Interviews & Features    

 
· Einleitung
Rentenreform 2001
· Fachleute wundern sich
· Fragestellung
· Neue Sozialpolitik?
· Regulierung im internationalen Vergleich
· Wandel des Wohlfahrtsstaates
· Forschungsziele
· Forschungs- methoden
· Das Projektteam
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Die „Riestersche“ Rentenreform aus dem Jahre 2001 war eine bedeutsame Weichenstellung für das deutsche System der Alterssicherung: Das Ziel der Lebensstandardsicherung in der Gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) wurde aufgegeben. Die rot-grüne Regierung erklärte es zum politischen Ziel, das Leistungsniveau der GRV langfristig abzusenken. Es wurde offiziell verkündet, dass zukünftig die Leistungen aus der GRV zur finanziellen Sicherung eines als ausreichend erachteten Lebensstandards im Alter nicht mehr ausreichen würden. Die Bürger und Bürgerinnen müssten deshalb zusätzlich betrieblich und individuell-privat vorsorgen, wenn sie ihren Lebensstandard im Alter erhalten wollten.

Seitdem befasst sich die Politik intensiv damit, die Rahmenbedingungen für die private Vorsorge so zu gestalten, dass mit ihr die Niveauabsenkung in der gesetzlichen Vorsorge auch tatsächlich ausgeglichen werden können. So gibt es etwa Zulagen und Steuerabzugsmöglichkeiten bei den Beiträgen für die private Vorsorge, und die geförderten Vorsorgeprodukte müssen bestimmte Mindeststandards erfüllen.

In Deutschland fand diese Reform relativ spät statt – in vielen anderen europäischen Ländern gab es schon in den 1990er Jahren Reformen, die eine neue Gewichtung zwischen staatlichen und nicht-staatlichen Formen der Alterssicherung zum Ziel hatten. Immer kann man dabei beobachten, dass die private Alterssicherung nicht allein den Marktmechanismen überlassen bleibt, sondern dass sie vom Staat gestaltet und reguliert wird.




pictureVerantwortlich für den Inhalt dieser Seite: Prof. Dr. Lutz Leisering & Frank Berner