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Welche gesellschaftlichen Funktionen und Auswirkungen können die spezifischen
Wissenschaftlerdarstellungen im Film haben?
Wir haben zwei Dinge gesehen:
- Die künstliche Erschaffung menschlichen Lebens ist der stärkste Mythos
von allen.
- In Filmen des gesamten westlichen Kulturkreises ist das vorherrschende
Bild des Naturwissenschaftlers das eines bösen, gefährlichen und
wahnsinnigen Mannes.
Die Wissenschaftlerverfilmungen sind dabei nahezu genauso alt wie das Kino
selbst - denken Sie beispielsweise an
„Metropolis“
von Fritz Lang.
Diese immer neu entwickelten Stereotypen appellieren an eine diffuse Angst
vor der Wissenschaft. Furcht vor der Wissenschaft ist auch zugleich die Furcht
vor Macht, Veränderung und Kontrolle, die normale Menschen entmachtet und
überwacht. Roslynn Haynes schreibt:
„Herrscher und Militärregimes kann man stürzen, Wissen nicht.“
Das Wissen läßt sich nicht rückgängig machen und
dadurch entsteht auch Angst, dass die „Falschen“ es kontrollieren könnten.
Manifestiert wird es häufig an Themen, die brisante, umstrittene Diskurse
in der Gesellschaft abbilden.
Sieht man sich an, welche Filmthemen zu welchen Zeiten dominierten, so kann
man unzweifelhaft einen Zusammenhang mit den angstbesetzten Themen der
jeweiligen Zeit ausmachen. Nach dem 2. Weltkrieg und mit den damals
einhergehenden technisch-wissenschaftlichen Errungenschaften wird der
Mad Scientist auch der Dämon von Urbansierung und Modernisierung. Später
dann entstanden die Filme um die Atomkraft, die die fiktiven Wissenschaftler
nicht mehr kontrollieren konnten. Georg Seeßlen schreibt:
„Wenn sie nicht einen neuen, finalen Weltkrieg in Gang setzten,
dann erzeugen die Wissenschaftler in ihren Experimenten wenigstens
gigantisch mutierte Insektenwesen, erwecken prähistorische Drachen wie
„Godzilla“ zu neuem Leben oder verseuchen ganze Landstriche.“
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