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Lesekompetenz („reading literacy“) in PISA beschreibt die Fähigkeit, „geschriebene Texte zu verstehen, zu nutzen und über sie zu reflektieren, um eigene Ziele zu erreichen, das eigene Wissen und Potenzial weiterzuentwickeln und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen“.(2) Folglich geht die hier gemessene Kompetenz weit über das hinaus, was umgangssprachlich unter dem Begriff des Lesens verstanden wird.

Dabei wird der aktive, kritische Umgang mit Texten gegenüber einer passiven Informationsentnahme hervorgehoben. Der kompetente Leser zeichnet sich dadurch aus, dass er mit Textbedeutungen arbeitet, um ein tiefgreifendes Verständnis dargestellter Sachverhalte zu entwickeln und diese konstruktiv für sich nutzbar zu machen. Der Nutzen (die Funktionalität) von Texten kann – im Falle ausreichender Lesekompetenz - einerseits in ihrem Beitrag zu einer konkreten Zielerreichung liegen (z.B. eine Gebrauchsanweisung studieren, um ein technisches Problem zu lösen), andererseits im Erwerb von Wissen, das zur Persönlichkeits- und Potenzialentwicklung des Lesers beizutragen vermag.

Dabei stellt vor allem der Aspekt des Wissenserwerbs den Schlüssel zur verstehenden Teilhabe an modernen Gesellschaften dar. Die kontinuierlichen Entwicklungen und Veränderungen in der Gesellschaft sind zu einem großen Teil in Texten dokumentiert und lassen sich folglich nur mit ausreichender Lesekompetenz verstehen und nachvollziehen.

Um der genannten anspruchsvollen Definition der Lesekompetenz besser gerecht zu werden, unterscheidet PISA drei Komponenten der Lesekompetenz:

  • das zielgerichtete Ermitteln von Informationen in einem Text,
  • das Formulieren textbezogener Interpretationen und
  • die kritische Reflexion und Bewertung eines Textes.
Die Vorteile einer solchen Differenzierung liegen darin, dass sich Lesestärken und -schwächen besser verorten lassen und neben der allgemeinen Lesefähigkeit auch Teilaspekte des Lesens im internationalen Vergleich beurteilt werden können.

::Wie wird die Lesekompetenz gemessen?