Interviews & Features    

 
· Ein Leben lang derselbe Glaube?
· Das Projekt wird fortgesetzt
· Überblick über die Forschungs- methoden
· Die Phase I
Motive für den Glaubenswechsel – die Vorstudie
· Phase I - Forschungsziele und Methoden
· Erste Ergebnisse der Phase I
· Ergebnisse der laufenden Phase
· Das Projektteam
· Literatur zum Thema
· Feedback


Überschrift
Das Forschungsprojekt knüpft an die 1998 im Auftrag des Bundestags durchgeführte sog. Sekten-Enquete „Neue religiöse und ideologische Gemeinschaften und Psychogruppen“ an. Das Teilprojekt 2 „Milieus und Organisationen christlich-fundamentalistischer Prägung“ unter der Leitung von Prof. Heinz Streib untersuchte insbesondere die Frage, wie Menschen mit Brüchen in ihrer Glaubensorientierung umgehen. Wie bewerten sie ihren Glaubenswechsel in Bezug auf ihren gesamten Lebensverlauf? Die verschiedenen Biographieverläufe konnten drei verschiedenen Sichtweisen oder 'Typen' des Umgangs mit dem Glaubenswechsel, der Konversion, zugeordnet werden. Diese sind der 'traditionsgeleitete Typ', der überzeugte Einsteiger oder 'Mono-Konvertit' und der 'akkumulative Häretiker'.

  Was führt zu der Entscheidung, eine religiöse Gruppe zu verlassen?
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  Prof. Heinz Streib, Dr. Barbara Keller und Dipl.-Soz. Martha Csöff im Gespräch mit Anna Bella Heinemann

Der traditionsgeleitete Typ ist durch seine/ihre Herkunftsfamilie in ein fundamentalistisch-religiöses Umfeld eingebunden. Die Wahl der Glaubensgemeinschaft gründet beim 'traditionsgeleiteten Typ' vor allem auf dem Bedürfnis nach Sicherheit und Geborgenheit.

Anders als der 'traditionsgeleitete Typ' sind die beiden anderen Konversionstypen sog. 'Häretiker' (lat. = Wählende) in dem Sinne, dass sie mit ihrem Glaubenswechsel bewusst die Möglichkeit wahrnehmen, sich ihren Glauben auszusuchen, ihre eigene Wahl zu treffen.

Der Typ des sog. Mono-Konvertiten tritt mit seinem Glaubenswechsel in ein für ihn neues Lebensumfeld ein. Dieser Typus erwählt sich den neuen Glauben in dem Bewusstsein, den 'richtigen Glauben fürs Leben' gefunden zu haben.

Anders der dritte Konversionstyp, der sog. 'akkumulative Häretiker'. Dieser wechselt im Verlauf seiner Biographie mehrmalig von einer religiösen Orientierung zur nächsten über. Im Zuge der wechselnden Mitgliedschaft in verschiedenen Glaubensgemeinschaften sucht sich dieser Konversionstyp seine/ ihre persönlichen Anteile aus diversen religiösen Milieus zusammen, ohne sich jedoch dauerhaft auf eines festlegen zu wollen.

:: Was sind die Ziele der Forschungen?

pictureVerantwortlich für den Inhalt dieser Seite: H. Streib, B. Keller, R.-M. Csöff