|
::Verzweifelte Odyssee durch das Dickicht des Gesundheitssystems
Besonders im fortgeschrittenen Krankheitsstadium leiden chronisch erkrankte
Menschen an schweren anhaltenden oder wiederholt auftretenden Schmerzzuständen.
Eine angemessene Schmerzversorgung ist für die Betroffenen Voraussetzung für
die Sicherung eines Mindestmaßes an Lebensqualität.
Durch die (Weiter-)Entwicklung von
Palliative Care und die
Tumorschmerzinitiative (Cancer Pain Release Initiative) der
Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich seit Mitte der 1980er Jahre vor
allem in der Tumorschmerzversorgung einiges verbessert. Dennoch unterstreichen
Untersuchungen jüngeren Datums, dass insbesondere in der ambulanten
Regelversorgung eine angemessene Kontrolle oder zumindest Linderung
chronischer Schmerzen selbst schwerstkranker Tumorpatientinnen und -patienten
weiterhin nicht durchgängig sichergestellt ist. Noch schwieriger stellt sich
die Situation von Patientinnen und Patienten dar, deren Schmerzen nicht in
schweren lebensbedrohlichen Erkrankungen, wie Krebs oder Aids begründet sind.
Das hier umrissene Problem war Ausgangspunkt eines Forschungsvorhabens, das
1999 bis 2000 als Teilprojekt des Nordrhein-Westfälischen Forschungsverbundes
Public Health, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert
und vom
Institut für
Pflegewissenschaft an der Universität Bielefeld (IPW)
weiter verfolgt wurde. Im Mittelpunkt des unter der
wissenschaftlichen Leitung von Frau Prof. Dr. Doris Schaeffer durchgeführten
Projekts stand die Frage, wie sich die Versorgungsqualität von chronisch
erkrankten Schmerzpatientinnen und -patienten darstellt und wie sie verbessert
werden kann. Erarbeitet werden sollten Grundlagen für eine von der Pflege
mitgetragene Information, Beratung und Anleitung der betroffenen Menschen und
ihrer Angehörigen zur Unterstützung des Schmerzmanagements im häuslichen Alltag.
Hierzu wurden in einer qualitativ angelegten Untersuchung Experteninterviews
mit professionellen Akteuren (Ärzte, Pflegende, Psychologen und Sozialarbeiter)
in ausgewiesenen Schmerz- und Palliativeinrichtungen durchgeführt. Ein weiterer
Schwerpunkt der empirischen Untersuchung lag auf der Ergründung der
Versorgungssituation und Unterstützungserfordernisse aus der Sicht der
betroffenen Menschen. Auch hierzu wurden offene leitfadenorientierte
Interviews mit an chronischen Erkrankungen und Schmerzen leidenden Menschen
und Gruppendiskussionen mit Mitgliedern aus Selbsthilfegruppen schmerzkranker
Menschen durchgeführt.
::Probleme der Schmerzversorgung
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite:
Dr. Gabriele Müller-Mundt
|
|