Universität Bielefeld Pressedienst-Forschung 20 - 2002 Universität Bielefeld

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Pressedienst- Forschung 20 - 2002

 

Pressedienst Forschung

Inhalt: Nr. 20/2002

Bitte stören! - Vegetationsdynamik in Sandlebensräumen

Neue Erkenntnisse aus der Störungsökologie

Die landläufige Vorstellung ist, dass Biotope am besten gedeihen, wenn sie nicht gestört werden. Ganz so einfach ist das nicht, zeigt jetzt die Untersuchung einer Bielefelder Biologin. Für die Ausbreitung bestimmter Pflanzenarten spielen natürliche Störungen sogar eine entscheidende Rolle. Das paradoxe Fazit: Stabilität des Systems durch Störung!


Wie Computer auf Sprache und Gestik reagieren

Multimodale Interaktion in der Virtuellen Realität

Nur rund 10 Prozent der Funktionen gängiger PC-Software wird von den Anwendern auch wirklich genutzt, die restlichen 90 Prozent liegen brach. Offensichtlich begnügen sich die meisten damit, das für ihre Arbeit Nötigste zu lernen, alles Weitere scheint zu unbequem. Das wäre sicher anders, wenn die Benutzer auf ihre ureigenste Weise mit den Computern kommunizieren könnten: durch Sprache und Gesten. Ein Bielefelder Informatiker forscht auf der Grenze von Informatik, Sprachwissenschaft und Psychologie an neuartigen Interaktionsformen zwischen Mensch und Computersystemen.


Vom rechtswissenschaftlichen Umgang mit den Toten

Der Grab- und Leichenfrevel als strafwürdige Missetat

Nicht zuletzt die heftige öffentliche Reaktion auf die Ausstellung "Körperwelten", in der "plastinierte" Leichen gezeigt wurden, macht deutlich: auch in einer säkulär verfassten Gesellschaft gibt es Tabugrenzen gegenüber einem allzu bedenkenlosen Umgang mit dem toten Menschen und daher auch entsprechende strafrechtliche Regelungen. Wer oder was aber wird eigentlich durch diese Gesetze geschützt? Die Toten selbst? Die überlebenden Angehörigen? Und wie weit darf der Gesetzgeber an dieser Stelle eigentlich gehen? Die Untersuchung eines Bielefelder Rechtswissenschaftlers gibt dazu fundierte, ganz unterschiedliche Kulturen berücksichtigende Antworten.


Wie erfassen Kinder geometrische Strukturen?

Mit der Augenbewegungsanalyse zu neuen Erkenntnissen

Manch einer erinnert sich nur ungern an seinen gymnasialen Geometrieunterricht, der oft genug zur Quelle dauernden Missmuts wird. Das geometrische Vorstellungsvermögen von Grundschulkindern, so eine Bielefelder Mathematikdidaktikerin nach neuartigen Experimenten mit einer speziellen Eyetracker-Apparatur, bildet auch eine wichtige Grundlage für den Umgang der Kinder mit Zahlen. Es scheint, als müsste dem Geometrieunterricht schon in der Grundschule ein deutlich höherer Stellenwert eingeräumt werden, um Strukturierungsfähigkeit zu erwerben und zu trainieren.


Xenos und Zentrum

Qualitative Einstellungsforschung zur Erfahrung des Fremden

Auch jenseits einer teilweise aufgeregt geführten Debatte um Zuwanderung, Asyl, Arbeitskräftemangel und Arbeitslosigkeit werden wir auf Schritt und Tritt mit Fremden und Fremdem konfrontiert oder werden selbst im Ausland zur Fremdheitserfahrung der Einheimischen. Fremdheit, so scheint es, erzeugt zunächst einmal Unsicherheit. Wie sie aber im Einzelnen wahrgenommen wird, welche Modelle des Fremden dabei erzeugt werden, das ist bisher noch viel zu wenig untersucht. Ein Bielefelder Soziologe hat dazu qualitative Interviews auf der amerikanischen Militärbasis Keflavik (Island) und in der multikulturellen Gesellschaft Frankfurts am Main geführt und dabei eine erstaunliche Vielfalt bei der Erzeugung von Fremdbildern vorgefunden.


Neue Phase der Materie?

Perkolation und Kritisches Verhalten

Physikalische Phasenübergänge kennt jeder aus dem Alltagsleben, beispielsweise wenn Wasser beim Kochen in Dampf übergeht. Die Struktur, die die Teilchen bei einem Phasenübergang höherer Ordnung annehmen – etwa beim Übergang von Eisen von einem paramagnetischen zu einem ferromagnetischen Zustand bei 780 Grad Celsius -, ähnelt erstaunlicherweise dem Perkolationsphänomen, dem Zusammenschluss geometrischer Cluster zu einer unendlich großen zusammenhängenden Struktur. Ein Bielefelder Physiker zeigte nun, dass vor diesem Hintergrund eine geometrische Interpretation des Übergangs von Kernmaterie zu einem Plasma von Quarks und Gluonen möglich ist, und es scheint, als lasse sich so eine neue Phase der Materie beschreiben.

Herausgeber: Informations- und Pressestelle Redaktion: Dr. Hans-Martin Kruckis
Universität Bielefeld 33501 Bielefeld PF 100131 www.uni-bielefeld.de/presse
Tel.: 0521/106-4074 Fax: 0521/106-2964 E-Mail: hans-martin.kruckis@uni-bielefeld.de
Online-Version des Pressedienstes (incl. in der Druckversion nicht vorhandener farbiger Abbildungen zum Herunterladen) unter:

http://www.uni-bielefeld.de/presse/pressedienst-forschung

Der Nachdruck ist bei Angabe der Quelle frei. Wir bitten um Belegexemplare.

 
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