Pressedienst Forschung
Inhalt: Nr. 22/2003
Proteine putzen
Neue Verfahren der Produktisolierung in der Zellkulturtechnik
Auch in der Biotechnologie gibt es Sauberkeitsprobleme, die sich allerdings mit den marktgängigen Reinigungsmitteln nicht beheben lassen. Zur Produktion bestimmter Biomoleküle – sei es nun für die Wissenschaft oder die Wirtschaft, nicht zuletzt die Pharmaindustrie – bedarf es außerordentlich aufwendiger Isolierungsprozesse bis alle im Endprodukt nicht mehr erwünschten Bestandteile herausgefiltert sind. Eine Bielefelder Wissenschaftlerin hat nun ein neuartiges Verfahren entwickelt, das die Vorteile bisher gängiger unterschiedlicher Aufreinigungsverfahren kombiniert und damit erheblich weniger Aufwand erfordert.
Rückkehr der Erbsenzähler
Zur Neuen Ökonomie des Nichtwissens: Konsequenzen aus dem Absturz des Neuen Marktes
In den 90er Jahren war der so genannte Neue Markt geradezu der Inbegriff eines Katalysators für die in Deutschland noch nicht sehr weit entwickelte Aktienkultur. Der Euphorie über das Kursfeuerwerk folgte der Katzenjammer über den anschließenden Absturz und die damit verbundene Kapitalvernichtung. Stabilität und Vorsicht wurden daraufhin wieder hoch gehaltene Werte und - vor allem angesichts dubioser Praktiken bestimmter Unternehmen - die Transparenz. Visionen und Risiken werden nun wieder klein geschrieben. Aber kann das angesichts einer vor allem auf Innovationsfähigkeit angewiesenen Wirtschaft der Weisheit letzter Schluss sein? Eine Bielefelder Soziologin hat daran so ihre Zweifel ...
Chemie mit allen Sinnen
Das Bielefelder Experimentier- und Mitmachlabor teutolab
Die Zeiten, in denen naturwissenschaftliche Experimentierkästen zu den spannendsten Beschäftigungen von Kindern und Jugendlichen gehörten, sind zwar nicht völlig vorbei, aber die Konkurrenz bequemerer Formen der Freizeitgestaltung ist in den letzten Jahrzehnten gewaltig angewachsen. Kinder für Naturwissenschaften zu begeistern und so Anstöße für ein lebenslanges, möglicherweise später sogar professionelles Interesse zu geben, ist nicht einfach. Man muss dafür schon Besonderes bieten – so wie im teutolab der Universität Bielefeld, wo man zum Beispiel aus ganz normaler Trinkmilch Kunststoff herstellen kann. Die Begeisterung ist groß: in drei Jahren haben hier rund 7000 Kinder und Jugendliche experimentiert, und es gibt berechtigte Hoffnungen, dass dies sich später einmal positiv auf die augenblicklich viel zu niedrigen Studierenden in den Naturwissenschaften auswirken wird.
Von der Rauchplage zur ökologischen Revolution
Eine Geschichte der Luftverschmutzung in Deutschland und den USA 1880-1970
Wer glaubt, staatliche Umweltschutzmaßnahmen seien eine Errungenschaft des späteren 20. Jahrhunderts, der irrt gewaltig. Schon im Kaiserreich, das zeigt die Studie eines Bielefelder Historikers, gab es eine intensive öffentliche Debatte über die Rauchplage, eine Debatte, deren Intensität erst wieder in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts erreicht wurde. Auch die Behörden waren dabei durchaus nicht per se auf Seiten der Unternehmen, die sich ihrerseits aber auch nicht grundsätzlich gegen umweltrechtliche Maßnahmen zur Wehr setzten. Schon damals allerdings krankte der Umweltschutz an Phänomenen, die aus späteren Zeiten nur allzu bekannt sind: Vollzugsdefizite und Politik der kleinen Schritte.
Herausgeber: Informations- und Pressestelle
Redaktion: Dr. Hans-Martin Kruckis
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