Interviews & Features    

 
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Handlungs- möglichkeiten von Frauen
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· 20. Juli 1944
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Neben den alltäglichen Lebensumständen wirkten die unterschiedlichen Widerstandszusammenhänge, in denen die Frauen aktiv waren, auf die Formen der weiblichen Regimegegnerschaft ein. Daher sollen die Harnack/Schulze-Boysen-Gruppe, die Saefkow-Jacob-Bästlein-Gruppe, der Kreisauer Kreis und der Solf-Kreis hinsichtlich ihrer Struktur, ihrer ideellen Basis, ihren Zielen, Motiven und Aktionen untersucht und die Funktionen und die Handlungsmöglichkeiten der Frauen in den verschiedenen Widerstandskontexten analysiert werden.

Die Frauen in der Harnack/Schulze-Boysen-Gruppe setzten ihre in Ausbildung und Beruf erworbenen Kenntnisse im Rahmen ihrer Möglichkeiten für den Verbund ein. Libertas Schulze-Boysen zum Beispiel sammelte im Rahmen ihrer Anstellung bei der Deutschen Kulturfilmzentrale des Reichspropagandaministeriums illegale Dokumente über die Verbrechen der Nationalsozialisten, die in Flugblätter eingearbeitet und so in der Bevölkerung verbreitet wurden.

In diesem Kontext soll auch die gängige These überprüft werden, dass Mutterschaft Frauen von widerständigem Handeln abhielt. Eine erste Beschäftigung mit den Regimegegnerinnen in der Harnack/Schulze-Boysen-Gruppe widerlegt diese Annahme. Diese Frauen hinderte der Umstand an sich, eine eigene Familie zu haben, nicht an einer aktiven Teilnahme an den Aktivitäten des Verbundes. Regimegegnerinnen mit kleinen und/oder mehreren Kindern waren bei der illegalen Arbeit jedoch weniger flexibel, da sie stärker im Haushalt und in der Familie gefordert wurden.



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