Interviews & Features    

 
· Einführung
· Aufbau des Gedächtnisses
· Fünf Gedächtnis- systeme
· Ziele des Projektes
· Die Untersuchungs- methoden
· Autobiographisches Gedächtnis bei Erwachsenen
· Autobiographisches Gedächtnis bei Jugendlichen
· Weiterführende Literatur und Links
· Die Arbeitsgruppe
· Feedback


Überschrift :: Welche Gerhinregionen verwenden wir dafür?

Das Projekt „Erinnern und Gedächtnis“ ist eine interdisziplinäre Forschungsstudie zum Thema "Gedächtnis". Die Erforschung des menschlichen Gedächtnisses ist nicht nur für die Neurowissenschaften von großer Wichtigkeit, sondern auch für Teile der Sozial- und Geisteswissenschaften, wo etwa Fragen nach kollektivem und kulturellem Gedächtnis aufgeworfen werden. Zusätzlich findet sich auch ein stark zunehmendes Interesse der Allgemeinbevölkerung an Fragen der Gedächtnisforschung.

In der traditionell orientierten Hirnforschung untersucht man die Vorgänge der Informationsverarbeitung im Gehirn vor allem an Patienten, die an Gedächtnisstörungen leiden. Ein beeinträchtigtes Gedächtnis kommt in sehr unterschiedlichen Formen vor und schränkt die Lebensqualität der Betroffenen häufig sehr ein. Man muss dabei nicht gleich an bekannte Erkrankungen, wie die Alzheimerkrankheit denken, bei der mehrere kognitive Fähigkeiten progressiv, d. h. nach und nach, verloren gehen. Auch massive und anhaltende Amnesien, die die Erinnerung an Vergangenes nicht mehr hochkommen lassen oder das Behalten neu eintreffender Information verhindern und sogar schon die alltägliche sogenannte "benigne Altersvergesslichkeit", die z.B. für Namen schon recht früh einsetzen kann, können die Kommunikation im Alltag stören.

Das Verständnis der Funktionsweise unseres Gedächtnisses ist daher von großer Bedeutung. Wie oben angedeutet, machen Komplexität und Verwobenheit des Gedächtnisses es notwendig, unterschiedliche wissenschaftliche Perspektiven zu betrachten. Insbesondere das Thema „Erinnern und Gedächtnis“ sollte im Rahmen eines interdisziplinären Forschungsansatzes untersucht werden, da das Erinnern von persönlichen Erlebnissen sowohl mit der sozialen und kulturellen Umwelt einer Person, als auch mit entwicklungspsychologischen Faktoren, wie Prozessen der Hirnreifung, und darüber hinaus mit dem Geschlecht der Person in Zusammenhang steht. Auch wenn die Themen "Erinnerung und Gedächtnis" bereits seit etwa zwei Jahrzehnten nicht nur in der geistes- und naturwissenschaftlichen Forschung erörtert werden, sondern auch im öffentlichen Diskurs, kann festgestellt werden, dass die Ansätze der einzelnen Wissenschaften bisher unverbunden nebeneinander stehen.

In unserem Gedächtnisforschungsprojekt wird daher der Schwerpunkt auf eine ganzheitliche, interdisziplinäre Betrachtung des Phänomens "menschliches Erinnern" gelegt. „Erinnern und Gedächtnis“ wird nicht nur aus neurowissenschaftlicher Sichtweise, sondern auch aus sozialwissenschaftlicher und entwicklungstheoretischer Perspektive erforscht.