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ZSB
Zentrale Studienberatung

Beispiele aus der psychologischen Beratung

K. kommt in die Beratung und stellt sich als Studentin im 5. Semester ihres Bachelorstudiums vor ...

K. kommt in die Beratung und stellt sich als Studentin im 5. Semester ihres Bachelorstudiums vor. Sie wisse gar nicht, ob sie in der Zentralen Studienberatung richtig sei. Eigentlich sollte sie zufrieden sein, zumal sie erst kürzlich eine wichtige Klausur bestanden habe. Sie könne sich aber nicht richtig darüber freuen und sei irgendwie gar nicht mehr glücklich, wisse aber auch nicht warum. Irgendwie stecke sie "in einer Kopfkrise". Seit einigen Wochen schlafe sie nicht mehr so gut und fühle sich dann morgens total schlecht. Auf wohlwollendes Nachfragen von Freunden reagiere Sie eher gereizt und mit Ablehnung. Sie verstehe das gar nicht und das ärgere sie auch. Eigentlich habe sie schon vor zwei Wochen zur ZSB gehen wollen. Aber in die offene Sprechzeit zu gehen, sei irgendwie komisch und so habe sie sich erst heute getraut.

Die Studentin erlebt die Atmosphäre unseres ersten Gesprächs als hilfreich und redet sich "erstmal alles von der Seele", wie sie später berichten wird. In den nächsten sechs Wochen führt die Studentin mit dem Berater vier weitere Gespräche, in deren Verlauf sich mehrere Gründe für die Entstehung ihrer "Kopfkrise" ausmachen lassen. Den für Studentin K. bedeutsamsten Grund bringt sie selbst schließlich mit folgendem Satz auf den Punkt: "Ich bin erst mit dem Besten zufrieden und weil ich mein Bestes immernoch ein bisschen besser machen kann, bin ich eigentlich nie mit mir zufrieden!"

Am Ende erlebt sich die Studentin in ihrer Gefühlswelt klarer und zuversichtlicher. Sie entscheidet sich dafür, im laufenden Semester zwei Veranstaltungen weniger zu machen und die gewonnene Zeit für etwas ?schön entspannendes? zu nutzen. Zudem verschiebt die Studentin ein geplantes Auslandssemester bis sie sich "wieder richtig stabil" erlebt.

Student M. kommt in die Beratung mit der Aussage, dass er sich eine Paarberatung wünsche, ...

Student M. kommt in die Beratung mit der Aussage, dass er sich eine Paarberatung wünsche, da es in der Beziehung mit seiner Freundin immer wieder zu heftigem Streit komme. Er habe noch lebhafte Erinnerungen an die Ehekrise und spätere Trennung seiner Eltern. Er habe sich damals stundenlang in ein online Rollenspiel geflüchtet und stellte nun fest, dass er wieder so wie damals reagiere. Er habe große Sorge, dass er den Erfolg seines gerade begonnen Masterstudiums gefährde. Er habe keine Lust mehr, tagelang stumpf und leer mit seiner "digitalen Lösung" zu sein. Damals habe er eine Therapie bei einem Kinder- und Jugendpsychotherapeuten gemacht, woraufhin es ihm in den letzten fast 7 Jahren gut gegangen sei.

Das erste Gespräch möchte der Student gezielt dazu nutzen, bereits bewährte, in der damaligen Therapie erarbeitete, "bessere Lösungen wieder zu reaktivieren". Er entscheidet sich in einem ersten Schritt wieder regelmäßig Sport zu machen und häufiger allein mit seinen beiden besten Freunden etwas zu unternehmen. Zum zweiten Gespräch zieht der Student mit einem breiten Grinsen einen WLAN-Router aus seiner Umhängetasche. Er wolle bis auf weiteres nicht mehr von Zuhause aus ins Internet gehen.

Nach zwei weiteren Einzelgesprächen finden mehrere Paargespräche statt. Im Mittelpunkt der Paargespräche steht die Analyse typischer Konfliktsituationen des Paares. Gemeinsam mit dem Berater werden mehrere Regeln für diese wiederkehrenden Konfliktmomente erarbeitet: So ergibt sich bereits spontan im ersten ersten Paargespräch die - von beiden auch akzeptierte - Regel: "Keine Interpretationen vornehmen!" Im Verlauf der nächsten Wochen beginnen Student M. und seine Freundin schließlich außerhalb der Beratungsgespräche gemeinsam neue Regeln für den Konfliktfall aufzustellen und berichten, dass ihre Konflikte nun häufiger konstruktiv verlaufen. Zum Ende der Beratungsreihe führt der Berater noch zwei weitere Einzelgespräche. Der Student berichtet in diesen Gesprächen sich wieder deutlich lebendiger und zuversichtlich zu fühlen. Zum Abschied wünscht der Student sich auch seinen WLAN-Router wieder zurück.

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