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Wenn wir auf ein Bild sehen, nehmen wir Farben, Formen, Kontraste und
Bewegungen wahr. Dabei werden uns die kleinen Einzelteile, aus denen sich
ein Bild zusammensetzt, gar nicht bewusst. Wir erfassen einfach sofort den
Inhalt des Bildes.
Wie aber sehen Computer Bilder? Ganz einfach: als Zahlen. Für den Computer ist
ein Bild ein riesiges, in Zellen unterteiltes Gitter. Die Zellen der
Bildgitter sind uns aus der Computersprache als Pixel (von engl. PICture
ELements) bekannt. In jeder Zelle steht eine Zahl, die wiederum
stellvertretend für eine Farbe steht. Betrachten wir ein schwarzweiß Bild,
beschreibt die Größe der Zahl einfach die Helligkeit des Bildes. Je größer die
Zahl ist, desto heller der Pixel.
Bei Farbbildern ist das Ganze ein wenig komplexer. In der Regel besteht ein
Farbbild wie wir es von unseren Fotohandys oder Digitalkameras kennen, aus
drei übereinander liegenden Gittern. Jedes der Gitter hat wiederum Zellen bzw.
Pixel. Die Pixel, die in allen drei Gittern an der gleichen Stelle liegen,
gehören zusammen. Im ersten Gitter liegen die Zahlen für Rottöne, im zweiten
liegen die Grün- und im dritten die Blautöne. Erst zusammen ergeben die drei
Gitter das Farbbild auf dem Monitor.
In der Wissenschaft und in der medizinischen Praxis kommen Bildaufnahmen zum
Einsatz, die weitaus komplexer sind als die der Digitalkameras. Diese komplexen
Bilder werden auch multivariante Bilder genannt. Sie nehmen viel mehr Gitter
auf, als herkömmliche Digitalbilder, und auch die Zellen innerhalb der Gitter
enthalten weitaus mehr Zahlen. Verdeutlichen wir das an einem Beispiel: Eine
Zelle bzw. ein Pixel enthält sieben Zahlen (es könnten auch mehr sein, wir
bleiben aber erst einmal bei sieben, um es besser nachvollziehbar zu machen.)
Diese sieben Zahlen können zum Beispiel der sich verändernden Helligkeit des
Pixels zu sieben verschiedenen Zeitpunkten entsprechen, so wie es in der
dynamischen Magnetresonanztomographie der Fall ist.
Wie soll nun ein multivariantes Bild aus sieben Gittern interpretiert werden?
Selbst wenn wir die Zahlen in den ersten drei Gittern als rot, grün und blau
verstehen und sie uns dementsprechend vom Computer anzeigen lassen, fehlen uns
noch weitere vier Zahlen, die wir noch nicht interpretiert, also mit Farben in
Verbindung gebracht haben. Wenn dies nicht geschieht, können wir nur einen
ganz kleinen Teil der Information wahrnehmen, die im Bild steckt. Gerade
in der Medizin könnte dieses Übersehen von Informationen zu Fehldiagnosen
führen. Es ist also sehr wichtig, den Informationsverlust so gering wie
möglich zu halten, um Fehldiagnosen zu vermeiden.
Diese Aufgabe hat sich die
Arbeitsgruppe Angewandte
Neuroinformatik von
Tim W. Nattkemper
gestellt. Sie erforscht Methoden, die es ermöglichen,
multivariante Bilder mit minimalem Informationsverlust als Farbbilder
darzustellen.
:: Was kann man mit Hilfe der Dynamischen Magnetresonanztomographie sichtbar machen?
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite: Dr.-Ing. Tim Wilhelm Nattkemper
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