Interviews & Features    

 
· Einleitung
· Wie ist das Folterverbot entstanden?
· Wo beginnt Folter?
Unsichere Grenzen
· Was sind die verbotenen Handlungen?
· Wenn Folter nötig scheint
· Rechtfertigung von Folter
· Was ist das Ergebnis der Rechtsprechung?
· Zusammenfassung
· Die Wissenschaftlerin
· Feedback


überschrift
Wenn es um die konkrete Festlegung der Eintrittsschwelle geht (und damit im Grunde um die Frage: wo endet die Zivilisation, wo beginnt die Barbarei) ist die Rechtsprechung der Straßburger Organe von großen Unsicherheiten geprägt.

Die Unsicherheiten betreffen zum einen den zu verwendenden Maßstab: Soll das zugefügte Leid subjektiv oder objektiv gemessen werden? Kommt es darauf an, welches Leid die Betroffenen konkret und real empfanden oder darauf, welches Leid sie empfunden haben mussten? Und: Welche Bedeutung hat der Zweck der Maßnahme? Vermag ein legitimer Zweck die Zufügung von Leid zu rechtfertigen? Darauf ist sogleich zurückzukommen.

Zum anderen macht die Rechtsprechung der vergangenen Jahrzehnte deutlich, dass auch die Mitglieder des Gerichtshofs selbst in ein Wertesystem eingebunden sind, und das kann sie blind machen gegenüber bestimmten, modernen Formen der Barbarei. Barbarei ist oft nur erkennbar, wenn man dafür ein Sensorium besitzt, und dieses Sensorium wird gelegentlich außer Kraft gesetzt. Auch darauf ist zurückzukommen.


Verantwortlich!Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite: Prof. Dr. Ulrike Davy