Interviews & Features    

 
Einleitung
· Globalisierung und Islamisierung
· Aushandlung von Entwicklungs- prozessen
· Entwicklung, Geschlecht und Islam
· Das Forschungs- projekt
· Die Fragestellung
· Die Forschungs- methoden
· Das Forscherinnenteam


:: Handlungsspielräume und translokale Netzwerke von Frauenorganisationen in muslimischen Gesellschaften


Globalisierung ist kein eindimensionaler Prozess. Vielmehr verbergen sich hinter diesem Schlagwort eine Vielzahl komplexer Prozesse, die auf verschiedenen Ebenen stattfinden und widersprüchliche Auswirkungen haben können. So lassen sich empirisch Phänomene kultureller Vereinheitlichung und eine globale Ausbreitung universalistischer Konzepte und Organisationsmuster beobachten.

Gleichzeitig finden jedoch auch Prozesse der Heterogenisierung in Form der Wiederentdeckung und Neuinszenierung partikularer nationaler und ethnischer Identitäten statt. Diese scheinbar gegenläufigen Entwicklungen verlaufen nicht unabhängig voneinander, sondern bedingen sich vielmehr gegenseitig. Vorstellungen von einer gewünschten gesellschaftlichen Entwicklung stellen in diesem Zusammenhang ein besonders interessantes Forschungsfeld dar, um genau diese Widersprüchlichkeiten als grundlegenden Bestandteil von Globalisierungsprozessen zu untersuchen.

So werden auf der einen Seite von global agierenden Institutionen Entwicklungskonzepte und Visionen formuliert, die universelle Gültigkeit und Umsetzung beanspruchen, wie z.B. das Konzept der Menschenrechte, die Idee der Geschlechtergleichheit oder das entwicklungspolitische Ziel der Armutsbekämpfung. Auf der anderen Seite wird genau dieser Anspruch auf Allgemeingültigkeit von verschiedenen politischen Akteuren und Bewegungen kritisiert und infrage gestellt, wobei mit einem Instrumentarium kultureller und ethnischer Differenz operiert wird, das dazu dient, einen Gegenpol zu ‚westlicher’ Kultur zu formulieren.




pictureVerantwortlich für den Inhalt dieser Seite: Dr. Petra Dannecker & Anna Spiegel