Interviews & Features    

 
· Einleitung
Gesundheitliche Risiken?
· Erhöhtes Krebsrisiko?
· Allergieauslöser?
· Gesundheitsrisiko durch transgene DNA?
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:: Die Frage stellt sich: Ist der Verzehr von Lebensmitteln aus gentechnisch veränderten Pflanzen tatsächlich mit einem Nachteil für die Gesundheit des Verbrauchers verbunden?

Der vorliegende Beitrag will aus der Sicht der Wissenschaft eine Antwort auf diese Frage geben. Die dafür verwendeten Informationen stammen aus Veröffentlichungen wissenschaftlicher Fachzeitschriften und wurden nach wissenschaftlichen Kriterien überprüft.

Es gibt zum Schutz der Verbraucher für Lebensmittel, die gentechnisch veränderte Lebensmittel enthalten, sehr rigide Zulassungsbedingungen. Die Kriterien dafür wurden unter anderem von der FAO (Food and Agriculture Organisation der United Nations), der OECD und der Europäische Union erarbeitet und sind wissenschaftlich gesichert/geprüft. Die Zulassungsbestimmungen gehen weit über jene hinaus, die für klassische Lebensmittel gelten und sind ähnlich restriktiv wie Bestimmungen, die bei der Zulassung von Arzneimitteln angewandt werden. Zudem besteht ab April 2004 für alle Produkte aus gentechnisch veränderten Pflanzen, die für die menschliche Ernährung in der EU zugelassen sind, eine strikte Kennzeichnungspflicht.

Grundsätzlich betrachtet gibt es bei keinem Nahrungsmittel, ob traditionell erzeugt oder aus gentechnisch veränderten Pflanzen, eine absolute Sicherheit gegen Gesundheitsrisiken. So gehört es zur Alltagserfahrung, dass traditionell erzeugte Nahrungsmittel verschiedener Art und Herkunft mit dem Risiko behaftet sind, bei anfälligen Personen Allergien auszulösen. Nahrungsmittel pflanzlicher Herkunft können toxische oder krebserregende Substanzen enthalten. Pflanzen enthalten von Natur aus ein umfangreiches Arsenal von Abwehrstoffen, um sich gegen Insektenfraß und Bakterien- oder Pilzinfektionen zu schützen. Auch können pflanzliche Produkte durch Schimmelpilzgifte, die z. T. stark krebserregend sind, verunreinigt sein. Als Beispiel seien hier Fusarientoxine genannt, welche häufig in erheblichem Maße Weizen und Mais belasten, oft auch bei Produkten aus ökologischem Anbau (Öko-Test 2/2004). Inzwischen gibt es für den Gehalt an Pilztoxinen in konventionell erzeugten Brotgetreiden „amtlich“ festgesetzte Schwellenwerte, die nicht überschritten werden dürfen, deren Einhaltung aber durch ein Mischen verschiedener Chargen erfolgen kann. Es wird angenommen, dass bei unseren Ernährungsbedingungen die überwiegende Menge aller aufgenommenen krebserregende Substanzen aus der natürlichen pflanzlichen Nahrung stammen.

Da es keine absolute Sicherheit geben kann, muss in der Europäischen Union nachgewiesen werden, dass Produkte, die gentechnisch veränderte Organismen enthalten und als Nahrungsquelle zugelassen werden sollen, sowie ihre Verarbeitungsprodukte mindestens so sicher und nahrhaft sind wie die entsprechenden Produkte aus konventionell erzeugten Ernten.

Im Folgenden soll auf in der Öffentlichkeit diskutierte Risiken des Verzehrs von Produkten, die gentechnisch veränderte Organismen enthalten, näher eingegangen werden. Als Grundlage diente dabei u.a. der sehr umfassende GM Science Report der British Royal Society (First Report (2003) und der Second Report (2004)), der von einem Panel von 28 angesehenen Wissenschaftlern aus verschiedenen Disziplinen erarbeitet wurde, Veröffentlichungen der Food Standard Agency (UK) sowie das im Akademie Journal der Union der Deutschen Akademien veröffentlichte Symposium über Grüne Gentechnik (2002).


pictureVerantwortlich für den Inhalt dieser Seite: Prof. Dr. Alfred Pühler