Interviews & Features    

 
· Grenzenloser Fußball?
Fußball und die Moderne
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Überschrift 

Fallrückzieher
Absurditäten und Merkwürdigkeiten lassen sich im Fußball viele finden: Angefangen von der polemischen Frage, was denn so spannend daran sein kann, dass 22 Männer (!) 90 Minuten lang hinter einem Ball herlaufen, bis hin zu den fabulösen Geldsummen, die beim Vereinswechsel mancher Fußballprofis fällig werden. Doch hier geht es um etwas anderes: um eine Paradoxie,einen
Widerspruch, der erst vor dem Hintergrund einer weiteren gesellschaftstheoretischen Perspektive verständlich wird.

Genau wie beim Fußball geht es in der modernen, funktional differenzierten Gesellschaft um Leistung. Die Moderne basiert auf der normativen Leitidee der Gleichheit aller Gesellschaftsmitglieder und dem daran anschließenden universalistischen Inklusionspostulat.
Das heißt: Soziale Positionen dürfen in modernen Gesellschaften nicht mehr aufgrund von zugeschriebenen Merkmalen, wie Herkunft oder Geschlecht, vergeben werden.  Statt dessen müssen sie auf Leistung basieren.

Konkret bedeutet das: Der soziale Ausschluss aufgrund des Geschlechts oder der ethnischen Herkunft ist in modernen Leistungsgesellschaften grundsätzlich legitimationsbedürftig. Es bedarf also guter Gründe, um beispielsweise Frauen oder Personen einer bestimmten Hautfarbe den Zugang zu einem gesellschaftlichen Funktionssystem, wie der Politik oder der Wirtschaft, zu verwehren.
Handspiel


:: Herkunft und Geschlecht - trotz allem wichtige Größen

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