Dekonversion - was ist das?

Der vom Projekt International Study of Deconversion verwendete Begriff der Dekonversion orientiert sich an fünf zentralen Aspekten.
  1. Verlust spezifisch religiöser Erfahrungen (Erfahrungsdimension): von Bedeutung/Sinngebung und Zielsetzung; von Gotteserfahrung; von Vertrauen und Ehrfurcht.
  2. Intellektuelle Zweifel oder Ablehnung (Ideologische Dimension): Nichtübereinstimmung mit spezifischen Glaubensüberzeugungen/Häresie (nach Peter L. Berger).
  3. Moralische Kritik (Ritualistische Dimension): Zurückweisen spezifischer Vorschriften und/oder Anwendung einer neuen Ebene moralischen Urteilens.
  4. Emotionales Leiden (Folge-Dimension): Verlust von Eingebettet-sein / sozialer Unterstützung / Gefühl von Stabilität und Sicherheit.
  5. Verlust des Zugehörigkeitsgefühls zur Gemeinde Rückzug von der Teilnahme an Versammlungen und von der Befolgung religiöser Praktiken; Beendigung der Mitgliedschaft.
Es müssen jedoch in einem Interview nicht alle fünf Kriterien von Dekonversion gleichzeitig erfüllt sein. Der „klassische“ Typ von Dekonversion würde allerdings dann vorliegen, wenn alle fünf Kriterien in einem Fall erkennbar werden.

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