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Rede des Rektors anläßlich der Eröffnung des
Kompetenznetzwerks Genomforschung am 22. Oktober 2001
 
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Sehr geehrte Frau Ministerin Behler, sehr geehrter Herr Dr. Baumgarten, liebe Kollegen Giegerich und Pühler sowie Mitarbeiter, liebe weitere Kollegen, sehr geehrte Damen und Herren!
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Ich begrüße Sie herzlich zur offiziellen Eröffnung des "Kompetenznetzwerks Genomforschung an Bakterien für den Umweltschutz, die Landwirtschaft und die Biotechnologie". Wenn offiziell, dann ist darauf hinzuweisen, dass es bereits seit einiger Zeit arbeitet. Die im Kompetenznetzwerk beteiligten Wissenschaftler haben sich bereits am Nachmittag zu einem Kolloquium getroffen, das wie ich hoffe ertragreich, zumindest aber zu ihrer Zufriedenheit verlaufen ist.
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Vor ziemlich genau zwei Jahren hat die Universität Bielefeld in ihrem Bericht an den Expertenrat im Rahmen des Qualitätspakts in den Perspektiven für den Schwerpunkt Genomforschung zusammenfassend formuliert, "daß die Universität sehr gute strukturelle Voraussetzungen für eine breit gefächerte Genomforschung geschaffen hat und diese zukünftig weiter ausbauen wird".
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Dieses Vorhaben ist dank vielfältiger Unterstützung, so darf man glaube ich mit Fug und Recht behaupten, eindrucksvoll gelungen. Das hier und heute zu eröffnende Kompetenznetzwerk, das vom Bielefelder Kompetenzzentrum aus koordiniert wird, stellt den letzten, aber sicher nicht abschließenden Schritt dar. Bielefeld hat sich als Zentrum für Genomforschung in Deutschland und auch international etabliert.
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Das ist neben vielen anderen Faktoren auch ein Resultat des erfolgreichen Ineinandergreifens von forschungs- und strukturpolitischen Maßnahmen sowie der strategischen Entwicklung an dieser Universität, eine Entwicklung, die gemeinsam von Rektorat und den beteiligten Fakultäten getragen wurde und wird und die für die Fakultäten nicht immer einfach war und ist und deshalb gilt ein besonderer Dank diesen Fakultäten.
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Das Forschungsgebiet der Genomanalyse ist in Bielefeld seit längerem etabliert, mit dem Aufbau eines Genomforschungszentrum ist vor etwa vier Jahren begonnen worden. Tragende Säule war und ist aufgrund der sehr erfolgreichen Drittmitteleinwerbung des Lehrstuhls für Genetik . Die Notwendigkeit einer interdisziplinären Vernetzung, wie sie u.a. auch von der DFG im Jahre 1999 herausgestellt wurde, ist jedoch stets im Blick gewesen. Das von Ihnen, Frau Ministerin, im April 1999 eröffnete Zentrum für Genomforschung war und ist stark interdisziplinär ausgerichtet. Es weist zwischenzeitlich eine noch engere Wechselbeziehung mit Wissenschaftsfeldern in der Biologie selbst, den Nachbardisziplinen Chemie, Physik und Mathematik, sowie Anwendungsbereichen der industriellen Biotechnologie auf. Fragen der Sicherheit und Technikbewertung werden ohne Vorbehalte ebenso einbezogen wie Impulse aus sich weiter entwickelnden wirtschaftlichen Bedarfsfeldern aufgenommen. Von den bereits angesprochenen interdisziplinären Kooperationen ist besonders die starke, gemeinsame Sache mit der Bioinformatik der Technischen Fakultät hervorzuheben.
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Die große Zunahme von hochkomplexen Projekten im Bereich der Genomforschung hat im Hause einen ausgeprägten Bedarf an angewandter Bioinformatik nach sich gezogen und stellt damit auch eine Herausforderung für die Bioinformatik-Forschung dar. Forschung und Praxis verzeichnen dabei zugleich eine chronische Unterversorgung mit qualifiziertem Nachwuchs. Durch strategische Entscheidungen für einen spezifischen Ausbau, bei dem Forschungs- und Entwicklungsergebnisse in besonderer Weise mit Ausblidungs- und Qualifizierungserfordernissen verknüpft sind, konnte die Universität in zwei bedeutenden Wettbewerben erfolgreich überzeugen.
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In den letzten zwölf Monaten haben sich so die engen wissenschaftlichen Kooperationen zwischen Bioinformatik und Genomforschung zusammen mit der Chemie , der Physik und der Mathematik weiter verfestigt.
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Zum einen ist Bielefeld von der DFG im Rahmen ihrer Initiative Bioinformatik als einer von fünf Standorten ausgewählt worden. Im Zuge dessen und um die strategischen Wechselwirkungen und Synergien zu stärken, werden das Zentrum für Genomforschung künftig als Institut für Genomforschung und das Institut für Bioinformatik unter dem Dach des CeBiTec zusammengeführt.
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Zum anderen wird die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses durch die vom MSWF geförderte "International Graduate School in Bioinformatics and Genome Research" vorangetrieben. Ebenso wie im Bachelor-Studiengang Bioinformatik und Genomforschung wird der Betrieb der Graduate School in diesem Semester aufgenommen werden.
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Die vielfältige interdisziplinäre Verknüpfung zeigt sich in weiteren Forschungsinitiativen und Studiengangsaktivitäten, an der die Genomforschung und die Bioinformatik beteiligt sind. Zu nennen wären:
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die Kooperation mit verschiedenen Graduiertenkollegs, ein eigenes ist in der Begutachtung; die Beteiligung am SFB 549, Prozessierung und Signalwirkung extrazellulärer Makromoleküle, am gerade positiv begutachteten, in der Planung befindlichen SFB Physik von Einzelmolekülen, an Verbundvorhaben des BMBF oder an europäischen Forschungs- und Entwicklungsvorhaben.
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All das baut auf den guten strukturellen Voraussetzungen auf und stärkt eine breitgefächerte Bielefelder Genomforschung. So wie der Aufbau einer leistungsfähigen Infrastruktur die Genomforschung in Bielefeld zu einer führenden Einrichtung in Deutschland hat werden lassen, so wird die Universität Bielefeld alles in ihren Möglichkeiten Stehende tun, um dieses Forschungsgebiet und die damit verknüpfte Zukunftstechnologie weiter zu etablieren und zu entwickeln.
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Damit dies geschehen kann, ist die bauliche Mikroerweiterung der Universität unabdingbar. Die Universität ist Ihnen, liebe Frau Ministerin, sehr dankbar, wenn das Land diese Mikroerweiterung mit Nachdruck weiter unterstützt. Allen am Kompetenznetzwerk Beteiligten wünsche ich gutes Gelingen, Ihnen allen wünsche ich heute im Anschluss an die Grußworte noch anregende Gespräche bei einem kleinen Umtrunk und Imbiß.
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Ich darf jetzt das Wort an Sie, liebe Frau Behler weitergeben. Vielen Dank, daß Sie es trotz Ihres bis zum den Rande gefüllten Terminkalenders ermöglichen konnten, heute hier zu sein.
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