Student Advising and Counselling (ZSB)
 
 
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Ethische Richtlinien unserer Beratung

Beratung in der ZSB ist in vielerlei Hinsicht Vertrauenssache: Die Beraterinnen und Berater sind fachlich qualifiziert und arbeiten professionell. Besonders wichtig ist, dass Sie sich der Beraterin oder dem Berater mit einem guten Gefühl anvertrauen können - schließlich werden Sie ihr oder ihm sehr persönliche Erfahrungen und Gedanken mitteilen. Und nach gesicherten Erkenntnissen ist die vertrauensvolle Beziehung zwischen Ihnen und Ihrer Beraterin oder Ihrem Berater von herausragender Bedeutung.

Die Schweigepflicht der Beraterinnen und Berater

  • Wir verpflichten uns zur Verschwiegenheit. Informationen und Daten werden nicht oder nur auf Ihren eigenen Wunsch an Dritte weitergegeben. Eine sehr seltene Ausnahme gibt es dabei: Wenn wir Dinge erfahren, die eine ernste Gefahr für Ihr Leib und Leben oder das einer anderen Person erwarten lassen, rufen wir Krisendienste zur Hilfe.
  • Notizen oder Aufzeichnungen jeglicher Art bewahren wir sicher auf.

Sie haben das Recht, sich über folgende Bereiche zu informieren
  • Qualifikation der Beraterin oder des Beraters,
  • Supervision und Fortbildung des Beraters oder der Beraterin,
  • Möglichkeiten alternativer oder ergänzender Angebote.
  • Wir klären Sie auf über die Rahmenbedingungen der Beratung (z.B. Regelmäßigkeit und Häufigkeit der Beratungstermine, ggf. Vertretungsregelungen)
  • Wir informieren Sie über die mögliche Dauer der Beratung bzw. besprechen dieses mit Ihnen.

Der Kontakt zwischen Beraterin oder Berater und Klientin oder Klient

Die ethischen Richtlinien unseres Handelns sehen vor, dass persönliche Beziehungen und Kontakte außerhalb der Beratung nicht gestattet sind. Damit soll sichergestellt werden, dass die besondere Beziehung in der Beratung unter keinen Umständen durch die Beraterin oder den Berater missbraucht wird.

Die Verantwortung für die Einhaltung der Ethischen Richtlinien tragen allein die Beraterin oder der Berater.

Allgemeine Informationen zum Thema "Sexuelle Übergriffe und sexualisierte Gewalt"

Sexuelle Übergriffe und sexualisierte Gewalt (Macht) gehören zur Lebensrealität insbesondere von Frauen, statistisch gesehen deutlich seltener zur Lebensrealität von Männern. Jedoch haben Erfahrungen dieser Art gleichermaßen für alle Betroffenen negative Folgen.
Auch in Therapie- und Beratungssituationen kann es zu sexueller Gewalt und sexuellen Übergriffen kommen. Aufgrund des besonderen Charakters der beraterischen/ therapeutischen Beziehung wirken sich sexuelle Übergriffe in Beratungs- und Therapiebeziehungen besonders verheerend aus. Denn:

Menschen suchen Hilfe in Therapie und Beratung, weil sie Defizite und Störungen im Schutz der helfenden Beziehung bearbeiten wollen. Dabei entsteht (im besten Fall) ein thematisierbares und im Verlauf der Beratung/ Therapie abbaubares Abhängigkeitsverhältnis. Nutzt der in dieser Beziehung Stärkere seinen Status zur Befriedigung eigener (sexueller) Bedürfnisse, dann missbraucht er die Abhängigkeit und Schutzbedürftigkeit der anderen Person und verhindert deren Wachstum und die Bewältigung krankmachender Belastungen. Dabei ist es unerheblich, ob die Klientin dem Berater/ Therapeuten in der Situation mehr oder weniger eindeutige Signale gibt. Professionelle Therapeuten müssen in der Lage sein, diesen Angeboten in respektvoller, Grenzen setzender Weise zu begegnen.
Wie können Frauen und Männer mit dem auch in therapeutischen Beziehungen bestehenden Risiko sexueller Gewalt umgehen?
Es kann keine Lösung sein, Beratung und Therapie zu meiden, auch da wo Hilfe erforderlich ist. Das Risiko zu verdrängen und zu hoffen, dass es schon gut gehen wird, ist möglicherweise gefährlich.

Wir raten zu vorsichtigem Einlassen auf Beratung und Therapie - ob bei einem Mann oder bei einer Frau. Wir raten zu Respekt vor eigenen Abwehrgefühlen und dazu, sich Unterstützung zu suchen, wenn die therapeutische Beziehung "mulmig" wird. Im Folgenden finden Sie einige "Ratschläge", die als Orientierung dienen können:

  • Verlassen Sie sich bei der Entscheidung für eine Beratung/Therapie auf Ihr Gespür. Erstgespräche, in denen Ihr Gegenüber als bedrohlich, auf Macht beharrend oder unzugänglich für Ihre Unsicherheit erscheint, sind kein guter Anfang für die Arbeit.
  • Grenzen zu überschreiten, gehört zur persönlichen Entwicklung. Es gibt jedoch Grenzen, die im Umgang miteinander unbedingt einzuhalten sind. Entscheiden Sie selbst, um was es gerade geht, und lassen Sie sich darin nicht beirren.
  • In jeder Beratung/Therapie gibt es Phasen, in denen Unsicherheit darüber entsteht, ob man wirklich gut aufgehoben ist, richtig verstanden wird und ob der andere nicht nur so tut als ob. Auch solche Irritationen müssen thematisiert werden können.
  • Wenn Sie nicht sicher sind, ob Ihre Therapie/Beratung Ihnen gut tut oder Sie eher schwächt, sprechen Sie mit Ihrem Therapeuten darüber. Wenn sich dadurch nichts ändert, sprechen Sie mit einer anderen Person darüber, die sich auskennt.
  • Bei sexuellen Handlungen in einer therapeutischen Situation handelt es sich immer um sexuelle Übergriffe - auch wenn sie für therapeutisch erklärt werden. Und: Sie bestimmen, was als sexuelle Handlung gilt. Verlangen Sie, dass Ihr Therapeut Ihre Definition respektiert.
  • Auch nach Beendigung der Therapie/Beratung bedeutet es eine Grenzüberschreitung, wenn Ihr Therapeut sexuellen Kontakt aufzunehmen versucht.
  • Wenn Sie in einer Beratung/Therapie sexuelle Gewalt erleben, brechen Sie die Arbeit ab und holen Sie sich Unterstützung: bei einer Person Ihres Vertrauens (privat oder professionell), beim "Notruf für Frauen", bei "Wildwasser", bei einer psychosozialen Beratungsstelle, bei ...