Interviews & Features    

 
· Einleitung
· Der geborene Verbrecher?
· Kriminologische Strömungen
· Kriminalitätsfaktor Umwelt
Reform des Strafrechts
· Entwicklung der Kriminologie
· Wissenschaft vom Verbrecher
· Die Wissenschaftlerin
· Feedback


Überschrift
In dem Ziel, Kriminalität bereits im Vorfeld zu bekämpfen und nicht nur im Nachhinein zu bestrafen, trafen sich die Kriminologen aller drei Strömungen mit den Anhängern der so genannten modernen Strafrechtsschule um den Rechtswissenschaftler Franz von Liszt.

Diese Gruppierung, die aus juristischen Wissenschaftlern und Praktikern bestand, setzte sich für eine grundlegende Reform des deutschen Strafrechts ein. Dabei maßen Liszt und seine Anhänger der Kriminologie zentrale Bedeutung bei. Denn nur wer die Ursachen des Verbrechens kenne, könne es wirksam bekämpfen. Das moderne Strafrecht müsse auf den Erkenntnissen der Kriminologie aufbauen.

Im Widerspruch zu diesem Postulat begannen die Strafrechtsreformer ihre Vorstellungen von einem neuen Strafrecht allerdings schon zu formulieren, bevor die Kriminologen richtig angefangen hatten zu forschen. Gelegenheitsverbrecher seien durch Strafe abzuschrecken, besserungsfähige Täter zu bessern und unverbesserliche Verbrecher unschädlich zu machen; so brachte Liszt bereits 1882 die Positionen der Reformer in ihrer eigentümlichen Mischung aus Liberalisierung und verschärfter Repression auf den Punkt.


Verantwortlich!Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite: Dr. Silviana Galassi