Interviews & Features    

 
· Einführung in das Thema
· Sukzession auf Binnendünen
· Wozu eigentlich "Störung"?
· Die Regnitzer Sandachse
· Konkurrenz um den besten Platz im Sand
Forschungs- ergebnisse
· Die Arbeitsgruppe
· Literatur und Links zum Thema
· Feedback



Offene Sandlebensräume zeichnen sich durch eine hohe kleinräumige Dynamik aus, die durch anthropogene, d.h. menschliche Einflüsse aufrecht erhalten werden muss, wenn man die Sukzession zu geschlossenen Heide- oder Waldstadien verhindern will. Durch verschiedene Störungen entstehen immer wieder offene Stellen im Sand, die neu besiedelt werden können und an denen durch das Fehlen von Pflanzen noch keine Konkurrenz auftritt. Bei steigendem Nährstoffangebot im Boden jedoch geht dieses dynamische Gleichgewicht zwischen Störungsereignissen und Sukzessions-vorgängen verloren.

Das muss auch bei Pflegemaßnahmen beachtet werden. Ist der Boden nährstoffarm, so reicht eine Verletzung der Grasnarbe und das Aufwühlen des Oberbodens. Bei sehr nährstoffreichen Böden ist dann eine Abtragung oder Verarmung des Oberbodens sinnvoll, um die offenen Sandlebensräume zu erhalten. Ganz wichtig scheint im Zusammenhang der Neubesiedlung auch die Nähe vitaler Pflanzengemeinschaften zu sein, aus denen Samen in die offenen Flächen eingetragen werden, um so eine Wiederherstellung von Sandmagerrasen zu erreichen. Denn die meisten Samen der Sandarten sind kurzlebig, weshalb meist keine Besiedlung dieser neuen offenen Fläche durch solche Samen erfolgen kann, die im Boden als sogenannte Samenbank lagern.

Das Bild der „ungestörten Natur“ wäre also im Fall der Sandlebens-räume fehl am Platz. Nur durch wiederkehrende kleinräumige Störungen können diese in ihrem Bestand gesichert werden.


pictureVerantwortlich für den Inhalt dieser Seite: Dr. Tom Steinlein