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Von Bielefeld nach Göteborg

Ich könnte es mir einfach machen und nur sagen, daß Göteborg einfach super ist.  Das wäre allerdings ein sehr kurzer Bericht. Also etwas ausführlicher:

Ich selbst wollte im Studium auf jeden Fall die Gelegenheit nutzen, einige Zeit lang in einem anderen Land zu leben und dort zu studieren. Vor meinem Auslandsaufenthalt war ich noch nie in Schweden gewesen, besaß aber einen gewissen Vorstellungmix, geprägt durch Selma Lagerlöf, den Kindern aus Bullerbü und der Vorlesung Sozialstrukturanalyse. Der Norden übte also eine gewisse Faszination auf mich aus. Und anscheinend nicht nur auf mich, sondern auch auf die tausenden Deutschen, die sich im Sommer dort oben tummeln und die man zu Hause gut an den Elchaufklebern an der Kofferraumkante erkennen kann.
Erste Informationen über ein Studium im Ausland erhielt ich bei der Veranstaltung „Soziologiestudium im Ausland“. Ich weiß nicht, ob sie auch dieses Semester wieder angeboten wird, wenn ja, lohnt es sich mal hinzugehen. Am meisten bringt diese wöchentliche Runde, wenn schon vage Vorstellungen existieren, wohin es denn gehen soll. Andere Anlaufstellen sind der Erasmusbeauftragte eurer Fakultät oder das Akademische Auslandsamt (AAA) auf A4. Hier könnt ihr, neben einer Menge anderer Broschüren, eine Liste bekommen, mit welchen Universitäten ein Austauschprogramm besteht, und welcher Schwerpunkt und / oder welche Person diesen Austausch koordiniert.
Mein Austausch mit Göteborg lief über den Schwerpunkt Technik- und Wissenschaftsforschung. Ihr solltet vorher auch Kurse in dem Bereich gemacht haben, sprecht darüber aber am besten mit dem jeweiligen Koordinator des Schwerpunkts.
Bevor es losgeht ist einiges an Organisatorischem zu klären: Welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es, soll man über Erasmus gehen oder privat, wann im Studium, wann im Jahr, wie lange, welche Sprachkenntnisse werden verlangt, wie sieht das Studium aus, etc.

Wann und wie lange?
Ich bin für ein halbes Jahr nach Göteborg gegangen und zwar im schwedischen Herbstsemester, d.h. vom 01.09.2000 – 19.01.2001 (der August ist mietfrei und schon ab dem 01.08. konnte ich ins Wohnheimzimmer ziehen). Wer zum Frühlingssemester gehen will könnte Probleme bekommen, da bei dessen Beginn, Mitte Januar (also keine Pause zwischen Herbst- und Frühlingssemester in Schweden), das Semester in Deutschland noch läuft.
Ein halbes Jahr geht schnell vorüber und ich wäre gerne noch länger geblieben - seid mutiger als ich und plant für ein ganzes Jahr!
Um die lästige Lücke zwischen Semesterende Schweden und Semesterstart Deutschland zu überbrücken wäre es eigentlich optimal, wenn man die erste Hälfte des Frühlingssemesters noch dort verbringen könnte (das Semester wird in Schweden in zwei zweimonatige Teile geteilt). Keine Ahnung, ob das geht, gibt wahrscheinlich Probleme mit dem Wohnungsvertrag u.ä., wäre aber eine Anfrage wert.  

Wann im Studium?
Als Zeitpunkt im Studium bin ich nach dem Vordiplom nach Schweden gefahren und finde das ziemlich optimal. Ein wichtiger Faktor bei der Zeitplanung, neben anderen die berücksichtigt werden müssen, ist die dreisemestrige Lehrforschung im Hauptstudium. Um sich für die Erasmusförderung zu qualifizieren, muß man bereits ein Jahr studieren.

Über Erasmus oder privat organisieren?
Wer privat nach Göteborg gehen will kann das natürlich tun. Einige Annehmlichkeiten von Erasmus entfallen dann allerdings: die Förderung, klar, aber auch das Stellen einer Wohnung im Wohnheim und der Wegfall eines Sprachtests. Dazu sei gesagt, das die Wohnraumsituation in Göteborg besch... und der Tisus-Test (Test i svenska för universitets- och högskolestudier) nur mit sehr guten Sprachkenntnissen zu bestehen ist. Außerhalb von Erasmus wird es also schwierig. Eine Alternative könnte sein, es zu machen wie ein befreundeter Mathematikstudent: er hat direkt an der schwedischen Fakultät angefragt, ob er kommen kann, hat mit einem Stipendium vorgewiesen, daß er dem Institut dort nicht auf der Tasche liegt und wurde dann so behandelt, als wäre er Erasmus-Student, er bekam ein Wohnheimzimmer, konnte am Sprachkurs teilnehmen, usw.
          
Wie?
Der Normalfall sieht allerdings so aus: Ihr geht über Erasmus und euer Koordinator hat euch die aktuellen Anmeldeunterlagen gegeben. Hier findet ihr zum einen den Anmeldezettel und Informationen über Göteborgs Universität, Studium in Schweden, Deadlines, usw.  Den sehr informativen Student´s Guide findet ihr auch im Internet unter http://wwwhost.gu.se/iso/guide/. Er kann dort als pdf-Dokument heruntergeladen werden. Informationen über Deadlines gibt es unter http://wwwhost.gu.se/iso/sevices.html#acc. Beachtet vor allem die Fristen (!) für Anmeldung und Zahlung der Miete (die Überweisung der ersten drei Monatsmieten gilt als Anmeldung zum Studium).
Die Finanzierung ist weitgehend euch selber überlassen, der Erasmuszuschuß bemisst sich nach den zur Verfügung stehenden Geldern und der Zahl der Erasmusstudenten eurer Heimat-Uni. Über die genaue Höhe des Förderbetrages weiß auch das AAA erst recht spät Bescheid, Höchstsumme sind  400 DM, diese wird aber kaum erreicht. Die Zahlung des Erasmusgeldes erfolgte - bei mir - einige Monate nach Beginn des Aufenthaltes in einer Rate (für Infos über die Kosten eines Auslandsaufenthalts siehe unten unter dem Stichpunkt Lebenshaltungskosten).
Ein wenig Papierkram gibt es, abgesehen von der Anmeldung auch bei Erasmus noch. Vor der Abfahrt sollte ein genauer Plan erstellt werden, der festlegt, was ihr an der Gasthochschule machen werdet, naja, zumindest solltet ihr dieses „Learning-Agreement“ genannte Formular schon aus Deutschland mitnehmen, ebenso wie das „Confirmation of Participation“, das frühestens zwei Wochen vor Studienende unterschrieben werden sollte und bestätigt, daß ihr tatsächlich in dem Zeitraum in Schweden studiert habt.

Der Kurs
Wissenschafts- und Technikforschung, in Bielefeld ein Schwerpunkt innerhalb der soziologischen Fakultät, ist in Göteborg eine eigene kleine Abteilung, die irgendwann einmal aus einem interdisziplinären Studiengang hervorgegangen ist. Der schwedische Name des Kurses lautet Humanteknologi. Hauptsächlich wird mit konstruktivistischen Theorien gearbeitet (z.B. Bijker, Collins / Pinch) und diese an Beispielen erprobt. Ich habe den A-Kurs besucht, d.h. den Einführungskurs. Wir waren am Anfang ca. 20, zum Schluss nur noch 13 Teilnehmer. Das allerdings weniger aufgrund von Schwierigkeiten mit dem Stoff. Die Gründe waren eher, zum einen der übliche Studentenschwund, zum anderen ein gewisser Frustfaktor. Der Kurs ist nämlich in vier Teilabschnitte eingeteilt, jeder gut einen Monat lang, die jeweils mit einer Klausur abgeschlossen werden. Sowohl Thema als auch Dozent wechseln also jeden Monat, was eine gewisse Schwankungsbreite beim eigenen Interesse an den Themen und auch den Fähigkeiten der Dozenten zur Folge hat. Eine ungünstige Konstellation dieser beiden Faktoren kann da recht verheerende Folgen haben.
Außerdem merkte ich recht stark, daß es ein Einführungskurs war. Nicht wenige der Teilnehmer kamen gerade vom Gymnasium und der Kurs hielt sich sehr genau an die Bücher (ca. drei pro Kursabschnitt). Die Vorlesungen bestanden meist aus einer Zusammenfassung der Kapitel, die bis zu diesem Zeitpunkt gelesen werden sollten und in den Klausuren wurde hauptsächlich Wissen in der Form „Was sagt der Autor X in seinem Buch / Artikel Y zu dem Thema / der Frage Z“ abgefragt. Selten war in den Klausuren eigene Meinung gefragt (in der wöchentlichen Diskussionsrunde allerdings schon). Wegen den Klausuren sollte man sich also nicht verrückt machen, wer aber auch im Ausland richtig was für sein Studium tun will, mehrere Scheine machen muß oder ähnliches, der sollte versuchen, in einen der höheren B- oder C-Kurse zu kommen. Dort sind die Gruppen kleiner und es wird selbstständiger gearbeitet. Ein Nachteil ist dann allerdings, daß auch weniger Kontakt zu schwedischen Studenten besteht und die Arbeitsbelastung steigt (letztere ist im A-Kurs allerdings recht gering).

Sprachkenntnisse
Der Kurs wird in schwedischer Sprache gehalten, d.h. ein gewisses Hörverständnis sollte schon vor dem Beginn des Semesters vorhanden sein, mindestens einen Sprachkurs müsst ihr unbedingt gemacht haben. Leider wird Schwedisch in Bielefeld dieses Semester nicht angeboten, eine andere Möglichkeit ist, vor Semesterbeginn einen Sprachkurs in Schweden zu machen, z.B. an der Folkuniversitetet (www. folkuniversitetet.se). Die Universität Göteborg arbeitet auch mit der Folkuniversitetet zusammen, z.B. machen die Erasmusstudenten/innen von Chalmers, dem technischen Zweig der Uni Göteborg, dort Sprachkurse.
Die Kursliteratur besteht zu ca. 60% aus schwedischen und  40% aus englischen Texten / Büchern. Die Klausuren müssen entweder auf Schwedisch oder auf Englisch geschrieben werden. Gute Englischkenntnisse werden also vorausgesetzt.
Auch im Alltag kommt man mit Englisch eigentlich überall weiter. Fast alle Schweden sprechen zumindest ein paar Brocken der Weltsprache, sogar die Busfahrer - versucht mal, euch bei einem älteren deutschen Busfahrer auf Englisch nach dem Fahrplan zu erkundigen! Merken die Schweden, daß man kein „Eingeborener“ ist, so wechseln sie meist von selbst auf Englisch, was etwas lästig ist, wenn man den Ehrgeiz entwickelt hat, sein Schwedisch zu verbessern. Einer der Gründe für die meist sehr guten Englischkenntnisse der Schweden ist sicherlich auch die hohe Anzahl englischsprachiger Sendungen im Fernsehen, die, wie die meisten Kinofilme, nur untertitelt werden.  
Die Perspektive Schwedisch zu lernen sollte jedoch niemanden davon abschrecken, nach Schweden zu fahren. Die Verbform im Schwedischen ist für alle Personen gleich und ändert sich nur in den verschiedenen Zeiten. Das lästige Lernen von Konjugationen entfällt also. Zudem kommen viele Wörter und Ausdrücke aus dem Deutschen (genauer dem Niederdeutschen. Glücklich ist, wer Plattdeutsch kann :-), so daß sich sehr schnell Erfolgserlebnisse beim Verstehen und Sprechen von Schwedisch einstellen.
Eine kleine Eigenart der schwedischen Sprache sei noch erwähnt, nämlich der Umgang mit Fremdwörtern. Diese werden geschrieben, wie sie gesprochen werden: mannekäng (Mannequin), essä (Essay) oder mein Favorit: tajming (timing!). Auch wer gegen die Rechtschreibreform wettert wird in Schweden erstaunt feststellen, daß die Welt nicht untergeht, wenn Chemie Kemi heißt und Filosofi mit zwei F geschrieben wird.

Land und Leute
Jetzt ist das ganze doch ein trockener Bericht mit vielen Informationen geworden, wo ich doch eigentlich ein bißchen schwärmen und für Schweden begeistern wollte. Schweden, Svea Rike, das alte Reich der Svea, „ein Land für Romantiker, für die, die auch mal mit sich und der Natur alleine sein können“ – so steht es im Reiseführer. Wie meistens bei Reisebeschreibungen ist das halb Wahrheit, halb Unsinn. Göteborg ist eine Stadt mit 500.000 Einwohnern und bietet auch das dementsprechende Leben und Trubel. Einsam braucht hier niemand zu sein. Etwas Eigeninitiative, um Kontakt zu den eher introvertierten Schweden zu bekommen ist allerdings schon nötig.
In Göteborg hat man allerdings, ähnlich wie in Bielefeld, kaum das Gefühl in einer Großstadt zu leben. Auch die zweitgrößte Stadt Schwedens hat ihren Anteil an stadtplanerischen Verbrechen, aber wenn man durch das ehemalige Arbeiterviertel Haga bummelt, am Brunnsparken auf der Treppe zum alten Kanal in der Sonne sitzt, oder abends im Park Slottskogen noch eine Partie Kubb spielt sind diese schnell vergessen.  
Die Erfahrung von Natur, Meer und Lagerfeuerromantik liegt trotzdem gleich um die Ecke. Wandern auf dem Bohusleden mit einem Lagerfeuer zwischen See und Windschutz, die menschenleeren Weite Nordschwedens oder ein Badetag in den Schären. Für die „Romantiker“ ist gesorgt.
Dem berühmt-berüchtigten Bielefelder Regenwetter entkommt man durch eine Fahrt nach Schweden allerdings nicht. Herbst und Winter sind gnadenlos verregnet, dafür sind Frühling und Sommer umso schöner. Die Temperaturen sind übrigens das ganze Jahr über ähnlich denen in Deutschland.


Göteborg von A – V

A
Alle Angaben in diesem Bericht entsprechen dem Stand vom Januar 2001! Vieles kann sich inzwischen geändert haben und ich bitte euch, euch selber zu informieren und die Informationen hier mehr als Tipps zu verstehen (die sich  schwerpunktmäßig um Essen und Geld sparen drehen. Vielleicht nicht ganz unwichtige Themen für Studenten, und besonders für Studenten in Schweden  ). Angaben zu Preisen sind meist in schwedischen Kronen, den aktuellen Kurs gibt es im Internet, z.B. mal unter dem Begriff Währungsrechner bei Yahoo suchen. Wenn ich die Preise umgerechnet habe, dann zu dem Kurs, der während meines Aufenthaltes galt, nämlich 1 schwedische Krone  25 Pfennig.

Adlerbertska hospitiefonden: Wer in Schweden studiert und einen Antrag bei seinem Studentkår stellt, bekommt von dieser Stiftung einmal im Jahr ein nicht unbeachtliches Sümmchen als Stipendium. Der Antragszeitraum liegt irgendwo im März. Soweit ich weiß, ist eine Personnummer nötig, und man muß natürlich beim Studentkår angemeldet sein. Informiert euch am besten frühzeitig beim Kåren, was zu tun ist. Ich kann da nicht viel zu sagen, da ich nicht im März studiert habe, ergo auch keinen Antrag gestellt habe (wie sich das ganze mit dem Erasmus-Stipendium verträgt weiß ich auch nicht). Infos auch unter http://gu.se/Stipendier/filstip.html.

Afterwork:  Sehr beliebt bei Studenten ist diese Möglichkeit, sich für wenig Geld richtig satt zu essen. Afterwork wird von vielen Bars angeboten. Bei einigen bedeutet es nur reduzierte Getränkepreise, das eigentliche Prinzip ist jedoch, daß man ein Getränk kauft und sich dann an einem kleinen Buffet so viel nehmen darf, wie man will. Afterwork ist meist Freitags zw. 16 – 21 Uhr, die Zeiten variieren aber von Bar zu Bar. Ebenso die Qualität der Buffets. Darum hier einige empfehlenswerte Afterworks:  Keybar (Avenyn, nahe Götaplatsen), Stars´n´Bars (Järntorget), The aul´ Dubliner (Östra Hamngatan, nahe Kungsportsplatsen), O´Learys (Östra Hamngatan 37, gegenüber vom Dubliner). Nicht empfehlenswert ist das Harrys (Vasagatan, vom Götaplatsen kommend rechts der Avenyn).  

Aussicht:  Einen schönen Blick über den Hafen hat man von der Masthuggskyrkan aus (auch die Kirche, eine Seefahrerkirche, erkennbar an dem Schiffsmodell, das von der Holzbohlendecke hängt, ist einen Besuch wert). Oder ihr nehmt den Aufzug zur Aussichtsplattform im Lilla Bommen (30skr), dem markanten, rot-weißen Bürogebäude am Hafen.
Ganz in der Nähe von Olofshöjd befindet sich der Aussichtsplatz an der Olof Rudbecksgatan. Zehn Minuten Fußweg werden belohnt mit einem Ausblick bis zum Hafen und weit nach Mölndal hinein.
Oberhalb des alten Arbeiterviertels Haga liegt Skansen Kronan. In dem runden Befestigungsturm befindet sich zudem ein Waffenmuseum.

Avenyn:  Die Prachtstraße Göteborgs. Am einen Ende die Kunsthalle und der Götaplatsen mit (häßlichem) Poseidonbrunnen, am anderen Kungsportsplatsen und ein Stückchen weiter Brunnsparken, der zentrale Verkehrsknotenpunkt Göteborgs und der Hafen. Besonders im Sommer herrscht Hochbetrieb in den vielen Cafés und Bars. Außerdem ergibt sich zusammen mit dem nahegelegenen Nordstan (das größte Einkaufscenter Schwedens) eine erstaunliche McDonalds-Dichte in diesem Gebiet.

B
Bankomat:  = Geldautomat, gut zu erkennen an der Schlange, die davor steht. Immer wieder spannend ist es, nicht zu wissen wieviel Geld noch auf dem Konto ist und vor dem Bankomat zu hoffen, daß er die gewünschte Summe ausspuckt. Abhilfe schaffen können hier zwei Maßnahmen:
1. Viel Geld auf dem Konto
2. Eine sehr gewissenhafte und gut informierte Buchführung
3. Ein Online-Konto
Die Gebühren für eine Abhebung am Bankomat betragen normalerweise zw. 5 - 8 DM. Bei den meisten Banken bekommt man am Automaten maximal 2000 skr (ungefähr 500 DM). Bei der Föreningssparbanken scheint eine solche Begrenzung nicht zu bestehen, der Maximalbetrag, den ich dort mit EC-Karte in einem Mal abgehoben habe betrug 7500 skr.

Baretta:  Pizzeria an der Haga Kyrkogatan, direkt neben der Handels(-högskolan). Hier isst das Auge mit und ist schon beim Anblick der Riesenportionen satt. Massive Gyros- und Pommesgebirge türmen sich auf dem Teller, deren Bezwingung leistungsmäßig mit jeder K2-Besteigung vergleichbar ist. Oder ihr entdeckt die Pizzen, die gerne mal über den Tellerrand schauen - zur Mittagszeit mit Salat, Getränk und Brot für 45 skr.  

Büchereien:  Die Universität hat mehrere Büchereien: eine in der Handels, dann die Kurs- och Tidningsbibliotek (KTB), in der jeweils mehrere Exemplare der Kursliteratur und ein Präsenzexemplar zu finden sind, dann die Centralbibliotek in Humanisten und mehrere kleinere in den einzelnen Institutsgebäuden. Für den Humanteknologikurs ist die KTB am wichtigsten. Kümmert euch früh genug darum, die entsprechenden Bücher auszuleihen: es gibt nicht genug für alle, Bücher zu kaufen ist sehr teuer und im Lesesaal zu lesen nicht gerade das Optimum. Wer sich frühzeitig informiert, kann zumindest die englische Kursliteratur in Deutschland kaufen und so viel Geld sparen.
Sehr zu empfehlen ist die Stadsbibliotek am Götaplatsen. Schwedische Lektüre in rauhen Mengen, wer will auch Bücher auf Deutsch, Englisch, Französisch, usw.  Außerdem gibt es eine große Auswahl an Audiobüchern. Die Ausleihe ist umsonst, einzige Bedingung um eine Leihkarte zu bekommen ist, daß man mindestens noch drei Monate in Schweden bleibt (und nehmt euren Pass mit, wenn ihr den Antrag stellt!).
 
C
Cafés: Ein Rätsel ist, wie die vielen Cafés in Göteborg finanziell überleben, es gibt sie auf jeden Fall an jeder Ecke. Von eher schick an der Avenyn bis studentisch entspannt an der Vasagatan oder rund um die Uni / Handels. Zwei Cafés verdienen eine besondere Erwähnung:
- Café Husaren:  Wer sich immer wunderte, was die Kinder in Astrid Lindgrens Büchern aßen, wenn sie Zimtschnecken vertilgten - hier könnt ihr es erfahren. Im Café Husaren, gelegen an der Ecke Haga Nygata / Skolgatan gibt es tellergroße Kanelbullar, die auch ohne Probleme als Mittagessenersatz dienen können.
- Café Olof:  Wie der Name andeutet gehört das Olof zur Siedlung Olofshöjd, d.h. nur wenige Meter von deiner Behausung entfernt befinden sich leckere Pommes, Bier zu Studentenpreisen (20 skr), kostenloses Billiard, Dart und das wichtigste: immer einige Erasmusstudenten. Schweden trifft man hier jedoch selten an. Mittwochs und Sonntags um 20 Uhr ist „Kinozeit“ im Olof, d.h. es wird ein mehr oder weniger aktueller und spannender Videofilm gezeigt.
   
E
Einkaufen:  Direkt unterhalb von Olofshöjd am Mölndalsvägen liegt ein HP, der, für Schweden, billig ist. Hier gibt es, was man für den täglichen Bedarf so braucht. Eine größere Auswahl findet ihr im Willys, ein ganzes Stück den Mölndalsvägen weiter in Richtung Mölndal gelegen (Mölndalsvägen 85). Billiger als bei Willys wird’s in Schweden nicht. Nachteil der (jetzt immer im innerschwedischen Vergleich gesprochen) niedrigen Preise sind die teilweise riesigen Packgrößen. Aber dann teilt man sich den 2kg-Sack Reis halt mit dem Nachbarn... (keine Panik, vieles gibt es auch in ganz normalen Quantitäten). Schräg gegenüber vom Willys, auf der anderen Seite des Mölndalsvägens gibt es dann noch den ICA-Maxi, vergleichbar mit einem deutschen Real-Markt. Hier bekommt ihr neben Lebensmitteln auch Kleidung, Spielzeug, CD´s, Bücher, Haushaltsgeräte, etc.
Ein Hinweis: Fleisch gibt es in den Supermärkten immer nur abgepackt. Wer es satt hat, immer gleich ein halbes Kilo Hackfleisch für eine Portion Spaghetti bolognese kaufen zu müssen, sollte in den Saluhallen am Kungsportsplatsen vorbeischauen. Von typisch schwedisch über deutsch bis exotisch gibt es dort noch weitere leckere Sachen zu kaufen.

Erasmus-Paket:  Es besteht die Möglichkeit von SGS, der Betreibergesellschaft von Olofshöjd und einer Reihe anderer Wohnheime, ein Paket zu mieten, welches eine Matratze, Bettdecke, Kopfkissen und notwendige Küchenutensilien enthält - genannt Erasmuspackage. Die monatliche Miete dafür beträgt 150 skr. Berücksichtigt man die tlw. schlechte Qualität der Sachen und den monatlichen Mietpreis, so ist zu empfehlen, vielleicht für den ersten Monat das Erasmus-Package zu mieten, um erstmal was zu haben, in dieser Zeit aber zum Ikea oder nach Myrorna zu gehen und sich dort auszustatten. Second-Hand-Läden, die alles anbieten, was an Küchen- und anderen Utensilien gebraucht wird sind: Myrorna am Järntorget und Holmens Marknad, Kämpegatan 4, die Adresse des Ikea steht in den gelben Seiten: www.gulasidorna.se.    

F
Fahrrad:  Ist die ideale Möglichkeit, sich in Göteborg fortzubewegen. Die Fahrradwege sind gut ausgebaut und von Olofshöjd aus sind es ca. 15 min. mit dem Fahrrad bis zur Handels. Wer die Möglichkeit hat, sein Fahrrad mitzunehmen, sollte dies tun, da es sehr schwer (und mal wieder teuer) ist, an gebrauchte Fahrräder ranzukommen. Ein paar Tipps, wo man nach gebrauchten Fahrrädern suchen kann:
- Fahrradladen in der Chalmersgatan
- S.O.P.                               Kämpegatan 4
- Emmaus                           Ångpannegatan 5    (www.emmausbjorka.se)
- Myrorna                            Odalgatan 1             (www.myrorna.se)
- Återvinningvaruhuset        Fältspatsgatan 3  
Bei letzterem habe ich mein Fahrad gekauft und hatte damit ziemliches Pech. Die Auswahl war im Ätervinningsvaruhuset zwar am größten, aber die Fahrräder werden dort oftmals nur notdürftig wieder zusammengepfuscht. Schaut euch also genau an, was ihr kauft!

Folkuniversitetet:  Die „Volkshochschule“, ein Anbieter von Sprach- und anderen Bildungskursen. Informationen über Sprachkurse gibt es unter www.folkuniversitetet.se. Rechnet dabei zusätzlich zu den Kursgebühren (um 500 DM) mit ca. 300 skr für die Literatur. Die Leute, die den Anfängerkurs mitgemacht haben waren sehr zufrieden. Ich selber habe nach zwei Kursen in Bielefeld an einem Fortgeschrittenenkurs der Folkuniversitetet teilgenommen und war sehr enttäuscht. Unter anderem kamen erst in der letzten Woche Zeiten wie Vergangenheit und Futur dran - und das in einem Fortgeschrittenenkurs! Die reichlich praktizierte Redepraxis ist ja schön und gut, aber wenn die Kursteilnehmer nicht wissen, wie sie reden sollen ... Schwamm drüber.    

Fundbüros:  Von Västtrafik, den Göteborger Verkehrsbetrieben: Slussplatsen 1. Das zentrale Fundbüro der Polizei befindet sich am Odinsplatsen. Auch die Fremdeninformationen helfen bei verlorenem Portemonnaie gerne weiter und  rufen z.B. Fundbüros oder die Botschaft an.


K
Kunst und Kultur: Gibt es in Göteborg ausreichend: Oper, Stadttheater, Pusterviksteatern, Kunsthalle, Konzerte, Festivals; was gerade aktuell läuft steht im Internet unter www.goteborg.se. Sehr zu empfehlen sind auch die Veranstaltungen während des Tanz- und Theaterfestivals im August, und in der Kulturnacht im Oktober. Ab und zu lohnt es sich, bei den Artisten (Gebäude für die künstlerischen Studiengänge, unterhalb von Humanisten gelegen) zu schauen, was dort gerade stattfindet.
Die Kunsthalle ist übrigens nicht so dolle. Wer es aber schafft, überzeugend als unter 20-jährige/r durchzugehen kommt schon für 10 skr Eintritt rein, auch bei der Oper gibt es dann kräftige Rabatte.  

Kåren:  Für den Humanteknologikurs ist der FFS, der Filosofiska Fakulteternas Studentkår zuständig. Untergebracht ist dieser im Studenternas Hus (Studs) an der Götabergsgatan 17. Näheres zur Anmeldung findet ihr auch in dem Begrüßungsschreiben, das euch vom Sekretariat der Humanteknologen geschickt wird. Die Anmeldung kostet 235 skr und kurz darauf wird einem der schwedische Studentenausweis zugeschickt. Mit diesem gibt es eine Reihe Ermäßigungen und Vergünstigungen. Bei der Bahn bekommt man diese sowieso, wenn man unter 26 Jahre alt ist. Die sonstigen Rabatte habe ich kaum in Anspruch genommen.

L
Lebenshaltungskosten:  Schweden ist teuer. Kein Scherz. Wie viel Geld ihr so im Monat braucht, müßt ihr selbst wissen. Rechnet dann vielleicht um die 10% - 20% drauf für das, was ihr monatlich in Göteborg braucht. Besonders am Anfang kommen einige einmalige Ausgaben auf euch zu, die einen ziemlich schockierenden Geldverbrauch auslösen können. Das normalisiert sich aber wieder (sollte es zumindest) und es ist auch in Schweden möglich, einigermaßen kostengünstig zu leben (in Göteborg noch eher als in Stockholm. Dort zahlt man quasi einen „Hauptstadtzuschlag“). Eine Liste über die ungefähren Kosten von Lebensmitteln gibt es im Student Handbook for International Students and Researchers, zu bestellen beim Svenska Institutet (www.si.se). Ein paar Angaben von mir:
- Kino:  55 skr am Kinotag oder in der Woche vor 17 Uhr, sonst ca. 80 kr
      Im Studentenhaus auf dem Gelände von Chalmers werden auch Filme gezeigt.
       Der Eintritt hier: 30 skr und der einmalige Kauf einer Mitgliedskarte.
- Bier (schwedisch= Öl):  Im Systembolaget, den staatlichen Alkoholläden gibt es
      die 0,5 l Dose ab ca. 11skr, in der Kneipe kostet das „stor stark“ (0,4 l) ab 27
      bis über 40 skr.

Links:
www.si.se : Svenska Institutet, soll Informationen über Schweden im Ausland verbreiten. Sehr zu empfehlen sind die beiden Broschüren „A Student Handbook for International Students and Researchers in Sweden“ und „A Guide for Foreign Students“ (dieser kann auch runtergeladen werden - http://www.si.se/E_infoSweden/1004.cs).
Auch eine Broschüre über Schwedischkurse in Schweden gibt es hier zum Download oder zum Bestellen. Die beiden ersten Broschüren sind bereits im Infopaket der Universität Göteborg enthalten.
http://www.gu.se  : die Göteborger Universität
http://www.sts.gu.se  : die Wissenschafts- und Technikforscher
http://wwwhost.gu.se/iso/  :  International Student Office - Infos und Anlaufstelle für Fragen  
                                    über einen Aufenthalt an der Göteborger Universität
http://www.kultur.nu  : Linksammlung für Kultur   
http://www.musikfestivaler.se  : Infos über Musikfestivals in ganz Schweden
http://www.scb.se  :  Statistiska Centralbyrån - allgemeine Statistik über alles und jeden
http://www.virtualsweden.net  : die offizielle Schwedenhomepage
http://www.regeringen.se  :  die Regierung halt
http://www.sofi.su.se  :   Forschung über Sozial- und Arbeitsmarktpolitik in Schweden
http://www.cityguide.se  : Touristeninfos nach Städten geordnet
http://www.visit-sweden.com  : noch mehr Touristeninfos

Liseberg: großer Vergnügungspark ganz in der Nähe von Olofshöjd. Dort gibt´s Achterbahn, Wasserbahn und ABBA-Handabdrücke in Beton. Halt alles was es in einem Vergnügungspark so gibt. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall. Im Winter haben die Fahrgeschäfte geschlossen, aber es gibt z.B. einen Weihnachtsmarkt (und der Aussichtsturm wird zum größten Tannenbaum Göteborgs).  
 
M
Mensa:  Die Mensen werden privat betrieben, was einem spätestens beim Preis auffällt. Eine Mahlzeit kostet um die 40 skr. Es gibt in den Unigebäuden Mikrowellen, vor denen sich Mittags lange Schlangen bilden, wenn die schwedischen Studenten ihr mitgebrachtes Essen aufwärmen.  

Museen:  Eine komplette Auflistung der Museen gibt es im Göteborg Guide, erhältlich am Bahnhof oder in den Fremdenbüros. Das Stadtmuseum, untergebracht im ehemaligen Verwaltungs- und Speichergebäude der Ostindiska Kompaniet, ist sehenswert. Die Eintrittskarte (40 skr) berechtigt zum Eintritt für das ganze laufende Jahr.
Die Ausstellungen im Naturhistorischen Museum im Slottskogen haben dagegen selbst schon wieder Museumswert (derzeitige Weltbevölkerung 3,8 Milliarden???). Ansonsten gibt’s halt massig ausgestopfte oder sonstwie konservierte Tiere. Auf die Dauer kann es recht ermüdend werden, sich zehn ausgestopfte Entenarten anzusehen, gefolgt von zehn Meisenarten, gefolgt von ausgestopften Speisefischen, usw. Highlights sind ein ausgestopfter Elefant und ein kleiner Blauwal. Mit internationalem Studentenausweis (mystischerweise auch nur mit diesem, nicht mit dem schwedischen) gibt es 10 skr Rabatt.

Musikläden:  Bengans am Stigbergstorget 1 oder im Hauptbahnhof. Bei Bengans gibt es auch Tickets für Konzerte (www.bengans.se). Skivhugget hat mehrere Filialen in Göteborg; ein großes Geschäft befindet sich am Masthuggstorget 2 (www.skivhugget.se). Direkt um die Ecke vom Masthuggstorget, in der Andra Långgatan, befindet sich ein großer Second-Hand CD-Laden.

N
Nummerlapp:  Ordnung muß sein und Schweden mögen es, wenn es dabei auch noch gerecht zugeht. Darum gibt es in nahezu allen Geschäften kleine Automaten, an denen ihr einen Nummerlapp (s. links) ziehen könnt. Auf einem Display erscheint dann, wer als Nächster bedient wird. Ohne Nummerlapp kann es vorkommen, daß die Verkäufer euch überhaupt nicht beachten, geschweige denn bedienen. Also in Geschäften, Behörden, Verwaltungen, etc. als erstes nach Nummerlappautomaten und dem entspechenden Display suchen.


O
Olofshöjd:  Die meisten Erasmusstudenten werden in der Siedlung Olofshöjd wohnen. Man könnte vielleicht auch sagen auf Olofshöjd: ein ausgedehnter Komplex roter Ziegelhäuser, meist gruppiert um eine Art großer Hof hinterläßt einen recht burgähnlichen Eindruck. Die Gebäude sind meist vierstöckig (wer eine Zimmernummer bekommt, die mit 9 beginnt, dann wohnt er / sie nicht im neunten Stock, sondern im Stockwerk unter dem Erdgeschoß) und es gibt meist zwei Küchen, eine 8er Küche in den oberen Stockwerken und eine 4er Küche im Erdgeschoß. Die Küchen sind komplett ausgestattet mit Herd (+ Backofen), Kühlschrank und Gefrierfächern. Waschen könnt ihr umsonst in den Waschstuben. Trockner sind dort auch vorhanden.
Olofshöjd ist sehr zentral gelegen, in 5 min. ist man mit dem Fahrrad bei den Humanisten oder auf der Avenyn, in 15min. an der Handels oder am Brunnsparken. Trotz dieser zentralen Lage dauert es nur 20 min. mit dem Rad bis zum Delsjön, einem sehr schönen Naherholungsgebiet (Zufahrt z.B. über Gundla Mosse). Hier verläuft auch der Bohusleden, ein 360 Kilometer langer Wanderweg quer durch das Bohuslän. Wer gerne wandert hat also alle Möglichkeiten offen (Wanderkarten gibt es u.a. im Akademibokhandeln in der Nordstan). Auch für andere Aktivitäten bietet Olofshöjd genug Gelegenheiten: das schon erwähnte Café Olof, Tischtennisräume, Sauna, Solarium, ein kleines Fitnesscenter, eine Sporthalle und einen kleinen Supermarkt (ICA-Kroken, aufgrund der gesalzenen Preise nur für kleinere Besorgungen geeignet).  
Die Zimmer sind ungefähr 15qm groß, dazu kommt noch ein Flur mit geräumigem Wandschrank und ein kleines Bad, meistens sogar mit einer kleinen Badewanne. Die Möblierung besteht aus Bett, Schreibtisch, Regal, einem Schubladenelement, 2 Stühlen, einem Betttischchen, einem Beistelltisch, einer Schreibtischlampe und einer Bett- oder Stehlampe. In den Zimmern gibt es einen Anschluß für Fernseher, Telefon und seit diesem Jahr auch Breitbandinternet. Für ca. 40 DM im Monat könnt ihr surfen bis der Arzt kommt.
Es läßt sich gut leben in Olofshöjd und durch den hohen Anteil an Erasmusstudenten entsteht eine wirklich internationale Atmosphäre. Kleiner Nachteil dabei ist, daß zwar viele Kontakte zu Studenten aus dem eigenen und anderen Ländern entstehen (besonders am Anfang bei den gut organisierten Einführungswochen), zu Schweden hingegen weniger.    

S
Stockholm:  Ein Besuch der Hauptstadt gehört zum Pflichtprogramm. Gamla Stan, Skansen, Schloß, Vasamuseum, Stadshuset, Fernsehturm - was es alles zu sehen und zu besichtigen gibt erfragt ihr am besten bei der Touristeninfo.
Mit dem Flugzeug sind es ca. 50 min. reine Flugzeit von Göteborg bis Stockholm. Zusammen mit den Flughafenbussen von Göteborg nach Landvetter und von Arlanda nach Stockholm ergibt sich jedoch nahezu dieselbe Fahrzeit wie mit dem Zug, zu einem etwas teurerem Preis. Bei schönem Wetter mal über Schweden zu fliegen sollte sich aber niemand entgehen lassen.
Ein kleiner Tipp fürs Reisen innerhalb Schwedens: Abgesehen von hohen Studentenrabatten in den Überlandbussen und bei der Bahn gibt es noch die Möglichkeit, mit Stand-by-Ticket billig zu fliegen. Das Ticket kostet 220 skr und ihr werdet mitgenommen, wenn noch ein Platz in der Maschine frei ist.

T
Telefonieren: Um das Telefonieren ranken sich viele Gerüchte und Legenden. Man hört munkeln, daß einige in ihr deutsches Pre-Paid-Handy einfach eine schwedische Karte eingesetzt haben und es funktionierte. Im Normalfall geht das aber nicht, was dann mit wilden zum-Freischalten-wieder-nach-Hause-schicken-Aktionen endete. Wer sich damit auskennt kann billig über einen Callback-Service telefonieren (Anmeldung übers Internet erforderlich). Ein gebrauchtes Handy in Schweden zu kaufen ist eine andere Alternative. In der Blå Börsen, dem Äquivalent zum Heißen Draht in Deutschland, stehen genug Angebote. Einen Second-Hand-Laden für Handys gibt es an der Hjalmarbrantingsgatan 7. Als Betreibergesellschaft ist Comviq beliebt.
Ein Festnetzanschluß von der inzwischen teilprivatisierten Telekommunikationsgesellschaft Telia kostet hingegen ohne Personnummer 5000 skr Kaution. Die bekommt ihr zwar bei Vertragsende zurück, aber erstmal ist das ganz schön Lack.
Last but not least: eine RSL World Card. Zu kaufen u.a. beim Embassy Flight Center in der Kronhusgatan 4. Eine World Card Silver kostet 100 skr und hat dann 120 oder 150 Minuten (habe die genaue Zahl vergessen) Gesprächszeit. Ein Manko dabei: übers Handy verringert sich diese Zeit dramatisch, dann lohnt es sich nicht mehr. Also ab zur Telefonzelle: hier braucht ihr dann noch eine Telia-Telefonkarte, von der für die Verbindung zu der RSL-Nummer bei jedem Gespräch 3 skr abgebucht werden. Wunder Punkt daran: bei Zuverlässigkeit und Erreichbarkeit hapert es bei RSL.com öfter.


V
Vrangö und Vinga:  Vor der Küste Göteborgs erstrecken sich die Schären, eine ausgedehnte Landschaft kleinerer und größerer, bewohnter und unbewohnter Felsinselchen. Im Sommer sind sie beliebte Ausflugsziele, und viele Schweden haben auf den Schären Ferienhäuser und / oder schippern mit dem Boot zwischen ihnen herum.
Ein Tag zum Entspannen mit Sonne und Meer- inget problem. Fahrt mit der Straßenbahn bis nach Saltholmen, dort umsteigen auf die Fähre und schon geht’s nach Vrangö, eine der größeren und bekannteren Schären (Fahrtdauer: Straßenbahn ca. 30 min., Fähre ca. 40 min). Für die Fährfahrt müßt ihr nicht extra bezahlen, einfach auf der Fähre das Busticket auf Umsteigen stempeln.

Vinga ist  die westlichste Schäre und ein bekanntes Touristenziel. Evert Taube, schwedischer Dichter, Sänger, Maler und noch etliches anderes wuchs hier auf und zu seinen Ehren gibt es ein kleines Museum (kostenloser Eintritt – aber vor dem Betreten Schuhe ausziehen), eine Ausstellung über die Lotsentätigkeit auf der Insel und einen Leuchtturm zu besichtigen. Das ganze begeistert aber nicht den ganzen Tag!  Sollen sich die 100 skr für die Überfahrt nach Vinga (Abfahrt von Lilla Bommen aus) lohnen, ist die Mitnahme von Badesachen zu empfehlen, um im Strandbad noch eine Runde zu drehen.

Holger Lücking
email: holger.luecking@t-online.de




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