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Die Untersuchungsergebnisse unterstreichen den hohen Handlungsbedarf zur
Verbesserung der Schmerzversorgung chronisch erkrankter Schmerzpatientinnen
und -patienten. Deutlich wird, dass insbesondere chronischer Schmerz in der
Regelversorgung nur unzureichend Beachtung findet. Dem kann – so auch die Sicht
der befragten Schmerzexperten – nicht allein durch einen Ausbau der
Infrastruktur an Gesundheitseinrichtungen, die sich auf die Schmerztherapie
und Palliative Care spezialisiert haben, abgeholfen werden. Die
Gewährleistung einer qualifizierten Versorgung schmerzbelasteter Patientinnen
und Patienten erfordert eine generelle Neuorientierung der Versorgungspraxis
im Gesundheitswesen. Sie muss den körperlichen, emotionalen und sozialen
Einflussfaktoren, die die Chronifizierung von Schmerzen begünstigen und den
Schmerz verstärken können, von Beginn an berücksichtigen. Die hierfür
erforderlichen klinischen und psychosozialen Kompetenzen können unter den
Angehörigen der Gesundheitsberufe in der Regelversorgung jedoch nicht generell
vorausgesetzt werden.
Die spezielle Schmerztherapie ist in Deutschland erst
seit 1993 ein Prüfungsfach im Medizinstudium. 1997 folgte die offizielle
Anerkennung der speziellen Schmerztherapie als Zusatzbezeichnung durch die
Bundesärztekammer. In den Pflegeberufen sind Grundlagen des Schmerzmanagements
als Ausbildungsgegenstand weiterhin eher unterbelichtet. Gleichwohl zeichnet
sich in der Kranken- und Kinderkrankenpflege und ebenso in der Altenpflege
seit Mitte der 1990er-Jahre eine zunehmende Auseinandersetzung mit den
besonderen Anforderungen der Versorgung von schwerstkranken und
schmerzbelasteten Menschen ab. So werden die Themen
Schmerz
Neben Expertenstandards zur
Dekubitusprophylaxe (Vorbeugung von Druckgeschwüren), zum Entlassungsmanagement
und zur Sturzprophylaxe wurde vom Deutschen Netzwerk für Qualitätssicherung
in der Pflege (DNQP) die Entwicklung eines nationalen Expertenstandards zum
„Schmerzmanagement“ auf den Weg gebracht, der 2003 erarbeitet und 2004
veröffentlicht wurde.
Grundlagen der Schmerztherapie haben damit – wenn auch eher zögerlich –
Eingang in das Lehrbuchwissen und die Fachdiskussion der Gesundheitsberufe
gefunden. Die spezielle Schmerztherapie und Palliativmedizin sind jedoch
vergleichsweise junge Spezialgebiete der Medizin. Sie haben daher im Kanon der
etablierten medizinischen Fachdisziplinen noch mit Akzeptanzproblemen zu
kämpfen. Zudem befinden sich Schmerztherapie- und Palliativeinrichtungen am
Ende der Versorgungskette des Gesundheitswesens. Damit sind bereits auf der
Ebene der Struktur des Gesundheitssystems angelegte Hürden angesprochen, die
eine Verbesserung der Schmerzversorgung in der Regelversorgung behindern.
::Ein weiteres Problem ist die Struktur des Gesundheitssystems
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite:
Dr. Gabriele Müller-Mundt
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