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:: Internationale Fallkontrollstudie zum Hirntumorrisiko der Handynutzung

Die neue, noch nicht lange genutzte Technologie, die geringe Inzidenz (Erkrankungshäufigkeit) der Gehirntumore und das zu erwartenden geringe Risiko der Handynutzung machen es notwendig, eine Studie mit einer großen Fallzahl zu beginnen. Dies ist nur im Rahmen einer internationalen multizentrischen (d.h. in vielen verschiedenen Zentren der Welt angesiedelten) Studie möglich. Ein solches Vorgehen erlaubt dann die Untersuchung von Risiken für spezifische Tumorlokalisationen und Dosis-Wirkungsbeziehungen. Bei der Frage nach der Tumorlokalisation soll untersucht werden, ob die Gehirntumore häufiger an der Seite auftreten, an der normalerweise das Handy gehalten wird. Die Dosis-Wirkungsbeziehung beschreibt, ob Personen, die selten das Handy nutzen, auch seltener einen Tumor bekommen als Personen, die es häufig nutzen.

Mit Unterstützung des Internationalen Krebsforschungszentrums der Weltgesundheitsorganisation in Lyon (IARC), wird bereits seit dem Jahr 2000 eine epidemiologische Fallkontrollstudie in insgesamt 13 Länder nach gleichem Studiendesign durchgeführt.

Personen mit einem Hirntumor (Gliome, Meningiome und Akustikusneurinome) und gesunde Kontrollpersonen werden nach ihrer Handynutzung befragt. Deutschland ist mit drei Studienregionen in Bielefeld, Heidelberg und Mainz an dieser Studie beteiligt, außerdem wird die Studie in Australien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Israel, Italien, Kanada, Neuseeland, Norwegen, Schweden und den USA durchgeführt. Während einer zweijährigen Erhebungsphase werden etwa 7000 Patienten mit Hirntumoren (Gliome, Meningiome und Akustikus-Neurinome) und eine gleich große Anzahl zufällig aus der jeweiligen Bevölkerung ausgewählte gesunde Personen (Kontrollen) zwischen 30 bis 59 Jahren in die Studie eingeschlossen.

Mit Hilfe eines computergestützten persönlichen Interviews (CAPI) wird die Nutzung von mobilen Telefoneinrichtungen detailliert erfragt. Daneben werden auch einige andere mögliche Einflussfaktoren, wie z.B. berufliche Belastung durch hochfrequente elektromagnetische Felder und ionisierende Strahlen sowie die medizinische Vorgeschichte und Rauchgewohnheiten erfasst. Das Studiendesign wurde von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der beteiligten Länder gemeinsam entwickelt (Blettner u.a., 2000). Mit ersten Ergebnissen aus dieser Studie ist im Jahre 2004 zu rechnen.

Das Team



Zur Bielefelder Studiengruppe zählen (im Bild von links nach rechts:) Thomas Linnert, Katharina Kunna-Grass, Martina Meier, Stefan Flak, Gabriele Berg, Melanie Hetzer und Maria Blettner.

INTERPHONE-Studie in Bielefeld


Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite: Gabriele Berg , Hajo Zeeb, Katharina Kunna-Grass, Maria Blettner, AG3 Epidmiologie und Medizinische Statistik, Fakultät für Gesundheitswissenschaften