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Die Situationsanalyse aus Experten- und Patientensicht unterstreicht, dass für die Versorgungsqualität schmerzbelasteter Menschen eine problemangemessene Perspektivenerweiterung und Handlungsorientierung in der Gesundheitsversorgung unabdingbar ist. Ein erster Schritt in diese Richtung ist die im Ansatz erfolgte Integration der Grundlagen der Schmerzversorgung in die Ausbildung aller Gesundheitsberufe. Unabdingbar ist indes auch die Gewährleistung einer entsprechenden Fort- bzw. Weiterbildung der Gesundheitsberufe. Eine Verbesserung der ambulanten Versorgung chronisch erkrankter und pflegebedürftiger Schmerzpatientinnen und -patienten erfordert die Bereitstellung professioneller Pflegeangebote, die die Betroffenen und ihre Angehörigen im häuslichen Umfeld auch beratend begleiten. Auf Pflegeseite setzt dies ausreichende klinische Fachkenntnisse, psychosoziale Betreuungs- und Beratungskompetenzen und ebenso angemessene Versorgungskonzepte voraus. Unumgänglich erscheint ferner, den Handlungsrahmen und die Rolle der Pflege so zu erweitern und formal abzusichern, dass sie die für die Sicherstellung der Schmerzversorgung erforderlichen Aufgaben effektiv wahrnehmen kann.

Ohne die Entwicklung einer übergreifenden Kooperationskultur der Gesundheitsberufe und Einrichtungen der Gesundheitsversorgung wird es kaum gelingen, die weiterhin bestehenden Desintegrationserscheinungen im arbeitsteiligen Gesundheitswesen zu beheben und Versorgungsbrüche zu vermeiden. Dies betrifft nicht zuletzt die schwierige Kooperation zwischen Spezial- und Regelversorgung, die im Rahmen der Versorgung von Schmerzpatientinnen und -patienten besonders zu Tage tritt.

Die Verwirklichung all dessen setzt allerdings auch die Schaffung von Vergütungsstrukturen voraus, die den Ausbau qualifizierter ambulanter Versorgungsangebote fördern. Hierzu gehört die Anerkennung der im Rahmen der Versorgung chronisch erkrankter und schmerzbelasteter Menschen angezeigten klinischen und beratenden Leistungen im Rahmen der ärztlichen und pflegerischen Versorgung. Eine situationsangemessene Gestaltung der pflegerischen Versorgung, die die zumeist wechselhaften Befindens- und Bedarfslagen der Patientinnen und Patienten flexibel zu beantworten vermag, lassen die engen Vorgaben für die Erbringung ambulanter Pflegeleistungen auf der Grundlage der Pflegeversicherung (SGB XI) jedoch kaum zu.

Zumindest für schwerstkranke Menschen wurden die Bedingungen für die Entwicklung bedarfs- und bedürfnisgerechter Versorgungsangebote in den letzten Jahren verbessert. Neben dem Aufbau pallativmedizinischer bzw. -pflegerischer Abteilungen im Klinikbereich und von stationären Hospizen wurden die Rahmenbedingungen für die Bereitstellung ambulanter Versorgungs- und Unterstützungsmöglichkeiten verbessert, die schwerstkranken und schmerzbelasteten Menschen ein Verbleiben in der häuslichen Umgebung ermöglichen. So wurden mit dem Anfang 2002 in Kraft getretenen Pflegeleistungs-Ergänzungsgesetz (PflEG 2001) erstmals Voraussetzungen für eine Regelfinanzierung häuslicher Palliativpflege für schwerstkranke Menschen in der letzten Lebensphase durch die Gesetzlichen Krankenkassen geschaffen (§ 39a Absatz 2 SGB V).



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