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Viele deutsche Politiker und vor allem Personen, die in der Nähe von Basisstationen leben, fordern die Untersuchung der Gesundheitsrisiken durch die von dort ausgehenden Strahlungen. Bisher gibt es keine gesicherten Ergebnisse dazu.

Wie hoch ist die Strahlung einer Basisstation?

Eine Basisstation strahlt typischerweise 60 Watt (W) und meistens in eine Richtung. Die Energiedichte der Strahlung nimmt in der Entfernung enorm stark ab, salopp könnte man sagen: die Strahlung wird schwächer, je weiter die Basisstation entfernt ist. Leider stimmt das zwar in der Theorie, nicht jedoch in der Praxis. Denn viele Gebäude und natürliche Gegebenheiten schirmen die hochfrequenten Strahlen ab oder spiegeln sie zurück.

Messungen an einzelnen Orten in Mainz sowohl in der Nähe von als auch in grösserer Entfernung zu Basisstationen zeigten, dass die gemessenen Stärken der hochfrequenten elektromagnetischen Felder weit unterhalb der Grenzwerte der 26.BundesImmissionsSchutzVerordnung (mehrere Hundertstel) lagen. Dies galt sowohl für das gesamte Strahlencocktail, das aus Mobilfunk, Polizeifunk, CB-Funk, Radio- und Fernsehsender und vielem mehr besteht, als auch für die Mobilfunkfrequenzen im speziellen. Die Messungen zeigten auch, dass die Strahlen von Basisstationen zwar vielerorts zu den stärkeren Signalen gehörten, insgesamt aber nur einen Teil der hochfrequenten Strahlenbelastung ausmachten. Die stärksten Signale wurden sogar durch Radio- oder Fernsehsender hervorgerufen. Messungen aus England und Mainz zeigten, dass das elektrische Feld der hochfrequenten Strahlen durch Mobilfunk eher gering ist.( Blettner u.a., 2000; Schüz & Mann, 2000)

Warum gibt es bisher noch keine Ergebnisse zu den gesundheitlichen Risiken von Basisstationen?

Es gibt kein geeignetes Expositionsmaß für die Messung der Strahlung. Der Abstand zwischen Wohnung und Basisstation ist ungeeignet, da er keinen Rückschluss auf die individuelle Strahlenbelastung ermöglicht (Siehe Abbildung 1). Es kann sehr gut sein, dass eine Person, die in einem Haus wohnt, auf dem eine Basisstation errichtet wurde, gar nicht durch diese Basisstation belastet ist. Ein Messgerät, dass die persönliche Belastung durch hochfrequente elektromagnetische Strahlung durch Basisstationen über ein längeren Zeitraum messen kann, gibt es nicht und wird es in kürze auch nicht geben. Das Problem dabei liegt darin, dass die Strahlung durch Basisstationen einfach zu gering ist, und nur mit großen, aufwendigen Geräten zu erfassen ist. (Blettner u.a., 2000; Schütz & Mann, 2000).

Exemplarische Veranschaulichung der Emission von Radiowellen einer Mobilfunk-Basisstation (Quelle: J. Schüz)

Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite: Gabriele Berg , Hajo Zeeb, Katharina Kunna-Grass, Maria Blettner, AG3 Epidmiologie und Medizinische Statistik, Fakultät für Gesundheitswissenschaften