Wissenschaftlern ist nämlich die Synthese eines isolierten Clusters gelungen, der 368 Molybdänatome, insgesamt aber bald zweitausend Atome enthält. So etwas hat es bislang noch nicht gegeben. Lediglich in der belebten Natur, bei den Proteinen, sind solche Größenordnungen üblich.

Das Bild (oben) zeigt schematisch den Aufbau des Clusters, wo die blauen Kugeln die Positionen der Molybdänatome und die roten Kugeln die Positionen der Sauerstoffatome bedeuten. Die Höhe des Bildes beträgt etwa 2,5 Nanometer, die Breite etwa 4 Nanometer. Ein Nanometer ist der milliardste Teil eines Meters. Dieser Nano-Igel, so genannt wegen seiner Sauerstoff-"Stacheln", die die Oberfläche des Clusters bilden, ist also tatsächlich immer noch sehr sehr klein. Aus der Sicht der Chemiker, die normalerweise mit Molekülen mit Dimensionen in der Größenordnung von zehntel bis hundertstel Nanometern zu tun haben, ist er natürlich riesig.

Was ist nun neben dem Größenweltrekord für anorganische Cluster das Besondere an diesem neuen Gebilde. Einmal natürlich, dass die Natur so etwas in Sekundenschnelle durch Selbstorganisationsprozesse zustande bringt und dass sich die Struktur eines solch komplexen Gebildes zudem hat vollständig aufklären lassen. Bei der Strukturbestimmung an Proteinen hat man häufig das Problem einer intrinsisch begrenzten Auflösung. Das ist ungefähr so, als ob sich das Bild in einem Mikroskop nicht richtig scharfstellen lässt. Hinzu kommen die begrenzten Genauigkeiten der zusätzlich verwendeten analytischen Verfahren. Ganz anders im vorliegenden Fall. Es gibt hier ein richtig "scharfes" Bild der Struktur, wobei den Kristallographen allerdings auch die Symmetrie des Gebildes zu Hilfe gekommen ist. Ungewöhnlich ist auch die mathematische Topologie der Oberfläche, auf der Bereiche negativer Krümmung von Bereichen positiver Krümmung abgelöst werden. Die Symmetriebrechung in den Übergängen zwischen diesem Bereich kann als Modell dafür dienen, wie die Natur Monotonie unterbricht.

Die "Bielefelder Riesenräder" und die als "Keplerate" bezeichneten Riesenkugeln haben schon in der Vergangenheit international und national viel Aufsehen, auch in den Medien, erregt. Professor Achim Müller ist für diese Arbeiten kürzlich mit dem international renommierten Sir-Geoffrey-Wilkinson-Preis ausgezeichnet worden. Mit dem neuen "Nano-Igel" haben diese Erfolge nun eine beeindruckende Fortsetzung gefunden.

     
209/2002 27.02.02 Fakultät für Rechtswissenschaft Professor Dr. Otto Backes   Ein überaus beliebter akademischer Lehrer, dessen Lehrveranstaltungen bei den Studierenden stets großen Zulauf und Anklang gefunden haben, wird zum Ende des Wintersemesters 2001/2002 emeritiert. Jetzt hielt Professor Dr. Otto Backes von der Fakultät für Rechtswissenschaft der Universität Bielefeld seine letzte Vorlesung - am Veilchendienstag. Der Dekan und die Kollegen hatten dies zum Anlass genommen, Backes mit Pfeifen und Trompeten, mit Konfetti und Standing Ovations der Studierenden zu verabschieden. Natürlich war kurz vor Aschermittwoch eine närrische Rede des Dekans angesagt: "Jede Gegenwehr ist zwecklos! Der Hörsaal ist umstellt! Ich habe die schwere Aufgabe, ein verworfenes Subjekt dienstlicher Arretierung zuzuführen: Festzuhalten ist der äußerst wertvolle Lehrkörper und hoch geschätzte Kollege der narristischen Fakultät Otto Backes, der im Begriff ist, sich leise und heimlich aus dem Dienst zu stehlen. Diese Stunde ist die letzte seiner Vorlesungsstunden, Eile ist im Verzug, Fluchtgefahr ist gegeben. Zu den Dienstpflichten eines so verdienstvollen und beliebten Professors der juristischen Wissenschaftsnarretei würde es gehören, sich den trauerumflorten Huldigungen seiner in ihn vernarrten Hörerinnen und Hörer, seiner ebenso närrischen Kolleginnen und Kollegen, ganz zu schweigen von den total verrückten Doktorandinnen und Doktoranden unerschrocken und huldvoll zu stellen. Nein, nichts davon, er weigert sich erbittert. Dabei schreien seine Verdienste für die Fakultät zum Himmel, der er inzwischen 19 Jahre als ordentlicher Professor dient." Im April 1983 nahm Otto Backes, Professor für Strafrecht, Strafprozessrecht und Rechtssoziologie, seine Lehr- und Forschungstätigkeit an der Universität Bielefeld auf. Im Oktober 1936 in Theley geboren, studierte er bei Werner Maihofer in Saarbrücken, promovierte dort 1969 und habilitierte sich 1976 in Bielefeld. Die Forschungsschwerpunkte des Direktors des Instituts für Rechtstatsachenforschung und Kriminalpolitik liegen unter anderem in den Bereichen Konflikt- und Gewaltforschung, Umweltstrafrecht und Polizeiforschung. Hierauf spielte auch Dekan Oehler in seiner "närrischen Abschiedsrede" an: "Ganze Legionen von Polizeibeamten, Verbrechensbekämpfern, Kriminellen- und Deliquentenpflegern werden jetzt ratlos herumstehen und sich fragen, wie sie ohne Backes vernünftig ihren Aufgaben nachkommen können."      
209/2002 27.02.02 Heinz Deppermann Eröffnung der Wehrmachtausstellung   Heinz Deppermann, Verein zur Aufarbeitung der Geschichte der Deutschen Wehrmacht e.V. eröffnete die Wehrmachtausstellung mit folgenden Worten: "Wir bedauern es außerordentlich, dass die Ratsmehrheit sich nicht zu einer Begrüßung dieser immens wichtigen Ausstellung hat durchringen können. Dies ist für uns keine besonders gute Ausgangsposition. Denn wenn es auch unbestritten 'wichtigere Probleme' als diese Ausstellung in Bielefeld gibt, hätten wir uns gewünscht, dass Rat und Verwaltung der Stadt uns bei der Durchführung zumindest ideell unterstützen... In den nächsten Wochen werden in Bielefeld mit großer Wahrscheinlichkeit zwei Aufmärsche der NPD und anderer Neonazis stattfinden. Ein Anlass - aber nicht der einzige - ist die Ausstellung über die 'Verbrechen der Wehrmacht'. Mit aller Deutlichkeit möchte ich deshalb klarstellen, dass die Ausstellungsveranstalter nicht für die bevorstehenden Aktionen dieser Neonazis in dieser Stadt verantwortlich gemacht werden dürfen! Meine Damen und Herren, wir müssen uns den Aufmärschen entschlossen entgegenstellen! Daher ist es gut, dass sich auf Initiative des DGB ein breites und überparteiliches Bündnis gebildet hat."      
209/2002 27.02.02 Wie kann das Zusammenleben von Schülern unterschiedlicher kultureller Herkunft konstruktiv gestaltet werden? Schule in der Zuwanderungsgesellschaft (H.B./J.V.) Über "Schule in der Zuwanderungsgesellschaft" diskutierten unlängst etwa 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Wissenschaft und Praxis im Bielefelder Oberstufen-Kolleg. Als Ergebnis lässt sich festhalten: "die Kritik an kulturalistischen Konzepten ist angekommen". Eine kulturalistische Interpretation gesellschaftlicher Wirklichkeit war lange eine implizite Grundannahme der interkulturellen Pädagogik. Doch die Vorstellung, es gebe kulturell geschlossene Identitäten mit quasi naturwüchsigen Konfliktlinien, wie sie auch nach den Terroranschlägen des 11. September wieder aufflammte, wird, wie diese Tagung zeigte, in der Pädagogik zunehmend kritisiert. Gerade auch die anwesenden Vertreterinnen und Vertreter der interkulturellen Pädagogik kamen überein, es sei gefährlich, den Kulturbegriff zum Schlüssel der Problemanalyse wie der pädagogischen Handlungsorientierung zu machen. Dadurch würden neue, problematische Gruppenidentitäten zum Teil erst geschaffen. Georg Auernheimer (Universität Köln) formulierte als Mindestbedingung, "dass die interkulturelle Pädagogik sowohl auf den Gleichheitsgrundsatz wie auf das Prinzip der Anerkennung von Andersheit verpflichtet werden muss, wenn sie dem Kulturalismusverdacht entgehen will".

Paul Mecheril (Universität Bielefeld) kritisierte den durch den "Kulturkonflikt" erzeugten Zwang zur Einwertigkeit und rief dazu auf, kulturell hybride Mischformen und Positionierungen in Zwischenbereichen anzuerkennen. Eine radikale Gegenposition am Kulturalismus-Konzept formulierte erneut Frank-Olaf Radtke (Universität Frankfurt/Main) mit seinem Bekenntnis zu einem "Lob der Gleichgültigkeit". Seiner Auffassung nach sollten kulturelle Unterschiede in der Schule überhaupt nicht thematisiert, sondern ignoriert werden. Dieser Position vermochten die Tagungsteilnehmer aber insgesamt nicht zu folgen. Als Grundkonsens kristallisierte sich während der Tagung heraus, dass kulturelle Differenzen in der Schule dann - aber auch nur dann - bearbeitet werden sollten, wenn sie sich tatsächlich manifestieren. Alles andere hieße, die gesellschaftliche Realität zu ignorieren.

Die Tagung beschäftigte sich im weiteren Verlauf intensiv mit der Frage, wie das Zusammenleben von Schülerinnen und Schülern unterschiedlicher kultureller Herkunft möglichst konfliktfrei und konstruktiv gestaltet werden kann. Eine besondere Bedeutung nehmen dabei die Forschungen über die so genannte "Kontakthypothese" ein, die Jost Stellmacher (Universität Marburg) vorstellte. Die von dem amerikanischen Sozialpsychologen Gordon W. Allport in den 50er Jahren formulierte Hypothese besagt, dass durch Intergruppenkontakte Fremdenfeindlichkeit und Vorurteile abgebaut werden können. Wesentlich an den Forschungen zur Kontakthypothese ist, dass die Initiierung von Intergruppenkontakten nur unter bestimmten Bedingungen zur Reduzierung von Vorurteilen führt: Kontakt verringert besonders dann Vorurteile, wenn die Beteiligten den gleichen Status haben, gemeinsame Ziele verfolgen, kooperative Bedingungen zwischen den Gruppen vorherrschen und der Kontakt durch Autoritäten unterstützt wird.

Diese Bedingungen lassen sich in der Schule zum Beispiel durch kooperatives Lernen und Informationsvermittlung umsetzen, Ansätze, die von Meltem Avci-Werning (Bezirksregierung Hannover, Abteilung Schulpsychologie) vorgestellt wurden. Ziel dieser Bestrebungen ist, dass jeder Schüler und jede Schülerin mit seiner/ihrer Herkunft (sozialer Hintergrund) und seiner/ihrer Biographie (individueller Hintergrund) Raum und Anerkennung findet. Victor Kodzoh Dzissah (Bielefeld) stellte sein an die Ergebnisse der Kontaktforschung anknüpfendes Kontaktprojekt "Wer hat Angst vor'm schwarzen Mann?" vor. Zielgruppe sind Kinder zwischen 3 und 12 Jahren, bei denen sich Vorbehalte gegen Fremde noch weniger manifestiert haben. Durch Vorführung von Fotos und Videos aus Afrika, dem Lesen und Vergleichen von afrikanischen und deutschen Märchen, dem gemeinsamen Zubereiten und Essen afrikanischer und deutscher Gerichte und weitere Tätigkeiten werden den Kindern das alltägliche Leben in Afrika und die Unterschiede in Deutschland vermittelt. Insgesamt zeigten diese Praxisvorträge, wie vielfältig die konkret im Schulunterricht und der Arbeit mit Kindern einset...

     
209/2002 27.02.02 Übersicht über Schulbücher Internet-Portal "sachunterricht-online" (BUZ) Online gegangen ist erst kürzlich ein neues Portal für den Sachunterricht in der Grundschule, das vor allem an der Universität Bielefeld entwickelt wurde: www.sachunterricht-online.de. Das neue Portal richtet sich an Studierende, Referendare und Lehrer sowie an alle am Sachunterricht Interessierten und soll für sie die zentrale Anlaufstelle im Internet sein. Mit sachunterricht-online ist ein Angebot zusammengestellt worden, das nicht nur die im Netz verfügbaren sachunterrichtsrelevanten Materialien und Informationen leichter zugänglich macht, sondern das auch einer sorgsamen Kontrolle durch die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterliegt. Im Mittelpunkt des Angebots steht eine Suchmaschine, die im Internet vorhandene Unterrichtsmaterialien erschließt. Maßgeblich für die Schlagworte ist ein eigens entwickelter Thesaurus, der auch als gemeinsamer inhaltlich-thematischer Nenner der Lehrpläne aller 16 Bundesländer verstanden werden kann. Des Weiteren gibt es einen Studien- und einen Studienseminarführer, Hinweise auf Internetseiten für Kinder, einen ständig aktualisierten Lotsen durch das Fernsehprogramm, eine Übersicht über Schulbücher für den Sachunterricht sowie Kommunikationsmöglichkeiten wie Diskussionsforen und eine Mailingliste. Die hohen Zugriffszahlen in den ersten Wochen zeigen, dass mit diesem Portal offenbar einer hohen Nachfrage entsprochen wird.

Aufgebaut wurde das Portal von einer Arbeitsgruppe, der von der Universität Bielefeld Professor Dietmar von Reeken, Maik Jablonski, Katharine Koziol (alle Zentrum für Lehrerbildung) und Dr. Susanne Miller (Fakultät für Pädagogik) sowie von der Technischen Universität Braunschweig Volker Schwier (Seminar für Sachunterricht und Politik) angehören.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Dietmar von Reeken, Zentrum für Lehrerbildung, Telefon 0521/ 106-4236.

    Link
209/2002 27.02.02 Fakultät für Soziologie Prof. Dr. Hans-Peter Blossfeld   Prof. Dr. Hans-Peter Blossfeld, Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld und kürzlich von der Deutschen Forschungsgemeinschaft zum Fachgutachter für das Gebiet "Empirische Sozialforschung im Fachausschuss Sozialwissenschaften" berufen, hat einen Ruf auf eine Professur für Soziologie an der Universität Wien abgelehnt.      
209/2002 27.02.02 Fakultät für Geschichtswissenschaft und Philosophie Dr. Christina Benninghaus   Dr. Christina Benninghaus, Fakultät für Geschichtswissenschaft und Philosophie der Universität Bielefeld, erhielt vom Ministerium für Schule, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen ein Habilitationsstipendium aus dem Lise-Meitner-Programm zur Förderung des weiblichen wissenschaftlichen Nachwuchses.      
209/2002 27.02.02 Fakultät für Soziologie Dr. Iris Bednarz-Braun   Dr. Iris Bednarz-Braun hat sich an der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld habilitiert und erhielt die Lehrbefugnis für das Fach Soziologie, insbesondere Geschlechterforschung.      
209/2002 27.02.02 Fakultät für Biologie Prof. Dr. Thomas Bartolomaeus   Prof. Dr. Thomas Bartolomaeus, Fakultät für Biologie der Universität Bielefeld, hat den Ruf auf die Professur für Systematik und Evolution der Tiere an der Freien Universität Berlin angenommen und wird dort zu Beginn des Sommersemesters 2002 tätig sein.      
209/2002 27.02.02 Einjähriges Forschungsstipendium Dr. Naoufal Bahlawane   Dr. Naoufal Bahlawane erhielt von der Alexander von Humboldt-Stiftung ein einjähriges Forschungsstipendium, das er seit Anfang Dezember 2001 im Arbeitsbereich Physikalische Chemie von Prof. Dr. Katharina Kohse-Höinghaus, Forschungsprorektorin der Universität Bielefeld, wahrnimmt. Bahlawane war zuletzt tätig als Postdoc an der Fukuoka-Universität in Japan sowie im Department of Inorganic Composite Materials, MITI, Japan. Seine Forschungsarbeiten konzentrieren sich auf die Herstellung neuartiger Materialien mit Hilfe von Gasphasenabscheidungs-(CVD-)Verfahren.      
209/2002 27.02.02 Fakultät für Soziologie Prof. Dr. Hans-Jürgen Andreß   Prof. Dr. Hans-Jürgen Andreß, Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld, ist zum stellvertretenden Vorsitzenden des Trägervereins des Zentrums für Umfragen, Methoden und Analysen (ZUMA) in Mannheim gewählt worden. ZUMA - ursprünglich von der DFG eingerichtet und gefördert, jetzt ein Institut der Gesellschaft sozialwissenschaftlicher Infrastruktureinrichtungen - berät die Sozialforschung bei der Anlage, Durchführung und Auswertung sozialwissenschaftlicher Untersuchungen, führt eigene Untersuchungen durch, erleichtert den Zugang zu amtlichen Daten und beobachtet und analysiert die gesellschaftliche Entwicklung mit sozialen Indikatoren.      
209/2002 27.02.02 Career Service der Universität Bielefeld Berufseinstiegsmesse: Die Universitäts-Halle verwandelte sich erneut in einen Arbeits-Markt (BUZ) Nach der Premiere im Jahr 2000 fand am 29. November 2001 die zweite Berufseinstiegsmesse in der Zentralen Halle der Universität Bielefeld statt. Veranstaltet wurde die Berufseinstiegsmesse erstmalig gemeinsam von der Universität Bielefeld und der Fachhochschule Bielefeld. Die WEGE mbH / Initiative PRO MITTELSTAND ergänzte die Messe durch ein IT- und Ingenieur-Forum. Dass sich die Messe einen wichtigen Stellenwert in der Region erworben hat, zeigte die - trotz schwieriger Arbeitsmarktlage - erfreulich hohe Zahl teilnehmender Unternehmen: Mehr als 70 Unternehmen und Institutionen aus unterschiedlichsten Branchen, von der Traditionsfirma bis hin zu Start-ups, von kleinen und mittelständischen Unternehmen über Non-Profit-Organisationen bis hin zu Großkonzernen waren auf der Messe vertreten. Außerdem stellten 14 Einrichtungen, die in der Universität Bielefeld und der Fachhochschule Bielefeld angesiedelt sind, ihre Angebote für Studierende und Absolventinnen und Absolventen zum Thema Berufseinstieg vor. Sie machten deutlich, dass es auch an den Hochschulen bereits vielfältige Unterstützung gibt.

Die Gelegenheit, an einem Tag und an einem Ort mit vielen Unternehmen ins Gespräch zu kommen, nutzten wieder sehr viele Studierende und Absolventinnen und Absolventen. Die Mehrheit erkundigte sich im Rahmen von spontanen Informationsgesprächen bei den Ausstellern nach möglichen Einstiegsmöglichkeiten und den Qualifikationsanforderungen. Andere hatten sich gezielt vorbereitet und steuerten mit Bewerbungsunterlagen in der Hand die favorisierten Aussteller an. Darüber hinaus wurde von einigen Unternehmen die Möglichkeit genutzt, in separaten Räumen ausführliche Bewerbungsgespräche zu führen. Wie erfolgreich ein Bewerbungsgespräch auf der Berufseinstiegsmesse sein kann, vermittelten einige Firmenmitarbeiterinnen und -mitarbeiter besonders überzeugend, waren sie doch selbst auf der vorherigen Berufseinstiegsmesse noch auf Stellensuche unterwegs.

Das Feedback der teilnehmenden Unternehmen und Institutionen ist insgesamt sehr positiv. Das Konzept der Messe, den Dialog über die gesamte Palette der Berufseinstiegsmöglichkeiten - angefangen von Praktika und Themen für Diplom- und Magisterarbeiten sowie Projekten und freier Mitarbeit bis hin zu Trainee-Programmen, Volontariaten und festen Stellen - in den Mittelpunkt des Messegeschehens zu stellen, hat sich bewährt.

Hinsichtlich der Art und Weise der so genannten Firmenkontaktgespräche wurde von mehreren Unternehmen der Wunsch geäußert, dass sie neben den spontanen und allgemeinen Auskünften über ihr Unternehmen gerne mehr gezielte Informations- und Bewerbungsgespräche mit den Messebesucherinnen und Messebesuchern führen würden. "Auch wenn die Studierenden und Absolventen die Messe nur nutzen wollen, um einen Überblick zu erhalten, ist eine gewisse Vorbereitung, wie z.B. allgemeine Kenntnisse über das Unternehmen und das Mitbringen von schriftlichen Kurzbewerbungen, mit Sicherheit von Vorteil. Die Messe bietet doch eine einmalige Chance, sich in lockerer Atmosphäre zu bewerben!", so die Personalleiterin eines führenden Bielefelder Unternehmens.

Die Berufseinstiegsmesse Perspektive 2001 als gemeinsame Veranstaltung der Universität Bielefeld und der Fachhochschule Bielefeld wurde als sehr positiv beurteilt. Durch diese Kooperation konnte insbesondere für Unternehmen, die im Bereich Maschinenbau, Elektrotechnik oder Informationsverarbeitung entsprechende Fachkräfte suchten, das Spektrum an interessanten Bewerberinnen und Bewerbern erweitert werden. Laut Rückmeldung einiger Unternehmen dieser Branchen ist es wünschenswert, wenn der Anteil an Messebesucherinnen und -besuchern mit einem Ingenieurs-, Betriebswirtschafts- oder Informatikabschluss bei der nächsten Perspektive noch höher ausfällt.

Im Rahmen eines IT- und Ingenieur-Forums diskutierten Gerhard Sagerer, Prorektor für Lehre der Universität Bielefeld, Hans Barbey, Prorektor für Forschung und Entwicklung der Fachhochschule Bielefeld, Dr. Babette Sievers, Vice President CEYONIC AG, Rolf Struppek, Geschäftsführer BOGE Kompressoren, Herbert Vogel, Vorstandsvorsitzender itelligence AG, und Claus Bachem, Managing Direktor Multimedia Support Center GmbH, Köln, über die Zukunftschancen von Hochschulabsolventinnen und Hochschulabsolventen in der IT-Branche und der regionalen Industri...

    Link
209/2002 27.02.02 Fakultät für Soziologie Dr. Petra Hiller   Dr. Petra Hiller hat sich an der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld habilitiert und erhielt die Lehrbefugnis für das Fach Soziologie.      
209/2002 27.02.02 Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft Prof. Dr. Peter Finke   Prof. Dr. Peter Finke, Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft der Universität Bielefeld und Gregory-Bateson-Professor an der Privatuniversität Witten-Herdecke, hat im Dezember gemeinsam mit dem Physiker und Träger des Alternativen Nobelpreises Hans-Peter Dürr und der Politischen Ökonomin Christiane Busch-Lüty eine Konferenz "Zukunftsfähige Wissenschaft braucht Querdenken" geleitet, die in der Evangelischen Akademie Tutzing am Starnberger See stattfand und die Tradition der einflussreichen Tutzinger Konferenzen zur Nachhaltigkeit fortsetzte. Von der Universität Bielefeld haben u.a. die Kulturökologin Dr. Nilgün Yüce, der Wissenschaftsforscher Dr. Peter Plöger sowie der Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Peter Weinbrenner teilgenommen. Insbesondere wurde mit den anwesenden Vertretern dreier Wissenschaftsministerien (Bund, NRW und Thüringen) ein Vier-Punkte-Plan erörtert, wie die Qualität der Wissenschaft in Lehre und Forschung durch die Schaffung von mehr Freiräumen des Denkens erhöht werden kann, als sie durch die eher gegenläufigen heutigen wissenschaftspolitischen Trends gewährt werden. Studierenden und Forschern - so zieht Finke das Fazit der Konferenz - "muss mehr als bisher Gelegenheit gegeben werden, quer zu den herrschenden Lehren liegende Ideen zu entwickeln und auszuprobieren, wenn die deutschen Universitäten eine Spitzenstellung im internationalen Maßstab halten sollen".      
209/2002 27.02.02 Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft Dr. Firmin Ahoua   Dr. Firmin Ahoua, Université de Cocody, Abidjan, Côte d'Ivoire, hat sich an der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft der Universität Bielefeld habilitiert und erhielt die Venia legendi für Allgemeine Sprachwissenschaft / Linguistique Générale.      
209/2002 27.02.02 Interview mit Alfred Schillert, PROvendis GmbH Gewinnbeteiligung für Erfinder statt Hochschullehrerprivileg Das so genannte Hochschullehrerprivileg, das Lehrpersonal an Hochschulen sämtliche Rechte an ihren im Dienst gemachten Erfindungen zusprach, existiert nicht mehr. Mit dem 7. Februar 2002 ist der Paragraph 42 Arbeitnehmererfindungsgesetz geändert worden. Damit sind die rechtlichen Rahmenbedingungen für Erfindungen und Patente im Hochschulbereich grundlegend novelliert worden. Künftig können die Hochschulen die Erfindungen aller ihrer Beschäftigten schutzrechtlich sichern und wirtschaftlich verwerten. Dafür wird der Erfinder mit 30 Prozent an den Bruttoeinnahmen aus einer kommerziellen Verwertung beteiligt. In einem Interview erläutert Alfred Schillert (Foto), Geschäftsführer der PROvendis GmbH in Mühlheim, die Hintergründe des Gesetzes und die Verwertungsoffensive der Bundesregierung. Der Diplomingenieur referierte kürzlich im Rahmen der Tagung "Innovationsverwertung aus Hochschulen", die im Wintersemester 2001/2002 von der Universität Bielefeld gemeinsam mit der Fachhochschule (FH) Bielefeld, der FH Lippe sowie weiteren Partnern im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung durchgeführt wurde.


? Wozu wurde die PROvendis GmbH gegründet?

Schillert: PROvendis entstand in Folge des Aktionsprogramms "Wissen schafft Märkte", das 2001 von der Bundesregierung gestartet wurde. Zu diesem Programm gehören vier Schwerpunkte: eine Ausgründungsoffensive, die unter anderem gründungsbereite Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterstützt, eine Partnerschaftsoffensive, die den Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft forcieren soll, eine Kompetenzoffensive zur besseren Nutzung akademischen Wissens in Unternehmen sowie eine Verwertungsoffensive. Mit letzterer sollen wissenschaftliche Forschungsergebnisse schneller am Markt genutzt werden können. Deshalb erfolgte die Reform des Hochschullehrerprivilegs und jetzt die Unterstützung von Hochschulen und Forschungseinrichtungen durch professionelle Patentierungs- und Verwertungsagenturen. Der Aufbau solcher Agenturen, zu denen auch die PROvendis GmbH zählt, wurde und wird vom Bundesministerium unterstützt.

? Und wie sieht das Aufgabengebiet Ihrer Agentur aus?

Schillert: Wir sind als zentraler Dienstleister für die Hochschulen am Aufbau dieser neuen Strukturen beteiligt. Unser Kerngebiet ist die Identifizierung besonders vermarktungsrelevanter Erfindungen, deren schutzrechtliche Sicherung und Verwertung im Auftrag der Hochschulen.

? Können die Hochschulen das nicht eigenständig?

Schillert: Vor der Novellierung des Arbeitnehmererfindungsgesetzes wurden Forschungsergebnisse mit hohem Marktpotential oftmals ohne schutzrechtliche Sicherung veröffentlicht und waren damit für andere zugreifbar. Manchmal machte sich der Erfinder aus der Hochschule heraus selbstständig, um seine Entwicklung zu nutzen. Aber vielfach wurden verständlicherweise die Kosten und Mühen einer schutzrechtlichen Anmeldung und das sich daran anschließende hohe Verwertungsrisiko gescheut. Die Einschätzung ist schwierig, ob sich Schutz und Verwertung unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten überhaupt lohnen. Für eine solche Analyse sind Personal, Zeit und Kompetenz nötig. Mit der Gesetzesänderung kommt jetzt viel Arbeit auf Universitäten und Fachhochschulen zu. Jede Erfindung muss gemeldet werden, und dann muss entschieden werden, ob die Hochschule das Verwertungsrecht nutzt oder an den Erfinder überträgt.

? Und dabei helfen Agenturen wie die PROvendis GmbH?

Schillert: Genau. Wir prüfen, ob die Erfindung überhaupt schutzrechtlich sicherbar, also patentierbar ist. Außerdem untersuchen wir, ob und in welchem Umfang sie marktfähig ist. Nach einer solchen Analyse geben wir der Hochschule eine Bewertung der Erfindung mit einer Empfehlung, sie zu nutzen oder nicht. Entscheidet sich die Hochschule, das Recht an der Erfindung in Anspruch zu nehmen, erarbeiten wir Patentierungs- und Verwertungsstrategien, begleiten und koordinieren die Schutzrechtsanmeldung durch Patentanwälte und übernehmen das Marketing und die Lizenzierung bis hin zur Überwachung von Lizenzverträgen. Alle von PROvendis durchgeführten Schritte erfolgen unter Einbeziehung der jeweiligen Universität oder Fachhochschule und des Erfinders, so dass deren Wünsche und Interessen gewahrt werden. Wir sind Dienstleister für...

    Link
209/2002 27.02.02 Fakultät für Mathematik Dr. Andreas Eberle   Dr. Andreas Eberle erhielt von der Fakultät für Mathematik der Universität Bielefeld die Lehrbefugnis für das Fach Mathematik.      
209/2002 27.02.02 Fakultät für Soziologie Dr. Elena Esposito   Dr. Elena Esposito hat sich an der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld habilitiert und erhielt die Lehrbefugnis für das Fach Soziologie.      
209/2002 27.02.02 Versuchsschule des Landes Nordrhein-Westfalen / Wissenschaftliche Einrichtung der Universität Bielefeld PISA und die Folgen im Grundschulbereich: Die Erfahrungen der Bielefelder Laborschule (BUZ/LS) Die alarmierenden Ergebnisse der PISA-Studie insbesondere im Bereich der Lesekompetenz haben zu einer breiten öffentlichen Diskussion über notwendige Veränderungen im bundesdeutschen Schulsystem geführt. Nach der Veröffentlichung der PISA-Studie, an der im nationalen PISA-Konsortium die Bielefelder Professoren Klaus-Jürgen Tillmann und Ulrich Schiefele mitgewirkt haben, häufen sich die Vorschläge, die eine verstärkte Förderung im Grundschulbereich und einen Einbezug schon der Fünfjährigen in schulisches Lernen fordern. Besonders erwähnenswert erscheint hier die Absichtserklärung der SPD-Landtagsfraktion in NRW. Danach sollen in Nordrhein-Westfalen
* langfristig alle Grundschulen zu Ganztagsschulen ausgebaut werden;
* der Einschulungstermin vorverlagert werden, so dass schon fünfeinhalbjährige Kinder die Grundschule besuchen sollen;
* der Bildungsauftrag des Kindergartens verstärkt werden, um die Kinder gezielter auf die Anforderungen der Grundschule vorzubereiten.

Diese Vorschläge werden gegenwärtig in der Öffentlichkeit kritisch diskutiert. Zum einen stellt sich die Frage, ob damit wirklich zusätzliche Fördereffekte erzielt werden können. Zum anderen wird immer wieder die Befürchtung laut, dass damit eine massive Überforderung kleiner Kinder verbunden sein könnte. Vor dem Hintergrund dieser öffentlichen Diskussion meldet sich jetzt die Bielefelder Laborschule zu Wort. Denn die langjährigen Erfahrungen der Laborschule zeigen, dass bei einem kindorientierten Konzept von Grundschule mit der frühen Lern- und Entwicklungsförderung große Chancen verbunden sind. Auf diese langjährigen Erfahrungen - und die sich daraus ergebenden Konsequenzen für die gegenwärtige Diskussion über "PISA und die Folgen" - verweisen in der folgenden Erklärung die Schulleiterin der Laborschule, Dr. Susanne Thurn, und der Bielefelder Pädagogikprofessor Klaus-Jürgen Tillmann, Wissenschaftlicher Leiter der Laborschule und Mitglied des nationalen PISA-Konsortiums:

Die 1974 von Hartmut von Hentig gegründete Laborschule kann auf eine mehr als 25jährige Erfahrung mit einer reformierten Eingangsstufe verweisen, in der viele der geforderten Maßnahmen bereits realisiert sind. Diese Eingangsstufe der Laborschule kennzeichnet sich dadurch,
* dass die Kinder bereits mit fünf Jahren eingeschult werden;
* dass sie drei Jahre in einer altersgemischten Lerngruppe (5-, 6- und 7jährige) lernen, bevor sie in eine Jahrgangsklasse (3. Schuljahr) überwechseln;
* dass in dieser Eingangsstufe durch methodisch vielfältige Formen des individualisierten Lernens Kinder schon früh an das Lesen und Schreiben herangeführt werden;
* dass die Schule ein ganztägiges Betreuungsangebot macht, so dass die Kinder bis 15.30 Uhr in der Schule bleiben können;
* dass die nachmittägliche Betreuung keine Verlängerung des Unterrichts darstellt, sondern in vielfältiger Weise auf die Spiel- und Aktivitätsbedürfnisse der Kinder eingeht;
* dass das Sitzenbleiben (wie in allen anderen Jahrgängen der Laborschule) abgeschafft ist;
* dass im Rahmen der Eingangsstufe Lehrerinnen und Erzieherinnen seit vielen Jahren eng und konstruktiv miteinander kooperieren.

Diese Eingangsstufe der Laborschule findet bei den Eltern hohe Akzeptanz: Jedes Jahr können 60 Kinder aufgenommen werden - regelmäßig wird mehr als die doppelte Anzahl angemeldet. Seit 1974 haben mehr als 1500 Kinder diese kindgerechte Eingangsstufe durchlaufen, dabei sind die Erfahrungen durchgängig positiv: Fünfjährige kommen mit großer Neugier in die Schule, und sie finden es spannend, gemeinsam mit ein- oder zwei Jahre älteren Kindern zu lernen. Die Aktivitäten am Nachmittag überfordern die Kinder nicht, sondern bieten ihnen altersgemäße Möglichkeiten von Spiel, Bewegen und Lernen. Es hat sich immer wieder gezeigt, dass die Ganztagsschule vielfältige sprachliche Lernsituationen bietet. Wenn der Anteil von Kindern nicht-deutscher Muttersprache ein Drittel nicht übersteigt, entsteht in den Lerngruppen eine anregungsreiche Umwelt gerade auch für das Erlernen der deutschen Sprache. Heide Bambach, seit mehr als 20 Jahren Leiterin der Primarstufe der Laborschule, fasst die langjährigen Erfahrungen in der Eingangsstufe der Laborschule zusammen:

"In all den Jahren hat es bei uns keinen Zweifel daran gegeben, dass es den Fünfjährigen gut tut, bei uns in der Schule zu sein. Wir haben Heterogenität sehen und verstehen, schätzen und nutzen gelernt: Heterogenität der Herkunft, de...

     
213/2003 10.03.02 Wissens- und Technologietransfer Abschied vom Elfenbeinturm? (G.K.) Deutsche Universitäten - ein Auslaufmodell. So erscheint es zumindest, wenn man die Entwicklung der letzten einhundert Jahre betrachtet. Deutschland war zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein nachahmenswertes Modell für zahlreiche europäische und außereuropäische Hochschulsysteme. Den internationalen Modellcharakter haben deutsche Universitäten eingebüßt, und in Umkehrung der früheren Situation werden hierzulande gegenwärtig andere Hochschulsysteme als nachahmenswert wahrgenommen.

Diese Entwicklung zeigt sich in besonderer Schärfe, wenn man Deutschland mit den USA vergleicht. Übernahmen amerikanische Universitäten in der Vergangenheit wichtige Strukturmerkmale des deutschen Systems, so dominiert der "Mythos Amerika" die aktuelle hochschulpolitische Diskussion in Deutschland. Vor allem hinsichtlich des direkten Transfers von Wissen und Technologien zwischen Universitäten und Wirtschaftsunternehmen gilt das amerikanische System als flexibler und effektiver. Amerikanische Wissenschaftssoziologen sprechen bereits davon, dass der Transfer zu einer gleichberechtigten "dritten akademischen Mission" neben Forschung und Lehre avanciert. Demgegenüber scheinen deutsche Universitäten im sprichwörtlichen Elfenbeinturm zu verharren.

Diese holzschnittartige Gegenüberstellung prägt die hochschulpolitische Auseinandersetzung und polarisiert zwischen Befürwortern und Gegnern der "dritten akademischen Mission". Wie die Situation aber tatsächlich ist, worauf sich Gemeinsamkeiten und Unterschiede zurückführen lassen und welche Folgen die Transferorientierung von Universitäten hat, ist allerdings noch kaum erforscht. Derartige Fragen sind Gegenstand eines Forschungsprojekts, das im März am Institut für Wissenschafts- und Technikforschung der Universität Bielefeld beginnen wird. Das zunächst für zwei Jahre von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Projekt steht unter der Leitung von Dr. Georg Krücken, wissenschaftlicher Assistent an der Fakultät für Soziologie. Mitarbeiter sind die Diplom-Soziologen Frank Meier und Andre Müller. Ziel ist es, mit Hilfe quantitativer Indikatoren (Co-Publikationen von universitären und industriellen Forschern, Patentanmeldungen, industrienahe An-Institute) den Wissens- und Technologietransfer in beiden Hochschulsystemen differenziert und systematisch zu vergleichen. Dabei sind sowohl langfristige Entwicklungsverläufe als auch kurzfristige Veränderungen von Relevanz. Zudem soll mit Hilfe von Fallstudien untersucht werden, welche Chancen und Risiken entstehen, wenn Universitäten den Wissens- und Technologietransfer forcieren und damit traditionelle Grenzziehungen zwischen der akademischen Forschung und ihrer ökonomischen Verwertung in Frage stellen.

Erste Überlegungen und Vorarbeiten zu dem Projekt entstanden während eines 18-monatigen Forschungsaufenthalts des Projektleiters an der Stanford University (USA) zwischen 1999 und 2001. Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit einer Forschungsgruppe am dortigen Department of Sociology durchgeführt. Arbeitsbesuche und gemeinsame Workshops sind geplant.

   
210/2002 28.05.02   Neue Website für das Oberstufen-Kolleg   Die Öffentlichkeitsarbeitsgruppe des Bielefelder Oberstufen-Kollegs (OS) hat zusammen mit der Privaten Fachhochschule für Medieninformatik in Paderborn und den Studierenden Roswitha Ilsen, Guido Rump, Marcus Grohnemeier und Knut Schwarzer die neue Website für das Oberstufen-Kolleg an der Universität Bielefeld gestaltet. Marc Kupietz und Dr. Markus Paulußen, Digitales Informationsmanagement, standen mit Rat und Tat zur Seite, so dass die neue OS-Website sowohl grafisch als auch technisch in die Universität-Website integriert werden konnte. Den Abschluss des Projekts und die anschließende öffentliche Präsentation feierten dann die OS-Arbeitsgruppe Öffentlichkeitsarbeit - Reinhard Fischer, Christiane Henkel, Hans Kröger und Stephan Holz - gemeinsam mit den vier Studierenden.      
210/2002 28.05.02 "Praxisorientierte Lehre" an einem schwierigen Gegenstand Filmdokumentation zum Kriegsgefangenenlager in Stukenbrock (BUZ) Ein besonders trübes Kapitel Kriegsgeschichte vor der ostwestfälischen Haustür nahmen sich Bielefelder Studierende des Faches Geschichte vor. Im Rahmen des Seminars "Zeitgeschichte verfilmen" erarbeiteten sie im vergangenen Semester eine Dokumentation über das Gefangenenlager Stalag 326 in Stukenbrock. "Praxisorientierte Lehre" ist das Stichwort, unter dem 12 Studierende unter Leitung von Jean-Christoph Caron recherchierten, Zeitzeugen interviewten, das Drehbuch schrieben und es dann mit professioneller Hilfe durch Walter Blohm und Martin Schlüter vom Audiovisuellen Zentrum der Universität Bielefeld umsetzten. Das erforderte mehr Engagement und vielseitige Fähigkeiten, als in der Regel für eine normale Lehrveranstaltung üblich, aber es lohnte sich auch: "Der Film ist das beste, was derzeit zum Stalag 326 auf dem Markt ist", lobte der Leiter der Dokumentationsstelle zum Lager Stukenbrock, Dr. Reinhard Otto. Entsprechend groß war die Resonanz, als die Dokumentation im Kontext der Wehrmachtsausstellung im Murnau-Saal der Ravensberger Spinnerei gezeigt wurde.

Es ging den Studierenden in ihrem Film um das Verhalten der gewöhnlichen Deutschen im Umfeld des "Menschenzoos in der Senne", zu dem die Bevölkerung gerne ihre Sonntagnachmittagsspaziergänge machte. Als "Menschliches Herdenvieh" bezeichnete das Westfälische Volksblatt damals die Gefangenen und legte damit nahe, sich in deren Nähe ganz besonders deutlich als Vertreter der "Herrenrasse" fühlen zu dürfen. Aber nicht jeder tat das: neben brutalem Verhalten vor allem der Wachmannschaften gab es auch immer wieder kleine Hilfeleistungen von Zivilisten, die - trotz des offiziellen Verbots - Kontakt mit den zur Arbeit in der Umgebung gezwungenen Gefangenen aufnahmen. Nicht selten wurden dabei Kinder vorgeschickt. Wer in der Landwirtschaft arbeitete, konnte sogar das Glück haben, so gut wie ein deutscher Mitarbeiter behandelt zu werden. Verdutzt erfährt man auch, dass ein Kommandoführer einmal mit 14 Gefangenen in einer Gastwirtschaft zum Biertrinken eingekehrt sei.

Doch dies sollte nicht über die schlimme alltägliche Realität hinwegtäuschen: "Die Hölle von Stukenbrock" nannten die Gefangenen das Lager später, das - genaue Zahlen gibt es nicht - wahrscheinlich Zehntausende von ihnen nicht überlebten, ausgehungert, von Parasiten und rücksichtslosen Wächtern gequält. "Es wird gesagt, dass es kein KZ war, es war ein KZ", sagt einer der befragten Zeitzeugen, der ehemalige weißrussische Gefangene Aleksandrowitsch Drapeso, der nach einem halben Jahr Stukenbrock ins Konzentrationslager Buchenwald kam. Er ist einer von drei sowjetischen Überlebenden, die für den Film interviewt wurden. Die Dokumentation ist bei aller Intensität weder sensationsheischend noch eine ostentative Anklage: die Bilder (es wurde sogar bisher unbekanntes privates Filmmaterial entdeckt) und die Erinnerungen der Zeugen sagen genug.

Spätestens seit Guido Knopps populärwissenschaftlichen Fernsehdokumentationen weiß man, dass sich mit zeitgeschichtlichen Themen ein Millionenpublikum erreichen lässt. Für Studierende des Faches Geschichte gehören Medienerfahrungen bei Jobs außerhalb des Lehramtes inzwischen zu den notwendigen Schlüsselqualifikationen. Mit der sehr erfolgreichen Berufswerkstatt besteht seit einigen Jahren an der Abteilung Geschichte eine Institution, die die Studierenden über Praktika und einschlägige Veranstaltungen an außerschulische Berufsfelder heranführt. Jean-Christoph Caron, der zuvor selbst in der Berufswerkstatt mitgearbeitet hatte, bezeichnet die Arbeit an der Dokumentation als "abgefederten Ernstfall": "Die Studierenden werden noch nicht ganz ins kalte Wasser geworfen, erleben aber tendenziell Hektik und Zeitdruck so, wie es im Berufsleben in der Regel der Fall sein dürfte." Dafür konnte man bei erfolgreicher Teilnahme nicht nur einen Schein erwerben, sondern gleichzeitig das seit einiger Zeit im Geschichtsstudium obligatorische Praktikum in enger Verbindung mit dem Studienfach abdecken. Trotzdem absolvierte der studentische Co-Autor des Films, Bernd Mütter, nach Fertigstellung des Films noch ein weiteres Praktikum: bei Guido Knopp.

     
210/2002 28.05.02 Aktivitäten des Ehemaligen-Vereins im Sommersemester Absolventen-Netzwerk goes Theatre (BUZ) Welch breites Spektrum an Themen und Kooperationen das Absolventen-Netzwerk der Universität Bielefeld abdeckt, zeigt sich einmal mehr im Sommersemester: Es unterstützt ein Seminar der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft zum Thema "Bielefelder Autorentheater" und organisiert zusammen mit dem Verein zur Förderung ausländischer Studierender Betriebsbesichtigungen in der Region. Und dann wird auch noch ein Sommerfest für Professoren vorbereitet. Mit dem Seminar über "Bielefelder Autorentheater" bringt das Absolventen-Netzwerk erstmals seine Kapazitäten unterstützend in den laufenden Lehrbetrieb ein. Gleichzeitig wird damit die Kooperation zwischen Theater und Universität weiter intensiviert - ermutigende Ansätze gibt es dazu schon seit längerer Zeit. Das Seminar, geleitet von der erfahrenen Theaterpädagogin Marlies Leibitzki, begleitet die Produktionen des Autorentheaters im Theater am Alten Markt (TAM). Dem Theater Bielefeld ist es gelungen, eine Reihe von Uraufführungen von Stücken junger Autoren nach Bielefeld zu holen, und das ist für Studierende eine Chance, die sich nicht so schnell wieder bieten dürfte: Sie lesen nicht nur einfach die Stücke, sondern spielen selbst einzelne Szenen und lernen die dramaturgische und die Regie-Arbeit kennen. Schließlich besuchen sie Aufführungen, diskutieren mit Schauspielern und Regisseuren und erarbeiten Aufführungsanalysen. Mit diesem vielfältigen Programm erhalten sie einen umfassenden Einblick dazu, wie der Theaterbetrieb, ohne sich wie bei älteren, gängigen Stücken auf Routine stützen zu können, mit Texten der Gegenwartsliteratur umgeht. Auch für die Mitglieder des Absolventen-Netzwerks fiel schon etwas dabei ab: im Mai gab es einen gemeinsamen Besuch von "Novemberszenen" mit anschließender Diskussion mit dem Verfasser des Stücks Lothar Trolle.

Die Betriebsbesichtigungen sollen den Blick der Studierenden für die Vorteile der Region unter dem Motto schärfen: "Wisst Ihr eigentlich, was Euch die ostwestfälische Wirtschaft zu bieten hat?". Gruppen zu jeweils etwa 20 Personen, davon etwa die Hälfte ausländische Studierende, haben inzwischen die Firmen JAB Anstoetz und Gildemeister besucht. Im Juni folgt die Firma Storck GmbH. Firmenangehörige erläutern vor Ort die Produktionsabläufe, beantworten Fragen und geben detaillierte Informationen zu den Unternehmen. Im Wintersemester sind weitere Besuche geplant, so bei der Melitta GmbH. Am Schluss soll als Abschlussveranstaltung eine Diskussionsrunde mit Vertretern der beteiligten Firmen und der IHK stehen.

Weil aus der Professorenschaft bedauert wurde, dass es an der Universität wenige Möglichkeiten für Geselligkeit unter Kollegen gebe, gestaltet das Absolventen-Netzwerk erstmals im Auftrag des Rektorats ein Sommerfest für Professorinnen und Professoren und deren Familien. Termin und Ort stehen bereits fest: am 23. Juni auf dem Reit- und Ponyhof Nawrath in der Nähe von Werther - alle aus der "Zielgruppe" sind herzlich eingeladen.

Weitere Termine des Absolventen-Netzwerks: Mitgliederversammlung und Jahresempfang der Universität am 14. Juni.

Informationen bei Monika Riedenklau, Absolventen-Netzwerk, in B3-111, Telefon: 0521/106-2490, oder im Internet unter:

    Link
210/2002 28.05.02 Initiative für Beschäftigung in Ostwestfalen-Lippe (OWL) startet für Absolventen und Unternehmen Online-Transferbörse Sprungbrett OWL - Transferbörse für Wirtschaft und Wissenschaft (BUZ) Der Verein "Initiative für Beschäftigung! OWL" will Nachwuchskräfte in der Region halten und hat jetzt die Online-Transferbörse "Sprungbrett OWL" gestartet. Seit Beginn des Sommersemesters 2002 finden die ostwestfälischen Unternehmen und die Studierenden an den Hochschulen der Region unter <a href="http://www.sprungbrettowl.de" class="intern">www.sprungbrettowl.de</a> eine Stellen-, Diplomarbeits- und Praktikumsbörse. "Wir wollen damit die Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft in der Region noch effektiver machen. Den Unternehmen erleichtert 'Sprungbrett OWL' die Personal-Suche, die Studenten können schon während ihres Studiums den ersten Kontakt zu ihrem möglichen zukünftigen Arbeitgeber aufnehmen", sagt Dr. Gerd Wixforth von der "Initiative für Beschäftigung! OWL e.V.".

Die Transferbörse soll kontinuierlich weiter ausgebaut werden und um einen Weiterbildungskalender und eine Börse für technologische Kooperationen erweitert werden. Geplant ist zudem die Öffnung für Hochschulen aus anderen Regionen. Das kostenlose Online-Angebot hat eine Besonderheit: Der Nutzer wird automatisch benachrichtigt, wenn es eine Reaktion auf sein eingestelltes Angebot oder seine Anfrage gegeben hat. Zudem erhalten Firmen und Studierende speziell auf ihr Profil zugeschnittene Nachrichten, Anfragen und allgemeine Informationen.

Die Transferbörse "Sprungbrett OWL" ist vom Arbeitskreis "Hochschule/Wirtschaft" der "Initiative für Beschäftigung! OWL e.V." entwickelt worden. Ihm gehören unter anderem Vertreter ostwestfälischer Unternehmen und Hochschulen - wie der Universität Bielefeld -, der Arbeitgeberbund für Ostwestfalen-Lippe, die Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft Bielefeld (WEGE), die IHK Ostwestfalen zu Bielefeld und die IHK Lippe zu Detmold an. Neben dem Aufbau der Transferbörse hat die Initiative bereits die Arbeit verschiedener studentischer Beratungsgesellschaften unterstützt, um den Kontakt zwischen Studierenden und zukünftigen Arbeitgebern zu intensivieren. Für den Sommer 2003 ist eine "Sommerakademie OWL" geplant, bei der Hochschulen und ihre Absolventen sich den Unternehmen der Region mit ihrem Know-how präsentieren. Zudem planen die Mitglieder des Arbeitskreises ein Projekt zur Förderung der Biotechnologie in Ostwestfalen-Lippe.

    Link
210/2002 28.05.02 Ranking Bielefeld auf Spitzenplätzen   (BUZ) Der stern und das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE in Gütersloh) haben 20 Fächer an 241 Hochschulen untersucht. Aus der riesigen Datenmenge sind "die besten Hochschulen" herausgefiltert worden, und zwar für drei Studierenden-Typen: "Der Zielstrebige", "Der Forscher", "Der Praktiker". Wer forschungsorientiert studieren will, ist laut stern-Ranking an der Universität Bielefeld bestens aufgehoben. In Erziehungswissenschaft, Geschichte, Mathematik und Soziologie belegt die Universität Bielefeld Spitzenplätze. Ausführliche Rankinglisten im Internet unter     Link
210/2002 28.05.02   Europaweite Studie zur Jugendgesundheit gestartet (BUZ) Eine europaweit abgestimmte Studie zur Gesundheits- und Krankheitslage von Jugendlichen, die auch die USA und Kanada als Vergleichsländer einbezieht, ist unlängst von der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld an zahlreichen Schulen in Nordrhein-Westfalen gestartet worden. Die Schulen wurden nach einem Zufallsprinzip ausgewählt, so dass eine repräsentative Gruppe von über 5000 nordrhein-westfälischen Schülerinnen und Schülern der Altersgruppe 11 bis 15 Jahren befragt werden kann. Die Studie wird vom Bundesgesundheitsministerium und vom Landesministerium für Gesundheit in Düsseldorf unterstützt.

Die Schülerinnen und Schüler erhielten einen Fragebogen, der in vertraulicher Atmosphäre ausgefüllt werden soll. "Auf diese Weise sollen zuverlässige Informationen über die Verbreitung von Krankheiten, gesundheitsförderliche und -schädigende Verhaltensweisen und Einstellungen zu Körper und Psyche gewonnen werden. Die Ergebnisse dienen dazu, für Schulen und Kommunen gezielte Vorschläge zur Verbesserung von Prävention und Gesundheitsförderung auszuarbeiten", erläutert Professor Klaus Hurrelmann, der im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Deutschland die Gesamtkoordination der Studie übernommen hat und zugleich europaweit für die Publikation der Untersuchungsergebnisse verantwortlich ist.

Die Weltgesundheitsorganisation hatte über ihr Regionalbüro Europa in Kopenhagen schon 1995 die Weichen für diese einmalige, international koordinierte Gesundheitsstudie gestellt. Der Grund war die Beobachtung, dass im Jugendalter neuartige Trends des Krankheitsgeschehens auftreten. So haben zwar die körperlich basierten Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Störungen, Krebs, Rheuma, Epilepsie und Infektionen eine vergleichsweise geringe Verbreitung, zugleich nehmen aber chronische Krankheiten wie Diabetes, Allergien, Asthma und Neurodermitis zu. Weiter ist auffällig, dass Ernährungsstörungen, Gewichtsprobleme und psychische Belastungen immer mehr an Bedeutung gewinnen. Ein internationales Expertenteam arbeitete daraufhin einen sorgfältig erprobten Fragebogen aus, der jetzt in allen europäischen Ländern und in den USA und Kanada zu Einsatz kommt.

Wegen der besonderen Erfahrungen der Bielefelder Gesundheitswissenschaftler mit der Durchführung von Jugendbefragungen wurde der Forschungsbereich von Professor Hurrelmann und seinem Team 1998 zum "Kooperationszentrum" der Weltgesundheitsorganisation für die international abgestimmte Studie mit dem Titel "Health Behavior in School Children (HBSC)" ernannt. Bislang war nur Nordrhein-Westfalen an dieser vergleichenden Studie beteiligt, in diesem Jahr nehmen zum ersten Mal weitere Bundesländer teil. Ziel ist es, bei der nächsten Befragung möglichst alle Bundesländer einzubeziehen. Das soll auch durch die enge Zusammenarbeit mit dem Robert-Koch-Institut in Berlin erreicht werden.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Klaus Hurrelmann, Telefon 0521 / 106 4669, E-Mail: klaus.hurrelmann@uni-bielefeld.de

     
210/2002 28.05.02 Bildungsministerium und Universität Bielefeld unterzeichnen Zielvereinbarung Die Universität der Interdisziplinarität schärft ihr Profil in Forschung und Lehre (BUZ) Das nordrhein-westfälische Bildungsministerium, vertreten durch Staatssekretär Hartmut Krebs, und der Rektor der Universität Bielefeld Dieter Timmermann haben am 10. Mai gemeinsam für die Universität Bielefeld die Zielvereinbarung vor dem Hintergrund des Expertengutachtens unterzeichnet. Die Zielvereinbarung bildet den Rahmen für die weitere Entwicklung der Hochschule bis 2004. "Zielvereinbarungen sind ein entscheidender Schritt bei der Neuordnung und Profilierung der Wissenschaftslandschaft Nordrhein-Westfalens", erklärte Staatssekretär Krebs in Bielefeld.

"Die Zielvereinbarungen mit den NRW-Hochschulen sind ein bedeutsames Instrument im Rahmen der nordrhein-westfälischen Hochschulreform, deren Eckpfeiler der Qualitätspakt, das neue Hochschulgesetz und die Empfehlungen des Expertenrates sind," sagte Bildungsministerin Gabriele Behler in Düsseldorf. "Sie definieren, wie die vorhandenen Stärken der einzelnen Hochschulen ausgebaut werden können, um neue Schwerpunkte in Forschung und Lehre zu bilden. So erhält jede Hochschule ihr unverwechselbares Gesicht und außerdem größere Freiheiten", sagte Behler. "Denn die Zielvereinbarungen treten an die Stelle der bisher üblichen Detailsteuerung durch das Ministerium."

Die Universität beabsichtigt, in einer ganzen Reihe von Handlungsfeldern ihr Profil zu schärfen, wobei die Interdisziplinarität als wichtiges Strukturmerkmal fortgeschrieben und intensiviert werden soll. Ein generelles Ziel der Universität ist dabei auch eine Weiterentwicklung der Internationalisierung in Forschung und Lehre. Die Zielvereinbarung betrifft unter anderem die Bereiche Genomforschung / Bioinformatik / Strukturbiochemie / Nanowissenschaften sowie Lehrerausbildung, Public Understanding of Science and Humanities (PUSH), Politikwissenschaft und Medienwissenschaften. In den letzten Jahren hatte die Universität erfolgreich eine interdisziplinäre Zusammenarbeit der Fakultäten für Biologie, Chemie, Mathematik, Physik und der Technischen Fakultät sowie dem Institut für Wissenschafts- und Technikforschung in den Life Sciences und den Nanowissenschaften in Forschung und Lehre organisiert, die als Grundlage für weitreichende zukünftige Aktivitäten dienen wird. Mit dem "Kompetenzzentrum für bakterielle Genomforschung", der "Graduate School for Bioinformatics and Genomeresearch" und dem Sonderforschungsbereich "Physik von Einzelmolekülen und molekularer Erkennung in organischen Systemen" verfügt die Universität bereits über eine leistungsfähige Struktur, die durch die neuen Institute für Bioinformatik, Genomforschung und Strukturbiochemie ausgebaut werden soll. In der Lehrerausbildung ist die Universität Bielefeld zusammen mit der Universität Bochum einer von landesweit zwei Standorten, an denen eine konsekutive Bachelor- und Master-Struktur im Studium erprobt werden soll.

Für den an internationalen Maßstäben gemessen in Deutschland noch unterentwickelten Bereich PUSH bietet die Universität zahlreiche vielversprechende Ansätze zur Kommunikation über Wissenschaft mit der Öffentlichkeit. Unter anderem soll jetzt eine gemeinsame Internet-Plattform der Forschergruppen der Universität unter dem Titel "Forum Wissenschaft und Gesellschaft" realisiert werden. Beim Ausbau der Politikwissenschaft in der Fakultät für Soziologie und der Medienwissenschaft geht es gleichfalls um interdisziplinär angelegte Bereiche, in denen neue Bachelor- und Master-Studiengänge aufzubauen sind und die Forschung intensiviert werden soll. Im Zusammenhang damit soll in der Geschichtswissenschaft eine Professur für Historische Politikforschung eingerichtet werden. Hier besteht bereits ein Sonderforschungsbereich mit dem Titel "Das Politische als Kommunikationsraum in der Geschichte". Neben den skizzierten Bereichen wurden auch Vereinbarungen zu den Handlungsfeldern "Studienstrukturreform", "Organisationsentwicklung", "Gleichstellung" sowie "Qualitätssicherung und Controlling" getroffen.

Die Verantwortung für die Umsetzung des Leistungskatalogs liegt absprachegemäß bei der Universität Bielefeld. Neben einer größeren Finanzautonomie erhält die Hochschule künftig mehr Kompetenzen, die ihr ein selbstständiges Handeln ermöglichen. "In dem Umfang, in dem die Hochschule selbstständiger wird, zieht sich das Ministerium aus Einzelentscheidungen zurück", betonte Staatssekretär Krebs bei der Vertragsunterzeichnung, h...

     
210/2002 28.05.02 Allgemeiner Studierendenausschuss Fest der Kulturen - Fest der Toleranz (BUZ) Das Kulturreferat des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) veranstaltet am 18. Juni von 9.00 bis 21.00 Uhr in der zentralen Halle der Universität Bielefeld wieder ein "Fest der Kulturen - Fest der Toleranz". Inspiriert durch die alljährlichen "Interkulturellen Wochen" in Münster und das "Gütersloh International-Fest", hat sich der AStA zum Ziel gesetzt, eine solche Tradition auch in Bielefeld zu etablieren.

Die Veranstaltung soll ein internationales Publikum, unter Einbeziehung von Menschen verschiedener Altersgruppen und sozialer Herkunft, ansprechen. Aus diesem Grund wird in diesem Jahr erstmals auch ein speziell auf Kinder und Jugendliche ausgerichtetes Programm in der Zeit von 9.00 bis 13.00 Uhr stattfinden, welches Theater, Sketche, Akrobatik, Jongleure und Spiele beinhalten wird.

Im anschließenden Hauptprogramm (13.30 bis 19.00 Uhr) werden etwa 15 Gruppen und Künstler verschiedener Nationalitäten von Kulturvereinen aus Bielefeld und Umgebung das Programm der Veranstaltung mit Musik und Gesang, Tanz, Theater, Folklore, Lyrik und Poesie bereichern. Zusätzlich wird es in der gesamten Universitätshalle Stände geben, an denen über die jeweiligen Herkunftsländer informiert wird. Im Abendprogramm von 19.30 bis 21.00 Uhr werden Bands internationale Musik spielen.

"Intention unseres Festes ist es" - so der Vorsitzende des Allgemeinen Studierendenausschusses Martin Lücke und AStA-Kulturreferent Kemal Aslan -, "eine Plattform des Dialogs zu schaffen, durch die ein Einblick in verschiedene Kulturen und ein gegenseitiger Austausch zwischen Menschen, ganz gleich welche Weltanschauungen, Religionen, Lebensentwürfe und Überzeugungen sie vertreten, ermöglicht wird. Das 'Fest der Kulturen - Fest der Toleranz' soll Werte wie Menschlichkeit, Nächstenliebe, Solidarität, Freundschaft, Respekt, soziale Anerkennung vermitteln und dazu beitragen, die Multikulturalität einer Gesellschaft nicht als Bedrohung, sondern vielmehr als Bereicherung zu begreifen." Schließlich sei die Universität Bielefeld ein Ort, an dem sich Menschen aus aller Welt aufhalten und im Rahmen von Lehre und Forschung tätig sind. Die Universität sei nicht nur auf "die Produktion und Weitergabe von Wissen beschränkt, sondern darüber hinaus ist sie auch ein sozialer Ort, an dem sich Menschen verschiedenster Herkunft treffen".

     
210/2002 28.05.02 Für Schüler der Oberstufe Gespräche mit Wissenschaftlern aus aller Welt (BUZ) Die Universität Bielefeld bietet Kursen der Oberstufe - Jahrgangsstufe 11 bis 13 - aus den Fächern Biologie, Mathematik, Physik und Chemie Gespräche an mit jungen, internationalen Gastwissenschaftlern, die zur Zeit an der Universität Bielefeld forschen. Hierbei können Schülerinnen und Schüler sich auf Englisch mit Nachwuchswissenschaftlern aus der ganzen Welt unterhalten und mit ihnen über ihre wissenschaftliche Arbeit diskutieren und den Alltag in Deutschland kennen lernen. Sie erleben in diesem persönlichen Kontakt mit dem Wissenschaftler, dass Wissenschaft und Forschung über nationale Grenzen hinausgehen und Englisch dabei die verbindende Sprache ist. Erfahrungen zeigen, dass die Schülerinnen und Schüler diese Möglichkeit, ihre Englischkenntnisse anzuwenden, positiv aufnehmen und aktiv an der Diskussionsrunde teilnehmen.

Das Projekt richtet sich sowohl an Grund- als auch Leistungskurse aus den naturwissenschaftlichen Bereichen.

Weitere Informationen erteilt Anja Neumann, mittwochs von 13-17 Uhr und freitags von 9-13 Uhr, Telefon 0521/106-2490, E-Mail: anja.neumann@uni-bielefeld.de.

     
210/2002 28.05.02 Universität erfüllt Auflagen der Deutschen Forschungsgemeinschaft Stärkung der biomedizinischen Forschung Neubau für die Haltung von Mäusen begonnen (BUZ) Dass das Universitätshauptgebäude mit seinem gigantischen Röhrensystem aus Versorgungsleitungen, Lüftung und Heizung ein ziemlich komfortabler Biotop für ungebetene nagende Gäste ist, dürfte vielen, die hier arbeiten, geläufig sein. Nun errichtet die Universität am Quertrakt W sogar einen Neubau, der (fast) ausschließlich für Mäuse gedacht ist. Allerdings hat dies selbstverständlich gar nichts mit in der Natur vorhandenen Tieren zu tun, selbst wenn sie Kulturfolger sind. Es geht nämlich einerseits um genetisch einheitliche und dadurch empfindlichere Maus-"Inzuchtstämme" andererseits um genetisch veränderte, so genannte "transgene" Mäuse. Die Universität kommt damit Auflagen der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Zusammenhang mit dem Sonderforschungsbereich 549 "Prozessierung und Signalwirkung extrazellulärer Makromoleküle" nach. Um die auch schon im Vorgänger-SFB "Pathomechanismen zellulärer Wechselwirkungen" vorhandene biomedizinische Komponente zu stärken, hatte die DFG bei der ersten Verlängerung des SFB 549 auf Versuchstierarbeit in großem Stil und unter standardisierten Bedingungen gedrängt. Mit dem Neubau wird es möglich sein, eine große Zahl von Tieren unter SPF-Standard ("spezifisch pathogenfrei") zu halten, was dann auch immunbiologische Forschungen ermöglicht. Wie in der Weltraumhygiene ist dabei das Gebot absolute Sterilität für alles, was mit den Tieren in Berührung kommt - vom Futter bis zur Kleidung der Mitarbeiter. Dies wird durch so genannte Autoklaven sichergestellt. Zugang zum inneren, "sauberen" Bereich ist nur über Schleusen und einen Quarantäneraum möglich. Weitere aufwändige Installationen sind ein Zwischengeschoss für die Lüftung und spezielle Käfig-Spülanlagen. Und selbstverständlich sind für die Betreuung der Mäuse wie bisher gut ausgebildete Tierpfleger erforderlich.

Zweck des Ganzen ist es, medizinisch relevante Kausalzusammenhänge zu erforschen und Tiermodelle für menschliche Erkrankungen zu erstellen. Die hohe Sterilität dient in erster Linie dazu, Verfälschungen der Forschungsergebnisse durch Infektionen zu vermeiden, weil Mäuse mit genetischen Veränderungen beispielsweise im Immunsystem noch empfindlicher als ihre genetisch nicht veränderten Artgenossen sind. Mit dem Bau des fakultätsübergreifend von Molekularbiologen und Biochemikern zu nutzenden zentralen Tierhauses - von den Beteiligten kurz "Maushaus" genannt - ist im April begonnen worden. Die erste Ausbaustufe mit dem Erdgeschoss auf einer Grundfläche von 464 Quadratmetern soll zum Jahreswechsel fertig gestellt sein. Dann können zunächst rund 4500 Mäuse hier untergebracht werden. Später werden noch das Zwischengeschoss für die technischen Einrichtungen und eine weitere Ebene mit Käfigen entstehen. Durch die hochmoderne Ausstattung des Tierhauses wird die Universität internationalen Standard bei der Tierhaltung erreichen. Einschließlich der Ersteinrichtung liegen die Kosten für das Bauprojekt bei etwa 3,3 Millionen Euro. Über die mit dem Maushaus zusammenhängenden Forschungen wird die "Bielefelder Universitätszeitung" ab 2003 ausführlicher berichten.

     
210/2002 28.05.02 Westfälisch-Lippische Universitätsgesellschaft Preis für gute Lehre (BUZ) Die Westfälisch-Lippische Universitätsgesellschaft vergibt zum sechsten Mal den mit 3000 Euro dotierten "Karl Peter Grotemeyer-Preis für hervorragende Leistungen und persönliches Engagement in der Lehre". Die Studierenden der Universität Bielefeld waren bis zum 10. Mai aufgerufen, Lehrende ihrer Universität vorzuschlagen, denen es in besonderer Weise gelingt, komplizierte Sachverhalte klar darzustellen, Studierende auch in Forschungsprozesse einzubeziehen, aktuelle Lehre und Berufspraxis zu verknüpfen, Studentinnen und Studenten gleich zu behandeln, bei schriftlichen Arbeiten zu beraten und zu betreuen sowie unter anderem die Studienfreude zu fördern.

Der Preis für gute Lehre wird an promovierte, habilitierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verliehen, die Mitglieder der Universität Bielefeld und nicht älter als 40 Jahre sind. Der 1997 von der Universitätsgesellschaft gestiftete Preis wird im Rahmen des Jahresempfangs der Universität Bielefeld am 14. Juni überreicht.

Bisherige Preisträger waren: Katja Behnke (Literaturwissenschaft), Peter Eichelsbacher (Mathematik), Armin Hatje (Rechtswissenschaft), Barbara Moschner (Psychologie) und Matthias Raith (Wirtschaftswissenschaften).

     
210/2002 28.05.02 Sigrid Lehmann - Von der Universität in die Selbstständigkeit Eigenverantwortlich und erfolgreich (BUZ) Sigrid Lehmann hat es geschafft. Sie hat sich als Existenzgründerin auf eigene Füße gestellt und sich mit ihrer "Schreibwerkstatt" selbständig gemacht. Begleitet und beraten wurde sie auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit von Jürgen Kucharz, der als Existenzgründungsberater in der Unternehmensschmiede arbeitetet. Diese Einrichtung der Bielefelder Hochschulen hilft speziell bei Unternehmensgründungen von Hochschulabsolventen. Sigrid Lehmann hat an der Universität Bielefeld Literaturwissenschaft, Geschichte und Kunstpädagogik (Magister) studiert, wußte jedoch nicht so recht, in welches Berufsfeld ihr Studium führen sollte. Die Aussichten waren nicht rosig. Sie versuchte, sich neu zu orientieren und in aussichtsreicheren Berufsbereichen Kompetenzen zu erwerben. Doch ein Abstecher in die Informatik machte ihr deutlich, dass dort nicht ihre berufliche Zukunft liegen würde.

Sie besann sich auf ihre Stärken: Schreiben, eigenständiges Arbeiten, Kontaktfreudigkeit. Bereits während ihres Studiums hatte sie journalistisch gearbeitet, und hier bot sich für Sigrid Lehmann eine Chance, ihre Stärken mit einer Berufsperspektive zu verknüpfen. Die Geschäftsidee ihres "Schreiblabors", das journalistische Arbeiten, aber auch Dienstleistungen im Werbetextbereich und Lektoratstätigkeiten anbietet, war geboren.

Unterstützt von Jürgen Kucharz, stellte sie einen Businessplan auf und entwickelte ein tragfähiges Konzept für ihre Existenzgründung als Freiberuflerin. Damit konnte Sigrid Lehmann die Mitarbeiter der Regionalen Personalentwicklungsgesellschaft (REGE) überzeugen. Sie wurde in das Programm zur Förderung von Existenzgründungsvorhaben aufgenommen. Für ein Jahr wird Sigrid Lehmann finanziell von der REGE gefördert, so dass sie sich zunächst ganz auf den Aufbau eines festen Kundenstammes und die Auftragsakquise konzentrieren kann. Sigrid Lehmann schaut optimistisch in die Zukunft. Für sie war der Weg in die Selbstständigkeit die richtige Entscheidung.

     
210/2002 28.05.02 Fakultät für Soziologie Knapp ein Viertel aller Diplomarbeiten "sehr gut"   Knapp ein Viertel aller Diplomarbeiten der Fakultät für Soziologie im Wintersemester 2001/2002 wurden mit der Note "sehr gut" bewertet, berichtete Prof. Dr. Elmar Lange bei der feierlichen Verabschiedung der Soziologie-Absolventen und lobte zudem das hohe Qualitätsniveau. Prämiert wurden dieses Mal drei Diplomarbeiten: Den Fakultätspreis für die beste theoretische Arbeit erhielt Sebastian Huster für "Die Europäische Union als politisches Ordnungssystem jenseits von Staatlichkeit. Zur kooperativen Zusammenarbeit im Ausschusswesen". Der Fakultätspreis für eine hervorragende empirische Arbeit ist dieses Mal an zwei Absolventen vergeben worden. Alexandra Heßling erhielt die Auszeichnung für ihre Darstellung "Innovationsprozesse in der Stahlindustrie - Langfristige Wettbewerbssicherung durch innovativen Werkstoffeinsatz". Prämiert wurde auch Holger Illis Diplomarbeit "Development Experts at the Interface. An Inquiry into the knowledge dimension of allocative and strategic action in the arena of a German/Nepalese health development project". Bei der feierlichen Verabschiedung wies Elmar Lange darauf hin, dass die Fakultät für Soziologie ihre Preisträger und ihre hervorragenden Absolventen nicht einfach nur mit Urkunden und Preisgeldern entlässt, "sondern sie auch über wissenschaftliche Hilfskraftstellen oder Promotionsstipendien fördert, sofern sie das wünschen und die entsprechenden Mittel zur Verfügung stehen". Das Foto zeigt die erfolgreichen Absolventen der Fakultät für Soziologie des vergangenen Wintersemesters mit ihren drei Preisträgern Sebastian Huster, Alexandra Heßling und Holger Illi (1. Reihe von rechts nach links).      
210/2002 28.05.02 Fakultät für Gesundheitswissenschaften Dr. Ralf Bender   Dr. Ralf Bender hat sich an der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld habilitiert und erhielt die Lehrbefugnis für das Lehrgebiet Gesundheitswissenschaften mit Schwerpunkt Medizinische Statistik und Epidemiologie. Er hat zudem einen Ruf an die Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität von Süddänemark auf eine Associate-Professur für Biostatistik und Public Health abgelehnt.      
210/2002 28.05.02   Engere Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft   Wirtschaft und Wissenschaft wollen künftig enger zusammenarbeiten. Auch in Fragen der Ausbildung gebe es zahlreiche Berührungspunkte. Dies ist das Ergebnis eines Informationsbesuches, zu dem Rektor Dieter Timmermann die Präsidentin der OWL-Handwerkskammer Lena Strothmann und die Vertreter der Kammer-Geschäftsführung eingeladen hatte. Der erste offizielle Besuch in der Bielefelder Universität führte die Handwerksdelegation auch in das teutolab der Fakultät für Chemie (Foto). Hier konnten sich die Besucher ein Bild verschaffen über das Mitmach-Labor für Schüler verschiedener Altersstufen und Grundschullehrerinnen beim Experimentieren beobachten. Die Handwerkspräsidentin und Hauptgeschäftsführer Eberhard Grüne begrüßten diese Initiative und verwiesen auf die Notwendigkeit, Schüler möglichst früh für die naturwissenschaftlichen Disziplinen zu sensibilisieren. Auf dem Besuchsprogramm stand außerdem ein Rundgang durch einige Ausbildungswerkstätten der Universität. In der Glasbläserei erfuhren die Gäste von Universitätskanzler Hans-Jürgen Simm, dass in der Universität Bielefeld gegenwärtig 46 junge Menschen in Handwerksberufen ausgebildet werden. "Die Universität Bielefeld bildet bewusst über den eigenen Bedarf aus", so der Kanzler. Die Erfahrung zeige jedoch, dass die in der Universität Bielefeld überdurchschnittlich gut ausgebildeten jungen Leute auch außerhalb der Hochschule eine Anstellung finden.      
210/2002 28.05.02 Kompetenznetzwerk Stammzellforschung NRW Harald Jockusch im Lenkungskreis (BUZ) Wissenschaftsministerin Gabriele Behler hat Professor Harald Jockusch von der Fakultät für Biologie als Ansprechpartner für die Universität Bielefeld in den Lenkungskreis des "Kompetenznetzwerks Stammzellforschung NRW" berufen. Das Kompetenznetzwerk ist der bundesweit erste Forschungsverbund, in dem alle unterschiedlichen wissenschaftlichen Ansätze zur Stammzellforschung zusammengeführt werden. Mit dem Netzwerk, dem auch Juristen, Soziologen und Ethiker sowie Vertreter der Öffentlichkeit angehören, sollen die Aktivitäten auf dem Gebiet der Stammzellforschung in NRW systematisch gebündelt, der Nachwuchs gefördert und der Forschungsstandort NRW im internationalen Wettbewerb präsentiert werden.

Außerdem hofft die Ministerin, so die weitere Entwicklung der Stammzellforschung transparent zu halten. Neben Bielefeld gehören dem Netzwerk zur Zeit die Standorte Aachen, Bochum, Bonn, Essen, Düsseldorf, Köln und Münster an.

     
210/2002 28.05.02   Delegation russischer Universitätsrektoren besucht die Universität Bielefeld   Eine Delegation russischer Universitätsrektoren besuchte im April die Universität Bielefeld. Schwerpunktthemen der Gespräche waren aktuelle Fragen der Hochschulreform und der Hochschuldidaktik. Im Vordergrund des Besuches stand die Unterzeichnung eines Vertrages, der den bisherigen Kooperationsvertrag mit der Staatlichen Pädagogischen Universität Jaroslavl hinsichtlich der Einrichtung eine Zentrums für Hochschuldidaktik erweitert. Dieses Zentrum soll nach dem Vorbild des Interdisziplinären Zentrums für Hochschuldidaktik (IZHD) der Universität Bielefeld aufgebaut werden und als Modellversuch für Russland dienen. Unterstützt wird das Projekt vom Deutschen Akademischen Austauschdienst und der Robert Bosch Stiftung. Das Foto zeigt (vorne von links): Vladimir Afanasiev, Rektor der Pädagogischen Staatsuniversität Jaroslavl, Rektor Dieter Timmermann, Juri Novikov, Rektor der Staatlichen Medizinischen Akademie Jaroslavl und Vorsitzender des Rektorenverbandes im Oblast Jaroslavl, (hinten von links) Valeri Ivanov, Rektor der Nichtstaatlichen Internationalen Universität für Wirtschaft und Neue Technologien Jaroslavl, IZHD-Leiter Wolff-Dietrich Webler, Stephan Merl, Juri Moskvichev, Rektor der Staatlichen Technischen Universität Jaroslavl, Irina Lokhanina, Vize-Rektorin für Ausbildung, Ludmila Trubina, Prorektorin der Staatlichen Pädagogischen Hochschule Moskau.      
210/2002 28.05.02   ERASMUS-Info-Tag   Informationen von Studierenden für Studierende gab es beim ERASMUS-Info-Tag in der Universität als Vorbereitung auf den Auslandsaufenthalt im akademischen Jahr 2002/2003. An einzelnen Ländertischen informierten zum Beispiel ERASMUS-Studierende aus Frankreich, Osteuropa, Skandinavien oder Großbritannien und Irland, die zur Zeit in Bielefeld studieren, ihre Bielefelder Kommilitonen über ihre Heimatuniversitäten und spezielle Ländergepflogenheiten. Rege Gespräche und auch schon erste Kontaktaufnahmen machten die Informationsveranstaltung, die zum ersten Mal in dieser Form organisiert worden war, zu einer gelungen Premiere, die bestimmt ihre Fortsetzung finden wird. Zudem hatte das Akademische Auslandsamt eine Vortragsreihe zum Studium in Frankreich, Großbritannien und Spanien, zum Thema interkulturelle Kompetenz und zu den Formalitäten eines Auslandsaufenthaltes - wie Krankenversicherung, Auslands-BAFöG, Beurlaubung und mögliche Stipendien - zusammengestellt, die den Studierenden das Auslandsstudium erleichtern sollte.      
210/2002 28.05.02 Wissenschaft live - verständliche Wissenschaft Roboterhirn und Sandwich-Chemie (BUZ) Unter dem Motto "Wissenschaft live - verständliche Wissenschaft" hat in diesem Semester eine neue Vortrags- und Diskussionsreihe an der Universität Bielefeld begonnen. Mit diesem neuen Format will die Universität in lockerer Folge wesentliche, in der Fachwelt ausgezeichnete wissenschaftliche Ergebnisse in einer auch für interessierte Laien verständlichen Form präsentieren. Dies ist ein Element des kürzlich auch in den Zielvereinbarungen mit dem Ministerium bekräftigten Konzepts der Universität zum verstärkten Engagement bei der Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse in die breitere Öffentlichkeit (PUSH / Public Understanding of Science and Humanities). "Wissenschaft live" beginnt zunächst mit einem Referat des Preisträgers, danach wird ein Interview eingespielt, das die HERTZ Junior-Kindergruppe der Bielefelder Laborschule mit dem Preisträger geführt hat (HERTZ Junior wurde 2001 für seinen fantasievollen Umgang mit Wissenschaft - nicht nur - für Kinder seinerseits vom Stifterverband mit dem PUSH-Preis ausgezeichnet). Dieses Interview soll Stichworte für das folgende Podium liefern und schon atmosphärisch dafür sorgen, dass die anschließende Diskussion zwischen dem Preisträger, einem von ihm eingeladenen Gast, dem Rektor, einem weiteren Wissenschaftler und einem Vertreter der Öffentlichkeit (Moderation: Prorektorin Katharina Kohse-Höinghaus) nicht zu "abgehoben" ausfällt.

Nach dem Auftakt mit dem Informatiker und Leibniz-Preisträger Helge Ritter (Technische Fakultät) am 21. Mai zum Thema "Ein Gehirn für Roboter" wird die Reihe am 25. Juni um 18.15 Uhr im Hörsaal 3 mit dem Chemiker Peter Jutzi fortgeführt. Sein Vortrag zum Thema "50 Jahre Sandwich-Chemie" wird Grundlagen und Anwendungen dieser faszinierenden Aspekte der Chemie diskutieren. Jutzi ist einer der führenden Wissenschaftler in der Silizium-Chemie. Im März wurde er mit dem Alfred-Stock-Gedächtnispreis ausgezeichnet, neben dem Wilhelm-Klemm-Preis die höchste Auszeichnung, die die Gesellschaft Deutscher Chemiker für Wissenschaftler aus dem Bereich der anorganischen Chemie vergibt.

     
210/2002 28.05.02 Wissenschafts-Show Luftikus (BUZ) Nach dem Pisa-Schock sind sich alle einig: Bildung fängt schon im Kindergarten an. Wie dies konkret aussehen kann, zeigt ein Projekt namens "Luftikus". Die Puppen-Wissenschafts-Show hat der Bielefelder Chemiker Dr. Hans-Georg Stammler initiiert. Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft hat die Show im Rahmen seines Aktionsprogramms "PUSH - Dialog Wissenschaft und Gesellschaft 2001" ausgezeichnet. PUSH bedeutet "Public Understanding of Science and Humanities" und ist die international gängige Abkürzung für die immer wichtiger werdende Vermittlung von wissenschaftlichen Erkenntnissen in die Öffentlichkeit.

Mitte April gab es für Hans-Georg Stammler und seine Handpuppe Helius in der Bielefelder Kindertagesstätte Oberlohmannshof eine Premiere der besonderen Art: Eine Mischung aus Puppenspiel und Wissenschaftsshow mit spektakulären Versuchen aus Physik und Chemie rund um das Thema Luft und Feuer, ausgearbeitet in Zusammenarbeit mit Dagmar Selje, der Leiterin der Dagmar Selje-Puppenspiele im Zentrum Bielefelder Puppenspiele. Zur Vorbereitung fand eine eintägige Fortbildung für die Erzieherinnen der Kindertagesstätte statt, um diesen die meist in der Schule verflogene Begeisterung für Phänomene der unbelebten Natur zurückzugeben - eine Begeisterung, die bei Kindergartenkindern noch ganz selbstverständlich vorhanden ist, wie beispielsweise die Einschaltquoten der "Sendung mit der Maus" oder "Löwenzahn" mit naturwissenschaftlichem Schwerpunkt zeigen. Die 3Sat-Wissenschaftssendung "Nano - die Welt von morgen" hat inzwischen "Luftikus" mehrmals vorgestellt.

Infomationen auch unter:

    Link
210/2002 28.05.02 Universität Bielefeld auf der Hannover Messe 2002 Mikrobiologische Analytik in hygienerelevanten Bereichen (BUZ) Mit einem Exponat aus der Gewässer- und Abwasserforschung hat sich die Universität Bielefeld an der diesjährigen Hannover-Messe vom 15. bis 20. April auf dem Gemeinschaftsstand "Forschungsland NRW" beteiligt. Die Bielefelder Biologen Professor Rolf Mannesmann, Christian Fuchs und Stefan Rohlfing stellten ihr Serviceangebot "AQUAanalytik" zur Untersuchung von hygienerelevanten Umweltbereichen vor. Insbesondere Firmen, Kommunen, Umweltämtern und anderen Instituten soll mit dem Projekt die Möglichkeit gegeben werden, ihre hygiene- und umweltrelevanten Probleme im Zusammenhang mit Wasser bearbeiten zu lassen. Für Interessenten aus der Praxis werden als Dienstleistungen im Technologietransfer Begutachtungen und Beratungen im Zusammenhang mit verschiedenen aquatischen Umweltbereichen angeboten.

Besondere Schwerpunkte von AQUAanalytik liegen in der experimentellen Bearbeitung von Fragen, die mit der Kontamination von Wasser und bestimmten potenziell pathogenen Organismen aus verschiedenen Organismengruppen zu tun haben. Die drei Biologen weisen insbesondere auf die Vielfalt der zur Verfügung stehenden Testorganismen und ihre gesamtheitliche Einsatzmöglichkeit in Untersuchungen hin. Beispiele hierfür sind hygienerelevante Bakterien, Pilze und Parasiten sowie verschiedene andere Organismen (wie Ciliaten). Auch Untersuchungen von Apparaturen und Produkten, die in der Wasser- und Abwasserbereitung eingesetzt sind, beispielsweise Filtersysteme und Bestrahlungsanlagen, werden von AQUAanalytik durchgeführt.

Kontakt: Prof. Dr. Rolf Mannesmann, Fakultät für Biologie der Universität Bielefeld, Telefon 0521/106 5560, Fax: 0521/106 8052, Internetpräsenz:

    Link
210/2002 28.05.02   19. Tag des Schulsports   Die Abteilung Sportwissenschaft der Universität Bielefeld hatte die Sportlehrer der Region zum 19. Tag des Schulsports eingeladen. Dieser Tag setzte die lange Reihe von Fortbildungsveranstaltungen seit 1983 fort. Seither habe sich "vieles verändert, auch in der Sportlandschaft", sagte Professorin Christa Kleindienst-Cachay (Foto) bei der Eröffnung des Schulsport-Tages. So habe sich beispielsweise das Sportverständnis stark ausgeweitet "in Richtung auf Sinndimensionen, die früher eher am Randes des Sports gesehen wurden, nämlich in Richtung soziale Kommunikation, personale Darstellung und Lifestyle, Show und Event, Wagnis und Risiko, Wellness und Fitness und viele andere Dimensionen mehr. Soziologen sprechen geradezu vom so genannten 'unsportlichen Sport', der die Sportwelt erobert hat." Beobachten lasse sich aber auch in den letzten zwanzig Jahren eine starke Entwicklung in Richtung auf Kommerzialisierung des Sports, Globalisierung sowie vermehrten Konsum von Sport in den Medien. Dies spiegele sich auch in der Entwicklung der Sportwissenschaft an den Hochschulen wider und eben auch im reichhaltigen theorie- und praxisumfassenden Programm dieses Tages des Schulsports. "Eine Lehrerfortbildungsveranstaltung", so Christa Kleindienst-Cachay, "dient immer auch der Aktualisierung der Wissens- und Könnensbestände zum Zwecke der Anregung, das eine oder andere in der Schulpraxis umzusetzen. Aber diese Veranstaltung hat sich immner auch so verstanden, dass eine Brücke zwischen sportwissenschaftlicher Theoriebildung und der Praxis des Lehrerberufes in einem weiteren Sinne geschlagen wurde."      
210/2002 28.05.02   Freizeitpädagogen auf der Tourismusbörse Auch in diesem Jahr war die Universität Bielefeld wieder mit einem Stand auf der Internationalen Tourismusbörse (ITB) vom 16. bis 20. März in Berlin vertreten. Die ITB, größte Dienstleistungsmesse der Welt mit etwa 120 000 Besuchern, fand zum 36. Mal statt; die Universität Bielefeld war in diesem Jahr zum 10. Mal dabei. 15 Pädagogikstudenten und -studentinnen der Studienrichtung Freizeitpädagogik, Kulturarbeit und Tourismuswissenschaft stellten unter der Leitung von Dr. Renate Freericks sowie den Studentinnen Nadja Kwasny und Jana Hildebrandt Inhalte der Studienrichtung, aktuelle Projekte, Forschungsergebnisse sowie wissenschaftliche Arbeiten einem internationalen fachspezifischen Publikum vor.

Vorträge hielten in diesem Jahr der Bielefelder Freizeitwissenschaftler Wolfgang Nahrstedt zum Thema "Tanz statt Kampf der Kulturen: Reiseziele als globale Lernorte - Neue Herausforderungen für Freizeit- und Themenparks" sowie Norbert Meder (jetzt Universität Duisburg) über "Informationelles Lernen im Ökotourismus". Außerdem informierte Marlene Weber über Praktikumsmöglichkeiten für Pädagogikstudierende im Ausland in der freien Wirtschaft am Beispiel von RUF-Reisen.

Für die Studierenden selbst bestand die Möglichkeit, auf der Messe Referate zu halten. Diese Chance nutzte in diesem Jahr Nicole Dietrichsen, Pädagogikstudentin an der Universität Bielefeld. Sie stellte ihre Diplomarbeit zum Thema "Der Familienurlaub als erlebnisorientierte Lernzeit" vor.

Gesponsert wurde die Gruppe von RUF-Reisen sowie Erlebniszoo Hannover, Bielefeld Marketing, IFKA (Institut für Freizeitwissenschaft und Kulturarbeit e.V.) und Carolinen Brunnen.

Nicola Hericks, Mareike Hagemann

     
210/2002 28.05.02 Peter Baacke: 40 Jahre im Öffentlichen Dienst Haushaltssystem kontinuierlich weiterentwickelt   Seit 1971 arbeitet Peter Baacke in der Universitätsverwaltung und gehört somit zum "Urgestein" der Bielefelder Universität. Seine Verwaltungslaufbahn startete der gebürtige Wilhelmshavener bei der Bundeswehrverwaltung. Hier war er nach der Ausbildung für die "Versorgung der Truppe" zuständig. Doch der Aufbau der neuen Universität in Bielefeld lockte das "Nordlicht" an den Teutoburger Wald, und so begann er 1971 in einem fast leeren Zimmer im damaligen Aufbauzentrum mit der "Versorgung der Universitätstruppe" mit Finanzen. Er richtete "quasi aus dem Nichts" den Bereich Forschungsförderung und Drittmitteleinwerbung ein. "Für mich war es spannend, kein eingefahrenes Geschäft zu übernehmen, sondern die vielen Gestaltungsspielräume beim Neuaufbau nutzen zu können", erinnert sich Peter Baacke an die Anfangsphase.

Seit 1976 leitet Peter Baacke die Haushaltsabteilung der Universität Bielefeld und hat sie während der letzen 25 Jahre kontinuierlich weiterentwickelt, sowohl auf technischem Gebiet als auch in der Haushaltssystematik. So kann sich Peter Baacke noch an handgeschriebene Kontenkarten, Lochkarten und Magnetstreifen in der Anfangszeit erinnern. Genauso wichtig war jedoch der Wandel in der Systematik. Zunächst die Umstellung durch die Finanzautonomie und dann die Einführung der Kosten- und Leistungsrechnung. Als nächstes ist der Globalhaushalt zu bewältigen.

Außerhalb der Universität gehört seine Zeit nicht den Zahlen, sondern der Familie, dem Fotografieren und seiner Kakteenzucht.

     
210/2002 28.05.02 Versorgungssystem in Frage gestellt Menschen in Heimen (BUZ) Die Forschungsarbeitsgemeinschaft "Menschen in Heimen" an der Universität Bielefeld hat den Deutschen Bundestag aufgefordert, in der nächsten Legislaturperiode eine Heim-Enquête-Kommission einzurichten. Der Aufruf wurde von namhaften Wissenschaftlern und Experten unterstützt. Ihrer Meinung nach kann die Situation von behinderten, psychisch kranken und pflegebedürftigen Menschen in Heimen nicht zufriedenstellen. Daher sei es notwendig, die Versorgungsprobleme politisch zu thematisieren und grundlegend aufzuarbeiten. Die Arbeitsgemeinschaft wirft die Frage auf, ob das Heimsystem in seiner jetzigen Form den Persönlichkeitsrechten und den Ansprüchen des heutigen Menschen nach Individualisierung noch genügen könne. Sie fordert "eine Versorgung, die die individuellen Bedürfnisse, das soziale Umfeld und die Fähigkeiten der Hilfe- und Pflegebedürftigen mit einbezieht".

Der Aufruf hat bei Politikern, Betroffenen, Angehörigen, Pflegenden und Verbänden zu vielfältigen Reaktionen geführt. Trotz unterschiedlicher Meinungen besteht Einigkeit darin, dass es einer grundlegenden politischen Auseinandersetzung bedarf, da die derzeitige Versorgungssituation in vielen Bereichen veränderungsbedürftig ist.

Am 21. März hat die Initiative in der Stadthalle Bielefeld einen eintägigen Workshop veranstaltet. Etwa 250 Teilnehmer aus Politik, Behörden, Wissenschaft, Verbänden (Wohlfahrtsverbände, Berufs- und Interessensverbände) und aus der Praxis der psychiatrischen Versorgung, der Behinderten- und der Altenhilfe (Betroffene, Angehörige, Heimleiter, Pflegende, Beratungsstellen, Behindertenbeauftragte), lieferten sich eine spannende und kontroverse Diskussion, die anschließend in den Medien fortgeführt worden ist. In verschiedenen Vorträgen wurden die Probleme des Versorgungssystems Heime noch einmal auf den Punkt gebracht.

Mehr hierzu findet sich im Internet unter: <a href="http://www.uni-bielefeld.de/Universitaet/Einrichtungen/Pressestelle/dokumente/Presseerklaerung_Menschen_in_Heimen.html " class=intern>http://www.uni-bielefeld.de/Universitaet/
Einrichtungen/Pressestelle/dokumente/Presse
erklaerung_Menschen_in_Heimen.html</a>

     
210/2002 28.05.02 Wolfgang Hiemer: 40 Jahre im Öffentlichen Dienst Ein kundenorientierter Verwaltungsfachmann (BUZ) Auf vier Jahrzehnte im Öffentlichen Dienst kann der Leiter des Dezernates Z - Organisation, innerer Dienst, Zentrale Dienste - Wolfgang Hiemer zurückblicken. Nach dem Schulbesuch und einer Verwaltungsausbildung bei der Bundeswehrverwaltung in Norddeutschland wechselte Wolfgang Hiemer zu einer Kommunalverwaltung im Großraum Hamburg, bei der er als Kassenleiter eingesetzt war.

Danach hatte sich Hiemer bei der sich im Aufbau befindlichen Universität Bielefeld beworben und übernahm 1972 das Amt des stellvertretenden Kassenleiters der Universitätskasse, unter anderem mit der Aufgabe, eine Zentrale Kasse für den gesamten ostwestfälischen Hochschulbereich einzurichten. In dieser Zeit forcierte er den Zusammenschluss der Kassengeschäfte der angeschlossenen Hochschulen und begleitete den Aufbau eines modernen DV-gestützten Kassenwesens.

Mit der Übernahme der Leitung der Zentralen Beschaffungsabteilung im Jahre 1981 baute Hiemer diesen Verwaltungsbereich zu einem kundenorientierten Service-Center für Wissenschaft, Lehre und Forschung aus. Unter seiner Leitung etablierte sich ein DV-gestütztes Beschaffungssystem, das eine vollständige Integration in das Haushalts- und Kassensystem ermöglichte.

Seit Mai 2001 leitet Hiemer das Dezernat Z, dessen Aufgabenbereich erst kürzlich um die Zentrale Beschaffungsabteilung und die Abteilung Umweltschutz und Abfallwirtschaft erweitert wurde.

     
210/2002 28.05.02 Wirtschaftswissenschaften Meet the Manager (BUZ) Häufig wird kritisiert, dass Universitäten ihre Studierenden zu wenig auf die spätere Praxis in Betrieben vorbereiten. Dies hat Professor Fred G. Becker von der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Bielefeld zum Anlass genommen, ab dem laufenden Sommersemester regelmäßig die Veranstaltung "Meet the Manager" anzubieten. Das berufsvorbereitende Angebot soll Studierende in Kontakt zu Praktikern bringen, zu Führungskräften des Top- und Mittel-Managements, zu Führungsnachwuchskräften oder zu Alumnis. Als ersten Referenten konnte Becker den langjährigen Oetker-Top-Manager Guido Sandler (Foto) gewinnen. Am 4. Juni wird Verena Volpert, Leiterin der zentralen Finanzabteilung, Bertelsmann AG in Gütersloh, in der Veranstaltungsreihe "Meet the Manager" erwartet (18.00 bis 20.30 Uhr, Raum V2-213). Die Teilnehmerzahl ist auf 20 Personen begrenzt.      
210/2002 28.05.02 Kunst, Geschlecht, Politik Männlichkeitskonstruktionen und visuelle Kunst (BUZ) Die Bielefelder Historikerin Martina Kessel leitet vom 28. bis 29. Juni im Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld die Tagung "Kunst, Geschlecht, Politik. Männlichkeitskonstruktionen in der Moderne". Ziel der Tagung ist es, ausgehend von empirischen Forschungen der eingeladenen Wissenschaftler, im interdisziplinären Gespräch den komplexen Zusammenhang zwischen Männlichkeitskonstruktionen und visueller Kunst zu diskutieren.

Es geht zum einen - so die wissenschaftliche Leiterin - "um historische Entwürfe von Männlichkeit durch die Zuschreibung ästhetischer Kompetenz, zum anderen um die Möglichkeiten in verschiedenen Bereichen der Kunst, Geschlechteridentitäten zu entwerfen und zu verändern und damit auch die soziopolitische Positionierung der Geschlechter zu beeinflussen. Eine der Leitfragen wird sein, das spannungsreiche Verhältnis von einander augenscheinlich widersprechenden und doch paradox aufeinander bezogenen Konzepten auszuloten, die zur Zeit sowohl in geschichtswissenschaftlicher als auch in kunsthistorischer Perspektive diskutiert werden: Die Zementierung einer hierarchischen Geschlechterdifferenz durch Kunst und Politik einerseits und andererseits der Versuch, ein 'ganzheitliches' Männlichkeitskonstrukt zu entwerfen, das Männlichkeit und Weiblichkeit integriert und doch, als subjekttheoretisch dominant gedachte Position, die Geschlechterdifferenz nicht aufhebt."

     
210/2002 28.05.02 Fakultät für Soziologie Prof. Dr. Xiong Yuegen   Prof. Dr. Xiong Yuegen, Fachbereich Soziologie der Universität Beijing, Volksrepublik China, hielt sich Ende März auf Einladung von Prof. Lutz Leisering Ph.D. an der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld auf. Der Besuch galt der Vorbereitung eines Promotionsabkommens im Rahmen des neuen Internationalen Promotionsstudiengangs an der Bielefelder Fakultät für Soziologie. Der Kontakt wird durch das Rektorat finanziell unterstützt. Die Soziologen Xiong und Leisering bereiten auch eine Forschungszusammenarbeit auf dem Gebiet der Alterssicherung in der Volksrepublik China vor.      
210/2002 28.05.02 Fakultät für Biologie Prof. Dr. Alfred Pühler   Prof. Dr. Alfred Pühler, Fakultät für Biologie der Universität Bielefeld, ist vom Präsidenten der Max-Planck-Gesellschaft, Prof. Dr. Hubert Markl, in eine Gruppe von Rapporteuren berufen worden, die in einer erweiterten Fachbereichsbegutachtung sechs Max-Planck-Institute der Biologisch-Medizinischen Sektion vergleichend bewerten soll. Zusammen mit Prof. Dr. Nikolaus Amrhein von der Universität Genf sollen die Max-Planck-Institute für Limnologie in Plön, für marine Mikrobiologie in Bremen, für terrestrische Mikrobiologie in Marburg, für chemische Ökologie in Jena, für molekulare Pflanzenphysiologie in Golm und das Max-Planck-Institut für Züchtungsforschung in Köln einer Begutachtung unterzogen werden. Nach Abschluss der Begutachtungen wird eine Forschungsfeldkommission auf Basis der erstellten Berichte über Entwicklungsperspektiven der Max-Planck-Institute und gegebenenfalls über notwendige Veränderungen in der Resourcenzuteilung beraten. Die Forschungsfeldkommission wird ihre Abschlusssitzung zusammen mit dem Präsidenten der Max-Planck-Gesellschaft Anfang Juni dieses Jahres in München abhalten.      
210/2002 28.05.02 Ab Wintersemester 2002/2003 Sportwissenschaft mit Beifach Betriebswirtschaft (BUZ) Die Abteilung Sportwissenschaft der Universität Bielefeld wird ab dem kommenden Wintersemester 2002/2003 den bisherigen Diplom-Studiengang Sportwissenschaft in einen gestuften Studiengang mit integriertem Beifach Betriebswirtschaft umwandeln. Danach werden folgende Ausbildungen angeboten: Eine allgemeine sportwissenschaftliche Ausbildung mit einem dreijährigen Bachelor-Studiengang und aufbauend zwei Master-Studiengänge mit den Schwerpunkten "Prävention und Rehabilitation" sowie "Entwicklung und Management".

Mit dieser Erweiterung werden den Studierenden in Bielefeld weitreichende Berufsfelder der Sportbranche eröffnet. Die Studierenden werden in den Master-Studiengängen je nach Wahl ihres Schwerpunktes für leitende Funktionen innerhalb der betrieblichen Gesundheitsförderung, der Sporttherapie von Rehabilitationszentren, Krankenkassen mit Bewegungsangeboten oder für Management-Funktionen in Sportvereinen und -verbänden, Sportorganisationen, der Sportwerbe-Industrie, Sportartikel-Industrie ausgebildet.

Für die hohe Qualität des Studiums spricht neben einer fundierten sportwissenschaftlichen Ausbildung und der Vermittlung von Management-Kenntnissen weiterhin die Vermittlung berufsqualifizierender "Softskills", beispielsweise Ausbildung in Moderations- und Präsentationstechniken, Gesprächsführung.

Den Absolventinnen und Absolventen des Master-Studiengangs wird neben dem Master-Zeugnis zusätzlich ein Diplom-Zeugnis ausgehändigt, womit die Anerkennung der Studiengänge auf dem deutschen und gleichzeitig auf dem europäischen Arbeitsmarkt gewährleistet ist. Die Zulassung erfolgt weiterhin über die Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) in Dortmund.

Die Studienberatung der Abteilung Sportwissenschaft steht unter folgenden E-Mail-Adressen zur Verfügung: anette.nierhoff@uni-bielefeld.de und dpa.sport@uni-bielefeld.de. Informationen im Internet unter

    Link
210/2002 28.05.02 Kurs für Studierende im Lehramt "Lehren für die Zukunft" Ein bewährtes Kurskonzept aus der Lehrerfortbildung wird jetzt in der Bielefelder Lehrerausbildung übernommen. Seit zwei Jahren führt INTEL mit Unterstützung von MICROSOFT und der Bildungsakademie Dillingen den modular gegliederten Computerkurs "Lehren für die Zukunft" in allen Bundesländern im Rahmen der Lehrerfortbildung durch. Gestaltung von Arbeitsblättern, multimediale Präsentationen, Schülerverwaltung oder der Aufbau einer Schul-Internetseite sind beispielhafte Themen dieses Kurses. An solchen schulischen Problemfeldern werden Softwareprodukte kennen gelernt und deren ziel- und produktorientierter Einsatz eingeübt.

Was sich in der Fortbildung von Lehrkräften bewährt hat, wird seit diesem Sommersemester den Lehramtstudierenden als studienbegleitende Schulung durch das Zentrum für Lehrerbildung der Universität Bielefeld angeboten. 24 Studierende streben in Bielefeld im Rahmen eines 40-stündigen Pilotkurses, der an den drei nordrhein-westfälischen Universitäten Köln, Siegen und Bielefeld durchgeführt wird, den zertifizierten Kursabschluss an. Da der Umgang mit den neuen Medien und der adäquate Einsatz in Schule immer mehr zu einer Grundqualifikation für den Lehrberuf geworden ist, wird das INTEL-Zertifikat den Studierenden den Einstieg in die Schule erleichtern.

Einen vergleichbaren Nachweis über erworbene Medienkompetenzbereiche können sich Lehramtstudierende seit diesem Semester auch im Rahmen des "Portfolio Medienkompetenz" zertifizieren lassen.

Durch beide Angebote werden die Lehramtstudierenden praxisnah auf aktuelle Anforderungen in der Schule vorbereitet. Sie können damit ihr persönliches Profil im Bereich der Medienkompetenz für den Bildungsbereich schärfen.

Siegfried Bresler

     
210/2002 28.05.02 Fakultät für Soziologie Prof. Dr. Karl Krahn   Prof. Dr. Karl Krahn, Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld, ist erneut in den Aufsichtsrat der Thyssen Krupp Stahl AG (Duisburg) gewählt worden, in dem er seit 1993 die Arbeitnehmerseite vertritt. Krahn befasst sich schwerpunktmäßig mit Initiativen und Projekten zur Verstärkung der Mitarbeiterpartizipation und zur Beschäftigungssicherung, die durch eine Verbesserung der Innovationsfähigkeit des Unternehmens und eine stärkere Ausschöpfung innovativer Potentiale der Beschäftigten erreicht werden soll. Zu nennen ist in diesem Zusammenhang das Projekt "stahlsolar", in dem zunächst Prototypen entwickelt werden sollen, die die Kosten für solarthermische und Photovoltaik-Anlagen erheblich reduzieren und zudem den Wirkungsgrad erhöhen. Damit wird angestrebt, durch neue Stahl-Werkstoffinnovationen die Chancen für eine marktfähige Serienfertigung von erneuerbaren Energien zu verstärken und somit eine erhebliche Zahl von Arbeitsplätzen zu schaffen.      
210/2002 28.05.02 Fakultät für Chemie Prof. Dr. Peter Jutzi   Prof. Dr. Peter Jutzi, Fakultät für Chemie der Universität Bielefeld, ist von der Gesellschaft Deutscher Chemiker mit dem "Alfred-Stock-Gedächtnispreis" ausgezeichnet worden. Der Preis wird alle zwei Jahre verliehen. Er ist zusammen mit dem "Wilhelm-Klemm-Preis" die höchste Auszeichnung, die die Gesellschaft Deutscher Chemiker für Wissenschaftler aus dem Bereich der Anorganischen Chemie vergibt. Peter Jutzi, seit 1979 Chemieprofessor an der Universität Bielefeld, ist einer der führenden Wissenschaftler in der Silicium-Chemie. Er hat bereits mehrere renommierte Forschungspreise zu verzeichnen, darunter der Dozentenpreis des Verbandes der Chemischen Industrie (1976), der Wacker-Silicon-Preis (1987) und der Max Planck-Forschungspreis (1992). Zuletzt erhielt Jutzi von der Amerikanischen Chemischen Gesellschaft in San Francisco den "Frederic Stanley Kipping Award in Silicon Chemistry". Der Award wird im Zweijahresturnus weltweit vergeben und ging bisher erst an fünf deutsche Wissenschaftler.      
210/2002 28.05.02 Bewerbungen jetzt möglich Master of Science in Epidemiologie (BUZ) Für den viersemestrigen Aufbaustudiengang zur Höherqualifizierung im Fach Epidemiologie an den Universitäten Bielefeld, Berlin und München sind die Bewerbungen für das Wintersemester 2002/2003 jetzt angelaufen. Bewerbunsschluss ist der 30. September, Studienbeginn ist der 14. Oktober. Der Schwerpunkt der Ausbildung liegt in der Vermittlung methodisch-analytischer Kenntnisse und dient insbesondere der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses für die Forschung und Lehre an Universitäten und Instituten. Besonders attraktiv für die Studierenden ist die Möglichkeit, das Studium innerhalb Deutschlands an verschiedenen, miteinander kooperierenden Standorten wahrnehmen zu können. Im ersten Semester kann wahlweise an den Standorten Berlin, Bielefeld oder München studiert werden. Das zweite Semester findet zentral in Bielefeld statt. Das dritte und vierte Semester werden wiederum an den ursprünglich gewählten Standorten absolviert. Der berufsbegleitende Studiengang wird mit dem international anerkannten Titel des "Master of Science in Epidemiology" abgeschlossen.

Zulassungsvoraussetzungen sind ein abgeschlossenes Studium der Human-, Tier- und Zahnmedizin, der Pharmazie, der Naturwissenschaften, Gesellschaftswissenschaften oder vergleichbarer Fächer sowie Berufserfahrung in den genannten Bereichen. Erfahrungen in der epidemiologischen Forschung sind willkommen.

Die Teilnahmegebühren betragen 2556 Euro. Weitere Informationen und Bewerbungsunterlagen: Dr. Hiltrud Merzenich, Universität Bielefeld, Telefon 0521/106 4266, E-Mail hiltrud.merzenich@uni-bielefeld.de,

    Link
210/2002 28.05.02 Radsportveranstaltung an der Uni Bielefeld "Quäl' Dich, Du Sau!" Die Aufforderung des Telekomfahrers Udo Bölz an den späteren Toursieger Jan Ullrich bei der Tour de France 1997 "Quäl' Dich, Du Sau!", ist sicherlich nicht das Motto der Anfang Juni an der Universität Bielefeld stattfindenden Breitensportveranstaltung. Aber auch ohne den Wettkampfcharakter stellen die Hügel und Berge zwischen Bielefeld und Osnabrück eine sportliche Herausforderung dar. Annehmen können diese die Teilnehmer bei der vom RC Sprintax in Zusammenarbeit mit der Abteilung Sportwissenschaft organisierten Veranstaltung am Samstag, dem 1. Juni. Start ist zwischen 11 und 13 Uhr. Angeboten werden ausgeschilderte Strecken von 49, 78, 110 und 152 km. Das Startgeld beträgt 4 Euro, für die Inhaber von Wertungskarten 3 Euro, zusätzlich muss eine Kaution von 1 Euro für die Rückennummer hinterlegt werden.

Zum Hintergrund: Radtouristikfahrten (RTF) gibt es seit 1984. Sie werden auf verkehrsarmen und landschaftlich reizvollen Strecken zwischen März und Oktober als Breitensportveranstaltungen durchgeführt. Auf den ausgeschilderten Strecken unterschiedlicher Länge werden die Teilnehmer unterwegs mit Getränken und Nahrung versorgt. Ihr Tempo bestimmen sie je nach Form selbst. Je nach Wetter und Strecke haben diese Veranstaltungen zwischen 100 bis 700 Teilnehmer, die - sofern sie Inhaber einer Wertungskarte des BDR sind - für die gefahrenen Strecken Punkte erhalten. Im Vordergrund steht die sportliche Betätigung, es gibt deshalb keine Zeitnahmen und Ranglisten.

Der Bielefelder Radsportverein RC Sprintax organisiert seit 15 Jahren Radtouristikfahrten. Da einige seiner Mitglieder an der Universität Bielefeld arbeiten, soll mit dieser Veranstaltung ein Betrag geleistet werden, die Universität stärker an die Stadt und die Region zu binden. Kontakt: Dr. Ralf Herbold, Telefon 0521/106 4671. Weitere Details unter

    Link
210/2002 28.05.02 Seit 1999 amerikanischer Generalkonsul in Düsseldorf Daniel E. Harris   Daniel E. Harris, seit 1999 amerikanischer Generalkonsul in Düsseldorf, führte im Rahmen seines Antrittsbesuchs in Bielefeld am 17. April auch ein Gespräch mit dem Rektor der Universität Bielefeld, Prof. Dr. Dieter Timmermann. Dabei bot er Kooperationen mit dem Amerikahaus in Köln vor allem in den Bereichen Biotechnologie/Genomforschung und Wissenschaftsforschung an. Harris, der großes Interesse für die Universitäten in seinem Zuständigkeitsbereich zeigt, studierte selbst u.a. in Köln und war dann als Diplomat in der Schweiz, Argentinien, Tschechien und in Südafrika tätig.      
210/2002 28.05.02 Fakultät für Wirtschaftswissenschaften Prof. Dr. Bernhard Eckwert   Prof. Dr. Bernhard Eckwert, zuletzt Technische Universität Chemnitz, ist zum Professor für Volkswirtschaftslehre (Wirtschaftstheorie) an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Bielefeld ernannt worden. Bernhard Eckwert, 1956 in Bad Rothenfelde geboren, studierte Wirtschaftswissenschaften in Ausgsburg. Seinem Examen als Diplom-Ökonom folgte 1984 die Promotion und 1992 die Habilitation in Augsburg. Von 1993 bis zu seiner Berufung nach Bielefeld war Eckwert Professor für Makroökonomie, insbesondere internationale Wirtschaftsbeziehungen an der TU Chemnitz. Während seine ersten wissenschaftlichen Arbeiten großenteils in Ausgburg Themen der Außenhandelstheorie und -politik gewidmet waren, ist sein Werk in den 90er Jahren stark auf Probleme der Funktion und Struktur von Finanzmärkten fokussiert. Eine internationale Wahrnehmung und Wirkung seiner Arbeiten wird auch durch die angesehenen Journale, in denen er veröffentlicht hat, und durch seine internationalen Kontakte belegt, wir etwa mit Itzak Zilcha aus Tel Aviv oder mit Burkhard Drees vom International Monetary Fund in Washington. Eckwerts Werk ist in jüngster Zeit vor allem gekennzeichnet durch Orientierung an anwendungsrelevanten Fragestellungen, die er mathematisch modelliert und theoretisch analysiert.      
210/2002 28.05.02 Zentren für internationalen Forschungsnachwuchs Bioinformatik-Graduate School auf der Bildungsmesse in Köln (BUZ) Unter dem Motto "Bildung hat Priorität in Nordrhein-Westfalen" stellte das NRW-Wissenschaftsministerium im Februar auf der "Bildungsmesse 2002" in Köln mehrere Projekte vor, die jeweils einzelne Schwerpunkte der nordrhein-westfälischen Bildungspolitik repräsentieren, darunter auch Hochschulprojekte, die den internationalen akademischen Spitzennachwuchs ins Land holen sollen. Wie Nordrhein-Westfalen Exzellenz fördert, zeigten in Köln zwei der insgesamt sechs international ausgerichteten Graduate Schools, die als Zentren von Weltruf für die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses unlängst etabliert worden sind. Vorgestellt wurde neben der Graduate School in Bochum auch die "International Graduate School in Bioinformatics and Genome Research" der Universität Bielefeld.

In der Bielefelder Graduate School werden unter der Federführung der Professoren Robert Giegerich (Informatik) und Alfred Pühler (Genetik) und unter der interdisziplinären Beteiligung der Fakultäten für Biologie, Chemie, Mathematik und der Technischen Fakultät rund 20 weltweit nach Leistungskriterien ausgewählte Doktoranden und Doktorandinnen zur Promotion geführt.

Die Bielefelder Graduate School - die jetzt auch in einem von der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung des Landes NRW mit Unterstützung durch das Wissenschaftsministerium herausgegebenen "Welcome special" neben den anderen fünf Graduate Schools vorgestellt wird - nutzt sowohl das Forschungspotenzial der beiden am Centrum für Biotechnologie (CeBiTec) angebundenen Einrichtungen "Institut für Bioinformatik" und "Institut für Genomforschung" als auch relevante Einrichtungen der beteiligten Fakultäten und steigert die Attraktivität am Standort durch zukunftsorientierte Studienangebote. Sie schärft das Profil Bioinformatik sowie Genomforschung und stärkt die internationale Ausrichtung der Universität Bielefeld.

Weitere Informationen: Dr. Klaus Prank, Telefon 0521/106 2539,

    Link
210/2002 28.05.02 Schulsportpraxis schulsport-nrw.de (U.L.) Mit einem Mausklick hat Sportminister Dr. Michael Vesper am 21. März das Projekt Schulsport NRW im Internet gestartet. Unter der Adresse www.schulsport-nrw.de können sich alle Interessierten über den Schulsport in Nordrhein-Westfalen informieren. Insbesondere für die rund 29 000 Sportlehrerinnen und Sportlehrer in Nordrhein-Westfalen bietet die Internetseite viele Informationen: In acht unterschiedlichen Feldern sind Materialien zu Entwicklung und Praxis des Schulsports, Angebote und Termine für Schulsportwettbewerbe in Schulen, Hinweise zu Fortbildungsmöglichkeiten und Serviceadressen zu finden.

Unterstützt von den Gemeindeunfallversicherungsverbänden werden zudem Informationsfelder zu den Themen "Sicherheitsförderung" und "Gesundheitsförderung" aufgebaut.

Kernstück des Internetauftritts ist das Informationsangebot Schulsportpraxis, entwickelt und betreut von der Abteilung Sportwissenschaft der Universität Bielefeld unter der Leitung von Professor Dietrich Kurz und Uta Lindemann im Rahmen eines Teilprojekts im Forschungsverbund "Sportwissenschaft und Informatik".

Im Informationsfeld "Schulsportpraxis" öffnet sich mit sportunterricht.com der Zugang zu einer mehrdimensionalen Datenbank, die Unterrichtsvorhaben detailliert mit Vorschlägen zu alternativen Planungen und Unterrichtsmaterialien vorstellt. Neben einem Schema zum Unterricht ist eine Fülle an Zusatzinformationen zu erhalten. Für Referendarinnen und Referendare sind in einem speziellen Servicebereich Tipps und Hilfen für die Planung und Durchführung von Unterricht zu finden. Außerdem besteht die Möglichkeit, über ein Formular eigene Ideen einzustellen. Diese werden vom "Bielefelder Netzwerk für die sportpädagogische Praxis" zu Unterrichtsvorhaben aufbereitet und unter dem Namen der jeweiligen Autorin, des jeweiligen Autors veröffentlicht.

    Link
210/2002 28.05.02 Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaft Dr. Martin Driessen   Dr. Martin Driessen, Chefarzt der Psychiatrischen Klinik der Krankenanstalten Gilead in Bielefeld-Bethel und Privatdozent an der Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaft der Universität Bielefeld, ist die Bezeichnung "außerplanmäßiger Professor" verliehen worden. Martin Driessen, 1958 in Wuppertal geboren, studierte Medizin in Aachen und Lübeck und wurde 1990 an der Medizinischen Hochschule Lübeck promoviert, wo er sich 1997 auch habilitierte. Seit 1999 leitet er die Psychiatrische Klinik in Bethel. Seit dieser Zeit bietet Driessen in Verbindung mit den Arbeitseinheiten "Klinische Psychologie/Neuropsychologie" und "Interaktion und Intervention" der Abteilung Psychologie der Universität Bielefeld Lehrveranstaltungen an. Der Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Arbeit liegt im Bereich der Suchtforschung, speziell der Alkoholabhängigkeit und der damit zusammenhängenden psychischen und psychiatrischen Probleme und Störungen. In den letzten Jahren finden sich aber auch Veröffentlichungen in anderen Forschungsgebieten, worunter vor allem die in den "Archives of General Psychiatry" publizierte MRI-Studie zu Hirnstrukturen des Hippocampus und der Amygdala bei Patienten mit früher Traumatisierung und Borderline-Persönlichkeitsstörungen hervorzuheben ist.      
210/2002 28.05.02 Zentrum für Lehrerbildung Portfolio: Medien (BUZ/B.S.) Zur Förderung von Medienkompetenz und medienpädagogischer Kompetenz ist in Nordrhein-Westfalen ein Medienportfolio entwickelt worden, das eine detaillierte Dokumentation der individuellen Leistungen und Qualifikationen in diesem Bereich ermöglichen soll. Das Portfolio ist auf "lebenslanges Lernen" ausgerichtet. Es begleitet ähnlich einer Künstlermappe durch das Lehramtsstudium, das Referendariat und berufsbegleitend bei Fortbildungen.

Für die Studierenden der Universität Bielefeld, die sich auf das Berufsfeld Schule vorbereiten, besteht mit dem "Portfolio:Medien.Lehrerbildung" die Möglichkeit, medienpädagogische Kompetenzen aufzubauen und zu belegen. Sie können dabei über das elektronische Kommentierte Vorlesungsverzeichnis (eKVV) aus dem entsprechenden Gesamtangebot der verschiedenen Fakultäten auswählen.

Um den Studierenden die Auswahl geeigneter medienpädagogischer Veranstaltungen zu erleichtern, werden im eKVV der Universität Bielefeld diejenigen Angebote kenntlich gemacht, in denen Zertifikate für das Portfolio erworben werden können. Das eKVV bietet über die Homepage der Universität die Möglichkeit, sich einen persönlichen Stundenplan aus den fortwährend aktualisierten Angeboten der Fakultäten elektronisch zusammenzustellen.

Weitere Informationen zum Portfolio:

    Link
210/2002 28.05.02   Studienpreis   (BUZ) Carl Peter Kleidat (r.), Student an der Fakultät für Soziologie und an der Fakultät für Rechtswissenschaft der Universität Bielefeld, erhielt den Studienpreis Rechtssoziologie 2001 für seine Hausarbeit "Die lex mercatoria in juristischer und soziologischer Perspektive: Entscheidung zwischen Recht und Nicht-Recht". In seiner Arbeit untersucht Carl Peter Kleidat, ob es sich bei der lex mercatoria um ein gegenüber nationalstaatlichen Rechtsordnungen verselbständigtes globales Wirtschaftsrecht handelt oder nicht. Der Studienpreis, durch den der rechtssoziologische Nachwuchs an deutschsprachigen Hochschulen gefördert werden soll, wurde im Rahmen der Bielefelder Tagung "Perspektiven der Rechtssoziologie" von der Sektion Rechtssoziologie der Deutschen Gesellschaft für Soziologie verliehen, in deren Vorstand auch Alfons Bora, Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld, tätig ist. Die Auszeichnung nahm Sektionssprecher Stefan Machura (l.) vor.      
210/2002 28.05.02 Fakultät für Biologie Prof. Dr. Siegmar-Walter Breckle   Prof. Dr. Siegmar-Walter Breckle, Fakultät für Biologie der Universität Bielefeld, nahm als bisheriger Sprecher der Wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft Afghanistan auf Einladung des Auswärtigen Amtes im März in Berlin an einem Arbeitsessen aus Anlass des Staatsbesuchs des Vorsitzenden der Übergangsregierung Afghanistans, Hamid Karzai, teil. Bei Gesprächen mit dem Wiederaufbauminister des Landes, Amin Farhang, stellte dieser die Frage - so berichtet Breckle -, ob sich neben den bisherigen Universitäten Bonn, Köln und Bochum nicht auch weitere an einer Universitätspartnerschaft beteiligen wollten. Die genannten Universitäten haben in den sechziger Jahren eine Aufbau- und Forschungspartnerschaft mit der Universität Kabul begründet, die de jure nach wie vor existiert. Im Rahmen dieser Partnerschaft hatte der Ökologe Siegmar-W. Breckle in Kabul im Rahmen eines deutschen Teams 1966 bis 1969 und 1976 Lehrprogramme in Botanik und Ökologie und Forschungsprojekte zur Hochgebirgsökologie des Hindukusch in Afghanistan initiiert. Breckle sagte Amin Farhang zu, er wolle die Frage einer Partnerschaft mit der Universität Bielefeld klären. Eine solche wieder auflebende Partnerschaft böte die Möglichkeit einerseits beim Wiederaufbau einzelner Fakultäten mitzuhelfen und Lehrprogramme und Unterrichtsmaterial zu entwickeln und bereitzustellen, andererseits gemeinsame Forschungen im Lande wieder aufzunehmen. Die Universitäten Bonn und Köln haben ihre Hilfe bereits zugesagt.      
210/2002 28.05.02   "Nano the Hedgehog" oder "Die blaue Zitrone":   Einen inzwischen von zahlreichen Fachleuten weltweit bestaunten Rekord verzeichnen der Chemiker Achim Müller und der Mathematiker Andreas Dress von der Universität Bielefeld in ihrem Bericht "Inorganic Chemistry Goes Protein Size", der jetzt in der internationalen Ausgabe der Zeitschrift Angewandte Chemie erschienen ist. Hierüber berichten außerdem David Bradley ("Nano the Hedgehog") in The Alchemist / The Chem Web Magazine sowie jetzt auch Philip Ball im international renommierten Wissenschaftsjournal Nature mit seinem Beitrag "The blue lemon". Den Bielefelder Wissenschaftlern ist nämlich die Synthese eines isolierten Clusters gelungen, der 368 Molybdänatome, insgesamt aber bald zweitausend Atome enthält. So etwas hat es bislang noch nicht gegeben. Lediglich in der belebten Natur, bei den Proteinen, sind solche Größenordnungen üblich. (Siehe "Bielefelder Universitätszeitung" Nr. 209/2002.)      
210/2002 28.05.02 Neue Wege in der Lehrerausbildung: Standortentscheidung ist gefallen Konsekutive Lehrerausbildung mit Bachelor- und Master-Studiengängen (BUZ/MSWFNRW) Die Standortentscheidung für die gestufte Lehrerausbildung ist gefallen: "Die Universitäten Bielefeld und Bochum werden ab dem kommenden Wintersemester die konsekutive Lehrerausbildung mit Bachelor- und Master-Studiengängen erproben", erklärte Bildungsministerin Gabriele Behler am 19. März in Düsseldorf. Die Universität Bielefeld deckt im Modellversuch neue Lehrerausbildung den gymnasialen sowie auch den Grund-, Haupt- und Realschulbereich ab, Bochum nur die gymnasiale Lehrerausbildung. Neun von insgesamt 14 nordrhein-westfälischen Hochschulen, die Lehramtsstudiengänge anbieten, hatten sich mit eigenen Konzepten um das bundesweit einmalige Modellvorhaben beworben. Die Vorschläge der Universitäten Bochum und Bielefeld konnten die aus namhaften Wissenschaftlern zusammengesetzte Jury wegen der guten Einpassung der neuen Lehrerausbildung in die bestehende Hochschulstruktur, der stichhaltigen Konzepte im Hinblick auf das neue Berufsbild des Bachelor-Absolventen und der besonderen Reformkultur innerhalb der beiden Hochschulen überzeugen.

Ziel des "Modellversuchs Konsekutive Lehrerausbildung" ist zum einen, das Studium so zu organisieren, dass eine Straffung der tatsächlichen Studienzeiten möglich wird. Zum anderen soll die konkrete Berufswahlentscheidung junger Leute bis zum Abschluss des Bachelor- oder Master-Studiums offen gehalten werden. Dadurch soll es Studierenden ermöglicht werden, schnell und flexibler auf die tatsächliche Situation am (Lehrer)Arbeitsmarkt zu reagieren, aber auch für andere Arbeitgeber attraktiv zu sein. In Zukunft erwartet angehende Lehrerinnen und Lehrer an der Bochumer und Bielefelder Universität also ein gestuftes Studium mit einem ersten Bachelor-Abschluss nach sechs Semestern, der für ein breiteres Berufsfeld qualifiziert. Daran schließt sich ein auf den Bachelor-Abschluss aufbauendes Masterstudium an, das je nach Lehramt nach weiteren zwei bis vier Semestern dazu befähigt, kommende Schülergenerationen nach neuesten erziehungswissenschaftlichen und fachlichen Erkenntnissen zu unterrichten. Dabei ist gewährleistet, dass die in Bochum und Bielefeld ausgebildeten Lehrkräfte auch über Nordrhein-Westfalen hinaus in den Schulen tätig werden können. Die Kultusminister der 16 Bundesländer haben hierzu auf ihrer Sitzung am 1. März 2002 "grünes Licht" gegeben.

Nicht nur Nordrhein-Westfalen, sondern die ganze Republik schaue jetzt auf Bochum und Bielefeld, sagte Rektor Dieter Timmermann am 8. Mai im Senat der Universität Bielefeld. "Ich weiß nicht, welche Hintergedanken mit diesem Blick verknüpft sind, ob Hoffnung auf Erfolg oder Hoffnung auf Misserfolg. Ich hoffe natürlich, dass wir Erfolg haben werden, und ich glaube auch, dass wir jetzt einen point of no return erreicht haben, und das vor dem Hintergrund, dass die Rektoren gerade zum Thema 'Europäischer Hochschulraum' unter starker internationaler Beteiligung getagt haben. Der Bundespräsident hat dort eine Rede gehalten, und es gab viele Grußworte von Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn, von Wissenschaftsministerin Dagmar Schipanski, von NRW-Ministerpräsident Wolfgang Clement und anderen. Es gab dort auch zwei Podien zum europäischen Studien- und Lehrraum und zum europäischen Forschungsraum. Mir ist noch einmal deutlich geworden, wie stark die deutschen Hochschulen immer noch selbstbezogen denken und agieren: sobald man Teilnehmer aus anderen Ländern auf dem Podium hat, merkt man, dass in anderen Ländern auch ganz anders gedacht wird. Man ist dort viel weiter in der Umsetzung der Bologna-Beschlüsse. Ich denke, dass wir in Bielefeld die große Chance haben, eine Pioniertat mit der konsekutiven Lehrerbildung zu erbringen, die auch wichtige Implikationen für die anderen Studienbereiche hat. Es gibt dabei auch Risken, aber wie hoch die Risiken sind, hängt auch davon ab, mit wie viel Engagement wir an die Aufgaben herangehen. Bei der Arbeitsgruppe, die den Modellversuch vorbereitet hat und die jetzt weiterarbeiten wird, gibt es ein großes Engagement verbunden mit viel Motivation. Ich hoffe, dass das in die Fakultäten ausstrahlt und es uns allen gelingt, das zu schaffen, was eigentlich schon seit 30 Jahren eingefordert wird, nämlich eine nachhaltige inhaltliche Studienreform."

Das Modellvorhaben wird während der gesamten Laufzeit bis hin zu den ersten Absolventen durch eine Evaluation begleitet. HIS, die Hochschul-Informations-System GmbH, wird herausarbeiten, wo eventuelle Schwachstellen des Modells liegen und wie weitere Ve...

     
210/2002 28.05.02   Studierende und Wirtschaft   Zusatzqualifikationen zu erwerben - auch in berufsfeldfremden Bereichen -, das ist das Ziel des Programms "Studierende und Wirtschaft" der Universität Bielefeld, das vor gut zehn Jahren von der regionalen Wirtschaft und der Universität sowie vom Arbeitsamt Bielefeld aus der Taufe gehoben wurde. Die erfolgreichen Teilnehmer des 10. Jahrgangs erhielten jetzt im Internationalen Begegnungszentrums der Universität (IBZ) ihre Zertifikate. Fast 60 Studierende haben ein Jahr lang neben ihrem Studium Seminare und Praktikervorträge besucht sowie Trainings und Betriebspraktika absolviert. Auf dem Programm der Jubiläumsveranstaltung standen die Vorträge "Quereinsteiger in der Privatwirtschaft" von Dr. Hans-Jürgen Füllgrabe, Hochschulteam des Arbeitsamtes, und "Chancen und Risiken der New Economy" von Mark Ulbrich, Human Ressources Development Ceyoniq AG. Melanie Ratka, Teilnehmerin des 10. Jahrgangs, berichtete im Anschluss über "Rock meets Classic - Mitarbeit bei der Vorbereitung des Detmolder Stadtfestivals".      
210/2002 28.05.02 Rechtswissenschaft Magister Legum (BUZ) Im Zusatzstudiengang der Fakultät für Rechtswissenschaft der Universität Bielefeld, der für diejenigen angeboten wird, die im Ausland ein Jurastudium abgeschlossen haben und ihre Kenntnisse im deutschen Recht ausweiten wollen, sind zwei Magister Legum-Prüfungen abgeschlossen worden. Peter Andreas Ens: Das Bestimmungsrecht in Art. 40 Abs. 1 EGBGB innerhalb des Internationalen Deliktsrechts - Materiell- und prozessrechtliche Konsequenzen.

Melissa Simpson: The Contracts (Rights of Third Parties) Act 1999 (UK). Darstellung und Vergleich.

     
210/2002 28.05.02 Fakultät für Soziologie / Promotionen Die gesellschaftliche Wirklichkeit der Polizei (BUZ) In den vergangenen beiden Semestern sind an der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld siebzehn Promotionen abgeschlossen worden. Sangchin Chun: Bildungsgleichheit - Eine vergleichende Studie von Strukturen, Prozessen und Auswirkungen im Ländervergleich Südkorea und Deutschland.

Matthias Groß: Inventing Nature: Sociological Investigations into Ecological Restoration.

Thorsten Heien: Wohlfahrtsansprüche in Europa: Ausgangspunkt oder Hindernis auf dem Weg zu einer Sozialunion.

Suk-Kyu Hwang: Soziallage, Sozialisationsmilieu, familiale Sozialisation und kindliche Entwicklung. Zur Weiterentwicklung der sozialstrukturellen Sozialisationsforschung.

Astrid Jacobsen: Die gesellschaftliche Wirklichkeit der Polizei.

Meei-Seh Lin: Einführung der primärärztlichen Versorgung als Reformstrategie in Taiwan unter Berücksichtigung eines Vergleichs der Gesundheitssysteme in Taiwan, England und den Niederlanden.

Andreas Mayer: Vom Labor der Hypnose zum psychoanalytischen Setting. Zur historischen Soziologie klinisch-psychologischer Untersuchungs- und Therapieverfahren.

Sigrid Nökel: Die Töchter der Gastarbeiter und der Islam. Soziale Akteure in der Politik von Differenz und Anerkennung.

Katharina Peters: Alltag der Reformen. Zur Praxis des Budgetierens und Verwaltens.

Konstanze Piel: Zur neuen Ökonomie des Nichtwissens - Varietät und Redundanz des Neuen Marktes.

Pataya Ruenkaew: Heiratsmigration und transnationale Partnersuche. Eine empirische Untersuchung deutsch-thailändischer Ehen.

Monika Salzbrunn: Espaces sociaux transnationaux. Practiques politiques et religieuses liees à la migration des musulmans sénégalais en France et en Allemagne, en particulier pendant les campagnes électorales du nouveau Président du Sénégal, Abdoulaye Wade (1994-2001).

Malcolm Schauf: Telemanagement: Telearbeit als Managementproblem.

Levent Tezcan: Religiöse Strategien der "machbaren" Gesellschaft. Türkischer Islam zwischen verwalteter Religion und islamischer Utopie.

Gabriele Wagner: Anerkennung und Individualisierung.

Carsten Wiemeyer: "Sustainable development" und die lokale Agenda 21: Ein neues Arrangement auf dem Weg zur Zukunftsfähigkeit?

Zhijia Zhou: Risikomanagement durch Systemverzahnung: Umweltqualitätsnormung zwischen Wissenschaft und Recht. Eine Untersuchung am Beispiel der Erstellung von Immissionsrichtlinien zur Luftreinhaltung in Deutschland.

     
210/2002 28.05.02 Fakultät für Biologie Habilitationen (BUZ) An der Fakultät für Biologie der Universität Bielefeld sind im Wintersemester 2001/2002 drei Habilitationen abgeschlossen worden. Habilitiert haben sich: Dr. Steffen Harzsch, Neuroanatomie, mit der Schrift "Entwicklung des Nervensystems der Crustacea: Ein Beitrag zur Phylogenie der Arthropoda"; Dr. Marc Naguib, Verhaltensforschung, mit der Habilitationsschrift "Die akustische Kommunikation bei Singvögeln: Signalstrukturen und Strategien des Signaleinsatzes"; Dr. Andreas Schmidt-Rhaesa, Zoomorphologie, mit der Arbeit "Die Nematomorpha (Saitenwürmer) - Taxonomie, Lebenszyklus und Phylogenie".      
210/2002 28.05.02 Fakultät für Mathematik Promotionen (BUZ) An der Fakultät für Mathematik sind die folgenden Promotionen abgeschlossen worden; promoviert wurden: Amrey Krause: Algebraic computations in derived categories.

Ulrike von Nathusius: Eindeutigkeit der Fortsetzung von Kurven zu Patches oder gestörten periodischen Pflasterungen.

Sibylle Ohly: Johann Bernoullis mechanische Arbeiten 1690-1713.

     
210/2002 28.05.02 Nachwuchsgruppe an der International NRW Graduate School in Bioinformatics and Genome Research Dr. Burkhard Morgenstern   Dr. Burkhard Morgenstern, Leiter einer Nachwuchsgruppe an der International NRW Graduate School in Bioinformatics and Genome Research der Universität Bielefeld, hat einen Ruf auf eine Professur für Bioinformatik an der Universität Göttingen erhalten.      
210/2002 28.05.02 Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaft Prof. Dr. Hans J. Markowitsch   Prof. Dr. Hans J. Markowitsch, Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaft der Universität Bielefeld, leitet zusammen mit Prof. Dr. Harald Welzer von der Universität Witten-Herdecke vom 27. bis 28. Juni den Workshop "Amnesie und autobiographisches Ich" des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen.      
210/2002 28.05.02 Fakultät für Chemie Prof. Dr. Gisela Lück   Prof. Dr. Gisela Lück, zuletzt Universität Essen, ist zur Professorin für Chemie und Didaktik der Chemie an der Universität Bielefeld ernannt worden. Die neue Professorin hat sich die Entwicklung eines Konzeptes vorgenommen, das über alle Schulstufen hinweg den experimellen Zugang zu chemischen Lehrinhalten vorsieht, um im Bildungssystem die Kontinuität der Vermittlung chemischer Inhalte zu gewährleisten. Analysen der Wissenschaftssprache Chemie und der Didaktik von Wissenschaftssendungen sowie generell ihre Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der außerschulischen Vermitlung von Chemie weisen Gisela Lück als Vertreterin des zum Profil der Universität Bielefeld gehörenden "Public Understanding of Science" aus. Als Didaktikerin will Gisela Lück das Interesse der Schüler am Unterrichtsfach Chemie steigern. Deshalb gehören Untersuchungen über "Naturwissenschaften im frühen Kindesalter" zu den Schwerpunkten ihrer Arbeit. Die Wissenschaftlerin will herausfinden, von welchem Alter an frühestens ein Interesse an naturwissenschaftlichen Phänomenen besteht, unter welchen Bedingungen es ausgebaut werden kann und wie die Erinnerungsfähigkeit an chemische Experimente erhöht werden kann. Die Ergebnisse solcher Recherchen wird Gisela Lück künftig weitergeben an die Studierenden an der Fakultät für Chemie. Gisela Lück, 1957 in Bremerhaven geboren, hatte ihr Studium der Fächer Chemie und Philosophie 1982 mit der Ersten Staatsprüfung für das Lehramt der Sekundarstufe II abgeschlossen. 1985 wurde sie im Fach Philosophie promoviert, 1999 habilitierte sie sich mit der Arbeit "Naturwissenschaften im frühen Kindesalter. Untersuchungen zur Primärbegegnung von Kindern im Vorschulalter mit Phänomenen der unbelebten Natur". Für diese Schrift erhielt sie im selben Jahr den Johann-Friedrich-Gmelin-Preis der Fachgruppe Chemieunterricht der Gesellschaft Deutscher Chemiker. Bei ihrer Tätigkeit in Bielefeld kann sich Gisela Lück auf langjährige Erfahrungen - nicht nur im Hochschuldienst stützen. Sie war wissenschaftliche Mitarbeiterin an den Universitäten Köln und Kiel sowie Professorin in Essen, aber fast zehn Jahre auch Leiterin der Abteilung Wissenschaftspublizistik bei der Henkel KGaA, Düsseldorf, und von 1992 bis 1994 arbeitete sie in der Enquête-Kommission "Schutz des Menschen und der Umwelt" des 12. Deutschen Bundestages mit. So ist Gisela Lück nicht nur im geistes- und naturwissenschaftlichen Bereich zu Hause, sondern mit dem ganzen Umfeld Schule, Hochschule, Industrie, Politik und Gesellschaft vertraut, also beste Voraussetzung zur Realisierung eines "Public Understanding of Chemistry".      
210/2002 28.05.02 Pädagogik / Promotionen Ausbildungskonzept für Tanztherapeuten   (BUZ) An der Fakultät für Pädagogik der Universität Bielefeld sind promoviert worden: Rolf Ebeling mit der Arbeit "Evaluation des Qualitätsmanagements der Jugendhilfe am Beispiel des Eckehardter Modells"; Hildegard Liermann mit der Dissertation "Kommunikation und Kooperation unter LehrerInnen im Kontext berufsbiographischen und organisatorischen Wandels" und Dietmar Pallasch mit der Doktorarbeit "Ein Ausbildungskonzept für Tanztherapeuten. Im Zusammenhang einer ganzheitlichen Psychotherapie".      
210/2002 28.05.02 Fakultät für Rechtswissenschaft / Promotionen Rechtsanwälte und deren zwangsweise Entfernung aus dem Sitzungssaal (BUZ) An der Fakultät für Rechtswissenschaft der Universität Bielefeld sind in den vergangenen beiden Semestern vierundzwanzig Promotionen abgeschlossen worden. Sigrid Anschütz: Probleme der Betriebsratsbeteiligung bei Betriebs(teil)zusammenlegungen.

Gerlinde Berger-Walliser: Luftförderungsbedingungen und AGB-Kontrolle im deutschen, französischen und internationalen Privatrecht.

Ralf Bornemann: Zweckbestimmungsklauseln bei Sicherungsgeschäften - insbesondere bei Grundschuld und Bürgschaft.

Stephan Breuning: Rechtsideologien im Dritten Reich: Roland Freisler und der Neuhegelianismus.

Harald Brock: Identitätskonzepte und Recht.

Aynur Durali: Die Auskunfts- und Belegpflicht von Selbständigen im Unterhaltsprozess.

Birgit Ernst: Das Wiener Übereinkommen von 1980 über Verträge über den internationalen Warenkauf (UN-Kaufrecht) im Recht der Produkthaftung - Abgrenzungsprobleme gegenüber dem "ansonsten anwendbaren" Recht.

Ruth Hadamek: Art. 10 GG und die Privatisierung der Deutschen Bundespost.

Petra Helbig: Der steuerverfassungsrechtliche Halbteilungsgrundsatz: Maßstab für Steuerbelastung und Ausgleichsverpflichtung im Länderfinanzausgleich? - Zugleich ein Valet der verfassungsrechtlichen Anbindung des Äquivalenzprinzips.

Dennis Heuer: Der Code de la consommation - Eine Studie zur Kodifizierung des französischen Verbrauchsrechts.

Andreas Hoppmann: Das Aufrechnungsverbot des § 394 Satz 1 BGB bei der Aufrechnung gegen die Entgeltforderung.

Ira Janzen: Die Unternehmenspflichten des Bundes-Bodenschutzgesetzes in der Umwelt-Audit-Verordnung.

Nancy Kapell: Das Recht selbstbestimmter Baugestaltung.

Oliver Knodel: Stammkapitalsicherung und Gläubigeranfechtung.

Sören Kramer: Die Zurückweisung von Rechtsanwälten und deren zwangsweise Entfernung aus dem Sitzungssaal.

Robert Lepsien: Die Suspendierung eines Arbeitnehmers im unstreitigen Arbeitsverhältnis.

Bernhard Müller: Alltag im Zivilisationsbruch. Das Ausnahme-Unrecht gegen die jüdische Bevölkerung in Deutschland 1933-1945.

Michael Neu: Die kollisionsrechtliche Behandlung von Persönlichkeitsrechtsverletzungen im Internet.

Ursula Niedermeier: Lippisches Judenrecht und der Schutz der Juden in den Zivilprozessen der lippischen Obergerichte im 19. Jahrhundert.

Julia Nolting: Die Befreiung des Vorerben über die Grenzen des § 2136 BGB hinaus - Das auflösend bedingte oder befristete Vorausvermächtnis als Rechtsinstitut zur umfassenden Befreiung des Vorerben.

Tina Pohl: Demokratisches Denken in der Weimarer Nationalversammlung.

Sophia Pommer: Bahnreform und Enteignung - Die Rückkehr der privatbegünstigenden Enteignung im Eisenbahnwesen.

Susanne Reinemann: Zugang zu Übertragungswegen. Zur Verfassungmäßigkeit der Ausgestaltung des Zugangs privater Fernsehanbieter zu digitalen Übertragungswegen.

Carsten M. Scheen: Rückabwicklung widerrufener Verbraucherverträge unter besonderer Berücksichtigung des Konkurrenzverhältnisses zwischen allgemeinen und besonderen Rückgewährvorschriften.

Thomas Schwarz: Die eigene Sachentscheidung des BGH in Strafsachen (§ 354 Abs. 1 StPO). Eine normativ-empirische Studie.

Peter Specke: Das Disziplinarrecht des europäischen öffentlichen Dienstes.

Michael Steenken: Die Auswirkungen der Schlechterfüllung des Anwaltsvertrages auf den Vergütungsanspruch.

Frank Weiler: Die beeinflusste Willenserklärung - Eine Untersuchung zu den Auswirkungen von Einflussnahmen auf die Willensbildung für die Geltung der Willenserklärung.

     
210/2002 28.05.02 Fakultät für Soziologie Prof. Dr. Rudolf Stichweh   Prof. Dr. Rudolf Stichweh, Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld, ist in den Fachbeirat des Max-Planck-Instituts für europäische Rechtsgeschichte bis 2007 berufen worden.      
210/2002 28.05.02 90. Geburtstag Prof. Dr. Adolf Schüttler   Prof. Dr. Adolf Schüttler feierte am 26. Februar seinen 90. Geburtstag. Schüttler wirkte seit 1955 als Professor für Geographie und ihre Didaktik an der Pädagogischen Hochschule und später an der Universität Bielefeld. In Langenberg im Rheinland geboren, hat der Jubilar nach dem Abitur Geographie, Geschichte, Geologie und Volkskunde in Bonn studiert. Er promovierte 1938 zum Dr. phil. Es folgten - unterbrochen durch die Kriegszeit - mehrere Jahre als Gymnasiallehrer in Wuppertal. Den engen Kontakt zur Fachwissenschaft hielt er jedoch immer aufrecht, wie zahlreiche seiner Publikationen zeigen. Sein Engagement in der Lehrerfortbildung an der Pädagogischen Hochschule war vorbildlich. Daneben führten ihn Forschungsaufenthalte nach Frankreich und Tunesien. Der Praxisbezug wird in seinen geographiedidaktischen Arbeiten als Hochschullehrer deutlich, so im Topographischen Atlas und im Luftbildatlas NRW, im Schulatlas "Unsere Welt" und in seinem Unterrichtswerk "Unsere Welt" und in seinem Unterrichtswerk "Dreimal um die Erde". Seine Eloquenz, die Leichtigkeit seiner Sprache, sein Witz und Charme fesselten seine Zuhörer. Seinen Leistungswillen konnte er bis ins hohe Alter bewahren. So blieb er nach seiner Emeritierung weiterhin publizistisch aktiv. Viele regional- und siedlungsgeographische Schriften über seinen engeren westfälischen Wirkungsraum legen davon Zeugnis ab, dazu seine Beiträge im "Der Fischer Informationsatlas Bundesrepublik Deutschland". Besonders hervorzuheben sind die Landschaftsführer des Westfälischen Heimatbundes "Naturpark Arnsberger Wald" 1982, "Das Ravensberger Land" 1986 und die "Steinheimer Börde" 1990 sowie das Bändchen über "Rödinghausen im Ravenberger Land" (Rödinghausen 1986). Selbst als hochbetagter Emeritus zog es ihn in den letzten Jahren wiederholt nach Afrika, diesmal in die "weiße Wüste" Ägyptens westlich des Nils. Aber auch in seiner neuen Heimat Detmold-Hiddesen arbeitet Schüttler weiter auf siedungsgeographischem Gebiet. Kürzlich erschien sein Aufsatz "Theothmalli Heiligenkirchen-Detmold, Landesnatur und Fränkische Siedlungskolonisation". Schüttler konnte seine Vorstellung von Geographie weit über die Grenzen des Hochschulbereichs hinaus verwirklichen. In seinen Publikationen und Vorträgen dokumentiert sich der Standort der klassischen Geographie mit einem fachwissenschaftlich integrativen, länderkundlichen Ansatz, der auch den ökologischen Aspekt im Blick behält. Freunde, Schüler und Kollegen wünschen Adolf Schüttler noch viele Jahre Wohlergehen, Gesundheit und Schaffenskraft.

(Manfred Fröhlich)

     
210/2002 28.05.02 Fakultät für Geschichtswissenschaft und Philosophie Dr. Katia Saporiti   Dr. Katia Saporiti, Wissenschaftliche Assistentin in der Abteilung Geschichtswissenschaft, erhielt von der Fakultät für Geschichtswissenschaft und Philosophie der Universität Bielefeld die Venia legendi für das Fach Philosophie.      
210/2002 28.05.02 Technische Fakultät und Prorektor für Lehre Prof. Dr. Gerhard Sagerer   Prof. Dr. Gerhard Sagerer, Technische Fakultät der Universität Bielefeld und Prorektor für Lehre, Studienangelegenheiten und Weiterbildung, hat den Ruf an die Universität Karlsruhe abgelehnt.      
210/2002 28.05.02 Institut für Pflegewissenschaft Dr. Uta Oelke   Dr. Uta Oelke, zuletzt Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Pflegewissenschaft an der Universität Bielefeld, ist zur Professorin für Didaktik und Methodik am Fachbereich Gesundheitswesen der Evangelischen Fachhochschule Hannover berufen worden. Oelke, 1957 in Berlin geboren, absolvierte ein Lehramts- und Diplom-Pädagogik-Studium an der Universität Göttingen, wo sie auch 1991 promovierte. Von 1997 bis 2001 oblag ihr die wissenschaftliche Begleitung eines ersten bundesdeutschen Modellversuchs "Gemeinsame Ausbildung in der Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege", dessen Ergebnis in Form eines neuen Curriculums für die pflegerische Erstausbildung veröffentlicht worden ist. Weitere Publikationen Oelkes befassen sich unter anderem mit Schlüsselqualifikationen, szenischem Lernen im Zusammenhang mit Tabuthemen wie "Gewalt in der Pflege" oder "Pflege im Nationalsozialismus".      
210/2002 28.05.02 Fakultät für Chemie Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Achim Müller   Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Achim Müller, Fakultät für Chemie der Universität Bielefeld, erhielt von der Lucian-Blaga Universität Sibiu/Hermannstadt die Ehrendoktorwürde "als Zeichen hoher Anerkennung seiner herausragenden wissenschaftlichen Verdienste im Bereich der Chemie sowie für seine Ethik im Umgang mit den Inhalten, den Zielen und den Erkenntnissen wissenschaftlicher Forschung", wie der Rektor der rumänischen Universität, Prof. Dr. Dumitru Ciocoi-Pop (Foto, l.), in seiner Laudatio sagte. Er wies insbesondere auf die neuen von Müller (r.) und seinem Forschungsteam entdeckten Riesenmoleküle hin, "die als neue Organisationsformen der Materie, als neue Formen von anorganischen Super-Fullerenen und Kepleraten auf Molybdänoxyd-Basis angesehen werden können, die im mesokosmischen Bereich angesiedelt sind, irgendwo zwischen Mikro- und Makrokosmos".      
210/2002 28.05.02 Fakultät für Wirtschaftswissenschaften Dr. Michael Fallgatter   Dr. Michael Fallgatter, Assistent im Lehrbereich Organisations-, Personal- und Unternehmensführung, hat sich an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Bielefeld habilitiert und erhielt die Lehrbefugnis für das Fach Betriebswirtschaftslehre.      
210/2002 28.05.02 Fakultät für Biologie Prof. Dr. Martin Egelhaaf   Prof. Dr. Martin Egelhaaf, Neurobiologie, ist zum neuen Dekan der Fakultät für Biologie der Universität Bielefeld gewählt worden.      
210/2002 28.05.02 Fakultät für Mathematik Dr. Andreas Eberle   Dr. Andreas Eberle hat sich mit der Arbeit "Poincaré inequalities on loop spaces" an der Fakultät für Mathematik der Universität Bielefeld habilitiert und erhielt die Lehrbefugnis für das Fach Mathematik.      
210/2002 28.05.02 Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft Prof. Dr. Jörg Drews   Prof. Dr. Jörg Drews, Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft der Universität Bielefeld, wurde von der University of Canterbury at Christchurch, New Zealand, eingeladen, am dortigen "National Center for Research on Europe" als Visiting Fellow von Februar bis April 2003 zu arbeiten und Lehrveranstaltungen durchzuführen über "Europa zwischen den Kriegen: Krisendiagnostische Schriften von 1919 bis 1947. Von Spengler und Jünger zu Bloch und Horkheimer/Adorno".      
210/2002 28.05.02 Fakultät für Soziologie Dr. Rita Dittrich   Dr. Rita Dittrich hat sich an der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld habilitiert und erhielt die Lehrbefugnis für das Fach Soziologie.      
210/2002 28.05.02 Symposium der Cornelsen Stiftung und der Universität Bielefeld Neue Medien und Schulentwicklung (BUZ) Die Cornelsen Stiftung Lehren und Lernen hat zusammen mit der Fakultät für Pädagogik der Universität Bielefeld ein Symposium zum Thema "Neue Medien und Schulentwicklung" veranstaltet und - mit Blick auf den Beitrag der neuen Medien zur Schulentwicklung und Qualitätssicherung an den Schulen - die Hauptergebnisse der Delphi-Studie "Zukünftige Entwicklung von Lehr- und Lernmedien" präsentiert. Die Studie hat eine überregionale Gruppe von Wissenschaftlern gesteuert, unter ihnen der Bielefelder Schulpädagoge Prof. Dr. Klaus-Jürgen Tillmann. Die wissenschaftliche Bearbeitung der Delphi-Studie lag bei Prof. Dr. Witlof Vollstädt, Cornelsen Stiftung Lehren und Lernen im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft in Essen.

Im Zentrum der Diskussion standen Prognosen zur Entwicklung der neuen Medien in der Schule und künftige Projekte der Cornelsen Stiftung.

An der Delphi-Studie, deren Ergebnisse jetzt auf dem Symposium vorgestellt wurden, waren 93 Experten aus Schulen, Hochschulen, der Lehreraus- und -fortbildung sowie der Medienpädagogik beteiligt. Drei Mal sind die Experten im Zeitraum von 1999 bis 2001 mit den selben Fragen konfrontiert worden. Sie erhielten dabei eine Rückmeldung über die Ergebnisse der jeweils vorangegangenen Runde. Parallel dazu wurden 130 Studierende an den Universitäten Bielefeld, Kassel und Oldenburg befragt. Durch diese Mehrstufigkeit und Rückkopplung haben sich konsensfähige Prognosen zur zukünftigen Entwicklung von Lehr- und Lernmedien ergeben.

Aus den Ergebnissen der von der Cornelsen Stiftung Lehren und Lernen initiierten und finanzierten Delphi-Studie lassen sich folgende Tendenzen zur zukünftigen Entwicklung der Lehr- und Lernmedien ablesen:

* Eine Modernisierungseuphorie ist ausgeblieben. Die Erwartungen an die zukünftige Entwicklung der Lehr- und Lernmedien und ihre Nutzung liegen zwischen vorsichtigem Optimismus und pessimistischen Befürchtungen. Die deutlichsten Veränderungen werden bei jenen Medien erwartet, die mit der Nutzung des Computers verbunden sind. Das sind nach Meinung der Experten vor allem die Lernsoftware, das WWW, das schulinterne Intranet, PC-gestützte Projektionen, CD-ROM/DVD-ROM, das Intranet für alle Schulen eines Bundeslandes und E-Mail.

* Auch dem traditionellen Schulbuch wird nach wie vor eine Chance eingeräumt. Die Meinungen sind allerdings geteilt. So erwartet etwa die Hälfte der Experten, dass die Nutzung des Schulbuches gleich bleiben wird, während die andere Hälfte eine abnehmende Nutzung prognostiziert. Offenbar kommt es auf die Kombination von unterschiedlichen Medien für bestimmte Lernarrangements an, in denen auch die traditionellen Medien nach wie vor ihren Platz haben.

* Die neuen Medien werden weniger als Ersatz für alle bisherigen Lehr- und Lernmedien angesehen, sondern als deren besonders innovative Ergänzung und Erweiterung, die zugleich Chancen für eine veränderte Lernkultur schaffen. 73 Prozent der Experten erwarten, dass neue Lehr- und Lernmedien zu einer veränderten Lernkultur führen. Als Gründe für diese Annahme werden insbesondere die mit neuen Medien verbundenen Lernanforderungen und Lernmöglichkeiten genannt. Allerdings sehen die Experten hierbei einen hohen Fortbildungsbedarf der Lehrerinnen und Lehrer und sind ziemlich pessimistisch bezüglich des Entwicklungstempos.

* Um die Zurückhaltung von Lehrkräften gegenüber neuen Medien zu überwinden, erwarten fast 80 Prozent der Experten eine verbindliche Verankerung des Umgangs mit ihnen in den Lehrplänen. Als hauptsächliche Begründung wird hierfür der Wunsch nach einem erforderlichen Druckmittel gegen eine gewisse "Entwicklungsresistenz" angegeben. Es gibt wenig Vertrauen in die alleinige Innovationskraft der neuen Medien. Sie werden nicht vorrangig als struktur- und qualitätsverändernde Mittel in schulischen Lernprozessen angesehen.

* Von der Lehrerausbildung wird auch in Zukunft wenig Hilfe bei der Befähigung zum Umgang mit neuen Medien erwartet. Fast 70 Prozent der befragten Experten befürchten, dass auch künftig in der Lehrerausbildung zu wenig für die systematische Vermittlung von Medienkompetenz getan wird. Diese Befürchtung scheint berechtigt, zumal die befragten Studenten mehrheitlich bestätigten, dass sie in ihrer bisherigen Ausbildung viel zu wenig über Mediendidaktik gehört haben, nicht über aktuelle Lernsoftware und über Angebote z...

     
210/2002 28.05.02   Studierende protestieren gegen Einstieg in Studiengebühren Eine studentische Vollversammlung an der Universität Bielefeld hat am 16. Mai beschlossen, aufgrund der drohenden Einführung von Studiengebühren für so genannte Langzeitstudierende, für das Senioren- und Zweitstudium sowie der erstmaligen Erhebung von "Verwaltungsgebühren" in einen einwöchigen Warnstreit nach Pfingsten zu treten, um gegen die Maßnahmen des Landes Nordrhein-Westfalen zu protestieren. Am Vortag hatte Wissenschaftsministerin Gabriele Behler die Rektoren und Kanzler der NRW-Hochschulen über die Pläne der Landesregierung informiert, ab dem Sommersemester 2003 für alle Studierenden eine Verwaltungsgebühr von 50 Euro einzuziehen sowie zwischen 500 und 650 Euro pro Semester von Langzeitstudierenden, Mitgliedern des Programms "Studieren ab 50" und Teilnehmern an einem Zweitstudium.

Die Rektoren und Kanzler reagierten bei ihrem Treffen mit Behler mit Unverständnis, da die Ministerin deutlich machte, dass die erhobenen Beiträge nicht den Hochschulen zugute kommen sollen.

Das Vorstandsmitglied des studentischen Bundesdachverbandes "Freier Zusammenschluss von StudentInnenschaften" (fzs), Kerstin Puschke, betonte in ihrer Rede in der von rund 2000 Studierenden besuchten Vollversammlung, dass die rot-grüne Landesregierung in NRW mit ihrem Vorhaben gegen den eigenen Koalitionsvertrag verstoße und betonte gerade im Zusammenhang mit der bevorstehenden Bundestagswahl "die hohen Erfolgsaussichten eines studentischen Protestes".

Der Vorsitzende des AStA der Universität, Martin Lücke, wies darauf hin, dass mit der "Tarnbezeichnung" "Verwaltungsgebühren" nun erstmals flächendeckend Studiengebühren in NRW eingeführt werden sollen. Eine Verwendung solcher Gebühren zum Bestreiten eines tatsächlichen Verwaltungsaufwands sei, so Lücke, bei den Plänen der Landesregierung ohnehin nicht vorgesehen, deshalb lohne sich auf jeden Fall außerdem eine juristische Überprüfung dieser Maßnahme, der Wissenschaftsministerin Behler keine Chance auf Erfolg einräumt, wie sie in Bielefeld einen Tag nach der studentischen Vollversammlung sagte. Behler war schon vor Wochen vom AStA und der Bielefelder Hochschulgruppe der Friedrich-Ebert-Stifung am 17. Mai zu einer Diskussion über Hochschulreform in die Universität Bielefeld eingeladen worden. Aus aktuellem Anlass ging es dann aber im völlig überfüllten Hörsaal 4 nur um das Studienkonten-Modell und die Gebühren, über deren Erhebung Ende Mai oder Anfang Juni entschieden werde, so Behler. Danach würde die Landesregierung in die öffentliche und politische Diskussion gehen. Sie hoffe, wie sie sagte, auf eine "muntere" Diskussion und: "Sie tragen ja auch kräftig dazu bei". In einem Interview im WDR sagte Rektor Dieter Timmermann, dass "wir natürlich aufmerksam verfolgen werden, was in Düsseldorf weiter geschieht - denn bisher... sind das alles erst Vorschläge. Wir gehen jetzt davon aus, dass die Studierenden ihren Protest organisieren und artikulieren werden..., und dann werden wir sehen, ob es gelingt, diese Vorschläge aus dem Finanzministerium noch einmal zu kontern."

     
210/2002 28.05.02   Neue Grundordnung noch nicht in Kraft   (BUZ) Wie in der letzten Ausgabe der "Bielefelder Universitätszeitung" berichtet, hatte der Erweiterte Senat der Universität Bielefeld nach zweijähriger Arbeit am 6. Februar den Text einer neuen Grundordnung einstimmig beschlossen. Damit war er dem Auftrag des neuen Hochschulgesetzes des Landes Nordrhein-Westfalen zur Anpassung der Grundordnung rechtzeitig nachgekommen. Allerdings sah sich das Ministerium nicht in der Lage, die für das Wirksamwerden der neuen Grundordnung erforderliche Genehmigung zu erteilen: Unter anderem monierte es 20 Punkte in dem vom Erweiterten Senat beschlossenen Entwurf, die geändert werden müssen.

Daher wird sich der Erweiterte Senat und voraussichtlich auch die Grundordnungskommission erneut mit dem Thema "Neue Grundordnung" befassen müssen. Der Vorstand des Erweiterten Senats berät zur Zeit über das weitere Verfahren.

Andererseits lief am 31. März 2002 auch die im Hochschulgesetz 2000 näher geregelte Übergangszeit ab. Damit drohte aber ab dem 1. April eine unklare rechtliche Situation einzutreten. Außerdem wären die nichtstudentischen Mitglieder der Fakultätskonferenzen, deren Amtszeit bereits am 1. Oktober 1999 begonnen hatte, auch weiterhin im Amt geblieben. Vor diesem Hintergrund hat das Ministerium im Wege einer so genannten "Ersatzvornahme" der Universität eine Regelung vorgegeben, die sich auf die unbedingt notwendigen Bestimmungen beschränkt, um für die Zeit nach dem 1. April Rechtssicherheit und die Voraussetzungen für eine Neuwahl der nichtstudentischen Mitglieder der Fakultätskonferenzen zu schaffen. Diese Regelung ist im Verkündungsblatt der Universität Bielefeld - Amtliche Bekanntmachungen Nr. 6 vom 28. März 2002 veröffentlicht.

Im Vergleich zur Rechtslage der vergangenen zwei Jahre hat sich im wesentlichen nur ein Punkt geändert: Seit dem 1. April 2002 ist auch die Dekanin oder der Dekan nur noch nicht stimmberechtigtes Mitglied der Fakultätskonferenz, wie dies schon bei der Prodekanin oder dem Prodekan der Fall war.

Die durch die oben erwähnte "Regelung" möglich gewordenen Wahlen zu den Fakultätskonferenzen werden gleichzeitig mit den Wahlen zum Senat und zum Erweiterten Senat in der Zeit vom 10. bis 13. Juni 2002 wie gewohnt in der zentralen Halle des Universitätshauptgebäudes durchgeführt werden.

     
210/2002 28.05.02 Das 25. Colloquium Neue Poesie war auch das letzte Einfach nur ausgeblendet (BUZ) Vor dem Rathaus wie immer der Ü-Wagen des WDR, im Rathaussaal das übliche Gedränge; die Begrüßung durch die Veranstalter nüchtern und kurz wie gewohnt: auch diesmal blieb der improvisatorische Charakter einer Veranstaltung, die 1978 spontan, fast zufällig, entstanden war, erhalten. Nichts war daher auf Nostalgie ausgelegt, sondern alles, beim 25. Mal darf man das wohl so sagen, business as usual. Trotzdem hing an diesem Abend mancher unwillkürlich intensiver als sonst seinen ganz persönlichen Colloquiums-Erinnerungen nach: wie Hartmut Geerken einmal versuchte, ein echtes Baby in seine Performance einzubauen, das an einer bestimmten Stelle schreien sollte, ihm den Gefallen dann aber nicht tat, wie man die Beklemmung bei Helmut Heißenbüttels der Krankheit mit letzter Kraft abgerungenen Auftritten anschließend fast als etwas Kathartisches empfand, wie man am Büchertisch ein Werk eines Anwesenden erstand, es eigentlich gern hätte signieren lassen, dann aber nicht wagte, den Betreffenden anzusprechen und sich anschließend damit beruhigte, dass das sowieso spießig sei. Auch die Freude des Provinzbewohners stellte sich immer wieder darüber ein, dass Bielefeld sich an einem Abend im Jahr als europäische Lyrik-Hauptstadt fühlen durfte (man also nicht gänzlich vergebens freiwillig hierher gezogen war). Und auch wenn man also nie mit einem der Autoren gesprochen hatte - man durfte Jahr für Jahr die schöne Illusion hegen, mehr oder weniger lieb gewonnene alte Bekannte wieder zu sehen.

Für Kontinuität sorgten über Jahrzehnte selbstverständlich in erster Linie die Professoren Jörg Drews und Klaus Ramm als Organisatoren, die unermüdlich Geld zusammenkratzten, Zeit und Nerven investierten und es trotz immer wackliger Finanzierungsgrundlage Jahr für Jahr schafften, das Colloquium auf die Beine zu stellen. Den meisten dürfte gar nicht klar sein, dass dies ein freischwebendes, von der Universität unabhängiges und also in der "Freizeit" erarbeitetes Unternehmen war, das gleichwohl auch als Universitätsveranstaltung mit entsprechendem Reputationsgewinn für die Hochschule wahrgenommen wurde, die ihnen dafür jetzt einiges an Dank schuldet. Wie überzeugend sie ihre Rolle spielten, zeigt die Tatsache, dass sie während der Lesungen nicht als für den äußeren Rahmen Zuständige oder gar als Großkritiker wahrgenommen wurden, sondern ganz einfach als Mitglieder des Colloquiums.

Das Colloquium testete nicht nur Grenzen und Interferenzen zwischen akustischer, visueller und bildender Kunst, verspielter Freude an Klängen und Figuren und konstruktivistischer Strenge aus, sondern auch die zwischen (konventionell verstanden) Sinn und Sinnlosigkeit, zwischen Geschmack und Geschmacklosigkeit, Kalauer und bitterstem Ernst (die Oppositionspaare lassen sich erheblich verlängern). Auf so engem Raum konnte man vermutlich nirgendwo sonst eine derartige Vielfalt nicht nur von Formen - die Lesung wurde so spätestens auf den zweiten Blick zum Gesamtkunstwerk -, sondern auch von Charakteren erleben. Denn letzteres machte einen Großteil des Reizes der Veranstaltung aus. Die Präsenz der Autoren, die gewaltige Bandbreite im Habitus, in der Art, ihre Arbeiten zu inszenieren (und sei es durch vermeintlichen Verzicht auf jegliche Inszenierung), das alles trug dazu bei, beim Publikum die Empfindung zu wecken, Zeuge und ein wenig sogar Mitgestalter von etwas wirklich Bedeutendem zu sein.

Kaum ein literarisches Publikum jedenfalls wurde im Jahrestakt derart erzogen wie das des Colloquiums, und das macht Hoffnung darauf, dass das Bedürfnis nach Neuer Poesie in Bielefeld nicht nur weiter vorhanden bleibt, sondern auch durch andere Veranstaltungen befriedigt wird. "Jörg Drews und ich sind da zu allen Schandtaten bereit", so vielversprechend Klaus Ramm in der online-LiLi-Zeitung der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft, wobei er das rechtzeitige Ende des Colloquiums unter anderem mit der Notwendigkeit erklärt, es nicht zu einem Veteranentreffen herunterkommen lassen zu wollen. Dass ihre Protagonisten älter werden, nimmt der Neuen Poesie noch nichts von ihrer Konventionen sprengenden Kraft und ihrem oft anarchistischem Witz. Die Verfahrensweisen der Neuen Musik von 1910 jedenfalls erzeugen heute noch Irritation, und wenn man der Neuen...

    Link
210/2002 28.05.02 Sportwissenschaft Die "Bewegte Schule" (BUZ) Kaum eine pädagogische Innovation erhält derzeit so viel Aufmerksamkeit wie die "Bewegte Schule". Dieses stark gestiegene Interesse kommt nicht von ungefähr. Die kindliche Bewegungswelt scheint sich in der Krise zu befinden. Viele Kinder leiden bereits in jungen Jahren an Alterskrankheiten aufgrund von Bewegungsmangel und einer ungesunden Lebensführung. Eine zunehmende Zahl von Kindern verbringt mehr Zeit vor dem Computer oder dem Fernseher als mit Alterskameraden. Kinder wachsen zunehmend in Erwachsenenwelten auf. Und schließlich: eine beträchtliche Zahl von Kindern scheint immer mehr die Fähigkeit zu verlieren, sich ausdauernd auf eine Sache konzentrieren zu können.


Ohne unkritisch in das Krisenszenario heutiger Kindheit einstimmen zu wollen, sind viele Pädagoginnen und Pädagogen der Meinung: "Bewegte Schulen", also Grundschulen, in denen Bewegung zu einem integralen Bestandteil des Schullebens gemacht wird, bieten für manche dieser Probleme Lösungen.


Beschäftigt man sich näher mit dieser Thematik, dann zeigt sich, dass die Fragen, aus welchen Elementen eine "Bewegte Schule" bestehen sollte, was diese Schulen prinzipiell leisten können und wie sie in die Praxis umgesetzt werden, bislang kaum systematisch untersucht wurden. Diese Forschungslücke zu schließen, war das Anliegen eines Forschungsprojekts einer Bielefelder Forschungsgruppe der Abteilung Sportwissenschaft um Dr. Ansgar Thiel, Professorin Christa Kleindienst-Cachay und Diplom-Sportwissenschaftlerin Hilke Teubert.

Untersucht wurden 52 Grundschulen in Ostwestfalen, darunter auch die Bielefelder Grundschulen. Die Ergebnisse zeigen - so die Sportwissenschaftler - "dass die 'Bewegte Schule' nicht mehr nur ein Hirngespinst pädagogischer Theoretiker ist, sondern dass sie in der Praxis bereits in beträchtlichem Maße umgesetzt wird. In welchem Umfang dies geschieht, differiert allerdings. Ein wichtiger Punkt ist dabei die materielle Ausstattung einer Schule. Noch bedeutender für eine funktionierende und effektive Realisierung ist jedoch das Engagement der beteiligten Lehrerinnen und Lehrer. Dass die 'Bewegte Schule' durchaus anschlussfähig an Forderungen nach einer Effektuierung des Lernens ist, zeigen die Erwartungen der befragten Lehrerschaft: Lehrerinnen und Lehrer halten demnach die 'Bewegte Schule' in hohem Maße für geeignet, die Voraussetzungen für optimales Lernen in der Schule zu schaffen."

Die Untersuchungsergebnisse erscheinen in Buchform, und zwar im Schneider-Verlag, Hohengehren.


Weitere Informationen: Abteilung Sportwissenschaft der Universität Bielefeld, Dr. Ansgar Thiel, Prof. Dr. Christa Kleindienst-Cachay, Telefon: 0521/106 2010, 106 2019.

     
210/2002 28.05.02 Die neue Wehrmachtausstellung in Bielefeld verzeichnete 61 000 Besucher / Ein Bericht von Helmut Skowronek Praktizierte Aufklärung nach langem Beschweigen der Vergangenheit Es gibt so etwas wie eine "Zweite Geschichte des Nationalsozialismus", nämlich die Vergegenwärtigung und kritische Aneignung seiner Herrschaft und seiner Verbrechen. Die Wehrmachtausstellung ist - mit ihrer ersten Version zwischen 1995 und 1999 wie mit der neuen Konzeption seit Ende 2001 - Teil dieser zweiten Geschichte. Die Neue Version wurde in Bielefeld - nach Berlin als erstem Ausstellungsort - vom 27. Januar bis zum 21. März präsentiert und zog fast 61 000 Besucher an - in sieben Wochen eine enorme Resonanz, die kaum ein Beobachter oder Sympathisant so erwartet hätte, erst recht wohl nicht die sich der Unterstützung und Begrüßung verweigernde politische Mehrheit der Stadt. Unter den Gruppen, welche die Ausstellung besuchten, fanden sich neben Schulklassen und studentischen Vereinigungen Einheiten der Bundeswehr, der Polizei und des Bundesgrenzschutzes, Gruppen aus Parteien und Verbänden. 800 Führungen wurden von Gruppen nachgefragt; und 120 offene Führungen wurden insbesondere an Wochenenden angeboten.

Eindrucksvoll war trotz der hohen täglichen Frequenz - etwa 1400 Besucher pro Tag - die vorherrschende Stimmung von Konzentration und Nachdenklichkeit. Der spezifische Bielefelder Beitrag zur Präsentation lag in einem umfassenden Begleitprogramm mit mehr als 100 Veranstaltungen - Vorträge, Berichte von Zeitzeugen, Wochenendseminare, Exkursionen, Film- und Theatervorführungen -, das in vielen Fällen lokale und regionale Facetten der nationalsozialistischen Herrschaft und ihrer Vernichtungspolitik thematisierte und so die eingangs apostrophierte zweite Geschichte in soziale Nähe rückte. So vielfältig wie das Programm waren die Anbieter, nicht nur in Bielefeld selbst, sondern auch in der Region: Vereinigungen zur kulturellen und politischen Bildung, Verbände, kirchliche Einrichtungen, die staatliche Lehrerfortbildung und Träger der Erwachsenenbildung, wie die Volkshochschulen Bielefeld und Detmold. Im Durchschnitt lag die Teilnehmerzahl bei 40 Personen. In der Regel mischten sich die Generationen, und die engagierten, durchwegs sachlichen Diskussionen brachten die unterschiedlichsten Einstellungen und Bewertungen zutage. Besonderes Interesse fanden die Berichte von Zeitzeugen. Die VHS Bielefeld schätzt, dass sie sich durch ihre Begleitveranstaltungen nach Hunderten zählende neue Adressaten erschlossen hat. Darüber hinaus hat "das Rahmenprogramm ... viele Akteure der politisch-historischen Bildungsarbeit zusammengeführt und damit neue Kooperationsbeziehungen geschaffen, die mittel- und langfristige Wirkungen für das Angebot in Bielefeld haben werden", so die Volkshochschule. Eine Dokumentation wird vorbereitet und wahrscheinlich Ende Mai publiziert.

Die Universität unterstützte nachdrücklich und in verschiedener Weise die Ausstellung und ihr Begleitprogramm: Mitglieder der Fakultät für Geschichtswissenschaft und Philosophie beteiligten sich mit Vorträgen zu verschiedenen Aspekten des Nationalsozialismus und des Vernichtungskrieges - so Lothar Albertin, Ute Frevert, Thomas Kühne, Oliver Müller, Hinrich Paul, Thomas Sandkühler, Hans-Walter Schmuhl und Hans-Ulrich Wehler, der in der Eröffnungsveranstaltung mit seinem Vortrag "Wehrmacht und Nationalsozialismus" historische Kontexte und mentale Affinitäten in Erinnerung rief, von der Reichswehr der Weimarer Zeit bis zur Wehrmacht des Zweiten Weltkriegs. Ein gut besuchtes Podium "Welchen Sinn macht die neu konzipierte Wehrmachtausstellung?" bestritten Mitglieder der Kriegsgeneration und der nach dem Krieg geborenen Historiker (Albertin, Frevert, Koselleck, Sandkühler, Schmuhl, Schulze; Moderation: Skowronek). Neben der Fakultät für Geschichtswissenschaft und Philosophie boten auch studentische Arbeitsgruppen, Einrichtungen und Einzelpersonen Veranstaltungen an. 20 der 32 Führer durch die Ausstellung waren Studenten der Geschichtswisssenschaft. Dem Kuratorium, das die Akzeptanz der Ausstellung zu befördern suchte, gehörten Gertrude Lübbe-Wolff und Eduard Ebel, Peter Lundgreen und Helmut Skowronek an. Zweifellos hätte dieses für einen interdisziplinären Zugang paradigmatische Thema - die 'Zustimmungsdiktatur' des Nationalsozialismus, seine unfassbare Destruktivität und das lange Beschweigen dieser Vergangenheit - eine noch breitere Beteiligung unserer Kultur- und Sozialwissenschaften - et...

     
210/2002 28.05.02 65. Geburtstag Prof. Dr. Dr. h.c. Ludwig Huber   Prof. Dr. Dr. h.c. Ludwig Huber feierte am 24. April seinen 65. Geburtstag. Der gebürtige Bielefelder ist Professor an der Fakultät für Pädagogik und seit 1989 Wissenschaftlicher Leiter des Oberstufen-Kollegs an der Universität Bielefeld. Zum Ende des Sommersemesters wird er emeritiert. Am 5. Juli findet für Ludwig Huber ein großes Verabschiedungsfest im Oberstufen-Kolleg statt. Ludwig Huber ist Urenkel des Bielefelder Oberbürgermeisters Ludwig Huber (1826-1905), der dieses Amt 24 Jahre von 1857 bis 1881 innegehabt und der Stadtentwicklung Bielefelds im Industriezeitalter entscheidende Impulse gegeben hat. Nach seinem Abitur am Bielefelder Ratsgymnasium hat Ludwig Huber jun. Klassische Philologie und Evangelische Theologie studiert und 1963 in Tübingen promoviert. Weitere Lebensstationen: Lektor im Artemis-Verlag Zürich, Wissenschaftlicher Assistent am Pädagogischen Seminar Göttingen, 1969 bis 1970 Mitglied der Aufbaukommission von Laborschule und Oberstufen-Kolleg in Bielefeld, Heirat mit Ingeborg Hentschel 1971. Im selben Jahr wurde Huber als Professor für Hochschuldidaktik an die Universität Hamburg berufen und war dort mehrfach Geschäftsführender Direktor des Interdisziplinären Zentrums für Hochschuldidaktik. 1989 kehrte Ludwig Huber als Nachfolger von Hartmut von Hentig als Professor für Pädagogik und Wissenschaftlicher Leiter des Oberstufen-Kollegs in seine Heimatstadt Bielefeld zurück. Schwerpunkte seiner Arbeit waren seitdem die Mitwirkung an der Entwicklung des Oberstufen-Kollegs als Versuchsschule, die Moderation der Forschungs- und Entwicklungsarbeit der dort lehrenden Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und im Rahmen eines Graduierten-Kollegs die Schulentwicklungsforschung. Dabei geht es Huber insbesondere um die bildungstheoretische Begründung und unterrichtliche Umsetzung der Reform der Sekundarstufe II: Eine Bildung im Medium der Wissenschaft, wie sie am Oberstufen-Kolleg angestrebt wird, soll den Übergang von der gymnasialen Oberstufe in das Studium durch den Erwerb entsprechender Qualifikationen und Orientierungen verbessern. Mehrmals hat Huber als Gastprofessor an Colleges und Universitäten in den USA Anregungen für die Weiterentwicklung eines Kollegs mitgebracht. Für seine intensive Mitarbeit an einer Partnerschaft mit der Staatlichen Universität Nowgorod hat er im Jahr 2001 die Ehrendoktorwürde der dortigen Universität erhalten.      
210/2002 28.05.02 Fakultät für Geschichtswissenschaft und Philosophie Dr. Barbara Guckes   Dr. Barbara Guckes hat sich an der Fakultät für Geschichtswissenschaft und Philosophie der Universität Bielefeld habilitiert und erhielt die Venia legendi für das Fach Philosophie.      
210/2002 28.05.02 Fakultät für Pädagogik Dr. Johannes Fromme   Dr. Johannes Fromme, Hochschuldozent an der Fakultät für Pädagogik der Universität Bielefeld und Vorstandsvorsitzender des Trägervereins HERTZ e.V., Campusradio für Bielefeld, hat den Ruf an die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg angenommen und ist dort im April zum Professor für Erziehungswissenschaftliche Medienforschung unter Berücksichtigung der Erwachsenen- und Weiterbildung ernannt worden.      
210/2002 28.05.02 75. Geburtstag Dr. Eberhard Firnhaber   Dr. Eberhard Firnhaber, ehemaliger Kanzler und Ehrensenator der Universität Bielefeld, feierte am 3. Mai seinen 75. Geburtstag. Herzliche Glückwünsche überbrachten Rektor Dieter Timmermann (auf dem Foto rechts) und Kanzler Hans-Jürgen Simm (2.v.r.). Firnhaber entwickelte Mitte der 60er Jahre ein Verständnis von Hochschulentwicklung, das den Vorstellungen einer Einheitsverwaltung unter der Form einer Rektoratsverfassung weit entgegenkam, wie sie nach den Anregungen des Gründungsausschusses unter maßgeblichem Einfluss Helmut Schelskys erstmals an der zu gründenden Universität Bielefeld Gestalt annehmen sollten. Die als Forschungs- und Reformuniversität konzipierte neue Hochschule in Bielefeld stellte dabei hohe Anforderungen an die Universitätsverwaltung. Als am 1. Juni 1968 Firnhaber zum Kanzler und Mitglied des Gründungsausschusses der Universität Bielefeld ernannt wurde, sollte sich dies als Glücksfall für die Universität herausstellen. Bereits ein Jahr nach seinem Amtsantritt nahm die Universität den Lehrbetrieb mit zunächst drei Fakultäten auf, und etwas mehr als zehn Jahr später wuchs die Studentenzahl auf über 10 000 Studierende. Die schwierige Aufgabe, in kürzester Zeit eine funktionstüchtige und effiziente Verwaltung für die über die Maßen wachsende Universität zu schaffen, hat Firnhaber überaus erfolgreich gemeistert. So war seine Amtsführung auch in der Phase der durch die 68er-Bewegung politisierten Hochschulen davon geprägt, akademische Selbstverwaltung und staatliche Hochschulverwaltung nicht als Gegensätze und den Universitätskanzler nicht nur als Vertreter des Landes vor Ort, sondern als Mann der Universität und Mitglied des Rektorats anzusehen. Engagement für "seine" Universität sowie Offenheit und Toleranz gegenüber anderen Meinungen und Ansichten kennzeichneten seinen Führungsstil und charakterisieren den Jubilar auch heute noch. Firnhaber setzte sich für die Verankerung der Universität in Stadt und Region ein und übernahm bereits während seiner aktiven Zeit zahlreiche Ehrenämter, wie z. B. im Vorstand der Gesellschaft für Epilepsieforschung Bethel oder im Verwaltungsrat der von Bodelschwinghschen Anstalten. Als Firnhaber 1989 in den Ruhestand ging, hatte er sich bleibende Verdienste um die Universität erworben. Die Universität ehrte ihn im Herbst 1989 mit der Ehrensenatorwürde, während das Land Nordrhein-Westfalen ihm 1994 den Verdienstorden des Landes für die Aufbauarbeit in Bielefeld verlieh.      
210/2002 28.05.02 Erstmals kann in Bielefeld das Lehramt an Grund-, Haupt- und Realschulen mit der Qualifikation für Sonderpädagogik kombiniert werden Neues Lehramtsstudium an der Universität Bielefeld (ZfL) Die Ausbildung für Lehrerinnen und Lehrer wird in Nordrhein-Westfalen zur Zeit grundlegend geändert. Dies ist in den aktuellen Informationen der Zentralstelle für die Vergabe von Studiengängen (ZVS) in Dortmund noch nicht berücksichtigt. Bisher gab es für die Ausbildung an allgemeinbildenden Schulen so genannte Stufenlehrämter: Primarstufe, Sekundarstufe I, Sekundarstufe II und das Kombinationslehramt Sekundarstufe II / Sekundarstufe I. Im Sommer 2002 wird voraussichtlich ein neues Lehrerausbildungsgesetz verabschiedet, das die bisherigen Lehrämter neu zusammenfasst. Für jedes Lehramt sind zwei Unterrichtsfächer und Erziehungswissenschaften zu studieren.

* Das Lehramt an Grund-, Haupt- und Realschulen und den entsprechenden Klassen der Gesamtschulen (Lehramt GHR) wird - wie die bisherigen Lehrämter Primarstufe und Sekundarstufe I - sieben Semester umfassen. Während des Studiums sollen schulformspezifische Schwerpunkte gebildet werden. Der Schulformschwerpunkt Grundschule sollte als ein Unterrichtsfach Deutsch oder Mathematik umfassen; das andere Fach muss mindestens mit didaktischen Anteilen studiert werden.

* Das Lehramt an Gymnasien und entsprechenden Klassen der Gesamtschulen (Lehramt Gym) entspricht im wesentlichen dem bisherigen Lehramt Sekundarstufe II / Sekundarstufe I.

Diese neue Form der Ausbildung wird in den nächsten Jahren an allen lehrerausbildenden Universitäten in NRW eingeführt. An der Universität Bielefeld ist sie bereits ab dem kommenden Wintersemester 2002/03 die Grundlage für einen Modellversuch, den die Universität Bielefeld durchführt. Der Modellversuch dient der Entwicklung einer verbesserten Ausbildung, die auch stärker auf die Interessen und Bedürfnisse der Studierenden Rücksicht nimmt, als die bisherige Lehramtsausbildung. Das Studium ist gestuft (konsekutiv). Es beginnt mit einem Bachelor-Studiengang, der sechs Semester dauert. Die Studienwahl umfasst immer ein Kernfach (Hauptfach) und ein Nebenfach. Das Bachelorstudium bietet die Möglichkeit, den Studienschwerpunkt auf die Qualifikation für das Berufsfeld Schule zu legen. Diese Entscheidung kann - anders als bei der herkömmlichen Lehramtsausbildung - zum Studienbeginn oder erst studienbegleitend getroffen werden.

* Wer sich zu Studienbeginn noch nicht sicher ist, ob der Beruf der Lehrerin oder des Lehrers oder eine ganz andere Berufstätigkeit das Richtige ist, kann die Entscheidung für ein bestimmtes Berufsfeld erst in höheren Semestern treffen, gegen Ende der Studienzeit. Die gewählten Studienfächer sollten dann allerdings den Bezug zu den gewünschten späteren Unterrichtsfächern haben. Umfangreiche didaktische und praktische Studienanteile sind bei der Wahl eines Schulprofils auch im Bachelorstudium enthalten.

* Wer sich schon sicher ist mit dem Berufswunsch Lehrerin oder Lehrer, kann vom ersten Studiensemester an den Schwerpunkt auf ein schulbezogenes Studium legen. In diesem Fall kann als Kernfach ein Studienfach mit Bezug zu einem Unterrichtsfach der gewünschten Schulform oder -stufe gewählt und mit Erziehungswissenschaft als Nebenfach verbunden werden. Dann finden die ersten Praxisphasen bereits im Anschluss an das erste Studiensemester statt. Für die individuelle Entscheidung über eine der beiden Möglichkeiten bei der Kombination von Kernfach- und Nebenfach sollte die Fachberatung der jeweiligen Fakultät in Anspruch genommen werden.

Das Bachelorstudium schließt mit einem berufsbefähigenden Hochschulabschluss. Je nach gewähltem Studienprofil bieten sich verschiedene Berufsfelder an. Wer sich für die Tätigkeit als Lehrerin oder Lehrer qualifizieren will, muss jedoch nach dem Bachelorstudium noch ein Masterstudium absolvieren.

Das Masterstudium ist darauf ausgerichtet, sich für die Anforderungen des Berufsfelds Schule zu spezialisieren. Vor der Zulassung findet eine intensive Beratung statt, in der festgehalten wird, welche Anforderungen zu erfüllen sind, damit der Abschluss einer Ersten Staatsprüfung entspricht. Wer im Bachelorstudium zwei Unterrichtsfächer gewählt hat, studiert jetzt vorrangig Erziehungswissenschaft und ergänzt das als Nebenfach gewählte Unterrichtsfach, falls das Lehramt Gymnasium gewählt wird. Wer erst ein Unterrichtsfach studiert hat kombiniert mit Erziehungswissenschaft, studiert in der Masterphase vorrangig das zweite Unterrichtsfach. Einige Fächer können wegen des erforderlichen Studienaufwands allerdings nur i...

    Link
210/2002 28.05.02 Wissenschaft im Spielfilm und in der Literatur Wahrnehmungsdifferenzen können der Wissenschaft nicht gleichgültig sein (BUZ) Seit einiger Zeit wird von der Medienwissenschaft sowie der Medien- und Wissenschaftssoziologie zunehmend die Frage gestellt, wie Wissenschaft und Wissenschaftler in den Massenmedien wahrgenommen und dargestellt werden. Dabei bleiben aber bislang die wohl massenwirksamsten Medien Spielfilm und Literatur weitgehend unberücksichtigt. Es fällt auf, dass es nur wenige reale Wissenschaftler gibt, die in der breiten Öffentlichkeit bekannt sind, wie Stephen Hawking oder in der Vergangenheit Albert Einstein. Fiktive Darstellungen von Wissenschaftlern, wie Dr. Faust, Frankenstein, Dr. Seltsam oder Dr. Caligari, können hingegen als weitgehend bekannt gelten. "Man kann davon ausgehen" - so sagen die Bielefelder Wissenschaftssoziologen Peter Weingart und Petra Pansegrau, die jetzt im Zentrum für interdisziplinäre Forschung der Universität Bielefeld vom 20. bis 21. Juni eine Tagung zur Wahrnehmung von Wissenschaft in der Literatur und im Film leiten werden -, "dass die in der Öffentlichkeit vorherrschenden Images und Vorstellungen über Wissenschaft und Wissenschaftler sehr viel stärker durch die fiktiven Charaktere geprägt werden als durch die realen. Welche Wirkungen von den häufig dämonisierenden Darstellungen ausgehen, ist unbekannt. Es ist überraschend, dass solche offenkundig von der aktuellen Situation und vom Selbstverständnis der Wissenschaft abweichenden Vorstellungen in so populärer Form kommuniziert werden können. Angesichts des hohen Legitimationsbedarfs, dem die Wissenschaft in modernen Massendemokratien unterliegt, können ihr diese Wahrnehmungsdifferenzen nicht gleichgültig sein."

Während der Tagung "Perception and Representation of Science in Literature and Fiction Film" sollen vorrangig Fragen nach der Bedeutung von Filmen und Literatur für die Wahrnehmung von Wissenschaft und Wissenschaftlern in der Öffentlichkeit, deren Bedeutung für die Ausbildung öffentlicher Images und die Auswirkungen filmischer und belletristischer Inszenierungen für die Debatten im Rahmen des Public Understanding of Science fokussiert werden. Ihr Ziel ist es - so Weingart und Pansegrau - "die Muster der Repräsentation der Wissenschaft in Literatur und Film aufzudecken, ihre Spezifik, ihre Veränderungen und ihre Ursprünge zu untersuchen. Dazu sollen Beiträge der Filmanalyse, der Medienforschung, der Filmproduktion, der Wissenschaftssoziologie und der Literaturwissenschaft geliefert und in der Diskussion zusammengeführt werden."

     
210/2002 28.05.02 Universitätsarchiv Martin Löning   Martin Löning, Leiter des Bielefelder Universitätsarchivs, ist erneut zum stellvertretenden Vorsitzenden der "Arbeitsgemeinschaft der Hochschularchive Nordrhein-Westfalen" gewählt worden. Zum Vorsitzenden wählte die Arbeitsgemeinschaft auf ihrer Jahrestagung 2002 in Wuppertal wie bisher den Bonner Universitätsarchivar Dr. Thomas Becker.      
210/2002 28.05.02 Fakultät für Pädagogik Dr. Elke Kleinau   Dr. Elke Kleinau, Privatdozentin an der Fakultät für Pädagogik der Universität Bielefeld, hat den Ruf auf die Professur für Allgemeine Pädagogik mit dem Schwerpunkt systematisch-historische Pädagogik an der Universität zu Köln (zum 1. April) angenommen.      
210/2002 28.05.02 Fakultät für Wirtschaftswissenschaften Dr. Thorsten Bayindir-Upmann   Dr. Thorsten Bayindir-Upmann, Institut für Mathematische Wirtschaftsforschung, hat sich an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Bielefeld habilitiert und erhielt die Lehrbefugnis für das Fach Volkswirtschaftslehre.      
210/2002 28.05.02 Fakultät für Mathematik Prof. Dr. Stefan Bauer   Prof. Dr. Stefan Bauer, Fakultät für Mathematik der Universität Bielefeld, hat einen Ruf an die Universität Mainz abgelehnt.      
210/2002 28.05.02 Fakultät für Rechtswissenschaft Prof. Dr. Britta Bannenberg   Prof. Dr. Britta Bannenberg, früher Universität Marburg und Vertreterin einer Professur an der Universität Bielefeld, ist zur Professorin für Kriminologie, Strafverfahrensrecht und Strafrecht an der Fakultät für Rechtswissenschaft der Universität Bielefeld ernannt worden. Einen Schwerpunkt der Forschungen der 1964 in Volkmarsen geborenen Rechtswissenschaftlerin, die in Göttingen studierte, bildet die Beschäftigung mit dem Täter-Opfer-Ausgleich. Schon ihre Göttinger Dissertation aus dem Jahr 1993 mit dem Thema "Wiedergutmachung in der Strafrechtspraxis. Eine empirisch-kriminologische Untersuchung von Täter-Opfer-Ausgleichsprojekten in der Bundesrepublik Deutschland" war weit mehr als eine bloße Bestandsaufnahme der in der Strafrechtspraxis vorfindbaren Projekte. Die Arbeit trug insbesondere dazu bei, dass auch die Ausweitung des Täter-Opfer-Ausgleichs auf das Erwachsenenstrafrecht auf eine tragfähige wissenschaftliche Grundlage gestellt werden konnte. Seit 1998 widmet sich Britta Bannenberg in zahlreichen Publikationen einer weiteren Alternative zu strafrechtlichen Sanktionen: der Mediation. In einer ersten auch die internationale Diskussion evaluierenden Arbeit untersucht sie die Möglichkeiten der Konfliktregelung bei Gewalt in Paarbeziehungen durch Mediation und Täter-Opfer-Ausgleich. Die Rechtswissenschaftlerin leistet mit ihren innovativen Publikationen wegweisende Beiträge zur Konfliktregelung und zur Sicherung des sozialen Friedens auch in anderen Lebensbereichen, wir ihre jüngsten Publikationen zur "Mediation im Wirtschaftsstrafrecht" eindrucksvoll belegen. Einen weiteren Schwerpunkt bildet das immer mehr an öffentlicher Bedeutung gewinnende Thema Korruption - ein Thema, das auch Gegenstand ihrer Habilitationsschrift (Marburg 2001) ist. Die Arbeit "Korruption in Deutschland und ihre strafrechtliche Kontrolle. Eine kriminologisch-strafrechtliche Analyse" deckt erstmals Korruptionsstrukturen auf, die zu einem gründlichen Umdenken der bisherigen strafrechtlichen und insbesondere strafprozessualen Reaktionen Anlass geben, will man dem in subtilen Netzwerken sich ausbreitenden kriminellen Vorgehen im Interesse eines effektiveren Rechtsschutzes künftig besser Herr werden. Auch außerhalb Deutschlands ist Britta Bannenberg als Rechtsexpertin in Zusammenhang mit dem Thema Korruption gefragt. Seit letztem Jahr ist die Wissenschaftlerin in einem EU-Phare-Projekt in Riga, Lettland, tätig im so genannten "Anti-Corruption Training, Legislation and Information Programme". Ihre Aufgaben liegen in der Beratung der Regierung, der Analyse der Rechtsgrundlagen des Öffentlichen Rechts in Bezug auf Korruptionsprävention, in der Beratung von Staatsanwaltschaft, Polizei und Richtern zur Organisation der Strafverfolgung und im Training der Verwaltung in Maßnahmen der Korruptionsprävention.      
210/2002 28.05.02 Fakultät für Chemie Dr. Burak Atakan   Dr. Burak Atakan, Privatdozent an der Fakultät für Chemie der Universität Bielefeld, hat den Ruf auf eine Professur für Technische Thermodynamik an der Fakultät für Ingenieurwissenschaften der Gerhard-Mercator-Universität Duisburg angenommen.      
210/2002 28.05.02 Universitätsbibliothek Norbert Lossau übernimmt eine der modernsten Bibliotheken (BUZ) Neuer Leiter der Bielefelder Universitätsbibliothek wird Dr. Norbert Lossau, der sein Amt als Nachfolger ihres langjährigen Direktors Dr. Karl Wilhelm Neubauer am 1. August antritt. Nach dem Studium der finnisch-ugrischen Philologie und der Skandinavistik an den Universitäten Bonn und Göttingen war der 1962 geborene Lossau von 1990 bis 1994 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Finnisch-ugrischen Seminar der Universität Göttingen. Dort promovierte er 1991 mit einer Arbeit über "Die deutschen Petöfi-Übersetzungen". Nach dem Bibliotheksreferendariat wurde er 1997 Leiter des Digitalisierungszentrums an der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek in Göttingen und 1998 zusätzlich Fachreferent für die Sondersammelgebiete Ungarn, Finnland und Finnougristik. Seit 2001 ist er Head of the Oxford Digital Library an der University of Oxford, United Kingdom.

In Bielefeld übernimmt Norbert Lossau die Leitung einer der modernsten und benutzerfreundlichsten Universitätsbibliotheken.

     
210/2002 28.05.02 Ehemalige im Interview Mitglieder des Absolventen-Netzwerks stellen sich vor Susanne Tatje machte vor 25 Jahren ihr Diplom, jetzt will sie promovieren. Das Absolventen-Netzwerk stellte ihr einige Fragen.
Das Betätigungsfeld von Soziologinnen und Soziologen ist sehr vielfältig. Von Ihnen kann man jedoch behaupten, dass Sie heute in einem Berufsfeld arbeiten, welches viele Absolventen ins Auge fassen. Können Sie kurz die wichtigsten Stationen Ihrer beruflichen Laufbahn umreißen?

Nach meinem Diplom habe ich zunächst im Forschungsprojekt zur "Einphasigen Juristenausbildung" im Interdisziplinären Zentrum für Hochschuldidaktik der Universität Bielefeld gearbeitet. Danach kamen Tätigkeiten im Bereich der Jugendhilfe und Jugendarbeit: bei einem freien Träger und in einem Jugendamt einer Mittelstadt in Ostwestfalen-Lippe. Wichtig für mich war meine Zeit an der Bielefelder Volkshochschule als Leiterin des Fachbereichs "Politische Bildung" und auch die neun Jahre als Referatsleiterin in einem Ministerium der nordrhein-westfälischen Landesregierung.

Inwieweit befähigte Sie Ihr Studium für Ihre jetzige Tätigkeit?

Ich habe im Studium gelernt, mich in ganz unterschiedliche Bereiche der Soziologie - von der allgemeinen soziologischen Theorie wie beispielsweise Betriebliches Personal- und Organisationswesen oder Planungs- und Entscheidungstheorie - einzuarbeiten. Durch den speziellen Bielefelder Studiengang (Professionalisierung, interdisziplinärer Ansatz) habe ich Instrumente an die Hand bekommen, die in jeder Tätigkeit außerordentlich nützlich waren.

Welche Zusatzqualifikationen sollte man besitzen, wenn man in der Verwaltung tätig werden will? Glauben Sie, dass Zusatzqualifikationen heutzutage ein Muss sind?

Die Frage nach den Zusatzqualifikationen hängt mit den jeweils spezifischen Anforderungen an eine konkrete Stelle zusammen. Ich persönlich habe mich in Bereichen fortgebildet wie Moderatorentraining, Führung und Leadership, Rhetorik und Kommunikation. Grundsätzlich sind in der Verwaltung persönliche Kompetenzen wie Geduld von Nutzen. Die fehlt mir manchmal. Zusatzangebote seitens der Universität wie das Programm "Studierende und Wirtschaft" oder auch das Schreiblabor gab es damals nicht. Ich denke, dass hier viele zusätzliche Kompetenzen gefördert werden, die im späteren Berufsleben von großem Nutzen sind.

Worauf sollten Studierende - aus der Sicht einer Insiderin - bei der Planung des beruflichen Einstiegs achten? Gibt es bestimmte Defizite, die Ihnen bei Bewerbungen immer wieder auffallen?

Wichtig finde ich, dass Bewerber und Bewerberinnen bereits neben dem Studium Kontakte zur Praxis hergestellt haben. Auch so genannte berufliche Umwege sehe ich durchaus positiv.

Wie nehmen Sie Ihre alte Universität heute, da Sie aus der Praxis kommen, wahr?

Die Universität Bielefeld ist in meinen Augen eine Hochschule mit hohem Niveau und Renommee in Forschung und Lehre. Das wird durch die guten Ergebnisse in den Rankings auch immer wieder bestätigt. Und dass "meine" Fakultät für Soziologie jetzt gerade wieder im CHE- und stern-Ranking so gut abgeschnitten hat, freut mich besonders.

Wo sehen Sie Verbesserungsvorschläge für die Zusammenarbeit zwischen der Universität und der Stadt Bielefeld?

Es müsste mehr fachlichen Austausch geben, davon würden beide Seiten sehr profitieren.

Sie haben sich aus einer wichtigen Führungsposition in der Stadtverwaltung Bielefeld für zwei Jahre beurlauben lassen, um Ihre Doktorarbeit zu schreiben. Was sind Ihre Motive?

Ich erfülle mir damit einen lang gehegten Wunsch. Und mein Thema "Verwaltungsmodernisierung" bietet mir eine gute Gelegenheit, meine beruflichen Erfahrungen in diesem Bereich aus soziologischer Sicht zu reflektieren.


Von Susanne Tatje zu Ende gedacht:

Das Absolventen-Netzwerk bietet ... Kontakte, Beratung.

Das beste an meinem Studium war ... die Chance, viel in guter Atmosphäre zu lernen.

Lieber vergessen würde ich ... nichts.

Mein Ziel während des Studiums war ..., die Gesellschaft zu verändern.

     
210/2002 28.05.02 Fakultät für Biologie / Promotionen Blattschneiderameisen im tropischen Regenwald (BUZ) An der Fakultät für Biologie der Universität Bielefeld sind in den vergangenen beiden Semestern dreiunddreißig Promotionen abgeschlossen worden. Fast die Hälfte der Promivierten waren Frauen. Karsten Alfermann: Untersuchungen zur Anpassung des Photosyntheseapparates Höherer Pflanzen bei Wachstum unter einem erhöhten CO2-Partialdruck von 700 ppm.

Sven Brand: Untersuchung der Zellhüllenstruktur von Corynebacterium glutamicum ATCC13032.

Joachim Burger: Schülervorstellungen zu "Energie im biologischen Kontext". Ermittlungen, Analysen und Schlussfolgerungen. Ein Beitrag zur Verminderung von Lernschwierigkeiten im Biologieunterricht der Sekundarstufen durch vermehrte Berücksichtigung von Schülervorstellungen zu "Energie im biologischen Kontext" in konstruktivistischer Lernumgebung.

Martin Dempewolf: Larvalmorphologie und Phylogenie der Agromyzidae (Diptera).

Judith Denkinger: Demographische Untersuchungen am Amazonasdelfin (Inia geoffrensis) im Cuyabeno Reservat, in Ecuador.

Ulrike Fock: Nachweis und Charakterisierung von Nebulin und nebulin-verwandten Proteinen in der Muskulatur von Vertebraten und Invertebraten.

Sönke Christian Frosch: Molekulare Analyse von narboninähnlichen Nodulinen der Ackerbohne Vicia faba L. cv. Kleine Thüringer.

Sonja Fuchs: Mutationsanalyse von Kandidatengenen für die neurologische Mutation wobbler der Maus.

Harald Hausen: Untersuchungen zur Phylogenie "spiomorpher" Polychaeten (Annelida).

Hubert Herz: Blattschneiderameisen im tropischen Regenwald: Freilanduntersuchungen zur Populationsdynamik sowie zu trophischen und nichttrophischen Effekten von Atta colombica in Panama.

Natalija Hohnjec: Das knöllchenamplifiziert exprimierte Saccharose-Synthase-Gen MtSucS1 der Modell-Leguminose Medicago truncatula: Aufklärung der genomischen Organisation, Identifizierung relevanter Promotorbereiche und Konstruktion transgener Pflanzen mit modifiziertem MtSucS1-Proteingehalt.

Frank Horling: Die Genfamilie der Peroxiredoxine in Pflanzen: Genetische Regulation und Funktion.

Anke Jentsch: The Significance of Disturbance for Vegetation Dynamics. A Case Study in Dry Acidic Grasslands.

Olaf Kaiser: Vergleichende Analyse bakterieller Gemeinschaften der Rhizoplane von Wildtyp- und transgenen Rapspflanzen (Brassica napus) mittels 16S-rDNA-Sequenzanalyse und der terminalen Restriktionsfragment-Längenpolymorphismus (T-RFLP)-Technik.

Jutta Kretzberg: Reliability of Neural Coding. A Model Study.

Rafael Kurtz: Calcium Signaling in Visual Motion-Sensitive Neurons of the Fly.

Konrad Lehmann: Zur Entstehung psychomotorischer Störungen aus der Wechselwirkung von präfrontalen Afferenzen, Dopamin und Serotonin im Caudatus-Putamen (Quantitative immunhistochemische Studien an Meriones unguiculatus).

Britta Maedge: Neue Interaktionspartner der Myc-Proteinfamilie: Charakterisierung und Analyse der biologischen Wirkung.

Uwe Mikes: Verhalten, soziale Beziehungen und Belastungen in Gehegegruppen von Felsenmeerschweinchen (Kerodon rupestris Cuvier 1825).

Elke Möllmann: Evaluation unterschiedlicher Präsentationsformen im Rahmen einer Ausstellung zur Hominidenevolution - Eine empirische Untersuchung zur Ausstellungsdidaktik.

Dagmar Niemeyer: Untersuchungen zur Funktion des ExoP-Proteins bei der Molekulargewichtskontrolle des Exopolysaccharids Succinoglycan in Sinorhizobium meliloti.

Olena Perlova: Identifizierung und molekularbiologische und physiologische Charakterisierung der PII-homologen Signaltransduktionsproteine aus Acetobacter diazotrophicus Pal5.

Melanie Richter: Identification and Characterization of Intracellular Binding Partners of the CHL1 (Close Homologue of L1) Neural Cell Recognition Melucule.

Uwe Schlomann: The Role of Matrix- and Disintegrin-Metalloproteinases in Neurodegenerative Diseases.

Alexander Schmidt: The Processing of Visual Informatio...

     
210/2002 28.05.02 "Es werden alle zur Zeit möglichen Einsparmöglichkeiten genutzt" Zertifikat für Poststelle   Die Deutsche Post berät seit vergangenem Jahr Poststellen öffentlicher Einrichtungen und privater Firmen in Nordrhein-Westfalen bei der Optimierung des Posteingangs und Postausgangs. Wird das richtige Format gewählt? Werden Briefe zu Sammelsendungen zusammengefasst? Werden alle erreichbaren Einsparmöglichkeiten ausgenutzt? Neben der Untersuchung im Hinblick auf eine Portokostenoptimierung fand auch ein Check der Poststelle der Universität Bielefeld statt. Die Deutsche Post besichtigte im Februar vor Ort die Abläufe, außerdem wurden die Sendungen der Universität stichprobenartig drei Wochen lang in Augenschein genommen. Fazit: "Es werden alle zur Zeit möglichen Einsparmöglichkeiten genutzt", sagt Dieter Sommer von der Deutschen Post. Als Zeichen der guten Organisation wurde der Poststelle der Universität jetzt ein Zertifikat überreicht. Rund 2000 Briefe und etwa 70 Pakete gehen täglich durchschnittlich bei der Poststelle der Universität ein. Etwa 1860 Sendungen werden pro Tag verschickt. Über 600 000 Mark haben die Mitarbeiter im vergangenen Jahr an der Frankiermaschine "verstempelt". Das Foto zeigt von links: Dieter Sommer, Johann Kampf, Mario Heidemann (verdeckt), Wolfgang Hiemer, Angelika Spilker.      
210/2002 28.05.02 Jubiläen 25 Jahre im Öffentlichen Dienst (BUZ) Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Universität können in diesen Tagen ihr Silbernes Dienstjubiläum feiern. Seit 25 Jahren sind die folgenden Mitarbeiter im Öffentlichen Dienst tätig: Dieter Barth, Iolanda Maria Hattesohl und Christel Köhler (alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Fakultät für Chemie der Universität Bielefeld); Michael Fricke (Mitarbeiter im Dezernat IV - Technische Direktion, Bau- und Liegenschaftsangelegenheiten, Betriebstechnik, Gebäudemanagement, Arbeitsschutz); Anneliese Garrido Agurto (Fakultät für Soziologie); Angelika Spilker (Dezernat Z - Organisation, innerer Dienst, Zentrale Dienste), Meinhard Ulrich (Universitätsbibliothek); Ulrich Vogel (Oberregierungsrat im Dezernat III - Personalangelegenheiten); Elke Werneburg (Oberstufen-Kolleg); Petra Witte-Brüggemann (Fakultät für Biologie); Edda Wursthorn (Fakultät für Theologie, Geographie, Kunst und Musik).      
210/2002 28.05.02 Von Bielefeld ins höchste Richteramt Gertrude Lübbe-Wolff neue Bundesverfassungsrichterin (BUZ) Die Bielefelder Rechtswissenschaftlerin Gertrude Lübbe-Wolff ist zur neuen Bundesverfassungsrichterin gewählt worden. Sie übernimmt den Sitz der ehemaligen Gerichtspräsidentin Jutta Limbach als Richterin im Zweiten Senat, doch schon jetzt mit Aussichten - wie die Süddeutsche Zeitung mutmaßt - "dereinst Senatsvorsitzende und zumindest Vizepräsidentin des höchsten Gerichts zu werden". Gertrude Lübbe-Wolff, am 31. Januar 1953 in Weitensfeld (Kärnten) geboren, studierte Jura in Bielefeld, Freiburg und an der Harvard Law School. Nach der Promotion und Habilitation verließ sie die Universität Bielefeld und leitete zunächst das Bielefelder Wasserschutzamt. Hier sammelte sie Erfahrungen im Umweltrecht, das neben dem Verfassungsrecht zu einem weiteren Arbeitsschwerpunkt wurde. Darüber hinaus veröffentlichte sie Arbeiten zur Rechtsphilosophie. Seit 1992 ist sie Professorin für Öffentliches Recht an der Fakultät für Rechtswissenschaft der Universität Bielefeld. Als langjährige Geschäftsführende Direktorin des Zentrums für interdisziplinäre Forschung (ZiF) in Bielefeld ist sie jetzt nach ihrer Wahl in das Bundesverfassungsgericht zurückgetreten.

Im ZiF leitete sie selbst eine internationale Arbeitsgemeinschaft zum "Vollzug des europäischen Umweltrechts" und die ZiF-Forschungsgruppe "Rationale Umweltpolitik - Rationales Umweltrecht".

Neben Gertrude Lübbe-Wolff, die im Jahr 2000 den höchstdotierten deutschen Forschungspreis (Leibniz-Preis) erhielt, haben auch die derzeitigen Mitglieder des Bundesverfassungsgerichts Präsident Hans-Jürgen Papier und Udo Steiner sowie die ehemaligen Mitglieder Ernst-Wolfgang Böckenförde und Dieter Grimm früher an der Fakultät für Rechtswissenschaft der Universität Bielefeld gelehrt.

     
210/2002 28.05.02 Richter am Bundessozialge