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Silvio Blatter in Ruanda
FIFA-Präsident Blatter
mit ruandischen Kindern
Insgesamt scheint es so zu sein, dass die nationalen Auswahlmannschaften prinzipiell noch an Bedeutung gewinnen. Belege hierfür sind die zunehmend exklusiveren Regelungen der FIFA bzgl. der Spielberechtigung für Nationalmannschaften. So dürfen die Spieler erst seit 1966 die Nationalmannschaft nicht mehr wechseln. Und erst im vergangenen Jahr erließ die FIFA nach Querelen um einige brasilianische Spieler neue Regeln: Die Brasilianer hatten versucht, Staatsbürger
des Wüstenstaats Katar zu werden, um so die Zulassung für die dortige Nationalmannschaft zu erhalten. Die Neuregelung soll diese Möglichkeit in Zukunft unterbinden. Demnach erhalten Fußballprofis, die keinen Bezug zu einem Land haben und trotzdem dessen Staatsbürgerschaft annehmen wollen, keine Spielberechtigung für die Nationalmannschaft dieses Verbandes.

Der Versuch der FIFA, den Begriff "Nation" zu definieren, bleibt vage. Das deutet auf Probleme hin, die mit dem Festhalten an der nationalen Organisation des Fußballs verbunden sind, diese aber gleichzeitig unverzichtbar machen.

Nationale Grenzen lassen sich aber auch innerhalb von Vereinsmannschaften eines Landes finden – und zwar auch nach dem Bosman-Urteil. Die Grenzen des Anteils ausländischer Spieler haben sich seitdem lediglich verschoben und wurden keineswegs aufgehoben. Denn obwohl in den europäischen Ligen Spieler aus Ländern der EU mittlerweile unbegrenzt einsetzbar sind, gibt es für alle anderen Herkunftsländer deutliche Beschränkungen.

Laut den aktuellen Regeln der Deutschen Fußball Liga dürfen die Vereine der Ersten und Zweiten Bundesliga unbegrenzt Spieler aus den EU-Staaten und den Mitgliedsstaaten der Europäischen Fußball-Union (UEFA) verpflichten und einsetzen. Gleichzeitig können höchstens fünf nicht-europäische Spieler verpflichtet und eingesetzt werden, mit der Auflage, mindestens zwölf deutsche Lizenzspieler im Kader zu haben. Verkompliziert werden diese Ausländerregelungen noch durch das Konstrukt des Fußballdeutschen, durch abweichende Regelungen für Wettbewerbe unter DFB-Schirmherrschaft und durch unterschiedliche Beschränkungen in den anderen europäischen Spitzenligen.

:: Ein Spiel mit Grenzen

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