Interviews & Features    

 
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Kriminologische Strömungen
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Überschrift
Anhand von hunderten Aufsätzen und Büchern, in denen die frühen Kriminologen Argumente und Beschimpfungen austauschten, konnten drei Strömungen in der deutschsprachigen Kriminologie in der Zeit des deutschen Kaiserreichs identifiziert werden.

Portrait C. Lombroso Cesare Lombroso Die Gruppe der Anhänger Lombrosos, die an eine ausschließliche Vererbung von Kriminalität glaubten, war im Deutschen Reich klein. Nur einzelne Psychiater hielten an der These vom geborenen Verbrecher fest und waren überzeugt, dass es sich bei den spezifischen Verbrechermerkmalen um Atavismen handle, also um plötzliche biologische Rückschläge aus evolutionsgeschichtlich längst überwundenen Zeiten.
Damit unterschieden sie sich von einer größeren Gruppe namhafter Wissenschaftler, die zwar auch an die Existenz geborener Verbrecher, jedoch nicht an deren atavistischen Ursprung glaubten. Ursache des angeborenen Verbrechertums seien vielmehr Degenerationen. Unter Degenerationen verstand man Ende des 19. Jahrhunderts körperliche und psychische Abweichungen von einem nicht näher bestimmten Durchschnittsmenschen, die vererbt und dabei von Generation zu Generation schlimmer wurden. Auch die Veranlagung zum Verbrechen übertrug sich nach Ansicht einiger Psychiater auf diese Weise.

Dass körperliche und geistige Degenerationen großen Anteil am Entstehen des Verbrechens hätten, meinten auch die Anhänger der so genannten Vereinigungstheorie. Diese dritte Gruppe deutscher Kriminologen beharrrte allerdings darauf, dass ungünstige äußere Umstände hinzukommen müssten, um einen degenerierten Menschen zum Straftäter werden zu lassen. Erst die Verbindung von körperlicher Anlage und sozialer Umwelt bringe Verbrechen hervor.

:: Welche Umweltfaktoren wurden verantwortlich gemacht?

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