Interviews & Features    

 
· Einleitung
· Gesundheitliche Risiken?
· Erhöhtes Krebsrisiko?
· Allergieauslöser?
Gesundheitsrisiko durch transgene DNA?
· Schlussfolgerung
· Referenzen
· Der Autor
· Feedback



:: Hat der Verzehr transgener DNA negative Folgen für die Gesundheit?

:: Könnte es sein, daß transgene DNA im Verdauungstrakt überlebt und in menschliche Zellen aufgenommen wird, um deren genetische Information zu verändern?

:: Beeinflusst die transgene DNA die Mikroflora des Darms und könnte dies ein Gesundheitsrisiko sein?

Der Mensch verzehrt mit seiner Nahrung pro Tag 0.1 - 1 g DNA. Bei Verzehr von Lebensmitteln, deren Zutaten zum Teil aus gentechnisch veränderten Organismen bestehen oder aus ihnen hergestellt worden sind, wären davon 1/10 000 – 1/100 000 transgene DNA. Es besteht unter Wissenschaftlern Einigkeit darüber, dass die transgene DNA sich in Hinblick auf die Verdauung nicht von der DNA in den normalen Lebensmitteln unterscheidet. Letztlich stammen die „neuen“ Gene in den Pflanzen meistens aus anderen Lebewesen, von denen viele in unserer konventionellen Nahrung natürlicherweise enthalten sind, wie z. B. die in Gemüsepflanzen vorkommenden Viren oder Bodenbakterien. Wie alle DNA wird auch die transgene DNA im Magen-Darmtrakt abgebaut, wenngleich dieser Prozess nicht immer vollständig abläuft. Man hat in Tierexperimenten nachgewiesen, dass DNA-Fragmente aus der Nahrung in sehr begrenztem Umfang ins Blut und in Körperzellen von Tieren, wahrscheinlich auch von Menschen gelangen können, wobei transgene DNA keine Sonderstellung einnimmt. Diese sehr seltene Aufnahme hat jedoch keine Auswirkungen auf die genetische Information der Zelle, denn eine stabile Integration pflanzlicher DNA in tierische Genome läßt sich experimentell ausschließen. Offenbar gibt es natürliche Barrieren für einen derartigen horizontalen Gentransfer.

Bei gentechnisch veränderten-Pflanzen wird als „Gen-Anschalter“ (Promotor) für die Bildung des Fremdproteins oft ein Promotor aus dem Blumenkohl-Mosaik-Virus (CaMV) benutzt. Es wurde spekuliert, dass die DNA Sequenz, welche diesen Virus-Promotor darstellt, aus verdautem Pflanzenmaterial in das Genom von menschlichen Zellen übertragen werden könnte, um dort eine Tumorwirkung zu entfalten. Dem ist zu entgegnen, dass der oben genannte virale Promotor die Eigenschaften einer pflanzlichen DNA hat, und ihm daher auf Grund natürlicher Barrieren der Eintritt in ein tierisches Genom verwehrt ist. Es gibt einen weiteren Befund, der gegen diese Spekulation spricht: Da seit mehreren hundert Jahren Kohl und Blumenkohl auf dem Speiseplan stehen und 50% des Blumenkohls und 10% des Kohls von diesem Virus befallen sind, nehmen Menschen seit jeher den Blumenkohl-Mosaik-Virus in relativ großen Mengen mit der natürlichen Nahrung auf. Es sind keine gesundheitlichen Nachteile des Verzehrs dieser natürlicherweise kontaminierten Gemüse bekannt.