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Saefkow- Jacob- Bästlein- Gruppe
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Die Saefkow-Jacob-Bästlein-Gruppe, die in den Jahren 1943 bis 1944 in Berlin aktiv war, gehörte zu den großen kommunistischen Widerstandsgruppen im Dritten Reich.

Nach seiner Haftentlassung hatte der gelernte Schlosser Anton Saefkow, der als ehemaliger KPD-Funktionär zwischen 1933 und 1939 unter anderem im KZ Dachau interniert war, in Berlin erneut begonnen, eine Widerstandsorganisation aufzubauen.

Im Herbst 1942 stieß der ehemalige KPD-Abgeordnete Franz Jacob zu der Gruppe, der bis dahin zusammen mit Bernhard Bästlein in Hamburg einen kommunistischen Widerstandskreis geleitet hatte. Bästlein arbeitete nach seiner Flucht aus dem Gefängnis Berlin-Plötzensee ab Mai 1944 ebenfalls in der Leitung der Berliner Gruppe mit.

Seit 1943 hatten Anton Saefkow und Franz Jacob ein Netz von illegalen Widerstandszellen in einer Reihe von Berliner Großbetrieben geschaffen, durch die vor allem die Sabotage der Rüstungsproduktion propagiert wurde. Für die illegale Tätigkeit hatte die Gruppe eine arbeitsteilige Infrastruktur zur Herstellung und Verbreitung von Flugblättern, Bereitstellung von illegalen Quartieren für Untergetauchte und Verfolgte, Sicherung von Aktionen und Treffs sowie zur Beschaffung von falschen Papieren aufgebaut. Ziel der Gruppe war die Bildung einer überparteilichen Widerstandsbewegung zur raschen Beendigung des Krieges und zum Aufbau eines demokratischen Deutschlands auf sozialistischer Basis.

In der Gruppe fanden sich Kommunisten, Gewerkschafter, Arbeitersportler und Sozialdemokraten zusammen. Die Mitglieder stellten deutschlandweit vielfältige Verbindungen zu anderen Widerstandskreisen her, u.a. zum Kreisauer Kreis und zur Harnack/Schulze-Boysen-Gruppe. Außerdem hielten sie Verbindung zu Kriegsgefangenen und ausländischen Zwangsarbeitern.

Durch die Denunziation eines Spitzels deckte die Gestapo Anfang Juli 1944 den Verbund auf. Von den verhafteten Mitgliedern, deren Gesamtzahl unbekannt ist, wurden bis Kriegsende über 60 hingerichtet.



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