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Sexuelle Gewalt gehört zur Lebensrealität von Frauen. Auch
in Therapie- und Beratungssituationen kann es zu sexueller Gewalt und sexuellen
Übergriffen kommen. Und aufgrund des besonderen Charakters der therapeutischen
Beziehung wirken sich sexuelle Übergriffe in Beratungs- und Therapiebeziehungen
besonders verheerend aus. Denn:
Frauen suchen Hilfe in Therapie und Beratung, weil sie Defizite und
Störungen im Schutz der helfenden Beziehung bearbeiten wollen. Dabei
entsteht (im besten Fall) ein thematisierbares und im Verlauf der Therapie
abbaubares Abhängigkeitsverhältnis. Nutzt der in dieser Beziehung
Stärkere seinen Status zur Befriedigung eigener sexueller Bedürfnisse,
dann missbraucht er die Abhängigkeit und Schützbedürftigkeit
der anderen Person und verhindert deren Wachstum und die Bewältigung
krankmachender Belastungen.
Dabei ist es unerheblich, ob die Klientin dem Therapeuten in der Situation
mehr oder weniger eindeutige Signale gibt. Professionelle Therapeuten müssen
in der Lage sein, diesen Angeboten in respektvoller, grenzensetzender Weise
zu begegnen.
Wie können Frauen mit dem auch in therapeutischen Beziehungen bestehenden
Risiko sexueller Gewalt umgehen?
Es kann keine Lösung sein, Beratung und Therapie zu meiden, auch
da wo Hilfe erforderlich ist.
Das Risiko zu verdrängen und zu hoffen, daß es schon gut
gehen wird, ist möglicherweise gefährlich.
Wir raten zu vorsichtigem Einlassen auf Beratung und Therapie - ob bei
einem Mann oder bei einer Frau. Wir raten zu Respekt vor eigenen Abwehrgefühlen
und dazu, sich Unterstützung zu suchen, wenn die therapeutische Beziehung
"mulmig" wird.
Im Folgenden finden Sie einige "Ratschläge", die als Orientierung
dienen können: