Interviews & Features    

 
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Überschrift
Die Arbeiten an künstlichen Kommunikationssystemen sind auch mit der Erwartung verbunden, durch die Entwicklung und den Test konkreter Modelle neue Erkenntnisse über das Funktionieren menschlicher Kommunikation zu gewinnen. Wie funktioniert beispielsweise das zeitliche Zusammenspiel von Sprechen und Zeigen? Wie wird das Abwechseln im Dialog gesteuert? Mit einer starken Verzahnung von linguistischen, psycholinguistischen und informatischen Forschungsmethoden bietet der DFG-Sonderforschungsbereich 360 hierfür ein hervorragendes Umfeld.

In aktuellen Arbeiten wollen wir unter anderem herausfinden, wie formbeschreibende Gesten imitiert und verstanden werden können (Kopp et al., 2004), und welche Rolle Emotionen in der Kommunikation spielen (Becker et al., 2004). Gleichzeitig entwickeln wir – in enger Verbindung von Grundlagenforschung und Anwendungserprobung – mit Max neuartige Formen der Mensch-Maschine-Kommunikation.

Parallel dazu untersuchen Forscher in aller Welt die Hirnmechanismen zur Handlungskoordination zwischen Sozialpartnern. Ihre jüngsten Entdeckungen haben Einfluss auf die Forschung in den Bereichen "Künstliche Intelligenz", "humanoide Robotik" und "Mensch-Maschine-Kommunikation", und sie werden umgekehrt davon beeinflusst.

Ausgehend u.a. von der Entdeckung der Spiegelneuronen in der Forschung an nichtmenschlichen Primaten (Gallese et al., 1996) wird heute angenommen, dass auch bei Menschen eine enge sensomotorische Kopplung von Wahrnehmung und Handlung besteht, die uns körperliche Äußerungen des Gegenübers durch eine Art Resonanz im eigenen Körpermodell verstehen lässt (Sebanz et al., 2003).
Ltd. Commander Data - Star Trek Sicher noch in ferner Zukunft: Der Androide Ltd. Commander Data aus "Star Trek - The Next Generation"
© Paramount Pictures

Trotz rascher Fortschritte fehlt es noch an einer integrativen Sicht, die sensomotorische Modelle und ihre Rolle im „social loop“, der konkreten menschlichen Kommunikationssituation, auf höherer Ebene mit funktionalen Modellen kommunikativer Mechanismen zusammen führen könnte. Eine vollständigere Untersuchung dieser Phänomene berührt viele weitere Aspekte, und viele Disziplinen.

:: Ein Jahr lang interdisziplinäre Forschung...

Verantwortlich!Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite: Prof. Dr. Ipke Wachsmuth