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:: Wie viele Personen erleiden jedes Jahr einen Herzinfarkt?

:: Haben Arbeiter in Chemiebetrieben ein erhöhtes Risiko, an Krebs zu erkranken?

:: Welche Beziehungen bestehen zwischen Armut und seelischer Gesundheit?

Dies sind typische Fragen, mit denen sich die Epidemiologie (griechisch: epi demos ~ über das Volk) beschäftigt. Etwas formeller lautet eine Definition folgendermaßen:
Die Epidemiologie untersucht, wie Gesundheitsstörungen (Krankheiten, Verletzungen usw.) und krankheitsverursachende Faktoren in der Bevölkerung oder bei speziellen Gruppen von Menschen verteilt sind. Das so gewonnene Wissen fließt in Maßnahmen zur Kontrolle von Gesundheitsproblemen ein.
Ein wichtiger Begriff in der Epidemiologie ist die ‚Exposition‘. Damit ist im allgemeinen der krankheitsverursachende Faktor gemeint. So wird z.B. bei der Untersuchung, ob Rauchen zu Lungenkrebs führt, Rauchen als Exposition bezeichnet. Natürlich werden in der Epidemiologie nicht nur krankheitsverursachende Faktoren, sondern auch schützende Faktoren untersucht. So gibt es zum Beispiel die Untersuchung, ob Obst- und Gemüseverzehr vor Krebserkrankungen schützt. Auch hier spricht man bei dem Obst- und Gemüseverzehr von einer Exposition.

Untersuchungsmethoden in der Epidemiologie

In der Epidemiologie werden viele verschiedene Studienansätze verfolgt, um Krankheitsrisiken zu untersuchen. Besonders wichtige Studientypen sind:

Kohorten- oder Längsschnittstudien:
Personen, die zum Zeitpunkt des Studienbeginns gesund sind, werden über bestimmte Risikofaktoren und Belastungen befragt oder untersucht. Dann werden diese Personen über eine längere Zeit (zumeist viele Jahre) beobachtet, um festzustellen, ob diejenigen mit höheren Belastungen vermehrt erkranken oder sterben. Daraus lässt sich berechnen, ob die untersuchten Belastungen erhöhte Gesundheitsrisiken mit sich bringen.

Fall-Kontroll-Studien:
Patienten, die schon an einer bestimmten Krankheit leiden, und nichterkrankte sogenannte "Kontroll"-Personen werden über Belastungen und mögliche Risikofaktoren für diese Krankheit befragt bzw. daraufhin untersucht. Ist ein bestimmter Faktor wie z.B. das Rauchen in der Gruppe der erkrankten Personen häufiger, so gilt dies als Hinweis auf einen Ursachenzusammenhang zwischen Rauchen und der untersuchten Erkrankung.

AG3- Epidemiologie und Medizinische Statistik in der Fakultät für Gesundheitswissenschaften


Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite: Gabriele Berg , Hajo Zeeb, Katharina Kunna-Grass, Maria Blettner, AG3 Epidmiologie und Medizinische Statistik, Fakultät für Gesundheitswissenschaften