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Bei normalen, schnell wachsenden Erregern gibt es eine Reihe von einfachen
und schnellen Methoden zur Resistenzbestimmung. Dabei wird der in Kultur
befindliche Erreger einem Testplättchen, welches ein bestimmtes Antibiotikum
enthält, ausgesetzt. Nach 24-stündiger Bebrütung lässt sich anhand des
Wachstums des Mikroorganismus bestimmen, ob eine Resistenz gegen das
Antibiotikum vorliegt.
Nicht so bei langsam wachsenden Erregern, wie bspw. Mykobakterien. Das
Anzüchten des Erregers aus Patientenmaterial dauert i.d.R. schon zwei bis vier
Wochen. Die sich anschließende Bestimmung von Resistenzen, ebenfalls in Kultur,
dauert noch einmal zwei Wochen, im optimalen Fall! Somit vergehen mit den
vorhandenen Methoden nicht weniger als sechs bis zehn Wochen bevor eine
Differenzierung und Empfindlichkeitstestung abgeschlossen und damit klar ist,
mit welchem Antibiotikum der Patient behandelt werden kann. Diese Zeitspanne
ist leider in vielen Fällen zu lang, in dieser Zeit kann ein schwer erkrankter
Patient bereits verstorben sein!
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Eine schnelle Methode stellt die Entschlüsselung des Erbguts (sog.
DNA-Sequenzierung) der Erreger dar. Bestimmte Bereiche des Erbguts (die Gene
für die 16s rRNA) erlauben die sicheren Bestimmung einer Bakterienart, im
Regelfall mit höherer Sicherheit und Genauigkeit als die herkömmlichen
(kulturell/morphologischen) Verfahren. Andere Bereiche der DNA gestatten die
Erkennung von Antibiotika-Resistenzen, da diese meist auf Mutationen, kleine
Abweichungen in der DNA-Struktur eines Bakteriums, zurückgehen. Erreger, die
empfindlich gegen Antibiotika sind, werden als „Wildtyp“ bezeichnet, solche
Erreger, die eine Mutation aufweisen, zeigen demnach eine veränderte
DNA-Struktur, wie in der Abbildung gezeigt:
Das wichtigste Antibiotikum in der Behandlung der Tuberkulose ist das
Medikament Rifampicin. Rifampicin verliert „sprunghaft“ seine Wirksamkeit,
wenn es bei einem Mykobakterium zu einer Mutation kommt und nur ein einziger
Baustein der DNA ausgetauscht wird. Diese eine Mutation verändert das in den
Bakterien vorhandene Angriffsziel derart, dass das Rifampicin buchstäblich ins
Leere läuft. Ganz ähnlich entstehen Resistenzen gegen z.B. Penicillin, die
einstige Wunderwaffe im Krieg mit den Mikroben.
Eines des primären Ziele unserer Arbeiten ist daher die Identifizierung aller
möglichen Mutationen, die eine Antibiotikaresistenz auslösen. Durch das Wissen,
welche genetischen Bereiche bei verschiedenen Antibiotikaresistenzen wie
verändert sind, kann man neue Diagnoseverfahren entwickeln, die schneller
und damit kostengünstiger als die herkömmlichen Verfahren sind. Es gilt also
mit relativ einfachen Mitteln die Gegenwart bestimmter DNA-Sequenzen, die
sich im Zweifelsfall nur durch eine Base unterscheiden, sicher und schnell
quantitativ zu erfassen.
:: Diagnostik von Antibiotikaresistenz durch Einzelmolekül-Fluoreszenzspektroskopie
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite: Prof. Dr. Markus Sauer
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