Interviews & Features    

 
· Einführung
· Aufbau des Gedächtnisses
· Fünf Gedächtnis- systeme
· Ziele des Projektes
Die Untersuchungs- methoden
· Autobiographisches Gedächtnis bei Erwachsenen
· Autobiographisches Gedächtnis bei Jugendlichen
· Weiterführende Literatur und Links
· Die Arbeitsgruppe
· Feedback


Überschrift
Für die Hauptuntersuchung des Forschungsprojekts „Erinnern und Gedächtnis“ sind mehrere Teilstichproben vorgesehen. Eine erste Teiluntersuchung wurde mit älteren Probandinnen im Alter von 62 bis 75 Jahren durchgeführt. Weitere Teilstichproben umfassen die Altersstufen 35-40jährige, 20-21jährige, 14-15jährige und eventuell eine Stichprobe mit Kindern. In allen Stichproben werden lediglich Frauen untersucht, da es aus untersuchungstechnischen Gründen nicht möglich ist, pro Stichprobe 12 Frauen und 12 Männer zu untersuchen.

Die Untersuchungsmethoden umfassen im Wesentlichen sog. biographische und sog. teilstandardisierte Interviews, sowie bildgebende Verfahren. Besonders wichtig ist dabei die Kombination qualitativer Sozialforschungsinstrumente (Interviews) und funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT).

Die autobiographischen Interviews werden zunächst in allen Teiluntersuchungen in freiem Interviewstil geführt, d.h. die Versuchspersonen berichten über persönliche Abschnitte und Episoden aus ihrem Leben. Daraus läßt sich einerseits die jeweilige Darstellungsweise des einzelnen Probanden erschließen und andererseits auch die subjektiv als bedeutsam empfundenen Episoden. Letzteres wird zusätzlich durch die anschließende emotionale Einstufung mittels einer Bewertungsskala(sehr positiv bis sehr negativ) der berichteten Ereignisse erzielt. Da es für die Untersuchung wichtig ist, gleich viele Episoden aus verschiedenen Lebensphasen als Reizmaterial für die anschließenden fMRT Durchführung zu haben, ist es notwendig neben den freien Interviews auch halbstandardisierte, also durch Fragen geleitete Interviews anzuwenden. Dadurch können einige Episoden genauer und fehlende Lebensphasen neu erfragt werden.

Mit Hilfe der funktionellen Magnetresonanztomographie fMRT ist es möglich, ohne gesundheitliche Nachteile oder Nebenwirkungen für die untersuchten Personen, Aktivierungen auf Gehirnebene für Gedächtnisvorgänge sichtbar werden zu lassen. Dabei werden, ähnlich der Computertomographie, Schnittbilder des menschlichen Gehirns erzeugt, jedoch ohne Röntgenstrahlung, sondern lediglich mit Hilfe von einem starken Magnetfeld und Radiowellen. Die Patienten liegen während der fMRT in einer relativ engen Röhre und müssen über eine bestimmte Zeit ruhig liegen. Die Untersuchung ist völlig schmerzfrei. Während der Untersuchung erzeugt das Gerät sehr laute Klopfgeräusche.

In unserer Studie soll die fMRT eingesetzt werden, um die Aktivität der für die autobiographischen und semantischen Erinnerungen wichtigen Hirnstrukturen abbilden zu können. Auf der Basis der zuvor durchgeführten Interviews werden den einzelnen erzählten Episoden kurze Sätze oder Stichwörter zugeordnet, die von den Probanden dann sicher mit den jeweiligen Episoden assoziiert werden können. Die Probanden sollen sich die, zu den in Stichwörtern gehörenden Episoden intensiv vorstellen. Das Ziel ist, den Vergleich zwischen einzelnen Zeitpunkten für jeden einzelnen Proband, als auch zwischen Versuchspersonen untereinander zu ermöglichen. In diesen Vergleichen werden die jeweils aktiven Hirnregionen betrachtet.