Interviews & Features    

 
· Einleitung
· Rentenreform 2001
· Fachleute wundern sich
· Fragestellung
· Neue Sozialpolitik?
· Regulierung im internationalen Vergleich
Wandel des Wohlfahrtsstaates
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· Forschungs- methoden
· Das Projektteam
· Feedback



Alterssicherung ist ein Kernbestandteil aller Wohlfahrtsstaaten. Deshalb kann man ausgehend von Analysen des Politikfeldes Alterssicherung Aussagen über die Entwicklung von Wohlfahrtsstaatlichkeit insgesamt machen.

In der Wohlfahrtsstaatsforschung besteht ein Konsens darüber, dass das „goldene Zeitalter“ des Nachkriegswohlfahrtsstaates ausgelaufen ist und dass Wohlfahrtsstaaten sich seitdem wandeln. Über die genauen Ursachen, die Form und die Richtung des wohlfahrtsstaatlichen Wandels wird jedoch gestritten. Da gibt es zum einen die Annahme, dass unter dem Druck wirtschaftlicher Globalisierung und aufgrund sozialen Wandels wohlfahrtsstaatliche Programme und Leistungen zurückgenommen und abgebaut werden („Abbautheorien“). Andere Ansätze stellen die Beharrlichkeit und Reformunfähigkeit von Wohlfahrtsstaaten in den Vordergrund („Immobilitätstheorien“).

Dem gegenüber vertreten neuere politikwissenschaftliche und soziologische Arbeiten die Ansicht, dass Wohlfahrtsstaatlichkeit sich wandelt, dass dieser Wandel jedoch nicht in den Kategorien Abbau oder Ausbau beschrieben werden kann, sondern dass es sich um einen qualitativen Wandel handelt („Umbautheorien“). Wir nehmen an, dass der Ausbau der privaten Altersvorsorge und damit einhergehend eine stärkere Aktivität des Staates bei der Gestaltung und Regulierung der privaten Altersvorsorge die Richtung des qualitativen Wohlfahrtsstaatswandels anzeigt: Es gibt eine Entwicklung „vom produzierenden zum regulierenden Wohlfahrtsstaat“.




pictureVerantwortlich für den Inhalt dieser Seite: Prof. Dr. Lutz Leisering & Frank Berner