Interviews & Features    

 
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Solf- Kreis
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In der Berliner Wohnung von Johanna Solf, der Witwe des 1936 verstorbenen deutschen Botschafters in Tokio, Dr. Wilhelm Solf, trafen sich Kritiker und Gegner des NS-Regimes, die mehrheitlich zum diplomatischen Korps des Auswärtigen Amtes gehörten.

Vom Solf-Kreis wurden weder aktive Maßnahmen zum Sturz des NS-Regimes geplant noch Entwürfe für eine Staats- und Gesellschaftsordnung nach Hitler ausgearbeitet.

Seinen Mitgliedern ging es in erster Linie um Gespräche und Meinungsaustausch, um sich in Zeiten von Repression und Unterdrückung einer gemeinsamen geistigen, kulturellen und politischen Identität zu versichern. Der Solf-Kreis hatte viele Verbindungen zu anderen Regimegegnern, u.a. zum militärischen Widerstand des 20. Juli 1944 und zum Kreisauer Kreis. Außerdem bemühte sich die Gruppe um Unterstützung und Fluchthilfe für Verfolgte, vor allem für Juden.

Durch die Einschleusung eines Spitzels bei einer Teegesellschaft von Elisabeth von Thadden am 10. September 1943 wurde der Solf-Kreis von der Gestapo aufgelöst. Während Hanna Solf und ihre Tochter
Lagi Gräfin von Ballestrem wegen mehrmaliger Verschiebung ihrer Gerichtsverhandlung das Kriegsende überlebten, wurden andere Mitglieder, unter ihnen Elisabeth von Thadden, hingerichtet.



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