Interviews & Features    

 
· Ein Leben lang derselbe Glaube?
· Das Projekt wird fortgesetzt
· Überblick über die Forschungs- methoden
· Die Phase I
· Motive für den Glaubenswechsel – die Vorstudie
Phase I - Forschungsziele und Methoden
· Erste Ergebnisse der Phase I
· Ergebnisse der laufenden Phase
· Das Projektteam
· Literatur zum Thema
· Feedback


überschrift
Wie bereits die Studie für die Enquete-Kommission , so fasst das laufende Forschungsprojekt den Zusammenhang von Glauben und Biographieverlauf besonders in den Blick.

Bei der Vorstudie blieben eine Reihe von Fragen offen, denen das laufende Forschungsprojekt nachgeht. So stellt sich beispielsweise die Frage, ob die Einteilung in drei Glaubens-Typen: den traditionsge-leiteten Typ, den Mono-Konvertiten und den akkumulativen Häretiker ausreichend ist:

  • Gibt es weitere Arten des Umgangs mit religiösen Bindungen im Verlauf der Lebensgeschichte über die genannten Typen hinaus?
  • Müssen die genannten Konversions-Typen weiter unterteilt werden? Nach welchen Merkmalen und Gesichtspunkten?
Bei diesen Fragen bleibt das aktuelle Forschungsprojekt jedoch nicht stehen. Weitere zentrale Themen- und Problemfelder schließen sich an:
  • Welche Bedürfnisse, Erwartungen und Hoffnungen können mit der Mitgliedschaft in einer neureligiösen Gruppe verknüpft sein?
  • Werden Lebensprobleme angegangen? Werden sie gelöst? Oder führen Mitgliedschaften in neureligiösen Gruppen zu neuen Problemen?
In diesem Zusammenhang wird die Studie den Bedarf an therapeu-tischen und psychosozialen Hilfsangeboten für 'Aussteiger-Innen' und Personen untersuchen, die sich im Prozess des Ausstiegs befinden.

Aus den erzählten Lebensgeschichten der Dekonvertierten werden weitergehende Erkenntnisse darüber erwartet, wie eine Mitgliedschaft in einer fundamentalistisch-neureligiösen Gemeinschaft in den eigenen Lebensentwurf integriert wird. Welche Bedeutung für die eigene religiöse / spirituelle Entwicklung wird der früheren Mitgliedschaft in der Gemeinschaft zugewiesen? Werden Mitgliedschaft und Austritt eher als 'Irrweg', oder als möglicherweise notwendige Schritte zur Selbstbestimmung und Reifung angesehen?

  Ist der Ausstieg aus einer engen Glaubensgemeinschaft immer schwer, weil emotional aufreibend?
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  Prof. Heinz Streib, Dr. Barbara Keller und Dipl.-Soz. Martha Csöff über verschiedene Ausstiegserlebnisse


Bisher arbeitete das Projekt mit einer im Vergleich zur Studie für die Enquete-Kommission höheren Fallzahl von insgesamt ca. 200 in der Bundesrepublik Deutschland und den USA und kombinierte dabei qualitative mit quantitativen Forschungsanteilen.

Zu den qualitativen Forschungsinstrumenten gehören zum einen die persönliche Interviews mit ca. 25 Personen pro Land, die sich von einer fundamentalistisch-neureligiösen Gemeinschaft gelöst haben.

Ein Teil dieser Gespräche geht nach den Regeln des 'narrativen Interviews' vor. Die weitgehend offen, d.h. mit nur wenigen Vorgaben, geführten Interviews zur religiösen Entwicklung im Verlauf der Lebensgeschichte werden durch die Interviewerin nur durch einfühlsame Erzählanreize angeleitet. Die Studie orientiert sich darin an den methodischen Vorgaben der „narrativen Analyse“, die von Fritz Schütze wesentlich entwickelt wurden.

Eine Eigenschaft dieser qualitativen Forschungsmethode ist, dass sie es der oder dem Interviewten überlässt, wie sie oder er die eigene Lebens- und Glaubensentwicklung im Gespräch darstellt, z.B. welche Ereignisse wie ausführlich angesprochen werden.

In einem zweiten Teil werden die TeilnehmerInnen zu ihrer religiösen Entwicklung im Lebensverlauf anhand eines strukturierten Fragenkataloges befragt.

Diese biographischen Interviews zur Glaubensentwicklung wurden zudem mit ca. 75 Mitgliedern neureligiöser Gemeinschaften durch-geführt. Die Anzahl der durchgeführten Interviews beträgt somit insgesamt ca. 100 pro Land. Alle Gespräche wurden auf Band auf-genommen, anschließend transkribiert - d.h. verschriftlicht -, anony-misiert und werden derzeit mit Hilfe eines speziellen Datenverar-beitungsprogramms ausgewertet.

Als sog. quantitative Instrumente wurden Fragebögen mit insgesamt je 300 Personen pro Land sowohl an Mitglieder wie auch an „Ausstei-gerInnen“ aus fundamentalistisch-neureligiösen Gemeinschaft ausge-geben. Die so gewonnenen Daten werden statistisch ausgewertet.

:: Es gibt erste Ergebnisse aus Phase I...

:: Das Projekt wird fortgesetzt...

pictureVerantwortlich für den Inhalt dieser Seite: H. Streib, B. Keller, R.-M. Csöff