Interviews & Features    

 
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:: Besteht bei Nahrungsmitteln, die gentechnisch veränderte Organismen enthalten, ein höheres Risiko für die Auslösung von Allergien als bei konventionell erzeugter Nahrung?

In Europa sind 5 - 8% der Kinder und 1 - 2% der Erwachsenen allergisch gegen bestimmte konventionell erzeugte Nahrungsmittel. Allein die Erdnuss enthält 12 allergieauslösende Proteine. Während bei konventionellen Sorten keine formelle Prüfung für die Allergenität der Produkte vorgeschrieben ist, gibt es für gentechnisch veränderte Organismen ein von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erarbeitetes Protokoll für eine intensive Allerginitäts-Prüfung, sowohl für die betreffenden Pflanzen wie auch für deren Pollen, welches zudem noch laufend verbessert wird. Durch diese Untersuchungen wurde z. B. noch vor jeglicher Markteinführung erkannt, dass ein für eine beabsichtigte Qualitätsverbesserung in Soja eingefügtes Gen aus der Paranuss bei betreffenden Personen eine Allergie auslösen konnte. Daraufhin wurde die Weiterentwicklung dieses gentechnisch veränderten Organismus eingestellt, ein Beleg dafür, dass das System der Sicherheitsbewertung funktioniert. Insgesamt waren die strengen Prüfungen der gentechnisch veränderten Organismen auf Allergenität sehr erfolgreich, es wurde bislang kein einziger Allergie-auslösender gentechnisch veränderten Organismus in Verkehr gebracht. Bei herkömmlichen Züchtungen, bei denen durch künstlich erzeugte Mutationen zufällig Veränderungen von Genen erzeugt werden, oder durch Kreuzungen unvorhersehbare Genkombinationen entstehen können, sind hingegen keinerlei derartige Prüfungen vorgeschrieben. Daher ist das Allergenitäts-Risiko bei gentechnisch veränderten Organismen deutlich geringer einzuschätzen als bei Produkten einer konventionellen Züchtung. Dazu bietet die Gentechnik langfristig die Möglichkeit, Allergene z. B. aus Erdnüssen, Weizen (Gluten) und Reis zu entfernen. An diesen Projekten wird derzeit intensiv gearbeitet!


pictureVerantwortlich für den Inhalt dieser Seite: Prof. Dr. Alfred Pühler